Neurotransmitter ●●●● Sehr hoch (79)

Dopamin

Aktualisiert: 2026-04-30 · 79 Quellen
Inhaltsverzeichnis 7 Abschnitte
  1. Überblick
  2. Synthese und Abbau
  3. Verteilung im Gehirn und neuronale Pfade
  4. Rezeptoren und Signalwege
  5. ADHS-Relevanz
  6. Alltagsfaktoren, Sucht und Lebensstil
  7. Therapeutische Implikationen

Dopamin

Überblick

Dopamin ist ein Monoamin-Neurotransmitter, dessen Synthese, Freisetzung und Wiederaufnahme durch ein eng reguliertes Enzymsystem kontrolliert werden. Aus drei Ursprungsregionen im Mittelhirn projizieren dopaminerge Bahnen in Areale wie den präfrontalen Kortex, das Striatum und den Nucleus accumbens und modulieren dort Aufmerksamkeit, Belohnung, Motivation und exekutive Kontrolle. Fünf Rezeptorsubtypen (D1 bis D5) vermitteln diese Wirkungen über antagonistische Signalwege. Bei ADHS ist die dopaminerge Funktion in mehreren dieser Schaltkreise nachweislich vermindert, was die Defizite in Impulskontrolle und Aufmerksamkeitssteuerung erklärt und das erhöhte Risiko für Substanzmissbrauch, Adipositas und zirkadiane Störungen mitbedingt. Pharmakologische Therapien wie Methylphenidat setzen direkt am Dopamintransporter an und erhöhen die synaptische Dopaminverfügbarkeit.

Synthese und Abbau

Dopamin wird im monoaminergen Neurotransmittersystem synthetisiert. Ein wesentliches Enzym dabei ist die aromatische Aminosäuredecarboxylase (AADC), die einen Schritt im Biosyntheseweg katalysiert (Amiri et al., 2012). Ihre spezifische Rolle in der ADHS-Pathophysiologie bleibt weitgehend unerforscht; über krankheitsrelevante Veränderungen dieses Enzyms besteht kein Konsens (Amiri et al., 2012). An der Schnittstelle zwischen dopaminerger und noradrenerger Signalübertragung steht die Dopamin-β-Hydroxylase (DBH), die Dopamin durch oxidative Hydroxylierung in Norepinephrin umwandelt und während synaptischer Transmissionen in den Kreislauf abgegeben wird (Kessi et al., 2022). DBH reguliert damit die Verfügbarkeit von Dopamin als Ausgangsstoff unmittelbar (Kessi et al., 2022).

Die synaptische Verfügbarkeit von Dopamin wird maßgeblich durch den Dopamintransporter (DAT) kontrolliert, der freigesetztes Dopamin durch präsynaptische Wiederaufnahme aus dem synaptischen Spalt entfernt. Pharmakologisch zeigt sich die Bedeutung dieses Mechanismus darin, dass Methylphenidat den DAT blockiert und dadurch die extrazelluläre Dopaminkonzentration erhöht, messbar als Reduktion der striatalen D2-Rezeptorverfügbarkeit um 20 ± 12 %. Die Blockade verstärkt spontan freigesetztes Dopamin und erhöht die Signal-zu-Rausch-Ratio in Zielneuronen (Contreras et al., 2022; Ryst & Childress, 2023).

Genetische Varianten beeinflussen Enzymaktivität und Transporterfunktion erheblich: Polymorphismen in den Genen DBH, DRD4, NET1, SLC6A2, ADRA2A und ADRA2C modulieren die dopaminerge Signalkaskade und können die individuelle Pharmakoantwort auf Methylphenidat und Atomoxetin verändern (Kessi et al., 2022; Misiewicz & Iwanicka, 2024; Gizer et al., 2009; Kanarik et al., 2022). Metabolomische Analysen von Blut- und Urinproben bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS bieten einen ergänzenden Zugang zur Charakterisierung des Dopaminstoffwechsels und ermöglichen die Identifikation potenzieller biologischer Biomarker (Predescu et al., 2024; Wilens et al., 2015).

Ein neuerer Regulationsmechanismus betrifft das Protein THRSP: Seine Überexpression verändert das Zusammenspiel von Gen- und Proteinfaktoren, dopaminergen Neurotransmittersystemen und neuronalen Schaltkreisen so, dass ADHS-ähnliche Verhaltensweisen begünstigt werden (Custodio et al., 2025; Custodio et al., 2023). Die genaue Wirkrichtung von THRSP auf Dopaminsynthese und -abbau ist noch nicht vollständig geklärt (Custodio et al., 2025; Custodio et al., 2024). Die vorliegenden Quellen betonen die systemische Natur dopaminerger Dysregulation bei ADHS, also das Zusammenspiel von Biosynthese, Reuptake und rezeptorseitiger Signalverarbeitung, ohne dass einzelne Abbauschritte isoliert quantifiziert wurden (MacDonald et al., 2024; Altable et al., 2024; Oades, 2008; Qiu et al., 2010; Custodio et al., 2023).

Verteilung im Gehirn und neuronale Pfade

Dopaminerge Neurone entstammen primär drei Ursprungsregionen im Mittelhirn und Diencephalon: der Ventral Tegmental Area (VTA), der Substantia nigra sowie dem Nucleus arcuatus des Hypothalamus (Ayano, 2016). Darüber hinaus finden sich dopaminerge Zellpopulationen im Bulbus olfactorius, im periaquäduktalen Grau und in der Retina; damit weisen Dopamin-Neurone unter den Monoaminergika die weiteste anatomische Verteilung auf (Ayano, 2016).

Von diesen Ursprungsregionen aus projizieren die Neurone entlang vier klassischer Bahnen. Das mesolimbische System verbindet die VTA mit dem Nucleus accumbens (NAc) als funktioneller Kernstruktur und gilt als zentraler Schaltkreis der Belohnungsverarbeitung (Dichter et al., 2012). Das mesokortikale System verlängert diese VTA-Projektion in Richtung präfrontaler Kortex (PFC), der Motivation, Arbeitsgedächtnis und exekutive Kontrolle reguliert (Inagaki et al., 2024; Vucetic et al., 2010; Riahi et al., 2010). Die nigrostriatale Bahn verbindet Substantia nigra und dorsales Striatum und ist vor allem in motorische Steuerung und Handlungsplanung eingebunden (Elliott et al., 2022). Arnsten (2006) beschreibt die resultierende PFC-Striatum-Kleinhirn-Achse als anatomischen Rahmen, innerhalb dessen Dopamin und Norepinephrin gemeinsam kortikale Kontrollfunktionen modulieren.

Diese Bahnstruktur ist nicht statisch: Eine Studie an 402 gesunden Kindern und Jugendlichen (12 ± 3 Jahre) und 704 jungen Erwachsenen (23 ± 5 Jahre) belegte, dass die funktionelle Konnektivität der dopaminergen Pfade vom Kindesalter bis ins Erwachsenenalter signifikant reift, gemessen als alterskorrelierte Zunahme der VTA-Konnektivität (Tomasi & Volkow, 2012). Kinder mit ADHS zeigen dabei ein abweichendes Reifungsmuster gegenüber typisch entwickelten Gleichaltrigen (Tomasi & Volkow, 2012).

Die funktionelle Architektur dieser Pfade wird durch die Verteilung dopaminerger Schlüsselproteine mitgeprägt. Funktionelle Konnektivitätsmuster im frontostriatalen Netzwerk korrelieren positiv mit der Expression des Dopamintransporters (DAT) sowie der D1- und D2-Rezeptoren (Zaher et al., 2025). Dopamin entfaltet seine Wirkung im frontalen Kortex nicht nur direkt, sondern auch über GABAerge und noradrenerge Interneurone (Kessi et al., 2022). Immunzytochemische Analysen an Naples-high-excitability-Ratten zeigten hypertrophische Dopamin-Neurone spezifisch in der VTA mit erhöhter Tyrosin-Hydroxylase-Expression, was auf ein hyperfunktionierendes mesokortikolimbisches System hinweisen kann (Elliott et al., 2022). Bildgebungsstudien beim Menschen zeigen korrespondierend Anomalien der Basalganglien und des dorsalen Striatums (Cao et al., 2009), ergänzt durch Hinweise auf eine Hypofunktion des zerebralen dopaminergen Netzwerks insgesamt (Seo et al., 2024). Carrington (2025) fasst zusammen, dass frontostriatale Dysregulation, PFC-Amygdala-Diskonnektivität und Störungen des Default Mode Network als übergeordnete Schaltkreisebene alle auf denselben dopaminergen Kernpfaden aufbauen (MacDonald et al., 2024).

Rezeptoren und Signalwege

Das dopaminerge Rezeptorsystem umfasst fünf Subtypen (D1 bis D5), die sich hinsichtlich Verteilung, Signaltransduktion und ADHS-Relevanz erheblich unterscheiden (Ayano, 2016; MacDonald et al., 2024). D1-ähnliche Rezeptoren (D1, D5) und D2-ähnliche Rezeptoren (D2, D3, D4) bilden zwei funktionell antagonistische Superfamilien, deren differenzierte Aktivierung eine fein abgestimmte Modulation dopaminabhängiger Schaltkreise ermöglicht, insbesondere im Striatum und im präfrontalen Kortex (Ayano, 2016; MacDonald et al., 2024).

Für die ADHS-Pathophysiologie sind D1- und D2-Rezeptoren besonders gut untersucht. Bildgebungsstudien zeigen, dass funktionelle Konnektivitätsmuster im ADHS-Gehirn positiv mit der Expression von DAT, D1- und D2-Rezeptoren in dopaminerg innervierten Arealen korrelieren (Zaher et al., 2025). Die Rezeptordichte ist in mehreren Hirnregionen von ADHS-Patienten gegenüber Gesunden nachweislich reduziert (Kessi et al., 2022). Methylphenidat reduziert die D2-Rezeptorverfügbarkeit im Striatum um 20 ± 12 %, was die funktionelle Bedeutung dieses Subtyps für die Symptommodulation zeigt. Tierexperimentelle Arbeiten belegen zudem, dass D2-Rezeptoren die synaptische Pruning-Aktivität regulieren und damit die kortikale Reifung beeinflussen; dieser Mechanismus wird mit kortikaler Ausdünnung bei bestimmten ADHS-Subtypen assoziiert (Chhabildas et al., 2001). Tiermodelle mit D2-Subtyp-Dysregulation zeigen außerdem Hyperaktivität und amphetamintypische Verhaltensantworten (Fan et al., 2009).

Der D4-Rezeptor nimmt eine Sonderstellung ein: Er wird besonders dicht im präfrontalen Kortex exprimiert und ist über den fronto-striatalen-zerebellären Regelkreis an exekutiven Kontrollfunktionen beteiligt (Qian et al., 2018; Wankerl et al., 2014). Molekulargenetische Studien identifizieren einen VNTR-Polymorphismus im Exon 3 des DRD4-Gens sowie Varianten im DRD5-Gen als die konsistentesten Rezeptorgen-Assoziationen mit ADHS (Li et al., 2006; Gizer et al., 2009). Eine systematische Meta-Analyse bestätigt, dass DRD4 unter allen Dopaminrezeptorgenen die robusteste genetische Assoziation zeigt (Wu et al., 2012). Die Replikierbarkeit dieser Befunde ist dennoch eingeschränkt; unzureichende statistische Power und heterogene Studienpopulationen gelten als Hauptursachen (Li et al., 2006; Oades, 2008).

D2-Rezeptoren sind darüber hinaus in den mesolimbischen Belohnungsweg eingebettet: Dysfunktionen im Reward-Pathway erklären Symptome wie verminderte intrinsische Motivation und Anhedonie bei ADHS (Stockman, 2011). Perinatale Stressoren und ungünstige Umweltbedingungen können die Expression von D1- und D2-Rezeptoren sowie verwandter dopaminerger Gene wie COMT und DAT im Nucleus accumbens herunterregulieren (Kanarik et al., 2022; Custodio et al., 2025). Neuere Tiermodelle mit THRSP-Überexpression liefern ergänzende Evidenz dafür, dass Dysregulationen dopaminbezogener Genexpression und synaptischer Funktion ADHS-ähnliche Phänotypen erzeugen können (Custodio et al., 2025; Custodio et al., 2023). Die Datenlage zu D3- und D5-Rezeptoren bei ADHS bleibt begrenzt; ihre spezifische Rolle ist weitgehend ungeklärt (MacDonald et al., 2024).

ADHS-Relevanz

ADHS wird als genetisch übertragene neurologische Erkrankung beschrieben, die wahrscheinlich durch eine verminderte dopaminerge Gehirnfunktion vermittelt wird (Wender et al., 2001). Diese Hypothese hat sich konzeptuell behauptet, auch wenn ADHS als multifaktoriell bedingte Störung zu verstehen ist, bei der kein einzelner Risikofaktor notwendig oder hinreichend für die Krankheitsentstehung ist (Luo et al., 2019).

Der Zusammenhang zwischen dopaminerg regulierten kognitiven Funktionen und den Kernsymptomen der Störung ist empirisch gut belegt. Größere Defizite in Aufmerksamkeit und Inhibitionskontrolle sagen schwerere ADHS-Symptome vorher, unabhängig von allgemeinem intellektuellem Funktionsniveau und Alter (Albert et al., 2022). Da Aufmerksamkeitssteuerung und Impulskontrolle zu den primär dopaminerg modulierten Funktionen des präfrontalen Kortex zählen (Courvoisie et al., 2004; Natalie et al., 2010; Chhabildas et al., 2001), legt das eine direkte neurobiologische Verbindung zwischen dopaminerger Dysregulation und dem klinischen Erscheinungsbild nahe. Im Alltag bedeutet das: Schwierigkeiten beim Aufrechterhalten von Aufmerksamkeit oder beim Bremsen impulsiver Reaktionen lassen sich nicht allein auf mangelnde Motivation zurückführen, sondern spiegeln nachweislich veränderte Schaltkreisfunktionen wider.

Validierte neurobiologische Marker, die ADHS objektiv messbar machen würden, fehlen bislang (Drechsler et al., 2020); die Diagnose stützt sich weiterhin ausschließlich auf klinische Kriterien (Leffa et al., 2022; da Silva et al., 2023). Das spiegelt die erhebliche pathophysiologische Heterogenität der Störung wider: Ähnliche Symptomprofile können bei unterschiedlichen neurobiologischen Konstellationen entstehen (Natalie et al., 2010; da Silva et al., 2023). Diese Heterogenität erschwert es, einen einheitlichen dopaminergen Befund zu isolieren, der auf alle Betroffenen zutrifft (Luo et al., 2019; Faraone Stephen et al., 2021).

Die genetische Komponente der Störung betont die Relevanz dopaminerger Genvarianten (Wender et al., 2001; Gizer et al., 2009; Manor et al., 2001; Won et al., 2011), wenngleich die vorliegenden Quellen keine spezifischen Effektgrößen für einzelne Kandidatengene liefern. Post-mortem- oder PET/SPECT-Bildgebungsdaten mit konkreten Messwerten zur dopaminergen Dysfunktion sind auf Basis der vorliegenden Quellensammlung nicht quantifizierbar. Trotz erheblicher Fortschritte im Verständnis der Pathophysiologie (Leffa et al., 2022; Posner et al., 2020; Cortese et al., 2025) bleibt der genaue Mechanismus der dopaminergen Dysregulation bei ADHS Gegenstand aktiver Forschung (Shuangli et al., 2024; Hinshaw, 2003).

Alltagsfaktoren, Sucht und Lebensstil

Die dopaminerge Dysregulation bei ADHS zeigt sich nicht nur in klinischen Kernsymptomen, sondern beeinflusst Alltagsverhalten und die Vulnerabilität für Suchtentwicklungen. Adoleszente mit ADHS zeigen signifikant häufiger riskante Verhaltensweisen, darunter Rauchen, Alkoholkonsum, Extremsportarten, gefährliches Fahren und ungeschützten Sexualkontakt (Hoza et al., 2004); Erwachsene weisen hohe Raten an Delinquenz und Substanzgebrauchsstörungen auf (Hinshaw, 2003).

Ein gut dokumentierter Lebensstilfaktor ist die Körpergewichtsentwicklung: Bei adipösen erwachsenen Frauen liegt die Prävalenz von ADHS-Symptomen bei rund 28 %, während mehr als 40 % der Frauen mit kindlicher ADHS im Erwachsenenalter Adipositas entwickeln, deutlich mehr als in neurotypischen Kontrollgruppen (Schredl et al., 2006). Diese Komorbiditäten werden durch das Zusammenspiel von dopaminerger Dysfunktion und zirkadianer Fehlanpassung moduliert: ADHS wird zunehmend als Erkrankung mit gleichzeitiger Dopamindysfunktion und biologischer Uhrstörung verstanden, deren kombinierter Einfluss auf Stimmungsstörungen, Substanzabhängigkeit und Adipositas bislang unzureichend erforscht ist (Glavan et al., 2026).

Frühkindlicher Stress (Early Life Stress) ist ein weiterer neurobiologisch relevanter Faktor: Er verändert Dopaminrezeptorexpression und -aktivität im Nucleus accumbens und präfrontalen Kortex, denselben Strukturen, die impulsives Handeln und impulsive Entscheidungsfindung regulieren. Unerkannte ADHS kann ihrerseits Stress, Depression und Angststörungen begünstigen und so die Krankheitslast erhöhen (Spencer et al., 2004; Levin et al., 2005).

Im Bereich digitaler Süchte zeigt eine systematische Übersicht aus 14 Studien, dass ADHS-Symptome, insbesondere Unaufmerksamkeit und hyperaktive Impulsivität, signifikant mit Inzidenz und Schweregrad der Internet-Gaming-Disorder assoziiert sind (Weibel et al., 2020). Elektronische Spiele aktivieren dieselben Belohnungsschaltkreise, deren dopaminerge Dysregulation als neurobiologisches Kernmerkmal von ADHS gilt (Salerno et al., 2022). Eine Studie mit Medizinstudierenden fand, dass Sluggish-Cognitive-Tempo-Symptome stärker als ADHS-Kernsymptome mit Internetsucht assoziiert waren (Gül & Gül, 2023). Bei ADHS-Betroffenen ist Internetpornografie ein Weg zur Stimmungsmodulation und Stressbewältigung im Sinne einer Selbstmedikation (Privara & Bob, 2023; Kafka & Hennen, 2002).

Pharmakologische Lebensstilfaktoren verdienen eigene Beachtung: Stimulanzien verursachen in kontrollierten Studien erheblichen Gewichtsverlust (OR 21,64; 95 %-KrI 11,92–42,28) sowie Schlafstörungen (OR 6,02; 95 %-KrI 2,81–14,45) (Ferrán et al., 2017). ADHS-Komorbiditäten stehen dabei im Wechselspiel mit dopaminbezogenen Genvarianten wie DAT1 und DRD4 (Kanarik et al., 2022), weshalb eine multimodale Behandlung aus Pharmakotherapie und Psychotherapie als Standard bei ADHS mit komorbiden Substanzstörungen empfohlen wird.

Therapeutische Implikationen

Die pharmakologische Therapie der ADHS zielt primär auf die Korrektur dopaminerger und noradrenerger Signaldefizite ab. Methylphenidat (MPH), das Erstlinien-Stimulans, blockiert den Dopamintransporter (DAT) und erhöht dadurch die extrazelluläre Dopaminkonzentration im Striatum, messbar als Reduktion der D2-Rezeptorverfügbarkeit um 20 ± 12 %. Dieser Mechanismus wirkt über die Verstärkung der Signal-zu-Rausch-Ratio in dopaminerg modulierten Schaltkreisen der präfrontalen Kortex-Striatum-Achse und erklärt, warum MPH bei etwa 70 % der Patienten klinisch bedeutsame Symptomreduktionen erzielt (Kessi et al., 2022). Wirksame pharmakologische Behandlung reduziert nicht nur Kernsymptome, sondern auch deren funktionelle Konsequenzen im Alltag (Kosheleff et al., 2023). Die dopaminerge Erhöhung durch MPH korreliert überdies mit dem Langzeit-Therapieansprechen nach zwölf Monaten klinischer Behandlung (Volkow et al., 2012). Dextroamphetamin ist pharmakologisch vergleichbar wirksam; Pemolin gilt wegen Hepatotoxizitätsrisiken als Reservemedikament. In erwachsenen ADHS-Populationen zeigen beide Substanzklassen bei therapeutischen Dosen robuste Wirksamkeit, konsistent mit pädiatrischen Befunden (Spencer et al., 2004). Bei Kindern mit kombiniertem ADHS-Subtyp bewirkt MPH (0,3 mg/kg) stärkere Effekte auf impulsive Verhaltensweisen als beim unaufmerksamen Subtyp, was auf subtyp-spezifische dopaminerge Mechanismen hinweist. Erhebliche Heterogenität im Therapieansprechen motiviert die Suche nach Biomarkern für eine individualisierte Pharmakotherapie (Wilens et al., 2015).

Jenseits klassischer Stimulanzien richtet sich aktuelle Forschung auf Triple-Reuptake-Inhibitoren, die Noradrenalin-, Dopamin- und Serotonintransporter gleichzeitig hemmen (Ryst & Childress, 2023). Centanafadin (CTN) ist der klinisch am weitesten entwickelte Vertreter: In einer Phase-3-Studie reduzierte die Hochdosis-Variante den ADHS-RS-5-Gesamtscore um -16,3 Punkte (vs. -10,8 unter Placebo; p < 0,001), mit messbaren Effekten bereits ab Woche 1. Eine 52-wöchige offene Verlaufsstudie mit 653 Erwachsenen bestätigte Langzeitwirksamkeit (AISRS -20,4 Punkte) bei akzeptablem Sicherheitsprofil. Phase-2a-Daten für Männer zwischen 18 und 55 Jahren dokumentieren ebenfalls signifikante Verbesserungen der ADHS-RS-IV-Gesamtscores (Zhang & McDonough, 2024). Das geringe Missbrauchspotenzial von CTN (Adler et al., 2022) könnte bei suchtgefährdeten Patienten gegenüber Stimulanzien vorteilhaft sein.

Für Patienten ohne ausreichendes Ansprechen auf Monotherapie belegt eine kontrollierte Studie, dass die Kombination aus Methylphenidat und Atomoxetin eine wirksame und verträgliche Option ist (Park et al., 2024). Ein substanzieller Anteil Betroffener bleibt dennoch unterversorgt: Nicht alle tolerieren verfügbare Präparate oder erreichen befriedigende Symptomkontrolle (Ryst & Childress, 2023; Deang et al., 2019). Pharmakologische Interventionen sollten daher durch psychosoziale und psychologische Maßnahmen ergänzt werden, auch wenn deren eigenständige Evidenzbasis im direkten Vergleich zur Medikation bislang schwächer ausfällt (Posner et al., 2020; Fullen et al., 2020). Der dopaminerge Belohnungspfad gilt als Ansatzpunkt für die Weiterentwicklung klinischer Therapiestrategien (Stockman, 2011).

Quellen

  1. Adler, L. A., Adams, J., Madera-McDonough, J., Kohegyi, E., Hobart, M., Chang, D., Angelicola, M., McQuade, R., & Liebowitz, M. (2022). Efficacy, Safety, and Tolerability of Centanafadine Sustained-Release Tablets in Adults With Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder: Results of 2 Phase 3, Randomized, Double-blind, Multicenter, Placebo-Controlled Trials. Journal of clinical psychopharmacology, 42(5), 429-439. https://doi.org/10.1097/JCP.0000000000001575
  2. Albert, J., Sánchez‐Carmona, A. J., López‐Martín, S., Calleja-Pérez, B., Fernández‐Mayoralas, D. M., Domingo‐Salvany, A., Fernández-Perrone, A. L., & Fernández‐Jaén, A. (2022). [Neuropsychological deficit, symptom intensity and functional impairment in attention deficit hyperactivity disorder].
  3. Altable, M., Díaz-Moreno, E., & Akram, M. (2024). Neurobiology of Attention Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD): A brief review. World Journal of Advanced Research and Reviews. https://doi.org/10.30574/wjarr.2024.21.2.0576
  4. Amiri, S., Farhang, S., Ghoreishizadeh, M. A., Malek, A., & Mohammadzadeh, S. (2012). Double-blind controlled trial of venlafaxine for treatment of adults with attention deficit/hyperactivity disorder. Human psychopharmacology, 27(1), 76-81. https://doi.org/10.1002/hup.1274
  5. Arnsten, A. F. (2006). Fundamentals of Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder: Circuits and Pathways. The Primary Care Companion To The Journal of Clinical Psychiatry.
  6. Ayano, G. (2016). Dopamine: Receptors, Functions, Synthesis, Pathways, Locations and Mental Disorders: Review of Literatures. Journal of Mental Disorders and Treatment. https://doi.org/10.4172/2471-271x.1000120
  7. Beery Susan, H., Quay Herbert, C., & Pelham William, E. (2017). Differential Response to Methylphenidate in Inattentive and Combined Subtype ADHD. Journal of attention disorders, 21(1), 62-70. https://doi.org/10.1177/1087054712469256
  8. Cao, X., Cao, Q., Long, X., Sun, L., Sui, M., Zhu, C., Zuo, X., Zang, Y., & Wang, Y. (2009). Abnormal resting-state functional connectivity patterns of the putamen in medication-naïve children with attention deficit hyperactivity disorder. Brain Research. https://doi.org/10.1016/j.brainres.2009.08.029
  9. Carrington, R. (2025). The Neurodevelopmental Architecture of ADHD: Executive Function, Emotional Dysregulation, and Circuit-Level Mechanisms. Journal of Innovations in Medical Research. https://doi.org/10.63593/jimr.2788-7022.2025.12.003
  10. Chhabildas, N., Pennington, B. F., & Willcutt, E. G. (2001). A comparison of the neuropsychological profiles of the DSM-IV subtypes of ADHD. Journal of abnormal child psychology, 29(6), 529-40. https://doi.org/10.1023/a:1012281226028
  11. Contreras, D., Piña, R., Carvallo, C., Godoy, F., Ugarte, G., Zeise, M., Rozas, C., & Morales, B. (2022). Methylphenidate Restores Behavioral and Neuroplasticity Impairments in the Prenatal Nicotine Exposure Mouse Model of ADHD: Evidence for Involvement of AMPA Receptor Subunit Composition and Synaptic Spine Morphology in the Hippocampus. International Journal of Molecular Sciences, 23(13). https://doi.org/10.3390/ijms23137099
  12. Cortese, S., Bellgrove, M. A., Brikell, I., Franke, B., Goodman, D. W., Hartman, C. A., Larsson, H., Levin, F. R., Ostinelli, E. G., Parlatini, V., Ramos‐Quiroga, J. A., Sibley, M. H., Tomlinson, A., Wilens, T. E., Wong, I. C. K., Hovén, N., Didier, J. M., Correll, C. U., Rohde, L. A., & Faraone, S. V. (2025). Attention‐deficit/hyperactivity disorder (ADHD) in adults: evidence base, uncertainties and controversies. World Psychiatry, 24(3), 347-371. https://doi.org/10.1002/wps.21374
  13. Courvoisie, H. E., Hooper, S. R., Fine, C., Kwock, L., & Castillo, M. (2004). Neurometabolic Functioning and Neuropsychological Correlates in Children With ADHD-H: Preliminary Findings. Journal of Neuropsychiatry. https://doi.org/10.1176/jnp.16.1.63
  14. Custodio, R. J. P., Kim, M., Chung, Y., Kim, B., Kim, H. J., & Cheong, J. H. (2023). Thrsp Gene and the ADHD Predominantly Inattentive Presentation. ACS chemical neuroscience, 14(4), 573-589. https://doi.org/10.1021/acschemneuro.2c00710
  15. Custodio, R. J. P., Hengstler, J. G., Cheong, J. H., Kim, H. J., Wascher, E., & Getzmann, S. (2023). Adult ADHD: it is old and new at the same time – what is it?. https://doi.org/10.1515/revneuro-2023-0071
  16. Custodio, R. J. P., Hengstler, J. G., Cheong, J. H., Kim, H. J., Wascher, E., & Getzmann, S. (2024). Adult ADHD: it is old and new at the same time - what is it?. Reviews in the neurosciences, 35(2), 225-241. https://doi.org/10.1515/revneuro-2023-0071
  17. Custodio, R. J. P., Sayson, L., Cho, A., Jung, H., Ortiz, D. M., Lee, H. J., Alyan, E., Wascher, E., Getzmann, S., Kim, M., Kim, K., Yi, E. C., Kim, H., & Cheong, J. H. (2025). Unraveling Predominantly Inattentive ADHD (ADHD-PI): Insights from Proteomic Analysis of the Striatum of Thyroid Hormone-Responsive Protein (THRSP)–Overexpressing Mice. Molecular Neurobiology, 62(10), 13225-13249. https://doi.org/10.1007/s12035-025-05031-z
  18. da Silva, B. S., Grevet, E. H., Silva, L. C. F., Ramos, J. K. N., Rovaris, D. L., & Bau, C. H. D. (2023). An overview on neurobiology and therapeutics of attention-deficit/hyperactivity disorder. Discover Mental Health, 3(1), 2. https://doi.org/10.1007/s44192-022-00030-1
  19. Deang, K. T., Sidi, H., Zakaria, H., Adam, R. L., Das, S., Hatta, N. H., Hatta, M. H., & Wee, K. W. (2019). The Novelty of Bupropion As a Dopaminergic Antidepressant for the Treatment of Adult Attention Deficit Hyperactive Disorder. Current drug targets, 20(2), 210-219. https://doi.org/10.2174/1389450118666170511145628
  20. Dichter, G. S., Damiano, C. A., & Allen, J. (2012). Reward circuitry dysfunction in psychiatric and neurodevelopmental disorders and genetic syndromes: animal models and clinical findings. Journal of Neurodevelopmental Disorders, 4(1), 19. https://doi.org/10.1186/1866-1955-4-19
  21. Drechsler, R., Brem, S., Brandeis, D., Grünblatt, E., Berger, G., & Walitza, S. (2020). ADHD: Current Concepts and Treatments in Children and Adolescents. Neuropediatrics, 51(5), 315-335. https://doi.org/10.1055/s-0040-1701658
  22. Elliott, B. L., D’Ardenne, K., Mukherjee, P., Schweitzer, J. B., & McClure, S. M. (2022). Limbic and Executive Meso- and Nigrostriatal Tracts Predict Impulsivity Differences in Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder. Biological psychiatry. Cognitive neuroscience and neuroimaging, 7(4), 415-423. https://doi.org/10.1016/j.bpsc.2021.05.002
  23. Fan, X., Xu, M., & Hess, E. J. (2009). D2 dopamine receptor subtype-mediated hyperactivity and amphetamine responses in a model of ADHD. https://doi.org/10.1016/j.nbd.2009.10.009
  24. Faraone Stephen, V., Tobias, B., David, C., Yi, Z., Joseph, B., Bellgrove Mark, A., Newcorn Jeffrey, H., Martin, G., Al Saud Nouf, M., Iris, M., Augusto, R. L., Li, Y., Samuele, C., Doron, A., Stein Mark, A., Albatti Turki, H., Aljoudi Haya, F., Alqahtani Mohammed M, J., Philip, A., … Yufeng, W. (2021). The World Federation of ADHD International Consensus Statement: 208 Evidence-based conclusions about the disorder. Neuroscience and biobehavioral reviews, 128, 789-818. https://doi.org/10.1016/j.neubiorev.2021.01.022
  25. Ferrán, C., Brian, H., Amparo, N., Page Matthew, J., Manuel, R., Diego, M. S., Catalá Miguel, A., Rafael, T., & David, M. (2017). The pharmacological and non-pharmacological treatment of attention deficit hyperactivity disorder in children and adolescents: A systematic review with network meta-analyses of randomised trials. PloS one, 12(7), e0180355. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0180355
  26. Fullen, T., Jones, S. L., Emerson, L., & Adamou, M. (2020). Psychological Treatments in Adult ADHD: A Systematic Review. https://doi.org/10.1007/s10862-020-09794-8
  27. Gizer, I., Ficks, C. A., & Waldman, I. (2009). Candidate gene studies of ADHD: a meta-analytic review. Human Genetics, 126(1), 51-90. https://doi.org/10.1007/s00439-009-0694-x
  28. Glavan, D., Udristoiu, I., Hermann, D. M., Filfan, M., Doeppner, T. R., Gheorman, V., & Popa-Wagner, A. (2026). Chronobiological disruption in ADHD: Developmental mechanisms linking sleep, behavior, and comorbid conditions. Progress in neuro-psychopharmacology & biological psychiatry, 147, 111700. https://doi.org/10.1016/j.pnpbp.2026.111700
  29. Gül, A. & Gül, H. (2023). Sluggish cognitive tempo (Cognitive Disengagement Syndrome) symptoms are more associated with a higher risk of internet addiction and internet gaming disorder than ADHD symptoms: A study with medical students and resident doctors. Research in Developmental Disabilities. https://doi.org/10.1016/j.ridd.2023.104557
  30. Hinshaw, S. P. (2003). Impulsivity, Emotion Regulation, and Developmental Psychopathology: Specificity Versus Generality of Linkages. Annals of the New York Academy of Sciences. https://doi.org/10.1196/annals.1301.016
  31. Hoza, B., Gerdes, A. C., Hinshaw, S. P., Arnold, L. E., Pelham, W. E., Molina, B. S. G., Abikoff, H., Epstein, J. N., Greenhill, L. L., Hechtman, L., Odbert, C., Swanson, J. M., & Wigal, T. (2004). Self-Perceptions of Competence in Children With ADHD and Comparison Children. Journal of Consulting and Clinical Psychology. https://doi.org/10.1037/0022-006x.72.3.382
  32. Inagaki, R., Kita, S., Niwa, N., Fukunaga, K., Iwamoto, T., & Moriguchi, S. (2024). Aberrant extracellular dopamine clearance in the prefrontal cortex exhibits ADHD‐like behavior in NCX3 heterozygous mice. The Febs Journal, 292(2), 426-444. https://doi.org/10.1111/febs.17339
  33. Kafka, M. P. & Hennen, J. (2002). A DSM-IV Axis I Comorbidity Study of Males (n = 120) With Paraphilias and Paraphilia-Related Disorders. Sexual Abuse. https://doi.org/10.1177/107906320201400405
  34. Kanarik, M., Grimm, O., Mota, N. R., Reif, A., & Harro, J. (2022). ADHD co-morbidities: A review of implication of gene × environment effects with dopamine-related genes. https://doi.org/10.1016/j.neubiorev.2022.104757
  35. Kang, J., Park, M., Oh, C., & Kim, T. (2023). High-fat diet-induced dopaminergic dysregulation induces REM sleep fragmentation and ADHD-like behaviors. Psychiatry research, 327, 115412. https://doi.org/10.1016/j.psychres.2023.115412
  36. Kessi, M., Duan, H., Xiong, J., Chen, B., He, F., Yang, L., Ma, Y., Bamgbade, O. A., Peng, J., & Yin, F. (2022). Attention-deficit/hyperactive disorder updates. Frontiers in Molecular Neuroscience, 15, 925049. https://doi.org/10.3389/fnmol.2022.925049
  37. Kosheleff, A. R., Mason, O., Jain, R. K., Koch, J., & Rubin, J. (2023). Functional Impairments Associated With ADHD in Adulthood and the Impact of Pharmacological Treatment. https://doi.org/10.1177/10870547231158572
  38. Leffa, D. T., Caye, A., & Rohde, L. A. (2022). ADHD in Children and Adults: Diagnosis and Prognosis. Current topics in behavioral neurosciences, 57, 1-18. https://doi.org/10.1007/7854_2022_329
  39. Levin, F. R., Evans, S. M., Brooks, D. J., Kalbag, A., Garawi, F., & Nunes, E. V. (2005). Treatment of methadone-maintained patients with adult ADHD: Double-blind comparison of methylphenidate, bupropion and placebo. Drug and Alcohol Dependence. https://doi.org/10.1016/j.drugalcdep.2005.06.012
  40. Li, D., Sham, P. C., Owen, M. J., & He, L. (2006). Meta-analysis shows significant association between dopamine system genes and attention deficit hyperactivity disorder (ADHD). Human molecular genetics, 15(14), 2276-84. https://doi.org/10.1093/hmg/ddl152
  41. Luo, Y., Weibman, D., Halperin, J., & Li, X. (2019). A Review of Heterogeneity in Attention Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD). Frontiers in Human Neuroscience. https://doi.org/10.3389/fnhum.2019.00042
  42. MacDonald, H. J., Kleppe, R., Szigetvari, P. D., & Haavik, J. (2024). The dopamine hypothesis for ADHD: An evaluation of evidence accumulated from human studies and animal models. Frontiers in Psychiatry, 15, 1492126. https://doi.org/10.3389/fpsyt.2024.1492126
  43. Manor, I., Eisenberg, J., Tyano, S., Sever, Y., Cohen, H., Ebstein, R. P., & Kotler, M. (2001). Family-based association study of the serotonin transporter promoter region polymorphism (5-HTTLPR) in attention deficit hyperactivity disorder. American Journal of Medical Genetics. https://doi.org/10.1002/1096-8628(20010108)105:1<91::aid-ajmg1069>3.0.co;2-v
  44. Misiewicz, P. & Iwanicka, J. (2024). Genetic and environmental background of attention deficit hyperactivity disorder (ADHD). Pomeranian Journal of Life Sciences. https://doi.org/10.21164/pomjlifesci.975
  45. Natalie, G., Michael, P., & Ridha, J. (2010). Is the inattentive subtype of ADHD different from the combined/hyperactive subtype?. Journal of attention disorders, 13(6), 649-57. https://doi.org/10.1177/1087054709347200
  46. Oades, R. D. (2008). Dopamine-serotonin interactions in attention-deficit hyperactivity disorder (ADHD). Progress in brain research, 172, 543-65. https://doi.org/10.1016/S0079-6123(08)00926-6
  47. Park, H. N., Kong, N., Kim, H., Kim, Y., Jung, S., & Lee, H. (2024). Effectiveness and Tolerability of Combination Pharmacotherapy With Stimulant and Non-Stimulant in Children With Attention Deficit Hyperactivity Disorder. https://doi.org/10.5765/jkacap.230048
  48. Parlatini, V., Bellato, A., Murphy, D., & Cortese, S. (2024). From neurons to brain networks, pharmacodynamics of stimulant medication for ADHD. Neuroscience and biobehavioral reviews, 164, 105841. https://doi.org/10.1016/j.neubiorev.2024.105841
  49. Patrick, K. S. & Markowitz, J. S. (1997). Pharmacology of methylphenidate, amphetamine enantiomers and pemoline in attention-deficit hyperactivity disorder. Human Psychopharmacology Clinical and Experimental. https://doi.org/10.1002/(sici)1099-1077(199711/12)12:6<527::aid-hup932>3.0.co;2-u
  50. Posner, J., Polanczyk, G., & Sonuga-Barke, E. (2020). Attention-deficit hyperactivity disorder. The Lancet. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(19)33004-1
  51. Predescu, E., Văidean, T., Răpciuc, A., & Șipoș, R. (2024). Metabolomic Markers in Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD) among Children and Adolescents—A Systematic Review. International Journal of Molecular Sciences. https://doi.org/10.3390/ijms25084385
  52. Privara, M. & Bob, P. (2023). Sexual development in ADHD and internet pornography consumption. Frontiers in psychiatry, 14, 1240222. https://doi.org/10.3389/fpsyt.2023.1240222
  53. Qian, A., Wang, X., Liu, H., Tao, J., Zhou, J., Ye, Q., Li, J., Yang, C., Cheng, J., Zhao, K., & Wang, M. (2018). Dopamine D4 Receptor Gene Associated with the Frontal-Striatal-Cerebellar Loop in Children with ADHD: A Resting-State fMRI Study. https://doi.org/10.1007/s12264-018-0217-7
  54. Qiu, M., Ye, Z., Li, Q., Liu, G., Xie, B., & Wang, J. (2010). Changes of Brain Structure and Function in ADHD Children. Brain Topography, 24(3-4), 243-52. https://doi.org/10.1007/s10548-010-0168-4
  55. Riahi, F., Tehrani‐Doost, M., Shahrivar, Z., & Alaghband-rad, J. (2010). Efficacy of reboxetine in adults with attention‐deficit/hyperactivity disorder: A randomized, placebo‐controlled clinical trial. Human Psychopharmacology: Clinical and Experimental. https://doi.org/10.1002/hup.1158
  56. Ryst, E. & Childress, A. (2023). An updated safety review of the current drugs for managing ADHD in children. https://doi.org/10.1080/14740338.2023.2271392
  57. Salerno, L., Becheri, L., & Pallanti, S. (2022). ADHD-Gaming Disorder Comorbidity in Children and Adolescents: A Narrative Review. Children (Basel, Switzerland), 9(10). https://doi.org/10.3390/children9101528
  58. Sanchez, E. O. & Bangasser, D. A. (2022). The effects of early life stress on impulsivity. Neuroscience and biobehavioral reviews, 137, 104638. https://doi.org/10.1016/j.neubiorev.2022.104638
  59. Schredl, M., Alm, B., & Sobanski, E. (2006). Sleep quality in adult patients with attention deficit hyperactivity disorder (ADHD). European Archives of Psychiatry and Clinical Neuroscience. https://doi.org/10.1007/s00406-006-0703-1
  60. Seo, S., Parr-Brownlie, L. C., Wicky, H. E., Bilkey, D. K., Hughes, S. M., & Oorschot, D. E. (2024). A Risk Factor for Attention Deficit Hyperactivity Disorder Induces Marked Long-Term Anatomical Changes at GABAergic-Dopaminergic Synapses in the Rat Ventral Tegmental Area. International journal of molecular sciences, 25(23). https://doi.org/10.3390/ijms252312970
  61. Shuangli, C., Beihui, X., Ronghui, Z., Andan, Q., Jiejie, T., Chuang, Y., Xiaoqi, H., & Meihao, W. (2024). Abnormal stability of dynamic functional architecture in drug-naïve children with attention-deficit/hyperactivity disorder. BMC psychiatry, 24(1), 851. https://doi.org/10.1186/s12888-024-06310-0
  62. Spencer, T., Biederman, J., & Wilens, T. (2004). Stimulant treatment of adult attention-deficit/hyperactivity disorder. The Psychiatric clinics of North America, 27(2), 361-72. https://doi.org/10.1016/j.psc.2003.12.002
  63. Stockman, J. (2011). Evaluating Dopamine Reward Pathway in ADHD: Clinical Implications. https://doi.org/10.1016/s0084-3954(09)79647-2
  64. Tomasi, D. & Volkow, N. D. (2012). Functional Connectivity of Substantia Nigra and Ventral Tegmental Area: Maturation During Adolescence and Effects of ADHD. Cerebral Cortex. https://doi.org/10.1093/cercor/bhs382
  65. Türkoğlu, Ö. F., Skubiak, T., & McDonough, J. E. (2024). 52-Week Open-Label Safety and Tolerability Trial of Centanafadine Sustained Release in Adults With Attention Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD). CNS Spectrums. https://doi.org/10.1017/s1092852924001755
  66. Viggiano, D. & Sadile, A. (2000). Hypertrophic A10 dopamine neurones in a rat model of attention-deficit hyperactivity disorder (ADHD). Neuroreport. https://doi.org/10.1097/00001756-200011270-00018
  67. Volkow, N. D., Wang, G., Fowler, J. S., Logan, J., Gerasimov, M. R., Maynard, L., Ding, Y., Gatley, S. J., Gifford, A. J., & Franceschi, D. (2001). Therapeutic Doses of Oral Methylphenidate Significantly Increase Extracellular Dopamine in the Human Brain. Journal of Neuroscience, 21(2), RC121. https://doi.org/10.1523/jneurosci.21-02-j0001.2001
  68. Volkow, N. D., Wang, G., Tomasi, D., Kollins, S. H., Wigal, T., Newcorn, J. H., Telang, F., Fowler, J. S., Logan, J., Wong, C., & Swanson, J. M. (2012). Methylphenidate-Elicited Dopamine Increases in Ventral Striatum Are Associated with Long-Term Symptom Improvement in Adults with Attention Deficit Hyperactivity Disorder. Journal of Neuroscience. https://doi.org/10.1523/jneurosci.4461-11.2012
  69. Vucetic, Z., Totoki, K., Schoch, H., Whitaker, K. W., Hill‐Smith, T. E., Lucki, I., & Reyes, T. M. (2010). Early life protein restriction alters dopamine circuitry. Neuroscience. https://doi.org/10.1016/j.neuroscience.2010.04.010
  70. Wankerl, B., Hauser, J., Makulska-Gertruda, E., Reißmann, A., Sontag, T. A., Tucha, O., & Lange, K. W. (2014). [Neurobiology of attention deficit hyperactivity disorder]. Fortschritte der Neurologie-Psychiatrie, 82(1), 9-29. https://doi.org/10.1055/s-0033-1355710
  71. Ward, C., Wilens, T., Jin, N., Turkoglu, O., Skubiak, T., & Childress, A. (2025). Efficacy and Safety of Centanafadine for ADHD Treatment in Children: A Randomized Clinical Trial. Pediatrics Open Science. https://doi.org/10.1542/pedsos.2024-000349
  72. Weibel, S., Menard, O., Ionita, A., Boumendjel, M., Cabelguen, C., Kraemer, C., J-A, M., Bioulac, S., Perroud, N., Sauvaget, A., Carton, L., Gachet, M., & Lopez, R. (2020). Practical considerations for the evaluation and management of Attention Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD) in adults. L’Encephale, 46(1), 30-40. https://doi.org/10.1016/j.encep.2019.06.005
  73. Wender, P. H., Wolf, L. E., & Wasserstein, J. (2001). Adults with ADHD. Annals of the New York Academy of Sciences. https://doi.org/10.1111/j.1749-6632.2001.tb05770.x
  74. Wender, P. H., Wolf, L. E., & Wasserstein, J. (2001). Adults with ADHD. An overview. PubMed. PMID: 11462736
  75. Wilens, T. E., Robertson, B., Sikirica, V., Harper, L., Young, J., Bloomfield, R., Lyne, A. G., Rynkowski, G., & Cutler, A. J. (2015). A Randomized, Placebo-Controlled Trial of Guanfacine Extended Release in Adolescents With Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder. Journal of the American Academy of Child & Adolescent Psychiatry. https://doi.org/10.1016/j.jaac.2015.08.016
  76. Won, H., Mah, W., Kim, E., Kim, J., Hahm, E., Kim, M., Cho, S., Kim, J., Jang, H., Cho, S., Kim, B., Shin, M., Seo, J., Jeong, J., Choi, S., Kim, D., Kang, C., & Kim, E. (2011). GIT1 is associated with ADHD in humans and ADHD-like behaviors in mice. Nature Medicine. https://doi.org/10.1038/nm.2330
  77. Wu, J., Xiao, H., Sun, H., Zou, L., & Zhu, L. (2012). Role of Dopamine Receptors in ADHD: A Systematic Meta-analysis. https://doi.org/10.1007/s12035-012-8278-5
  78. Zaher, A., Leonards, J., Reif, A., & Grimm, O. (2025). Functional connectivity of the nucleus accumbens predicts clinical course in medication adherent and non-adherent adult ADHD. Scientific Reports, 15(1), 19663. https://doi.org/10.1038/s41598-025-96780-3
  79. Zhang, Z. & McDonough, J. (2024). Centanafadine Sustained Release in the Treatment of Adult Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder: Secondary Outcomes From a Phase 2a Study. CNS Spectrums. https://doi.org/10.1017/s1092852924002037