Paper-Index

Alle 1131 analysierten Primärstudien. Jedes Paper wurde einzeln ausgewertet und auf Deutsch zusammengefasst.

1131 Paper · 2026 – 1984
Beobachtungsstudie ADHS 2026 procrastination

Academic self-efficacy and study engagement in university students with and without attention deficit hyperactivity disorder.

Andreassen, Marita; Berg, Liam James; Larsen, Mikkel Møller; Vee, Tove Sandvoll et al. · Research in developmental disabilities

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Die Studie vergleicht akademische Selbstwirksamkeit und Lernengagement zwischen 99 Studierenden mit ADHS und 182 ohne ADHS. Studierende mit ADHS berichten über signifikant niedrigere Selbstwirksamkeit, geringeres Lernengagement, stärkere Prokrastination und schlechtere soziale Beziehungen. Akademische Selbstwirksamkeit wird als Schlüsselfaktor für die Reduktion von Prokrastination und Verbesserung sozialer Integration identifiziert.

  • · Studierende mit ADHS berichten über signifikant niedrigere akademische Selbstwirksamkeit (d = −0,45) und Lernengagement (d = −0,42) im Vergleich zu Studierenden ohne ADHS.
  • · Studierende mit ADHS zeigen deutlich mehr Prokrastination (d = 1,32), niedrigeres Selbstwertgefühl (d = −0,36) und schlechtere Beziehungen zu Peers (d = −0,65) und Lehrpersonal (d = −0,49).
  • · Höhere akademische Selbstwirksamkeit ist über beide Gruppen hinweg mit weniger Prokrastination (β = −0,24), höherem Selbstwertgefühl (β = 0,32) und besseren Beziehungen zum Lehrpersonal (β = 0,37) assoziiert.
  • · Die Assoziation zwischen Selbstwirksamkeit und Selbstwertgefühl ist bei Studierenden mit ADHS stärker ausgeprägt als bei jenen ohne ADHS.
  • · Bei Studierenden ohne ADHS berichten Frauen über signifikant höheres Lernengagement als Männer, während sich bei Studierenden mit ADHS keine Geschlechtsunterschiede zeigen.
Beobachtungsstudie verwandt 2026 basal ganglia amygdala hippocampus

Acute cerebral blood flow and its connectivity in patients with anti-LGI1 autoimmune encephalitis: an arterial spin labeling study

Jiang, Ping; Wang, L F; Sun, Dingfeng; Miao, Ailiang et al. · Brain Imaging and Behavior

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Studie zu zerebralem Blutfluss (ASL) bei 27 Anti-LGI1-Enzephalitis-Patienten und 81 Kontrollen. Erhöhter CBF in subkortikalen Regionen und gestörte CBF-Konnektivität in kortiko-limbischen Netzwerken. Kein ADHS-Bezug.

  • · Anti-LGI1-Autoimmunenzephalitis zeigt erhöhten zerebralen Blutfluss in bilateralem Putamen, Amygdala, Hippocampus und Parahippocampus.
  • · Weitreichende Disruption der CBF-Konnektivität in kortiko-subkortikalen Netzwerken bei Anti-LGI1-AE.
  • · Insula und rechter Hippocampus zeigen verminderte Konnektivität mit temporalen und cingulären Regionen.
Systematic Review ADHS 2026 emotional dysregulation

ADHD and Moral Development in Childhood and Adolescence: A Systematic Review of Attachment, Temperament, and Socio-Emotional Mechanisms.

Ilaria, Notaristefano; Federica, Gigliotti; Benedetta, Altomonte; Ilaria, Graziani et al. · Children (Basel, Switzerland)

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Systematisches Review (PRISMA 2020) zur moralischen Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS. 23 Studien eingeschlossen. ADHS ist mit vielfältigen Vulnerabilitäten in Moralentwicklung, Empathie, Fairness und prosozialem Verhalten verbunden, vermittelt durch Emotionsdysregulation, Impulskontrolle und soziale Dysfunktion.

  • · ADHS ist mit multidimensionalen Vulnerabilitäten in der moralischen Entwicklung assoziiert, vermittelt durch kognitive, emotionale und relationale Pfade.
  • · Hyperaktivität-Impulsivität und defizitäre Inhibitionskontrolle sind stark mit aggressivem und antisozialem Verhalten assoziiert.
  • · Kinder mit ADHS zeigen ausgeprägte Präferenz für sofortige gegenüber verzögerten Belohnungen und veränderte Entscheidungsfindung in sozialen Kontexten.
  • · Unsichere Bindung, schwieriges Temperament und Emotionsdysregulation sind konsistente Risikofaktoren für beeinträchtigte moralische Entwicklung bei ADHS.
  • · 23 Studien aus 2104 Treffern erfüllten Einschlusskriterien; überwiegend moderate methodologische Qualität.
Andere ADHS 2026 hyperfocus

ADHD symptom manifestation in adulthood: moving beyond conceptualisations of inattention and hyperactivity/impulsivity.

Chua, Isabel Jia Jun; Salmon, Claire; Vinnicombe, Jess; Bowen, Johanna et al. · Irish journal of psychological medicine

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Die Studie zeigt durch qualitative Interviews mit 11 erwachsenen ADHS-Patienten, dass neun Symptom-Themen relevant sind, von denen sechs nicht in der DSM-5 enthalten sind. Die Ergebnisse deuten auf erhebliche Lücken zwischen klinischer Realität und diagnostischen Kriterien hin und unterstreichen die Notwendigkeit einer Neukonzeptualisierung von ADHS im Erwachsenenalter.

  • · Die DSM-5-Kriterien für ADHS wurden ursprünglich zur Beschreibung von Kindern entwickelt und erfassen nicht adäquat die adult-spezifischen Symptome wie Hyperfokus, Gedankenrasen, emotionale Labilität und Schlafstörungen.
  • · Neun Symptom-Themen wurden bei erwachsenen ADHS-Patienten identifiziert, von denen sechs in der DSM-5-Triade fehlende Bereiche abdecken: Desorganisation, Vergesslichkeit, reduzierte Aktivierung, emotionale Labilität, Schlafstörungen und Zeitwahrnehmungsstörungen.
  • · Emotionale Labilität, Schlafstörungen und Zeitwahrnehmungsschwierigkeiten sind in gängigen ADHS-Bewertungsskalen teilweise enthalten, fehlen aber in der DSM-5-Definition.
  • · Die Forschung zeigt Lücken in aktuellen diagnostischen Instrumenten für Erwachsene mit ADHS und unterstreicht die Notwendigkeit einer Überarbeitung der Symptomatologie jenseits der klassischen Triade Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität.
Beobachtungsstudie ADHS 2026 noradrenergic system locus coeruleus

An Investigation of Attentional Networks, the Locus Coeruleus - Norepinephrine System, and Autism and ADHD Traits.

Yesol, Kim; Schneider Darryl, W; Brandon, Keehn · Journal of attention disorders

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Studie an 77 neurotypischen Probanden untersucht LC-NE-System-Aktivität mittels Eye-Tracking (Pupillometrie) und EEG in Bezug auf Aufmerksamkeitsnetzwerk-Interdependenz und ADHS/Autismus-Traits. Phasische LC-NE-Aktivität erklärt partiell die Alerting-Cognitive Control-Kopplung.

  • · Phasische LC-NE-Aktivität (pupillare Dilationsreaktion) war positiv mit der Interdependenz von Alerting- und Cognitive-Control-Netzwerken assoziiert.
  • · Tonische LC-NE-Aktivität (Ruhe-Pupillendurchmesser) korrelierte mit ADHS-Traits in der untersuchten neurotypischen Stichprobe.
  • · Verhaltensbefunde und elektro physiologische Daten stützen die Netzwerkinterdependenz (Alerting-Cognitive Control) bei neurotypischen Probanden.
Review ADHS 2026 adhd emotion regulation attention

Attention Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD) in Ophthalmologists: Opportunities and Challenges.

Antonia, Peilober-Richardson; Rajesh, Nair; Rosemary, Tattersall; Lauren, Gledhill et al. · Ophthalmology and therapy

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Kommentar eines multidisziplinären Expertenpanels zu ADHS bei Ophthalmologen. Beschreibt sowohl positive (Hyperfokus, Kreativität) als auch negative Aspekte (Selbstregulation, Organisationsprobleme). Betont fehlende ADHS-spezifische ophthalmologische Literatur.

  • · ADHS-Traits können bei Ophthalmologen sowohl Stärken (Hyperfokus, visuo-räumliche Intelligenz, Kreativität) als auch Herausforderungen (Selbstregulation, Sensory Overload) darstellen.
  • · Der Royal College of Ophthalmologists und der GMC erkennen ADHS als geschütztes Merkmal an.
  • · Wenig spezifische Literatur existiert zu ADHS bei Ophthalmologen; Empfehlungen basieren auf Übertragung allgemeiner medizinischer Literatur.
Beobachtungsstudie ADHS 2026 basal ganglia

Biochemical abnormalities in basal ganglia and cognitive dysfunction in bipolar disorder comorbid with attention-deficit/hyperactivity disorder patients: A proton magnetic resonance spectroscopy study.

Li, Xueguo; Liu, Lili; He, Guangying; Zhao, Jingbo et al. · Journal of affective disorders

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Studie untersuchte mittels Protonen-Magnetresonanzspektroskopie (H-MRS) und kognitiver Testung (MCCB) neurometabolische Veränderungen in den Basalganglien bei 90 erwachsenen Teilnehmern (26 BD, 29 BD+ADHS, 35 Kontrollen). BD+ADHS-Patienten wiesen ausgeprägte kognitive Defizite und ein reduziertes Cho/Cr-Verhältnis im rechten Lentiformkern auf. Die Ergebnisse deuten auf eine komorbidätsspezifische lateralisierte Dysfunktion des cholinergen Systems in der rechten Hemisphäre hin.

  • · Patienten mit BD+ADHS zeigten im Vergleich zu gesunden Kontrollprobanden signifikante kognitive Beeinträchtigungen in mehreren Domänen, gemessen mit der MATRICS Consensus Cognitive Battery (MCCB).
  • · In der BD+ADHS-Gruppe wurde eine signifikante Reduktion des Cholin/Kreatin-Verhältnisses (Cho/Cr) spezifisch im rechten Lentiformkern der Basalganglien festgestellt.
  • · Das Cho/Cr-Verhältnis im rechten Lentiformkern korrelierte positiv mit der visuellen Lernleistung in der BD+ADHS-Gruppe.
  • · Der ADHS-Schweregrad moderierte signifikant den Zusammenhang zwischen depressiven Symptomen und der visuellen Lernleistung sowie der kognitiven Gesamtleistung.
  • · Die Studie identifiziert eine lateralisierte metabolische Abnormalität in der rechten Hemisphäre der Basalganglien als mögliches neurales Substrat der kognitiven Beeinträchtigungen bei BD+ADHS-Komorbidität.
Beobachtungsstudie ADHS 2026 hypersexuality adhd

Child Sexual Abuse Material Users on the Darknet: Psychiatric Morbidities Related to Offence Behavior.

Lätth, Johanna; Joleby, Malin; McMahan, Allison; Luke, Timothy J et al. · Sexual abuse : a journal of research and treatment

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die Studie untersuchte die psychiatrische Morbidität von 160 anonymen CSAM-Nutzern, die über das Darknet rekrutiert wurden. Hypersexualität, ADHS, autistische Züge und Depression waren häufig, wobei Hypersexualität signifikant mit der CSAM-Betrachtungszeit korrelierte. Die Befunde deuten darauf hin, dass CSAM-Nutzer multiple sexuelle Pathologien und psychiatrische Begleiterkrankungen aufweisen.

  • · Bei 160 Darknet-rekrutierten CSAM-Nutzern waren Hypersexualität, ADHS, autistische Züge und Depression häufig berichtete psychiatrische Komorbiditäten.
  • · Hypersexualität korrelierte signifikant mit der CSAM-Betrachtungszeit (β = 0,295, p = 0,001).
  • · Zoophile Interessen waren mit der Schweregrad des angesehenen CSAM-Materials assoziiert (β = 0,195, p = 0,003).
  • · Sowohl zoophile als auch pädophile Interessen waren mit dem Alter der jüngsten Kinder in den angesehenen CSAM-Inhalten assoziiert (β = -0,218, p = 0,01 bzw. β = -0,273, p < 0,001).
  • · CSAM-Nutzer zeigten mehrere sexuelle Pathologien und zusätzliche psychische Gesundheitsprobleme, die teilweise mit ihrem CSAM-Nutzungsverhalten assoziiert waren.
Beobachtungsstudie ADHS 2026 adhd dopaminergic pathways noradrenergic system

Concomitant activation of D1 dopamine and α2A adrenergic receptors improves cognition compared with methylphenidate

Bransom, Luke; Bassett, Ava P.; Zhou, Mi; Mailman, Richard B. et al. · Research Square

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Tierexperimentelle Studie (Ratte) vergleicht Methylphenidat mit selektiven D1- und α2A-Agonisten (inkl. Guanfacin) für kognitive Verbesserung. Ko-Administration von D1- und α2A-Agonisten übertraf MPH. Effekte nur bei kognitiv schlechten Tieren.

  • · Kombinierte Gabe eines α2A-Agonisten (Guanfacin) und eines D1-Agonisten zeigte größere kognitive Verbesserung als Methylphenidat allein.
  • · Selektive Rezeptoragonisten verbesserten Kognition nur bei Ratten mit schlechter Baseline-Leistung, nicht bei gut funktionierenden Tieren.
  • · Cannabigerol (CBG) zeigte α2A-agonistische Eigenschaften und verbesserte in Kombination mit D1-Agonisten das Arbeitsgedächtnis bei basalschlechten Tieren.
  • · Synergistische Effekte aus α2A- und D1-Agonismus könnten eine überlegene Alternative zu nichtselektiven Stimulanzien bei ADHS darstellen.
Beobachtungsstudie verwandt 2026 amygdala noradrenergic system emotion regulation

D[His26]NPY, an agonist of NPY receptor 1, averts traumatic stress-induced behavioral deficits in male and female rats

Tanelian, Arax; Nankova, Bistra B.; Weiss, Moshe; Sabban, Esther L. · Psychopharmacology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Tierexperimentelle Studie zu intranasal verabreichtem NPY-Y1R-Agonisten bei Stress-induziertem PTSD-Modell (Ratte). Prophylaktische, nicht therapeutische Wirksamkeit; geschlechtsspezifische Unterschiede. Keine direkte ADHS-Relevanz.

  • · Intranasales D[His26]NPY (Y1R-Agonist) zeigte robust anxiolytische Effekte bei weiblichen Ratten bei niedrigeren Dosen als natives NPY.
  • · D[His26]NPY verhinderte bei männlichen Ratten SPS-induzierte Angst- und soziale Interaktionsdefizite, wenn vor oder zum Zeitpunkt des Traumas gegeben.
  • · D[His26]NPY konnte etablierte PTSD-ähnliche Verhaltensstörungen 2 Wochen nach SPS nicht mehr rückgängig machen.
Beobachtungsstudie verwandt 2026 hippocampus amygdala reward

Effects of Cannabinoid Agonist WIN 55-212-2 on Latent Inhibition

Peterson, Ashley · Digital Commons - USU (Utah State University)

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Tierstudie (2026) zu Effekten des Cannabinoid-Agonisten WIN 55-212-2 auf latente Inhibition (LI). Das Endocannabinoid-System moduliert LI-bezogene Aufmerksamkeitsprozesse über Hippocampus und Amygdala. Hauptfokus auf Schizophrenie, aber mit Relevanz für Aufmerksamkeitsprozesse.

  • · Cannabinoid-Agonist WIN 55-212-2 beeinflusst latente Inhibition (LI) – ein Lernprozess, bei dem Vertrautheit mit einem Stimulus die spätere Konditionierung verlangsamt; das Endocannabinoid-System moduliert LI über Hippocampus und Amygdala.
  • · LI-Störungen treten bei Schizophrenie und möglicherweise anderen psychischen Erkrankungen auf; das ECS-vermittelte LI-Modell könnte für ADHS-relevante Aufmerksamkeitsprozesse bedeutsam sein.
Beobachtungsstudie verwandt 2026 amygdala

Elevated pre-supplementary motor area activity during reward expectancy: An impulsivity-related neural marker of vulnerability to bipolar and externalizing disorders

Raeder, Robert; Arora, Manan; Bertocci, Michele A.; Chase, Henry W. et al. · Molecular Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

fMRI-Studie zu neuronalen Korrelaten von Impulsivität während Belohnungserwartung. Pre-SMA-Hyperaktivität als robuster Marker für BAS Fun Seeking-Impulsivität; assoziiert mit bipolarer Störung und Externalisierungsstörungen. Relevanz für Frührisikokennzeichnung.

  • · BAS Fun Seeking korrelierte positiv mit pre-SMA-Aktivität während Belohnungserwartung (pFWE=0,003), repliziert in zwei unabhängigen Stichproben.
  • · Pre-SMA-Hyperaktivität ist ein robuster neuronaler Marker für Impulsivität, der mit Vulnerabilität für Bipolare Störung und Externalisierungsstörungen assoziiert ist.
  • · Depression moderiert den pre-SMA-Impulsivitätszusammenhang: depressive Symptome dämpfen die Assoziation.
Review verwandt 2026 anterior cingulate cortex serotonin insula

Emotion-cognition dysregulation in major depression: Multidimensional biases, neural circuit imbalance, and translational opportunities

Gu, Yi; Wang, Yi-Xu; Xia, Wenran; Wang, Jun · World Journal of Psychiatry

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Übersichtsarbeit (2026) zu Emotions-Kognitions-Dysregulation bei Major Depression: negative kognitive Biases, limbisch-präfrontale Imbalance, DMN-Hyperconnectivity. Beschreibt mechanistische Faktoren (Monoamine, HPA-Achse, Neuroinflammation) und therapeutische Ansätze (CBT, SSRI, Neuromodulation).

  • · Major Depression zeigt eine limbisch-präfrontale Dysbalance: Amygdala/Insula-Hyperreaktivität bei verminderter top-down Kontrolle durch dorsolateralen/ventromedialen PFC und anterioren cingulären Kortex.
  • · Task-basierte und Ruhezustands-fMRI belegen Störungen des Default-Mode-Netzwerks (Hyperconnectivity) sowie geschwächte Kopplung zu Salienz- und frontoparietalem Kontrollnetzwerk bei Depression.
  • · Kognitive Verhaltenstherapie, SSRI/SNRI und nicht-invasive Neuromodulation (rTMS/tDCS) normalisieren partiell die beschriebenen Bias-Muster und Schaltkreisstörungen.
  • · Mechanistische Faktoren umfassen monoaminerges Ungleichgewicht, HPA-Achsen-Aktivierung, inflammatorische Signalgebung und exzitatorisch-inhibitorisches Ungleichgewicht.
RCT ADHS 2026 procrastination

Episodic Future Thinking Improves Everyday Prospective Memory Performance in Adults With a Previous Diagnosis of Attention Deficit Hyperactivity Disorder by Community Providers.

Altgassen, Mareike; Heinrich, Helena; Edel, Marc-Andreas · Journal of attention disorders

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Die Studie untersuchte die Wirksamkeit von episodischem zukünftigem Denken zur Verbesserung der prospektiven Gedächtnisleistung bei Erwachsenen mit ADHS in alltäglichen Situationen. Erwachsene mit ADHS zeigten insgesamt reduzierte Intentionsausführung; episodisches zukünftiges Denken verbesserte die Realisierung von Intentionen in beiden Gruppen, doch dieser Effekt war abhängig von der verbalen Fähigkeit.

  • · Erwachsene mit ADHS zeigen reduzierte prospektive Gedächtnisleistung im Vergleich zu Kontrollpersonen; sie erinnern sich weniger häufig daran, geplante Handlungen in der Zukunft auszuführen.
  • · Episodisches zukünftiges Denken (mentale Simulation der geplanten Aktivität) erhöht die Realisierung von Intentionen bei ADHS-Patienten und Kontrollen im Vergleich zur Standard-Enkodierung.
  • · Der positive Effekt des episodischen zukünftigen Denkens auf die Intentionsausführung ist nicht mehr signifikant, wenn verbale Fähigkeiten statistisch kontrolliert werden.
  • · Es zeigte sich kein signifikanter Interaktionseffekt zwischen Gruppe (ADHS vs. Kontrolle) und Enkodierungsbedingung.
Review verwandt 2026 hippocampus

Hippocampal Revolutions.

Rolls Edmund, T · Neuroscience and biobehavioral reviews

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review über aktuelle Fortschritte im Hippocampus-Verständnis, insbesondere Unterschiede zwischen Nagetier- und Primaten-Hippocampus. Betont Bedeutung von Spatial View Cells, episodischem vs. semantischem Gedächtnis und CA3-Attractor-Netzwerken.

  • · Primaten (einschl. Menschen) nutzen 'Spatial View Cells' statt Place Cells wie Nagetiere für räumliche Navigation und Gedächtnis.
  • · Hippocampus-CA3 ist entscheidend für episodisches Gedächtnis via Attractor-Netzwerke bei Primaten.
  • · Verbindungen vom Hippocampus zum anterioren Temporallappen ermöglichen den Aufbau semantischen Gedächtnisses.
Beobachtungsstudie verwandt 2026 default mode network working memory attention

Interoception predicts mental imagery vividness: exploring a key relationship

Nagai, Yoko; Arooj, Sofia; Futeran-Blake, Tamarin R; Manders, Ceryn et al. · Scientific Reports

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Studie (N=104) zu Interozeption und mentaler Vorstellungsbildung. Interozeptive Genauigkeit sagt sowohl Leistung bei mentaler Rotation als auch Vivacität mentaler Bilder voraus; kein Zusammenhang mit Arbeitsgedächtnis. Körperliche Repräsentation beeinflusst bewusstes Erleben.

  • · Interozeptive Genauigkeit (Herzschlag-Diskrimination) sagte mentale Rotationsfähigkeit voraus.
  • · Herzschlag-Tracking-Genauigkeit und selbstberichtete interozeptive Wahrnehmung sagten Vivacität mentaler Vorstellungsbilder voraus.
  • · Interozeption und Arbeitsgedächtnis (2-back) zeigten keine signifikante Assoziation – Spezifität für mentale Vorstellungsbildung.
Meta-Analyse ADHS 2026 working memory

Mapping the Mind: A Network Meta-Analysis of Mindfulness and Traditional and Digital Interventions for Cognitive and Behavioral Enhancement in Children With Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD).

Awaji, Hosam Hadi Hassan; Alharbi, Rawan A; Mokli, Manal B; Balawi, Ghadh M et al. · Cureus

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Netzwerk-Metaanalyse (16 Studien, N=806) vergleicht nicht-pharmakologische Interventionen bei pädiatrischem ADHS. Familien-MBT war am wirksamsten für Kernsymptome und Unaufmerksamkeit; BPT für Elternstress. Ergebnisse stützen Achtsamkeit als wertvolle Non-Pharmaka-Option.

  • · Familien-basierte Achtsamkeitstherapie (MBT) war die effektivste Intervention zur Reduktion von CBCL-Scores (MD=-5,49) und Unaufmerksamkeit (MD=-8,88) bei pädiatrischem ADHS.
  • · Verhaltens-Elterntraining (BPT) zeigte die höchste Wahrscheinlichkeit (65,9%), Elternstress zu reduzieren.
  • · Netzwerk-Metaanalyse (16 Studien, N=806): MBT, Neurofeedback, CBT, Arbeitsgedächtnistraining und BPT verglichen.
  • · SUCRA-Werte zeigen MBT-Interventionen als rangmäßig wirksamste Behandlungen für ADHS-Kernsymptome bei Kindern.
Beobachtungsstudie verwandt 2026 dopaminergic pathways prefrontal cortex glutamate

Medial prefrontal Cortex, dopamine and glutamate modulation in regulating Reward-Seeking and frustration responses.

Lima, Crysvane Araújo de Oliveira; Mendonça, Polliany da Silva; Crispin, Joelson Germano; Silva, Roger Luis da et al. · Neuroscience letters

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Tierstudie (Ratte) untersucht die Rolle von mPFC-D2- und NMDA-Rezeptoren bei Belohnungssuche und Frustrations-Antworten. D2-Blockade hemmt cue-induziertes Belohnungsverhalten; NMDA-Blockade und mPFC-Stille reduzieren Angst. Dopamin und Glutamat spielen distinkte, aber komplementäre Rollen.

  • · D2-Dopaminrezeptor- und NMDA-Rezeptoraktivität im mPFC sind essenziell für belohnungssuchendes Verhalten bei ausgebliebener erwarteter Belohnung.
  • · Nur D2-Blockade im mPFC beeinträchtigte cue-induziertes Belohnungsverhalten, nicht alleinige NMDA-Blockade.
  • · Sowohl NMDA-Blockade als auch mPFC-Stille reduzierten Angst, was auf eine Rolle glutamaterger Signalgebung bei emotionaler Reaktion auf unerfüllte Erwartungen hinweist.
  • · Dopamin und Glutamat wirken synergistisch im mPFC, um persistentes Belohnungsverhalten aufrechtzuerhalten.
Beobachtungsstudie ADHS 2026 lisdexamfetamine

Medication Adherence in Children and Adults Receiving Treatment for Attention Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD) in Sweden: A Nationwide Study

Giacobini, M.; Zhao, Jingcheng; Freilich, Jonatan; Brünner, Carolina et al. · Journal of Attention Disorders

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese retrospektive, registerbasierte Studie untersuchte die Medikamentenadhärenz bei Kindern und Erwachsenen mit ADHS in Schweden (2015–2020) anhand des nationalen Arzneimittelregisters. Insgesamt zeigte sich eine hohe Gesamtadhärenz von 78,2 %, wobei Erwachsene ab 25 Jahren deutlich besser adhärent waren als Jugendliche (12–17 Jahre). Methylphenidat und Lisdexamfetamin unterschieden sich nicht wesentlich in der Adherenz.

  • · Die Gesamtadhärenz bei ADHS-Medikation in Schweden war hoch: 78,2 % aller Behandlungsepisoden wiesen eine hohe Adherenz auf.
  • · Der Anteil der Patienten mit ≥80 % Medikamentenadhärenz war bei Erwachsenen ab 25 Jahren hoch (69,3–71,8 %), jedoch deutlich geringer bei Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren (49,7–52,4 %).
  • · Methylphenidat war das am häufigsten verschriebene Stimulans (64,0 % der Behandlungsepisoden), gefolgt von Lisdexamfetamin (32,2 %), Dexamfetamin (3,0 %) und Amphetamin (0,8 %).
  • · Die Adherenz war vergleichbar für Methylphenidat, Lisdexamfetamin und Dexamfetamin – es ergaben sich keine wesentlichen Unterschiede zwischen diesen Wirkstoffen.
  • · Im Zeitraum 2015–2020 wurden 158.413 Behandlungsepisoden bei 128.366 Patienten erfasst (Median: 1,23 Episoden pro Patient), was auf häufige Behandlungsunterbrechungen und -wechsel hindeutet.
Beobachtungsstudie ADHS 2026 nortriptyline

Methylphenidate and Psychotic Symptoms in Children and Adolescents: A Disproportionality Analysis on the WHO Safety Database (VigiBase)

Chrétien, Basile; Blouet, Camille; Alexandre, Joachim; Jardri, Renaud et al. · Journal of Child and Adolescent Psychopharmacology

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese retrospektive Pharmakovigilanz-Studie auf Basis der WHO-Datenbank VigiBase untersuchte die Assoziation zwischen Methylphenidat und psychotischen Symptomen bei Kindern und Jugendlichen (5–17 Jahre). Die Analyse zeigt eine signifikante Disproportionalität psychotischer Symptome und Halluzinationen unter Methylphenidat, besonders bei jüngeren Kindern, wobei die meisten Symptome nach Absetzen oder Dosisreduktion abklingen.

  • · Von 1.992 Fällen mit psychotischen Symptomen waren 1.232 mit Methylphenidat assoziiert (51,7% als schwerwiegend klassifiziert); signifikante Disproportionalität für die Gesamtgruppe (aROR = 1,27) und die Kindergruppe 5–11 Jahre (aROR = 1,35).
  • · Bei Halluzinationen zeigten sich 809 von 1.250 Fällen mit Methylphenidat assoziiert (59,2% schwerwiegend); signifikante Disproportionalität für alle Altersgruppen (aROR = 1,35) und besonders für Kinder (aROR = 1,43).
  • · Die häufigste Art von Halluzinationen war visuell (43,2% aller Halluzinationsfälle).
  • · Methylphenidat-Absetzen oder Dosisreduktion führte zu einer signifikant höheren Rate der Symptomrückbildung (88,6% der Fälle) im Vergleich zu Fällen ohne diese Maßnahmen (12,0%; p < 0,001).
  • · Die psychotischen Symptome und Halluzinationen, die mit Methylphenidat-Exposition assoziiert sind, treten typischerweise reversibel auf und lösen sich mit Medikamentenabsetzen oder Dosisreduktion auf.
RCT ADHS 2026 time blindness

Misty Forest VR: Turning Real ADHD Attention Patterns into Shared Momentum for Youth Collaboration

Meng, Yibo; Liu, Bing; Chen, Ruiqi; Guan, Yan · ArXiv

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Das Paper präsentiert Misty Forest, ein VR-Kooperationsspiel, das ADHS-typische Verhaltensmuster wie Zeitblindheit und fluktuierende Aufmerksamkeit in interdependente Spielrollen übersetzt. In einer kontrollierten Studie mit gemischten ADHS-/nicht-ADHS-Dyaden verbesserte sich Aufgabenabschluss, Selbstakzeptanz und gegenseitiges Verständnis. Der Ansatz demonstriert, dass neurodiversitäts-zentriertes interaktives Design inklusive Zusammenarbeit und gegenseitige Verständigung fördern kann.

  • · Eine VR-basierte asymmetrische Kooperationsspiel-Intervention (Misty Forest) wandelt empirisch fundierte ADHS-Verhaltensmuster wie fluktuierende Aufmerksamkeit und Zeitblindheit in komplementäre Rollen um, die gegenseitige Koordination erfordern.
  • · Die Intervention führte zu höherer Aufgabenabschlussrate in ADHS-und-nicht-ADHS-Dyaden sowie erhöhter Selbstakzeptanz bei ADHS-Teilnehmern.
  • · Non-ADHD-Spieler zeigten nach der Intervention verbesserte ADHS-Kenntnisse und höhere Empathie.
  • · Das Design-Ansatz betrachtet kognitive Unterschiede als Quelle gegenseitiger Abhängigkeit statt als zu kompensierende Defizite.
  • · ADHS wird in vielen kulturellen Kontexten, besonders in China, stigmatisiert und moralisiert, statt als neurodevelopmentale Unterschied verstanden zu werden.
RCT ADHS 2026 executive function

Probiotic Supplementation and Executive Function in Children With Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder.

Parhiz, Abdolrahman; Samani, Pegah; Kamali, Majid; Shekari, Yeganeh et al. · Neuropsychopharmacology reports

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Eine doppelblinde randomisierte kontrollierte Studie untersuchte die Wirkung probiotischer Supplementation (Lactobacillus Acidophilus, Bifidobacterium Lactis und Bifidobacterium Longum) auf die Executive Function von 84 ADHS-Kindern über 2 Monate. Die probiotische Gruppe zeigte signifikante Verbesserungen der Executive-Function-Scores im Vergleich zur Placebogruppe (p < 0,001). Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Probiotika eine vielversprechende nicht-pharmakologische Zusatztherapie für ADHS darstellen könnten.

  • · Probiotische Supplementation mit Lactobacillus Acidophilus, Bifidobacterium Lactis und Bifidobacterium Longum führte über 2 Monate zu signifikanten Verbesserungen der Executive Function bei Kindern mit ADHS (F = 7,93, p < 0,001).
  • · Die Kontroll- und Interventionsgruppe zeigten keine signifikanten Unterschiede in den baseline Executive-Function-Scores (191,45 ± 20,725 vs. 190,55 ± 23,520, p = 0,214).
  • · Nach Adjustierung für Confoundervariablen (Alter, BMI, IQ) verbesserte sich die Interventionsgruppe von Baseline auf 151,50 ± 16,784 Punkte, während die Placebogruppe bei 190,68 ± 23,479 Punkten stagnierte.
  • · Probiotika könnten als nicht-pharmakologische Zusatztherapie zur Verbesserung der Executive Function bei ADHS-Kindern nutzbringend sein.
  • · Die Studie war ein dreifach verblindeter, randomisierter, kontrollierter Trial mit 84 ADHS-Kindern über einen Behandlungszeitraum von 2 Monaten.
Systematic Review verwandt 2026 prefrontal cortex anterior cingulate cortex amygdala

Psilocybin effects on brain functional connectivity: a systematic review of fMRI studies

Farré-Colomés, Àlvar; Rublinetska, Olga; Soto-Angona, Óscar · Discover Mental Health

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Systematisches Review zu Psilocybin-Effekten auf funktionelle Konnektivität (fMRI, 20 Datensätze). Schwerpunkt auf Amygdala, ACC und PFC. Methodologische Inkonsistenz; Psilocybin als innovativer Ansatz bei Depression. Kein direkter ADHS-Bezug.

  • · Psilocybin-Studien konzentrieren sich auf Amygdala, anterioren cingulären Kortex (ACC) und PFC als Schlüsselregionen.
  • · 20 einzigartige Datensätze identifiziert; 5 davon mit depressiven Probanden. Hohe Dropout-Raten, wenige Follow-up-Scans.
  • · Inkonsistenz in Methoden und Studiendesigns erschwerung der Synthese von Psilocybin-fMRI-Befunden.
Beobachtungsstudie verwandt 2026 emotion regulation other

The acid-sensing ion channel 1a modulates anxiety- and depression-related behaviors via its influencing on the activity of corticotropin-releasing hormone-expressing neurons in the hypothalamic paraventricular nucleus in male mice

Yue, Jiayin; Zhang, Qilun; Wang, Mengyuan; Yao, Xuelin et al. · Translational Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Tierexperimentelle Studie (Maus) zu ASIC1a als neuer Regulator der HPA-Achse. ASIC1a in PVN-CRH-Neuronen beeinflusst Stressantwort und Angst-/Depressionssymptome via Ca2+-Signalweg. Möglicher therapeutischer Angriffspunkt für stressbedingte Erkrankungen.

  • · ASIC1a wird gemeinsam mit CRH in PVN-Neuronen exprimiert und reguliert HPA-Achsen-Aktivität.
  • · Herunterregulation von ASIC1a in PVN-CRH-Neuronen reduzierte HPA-Aktivität und linderte Angst- und Depressionssymptome.
  • · ASIC1a-Aktivierung erhöhte intrazelluläre Ca2+-Konzentration und förderte CRH-Expression via Ca2+/CaMKII/c-Fos-Signalweg.
RCT ADHS 2026 mindfulness adhd

The effects of mindfulness and cognitive strategy interventions on core symptoms in children with ADHD: A randomized controlled trial.

Wang, Xueke; Chen, Li; Feng, Tingyong · Journal of affective disorders

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese randomisierte kontrollierte Studie untersuchte die Wirksamkeit zweier kombinierter Interventionen aus Achtsamkeit und kognitiver Strategie bei 70 Kindern mit ADHS (6-12 Jahre) über 12 Wochen. Beide Interventionsgruppen zeigten signifikante und nachhaltige Reduktionen der ADHS-Kernsymptome sowie verbesserte Inhibitionskontrolle und exekutive Funktionen. Die Achtsamkeitsbasierte Kognitionsintervention (M+CB) erzielte dabei etwas stärkere Effekte, insbesondere bei Hyperaktivität-Impulsivität.

  • · Sowohl die Achtsamkeitsbasierte Kognitionsintervention (M+CB) als auch die kognitionsbasierte Achtsamkeitsintervention (C+MB) reduzierten elternbewertete ADHS-Symptome signifikant im Vergleich zur Kontrollgruppe (M+CB: d=0.68, p<0.01; C+MB: d=0.55, p<0.01).
  • · Die Behandlungseffekte blieben sowohl bei 1-Monats- als auch bei 4-Monats-Nachbeobachtung stabil erhalten, was auf nachhaltige Wirksamkeit der kombinierten Interventionen hinweist.
  • · Kinder mit schwereren Ausgangssymptomen profitierten stärker von den Interventionen; zuverlässige Verbesserungen zeigten sich bei 63,6% (M+CB) und 52,2% (C+MB) vs. 8,0% in der Kontrollgruppe (p<0.01).
  • · Verbesserungen der kindgemessenen Inhibitionskontrolle sagten das Ausmaß der Symptomverbesserung vorher, was auf Hemmkontrolle als Wirkungsmechanismus hindeutet.
  • · Die M+CB-Gruppe zeigte stärkere Reduktionen bei elternbewerteter Hyperaktivität-Impulsivität und Exekutivfunktionsdefiziten sowie verbesserte kindgemessene exekutive Funktionen gegenüber der C+MB-Gruppe.
Andere ADHS 2026 adhd emotion regulation amygdala

The lived experience of rejection sensitivity in ADHD - A qualitative exploration.

Annabel, Rowney-Smith; Beth, Sutton; Lisa, Quadt; Eccles Jessica, A · PloS one

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Qualitative Studie mit 5 ADHS-Studierenden zu gelebten Erfahrungen mit Ablehnungssensitivität. Thematische Analyse identifiziert Rückzug, Maskierung und körperliche Empfindungen als Kernthemen. Ablehnungssensitivität hat weitreichende Auswirkungen auf Wohlbefinden und soziale Teilhabe.

  • · Ablehnungssensitivität bei ADHS manifestiert sich in drei Hauptthemen: Rückzug, Maskierung und körperlichen Empfindungen.
  • · ADHS-Betroffene berichten, dass die Erwartung von Ablehnung mehr Dysphorie erzeugt als die Ablehnung selbst, was zu präemptivem Rückzug führt.
  • · Maskierungsstrategien zur Verbergung von Ablehnungssensitivität führen zu Selbstentfremdung und sozialem Rückzug.
  • · Ablehnungssensitivität beeinträchtigt erheblich die psychische Gesundheit, berufliche Chancen und das tägliche Funktionieren.
Beobachtungsstudie ADHS 2026 procrastination

The mediation effect of general self-efficacy in relation to procrastination and sense of coherence among adults with attention deficit hyperactivity disorder.

Malinowska, Agnieszka; Rodzeń, Wojciech · PloS one

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die Studie untersucht die Mediationsrolle von allgemeiner Selbstwirksamkeit in der Beziehung zwischen Prokrastination und Kohärenzwahrnehmung bei 180 Erwachsenen mit ADHS. Die Ergebnisse zeigen, dass Selbstwirksamkeit partiell die negative Auswirkung von Prokrastination auf die Kohärenzwahrnehmung abschwächt. Die Studie unterstreicht die Bedeutung psychologischer Schutzfaktoren für die ADHS-Symptombewältigung und Lebensqualität.

  • · Prokrastination zeigt eine negative Beziehung zur Kohärenzwahrnehmung bei Erwachsenen mit ADHS.
  • · Prokrastination korreliert negativ mit allgemeiner Selbstwirksamkeit bei ADHS-Patienten.
  • · Selbstwirksamkeit zeigt eine positive Beziehung zur Kohärenzwahrnehmung.
  • · Selbstwirksamkeit vermittelt partiell die Beziehung zwischen Prokrastination und Kohärenzwahrnehmung (Mediationseffekt).
  • · Psychologische Faktoren wie Selbstwirksamkeit spielen eine kritische Rolle bei der Symptomkontrolle und Lebensqualitätsverbesserung bei ADHS.
Andere ADHS 2026 adhd inattentive

The relationship between symptoms of Anxiety, Depression, ADHD, and sluggish cognitive tempo with deficits in executive functioning in college students

Baumler, Taylor; Hanson, Sheila K.; Petros, Thomas V. · Current Psychology

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Beobachtungsstudie ADHS 2026 adhd hyperactive

Visuospatial attention and intelligence in children with ADHD-hyperactive type

Smirni, Daniela; Smirni, P.; Roccella, Michele · Exploration of Neuroprotective Therapy

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die Studie untersuchte die Beziehung zwischen visuospataler Aufmerksamkeit und verbaler sowie nonverbaler Intelligenz bei 65 Kindern mit ADHS-Hyperaktivem Typ (ADHD-H) und 73 Kontrollkindern (8–10 Jahre). Kinder mit ADHD-H zeigten signifikante Defizite bei der visuospatalen Aufmerksamkeit und nonverbalen fluiden Intelligenz, während verbale Abstraktionsfähigkeiten normal waren. Die Befunde deuten darauf hin, dass Aufmerksamkeitsdefizite eher als allgemeine intellektuelle Beeinträchtigung die beobachteten kognitiven Unterschiede erklären.

  • · Kinder mit ADHS-H zeigen signifikant schlechtere Leistungen beim Benton Visual Form Discrimination Test im Vergleich zu Kontrollkindern, mit verstärktem Leistungsabfall über Aufgabensätze hinweg und vermehrten peripheren Fehlern in späteren Versuchen.
  • · Bei Raven's Colored Progressive Matrices zeigen Kinder mit ADHS-H signifikant niedrigere Gesamtscores; Gruppenunterschiede finden sich in Gestalt- und Analogie-Subkomponenten, nicht aber bei Aufgaben zur Wahrnehmungsähnlichkeit.
  • · Verbale Abstraktionsfähigkeiten unterscheiden sich nicht signifikant zwischen Kindern mit ADHS-H und Kontrollkindern, was auf eine relative Schonung verbaler Fähigkeiten deutet.
  • · Aufmerksamkeitsdefizite bei ADHS-H scheinen eher als globale intellektuelle Beeinträchtigung die niedrigere nonverbale Reasoning-Leistung erklären.
  • · Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass visuospatiale Aufmerksamkeit und kognitive Kontrolle zentrale Ansatzpunkte für gezielte Interventionen bei ADHS-H darstellen sollten.
Beobachtungsstudie ADHS 2026 procrastination

What Are You Waiting For?! Roles of Motivation, Goal Orientation, and Emotion Regulation in Explaining the Link Between ADHD and Procrastination.

Netzer Turgeman, Ruth; Pollak, Yehuda · Journal of attention disorders

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die Studie untersucht die Beziehung zwischen ADHS-Symptomen und Prokrastination bei 640 Erwachsenen mittels preregistrierter Umfrage und Strukturgleichungsmodellierung. Es wurde gezeigt, dass ADHS-Unaufmerksamkeitssymptome durch Verzögerungssensitivität, wahrgenommenen Aufgabenwert und flexible Zielanpassung mit erhöhter Prokrastination verbunden sind. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, diese Mediationsfaktoren in ADHS-Interventionen zu berücksichtigen.

  • · ADHS-Aufmerksamkeitssymptome zeigen eine positive Assoziation mit Prokrastinationstendenz bei Erwachsenen.
  • · Verzögerungssensitivität, wahrgenommener niedriger Aufgabenwert und flexible Zielanpassung mediieren signifikant die Beziehung zwischen ADHS-Unaufmerksamkeit und Prokrastination.
  • · Von sieben untersuchten Mediationsfaktoren tragen nur drei direkt zu erhöhtem Prokrastinationsverhalten bei und erklären damit die ADHS-Prokrastinations-Verbindung.
  • · ADHS-Unaufmerksamkeitssymptome sind mit allen sieben gemessenen Variablen assoziiert, aber nicht alle haben eine direkte Auswirkung auf Prokrastinationsverhalten.
  • · Interventionsstrategien für Prokrastination bei ADHS sollten gezielt auf die identifizierten Mediationsfaktoren abzielen, um bessere funktionale Ergebnisse zu erzielen.
Andere ADHS 2025 amygdala

[Oral Ingestion of Umami during the Developmental Period Is Involved in Emotion Formation via the Vagus Nerve in Attention Deficit Hyperactivity Disorder Model Rats].

Hida, Hideki · Yakugaku zasshi : Journal of the Pharmaceutical Society of Japan

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die Studie untersuchte, wie orale MSG-Aufnahme während der Entwicklungsphase Aggression bei ADHS-Modellratten (SHR/Izm) beeinflusst. MSG reduzierte isolationsbedingte Aggression signifikant, vermittelt über den Vagusnerv mit Aktivierung des iNTS und Hemmung der zentralen Amygdala. PFC und lateraler Hypothalamus wurden nicht beeinflusst.

  • · Orale Aufnahme von Mononatriumglutamat (MSG, Umami) während der Entwicklungsphase reduzierte bei ADHS-Modellratten (SHR/Izm) signifikant Häufigkeit und Dauer von aggressivem Pflege- und Angriffsverhalten sowie verlängerte die Latenz bis zum ersten Angriff.
  • · MSG-Aufnahme erhöhte die c-Fos-Expression im intermediären Nucleus tractus solitarii (iNTS), dem Terminationsgebiet gastrointestinaler Vagusafferenzen (p=0,0094), was auf eine Aktivierung der Darm-Hirn-Achse hinweist.
  • · MSG-Aufnahme senkte die c-Fos-Expression in der zentralen Amygdala (CeA, p=0,0084), einem für Aggression relevanten Hirnareal, ohne die Expression im präfrontalen Kortex (PFC) oder lateralen Hypothalamus (LH) zu verändern.
  • · Die Ergebnisse legen nahe, dass der aggressionsmindernde Effekt von MSG über den Vagusnerv vermittelt wird: Aktivierung im iNTS hemmt nachgeschaltet die CeA-Aktivität.
  • · Die Studie verwendet SHR/Izm-Ratten als etabliertes Tiermodell für ADHS; Befunde zur Reduktion isolationsbedingter Aggression sind daher im Tiermodell belegt, eine Übertragbarkeit auf den Menschen ist nicht belegt.
Review ADHS 2025 emotional dysregulation sleep disorders adhd

[Sleep and neurodevelopment: a timely subject].

Christophe, Langelet; Schröder Carmen, M · Biologie aujourd'hui

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Übersichtsartikel über Zusammenhänge zwischen Schlaf und neurodevelopmentalen Störungen (ASD, ADHS). Schwerpunkt auf Schlafstörungstypen bei ADHS (Delayed Sleep Phase, RLS) sowie Melatoninmangel bei ASD. Schlafqualität beeinflusst kognitive Kernfunktionen bei beiden Störungsbildern.

  • · Bei ADHS sind Delayed Sleep Phase Syndrome und Restless-Legs-Syndrom die häufigsten beobachteten Schlafstörungen.
  • · Schlafstörungen betreffen 30–80% der Personen mit neurodevelopmentalen Störungen (NDD) einschließlich ADHS.
  • · Bei ASD wurde ein Melatoninmangel durch verminderte Syntheseenzym-Aktivität identifiziert, der zu Schlaf-Wach-Rhythmusstörungen führt.
  • · Schlaf spielt eine kritische Rolle bei Gedächtniskonsolidierung, emotionaler Regulation und Aufmerksamkeit – Funktionen die bei ADHS beeinträchtigt sind.
RCT ADHS 2025 centanafadine

52-Week Open-Label Safety and Tolerability Study of Centanafadine Sustained Release in Adults With Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder.

Mattingly, Gregory W; Turkoglu, Osman; Chang, Denise; Ward, Caroline et al. · Journal of clinical psychopharmacology

Zusammenfassung & 7 Kernbefunde

Diese 52-wöchige offene Phase-3-Studie untersuchte Sicherheit, Verträglichkeit und explorative Wirksamkeit von Centanafadin SR (400 mg/Tag) bei 662 Erwachsenen mit ADHS. CTN SR zeigte ein günstiges Sicherheitsprofil mit niedrigeren TEAE-Raten als bestehende Therapien, keinem Missbrauchspotenzial und einer klinisch relevanten Symptomreduktion von bis zu 57 % im AISRS-Score nach 52 Wochen.

  • · Centanafadin SR (CTN SR) 400 mg täglich war über 52 Wochen sicher und gut verträglich: 61,4 % der Teilnehmer berichteten mindestens ein behandlungsbedingtes unerwünschtes Ereignis (TEAE), was günstiger als bei zugelassenen ADHS-Medikamenten ist (dort 81–94 %).
  • · Die häufigsten TEAEs waren Schlaflosigkeit (8,0 %), Übelkeit (7,7 %) sowie Durchfall und Kopfschmerzen (je 7,0 %); 12,3 % der Teilnehmer brachen die Studie wegen TEAEs ab.
  • · Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten bei nur 1,8 % der Teilnehmer auf; keines wurde vom Untersucher als studienmittelbedingt eingestuft, und es gab keine Todesfälle.
  • · Die ADHS-Symptome verbesserten sich nach 52 Wochen deutlich: AISRS-Gesamtscores sanken um 49–57 % vom Ausgangswert, und der CGI-S-Score verbesserte sich um klinisch bedeutsame 1,5 Punkte.
  • · Es gab keinerlei Hinweise auf Missbrauchs- oder Abhängigkeitspotenzial: Keine Berichte über euphorische Stimmung, Halluzinationen, Dissoziation oder Craving; der Entzugsfragebogen (SMWQ) zeigte keine Entzugssignale.
Review ADHS 2025 parietal cortex

A brief review of MRI studies in patients with attention-deficit/hyperactivity disorder and future perspectives.

Mizuno, Yoshifumi; Yamashita, Masatoshi; Shou, Qiulu; Hamatani, Sayo et al. · Brain & development

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieser Review fasst MRT-Befunde zu ADHS zusammen und beleuchtet strukturelle, diffusionsgewichtete und funktionelle Bildgebungsstudien. Zentrale Befunde umfassen reduziertes Grauvolumen in frontal-striatalen und cerebellären Regionen, Weißmateabnormalitäten sowie veränderte Netzwerkkonnektivität im Ruhe- und Aufgabenzustand. Die Autoren betonen die Notwendigkeit harmonisierter Bildgebungsprotokolle und multimodaler Ansätze zur Verbesserung der klinischen Präzision.

  • · Strukturelle MRT-Studien zeigen reduziertes Grauvolumen in Regionen, die mit exekutiven Funktionen assoziiert sind, insbesondere im Frontalkortex, den Basalganglien und dem Kleinhirn bei ADHS-Patienten.
  • · DTI-Befunde zeigen Abnormalitäten der Weißmategrität, besonders in fronto-striatal-cerebellären Schaltkreisen sowie in Verbindungen zwischen Corpus callosum und Cingulum.
  • · Aufgabenbasierte fMRT-Studien belegen eine reduzierte Aktivierung von Hirnnetzen, die an kognitiver Kontrolle, Zeitverarbeitung und Belohnungsverarbeitung beteiligt sind, einschließlich fronto-striater und fronto-parietaler Netzwerke.
  • · Ruhezustand-fMRT zeigt veränderte Konnektivitätsmuster innerhalb und zwischen dem Default Mode Network, dem fronto-parietalen Netzwerk und dem Salienznetzwerk bei ADHS.
  • · Strukturelle MRT-Studien liefern Belege für eine verzögerte kortikale Reifung als Merkmal der ADHS-Neurobiologie.
Meta-Analyse ADHS 2025 centanafadine

A Matching-Adjusted Indirect Comparison (MAIC) of Centanafadine versus Methylphenidate Hydrochloride in Adults with Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD): Short-Term Safety and Efficacy Outcomes: Comparaison indirecte ajustée par appariement (MAIC) entre centanafadine et le chlorhydrate de méthylphénidate chez les adultes atteints d'un trouble déficitaire de l'attention avec ou sans hyperactivité (TDAH) : Résultats en matière d'innocuité et d'efficacité à court terme.

Schein, Jeff; Catillon, Maryaline; Xu, Chunyi; Qu, Alice et al. · Canadian journal of psychiatry. Revue canadienne de psychiatrie

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Diese Matching-Adjusted Indirect Comparison (MAIC) vergleicht die Kurzzeitsicherheit und Wirksamkeit von Centanafadine gegenüber Methylphenidat-HCl (Foquest) bei Erwachsenen mit ADHS anhand von Daten aus zwei Centanafadine-Studien und einer Methylphenidat-Studie. Centanafadine zeigte ein günstigeres Sicherheitsprofil mit deutlich niedrigerem Insomnie-Risiko bei vergleichbarer Wirksamkeit nach 4 Wochen. Die Ergebnisse unterstützen die Rolle personalisierter Behandlungsentscheidungen bei ADHS-Therapeutika mit unterschiedlichen Nebenwirkungsprofilen.

  • · Centanafadine zeigte im Vergleich zu Methylphenidat (Foquest) ein besseres Sicherheitsprofil mit signifikant niedrigerem Risiko für Insomnie (Risikodifferenz: -9,46 Prozentpunkte) und initiale Schlafstörungen (-4,68 Prozentpunkte).
  • · Die Wirksamkeit von Centanafadine war nach 4 Wochen vergleichbar mit Methylphenidat, gemessen an der mittleren Änderung des AISRS/ADHD-RS-5-Scores vom Ausgangswert ohne signifikanten Unterschied.
  • · Die indirekte Vergleichsstudie (MAIC) kombinierte Daten aus zwei Centanafadine-Studien mit veröffentlichten Aggregatdaten einer Methylphenidat-Studie und führte eine Propensity-Score-Regewichtung durch.
  • · Nach Matching zeigten sich keine signifikanten Unterschiede in den Baseline-Charakteristika zwischen den Studiengruppen, was die Validität des indirekten Vergleichs unterstützt.
Systematic Review verwandt 2025 amygdala prefrontal cortex emotion regulation

A systematic review of the etiology and neurobiology of intermittent explosive disorder.

John, Paliakkara; Stacy, Ellenberg; Andrew, Ursino; Smith Abigail, A et al. · Psychiatry research

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Systematisches Review zu IED-Ätiologie und Neurobiologie (2025). Parallelen zu ADHS in Amygdala-PFC-Dysbalance und exekutiven Dysfunktionen; ADHS-Komorbidität häufig.

  • · IED-Neurobiologie zeigt Amygdala-PFC-Dysbalance, serotonerge Dysregulation und exekutive Dysfunktionen ähnlich wie ADHS.
  • · IED ko-okkurriert häufig mit ADHS; differenzierte Diagnostik und Behandlung sind notwendig.
Andere ADHS 2025 dopaminergic pathways

Aberrant extracellular dopamine clearance in the prefrontal cortex exhibits ADHD-like behavior in NCX3 heterozygous mice.

Inagaki, Ryo; Kita, Satomi; Niwa, Nozomu; Fukunaga, Kohji et al. · The FEBS journal

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Präklinische Studie identifiziert aberrante Dopamin-Clearance im PFC als neuartigen ADHS-Mechanismus; NCALD als Kandidatengen für PFC-Dopamintransportstörung mit ADHS-ähnlichem Phänotyp.

  • · Aberrante extrazelluläre Dopamin-Clearance im PFC zeigt ADHS-ähnliche kognitive Defizite und Verhaltenshyperktivität.
  • · NCALD (Natrium-Kalzium-Austauscher) ist als ADHS-Kandidatengen für PFC-Dopamintransport identifiziert.
  • · Gestörte PFC-Dopaminclearance ist ein neuartiger Mechanismus für ADHS-Pathophysiologie über DAT/NET hinaus.
Beobachtungsstudie ADHS 2025 nucleus accumbens

Abnormal association between neural activity and genetic expressions of impulsivity in attention deficit hyperactivity disorder: an Adolescent Brain Cognitive Development study.

Jeon, Soohyun; Kang, Jae-Eon; Hwang, Jun-Oh; Calhoun, Vince D. et al. · Biological psychiatry. Cognitive neuroscience and neuroimaging

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Die Studie nutzte parallele unabhängige Komponentenanalyse (pICA) auf ABCD-Daten, um gekoppelte Muster aus fMRT-Aktivität und Genexpression bei Kindern mit ADHS (n=394) im Vergleich zu gesunden Kontrollen (n=1.000) zu identifizieren. Drei biologisch plausible Gen-Gehirn-Paare wurden gefunden, die signifikant mit Impulsivitätsmaßen aus dem Stop-Signal-Task assoziiert waren. Die multimodale Kombination aus Bildgebung und Genetik erhöhte die Vorhersagekraft für ADHS-bezogene Verhaltenshemmung deutlich gegenüber unimodalen Ansätzen.

  • · Mittels paralleler unabhängiger Komponentenanalyse (pICA) wurden drei gepaarte Komponenten aus neuronaler Aktivität und Genexpression identifiziert, die signifikant mit impulsivitätsbezogenen Verhaltensdaten bei ADHS-Kindern assoziiert sind.
  • · Die neuronale Aktivität war hauptsächlich im orbitalen/inferioren/mittleren frontalen Gyrus, Gyrus rectus, Precuneus, inferioren Temporalgyrus, inferioren Parietallappen und Kleinhirn lokalisiert – Regionen, die mit Impulskontrolle und exekutiver Funktion verknüpft sind.
  • · Signifikante Genkomponenten waren mit Immunglobulin-, Geschmacksrezeptor- und immunitätsbezogenen Termen assoziiert und überlappten mit bekannten ADHS-Risikogenen.
  • · Die extrahierten fMRT- und Gen-Komponenten korrelierten signifikant mit mittlerer Reaktionszeit und Stop-Signal-Reaktionszeit im Stop-Signal-Task (SST) sowie mit Verhaltenshemmung; die multimodale Kombination aus beiden steigerte die Vorhersagekraft erheblich.
  • · Die Stichprobe umfasste 394 Kinder mit ADHS (63% männlich) und 1.000 gesunde Kontrollen (47% männlich) aus der ABCD-Studie; die Ergebnisse wurden an einem separaten 20%-Replikationsdatensatz validiert.
Beobachtungsstudie ADHS 2025 amygdala

Abnormal functional connectivity associated with emotional dysregulation in children with attention-deficit/hyperactivity disorder

Li, Sixun; Luo, Tingting; Wang, Meiwen; Situ, Mingjing et al. · Frontiers in Psychiatry

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Ruhe-fMRT-Studie untersuchte funktionelle Konnektivitätsunterschiede bei 185 Kindern (ADHS+ED, ADHS ohne ED, gesunde Kontrollen). ADHS-Kinder mit emotionaler Dysregulation zeigten spezifische Veränderungen in der DLPFC-OFC-Konnektivität sowie in der Amygdala-okzipitalen Konnektivität. Die DLPFC-OFC-Konnektivität korrelierte negativ mit der ED-Symptomstärke, was auf eine präfrontal-limbische Dysfunktion als neurobiologisches Substrat der emotionalen Dysregulation bei ADHS hinweist.

  • · Kinder mit ADHS und emotionaler Dysregulation (ED) zeigen eine erhöhte funktionelle Konnektivität zwischen dem dorsolateralen präfrontalen Kortex (DLPFC) und dem orbitofrontalen mittleren Gyrus (OFC) sowie dem Precuneus im Vergleich zu ADHS-Kindern ohne ED und gesunden Kontrollpersonen.
  • · ADHS-Kinder mit ED weisen eine verminderte Konnektivität zwischen dem DLPFC und dem triangulären Teil des inferioren Frontallappens (IFG) sowie zwischen der Amygdala und dem linken mittleren okzipitalen Gyrus/superioren okzipitalen Gyrus/postzentralen Gyrus auf.
  • · Die DLPFC-OFC-Konnektivität korreliert negativ mit dem Schweregrad der emotionalen Dysregulation in der ADHS+ED-Gruppe (r = -0,32, p = 0,005): Je stärker die Konnektivität, desto geringer die ED-Symptomschwere.
  • · Zwischen den Amygdala-basierten Konnektivitätsmaßen und dem ED-Symptomschweregrad wurde keine signifikante Korrelation gefunden, was auf eine primär präfrontale Dysfunktion als Treiber der ED hindeutet.
  • · Die Studie umfasste 77 ADHS-Kinder mit ED, 53 ADHS-Kinder ohne ED und 55 altersgematchte Kontrollprobanden; alle unterzogen sich Ruhe-fMRT-Messungen und klinischen Assessments.
Review ADHS 2025 nucleus accumbens orexin

Addiction, Orexin Dysregulation, and Educational Therapy: A Neurobiological Framework for Intervention in Neurodevelopmental and Psychiatric Disorder Comorbidities

Tan, M.; Chia, K. · Neurology - Research &amp; Surgery

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Übersichtsarbeit zu hypothalamischem Orexin-System, Sucht und ADHS-Komorbidität. Orexin moduliert dopaminerge Reward-Wege; Dysfunktion erhöht Sucht-Vulnerabilität bei ADHS. Bildungstherapie (EdTx) als neurowissenschaftlich informierte Intervention vorgeschlagen.

  • · Hypothalamisches Orexin-System moduliert Dopaminwege, die bei Belohnung, Motivation und Zwangsverhalten beteiligt sind.
  • · Orexin-Dysfunktion trägt zur Sucht-Vulnerabilität bei Personen mit ADHS und emotionalen Störungen bei.
  • · Orexin interagiert mit HPA-Achse, PFC, Amygdala und NAcc und reguliert die Stress-Belohnungs-Exekutivfunktion-Schnittstelle.
Systematic Review ADHS 2025 academic performance

ADHD and Academic Performance in College Students: A Systematic Review.

Pagespetit, Èlia; Pagerols, Mireia; Barrés, Natalia; Prat, Raquel et al. · Journal of attention disorders

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese systematische Übersichtsarbeit analysierte 15 Studien (2018–2024) zum Zusammenhang zwischen ADHS und akademischer Leistung bei Studierenden. Die Ergebnisse zeigen, dass ADHS-Diagnose und Symptome, insbesondere Aufmerksamkeitsdefizite, mit reduzierter akademischer Leistung assoziiert sind und dass exekutive Funktionen, Medikation und Lernstrategien als Einflussfaktoren wirken. Die Studien weisen methodische Unterschiede bei der Symptomerfassung und Leistungsmessung auf.

  • · Eine ADHS-Diagnose oder signifikante ADHS-Symptome sind mit niedrigerer akademischer Leistung bei Studierenden assoziiert, besonders bei Aufmerksamkeitsdefizit-Symptomen.
  • · Exekutive Funktionen, Medikamentengebrauch und Lernstrategien beeinflussen die akademische Leistung von Studierenden mit ADHS.
  • · Die am häufigsten verwendeten Instrumente zur ADHS-Erfassung waren die ADHD Self-Report Scale und die ADHD Rating Scale-Self Report Version.
  • · Bei der Erfassung der akademischen Leistung verwendeten etwa die Hälfte der Studien direkt die Grade Point Average aus Universitätsunterlagen, die andere Hälfte befragte Studierende selbst.
  • · Die Evaluationsmethodik für universitäre Populationen unterscheidet sich von Evaluationsverfahren bei Kindern, weshalb Assessments durch auf Erwachsenen-ADHS spezialisierte Kliniker erforderlich sind.
Beobachtungsstudie ADHS 2025 hyperfocus

ADHD Comorbidity in Women With Depression and Anxiety: Prevalence, Clinical Features and Hyperfocus Dynamics.

Yavuzlar Civan, Hazal; Berkol, Tonguc Demir · International journal of psychiatry in medicine

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die Studie untersuchte die ADHS-Komorbiditätsrate bei 170 Frauen mit depressiven oder Angststörungen und fand eine Prävalenz von 19,6%, wobei 45,5% zuvor nicht diagnostiziert waren. ADHS trat gehäuft bei sozialer Angststörung (46,4%) und bipolarer Depression (40,6%) auf. Hyperfokus zeigte in der Nicht-ADHS-Gruppe eine Korrelation mit ADHS-Symptomscores, nicht aber in der ADHS-Gruppe, was auf dessen begrenzte diagnostische Spezifität hindeutet.

  • · ADHS wurde bei 19,6% (n=33) der Frauen mit depressiven oder Angststörungen diagnostiziert, wobei 45,5% dieser Fälle vorher nicht erkannt worden waren.
  • · ADHS war am häufigsten bei Frauen mit sozialer Angststörung (46,4%) und bipolarer Depression (40,6%) vertreten.
  • · In der Nicht-ADHS-Gruppe zeigte sich eine positive Korrelation zwischen Aufmerksamkeitsdefizit und Depression (r=0,236, p=0,005) sowie zwischen Hyperaktivität und Angst (r=0,187, p=0,029).
  • · Hyperfokus korrelierte in der Nicht-ADHS-Gruppe signifikant mit ADHS-Symptomscores (r=0,434, p<0,001), während diese Korrelation in der ADHS-Gruppe nicht auftrat.
  • · Hyperfokus ist ein relevantes klinisches Merkmal bei Frauen mit Depression oder Angststörung, ist aber nicht diagnostisch spezifisch für ADHS und sollte im breiteren klinischen Kontext interpretiert werden.
case_report ADHS 2025 hypersexuality adhd

Adolescente con episodio psicótico agudo y síntomas afectivos, desafíos diagnósticos en un contexto de neurodesarrollo atípico: A propósito de un caso

Garavito-Chilatra, Juan Felipe; Bonilla-Osorio, Maria Fernanda · Revista Científica PSIMONART

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Der Fallbericht beschreibt einen 16-jährigen Adoleszenten mit ADHS, Entwicklungsverzögerungen und neonataler Hypoxie, der eine akute psychotische Episode mit Hypersexualität, psychomotorischer Agitiertheit und affektiven Veränderungen entwickelte. Die Diagnose und Behandlung waren wegen Symptomüberlappung und Komorbiditäten komplex; eine kombinierte antipsychotische Therapie mit Tagesklinik-Follow-up führte zur Stabilisierung. Der Fall unterstreicht die Notwendigkeit multidisziplinärer, flexibler Ansätze bei dieser vulnerablen Population.

  • · Bei einem 16-jährigen Adoleszenten mit ADHS-Vorgeschichte traten akute psychotische Symptome, schwere psychomotorische Agitiertheit und Hypersexualität auf, was die diagnostische Komplexität bei atypischer Neuroentwicklung verdeutlicht.
  • · Hypersexualität wurde als klinisches Symptom bei einem Adoleszenten mit ADHS und psychotischem Episodium dokumentiert.
  • · Eine kombinierte antipsychotische Behandlung mit ergänzendem Tageskliniken-Follow-up führte zur klinischen Stabilisierung des Patienten.
  • · Bei Adoleszenten mit neurodevelopmental bedingten Störungen und schweren psychiatrischen Symptomen ist eine umfassende multidisziplinäre Bewertung sowie frühe Identifikation entscheidend.
  • · Symptomüberlappungen und multiple Komorbiditäten (ADHS, psychomotorische/Sprachentwicklungsverzögerung, neonatale Hypoxie) können eine zeitnahe Intervention bei psychotischen Störungen erschweren.
Beobachtungsstudie ADHS 2025 procrastination

Adult <scp>ADHD</scp>‐Related Poor Quality of Life: Investigating the Role of Procrastination

Turgeman, Ruth Netzer; Pollak, Yehuda · Scandinavian Journal of Psychology

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Die Studie untersuchte bei 132 Erwachsenen die vermittelnde Rolle von Prokrastination zwischen ADHS-Symptomen und Lebensqualität mittels validierter Online-Fragebogen. Es wurden signifikante indirekte Pfade nachgewiesen, die zeigen, dass Prokrastination den negativen Zusammenhang zwischen ADHS und Lebensqualität erklärt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Prokrastinationsinterventionen ein Ansatzpunkt zur Verbesserung der Lebensqualität bei Erwachsenen mit ADHS sein könnten.

  • · Höhere ADHS-Symptome korrelieren mit erhöhtem Prokrastinationsverhalten und niedrigeren Lebensqualitätswerten.
  • · Prokrastination vermittelt einen indirekten Pfad zwischen ADHS-Symptomen und reduzierter Lebensqualität.
  • · Prokrastination trägt zur Erklärung des Zusammenhangs zwischen ADHS und schlechterer Lebensqualität bei, indem es die alltägliche Funktionsfähigkeit beeinträchtigt.
  • · Die Studie legt nahe, dass Interventionen zur Behandlung von ADHS-bedingtem Prokrastinationsverhalten verschiedene Aspekte der Lebensqualität gezielt adressieren sollten.
Review ADHS 2025 adhd dopaminergic pathways methylphenidate

Adult ADHD as a risk factor for dementia: integrating longitudinal evidence, mechanistic insights, and the role of stimulant treatment

Golimstok, Á.; Berrios, W. · Frontiers in Dementia

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Review integriert epidemiologische, neuroimaging- und molekulare Daten zu ADHS als Risikofaktor für Demenz. Proposes gemeinsame neurobiologische Pfade zwischen ADHS und Neurodegeneration und diskutiert potenzielle protektive Effekte von Stimulanzien-Langzeittherapie.

  • · Erwachsene mit ADHS haben eine höhere Inzidenz nicht-amnestischer Demenzen (z.B. Lewy-Body-Erkrankung) und sind anfälliger für altersbedingte kognitive Verschlechterung.
  • · Dopaminerge Dysregulation, Wnt/mTOR-Signalweg, oxidativer Stress und chronische Neuroinflammation werden als gemeinsame biologische Pfade zwischen ADHS und Neurodegeneration vorgeschlagen.
  • · Stimulanzienbehandlung (MPH, Amphetamine) könnte durch Normalisierung dopaminergen Tonus und Reduktion oxidativen Stresses protektiv wirken; RCTs fehlen.
  • · Polygene ADHS-Risikogruppen und Biomarker (α-Synuclein, Amyloid/Tau, GBA) könnten Früherkennungsstrategien ermöglichen.
Beobachtungsstudie ADHS 2025 adhd diagnosis

Adverse experiences of women with undiagnosed ADHD and the invaluable role of diagnosis.

Holden, Eve; Kobayashi-Wood, Helena · Scientific reports

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die qualitative Studie mit 28 Frauen mit verspäteter ADHS-Diagnose dokumentiert die erheblichen negativen psychosozialen Folgen diagnostischer Verzögerungen, einschließlich Kritik, niedriges Selbstwertgefühl und psychische Belastung über mehrere Lebensphasen. Die Diagnose selbst wird als bedeutsamer positiver Wendepunkt erlebt, der zu verbesserten psychologischen Outcomes führt. Die Ergebnisse unterstreichen die Public-Health-Notwendigkeit verbesserter diagnostischer Früherkennung bei Mädchen und Frauen.

  • · Frauen mit verspäteter ADHS-Diagnose berichten von gesellschaftlicher Kritik und mangelnder professioneller Unterstützung, was zu niedrigem Selbstwertgefühl, Schuldgefühlen und Scham führt.
  • · Die Diagnose wird von Teilnehmerinnen als transformativ erlebt und führt zu verbessertem Selbstwertgefühl, Heilung und erhöhtem Lebenssinn.
  • · Negative Auswirkungen von verspäteter ADHS-Diagnose erstrecken sich über die gesamte Lebensspanne von früher Kindheit bis ins Erwachsenenalter.
  • · Frauen mit späterdiagnose beschreiben Trauer um die Leben, die sie hätten führen können, wenn die Diagnose früher gestellt worden wäre.
  • · Verbesserte Zugänglichkeit von ADHS-Diagnosen für Mädchen und Frauen könnte vermeidbare Gesundheitsbelastungen reduzieren und Implikationen für Public-Health-Politik haben.
Beobachtungsstudie ADHS 2025 viloxazine

Analysis of risk signals for Viloxazine in the treatment of attention deficit hyperactivity disorder based on the FAERS database.

Wang, Shuai; Jiang, Ying; Du, Zhiqiang; Lu, Rongrong et al. · Journal of affective disorders

Zusammenfassung & 7 Kernbefunde

Diese Studie analysiert systematisch Sicherheitssignale für Viloxazin (Qelbree) anhand von FAERS- und WHO-VigiAccess-Daten (2021–2024) und vergleicht das AE-Profil mit Dextroamphetamin. Aus über 16 Millionen FAERS-Meldungen wurden 546 Viloxazin-Fälle identifiziert, die 64 Signale in 23 Organklassen ergaben. Besonders auffällig waren sensorische Signale (Hyperakusis, Photophobie) sowie psychiatrische AEs (Suizidgedanken, Angst), die sich überwiegend in den ersten 30 Tagen manifestierten.

  • · In der FAERS-Datenbank (Q2 2021 – Q2 2024) wurden 546 Meldungen unerwünschter Ereignisse (AEs) mit Viloxazin als primärem Verdachtsmittel identifiziert; insgesamt wurden 64 Preferred-Term-Signale in 23 System Organ Classes erkannt.
  • · Das stärkste Einzelsignal war Hyperakusis (EBGM = 54,04), gefolgt von Suizidgedanken (EBGM = 29,51) und Photophobie (EBGM = 16,07), was auf relevante Auswirkungen auf die sensorische Verarbeitung und die psychische Gesundheit hinweist.
  • · Häufige unerwünschte Wirkungen unter Viloxazin waren psychiatrische und neurologische Störungen (Suizidgedanken, Angst, Reizbarkeit, Kopfschmerzen) sowie gastrointestinale Störungen (Übelkeit, Erbrechen), wobei die meisten AEs innerhalb der ersten 30 Behandlungstage auftraten.
  • · Neuartige AE-Signale mit starker Ausprägung umfassten Verhaltensstörungen (z. B. Panikattacken, homizidaler Ideation), metabolische Anomalien (z. B. abnormer Körpergeruch) und neuromuskuläre Dysfunktionen (z. B. Dystonie).
  • · Im Vergleich mit Dextroamphetamin wies Viloxazin eine höhere Inzidenz in den SOCs für Blut- und Lymphsystem-, Ohr-, Gastrointestinal-, hepatobiliäre, Nervensystem-, Nieren- und Hautstörungen auf; Dextroamphetamin dominierte hingegen bei kardialen und allgemeinen Erkrankungen sowie Verletzungen.
RCT verwandt 2025 amygdala insula

Angiotensin receptor blockade modulates resting state functional connectivity in the memory network rather than fear network - implications for posttraumatic stress disorder.

Shkreli, L.; Nettekoven, C.; Boessenkool, Sirius; Martens, M. et al. · Psychiatry research

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

RCT zu Angiotensin-II-Rezeptorblocke und PTBS-Netzwerkkonnektivität. Fokus auf Amygdala/Insula; kein ADHS-Bezug.

  • · Angiotensin-II-Rezeptorblocker (ARBs) modulieren Resting-State-Konnektivität in Amygdala- und Insula-Netzwerken bei PTBS.
  • · ARBs könnten über Normalisierung von Furchtnetzwerk-Konnektivität antianxietäre Wirkungen bei PTBS entfalten.
Beobachtungsstudie verwandt 2025 atomoxetine

Association between five novel anthropometric indices and erectile dysfunction in US adults from NHANES database

Xu, Ningning; Zou, Haoxi; Xu, Huanying; Chen, Yanfen et al. · Scientific Reports

Zusammenfassung & 1 Kernbefunde

Observationsstudie zu anthropometrischen Indizes und erektiler Dysfunktion. Kein ADHS-Bezug.

  • · Anthropometrische Indizes (LAP, TyG, BRI) sind mit erektiler Dysfunktion assoziiert; Adipositas und metabolische Risikofaktoren sind Prädiktoren für ED.
Review verwandt 2025 amygdala

Astrocytes in Fear Memory Processing: Molecular Mechanisms Across the Amygdala-Hippocampus-Prefrontal Cortex Network.

Young-Rae, Kim; Moonhyung, Lee; Kim Man, S · Cells

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review über molekulare Mechanismen astrozytärer Funktion bei der Furchtgedächtnisverarbeitung im Amygdala-Hippocampus-PFC-Netzwerk. Zeigt, dass Astrozyten aktive Modulatoren synaptischer Plastizität sind, mit therapeutischen Implikationen für PTSD und Angststörungen.

  • · Astrozyten spielen eine fundamentale Rolle bei der Akquisition, Konsolidierung, Extinktion und dem Abruf von Furchtgedächtnis im Amygdala-Hippocampus-PFC-Netzwerk.
  • · Region-spezifische astrozytäre Funktionen modulieren synaptische Plastizität, Neurotransmitter-Regulation und interzellulare Kommunikation.
  • · Moderne Technologien (Optogenetik, Chemogenetik, räumliche Transkriptomik) zeigen komplexe Astrozyten-Neuron-Kommunikationsmechanismen.
Review ADHS 2025 adhd emotion regulation executive function

Attention‐deficit/hyperactivity disorder (<scp>ADHD</scp>) in adults: evidence base, uncertainties and controversies

Cortese, Samuele; Bellgrove, Mark A.; Brikell, Isabell; Franke, Barbara et al. · World Psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Umfassendes Review von Cortese et al. (World Psychiatry 2025) zu aktuellem Wissensstand, Unsicherheiten und Kontroversen bei Erwachsenen-ADHS. Behandelt Epidemiologie, Diagnose, Ätiologie, Neurobiologie und Management. Beinhaltet Perspektiven Betroffener.

  • · Erwachsenen-ADHS hat eine weltweite Prävalenz von ca. 2,5%; bis zu 70% der Kindheits-ADHS-Betroffenen zeigen weiterhin Symptome im Erwachsenenalter.
  • · Die Validität von Erwachsenen-ADHS wird durch deskriptive, prädiktive und konkurrente Validität empirisch gestützt.
  • · Emotionale Dysregulation wird als mögliches Kernsymptom von Erwachsenen-ADHS diskutiert, bleibt aber umstritten.
  • · Spät-onset ADHS (erstmaliges Auftreten im Erwachsenenalter ohne Kindheitssymptome) bleibt diagnostisch kontrovers.
  • · Pharmakologische Behandlung (Stimulanzien, Atomoxetin) ist bei Erwachsenen-ADHS wirksam, Langzeitdaten sind jedoch limitiert.
Beobachtungsstudie ADHS 2025 delay aversion

Behavioral and neurofunctional profiles of delay aversion in children with attention-deficit hyperactivity disorder.

Fernández-Martín, Pilar; Tovar-Suárez, Daniela; Rodríguez-Herrera, Rocío; León, José J et al. · Translational psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die Studie identifiziert fünf heterogene Verzögerungsaversionsmuster bei 43 ADHS-Kindern und 47 Kontrollpersonen mittels Clusteranalyse und Verzögerungsdiskontierungsaufgaben. Unterschiedliche ADHS-Präsentationen (kombiniert vs. unaufmerksam) zeigen deutlich unterschiedliche Diskontierungsmuster. Während klinische Verhaltensratings keine Unterschiede zwischen den Profilen aufzeigten, offenbarten Analysen der funktionalen Konnektivität (fNIRS) bei bestimmten Profilen charakteristische Hypokonektivität im Frontoparietal- und Default-Mode-Netzwerk.

  • · Eine fünf-Profil-Lösung beschreibt die Heterogenität der Verzögerungsaversion bei ADHS-Kindern optimal, mit zwei konventionellen Profilen und drei Profilen mit verändertem Diskontierungsverhalten (steil, flach, null).
  • · 77,78% der Kinder mit ADHS-Kombiniertem Typ zeigen steileres Diskontierungsverhalten, während 41,67% der Kinder mit ADHS-Unaufmerksam Typ in flache und Null-Diskontierungs-Profile fallen.
  • · Profile mit Null- und Flach-Diskontierung zeigen Hypokonektivität innerhalb und zwischen Frontoparietal- und Default-Mode-Netzwerk-Knoten.
  • · Verzögerungsaversion bei ADHS erstreckt sich über ein Kontinuum von verminderter bis erhöhter Diskontierung, nicht nur als steiler Diskontierung definiert.
  • · Externe Validierung mittels klinischer Bewertungen durch Eltern und Lehrer zeigte keine signifikanten Unterschiede zwischen den Diskontierungs-Profilen.
Systematic Review ADHS 2025 methylphenidate

Benefits and harms of ADHD interventions: umbrella review and platform for shared decision making.

Gosling, Corentin J; Garcia-Argibay, Miguel; De Prisco, Michele; Arrondo, Gonzalo et al. · BMJ (Clinical research ed.)

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Umbrella Review (BMJ 2025) analysiert Nutzen und Risiken aller ADHS-Interventionen über die Lebensspanne auf Basis von 115 systematischen Reviews mit RCT-Metaanalysen. Stimulanzien haben stärkste kurzfristige Evidenz; non-pharmakologische Ansätze zeigen kleinere Effekte. Langzeitdaten fehlen für viele Interventionen.

  • · Stimulanzien (Methylphenidat, Amphetamine) zeigen die stärkste und zuverlässigste Evidenz für kurzfristige ADHS-Symptomreduktion in allen Altersgruppen.
  • · Non-pharmakologische Interventionen (Neurofeedback, CBT, Diäten) zeigen in Umbrella-Review kleinere oder unsicherere Effekte als Pharmakotherapie.
  • · Langzeitdaten (> 52 Wochen) fehlen für die meisten ADHS-Interventionen; kurzfristige Evidenz ist robuster.
  • · 115 systematische Reviews mit Metaanalysen von RCTs wurden eingeschlossen; AMSTAR-2 und GRADE verwendet.
  • · Eine kontinuierlich aktualisierte Web-Plattform für Shared Decision Making wurde als Werkzeug entwickelt.
Beobachtungsstudie ADHS 2025 irritability

Bidirectional relationships of irritability with ADHD, depression, GAD, and PTSD in three independent samples of Chinese children and adolescents

Geng, Fulei; Xiong, Xiaoyan; Shao, Yuan; Wang, Jian · European Child & Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Längsschnittstudie an drei unabhängigen Stichproben chinesischer Kinder und Jugendlicher (N gesamt ~8.323) untersucht bidirektionale Beziehungen zwischen Irritabilität und ADHS, Depression, GAD und PTSD. Cross-lagged-Modelle zeigen stabile bidirektionale Assoziationen, die jedoch je nach Stichprobe variieren.

  • · Bidirektionale Beziehungen zwischen Irritabilität und ADHS wurden in allen drei unabhängigen Stichproben chinesischer Kinder und Jugendlicher konsistent nachgewiesen.
  • · Irritabilität ist ein transdiagnostischer Faktor, der mit ADHS, Depression, GAD und PTSD kovariiert.
  • · Die Stärke der bidirektionalen Assoziationen variierte je nach Stichprobe, Erhebungsdauer und Messinstrument für Irritabilität.
Beobachtungsstudie ADHS 2025 cerebellum

Brain morphological changes across behaviour spectrums in attention-deficit/hyperactivity disorder.

Zhong, Tianzheng; Wang, Feng; Qiu, Jianfeng; Lu, Weizhao · General psychiatry

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Studie analysierte mittels struktureller MRT und einer neuartigen BCaSCN-Methode die progressiven und kausalen Veränderungen der grauen Substanz (GMV) im Zusammenhang mit Verhaltenssymptomen bei 135 Kindern und Jugendlichen mit ADHS im Vergleich zu 182 neurotypischen Kontrollpersonen. Es wurden zwei neuroanatomisch distinkte ADHS-Subtypen identifiziert: Subtyp 1 mit Betonung frontaler Regionen und Cerebellum (assoziiert mit Unaufmerksamkeit) sowie Subtyp 2 mit Cerebellum und Hippocampus als Hubs (assoziiert mit Gesamtschweregrad). Die Ergebnisse betonen die neuroanatomische Heterogenität von ADHS und die Notwendigkeit subtypspezifischer Ansätze.

  • · Mithilfe eines Clustering-Algorithmus wurden zwei neuroanatomisch distinkte ADHS-Subtypen identifiziert, die sich in ihren Muster der grauen Substanz (GMV) von neurotypischen Kontrollpersonen unterscheiden.
  • · ADHS-Subtyp 1 ist eng mit Unaufmerksamkeit assoziiert und zeigt prominente Veränderungen in frontalen Regionen sowie dem Cerebellum.
  • · ADHS-Subtyp 2 ist stärker mit dem Gesamtschweregrad der Erkrankung verknüpft, wobei Cerebellum und Hippocampus die primären Hubs darstellen.
  • · Die Analyse mittels BCaSCN (behaviour-causal structural covariance network) erlaubte es, kausale Zusammenhänge zwischen GMV-Veränderungen und Verhaltenssymptomen bei ADHS zu untersuchen, indem sMRT-Daten anhand von ADHS-Index, Unaufmerksamkeits-Index und Hyperaktivitäts-/Impulsivitäts-Index geordnet wurden.
  • · Die Befunde belegen neuroanatomische Heterogenität bei ADHS und unterstreichen die Notwendigkeit subtypspezifischer Diagnose- und Behandlungsstrategien.
Andere ADHS 2025 cbt adhd

Bridging Therapy and Daily Life: A Blended CBT-Biofeedback Intervention for Emotional Self-Regulation in Adults with ADHD

Deza, Jorge Luis Siesquén · Adjunct Proceedings of the 4th Annual Symposium on Human-Computer Interaction for Work

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Work-in-Progress-Arbeit stellt SereneSailor vor, eine hybride Intervention für Erwachsene mit ADHS, die CBT mit einem Biofeedback-Armband und einer App verbindet, um emotionale Selbstregulation im Alltag zu unterstützen. Ziel ist es, die Lücke zwischen Therapiesetting und realem Leben zu schließen. Empirische Ergebnisse zur Wirksamkeit werden noch nicht berichtet.

  • · Emotionale Dysregulation (ED) ist eine der zentralen Herausforderungen bei erwachsenen ADHS-Betroffenen und bleibt im Alltag außerhalb therapeutischer Sitzungen häufig unbehandelt.
  • · Kognitive Verhaltenstherapie (CBT) unterstützt die Selbstregulation bei ADHS, wirkt jedoch primär im Therapiekontext und entfaltet im Alltag nur begrenzte Wirkung.
  • · Das vorgestellte System SereneSailor kombiniert ein Biofeedback-Armband mit einer mobilen App als CBT-ergänzende Intervention zur Förderung emotionaler Selbstregulation im Alltag von Erwachsenen mit ADHS.
  • · Bestehende Biofeedback-Tools werden als mangelhaft in Bezug auf Integration und Benutzerfreundlichkeit beschrieben, was die Alltagstauglichkeit einschränkt.
  • · Das Projekt befindet sich im Work-in-Progress-Stadium; empirische Wirksamkeitsdaten liegen noch nicht vor.
case_report ADHS 2025 adhd noradrenergic system dopaminergic pathways

Bupropion induced hypertensive crisis in a healthy male with no prior hypertension

Siddiq, Nadia; Abbas, Usama; Rauf, Noor Fatima; Waris, Barak et al. · International Journal of Pathology

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Fallbericht (2025) zu einer hypertensiven Krise unter Bupropion (NDRI, ADHS-Indikation) in Kombination mit exzessivem Koffeinkonsum bei einem 26-jährigen ohne Vorerkrankungen. Warnt vor kardiovaskulären Nebenwirkungen dieser Kombination und empfiehlt Blutdruckmonitoring.

  • · Fallbericht: Ein 26-jähriger Mann entwickelte unter Bupropion in Kombination mit exzessivem Koffeinkonsum eine hypertensive Krise (Blutdruck bis 180/110 mmHg, Herzrate bis 132 bpm).
  • · Bupropion hemmt als NDRI die Wiederaufnahme von Norepinephrin und Dopamin; die Kombination mit Koffein (sympathomimetisch) kann kardiovaskuläre Nebenwirkungen potenzieren.
  • · Die hypertensive Krise bildete sich nach Absetzen von Bupropion vollständig zurück; sekundäre Ursachen wurden ausgeschlossen.
  • · Klinische Empfehlung: Blutdruckmonitoring bei allen Bupropion-Patienten, einschließlich solcher ohne bekannte kardiovaskuläre Risikofaktoren; Aufklärung über Koffein-Interaktion.
Beobachtungsstudie ADHS 2025 guanfacine

Cardiological Findings in Children and Adolescents Before and After Guanfacine Treatment for Attention Deficit and Hyperactivity Disorder

Yükcü, Bekir; Önal, B.; Osmanlı, Cansu Çobanoğlu; Tonkaz, Gülsüm Yitik et al. · Children

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese retrospektive Studie untersuchte die kurzfristigen kardiovaskulären Effekte von Guanfacin bei 37 Kindern und Jugendlichen (6–18 Jahre) mit ADHS. Guanfacin bewirkte eine signifikante Herzfrequenzreduktion und QT-Intervallverlängerung, ohne klinisch relevante Veränderungen bei QTc oder neuartigen EKG-Parametern. Bei zwei Patienten musste die Behandlung wegen Bradykardie bzw. Hypotonie abgebrochen werden.

  • · Guanfacin-Behandlung führte bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS zu einer signifikanten Reduktion der Herzfrequenz um durchschnittlich 12,3 bpm (p < 0,001).
  • · Das QT-Intervall verlängerte sich unter Guanfacin-Behandlung signifikant um 16,8 ms (p = 0,014), während das korrigierte QTc-Intervall keine signifikante Veränderung zeigte.
  • · Neuartige EKG-Parameter (QRS-T-Winkel, QT-Dispersion, QTc-Dispersion, Tp-e-Intervall, Tp-e-Dispersion, Tp-e/QT- und Tp-e/QTc-Verhältnis) zeigten unter Guanfacin keine signifikanten Veränderungen, was auf kardiovaskuläre Sicherheit hinweist.
  • · Zwei von 37 Patienten (ca. 5,4%) mussten die Behandlung aufgrund von Nebenwirkungen (Bradykardie und Hypotonie) abbrechen.
  • · Der Blutdruck zeigte unter Guanfacin-Behandlung keine signifikanten Veränderungen in der untersuchten Kohorte.
RCT ADHS 2025 cbt adhd

CBT, parent training, and combined approaches for children with ADHD: A randomized study

Ahmet, Burcu Hafiz; Bıkmazer, A.; Gormez, Vahdettin · Psychology and Psychotherapy: Theory

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Diese randomisierte Studie untersuchte die Wirksamkeit von kognitiver Verhaltenstherapie (CBT), Elterntraining und deren Kombination als adjunktive Interventionen zur Medikation bei Kindern mit ADHS im Alter von 7–11 Jahren. Ziel war es zu prüfen, ob psychosoziale Ansätze die durch Pharmakotherapie erzielten Behandlungsergebnisse bei ADHS-Kernsymptomen und funktionellen Einschränkungen weiter verbessern können. Konkrete Ergebnisse und Stichprobengröße sind aus dem Abstract nicht entnehmbar.

  • · CBT, Elterntraining und deren Kombination wurden als adjunktive Interventionen zu Pharmakotherapie bei Kindern mit ADHS (7–11 Jahre) untersucht, die bereits medikamentös behandelt wurden.
  • · Die Studie prüfte, ob psychosoziale Ansätze (CBT, Elterntraining, Kombination) die Behandlungsergebnisse über die Medikation hinaus verbessern können – sowohl hinsichtlich ADHS-Kernsymptome als auch funktioneller Einschränkungen.
  • · Die randomisierte Studie vergleicht drei psychosoziale Interventionsformen als Ergänzung zur Medikation, was auf ein aktives Komparatordesign mit mindestens vier Armen hindeutet (CBT, Elterntraining, Kombination, ggf. Kontrolle).
  • · Aus dem Abstract geht hervor, dass sowohl kognitive Verhaltenstherapie als auch elternzentrierte Ansätze als sinnvolle Ergänzungen zur medikamentösen ADHS-Behandlung im Grundschulalter untersucht wurden.
RCT ADHS 2025 centanafadine

Centanafadine for Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder in Adolescents: A Randomized Clinical Trial.

Ward, Caroline L; Childress, Ann C; Jin, Na; Turkoglu, Osman et al. · Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 7 Kernbefunde

In dieser randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie zeigte Centanafadine 328,8 mg Überlegenheit gegenüber Placebo in der Behandlung von ADHS bei Jugendlichen (13–17 Jahre) mit signifikanten Verbesserungen der ADHS-RS-5-Werte bereits nach einer Woche. Die niedrigere Dosis von 164,4 mg erfüllte den primären Endpunkt nicht. Während die Verträglichkeit insgesamt gut war, zeigten sich dosisabhängig häufigere Nebenwirkungen wie Appetitlosigkeit und Übelkeit.

  • · Centanafadine 328,8 mg zeigte signifikante Überlegenheit gegenüber Placebo bei der Verbesserung der ADHS-RS-5-Gesamtwerte nach 6 Wochen (-18,50 vs -14,15; p = 0,0006).
  • · Centanafadine 164,4 mg erfüllte den primären Endpunkt nicht und zeigte keine signifikante Überlegenheit gegenüber Placebo.
  • · Die Wirkung von Centanafadine 328,8 mg zeigte sich bereits in Woche 1 und blieb über den gesamten Studienverlauf erhalten.
  • · Treatment-emergent adverse events traten bei 50,3% der Teilnehmer unter 328,8 mg auf, verglichen mit 23,8% unter Placebo.
  • · Die häufigsten Nebenwirkungen waren Appetitlosigkeit, Übelkeit, Kopfschmerzen und Hautausschlag, größtenteils von milder bis moderater Schwere.
Systematic Review ADHS 2025 thalamus

Cerebral blood flow in attention deficit hyperactivity disorder: A systematic review.

Berthier, Johanna; Endomba, Francky Teddy; Lecendreux, Michel; Mauries, Sibylle et al. · Neuroscience

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieses systematische Review nach PRISMA-Standard fasst 20 Studien zur zerebralen Durchblutung (CBF) bei ADHS zusammen und umfasst 1652 ADHS-Betroffene und 580 Kontrollen. Im Ruhezustand zeigen sich konsistent Hypoperfusionen in präfrontalen, temporalen Bereichen und den Basalganglien, während Hyperperfusionen in frontalen, parietalen und okzipitalen Regionen auftreten. Methylphenidat-Gabe erhöht die Durchblutung in striatalen Regionen, dem rechten Thalamus und dem präzentralen Gyrus.

  • · Im Ruhezustand zeigen Personen mit ADHS konsistent eine Hypoperfusion im rechten orbitofrontalen Gyrus, temporalen Kortex, den Basalganglien und dem Putamen.
  • · Gleichzeitig wurde im Ruhezustand eine Hyperperfusion in Frontallappen, linkem postzentralem Gyrus und Okzipitallappen beobachtet, was auf ein komplexes, regionsspezifisches Perfusionsmuster hinweist.
  • · Während kognitiver Aufgaben zeigte sich bei ADHS-Betroffenen eine Hyperperfusion in Frontalbereichen, temporalen Regionen, dem cingulären Kortex und dem Precuneus.
  • · Die Gabe von Methylphenidat war mit einer erhöhten zerebralen Durchblutung in striatalen und posterioren periventrikulären Regionen, dem rechten Thalamus sowie dem präzentralen Gyrus assoziiert.
  • · Das systematische Review schloss 20 Studien mit insgesamt 1652 ADHS-Betroffenen und 580 Kontrollpersonen ein; Messverfahren waren SPECT (n=9), ASL (n=6), PET (n=4) und BOLD-abgeleitete quantitative Karten (n=1).
Beobachtungsstudie ADHS 2025 adhd inattentive adhd adults

Clinical Features and Comparative Treatment Outcomes of Atomoxetine and Methylphenidate in Omani Adults with ADHD.

Omayma, Al Kiyumi; Tamadhir, Al-Mahrouqi; Salim, Al-Huseini; Sathiya, Panchatcharam et al. · Oman medical journal

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Prospektive Studie an 171 erwachsenen Omanis mit ADHS vergleicht Behandlungsergebnisse von Methylphenidat vs. Atomoxetin. Beide Medikamente zeigten gute Wirksamkeit (>78% Responder); MPH hatte leicht höhere Ansprechrate. Komorbiditäten häufig.

  • · Nach 3 Monaten Behandlung zeigten 83,6% der Omani-Erwachsenen mit ADHS signifikante Verbesserungen (CGI-I).
  • · Methylphenidat-Ansprechrate (84,8%) war höher als Atomoxetin-Ansprechrate (78,8%) bei erwachsenen Omanis mit ADHS.
  • · Männliches Geschlecht und fehlende Familienanamnese für ADHS waren signifikante Prädiktoren für Therapieansprechen.
  • · Unaufmerksamer Subtyp war mit 66,1% der häufigste Typ; 72,5% hatten mindestens eine Komorbidität.
RCT ADHS 2025 adhd attention executive function

Cognitive behavioral therapy for ADHD predominantly inattentive presentation: randomized controlled trial of two psychological treatments.

Strålin, Elinor Eskilsson; Thorell, Lisa B; Lundgren, Tobias; Bölte, Sven et al. · Frontiers in psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

RCT zu CADDI (CBT für ADHS-inattentive Präsentation) bei Erwachsenen. Signifikante Verbesserungen bei Unaufmerksamkeit und Alltagsfunktionieren; CADDI als spezifisches, wirksames Psychotherapieprogramm für adulte ADHS-PI.

  • · CBT für ADHS-vorwiegend-unaufmerksame Präsentation (CADDI) zeigt in dieser RCT signifikante Verbesserungen bei Unaufmerksamkeit, Tagesstruktur und Lebensqualität.
  • · CADDI ist spezifisch auf die inattentive ADHS-Präsentation zugeschnitten und adressiert Aufmerksamkeitsregulation und zielgerichtetes Verhalten.
  • · Adulte ADHS mit vorwiegend unaufmerksamem Profil zeigen bei CBT gute Therapieansprache; Kombination mit Medikation empfohlen.
Systematic Review ADHS 2025 clonidine methylphenidate atomoxetine

Comparative cardiovascular safety of medications for attention-deficit hyperactivity disorder in children, adolescents, and adults: a systematic review and network meta-analysis.

Farhat, Luis C; Lannes, Alice; Del Giovane, Cinzia; Parlatini, Valeria et al. · The lancet. Psychiatry

Zusammenfassung & 7 Kernbefunde

Diese systematische Übersicht und Netzwerk-Metaanalyse (102 RCTs, >22.000 Teilnehmer) vergleicht die kardiovaskuläre Sicherheit von neun ADHS-Medikamenten bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Alle aktiven Substanzen außer Clonazepam führten zu Blutdruck- oder Pulsanstiegen; Guanfacin senkte hämodynamische Parameter. Stimulanzien unterschieden sich nicht wesentlich von Nicht-Stimulanzien hinsichtlich kardiovaskulärer Auswirkungen.

  • · Alle untersuchten ADHS-Medikamente (Amphetamine, Atomoxetin, Lisdexamfetamin, Methylphenidat, Viloxazin) führten zu messbaren Anstiegen von Blutdruck und/oder Puls bei Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen.
  • · Bei Kindern und Jugendlichen lagen die mittleren Blutdruckanstiege (systolisch) gegenüber Placebo zwischen 1,07 mmHg (Atomoxetin, moderate Evidenz) und 1,81 mmHg (Methylphenidat, moderate Evidenz); der Pulsanstieg betrug 2,79 bpm (Viloxazin) bis 5,58 bpm (Atomoxetin, hohe Evidenz).
  • · Guanfacin senkte bei Kindern und Jugendlichen Blutdruck und Puls signifikant (systolisch -2,83 mmHg, diastolisch -2,08 mmHg, Puls -4,06 bpm gegenüber Placebo), und zeigte auch bei Erwachsenen deutliche blutdrucksenkende Effekte (systolisch -10,1 mmHg).
  • · Stimulanzien (Amphetamine, Lisdexamfetamin, Methylphenidat) zeigten keine größeren hämodynamischen Anstiege als Nicht-Stimulanzien (Atomoxetin, Viloxazin), was das selektive Monitoring-Fokus auf Stimulanzien in Frage stellt.
  • · Die Netzwerk-Metaanalyse umfasste 102 RCTs mit 13.315 Kindern/Jugendlichen und 9.387 Erwachsenen; die mittlere Studiendauer betrug nur 7 Wochen, sodass keine Langzeitdaten zu kardiovaskulären Effekten vorliegen.
Systematic Review ADHS 2025 mindfulness adhd adult adhd methylphenidate

Comparative efficacy and acceptability of pharmacological, psychological, and neurostimulatory interventions for ADHD in adults: a systematic review and component network meta-analysis.

Ostinelli, Edoardo G; Schulze, Marcel; Zangani, Caroline; Farhat, Luis C et al. · The lancet. Psychiatry

Zusammenfassung & 7 Kernbefunde

Diese systematische Übersichtsarbeit und Komponenten-Netzwerk-Meta-Analyse (113 RCTs, 14.887 Erwachsene) vergleicht pharmakologische, psychologische und neurostimulatorische Interventionen bei adulter ADHS. Stimulanzien und Atomoxetin zeigten konsistente Wirksamkeit auf Kern-ADHS-Symptome, während nicht-pharmakologische Ansätze nur auf klinisch beurteilten Skalen Effekte zeigten. Atomoxetin und Guanfacin hatten schlechtere Akzeptanz als Placebo.

  • · Stimulanzien und Atomoxetin waren die einzigen Interventionen mit nachgewiesener Wirksamkeit auf Kern-ADHS-Symptome (Stimulanzien: SMD -0,61 auf klinischen Skalen; Atomoxetin: SMD -0,51), gestützt durch sowohl selbst- als auch klinisch beurteilte Messskalen.
  • · Atomoxetin wies im Vergleich zu Placebo eine signifikant schlechtere Akzeptanz auf (OR 1,43; 95% CI 1,14–1,80), ebenso Guanfacin (OR 3,70; 95% CI 1,22–11,19), was auf höhere Abbruchraten hinweist.
  • · Nicht-pharmakologische Interventionen wie kognitive Verhaltenstherapie (SMD -0,76), Achtsamkeit (SMD -0,79), Psychoedukation (SMD -0,77) und transkranielle Gleichstromstimulation (SMD -0,78) zeigten Wirksamkeit nur auf klinisch beurteilten – nicht auf selbstberichteten – Skalen.
  • · Keine der untersuchten Medikationen zeigte Wirksamkeit auf zusätzliche relevante Outcomes wie Lebensqualität; Langzeitdaten bleiben unzureichend untersucht.
  • · Die Heterogenität der Studienergebnisse bei selbstberichteten ADHS-Symptomen wurde nicht durch Baselinewerte, Publikationsjahr, Geschlechtsanteil oder psychiatrische Komorbidität erklärt; auch die Behandlungsdauer hatte kaum Einfluss.
Andere ADHS 2025 default mode network adhd adults

Comparison of attention and brain functional connectivity between patient groups with schizophrenia and attention deficit hyperactivity disorder.

Hwang, H.; Kim, S.; Kim, Hee Jin; Han, D. H. · Psychiatry research

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Vergleichsstudie (N=60: 20 Schizophrenie, 20 adultes ADHS, 20 Kontrollen) zu Aufmerksamkeitsprofilen und DMN-Konnektivität. ADHS und Schizophrenie zeigen unterschiedliche Muster trotz geteilter Unaufmerksamkeit.

  • · Unaufmerksamkeit bei Schizophrenie und ADHS zeigt unterschiedliche Profile: ADHS hat fluktuierende Aufmerksamkeit, Schizophrenie hat globalere Defizite.
  • · Funktionelle Konnektivität (DMN) unterscheidet ADHS-Erwachsene von Schizophrenie-Patienten trotz symptomatischer Überlappung.
  • · Klinische Studie (N=60) unterstützt Verwendung von Aufmerksamkeitstests zur Differenzialdiagnose zwischen Schizophrenie und ADHS.
Beobachtungsstudie ADHS 2025 guanfacine

Comprehensive analysis of Guanfacine treatment in autism spectrum disorder with comorbid attention deficit hyperactivity disorder

Osmanlı, Cansu Çobanoğlu; Baykal, S.; Önal, B.; Şahin, Berkan et al. · Scientific Reports

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese retrospektive Studie untersuchte Guanfacin XR bei 29 Kindern (6–18 Jahre) mit ASD-ADHS an drei Behandlungszentren. Es wurden signifikante Verbesserungen bei Hyperaktivität, Irritabilität und Stereotypie festgestellt, wobei Irritabilitätsreduktionen die anderen Verbesserungen mediieren. Die Verträglichkeit war insgesamt akzeptabel, jedoch brachen drei Kinder die Behandlung wegen verstärkter Irritabilität ab.

  • · Guanfacin XR führte bei Kindern mit ASD-ADHS zu signifikanten Reduktionen in den Bereichen Hyperaktivität, Irritabilität und Stereotypie gemäß der Aberrant Behavior Checklist (ABC).
  • · Verbesserungen der Irritabilität vermittelten (mediiert) die Reduktionen von Hyperaktivität und Stereotypie, was auf einen indirekten Wirkmechanismus hindeutet.
  • · Drei von 29 Kindern (ca. 10 %) brachen die Behandlung aufgrund von verstärkter Irritabilität ab, was auf individuelle Variabilität im Ansprechen hinweist.
  • · Häufige Nebenwirkungen waren Somnolenz, gesteigerter Appetit und Schwindel; Veränderungen der Vitalparameter waren minimal und tolerierbar.
  • · Guanfacin XR wurde sowohl als Monotherapie als auch als adjunktive Therapie zu Psychostimulanzien oder Atomoxetin eingesetzt und zeigte in der Polypharmakotherapie eine akzeptable Verträglichkeit.
Andere ADHS 2025 dopaminergic pathways adhd other

Development of an Electrochemical Biosensor Based on Polypyrrole-3-carboxylic Acid/Polypyrrole/Au Nanoparticle Composites for Detection of Dopamine

Janmanee, Rapiphun; Sriwichai, S. · Polymers

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Methodenpaper zur Entwicklung eines elektrochemischen Dopamin-Biosensors. Kein direkter ADHS-Inhalt; Dopamin-Messung für ADHS-Diagnostik tangential relevant.

  • · Elektrochemischer Biosensor basierend auf Polypyrrol-3-Carbonsäure kann Dopamin selektiv und sensitiv detektieren.
  • · Dopamin-Ungleichgewicht ist bei ADHS, Parkinson, Schizophrenie und Alzheimer pathophysiologisch relevant; präzise Messmethoden sind wichtig.
Meta-Analyse ADHS 2025 behavioral therapy

Dialectical behavioral therapy for adult attention deficit/hyperactivity disorder: A meta-analysis of randomized controlled trials.

Zhang, Zheng; Gu, Wan-jie; Wei, Yaohui; Wu, Sichu et al. · Psychiatry research

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Meta-Analyse von 8 RCTs (n=850) untersuchte die Wirksamkeit der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT) bei Erwachsenen mit ADHS. DBT zeigte eine moderate Reduktion der ADHS-Symptomatik (SMD=-0,51) sowie eine signifikante Verbesserung der Lebensqualität (SMD=0,41). Die Autoren schlussfolgern, dass DBT eine klinisch relevante Alternative oder Ergänzung zur medikamentösen Therapie darstellt.

  • · DBT reduziert ADHS-Symptome bei Erwachsenen mit moderater Effektstärke (SMD = -0,51, 95%-KI: -0,76 bis -0,25) im Vergleich zu Kontrollbedingungen.
  • · DBT verbessert die Lebensqualität bei Erwachsenen mit ADHS signifikant (SMD = 0,41, 95%-KI: 0,15 bis 0,66).
  • · Die Meta-Analyse umfasste 8 RCTs mit insgesamt 850 Teilnehmern, wovon Follow-up-Daten für 533 Personen vorlagen.
  • · DBT wird als Alternative zur Pharmakotherapie bei Erwachsenen mit ADHS diskutiert, insbesondere wenn Nebenwirkungen oder Therapieabbrüche ein Problem darstellen.
  • · Neue DBT-Adaptionen könnten die Zugänglichkeit der Behandlung und die Therapietreue bei ADHS verbessern.
Beobachtungsstudie ADHS 2025 amygdala

Differences in Resting-State Functional Connectivity of Temperament-Based Profiles Among Youths With Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder in the Adolescent Brain Cognitive Development Study.

Sangoi, J. A.; Kozlowski, Michael B; Feeney, Kathleen E.; Karalunas, S. et al. · Clinical psychological science : a journal of the Association for Psychological Science

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die Studie untersuchte Ruhezustandskonnektivität der Amygdala bei Jugendlichen mit ADHS, eingeteilt in surgente und irritable Temperamentprofile, im Vergleich zu typisch entwickelten Gleichaltrigen aus der ABCD-Studie. Surgente Jugendliche zeigten stärkere Amygdala-Konnektivität mit Aufmerksamkeits- und retrosplenialen temporalen Netzwerken. Die Befunde unterstützen den Ansatz, Temperamentprofile zur Charakterisierung neurobiologischer Untergruppen bei ADHS zu nutzen.

  • · Temperament-basierte Profile (surgent und irritabel) helfen, die biologische und klinische Heterogenität bei Jugendlichen mit ADHS zu erklären, die durch DSM-5-Kriterien allein nicht erfasst wird.
  • · Jugendliche mit ADHS vom surgenten Profil zeigten stärkere Konnektivität zwischen der rechten Amygdala und dem dorsalen Aufmerksamkeitsnetzwerk (β = 0,0434) sowie zwischen der rechten Amygdala und dem retrosplenialen temporalen Netzwerk (β = 0,0442) im Vergleich zu typisch entwickelten Gleichaltrigen.
  • · Das irritable Temperamentprofil wies einzigartige Konnektivitätsmuster im Vergleich zu typisch entwickelten Jugendlichen und zum surgenten Profil auf, diese Effekte überlebten jedoch die Korrektur für multiples Testen nicht.
  • · Die Studie replizierte und validierte zuvor dokumentierte Ruhezustandsmuster aus einer kleineren Stichprobe anhand der großen ABCD-Studie (Adolescent Brain Cognitive Development Study).
  • · Die funktionelle Konnektivität zwischen den bilateralen Amygdalae und 12 Gordon-Netzwerken wurde als neurobiologisches Differenzierungsmerkmal zwischen den Temperamentprofilen und typisch entwickelten Jugendlichen untersucht.
Beobachtungsstudie ADHS 2025 emotional dysregulation

Distinct effects of psychiatric disorder diagnoses and severe emotional dysregulation on matrix metalloproteinase-9, proinflammatory cytokines, and inhibitory control function in adolescents with attention-deficit hyperactivity disorder or first-episode major affective disorders

Hsu, Ju‐Wei; Chen, Li-Chi; Bai, Ya-Mei; Tsai, S. et al. · International Journal of Neuropsychopharmacology

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Studie untersuchte bei 186 Adoleszenten (48 ADHS, 39 Bipolare Störung, 53 Major Depression, 46 Kontrollen) die Auswirkungen psychiatrischer Diagnosen und schwerer emotionaler Dysregulation auf Entzündungsmarker (MMP-9, IL-6, CRP) und Inhibitionskontrolle. Alle psychiatrischen Diagnosen waren mit erhöhten Entzündungsmarkern und Inhibitionskontrolldysfunktion assoziiert, wobei bipolare Störung die höchsten Werte zeigte. Schwere emotionale Dysregulation war unabhängig davon mit erhöhten MMP-9-Spiegeln verbunden.

  • · Adoleszente mit Bipolarer Störung zeigten die höchsten MMP-9- und CRP-Spiegel sowie die schlechteste Leistung in der Inhibitionskontrolle im Vergleich zu ADHS, Depression und gesunden Kontrollen.
  • · Schwere emotionale Dysregulation war unabhängig von der psychiatrischen Diagnose mit signifikant erhöhten MMP-9-Spiegeln assoziiert.
  • · Alle psychiatrischen Diagnosen (ADHS, Bipolare Störung, Major Depression) waren mit erhöhten Entzündungsmarkern (MMP-9, IL-6, CRP) und Inhibitionskontrolldysfunktion assoziiert.
  • · Die Diagnose hatte signifikante Haupteffekte auf MMP-9-Spiegel (p = .009), CRP (p < .001), IL-6 (p = .029) und auf die Variabilität der Reaktionszeit im Go/No-Go-Test (p = .004).
  • · Schwere emotionale Dysregulation könnte ein gemeinsames Endophänotyp von ADHS und affektiven Störungen darstellen, da sie unabhängig von der Diagnose mit Entzündungsmarkern assoziiert ist.
Andere verwandt 2025 amygdala

Dopamine induces fear extinction by activating the reward-responding amygdala neurons.

Xiangyu, Zhang; Katelyn, Flick; Marianna, Rizzo; Michele, Pignatelli et al. · Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Tierexperiment zu Dopamin-vermittelter Furchthemmung über Amygdala-Belohnungsneurone. Grundlagenforschung; kein ADHS-Bezug.

  • · Dopamin induziert Furchthemmung durch Aktivierung belohnungsresponsiver Amygdala-Neurone im posterioren BLA-Bereich.
  • · Dopaminerge BLA-Modulation ist ein neuartiger Mechanismus zur Regulation von Furchtgedächtnisextinktion.
Review ADHS 2025 emotional dysregulation serotonin

Early life stress and brain development: Neurobiological and behavioral effects of chronic stress.

Subia, Jamil; Liaquat, Raza Muhammad; Nasrollah, Moradikor; Motahareh, Haghipanah · Progress in brain research

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Übersichtsarbeit zu neurobiologischen Effekten frühkindlichen Stresses auf Hirnentwicklung. ADHS ist explizit als erhöhtes Risiko genannt; epigenetische und serotonerge Mechanismen.

  • · Frühkindlicher Stress (Vernachlässigung, Missbrauch) beeinträchtigt Hirnentwicklung dauerhaft, mit erhöhtem Risiko für ADHS, Depression und PTBS.
  • · Serotonerge Dysregulation ist ein Mechanismus durch den frühkindlicher Stress psychiatrische Vulnerabilität erzeugt.
  • · Epigenetische Veränderungen durch frühkindlichen Stress beeinflussen Stressachse (HPA) und Neurotransmittersysteme langfristig.
Review ADHS 2025 centanafadine

Editorial: Centanafadine for Adolescents With Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder: Is a Broader Mechanism of Action Better?

Stein, Mark A · Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Das Editorial diskutiert die Prävalenz von ADHS bei Jugendlichen (13,6% in den USA) und die Herausforderungen der medikamentösen Behandlung in dieser Altersgruppe. Es argumentiert, dass Centanafadine als neues Medikament mit breiterem Wirkmechanismus und verbessertem Nutzen-Risiko-Profil einen bedeutenden Fortschritt darstellen könnte, insbesondere weil es über die Kern-ADHS-Symptome hinausgeht und jugendlichenspezifische Probleme adressiert.

  • · 13,6% der 12- bis 17-jährigen in den USA haben eine ADHS-Diagnose, und viele Kinder erfüllen die Kriterien auch als Jugendliche.
  • · Mehr als die Hälfte der Jugendlichen mit ADHS werden medikamentös behandelt, viele allein mit Medikamenten.
  • · Multimodale Behandlung wird empfohlen, da Pharmakotherapie und kognitiv-behaviorale Interventionen komplementäre Vorteile bieten.
  • · Die Aufrechterhaltung der Pharmakotherapie ist bei Jugendlichen aufgrund von Nichtbeachtung oder vorzeitiger Beendigung schwieriger als bei Kindern.
  • · Ein neues Medikament mit verbessertem Nutzen-Risiko-Verhältnis, das mehr als Kern-ADHS-Symptome und jugendlichenspezifische Probleme adressiert, stellt einen bedeutenden Fortschritt dar.
Andere ADHS 2025 cbt adhd

Effect of Cognitive Behaviour Therapy (CBT) on in-school Adolescents with Attention Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD)

Arumuru, Lawrence; Ufuophu, Toyin Odofin; Oderhohwo, Akpojotor Joseph · World Journal of Advanced Research and Reviews

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese quasi-experimentelle Studie untersuchte die Wirksamkeit von Kognitiver Verhaltenstherapie (KVT) bei 102 Schuljugendlichen mit ADHS in Sapele, Delta State, Nigeria. Mithilfe der SWAN- und CASI-Skalen wurden ADHS-Symptome und irrationale Kognitionen erfasst. Die Ergebnisse zeigten, dass KVT wirksam bei der Behandlung von ADHS war und dass das Geschlecht einen Einfluss auf ADHS hatte.

  • · Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) erwies sich als wirksam bei der Behandlung von ADHS bei Schuljugendlichen in Nigeria (Sapele, Delta State).
  • · Die Studie verwendete ein quasi-experimentelles Design mit 102 Schuljugendlichen aus drei öffentlichen weiterführenden Schulen.
  • · ADHS-Symptome wurden mit der SWAN-Skala (Strengths and Weaknesses of ADHD and Normal Behaviour Rating Scale) erfasst, irrational Kognitionen mit der CASI-Skala (Child and Adolescents Scale of Irrationality).
  • · Die Ergebnisse zeigten, dass ADHS durch das Geschlecht beeinflusst wird, d.h. es gab signifikante Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Jugendlichen mit ADHS.
  • · Die Studie empfiehlt, funktionale Beratungseinheiten in allen öffentlichen weiterführenden Schulen einzurichten und Berater zu schulen, um KVT als Psychotherapie für Jugendliche mit ADHS anzubieten.
Systematic Review ADHS 2025 atomoxetine

Effectiveness of Atomoxetine and Stimulant Combination in Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD) Treatment: A Systematic Review

Cheng, Tom; Boileau, Andrew J · Cureus

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieses systematische Review (2025) untersucht die Wirksamkeit der Kombination aus Stimulanzien (insbesondere Methylphenidat) und Atomoxetin bei ADHS anhand von sechs retrospektiven Studien aus den Jahren 2012–2024. Die Befunde zur Wirksamkeit sind gemischt: Bei behandlungsresistenten Patienten zeigten zwei Studien Vorteile der Kombination, während eine keine Überlegenheit gegenüber der Monotherapie fand. Die Evidenzqualität ist begrenzt durch das Fehlen prospektiver RCTs, methodische Heterogenität und mögliche Interessenkonflikte.

  • · Drei von sechs eingeschlossenen retrospektiven Studien zeigen, dass die Kombination aus Methylphenidat und Atomoxetin bei behandlungsresistenten Monotherapie-Patienten zu einer signifikant stärkeren Reduktion der ADHS-Symptomschwerere führt als die jeweilige Monotherapie allein.
  • · Eine der sechs Studien berichtete keinen signifikanten Unterschied in der Symptomreduktion zwischen Atomoxetin-Monotherapie und Kombinationstherapie, was auf eine heterogene Befundlage hinweist.
  • · Drei von vier Studien, die Adhärenz maßen, zeigten eine signifikant höhere Therapietreue bei der Kombinationstherapie (Methylphenidat + Atomoxetin) im Vergleich zur Monotherapie.
  • · Eine Studie berichtete, dass die gleichzeitige Verschreibung von Atomoxetin mit Methylphenidat signifikant zur Abbruchrate von Methylphenidat beitrug, was auf ein mögliches Risiko der Kombinationstherapie hinweist.
  • · Atomoxetin gilt als erstes von der FDA zugelassenes Nicht-Stimulans für ADHS und wird in der Kombination mit Stimulanzien insbesondere bei Patienten untersucht, die höhere Stimulanzdosen nicht vertragen.
Meta-Analyse ADHS 2025 physical exercise

Effectiveness of exercise for improving cognition, memory and executive function: a systematic umbrella review and meta-meta-analysis.

Singh, Ben; Bennett, Hunter; Miatke, Aaron; Dumuid, Dorothea et al. · British journal of sports medicine

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese systematische Umbrella-Review und Meta-Meta-Analyse wertet 133 systematische Reviews mit über 258.000 Teilnehmern aus RCTs aus, um die Effekte von Bewegung auf Kognition, Gedächtnis und Exekutivfunktionen zu bewerten. Bewegung verbessert alle drei kognitiven Domänen signifikant, wobei ADHS-Betroffene besonders stark bei den Exekutivfunktionen profitieren. Auch leichte Bewegungsintensitäten und kurze Interventionsdauern zeigen messbare kognitive Vorteile.

  • · Körperliche Bewegung verbessert signifikant die allgemeine Kognition (SMD=0,42), das Gedächtnis (SMD=0,26) und die Exekutivfunktionen (SMD=0,24) über alle Bevölkerungsgruppen und Altersklassen hinweg.
  • · Personen mit ADHS zeigten durch Bewegungsinterventionen eine stärkere Verbesserung der Exekutivfunktionen als alle anderen untersuchten Populationen.
  • · Kinder und Jugendliche profitierten bei Gedächtnis und Exekutivfunktionen stärker von Bewegung als Erwachsene und ältere Erwachsene.
  • · Niedrig- und mittelintensive Bewegungsinterventionen zeigten generell größere Effekte auf die Kognition als hochintensive Interventionen.
  • · Kürzere Interventionen (1–3 Monate) sowie Exergames (Videospiele mit Körperbewegung) hatten die größten Effekte auf allgemeine Kognition und Gedächtnis.
Beobachtungsstudie ADHS 2025 adhd dopaminergic pathways noradrenergic system

Effects of Extended‐Release Methylphenidate on Dopamine and Norepinephrine Transporters in Adults With Attention‐Deficit/Hyperactivity Disorder: A Longitudinal Dual‐Tracer PET Study

Oya, Masaki; Matsuoka, K.; Kubota, M.; Kitamura, S. et al. · Psychiatry and Clinical Neurosciences

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Longitudinale Dual-Tracer-PET-Studie an 21 erwachsenen ADHS-Patienten quantifiziert Effekte von Extended-Release-Methylphenidat auf Dopamin- (DAT) und Noradrenalin-Transporter (NET). MPH reduzierte beide Transporter, mit NET-Veränderungen als Korrelat kognitiver Verbesserung.

  • · Extended-Release-MPH reduzierte signifikant die DAT-Bindung im Striatum bei Erwachsenen mit ADHS.
  • · MPH reduzierte auch NET-Bindung in Locus coeruleus und Hypothalamus, was noradrenergene Effekte belegt.
  • · Veränderungen der NET-Bindung korrelierten mit kognitiver Verbesserung.
  • · Dual-Tracer-PET ermöglicht simultane Messung von DAT und NET und liefert neue mechanistische Einblicke.
RCT ADHS 2025 mindfulness adhd

Effects of Mindfulness E-Activities on Academic Resilience in ADD/ADHD Students

Alamro, Abdulaziz R.; Alsaif, T.; Diab, Hanan M.; Ibrahem, Usama M. · Journal of Disability Research

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die Studie untersuchte die Auswirkungen achtsamkeitsbasierter Online-Aktivitäten (E-Aktivitäten) auf die akademische Resilienz von Universitätsstudierenden mit ADD/ADHS. In einem semi-experimentellen Design mit 50 Teilnehmenden zeigte die Interventionsgruppe signifikant bessere Post-Test-Werte als die Kontrollgruppe, wobei die Effekte im Follow-up sogar noch ausgeprägter waren. Die Ergebnisse legen nahe, dass digitale Achtsamkeitsinterventionen das akademische Funktionieren von Studierenden mit ADHS verbessern können.

  • · Achtsamkeitsbasierte E-Aktivitäten verbesserten die akademische Resilienz ("academic buoyancy") von Universitätsstudierenden mit ADHS signifikant gegenüber einer Kontrollgruppe im Post-Test.
  • · Die positiven Effekte der Intervention blieben im Follow-up-Messzeitpunkt bestehen und übertrafen sogar die unmittelbaren Post-Messwerte, was auf nachhaltige Wirkungen hindeutet.
  • · Das Studiendesign war semi-experimentell mit zwei randomisierten Gruppen: 25 Teilnehmende in der E-Aktivitäten-Gruppe und 25 in der Kontrollgruppe (n=50 gesamt).
  • · Die Teilnehmenden wurden anhand eines Selbsteinschätzungs-Scores von über 60 auf einer ADHS-Skala für Erwachsene identifiziert, wobei sowohl hyperaktive als auch unaufmerksame Studierende eingeschlossen wurden.
  • · Online-basierte Achtsamkeitsinterventionen werden als praktikable Methode vorgeschlagen, um akademischen Problemen von ADHS-Studierenden entgegenzuwirken und das akademische Niveau zu verbessern.
RCT ADHS 2025 adhd dopaminergic pathways noradrenergic system

Efficacy and Safety of Centanafadine for ADHD Treatment in Children: A Randomized Clinical Trial

Ward, C.; Wilens, T.; Jin, Na; Turkoglu, O. et al. · Pediatrics Open Science

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Randomisiertes kontrolliertes RCT (N=480) zu Centanafadin (CTN) bei Kindern (6-12 J.) mit ADHS. High-Dose-CTN signifikant wirksam (p<0,001); Wirkungseintritt ab Woche 1. Triple-Reuptake-Inhibitor (NE/DA/5-HT) als First-in-Class-Wirkstoff. Gutes Sicherheitsprofil.

  • · High-Dose-Centanafadin (CTN) zeigte signifikant größere Verbesserung der ADHS-RS-5-Gesamtscores als Placebo (-16,3 vs. -10,8; p<0,001).
  • · Centanafadin-Effekte traten bereits ab Woche 1 auf und blieben über den 6-wöchigen Studienzeitraum erhalten.
  • · Centanafadin ist ein First-in-Class-Medikament, das Noradrenalin-, Dopamin- und Serotonin-Wiederaufnahme hemmt (Triple-Reuptake-Inhibitor).
  • · Häufigste Nebenwirkungen (≥3%): verminderter Appetit (5%), Hautausschlag (3%), Erbrechen (3%). Alle mild/moderat.
  • · Niedrig-Dosis-CTN erreichte keine statistische Signifikanz im primären Endpunkt.
RCT ADHS 2025 behavioral therapy

Efficacy of internet-based cognitive behavioral therapy for medicated adults with attention-deficit/hyperactivity disorder (ADHD): A randomized controlled trial.

Zhang, S.; Pan, Meirong; Zhang, Li-Qian; Li, Hai-Mei et al. · Psychiatry research

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese randomisiert-kontrollierte Studie (n=86) untersuchte die Wirksamkeit einer 12-wöchigen internetbasierten kognitiven Verhaltenstherapie (iCBT) in Kombination mit Medikation bei Erwachsenen mit ADHS im Vergleich zu reiner Medikation. Die iCBT-Gruppe zeigte signifikant stärkere Verbesserungen in ADHS-Symptomen, Exekutivfunktionen, Lebensqualität, globalem Funktionsniveau und Angst. Diese Effekte blieben über den 12-monatigen Nachbeobachtungszeitraum größtenteils stabil.

  • · Internetbasierte kognitive Verhaltenstherapie (iCBT) in Kombination mit Medikation zeigte im Vergleich zur reinen Medikation signifikant stärkere Verbesserungen der ADHS-Kernsymptome (Effektgröße d = 0,50 nach 12 Wochen, d = 0,59 nach 12 Monaten).
  • · Die iCBT verbesserte die Exekutivfunktionen deutlich stärker als Medikation allein, mit der größten Effektgröße direkt nach der Behandlung (d = 0,87 bei T1), die sich jedoch über 12 Monate hinweg abschwächte (d = 0,25 bei T3).
  • · Die Lebensqualität verbesserte sich in der iCBT+Medikation-Gruppe signifikant gegenüber der Medikations-Gruppe (d = -0,74 nach Behandlung, d = -0,28 nach 12 Monaten), wobei der Effekt über ein Jahr anhielt.
  • · Das globale Funktionsniveau zeigte in der iCBT-Gruppe anhaltend starke Verbesserungen über den gesamten Beobachtungszeitraum (d = 0,66 nach Behandlung, d = 0,85 nach 6 Monaten, d = 0,42 nach 12 Monaten).
  • · Angststörungen als Komorbiditäten profitierten ebenfalls von der iCBT-Intervention, jedoch nur unmittelbar nach der Behandlung mit statistisch relevantem Effekt (d = 0,43 bei T1); Langzeiteffekte auf Angst waren weniger ausgeprägt.
Beobachtungsstudie ADHS 2025 amygdala

Emotion regulation strategy and its relationship with emotional dysregulation in children with attention-deficit/hyperactivity disorder: behavioral and brain findings.

Qianrong, Liu; Yuan, Feng; Wai, Chen; Yu, Zhu et al. · European child & adolescent psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Observationsstudie zu Emotionsregulationsstrategien bei ADHS-Erwachsenen auf verhaltens- und neuroimaging-Ebene. ADHS zeigt systematisch andere Strategien (weniger Reappraisal, mehr Unterdrückung) mit amygdalären Korrelaten.

  • · Erwachsene mit ADHS zeigen verringerte kognitive Umbewertung (Reappraisal) und erhöhte expressive Unterdrückung als Emotionsregulationsstrategien.
  • · Diese Strategieunterschiede sind mit Amygdala-PFC-Dysbalance assoziiert; ADHS-Erwachsene haben neuroimaging-Korrelate für maladaptive Emotionsregulation.
  • · Maladaptive Emotionsregulationsstrategien bei ADHS führen zu erhöhter Funktionsbeeinträchtigung und schlechterem Wohlbefinden.
Review ADHS 2025 emotional dysregulation

Emotional dysregulation and Non Suicidal Self Injury in adolescents with ADHD transitioning to young adulthood

Kerbage, H. · European Psychiatry

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Übersichtsarbeit zur Beziehung zwischen ADHS, Emotionsdysregulation und Nicht-Suizidaler Selbstverletzung (NSSI) bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. ED als Mediator; geschlechtsspezifische Unterschiede; klinische Intervention (DBT) empfohlen.

  • · Emotionsdysregulation (ED) mediiert den Zusammenhang zwischen ADHS-Symptomen und Nicht-Suizidaler Selbstverletzung (NSSI) bei Jugendlichen.
  • · Mädchen mit ADHS zeigen höhere NSSI-Raten, häufig mediiert durch komorbide Depression und Substanzgebrauch.
  • · ADHS mit vorwiegend unaufmerksamem Typ stärker mit NSSI assoziiert als hyperaktiver/impulsiver Typ; Angst als signifikanter Mediator.
  • · DBT und emotionsregulatorische Interventionen bei ADHS+NSSI empfohlen.
Andere verwandt 2025 hippocampus

Episodic and associative memory from spatial scaffolds in the hippocampus.

Sarthak, Chandra; Sugandha, Sharma; Rishidev, Chaudhuri; Ila, Fiete · Nature

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Theoretisches Netzwerkmodell hippocampaler Funktionen für räumliche Navigation und episodisches Gedächtnis. Grundlagenforschung; kein ADHS-Bezug.

  • · Neokortikales-entorhinales-hippocampales Netzwerk ermöglicht sowohl räumliche Karten als auch sequenzielle episodische Erinnerungen.
  • · Hippocampale Schaltkreise für Navigation und episodisches Gedächtnis teilen gemeinsame Mechanismen.
Review ADHS 2025 adhd executive function prefrontal cortex

Executive Function and Brain Region Development in ADHD: Mechanisms and Interventions in the Prefrontal Cortex and Related Circuits

Bian, Jinhu; Liu, Xiaoman; Wang, Changming · Advances in Precision Medicine

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Übersichtsartikel (2025) zu exekutiven Funktionsdefiziten bei ADHS und deren neurobiologischen Substraten. PFC, Parietallappen und Basalganglien als Schlüsselregionen. Behandlungsoptionen für EF-Defizite integriert.

  • · ADHS-Kerndefizite in Aufmerksamkeitskontrolle, Impulshemmung und Arbeitsgedächtnis hängen mit strukturellen/funktionellen Abnormalitäten in PFC, Parietallappen und Basalganglien zusammen.
  • · Entwicklungsverzögerungen und -dysregulationen in PFC und assoziierten Regionen führen zu exekutiven Funktionsdefiziten bei ADHS.
  • · Kognitives Training, pharmakologische Behandlung und Verhaltenstherapien verbessern exekutive Funktionen, insbesondere durch Verbesserung der PFC-Funktion.
Review ADHS 2025 cbt adhd

Expanded Literature Review on ADHD and Cognitive Behavioral Therapy (CBT) in the Iranian Context

Hashemi, S.; Zulkefly, Nor Sheereen; W.Sulaiman, Wan Aliaa; Kadir, Hayati Binti et al. · Psikoeduko: Jurnal Psikologi Edukasi dan Konseling

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieser erweiterte Literaturreview untersucht den Einsatz von Kognitiver Verhaltenstherapie (KVT) bei Jugendlichen mit ADHS im iranischen Kontext. KVT zeigt weltweit dokumentierte Wirksamkeit bei der Verbesserung von Selbstregulation, exekutiven Funktionen, emotionaler Regulation und Eltern-Kind-Beziehungen. Die Autoren betonen, dass kulturell adaptierte KVT-Modelle für den iranischen Kontext entwickelt und empirisch geprüft werden sollten.

  • · Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) verbessert bei Jugendlichen mit ADHS die Selbstregulation, exekutive Funktionen und das Selbstwertgefühl durch Bearbeitung maladaptiver kognitiver Muster und Verhaltensweisen.
  • · KVT-Interventionen unter Einbeziehung der Eltern verbesserten die Eltern-Kind-Beziehung, reduzierten familiären Stress und förderten die Kommunikation innerhalb der Familie.
  • · Neuroimaging-Studien deuten darauf hin, dass KVT die Gehirnaktivität in Regionen beeinflusst, die für Aufmerksamkeit und Impulskontrolle zuständig sind; weitere Forschung in kulturell diversen Settings ist jedoch erforderlich.
  • · KVT verbessert bei Jugendlichen mit ADHS nachweislich Bewältigungsstrategien, emotionale Regulation und interpersonelle Beziehungen und reduziert damit ADHS-Symptome.
  • · Im iranischen Kontext (Teheran) bleibt die Anwendung von KVT bei ADHS weitgehend unerforscht; soziokulturelle Faktoren wie Familiendynamik und akademische Erwartungen könnten Behandlungsergebnisse beeinflussen und kulturell adaptierte KVT-Modelle erfordern.
Beobachtungsstudie ADHS 2025 methylphenidate sexual dysfunction dopaminergic pathways

From hyper- to hypo-: ADHD medications & sexual dysfunction

Hale, Elijah W.; Igoe, Tyler J.; Bernat, Oscar R.; Cohan, Tyler D. et al. · The Journal of Sexual Medicine

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Observationsstudie zur Assoziation zwischen ADHS-Medikamenten und sexueller Dysfunktion bei Jugendlichen. Differenziertes Bild: ADHS selbst und Medikamente beeinflussen sexuelle Gesundheit unterschiedlich.

  • · Jugendliche mit ADHS haben erhöhtes Risiko für sexuelle Dysfunktion; Stimulanzien können Hypersexualität oder sexuelle Dysfunktion verursachen.
  • · Atomoxetin ist mit höherem Risiko für sexuelle Dysfunktion assoziiert als Stimulanzien; Unterschiede zwischen Methylphenidat und Amphetaminen vorhanden.
  • · Sexuelle Gesundheit bei ADHS ist untererforscht; ADHS-Symptome und Medikamente interagieren komplex mit sexuellen Funktionen.
Beobachtungsstudie ADHS 2025 nucleus accumbens default mode network dopaminergic pathways

Functional connectivity of the nucleus accumbens predicts clinical course in medication adherent and non-adherent adult ADHD

Zaher, Ahmed; Leonards, Jan; Reif, A.; Grimm, Oliver · Scientific Reports

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Longitudinale fMRI-Studie an 54 erwachsenen ADHS-Patienten untersucht funktionelle Konnektivität des Nucleus accumbens als Prädiktor für den klinischen Verlauf. Reduzierte NAc-DMN-Konnektivität war mit höherer Symptomlast assoziiert; unterschiedliche Muster fanden sich bei langzeitbehandelten vs. abgebrochenen Patienten.

  • · Reduzierte funktionelle Konnektivität des Nucleus accumbens (NAc) zum Default Mode Network (DMN) war mit höherer initialer ADHS-Symptomlast assoziiert.
  • · Verbesserung der ADHS-Symptome korrelierte mit reduzierter NAc-Konnektivität zum Salience Network (SN).
  • · Langzeitbehandelte Patienten zeigten andere prognostische FC-Muster als Patienten, die die Behandlung abbrachen.
  • · Dopaminerge funktionelle Konnektivität hat prognostischen Wert für den klinischen Verlauf bei ADHS.
Beobachtungsstudie ADHS 2025 locus coeruleus

Gabapentin fails to provide analgesia while duloxetine remains effective in an attention deficit hyperactivity disorder rat model with neuropathic pain.

He, Xin; Koibuchi, Ikuya; Arai, Yuki; Suto, Takashi et al. · Brain research

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Tierstudie untersuchte die analgetischen Effekte von Gabapentin und Duloxetin in einem ADHS-Rattenmodell (SHR) mit neuropathischem Schmerz durch spinale Nervligatur. Gabapentin versagte bei SHR-Ratten aufgrund einer abgeschwächten Locus-coeruleus-Aktivierung, während Duloxetin durch LC-unabhängige Erhöhung spinaler Noradrenalinkonzentrationen in beiden Gruppen wirksam blieb. Die Ergebnisse bieten einen möglichen Mechanismus für die häufige Komorbidität von ADHS und chronischem Schmerz.

  • · Gabapentin zeigte im ADHS-Rattenmodell (SHR) nach spinaler Nervligatur keine analgetische Wirkung bei mechanischer Hypersensitivität, während es bei Kontrollratten dosisabhängige Effekte erzielte.
  • · Die fehlende analgetische Wirkung von Gabapentin bei SHR-Ratten ist auf eine abgeschwächte Aktivierung des Locus coeruleus (LC) zurückzuführen, der normalerweise durch Gabapentin aktiviert wird und Noradrenalin in das spinale Hinterhorn freisetzt.
  • · Duloxetin (SNRI) erzielte in beiden Rattenstämmen dosisabhängige anti-allodynische Effekte, indem es spinale Noradrenalinkonzentrationen erhöhte – unabhängig von der LC-Aktivierung.
  • · SHR-Ratten weisen ein beeinträchtigtes noradrenerges Schmerzhemmsystem auf, ähnlich wie bei chronischen Schmerzpatienten und in Spätphasen neuropathischer Schmerzmodelle beobachtet.
  • · Chronische Schmerzpatienten mit ADHS-Symptomen könnten besonders von Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern (wie Duloxetin) profitieren, da diese die spinale NA-Konzentration LC-unabhängig erhöhen.
Beobachtungsstudie ADHS 2025 guanfacine

Guanfacine in the Management of Attention Deficit Hyperactivity Disorder in Children and Adolescents: Insights from a Turkish Outpatient Clinic

Yetim, B.M.; Temeltürk, Rahime Duygu; Kara, Esma; Çakıroğlu, Müge et al. · Ankara Üniversitesi Tıp Fakültesi Mecmuası

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Retrospektive Fallserie aus einer türkischen Kinderpsychiatrie-Ambulanz zu Extended-Release-Guanfacin bei 23 Kindern und Jugendlichen mit ADHS (8–17 Jahre). Guanfacin ER wurde als wirksam, sicher und gut verträglich eingestuft. Neben ADHS-Symptomen wurden auch Reizbarkeit, oppositionelles Verhalten, Aggression und Tics positiv beeinflusst.

  • · Guanfacin (Extended Release) wurde in einer retrospektiven Fallserie mit 23 Kindern und Jugendlichen (8–17 Jahre) mit ADHS als gut verträglich, sicher und wirksam zur Reduktion von ADHS-Kernsymptomen bewertet.
  • · Neben der ADHS-Symptomreduktion zeigte Guanfacin ER eine positive Wirkung auf Reizbarkeit, oppositionell-trotziges Verhalten, aggressives Verhalten und Tics bei Kindern mit komorbiden neuroenwicklungsbedingten Störungen.
  • · Die Stichprobe bestand aus 18 männlichen und 5 weiblichen Patienten; komorbide psychiatrische Diagnosen, frühere Behandlungsverläufe und die Indikation zur Guanfacin-Initiierung oder Augmentation wurden dokumentiert.
  • · Das Nebenwirkungsprofil sowie die Gründe für ein etwaiges Absetzen von Guanfacin wurden erfasst; das Medikament wurde insgesamt als sicher eingestuft.
  • · Die Studie stammt aus einer türkischen ambulanten Kinderpsychiatrie und liefert klinische Praxisdaten zur Guanfacin-Anwendung in einem nicht-westlichen Versorgungskontext.
RCT ADHS 2025 emotional dysregulation

Gut microbiome changes with micronutrient supplementation in children with attention-deficit/hyperactivity disorder: the MADDY study.

Ast, Hayleigh K; Hammer, Matthew; Zhang, Shiqi; Bruton, Alisha et al. · Gut microbes

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die MADDY-Studie untersuchte die Auswirkungen von Mikronutrient-Supplementation auf die Darmmikrobiota bei 44 Kindern mit ADHS mittels 16S-rRNA-Sequenzierung. Die Ergebnisse zeigen signifikante Veränderungen in der mikrobiellen Zusammensetzung und Diversität sowie einen Anstieg von Butyrat-produzierenden Bakterien bei klinischen Respondern. Dies deutet darauf hin, dass die Darmmikrobiota ein möglicher biologischer Mechanismus ist, durch den Mikronutriente ADHS-Symptome, insbesondere Aufmerksamkeit und emotionale Dysregulation, verbessern.

  • · Mikronutrient-Supplementation führte zu signifikanten Veränderungen in der mikrobiellen Evenness (Alpha-Diversität) und Beta-Diversität (Bray-Curtis) im Stuhlmikrobiom von Kindern mit ADHS.
  • · Das Phylum Firmicutes zeigte eine signifikante Abnahme in der Mikronutrient-Gruppe im Vergleich zur Placebo-Gruppe.
  • · Zwei Butyrat-produzierende Bakterienfamilien zeigten einen signifikanten Anstieg bei Mikronutrient-Respondern im Vergleich zu Non-Respondern.
  • · Mikronutrient-Supplementation verbesserte Aufmerksamkeitsdefizite und emotionale Dysregulation über eine Modulation der Darmmikrobiota-Zusammensetzung.
  • · Spezifische bakterielle Veränderungen waren mit dem Ansprechen auf Mikronutrient-Supplementation assoziiert und könnten als potenzielle biologische Marker für klinische Verbesserung dienen.
Andere verwandt 2025 dopaminergic pathways

Gut microbiota modulates synaptic plasticity, connectivity, and dopamine transmission in the VTA-mPFC pathway in bipolar depression.

Tang, Anying; Chen, Yiwen; Si, Ke; Lai, Jianbo et al. · Molecular psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Mausstudie zeigt, dass Gut-Dysbiose aus bipolaren Depressionspatienten dopaminerge VTA-mPFC-Transmission und synaptische Plastizität im mPFC verändert. Liefert mechanistische Einblicke in Mikrobiom-Gehirn-Achse bei affektiven Störungen.

  • · Fäkale Mikrobiota-Transplantation aus bipolaren Depressionspatienten induziert Depression-ähnliches Verhalten und reduzierte dendritische Spine-Dichte im mPFC bei Mäusen.
  • · Gut-Dysbiose bei bipolarer Depression ist assoziiert mit veränderter VTA→mPFC-Konnektivität und reduzierter Dopamin-Antwort.
  • · Synaptische Plastizitätsveränderungen ('Translation at postsynapse') wurden als Schlüsselprozess bei Dysbiose-induzierter Depression identifiziert.
Beobachtungsstudie ADHS 2025 norepinephrine

Heart Rate Variability Prediction of Stimulant-Induced Creativity Gains in Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder

Appling, Carrina; Nuraini, Nanan; Hart, Eric; Wang, David et al. · Journal of Clinical Medicine

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Pilotstudie untersuchte die Beziehung zwischen Herzfrequenzvariabilität (HRV) als Marker der autonomen Nervensystemfunktion und kreativitätsbezogenen Gewinnen durch Psychostimulanzien bei ADHS. Entgegen der Hypothese war die Baseline-HRV nicht prädiktiv für verbesserte Kreativität unter Stimulanzienbehandlung, was darauf hindeutet, dass das noradrenerge System möglicherweise eine geringere Rolle spielt als das dopaminerge System.

  • · Die Baseline-HRV-Maßnahme pNN50 war nicht prädiktiv für verbesserte Kreativitätsgewinne bei konvergenten oder divergenten Denkaufgaben unter Stimulanzienbehandlung.
  • · ADHS ist neurobiologisch mit suboptimalen Dopamin- und Noradrenalin-Spiegeln assoziiert und wird typischerweise mit Psychostimulanzien behandelt.
  • · Psychostimulanzien verbessern die Fähigkeiten des divergenten Denkens bei Personen mit ADHS.
  • · Die fehlende Beziehung zwischen Baseline-HRV und stimulanzienabhängigen Veränderungen deutet darauf hin, dass das noradrenerge System möglicherweise keine Rolle bei der Auswirkung von Stimulanzien auf Kreativität spielt.
  • · Die Ergebnisse legen nahe, dass dopaminerge Effekte der vorherrschende Faktor bei der Auswirkung von Stimulanzien auf Kreativität in ADHS sein könnten, während das noradrenerge System möglicherweise stärker in konvergentes Denken involviert ist.
Andere verwandt 2025 basal ganglia

How circuits for habits are formed within the basal ganglia

Grillner, Sten · Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Review zu Schaltkreismechanismen der Gewohnheitsbildung in den Basalganglien. Kein direkter ADHS-Bezug; Grundlagenforschung zu Basalganglien-Habituierung.

  • · Motorische Gewohnheiten werden initial über Kortex-Striatum-Synapsen gelernt, nach Konsolidierung aber durch thalamo-striatale Synapsen im sensorimotorischen DLS kontrolliert.
  • · DLS-abhängige Habituierung unterscheidet sich funktionell und anatomisch vom zielgerichteten Lernen im dorsomedialen Striatum.
Andere verwandt 2025 amygdala

Ibudilast perpetuates stress-induced anxiety-like behavior and fear memory expression in adult Sprague-Dawley rats.

Enga Rachel, M; Naderi Aurian, O; Scott Emily, M; Coachman Kilana, D et al. · The Journal of pharmacology and experimental therapeutics

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Tierexperimentelle Studie an Sprague-Dawley-Ratten untersucht Effekte des Gliazellaktivierungs-Attenuators Ibudilast auf stressinduziertes Angstverhalten und Furchtgedächtnis. Kontraintuitive Befunde: IBUD verstärkte stressbedingte Angstreaktionen statt sie zu mindern.

  • · Ibudilast (IBUD) verstärkte stressinduziertes Angstverhalten in der EPM und die Furchtgedächtnisexpression bei Ratten.
  • · IBUD beeinflusste neuroinflammatorische Zytokin/Chemokinspiegel in verschiedenen Hirnregionen nach Stressor-Exposition.
  • · Entgegen der Hypothese wirkte IBUD in diesem Modell anxiogen statt anxiolytisch.
Beobachtungsstudie ADHS 2025 parietal cortex

Impact of the polygenic risk scores for attention-deficit/hyperactivity disorder in Alzheimer's disease.

Leffa, Douglas T; Povala, Guilherme; Bellaver, Bruna; Ferrari-Souza, João Pedro et al. · Alzheimer's & dementia : the journal of the Alzheimer's Association

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die Studie untersuchte bei 938 kognitiv beeinträchtigten Personen (674 MCI, 264 Demenz) den Einfluss polygenischer Risikoscores für ADHS auf Alzheimer-Biomarker und Kognition. Höhere ADHD-PRS waren mit schlechterer Exekutivfunktion, erhöhtem phosphoryliertem Tau im Liquor (bei Demenz) und Glukosehypometabolismus in Frontal- und Parietalcortex assoziiert. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die genetische Prädisposition für ADHS den Krankheitsverlauf bei Alzheimer-Demenz negativ beeinflusst.

  • · Höhere ADHS-polygene Risikoscores (ADHD-PRS) waren mit schlechterer Exekutivfunktion bei Personen mit milder kognitiver Beeinträchtigung (MCI) sowie bei Alzheimer-Demenz assoziiert.
  • · Bei Demenz-Patienten mit höherem ADHD-PRS wurden erhöhte Spiegel von phosphoryliertem Tau im Liquor gemessen, jedoch keine Unterschiede bei Amyloid-beta.
  • · Erhöhte ADHD-PRS waren mit Glukosehypometabolismus in Frontal- und Parietalcortex assoziiert, gemessen mittels FDG-PET.
  • · Der Hypometabolismus im Parietalcortex mediierte den Effekt des ADHD-PRS auf die Exekutivfunktion bei Alzheimer-Demenz.
  • · Die genetische Risikolast für ADHS (ADHD-PRS) ist damit mit einem schwereren klinischen Verlauf der Alzheimer-Erkrankung assoziiert, einschließlich verstärkter Tau-Pathologie und kortikalem Hypometabolismus.
Andere ADHS 2025 prefrontal cortex

Integrating Genetic and Single-Cell Genomic Data to Reveal Brain Cell-Specific Regulation of Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder Risk in the Prefrontal Cortex.

Gui, Jiawei; Xia, Ziyi; Wan, Keqi; Dong, Xiangli et al. · Brain and behavior

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Die Studie integrierte Einzelzell-cis-eQTL-Daten aus dem präfrontalen Kortex mit ADHS-GWAS-Daten und nutzte Mendelsche Randomisierung sowie Bayesianische Kolokalisation, um zelltypspezifische genetische Regulationsmechanismen des ADHS-Risikos zu identifizieren. Es wurden 24 Gene gefunden, die kausal mit ADHS-Risiko verknüpft sind, darunter das Astrozyten-Gen VIM als besonders robuster Befund. Die Ergebnisse legen nahe, dass Astrozyten, inhibitorische Neuronen und Oligodendrozyten im präfrontalen Kortex distinkte Rollen in der genetischen ADHS-Pathogenese spielen.

  • · Die MR-Analyse identifizierte 24 zelltypspezifische Gene im präfrontalen Kortex, die kausal mit dem ADHS-Risiko assoziiert sind, darunter VIM in Astrozyten (β = 0.167, p = 1.63 × 10⁻⁵).
  • · Die Bayesianische Kolokalisation bestätigte für 24 Gene geteilte genetische Signale mit ADHS, wobei VIM in Astrozyten mit einer PPH4 von 90,8 % besonders stark unterstützt wurde.
  • · Bestimmte kausal assoziierte Genvarianten zeigten stärkere Effekte bei spezifischen ADHS-Subtypen (kindliche, spät diagnostizierte oder persistierende ADHS), was auf subtyp-spezifische genetische Mechanismen hindeutet.
  • · Der Anteil inhibitorischer Neuronen und Oligodendrozyten im präfrontalen Kortex war mit spezifischen ADHS-Subtypen assoziiert, was auf zelltypspezifische Proportionsunterschiede als Risikomerkmal hindeutet.
  • · Bioinformatische Analysen zeigten, dass Risikogene in bestimmten Hirnzelltypen und ADHS-relevanten Signalwegen angereichert sind, was die MR-Befunde funktionell unterstützt.
Review ADHS 2025 tricyclic antidepressants

Management of treatment refractory attention-deficit/hyperactivity disorder in children and adolescents.

Wagner, K. · Psychopharmacology bulletin

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Übersichtsarbeit behandelt die Behandlung therapierefraktärer ADHS bei Kindern und Jugendlichen. Sie betont, dass Psychostimulanzien Erstlinienmedikamente sind und dass mindestens zwei Versuche erforderlich sind, bevor alternative Strategien erwogen werden. Mit Ausnahme von tricyclischen Antidepressiva existieren für die meisten Nicht-Stimulanzien-Alternativen unzureichende kontrolierte Daten bezüglich Wirksamkeit und Sicherheit.

  • · Psychostimulanzien sind die Erstlinienbehandlung für ADHS bei Kindern und Jugendlichen.
  • · Mindestens zwei Psychostimulanzien-Versuche sollten durchgeführt werden, bevor ADHS als therapierefraktär gilt.
  • · Tricyclische Antidepressiva sind die einzige Klasse von Nicht-Stimulanzien mit ausreichender Evidenz aus kontrollierten Studien für die ADHS-Behandlung im Kindesalter.
  • · Diagnostische Genauigkeit, Komorbiditäten, psychosoziale Faktoren, Medikamentencompliance und Symptome in verschiedenen Kontexten sollten vor alternativen Medikamentenversuchen überprüft werden.
  • · Für die meisten Nicht-Stimulanzien-Medikamente gibt es einen Mangel an kontrollierten Studien mit ausreichender Stichprobengröße zur Unterstützung ihrer Wirksamkeit und Sicherheit bei ADHS im Kindesalter.
Review ADHS 2025 adhd methylphenidate dopaminergic pathways

Methylphenidate, Sleep, and the “Stimulant Paradox” in Adult ADHD: A Conceptual Framework for Integrating Chronopharmacotherapy and Coaching

Jaeschke, Rafał R; Sułkowska, Joanna Z. · Journal of Clinical Medicine

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Konzeptueller Narrativreview zum 'Stimulanz-Paradoxon' bei Erwachsenen-ADHS und Chronopharmakotherapie als Rahmenkonzept. Diskutiert Timing-abhängige Effekte von Stimulanzien auf Schlaf und Symptomkontrolle sowie Coaching als Ergänzung. Empirische Evidenz fehlt weitgehend.

  • · Das 'Stimulanz-Paradoxon' bei ADHS beschreibt timing-abhängige Trade-offs zwischen therapeutischen Effekten und Schlafstörungen bei abendlicher Einnahme.
  • · Chronopharmakotherapie-Ansatz: Anpassung der Medikationszeiten an zirkadiane und homöostatische Prozesse könnte Outcomes optimieren.
  • · ADHS-Coaching als komplementäre Strategie kann timing-sensitive Routinen unterstützen und Adhärenz verbessern.
  • · Empirische Untersuchungen zu optimalen Uhrzeiten, Chronotyp-Stratifizierung und Formulierungsabhängigkeit fehlen weitgehend.
Meta-Analyse ADHS 2025 mindfulness adhd

Mindfulness-based interventions for adults with ADHD: A systematic review and meta-analysis.

Kim, Hwan-Hee; Jung, Nam-Hae · Medicine

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse (10 kontrollierte Studien) untersuchte die Wirksamkeit achtsamkeitsbasierter Interventionen (MBIs) bei Erwachsenen mit ADHS. MBIs zeigten signifikante moderate Effekte auf selbstberichtete und fremdbeurteilte ADHS-Kernsymptome sowie auf funktionelle Outcomes. Auf emotionales Wohlbefinden und Achtsamkeitsfähigkeiten wurden hingegen keine signifikanten Effekte gefunden.

  • · Achtsamkeitsbasierte Interventionen (MBIs) verbesserten selbstberichtete ADHS-Symptome signifikant (SMD = 0,48; 95%-KI [0,19; 0,76]).
  • · Fremdbeurteilte ADHS-Symptome verbesserten sich durch MBIs ebenfalls signifikant (SMD = 0,32; 95%-KI [0,09; 0,56]), was den Selbstbericht-Befund stützt.
  • · Funktionelle Outcomes (z.B. Lebensqualität) zeigten die stärkste Verbesserung durch MBIs (SMD = 0,56; 95%-KI [0,22; 0,90]).
  • · Auf negative Affekte, positive Affekte und Achtsamkeitsfähigkeiten hatten MBIs keine statistisch signifikanten Auswirkungen; die Effekte auf emotionales Wohlbefinden bleiben unklar.
  • · Die Analyse basiert auf 10 kontrollierten Studien (mit oder ohne Randomisierung) an Erwachsenen mit ADHS, die bis 2023 in MEDLINE, CINAHL und PsycINFO publiziert wurden.
Andere verwandt 2025 dopaminergic pathways

miR-218 Regulates the Excitability of VTA Dopamine Neurons and the Mesoaccumbens Pathway in Mice

Pulcrano, Salvatore; D’Addario, S. L.; Federici, M.; Mercuri, N. et al. · Brain Sciences

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Mausstudie untersucht Rolle von miR-218-1 und miR-218-2 bei der Regulation von VTA-Dopaminneuronen und mesoakumbaler Dopaminfreisetzung. miR-218-1 ist entscheidend für normale VTA-Funktion; dessen Fehlen führt zu DA-Defizit im NAcc.

  • · miR-218-1 ist der dominante Regulator der Exzitabilität von VTA-Dopaminneuronen im Mesencephalon.
  • · Deletion von miR-218-1 führt zu Hyperexzitabilität der VTA-Neuronen und reduziertem DA-Efflux im Nucleus accumbens.
  • · KO1-Mäuse zeigen eine Tendenz zu angst-ähnlichem Verhalten, was auf Verhaltensrelevanz von VTA-Dysregulation hinweist.
Andere verwandt 2025 dopaminergic pathways

Modulation of comorbid depression of neuropathic pain by dopamine input from VTA to the ventral hippocampus

Ji, Yuanyuan; Xiao, Yifan; Bai, X.; Gu, Junxiang et al. · Theranostics

Zusammenfassung & 1 Kernbefunde

Tierexperiment zu VTA-Hippocampus-Dopamin-Projektion bei chronischem Schmerz und komorbider Depression. Kein ADHS-Bezug.

  • · VTA-vHPC-Dopaminprojektionen modulieren komorbide Depression bei chronischem neuropathischem Schmerz.
RCT ADHS 2025 adhd adhd inattentive methylphenidate

Multidimensional Comparison of Methylphenidate and Atomoxetine in the Treatment of Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder in Children, a 12-Week, Open-Label, Head-to-Head Clinical Trial

Chen, Lin; Du, Wenran · Psychiatry Investigation

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

RCT (N=60 ADHS-Kinder) vergleicht Methylphenidat OROS vs. Atomoxetin über 12 Wochen. Vergleichbare Wirksamkeit auf Kernsymptome und exekutive Funktionen; Methylphenidat schneller, Atomoxetin besser bei Angst.

  • · Methylphenidat (OROS) und Atomoxetin zeigen vergleichbare Wirksamkeit auf ADHS-Kernsymptome in dieser 12-wöchigen RCT (N=60 Kinder, 6-14 Jahre).
  • · Beide Medikamente verbessern exekutive Funktionen (WCST, DST) und Verhalten/emotionale Probleme über 12 Wochen.
  • · Methylphenidat zeigt schnelleren Wirkungseintritt; Atomoxetin zeigt günstigeres Profil bei Angst-Komorbiditäten.
Review ADHS 2025 adhd dopaminergic pathways noradrenergic system

Multidimensional Evaluation of Lisdexamfetamine: Pharmacology, Therapeutic Use, Toxicity and Forensic Implications.

Mariana, Silva-Carvalho; José, Barbosa Daniel; Diana, Dias da Silva; Jorge, Dinis-Oliveira Ricardo · Basic & clinical pharmacology & toxicology

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Multidimensionaler Review zu Lisdexamfetamin (LDX/Elvanse/Vyvanse) mit Fokus auf Pharmakologie, therapeutischen Anwendungen und forensischen Implikationen. LDX als Prodrug ermöglicht kontrollierte Amphetamin-Freisetzung; klinische Wirksamkeit bei ADHS und BED gut dokumentiert.

  • · Lisdexamfetamin (LDX) ist ein Prodrug von d-Amphetamin mit enzymatischer Konversion, die eine prolongierte und kontrollierte Wirkstofffreisetzung ermöglicht.
  • · LDX wirkt primär durch Erhöhung der DA- und NE-Freisetzung im ZNS und verbessert Aufmerksamkeit, Fokus und Impulskontrolle bei ADHS.
  • · Häufige Nebenwirkungen umfassen Insomnie, Appetitminderung, Gewichtsverlust und Mundtrockenheit.
  • · Forensische Relevanz: LDX hat ein Missbrauchspotenzial, das durch die Prodrug-Struktur geringer ist als bei direktem d-Amphetamin.
Beobachtungsstudie ADHS 2025 norepinephrine

Multimodal biomarker based on temporal complexity of eye movements and pupil diameter in attention-deficit/hyperactivity disorder

Ueno, Ayumu; Nobukawa, S.; Shirama, Aya · PLOS Mental Health

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Die Studie untersucht die zeitliche Komplexität von Augenbewegungen und Pupillendurchmesser als potenzielle Biomarker für ADHS mittels Multiskalen-Entropie-Analyse. ADHS-Patienten zeigen reduzierte Augenbewegungskomplexität und erhöhte Pupillendurchmesser, Merkmale die durch das LC-NE-System vermittelt werden. Die Kombination beider Parameter verbessert die diagnostische Genauigkeit von ADHS erheblich.

  • · Patienten mit ADHS zeigen niedrigere zeitliche Komplexität bei Augenbewegungen im Vergleich zu Kontrollgruppen, gemessen durch Multiskalen-Entropie-Analyse.
  • · ADHS-Patienten weisen größere Pupillendurchmesser auf, die durch abnormale Aktivität des Locus-coeruleus-Norepinephrin-Systems reguliert werden.
  • · Die Kombination von Pupillengröße und zeitlicher Komplexität der Augenbewegungen erhöht die diagnostische Genauigkeit von ADHS signifikant.
  • · Ein multimodaler Biomarker-Ansatz basierend auf Augenbewegungsmustern und Pupillendurchmesser zeigt diagnostisches Potenzial für die klinische ADHS-Diagnose bei Erwachsenen.
Review ADHS 2025 amygdala

Neurobiological Relationships Between Neurodevelopmental Disorders and Mood Disorders.

Gollo, Bertollo Amanda; Ferreira, Puntel Camila; Varela, da Silva Brunna; Marcio, Martins et al. · Brain sciences

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Review zu neurobiologischen Beziehungen zwischen neurodevelopmentalen Störungen (ADHS, ASD) und Stimmungsstörungen. Gemeinsame amygdaläre und monoaminerge Substrate; Implikationen für Komorbidität.

  • · ADHS und Stimmungsstörungen (Depression, Bipolar) teilen neurobiologische Grundlagen: Amygdala-Hyperaktivität, PFC-Inhibitionsdefizit, monoaminerge Dysregulation.
  • · Neurodevelopmentale Störungen (ASD, ADHS) ko-okkurrieren häufig mit affektiven Störungen; transdiagnostische Ansätze sind therapeutisch relevant.
Review ADHS 2025 neurofeedback adhd

Neurofeedback for ADHD: Exploring the Role of Quantitative EEG and Brainwave Modulation.

Ölçüoğlu, Rukiye · Brain and behavior

Zusammenfassung & 7 Kernbefunde

Dieses narrative Review untersucht die neurobiologischen Grundlagen von ADHS, den Einsatz von quantitativem EEG (qEEG) zur Identifikation von Biomarkern und die klinische Evidenz für Neurofeedback als nicht-pharmakologische Intervention. Die Autorin beleuchtet Stärken und Grenzen von NFB, darunter bedeutende Placebo-Effekte (~40 %) und fehlende Protokollstandardisierung. Zukünftige großangelegte, kontrollierte Studien werden als notwendig erachtet, um robuste Protokolle zu etablieren.

  • · Neurofeedback (NFB), basierend auf operanter Konditionierung, kann dysfunktionale Gehirnwellenmuster bei ADHS verändern, insbesondere durch Modulation des Theta/Beta-Verhältnisses im EEG.
  • · Quantitatives EEG (qEEG) ermöglicht die Identifikation neurophysiologischer ADHS-Subtypen (kortikale Hypoarousal, Hyperarousal, verzögerte Reifung) und erlaubt die individuelle Anpassung von NFB-Protokollen.
  • · Placebo-Effekte erklären bis zu 40 % der kurzfristigen Symptomverbesserungen bei Neurofeedback-Studien, was die Interpretation von Wirksamkeitsnachweisen erheblich erschwert.
  • · Die Langzeitwirksamkeit von Neurofeedback und deren Vergleichbarkeit mit pharmakologischen Behandlungen bleibt nach aktuellem Forschungsstand nicht eindeutig belegt.
  • · Heterogenität in NFB-Protokollen sowie Variabilität in der ADHS-Neurophysiologie stellen wesentliche Hindernisse für Standardisierung und Generalisierbarkeit der Ergebnisse dar.
Meta-Analyse ADHS 2025 neurofeedback adhd

Neurofeedback training for executive function in ADHD children: a systematic review and meta-analysis.

Zhong, Xiaoke; Yuan, Xiaoxia; Dai, Yuanfu; Zhang, Xinbi et al. · Scientific reports

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse von 17 RCTs (n = 939) untersucht die Wirksamkeit von Neurofeedback-Training (NFT) auf exekutive Funktionen bei Kindern mit ADHS. NFT verbessert signifikant Inhibitionskontrolle und Arbeitsgedächtnis, besonders bei Interventionsdauern über 1.260 Minuten. Die Effekte auf das Arbeitsgedächtnis sind nachhaltiger als die auf die Inhibitionskontrolle.

  • · Neurofeedback-Training (NFT) verbessert bei Kindern mit ADHS die Inhibitionskontrolle signifikant (p < 0,0001) und das Arbeitsgedächtnis signifikant (p < 0,05), basierend auf 17 RCTs mit insgesamt 939 Teilnehmern.
  • · NFT mit einer Gesamtdauer von mehr als 1.260 Minuten zeigte eine stärkere Verbesserung sowohl der Inhibitionskontrolle (p < 0,01) als auch des Arbeitsgedächtnisses (p < 0,01) als kürzere Interventionen.
  • · Die Effekte von NFT auf das Arbeitsgedächtnis erwiesen sich als dauerhafter als auf die Inhibitionskontrolle; die Verbesserung des Arbeitsgedächtnisses zeigte eine stärkere Nachhaltigkeit (p < 0,01) als der Effekt auf die Inhibitionskontrolle (p = 0,05).
  • · Die Verbesserung der globalen exekutiven Funktionen durch NFT erreichte nur einen Trend zur Signifikanz (p < 0,055), was auf eine variablere Wirkung auf übergeordnete exekutive Prozesse hinweist.
  • · Die Studienqualität wurde mit der PEDro-Skala bewertet; die Einschlusskriterien beschränkten sich auf RCTs, was die Evidenzqualität der Metaanalyse stärkt.
Review verwandt 2025 basal ganglia dopaminergic pathways reward

Neuronal encoding of behaviors and instrumental learning in the dorsal striatum.

Christophe, Varin; Alban, de Kerchove d'Exaerde · Trends in neurosciences

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Übersichtsarbeit zur neuronalen Kodierung von Verhalten und instrumentellem Lernen im dorsalen Striatum. Neue Modelle übersteigen klassische antagonistische D1/D2-Konzeption.

  • · Dorsales Striatum kodiert Verhalten und instrumentelles Lernen über koordinierte Aktivität direkter und indirekter Wege, nicht nur antagonistisch.
  • · Striatale Neurone zeigen selektives Feuern für Aktionssequenzen, Belohnungen und behaviorale Strategien; relevant für Gewohnheitsbildung.
Review ADHS 2025 tricyclic antidepressants

Nonstimulant Medications for Treatment of Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder in Children and Adolescents.

Vilus, Jean Taj; Engelhard, Caitlin · Pediatric annals

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Das Paper ist eine umfassende Übersichtsarbeit zu Nicht-Stimulanzien-Medikationen für ADHS bei Kindern und Jugendlichen. Es empfiehlt Alpha-Agonisten und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer als erste Alternative zu Stimulanzien, während trizyklische Antidepressiva nur als Third-Line-Option gelten. Eine individualisierte, kombinierte pharmakologische und nicht-pharmakologische Behandlung mit regelmäßiger Reassessment wird als optimales Vorgehen besonders für Patienten mit Suchtrisiko befürwortet.

  • · Nicht-Stimulanzien wie Alpha-Agonisten (Guanfacin ER, Clonidin ER) und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (Atomoxetin, Viloxazin) sind empfohlene Alternativen für Patienten, die Stimulanzien nicht vertragen oder unzureichend ansprechen.
  • · Trizyklische Antidepressiva werden nur als Third-Line-Option off-label für ADHS eingesetzt und sind nicht empfohlen.
  • · Bei Patienten mit ADHS und Suchtgeschichte werden Medikationen mit reduziertem Suchtpotential empfohlen, da Stimulanzien ein erhöhtes Missbrauchsrisiko bergen.
  • · Kognitive Verhaltenstherapie zeigt moderate Wirksamkeit bei der Reduktion von ADHS-Symptomen und Verbesserung der emotionalen Funktionsfähigkeit, besonders bei komorbiden Angststörungen.
  • · Eine individualisierte Behandlung mit Reassessments alle zwei Monate ermöglicht sichere Dosisanpassungen und Integration nicht-pharmakologischer Ansätze ohne Beeinträchtigung der Versorgungsqualität.
Beobachtungsstudie ADHS 2025 sleep disorders adhd

Obstructive Sleep Apnea and Sleep Disorders in Children with Attention Deficit Hyperactivity Disorder

Nguyen-Thi-Phuong, M.; Nguyen-Thi-Thanh, M.; Goldberg, Robert; Nguyen, H. L. et al. · Pulmonary Therapy

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Querschnittsstudie mit 629 Kindern (6–12 Jahre) mit ADHS-Diagnose zeigt, dass Schlafstörungen in 70% der Fälle vorliegen, mit Insomnie und obstruktiver Schlafapnoe als Hauptformen. Der inattentive ADHS-Subtyp, psychiatrische Komorbiditäten und körperliche Faktoren wie Adenoid-Hypertrophie sind signifikant mit Schlafstörungen assoziiert. Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit routinemäßiger Schlaf-Screenings in der klinischen ADHS-Evaluation.

  • · Bei 70,0% der Kinder mit ADHS wurden Schlafstörungen diagnostiziert, wobei Insomnie (40,2%), obstruktive Schlafapnoe (23,4%) und Parasomnien (27,8%) die häufigsten Störungen waren.
  • · Der inattentive ADHD-Subtyp zeigte eine signifikante Assoziation mit Schlafstörungen bei Kindern mit ADHS.
  • · Psychiatrische Komorbiditäten, Tonsillen- und Adenoid-Hypertrophie sowie Eisenmangel-Anämie waren signifikant mit Schlafstörungen assoziiert.
  • · Schlafstörungen können ADHD-Symptome verschärfen und sich negativ auf kognitive, emotionale und Verhaltensleistungen auswirken.
  • · Eine routinemäßige Schlaf-Screening sollte in klinische ADHS-Evaluationen integriert werden, um frühzeitig Schlafstörungen zu identifizieren.
Andere verwandt 2025 emotional dysregulation rejection sensitivity

Oxytocin and rejection sensitivity: a comparative biomarker study in women with borderline personality and eating disorders.

Ruiz-Guerrero, F.; Barrio, A. G. D.; Torre-Luque, A. D. la; MacDowell, K. S. et al. · Spanish journal of psychiatry and mental health

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Biomarker-Studie zu Oxytocin und Ablehnungssensitivität bei BPD und Essstörungen. Kein ADHS-Fokus, aber Ablehnungssensitivität ist auch ein ADHS-Merkmal.

  • · Oxytocin-Dysregulation ist bei BPD und Essstörungen mit sozialen Kognitionsdefiziten und Ablehnungssensitivität assoziiert.
  • · Ablehnungssensitivität ist ein Merkmal emotionaler Dysregulation, das BPD, ED und verwandte Störungen charakterisiert.
Review ADHS 2025 cbt adhd

PET Imaging in Psychiatric Disorders.

Ferrando, Rodolfo; Hernandes, Daniel; Ghini, Bruno Galafassi; Coutinho, Artur Martins · Seminars in nuclear medicine

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieses umfassende Review synthetisiert den aktuellen Forschungsstand zur PET-Bildgebung bei psychiatrischen Störungen, darunter Schizophrenie, Stimmungsstörungen, Autismus-Spektrum-Störungen, ADHS und Suchterkrankungen. Es werden Befunde zu Hirnmetabolismus, Neurotransmitterdynamik und Neuroinflammation dargestellt sowie das klinische Potenzial für Differentialdiagnostik und Therapieüberwachung diskutiert. Die ADHS-spezifischen Inhalte sind im breiteren neurodevelopmentalen Kontext eingebettet und nicht primärer Fokus des Reviews.

  • · PET-Bildgebung ermöglicht die In-vivo-Messung von regionalem Hirnmetabolismus, Neurotransmitterdynamik, Rezeptorbindung, synaptischer Dichte und Neuroinflammation bei psychiatrischen Störungen, einschließlich ADHS.
  • · F-FDG-PET zeigt konsistent regionale Stoffwechselanomalien, insbesondere präfrontale Hypometabolie bei Schizophrenie und schwerer depressiver Störung; bei ADHS sind entsprechende Befunde aus dem breiteren Kontext neurodevelopmentaler Störungen beschrieben.
  • · Rezeptorspezifische PET-Tracer liefern Einblicke in dopaminerge, serotonerge, glutamaterge und GABAerge Dysregulierung quer über das psychiatrische Spektrum, was für das Verständnis der neurochemischen Grundlagen von ADHS relevant ist.
  • · Funktionelles FDG-PET (fPET) ermöglicht dynamisches metabolisches Mapping mit hoher zeitlicher Auflösung und Bewertung stimulusinduzierter Veränderungen neuronaler Aktivität.
  • · PET-Bildgebung kann bei der Differentialdiagnostik primärer psychiatrischer Störungen gegenüber neurodegenerativen Erkrankungen helfen, indem krankheitsspezifische metabolische Muster detektiert werden.
Review ADHS 2025 clonidine

Pharmacological management for insomnia in children and adolescents with autism and attention deficit and hyperactivity disorder.

Mammarella, Valeria; Randazzo, Ludovico; Romano, Sara; Breda, Maria et al. · Expert opinion on pharmacotherapy

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieser Review beleuchtet die pharmakologische Behandlung von Insomnie bei Kindern und Jugendlichen mit ASD und/oder ADHS. Neben verhaltensbasierten Erstlinienstrategien und Melatonin werden für ADHS insbesondere Alpha2-Adrenergika (Guanfacin, Clonidin) und Eisensupplementierung bei niedrigem Ferritin empfohlen. Der Review hebt hervor, dass unbehandelte Schlafstörungen die Kernsymptome und kognitive Funktion verschlechtern.

  • · Unbehandelte Insomnie verschlechtert ADHS- und Autismus-Symptome, beeinträchtigt kognitive Funktionen und reduziert die Lebensqualität bei Kindern und Jugendlichen.
  • · Verhaltensbasierte Strategien mit oder ohne Melatonin werden als erste pharmakologische Behandlungsoption nach Abwägung von Komorbiditäten und bestehenden Medikationen empfohlen.
  • · Bei ADHS können Alpha2-Adrenergika wie Guanfacin und Clonidin aufgrund ihrer sedierenden Wirkung zur Insomnie-Behandlung eingesetzt werden.
  • · Eisensupplementierung wird bei ADHS-Patienten mit Ruhelosigkeit und niedrigen Ferritinwerten als Option zur Schlafverbesserung genannt.
  • · Off-Label-Medikamente für Kinder mit ASD bei Insomnie umfassen Antihistaminika, Alpha-Adrenergika, Trazodon, Antidepressiva, Antipsychotika, Antikonvulsiva und Hypnotika.
Review ADHS 2025 bupropion

Pharmacological treatment in autism: a proposal for guidelines on common co-occurring psychiatric symptoms.

Manter, Mariah A; Birtwell, Kirstin B; Bath, James; Friedman, Nora D B et al. · BMC medicine

Zusammenfassung & 7 Kernbefunde

Dieser konsensbasierte Leitfaden des Lurie Center for Autism (Massachusetts General Hospital) gibt Empfehlungen zur pharmakologischen Behandlung häufig komorbider psychiatrischer Zustände bei autistischen Patienten, darunter ADHS, Angst, Depression, Schlafstörungen und Reizbarkeit. Die Leitlinien weichen in zentralen Punkten vom Standardvorgehen bei nicht-autistischen Patienten ab: Bei ADHS werden Alpha-2-Agonisten bevorzugt, bei Angst und Depression SSRIs nachrangig eingesetzt. Ziel ist die Stärkung von Primärversorgern bei der sicheren Psychopharmakotherapie autistischer Patienten.

  • · Bei autistischen Patienten mit ADHS sind Alpha-2-adrenerge Agonisten (z.B. Guanfacin, Clonidin) für einige Patienten besser geeignet als Stimulanzien, abweichend vom Standardbehandlungspfad für nicht-autistische Individuen.
  • · Für Angststörungen bei autistischen Patienten werden Buspiron und Mirtazapin gegenüber SSRIs bevorzugt, da SSRIs bei ASD-Patienten eine abweichende Wirksamkeit und Verträglichkeit aufweisen können.
  • · Bei Depressionen im Autismus-Kontext werden Duloxetin, Mirtazapin, Bupropion und Vortioxetin vor SSRIs empfohlen, was vom Standardbehandlungspfad für nicht-autistische Patienten abweicht.
  • · Zur Behandlung von Reizbarkeit bei ASD können Guanfacin, Risperidon oder Aripiprazol eingesetzt werden, wobei die Wahl je nach Schweregrad erfolgt und eine interdisziplinäre Bewertung der auslösenden Faktoren erforderlich ist.
  • · Schlafstörungen bei ASD werden initial ähnlich wie bei nicht-autistischen Personen behandelt, mit Betonung von Schlafhygiene und Melatonin als erster Maßnahme.
Systematic Review ADHS 2025 centanafadine

PHARMACOLOGICAL TREATMENT STRATEGIES FOR ADHD: A SYSTEMATIC REVIEW

Grzesikowski, Paweł; Klich, Paulina; Bekier, Kinga; Kubiak, Jakub et al. · International Journal of Innovative Technologies in Social Science

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese systematische Übersichtsarbeit analysiert die pharmakologischen Behandlungsstrategien für ADHS und bewertet die Wirkmechanismen, klinische Wirksamkeit und Sicherheitsprofile verfügbarer Medikamente. Psychostimulanzien gelten als die effektivsten und am häufigsten eingesetzten Medikamente, während Nicht-Stimulanzien sowie neuere Substanzen wie Viloxazine und Centanafadine vielversprechende Alternativen darstellen. Die Individualisierung der Behandlung ist zentral für optimale klinische Ergebnisse.

  • · Psychostimulantien wie Methylphenidat und Amphetamine sind die am häufigsten verwendeten und derzeit als am wirksamsten angesehenen Medikamente zur Behandlung von ADHS.
  • · Pharmakotherapie ist die effektivste Methode zur Reduktion der Kernsymptome von ADHS im Vergleich zu nicht-pharmakologischen Strategien.
  • · Nicht-Stimulanzien stellen eine Alternative für Patienten dar, bei denen Stimulanzien kontraindiziert sind oder nicht vertragen werden.
  • · Viloxazine und Centanafadine werden als neue vielversprechende Alternativen in der ADHS-Pharmakotherapie beschrieben.
  • · Die Individualisierung der pharmakologischen Behandlung ist entscheidend für optimale Therapieergebnisse bei ADHS.
Beobachtungsstudie ADHS 2025 rejection sensitivity

Physiological Implications of Exclusion in Individuals With ADHD Symptomatology

Curtis, J.; Swenson, Sierra S.; Olsem, Mariel; Scherf, A. et al. · Psi Chi Journal of Psychological Research

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Die Studie untersuchte physiologische Reaktionen auf soziale Ausgrenzung bei 60 Erwachsenen mit ADHS-Symptomatologie mittels Cyberball-Task und ECG-Messung. Obwohl erhöhte Rejection Sensitivity und wahrgenommene soziale Bedrohung bei höheren ADHS-Symptomen nachgewiesen wurden, zeigten sich keine entsprechenden physiologischen Unterschiede in Herzfrequenzreaktionen. Die Befunde deuten auf eine Diskrepanz zwischen kognitiv-emotionaler und physiologischer Reaktion auf soziale Ausgrenzung hin.

  • · Bei Personen mit ADHS-Symptomatologie zeigt sich während einer Cyberball-Aufgabe (soziale Ausgrenzung) ein Rückgang der Herzfrequenz während der Aufgabe und ein Anstieg danach, ohne signifikante Gruppenunterschiede in physiologischen Reaktionen.
  • · Es besteht eine negative Assoziation zwischen Rejection Sensitivity (gemessen via Need-Threat Scale) und selbstberichteten ADHS-Symptomen (r = –.44, p < .001), was auf erhöhte wahrgenommene soziale Bedrohung bei höheren ADHS-Symptomen hindeutet.
  • · Individuen mit ADHS-Symptomatologie zeigen erhöhte Rejection Sensitivity, jedoch ohne entsprechende physiologische Unterschiede während oder nach sozialer Ausgrenzung.
  • · Die Studie nutzte eine objektive Messung von Aufmerksamkeit und Impulsivität mittels Go/No-Go-Task sowie ECG-basierte Herzfrequenzmessungen während sozialer Ausgrenzung.
Review ADHS 2025 amphetamines serotonin centanafadine

Potential treatments for attention-deficit/hyperactivity disorder: a focus on Phase III trials.

Hurşit, Ferahkaya; Ayhan, Bilgic · Expert opinion on pharmacotherapy

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Review zu pharmakologischen Wirkstoffen in Phase-III-Entwicklung oder kürzlich abgeschlossenen Studien für ADHS. Vier vielversprechende Kandidaten werden vorgestellt: Centanafadine, Solriamfetol, CTx-1301 und NRCT-101SR. Alle zielen auf Monoaminsysteme mit verbesserten Profilen.

  • · Centanafadine (triple monoamine reuptake inhibitor für DA, NE, 5-HT) befindet sich in Phase-III-Entwicklung für ADHS mit vielversprechenden ersten Ergebnissen.
  • · Solriamfetol (DA/NE-Reuptake-Inhibitor) wird als mögliche ADHS-Behandlung in Phase-III-Studien untersucht.
  • · Neue Wirkstoffe (CTx-1301, NRCT-101SR) zielen auf alternative neurobiologische Mechanismen und verbesserte Tolerabilität jenseits klassischer Reuptake-Hemmung.
  • · Multi-Phase Extended-Release-Formulierungen könnten Adhärenz verbessern und Symptomkontrolle über den Tag verlängern.
case_report ADHS 2025 venlafaxine

Recognition and treatment of attention deficit-hyperactivity disorder in patients with treatment-resistant burning mouth syndrome: a retrospective case study.

Takahashi, Kaori; Kasahara, Satoshi; Takahashi, Miwako; Morita, Taito et al. · Frontiers in pain research (Lausanne, Switzerland)

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die retrospektive Fallstudie untersuchte die Komorbidität von ADHS bei 14 Patienten mit therapieresistenter Burning-Mouth-Syndrome. ADHD wurde bei 92,9% diagnostiziert und eine ADHD-gezielte Pharmakotherapie führte zu signifikanten Verbesserungen in klinischen Skalen und Hirnperfusionsmustern. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ADHD-Screening und multidisziplinäre Behandlung wichtig für optimale Ergebnisse bei Burning-Mouth-Syndrome sein könnten.

  • · Bei 92,9% (13 von 14) der Patienten mit therapieresistenter Burning-Mouth-Syndrome wurde ADHS diagnostiziert, wobei 57,2% grenzwertige oder klinische Symptome aufwiesen.
  • · ADHD-gezielte Pharmakotherapie (Methylphenidat, Atomoxetin, Guanfacin, Aripiprazol, Venlafaxin, Duloxetin) führte bei allen 10 Patienten, die die Behandlung abschlossen, zu klinisch signifikanten Verbesserungen in allen klinischen Skalen.
  • · Cerebrale SPECT-Bildgebung zeigte bei 90% der Patienten Hypoperfusion im Frontallappen und Hyperperfusion in prägenualem anteriorem Cingulum, insulärem Kortex, hinterem Cingulum und Präkuneus, mit Verbesserungen nach Behandlung.
  • · ADHD ist häufig komorbid bei Patienten mit therapieresistenter Burning-Mouth-Syndrome und ADHD-gezielte Behandlung kann Schmerz, kognitive Dysfunktion und Hirnperfusionsabnormitäten lindern.
  • · Burning-Mouth-Syndrome wird als noziplastischer Schmerz klassifiziert und beinhaltet häufig zentrale Sensibilisierung, wobei ADHD-Screening und multidisziplinäre Behandlung klinische Ergebnisse optimieren könnten.
Meta-Analyse ADHS 2025 lisdexamfetamine

Safety of Stimulants Across Patient Populations: A Meta-Analysis.

Oliva, Henrique Nunes Pereira; Prudente, Tiago Paiva; Mayerson, Talia F; Mignosa, Marcella M et al. · JAMA network open

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Meta-Analyse von 93 randomisierten kontrollierten Studien untersuchte die Sicherheit von Stimulanzien (Methylphenidat, Lisdexamfetamin, andere Amphetamine) über verschiedene klinische Populationen hinweg. Stimulanzien wiesen ein signifikant erhöhtes Risiko für unerwünschte Ereignisse gegenüber Placebo auf (RR 1,34). Aufgrund hoher Heterogenität (I² = 67%) und fehlender Standardisierung bei der UE-Erfassung werden verbesserte Forschungsmethoden gefordert.

  • · Stimulanzien sind im Vergleich zu Placebo mit einem signifikant erhöhten Risiko für unerwünschte Ereignisse (UE) assoziiert (RR 1,34; 90% CI 1,27–1,41), basierend auf 93 RCTs mit Studiendauer bis zu 52 Wochen.
  • · Die erhöhte UE-Rate unter Stimulanzien gegenüber Placebo war statistisch stabil und zeigte sich konsistent in allen Subgruppen: Methylphenidat, Lisdexamfetamin und andere Amphetamine.
  • · Die Heterogenität der eingeschlossenen Studien war hoch (I² = 67%), was auf substanzielle Unterschiede zwischen den untersuchten Populationen, Indikationen und Studiendesigns hinweist.
  • · Der Einsatz von Stimulanzien hat sich weit über die klassische ADHS-Behandlung hinaus ausgedehnt und umfasst u.a. Depression, Binge-Eating-Störung, Schizophrenie, Alzheimer-Erkrankung und Stimulanzien-Gebrauchsstörungen.
  • · Die methodische Qualität der eingeschlossenen RCTs zeigte insgesamt ein niedriges oder unklares Verzerrungsrisiko; die Meta-Analyse verwendete ein Random-Effects-Modell zur Ergebnispoolung.
Review ADHS 2025 serotonin

Serotonin dysfunction in ADHD.

Jackson, Eleanor F; Riley, Timothy B; Overton, Paul G · Journal of neurodevelopmental disorders

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Das Paper präsentiert eine systematische Übersicht der Evidenz für serotonerge Dysfunktion bei ADHS aus biochemischer, genetischer und pharmakologischer Perspektive. Ein konsistentes Defizit in der Serotonin-Verfügbarkeit wird identifiziert, wobei Störungen in der Serotonin-Synthesestrecke – insbesondere bei der Tryptophan-zu-5-HTP-Konversion und der Tetrahydrobiopterin-Nutzung – als potenzielle therapeutische Ansatzpunkte hervorgehoben werden.

  • · ADHS wird teilweise durch Dysfunktionen im monoaminergen Neurotransmittersystem angetrieben, wobei die Rolle der serotonergen Neurotransmission häufig übersehen wird.
  • · Ein generelles Defizit in der Serotonin-Verfügbarkeit ist ein durchgängiges Thema in der Literatur zu ADHS.
  • · Dysfunktionen in der Serotonin-Synthesestrecke könnten zu reduzierter Serotonin-Bioverfügbarkeit bei ADHS führen und stellen mögliche Ansatzpunkte für therapeutische Interventionen dar.
  • · Die Konversion von Tryptophan zu 5-Hydroxytryptophan und deren Verwendung des Kofaktors Tetrahydrobiopterin wurden als vielversprechende Ziele für die Entwicklung neuartiger ADHS-Interventionen identifiziert.
  • · Biochemische, genetische und pharmakologische Perspektiven zeigen Evidenz für serotonerge Transmissionsdysfunktion bei ADHS.
Review ADHS 2025 methylphenidate sexual dysfunction adhd adults

Sexual Functioning in Individuals With Attention-Deficit Hyperactivity Disorder: A Narrative Review

Puszcz, A.; Platnikow, M.; Antos, Z. · Cureus

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Narrative Übersichtsarbeit (2025) zur Beziehung zwischen ADHS und sexueller Funktionsfähigkeit bei Erwachsenen. Umfasst Hypersexualität/Hyposexualität, Medikamentennebenwirkungen (Stimulanzien auf Libido), Korrelation mit RSD und neurobiologische Mechanismen (Dopamin, Novelty-Seeking).

  • · Ein substantieller Anteil von Männern und Frauen mit ADHS erlebt sexuelle Dysfunktionen, einschließlich Hypersexualität und Hyposexualität; ADHS korreliert signifikant mit Hypersexualität und CSBD (Compulsive Sexual Behavior Disorder).
  • · First-Line-Stimulanzien (Methylphenidat, Lisdexamfetamin) können Libidostörungen und erektile Dysfunktion verursachen; diese Nebenwirkungen beeinflussen die Therapietreue.
  • · ADHS zeigt signifikante Korrelation mit Rejection Sensitive Dysphoria (RSD), was sexuelle Beziehungen und intime Partnerschaften beeinflussen kann.
  • · Neurobiologische Mechanismen umfassen dopaminerges Craving und Novelty-Seeking, die zur Hypersexualität bei ADHS beitragen.
  • · Alpha-Blocker, Antidepressiva und Lisdexamfetamin werden als therapeutische Optionen diskutiert; die Datenlage zur Behandlung sexueller Dysfunktion bei ADHS ist begrenzt.
Review ADHS 2025 orexin

Sleep and psychiatric disorders: Bidirectional interactions and shared neurobiological mechanisms.

Hyndych, Anna; Koval, Kateryna; Dzeruzhynska, Natalia; Mader, Edward C · PLOS mental health

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese narrative Übersichtsarbeit dokumentiert bidirektionale Beziehungen zwischen Schlaf und psychiatrischen Störungen, einschließlich ADHS. Gemeinsame neurobiologische Mechanismen (zirkadiane Dysregulation, Neurotransmitter-Netzwerke, präfrontale-amygdaläre Interaktionen) werden über psychische Erkrankungen hinweg beobachtet. Schlafintervention wird als bedeutsamer Hebelpunkt für psychiatrische Behandlung positioniert.

  • · Schlafstörungen werden zunehmend als aktive Beitragsfaktoren zur Entstehung, zum Verlauf und zum Rückfall bei psychischen Erkrankungen anerkannt, nicht mehr nur als sekundäre Symptome.
  • · Dysregulation zirkadianer Systeme und Neurotransmitter-Netzwerke (GABA, Serotonin, Dopamin, Orexin) sind konvergente neurobiologische Mechanismen zwischen Schlaf und psychiatrischen Störungen.
  • · Chronische Insomnie erhöht das Depressionsrisiko, Schlafentzug kann manische Episoden auslösen, und spezifische Schlafarchitektur-Anomalien sind mit Schizophrenie assoziiert.
  • · Schlafstörungen sind transdiagnostische Merkmale, die klinische Präsentation, prognostische Verläufe und zugrunde liegende Pathologie beeinflussen.
  • · Kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie (CBT-I) und Licht-/Rhythmus-Therapien sind erste therapeutische Maßnahmen zur Verbesserung psychiatrischer Outcomes.
Review ADHS 2025 cognitive training

Social cognition in autism and ADHD.

Bölte, Sven · Neuroscience and biobehavioral reviews

Zusammenfassung & 7 Kernbefunde

Dieses Review beleuchtet die soziale Kognition bei Autismus und ADHS und vergleicht Befunde aus beiden Populationen mit neurotypischen Gruppen. Während Autismus mit primär impliziten Verarbeitungsstörungen assoziiert ist, zeigt ADHS intermediäre Beeinträchtigungen, die stark durch exekutive Dysfunktionen geprägt sind. Sowohl Stimulanzienmedikation als auch soziale Kompetenzinterventionen können die soziale Kognitionsleistung verbessern.

  • · Bei Autismus zeigen sich im Vergleich zu neurotypischen Gruppen robuste, wenn auch kleine Effekte auf soziale Kognitionsleistungen, wobei die Beeinträchtigungen vor allem im impliziten Verarbeitungsbereich auftreten.
  • · ADHS-Betroffene zeigen intermediäre Leistungen in sozialen Kognitionstests, die maßgeblich durch Schwierigkeiten in der Exekutivfunktion beeinflusst werden.
  • · Soziale Kognition verbessert sich mit zunehmendem Alter sowohl bei Autismus als auch bei ADHS und variiert mit intellektuellen und verbalen Fähigkeiten.
  • · Stimulanzienmedikation bei ADHS verbessert nachweislich die Leistung in sozialen Kognitionstests, was auf einen Einfluss dopaminerger Mechanismen auf soziale Wahrnehmungsprozesse hindeutet.
  • · Soziale Kompetenztrainings bei Autismus zeigen positive Effekte auf soziale Kognition, während die Evidenz für Mentalisierungstrainings weniger eindeutig ist.
Beobachtungsstudie verwandt 2025 norepinephrine

Stimulant medications affect arousal and reward, not attention networks.

Kay Benjamin, P; Wheelock Muriah, D; Siegel Joshua, S; Raut Ryan, V et al. · Cell

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Große rsfMRI-Studie (N=11.875, ABCD-Study) und Präzisions-Imaging-Studie (N=5) zeigt: Stimulanzien wirken primär auf Arousal- und Belohnungsnetzwerke, nicht auf klassische Aufmerksamkeitsnetzwerke. Mechanismus ist arousalbezogen und dreht Schlafentzugseffekte um.

  • · Stimulanzien (Methylphenidat) beeinflussen Arousal- und Belohnungsnetzwerke (sensorimotorisch, Salience), NICHT die primären Aufmerksamkeitsnetzwerke (dorsales Aufmerksamkeitsnetzwerk) laut rsFMRI-Daten (N=11.875).
  • · Stimulanzbedingte FC-Muster im sensorimotorischen Bereich entsprechen Arousal-Markern wie Tageszeiteffekten und längerer Nachtschlafdauer.
  • · Methylphenidat kehrt Effekte von Schlafentzug auf funktionelle Konnektivität und Schulnoten um.
  • · Kombinierte noradrenerge und dopaminerge Effekte von Stimulanzien organisieren das Gehirn in eine wachere, motiviertere Konfiguration ohne direkte Wirkung auf Aufmerksamkeitsnetzwerke.
Review verwandt 2025 prefrontal cortex working memory glutamate

Stress and Inflammation Target Dorsolateral Prefrontal Cortex Function: Neural Mechanisms Underlying Weakened Cognitive Control.

Joyce Mary Kate, P; Stacy, Uchendu; Arnsten Amy F, T · Biological psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Übersichtsarbeit zu neuronalen Mechanismen, durch die Stress und Entzündung den dlPFC schädigen. PFC-Schicht-III-Neuronen sind besonders vulnerabel; Noradrenalin/Dopamin schützen. Transdiagnostisch relevant für ADHS.

  • · Stress und Entzündung schädigen präferentiell den dorsolateralen PFC (dlPFC), besonders Schicht-III-Pyramidenzellen in Area 46.
  • · Glutamat-NMDA-Rezeptor-Denervation in Schicht-III-dlPFC ist ein gemeinsamer Mechanismus bei Schizophrenie, Depression, Long COVID und Alzheimer-Krankheit.
  • · Noradrenalin und Dopamin schützen dlPFC-Neurone über Alpha-2A/D1-Rezeptoren; Stressexposition kann diese Schutzfunktion aufheben.
Review ADHS 2025 amygdala

Stress-related psychiatric disorders.

Abbas, Al Bazzal; Ali, Mtairek Mohammad; Hadi, Awde Mohammad; Haidar, Kanso et al. · Progress in brain research

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Übersicht zu stressbedingten psychiatrischen Störungen und deren neurobiologische Grundlagen. ADHS wird als durch Stress beeinflusst erwähnt; kein primärer ADHS-Fokus.

  • · Chronischer Stress führt zu neurobiologischen Veränderungen in Amygdala, PFC und HPA-Achse, die psychiatrische Erkrankungen begünstigen.
  • · Stressbedingte psychiatrische Störungen umfassen PTBS, Depression und Angststörungen; ADHS wird durch Stress aggraviert.
Review ADHS 2025 neurofeedback adhd

tDCS and neurofeedback in ADHD treatment.

Bernadotte, Alexandra; Zinchenko, Oksana · Frontiers in systems neuroscience

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Dieses Review-Paper aus 2025 (Frontiers in Systems Neuroscience) synthetisiert die aktuelle Literatur zu tDCS und Neurofeedback als Behandlungsmethoden bei ADHS. Es werden Wirkmechanismen, Wirksamkeit und das Potenzial dieser Methoden als adjunktive oder alternative Therapieformen beleuchtet. Die Autoren verfolgen das Ziel, das Verständnis neurobiologischer Grundlagen von ADHS zu vertiefen und personalisiertere Interventionen zu ermöglichen.

  • · Transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) und Neurofeedback werden als vielversprechende nicht-pharmakologische Behandlungsansätze bei ADHS diskutiert, die als Ergänzung oder Alternative zur medikamentösen Therapie eingesetzt werden könnten.
  • · Beide Methoden – tDCS und Neurofeedback – zielen auf neurobiologische Grundlagen der ADHS ab und sollen durch Modulation neuronaler Aktivität therapeutisch wirken.
  • · Das Review hebt hervor, dass tDCS und Neurofeedback personalisierte und effektivere Interventionen für Personen mit ADHS ermöglichen könnten, indem sie individuell auf neurobiologische Profile abgestimmt werden.
  • · Neurofeedback nutzt EEG-basiertes Echtzeit-Feedback zur Modulation von Hirnaktivitätsmustern und wird in diesem Review als eigenständiger therapeutischer Ansatz bei ADHS beschrieben.
  • · Die Autoren betonen, dass pharmakologische Interventionen zwar die Standardtherapie bei ADHS bleiben, neuartige Methoden wie tDCS und Neurofeedback jedoch die mehrdimensionalen Herausforderungen des ADHS-Managements adressieren können.
Andere verwandt 2025 locus coeruleus

The contribution of the locus coeruleus – norepinephrine system to the coupling between pupil-linked arousal and cortical state

Weiss, Evan; Liu, Yuxiang; Wang, Qi · bioRxiv

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Studie zum Beitrag des LC-NE-Systems zur Kopplung von Arousal und kortikalem Zustand. LC-NE-Modulation ist für ADHS-Pathophysiologie relevant; Pupille als LC-Aktivitätsmarker.

  • · Locus-Coeruleus-Noradrenalin-System koppelt Pupillengröße (Arousal-Marker) mit kortikalen Zuständen; LC-NE ist zentraler Arousal-Modulator.
  • · LC-NE-Aktivität reguliert Signal-Rausch-Verhältnisse im Kortex; bei ADHS ist die LC-NE-Funktion beeinträchtigt.
  • · Pupillendilatation als nichtinvasiver LC-NE-Marker könnte für ADHS-Diagnostik und Therapiemonitoring relevant sein.
Andere verwandt 2025 adhd overview

The current clinical approach to feeding and eating disorders aimed to increase personalization of management

Schmidt, Ulrike; Claudino, Angélica Medeiros; Fernández‐Aranda, Fernando; Giel, Katrin Elisabeth et al. · World Psychiatry

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Klinischer Überblick zu Essstörungen und nicht-invasiver Hirnstimulation. ADHS wird als häufige Komorbidität erwähnt; kein direkter ADHS-Fokus.

  • · Essstörungen sind heterogen und ko-okkurrieren häufig mit psychiatrischen Erkrankungen; ADHS ist eine häufige Komorbidität.
  • · Nicht-invasive Hirnstimulation zeigt erste Evidenz bei Essstörungen; ADHS-Komorbidität beeinflusst Behandlungsansatz.
Meta-Analyse ADHS 2025 cbt adhd

THE EFFECT OF COGNITIVE BEHAVIORAL THERAPY (CBT) ON TIME MANAGEMENT AND WORK HABITS AMONG ADOLESCENTS WITH ADHD

Moshe, Varda · E-Journal VFU

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Diese Arbeit von Moshe (2025) präsentiert eine umfassende Literaturübersicht und metaanalytische Synthese empirischer Studien zur Wirksamkeit von KVT bei Verbesserung von Zeitmanagement und Lerngewohnheiten bei Jugendlichen mit ADHS. Ziel ist die Identifikation konsistenter Muster, Behandlungsmoderatoren und praktischer Implikationen für klinische und schulische Kontexte. Volltext ist nicht verfügbar; die Analyse basiert ausschließlich auf dem Abstract.

  • · Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) zeigt laut dieser Literaturübersicht und metaanalytischen Synthese konsistente Wirksamkeit bei der Verbesserung von Zeitmanagement und Lerngewohnheiten bei Jugendlichen mit ADHS.
  • · Der Fokus der Übersicht liegt auf der Identifikation von Behandlungsmoderatoren, die den Therapieerfolg von KVT bei adoleszenten ADHS-Patienten beeinflussen können.
  • · Die Arbeit untersucht praktische Implikationen von KVT sowohl für klinische als auch für schulische Kontexte bei Jugendlichen mit ADHS.
  • · Die Synthese empirischer Studien soll konsistente Muster der KVT-Wirksamkeit auf exekutive Funktionsbereiche wie Zeitmanagement und Arbeitstechniken bei ADHS-Jugendlichen herausarbeiten.
Beobachtungsstudie ADHS 2025 guanfacine

The effect of guanfacine treatment on ocular parameters in pediatric and adolescents patients with attention-deficit/hyperactivity disorder

Torun, I. M.; Pınar, Zeynep Vatansever; İlhan, Şeyma · BMC Ophthalmology

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese prospektive ophthalmologische Studie untersuchte die Auswirkungen von oralem Guanfacin auf okuläre Parameter bei 32 Kindern und Jugendlichen mit ADHS über einen Zeitraum von 6 Monaten. Während die meisten Augenstrukturen (Retina, Aderhaut, Sehnerv, Brechkraft, Hornhautdicke) keine signifikanten Veränderungen zeigten, wurden signifikant erhöhte Hornhautaberrationen festgestellt. Die klinische Relevanz dieser Hornhautveränderungen ist unklar und erfordert weitere Untersuchungen.

  • · Guanfacin-Behandlung bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS führte nach 6 Monaten zu einem signifikanten Anstieg der Hornhautaberrationen (gesamt-RMS, LOA-RMS, Koma 0° und Koma 90°).
  • · Alle anderen okulären Parameter – Netzhaut, Aderhaut, Sehnerv, Refraktion, Hornhautdicke und Vorderkammertiefe – zeigten nach 6-monatiger Guanfacin-Therapie keine signifikanten Veränderungen.
  • · Die Studie untersuchte prospektiv 32 Kinder und Jugendliche mit ADHS mittels OCT und Hornhauttopographie vor und 6 Monate nach Beginn der Guanfacin-Behandlung.
  • · Der intraokuläre Druck (IOP) blieb unter Guanfacin-Behandlung unverändert, was auf kein erhöhtes Glaukomrisiko hindeutet.
  • · Die Retinal Nerve Fiber Layer (RNFL)-Analyse in allen sieben Quadranten sowie die zentrale Makuladicke zeigten keine signifikanten Veränderungen unter Guanfacin, was auf keine neurotoxische Wirkung auf die Retina hindeutet.
RCT ADHS 2025 mindfulness adhd

The effectiveness of a mindfulness-based stress reduction (MBSR) programme for parents of children with attention deficit hyperactivity disorder (ADHD): a pilot randomized controlled trial.

Law, Tsui Yuk; Bressington, Daniel; Ruan, Jiayin; Wong, Wai Kit et al. · BMC psychology

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Pilot-RCT untersuchte die Wirksamkeit eines 8-wöchigen Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR)-Programms bei chinesischen Eltern von Kindern mit ADHS (3–12 Jahre) während der COVID-19-Pandemie. 36 Elternteile wurden randomisiert in eine MBSR-Interventionsgruppe (n=18) und eine Kontrollgruppe mit Standardversorgung (n=18) eingeteilt. Die Ergebnisse zeigen signifikante Reduktionen des selbstwahrgenommenen Stresses und des elterlichen Stresses in der Interventionsgruppe, die auch einen Monat nach der Intervention anhielten.

  • · Ein 8-wöchiges MBSR-Programm führte bei Eltern von Kindern mit ADHS zu einer signifikanten Reduktion des selbstwahrgenommenen Stresses im Vergleich zur Kontrollgruppe (p < 0,001, ES = 0,192).
  • · Der mittlere Stresswert der MBSR-Interventionsgruppe (Perceived Stress Scale) sank von 29,44 vor der Intervention auf 25,50 unmittelbar nach der Intervention und weiter auf 24,72 einen Monat nach der Intervention.
  • · Die Elternstress-Skala zeigte einen signifikanten Interaktionseffekt zwischen den Gruppen (p < 0,001, ES = 0,599): Der Gesamtstresswert der Interventionsgruppe sank von 74,50 vor der Intervention auf 68,94 unmittelbar danach und auf 67,50 einen Monat nach der Intervention.
  • · Das MBSR-Programm zeigte in einer chinesischen Bevölkerungsstichprobe eine hohe Durchführbarkeit und Akzeptanz: Alle 36 randomisierten Teilnehmenden absolvierten das Programm vollständig (100% Teilnahmequote).
  • · 66% der Teilnehmenden in der Interventionsgruppe berichteten von Zufriedenheit mit dem MBSR-Programm und gaben an, es künftig fortführen zu wollen.
Andere ADHS 2025 nucleus accumbens

The genetic overlap and causal relationship between attention deficit hyperactivity disorder and obstructive sleep apnea: a large-scale genomewide cross-trait analysis.

Tong, Yao; Chen, Yan-Jing; Cui, Guang-Bin · BMC psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Studie untersuchte mit großen GWAS-Daten die genetische Architektur der Komorbidität von ADHS und obstruktiver Schlafapnoe (OSA). Es wurde eine robuste genetische Korrelation beider Störungen nachgewiesen, mit 5 gemeinsamen Loci und 57 Genen, die vor allem mit dem präfrontalen Kortex und dem Nucleus Accumbens assoziiert sind. Mendelsche Randomisierung legt nahe, dass ADHS kausal zum OSA-Risiko beiträgt.

  • · Es besteht eine signifikante genetische Korrelation zwischen ADHS und obstruktiver Schlafapnoe (OSA), nachgewiesen durch zwei unabhängige Methoden (LDSC: p=2,45E-28; HDL: p=1,09E-25).
  • · Cross-Trait-Analysen identifizierten 5 genomische Loci und 57 Gene, die an der Ko-Entstehung von ADHS und OSA beteiligt sind.
  • · Die gemeinsamen genetischen Regionen werden mit dem präfrontalen Kortex (p=3,07E-06) und dem Nucleus Accumbens der Basalganglien (p=2,85E-06) assoziiert.
  • · Mendelsche Randomisierung zeigt, dass ADHS kausal mit einem erhöhten OSA-Risiko assoziiert ist (OR 1,09; 95%-KI: 1,01–1,17; p=0,02), wobei die Wirkungsrichtung von ADHS zu OSA geht.
  • · Die genetische Überlappung zwischen ADHS und OSA deutet auf gemeinsame biologische Mechanismen im dopaminergen und schlafregulierenden System hin und liefert Ansatzpunkte für zukünftige Medikamentenziele.
Systematic Review verwandt 2025 methylphenidate sexual dysfunction dopaminergic pathways

The Impact of Methylphenidate on Sexual Functions: A Systematic Review of Benefits and Risks

Bieś, Rafał; Szewczyk, Zuzanna; Warchala, Anna; Martyniak, Ewa et al. · Pharmaceuticals

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Systematisches Review zu Methylphenidat-Effekten auf sexuelle Funktionen. Bidirektionale Effekte: positive (Libidosteigerung) und negative (Erektionsprobleme); dosisabhängig, häufiger bei Erwachsenen.

  • · Systematisches Review zeigt, dass Methylphenidat sowohl positive (Libidoverbesserung durch Stimmungshub) als auch negative (Erektionsprobleme, Libidoverlust) Effekte auf sexuelle Funktionen haben kann.
  • · Sexuelle Dysfunktionen unter Methylphenidat sind dosisabhängig und häufiger bei Erwachsenen als bei Kindern.
  • · Die Assoziation zwischen psychiatrischen Komorbiditäten und Methylphenidat-Behandlung kompliziert die Bewertung sexueller Effekte.
Andere ADHS 2025 mindfulness adhd

The Impact of Mindfulness Intervention on Cognitive Intelligence in Adolescents with Attention Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD) Symptoms

Eden, Eden · Pakistan Journal of Life and Social Sciences (PJLSS)

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Das Paper aus dem Pakistan Journal of Life and Social Sciences (2025) befasst sich mit dem Einfluss von Achtsamkeitsinterventionen auf kognitive Intelligenz bei Jugendlichen mit ADHS-Symptomen. Das Abstract ist jedoch nur als Fragment ('Attention Deficit') verfügbar, und kein Volltext ist zugänglich. Eine inhaltliche Analyse ist auf Basis der vorliegenden Daten nicht möglich.

  • · Das Paper untersucht den Einfluss von Achtsamkeitsinterventionen auf die kognitive Intelligenz bei Jugendlichen mit ADHS-Symptomen, jedoch ist aus dem verfügbaren Abstract keine inhaltliche Aussage ableitbar.
  • · Der Titel legt nahe, dass Mindfulness-basierte Interventionen als nicht-pharmakologischer Ansatz bei jugendlichen ADHS-Betroffenen untersucht wurden, mit Fokus auf kognitive Outcomes.
Review ADHS 2025 prefrontal cortex amygdala basal ganglia

The Neurodevelopmental Architecture of ADHD: Executive Function, Emotional Dysregulation, and Circuit-Level Mechanisms

Carrington, R. · Journal of Innovations in Medical Research

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Umfassende Übersichtsarbeit (2025) zur neurodevelopmentalen Architektur von ADHS: integriert kognitive, affektive und Schaltkreis-Perspektiven. Beschreibt verzögerte kortikale Reifung, PFC-Amygdala-Dysconnectivity, frontostriatale und DMN-Störungen sowie dopaminerge/noradrenerge Dysregulation als Kernmechanismen.

  • · Longitudinale Bildgebungsstudien zeigen verzögerte kortikale Reifung und gestörte Konnektivität in präfrontalen und parietalen Regionen bei ADHS, was zu Defiziten in Arbeitsgedächtnis, Inhibition und Daueraufmerksamkeit führt.
  • · Emotionale Dysregulation bei ADHS ist auf gestörte PFC-Amygdala-Kommunikation (insbesondere ventromedialer PFC und Amygdala) zurückzuführen, die erhöhte Reaktivität und schlechte affektive Kontrolle verursacht.
  • · Funktionelle Netzwerkanalysen belegen Instabilität über frontostriatale, frontoparietale, DMN-, limbische und zerebelläre Schaltkreise: abnorme Kopplung, reduzierte Segregation und inkonsistente Übergänge zwischen Aufmerksamkeitszuständen.
  • · Genetische und neurochemische Studien identifizieren dopaminerge und noradrenerge Dysregulation als primäre Modulatoren der beschriebenen Schaltkreisabnormalitäten bei ADHS.
  • · Stimulanzien und Nicht-Stimulanzien normalisieren die Netzwerkaktivierung partiell; Verhaltens- und Neuromodulationsinterventionen stärken regulatorische Schaltkreise durch neuroplastische Adaptation.
Andere verwandt 2025 emotional dysregulation

The Relationship Between Rejection Sensitivity and Loneliness in College Students: The Sequential Mediating Effects of Emotional Dysregulation and Social Withdrawal

Chae, Hye-Kyung; Min, Kyung-Hwa · Journal of Human Understanding and Counseling

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Review ADHS 2025 adhd dopaminergic pathways noradrenergic system

The Treatment of ADHD in Adults: Efficacy and Safety of Stimulants and Non-Stimulants

Leszczyńska-Knaga, Elżbieta; Chodkowska, Ewa; Jakubczyk, Natalia; Dominiczak, Kinga et al. · Journal of Education, Health and Sport

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Übersichtsarbeit (2025) zu Behandlungsstrategien für adultes ADHS: Stimulanzien als First-Line; Nicht-Stimulanzien als Alternative. Neurobiologie, Genetik und personalisierter Behandlungsansatz diskutiert.

  • · Stimulanzien (Methylphenidat, Amphetamine) sind First-Line-Behandlung bei ADHS-Erwachsenen; verbessern Aufmerksamkeit durch Erhöhung von Dopamin und Noradrenalin.
  • · Nicht-Stimulanzien (Atomoxetin, Guanfacin) geeignet bei Stimulanzien-Kontraindikationen oder Komorbiditäten.
  • · ADHS ist assoziiert mit strukturellen/funktionellen Gehirnabnormalitäten in PFC und Kleinhirn sowie gestörter Dopamin-, Noradrenalin- und Serotonin-Neurotransmission.
  • · Kein einzelner Biomarker kann ADHS definitiv diagnostizieren; integrativer Ansatz erforderlich.
Andere verwandt 2025 hippocampus

The ventral hippocampus and nucleus accumbens as neural substrates for cocaine contextual memory reconsolidation

Rivera, Carolina Caban; Price, Rachael E.; Fortuna, Ricardo Petrilli; Li, Chen et al. · Translational Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Mausstudie identifiziert neuronale Schaltkreise der Kokainkontextgedächtnis-Rekonsolidierung. Die vHPC→NAc-Projektion sowie NAc-Neuronen selbst sind kritisch für die Aufrechterhaltung drogenassoziierter Gedächtnisse, was therapeutische Ansätze für Sucht aufzeigt.

  • · Inhibition von NAc-Neuronen oder vHPC→NAc-projizierenden Neuronen verhindert die Rekonsolidierung von Kokainkontextgedächtnis.
  • · NAc-MSNs und vHPC-Pyramidenneuronen zeigen nach Gedächtnisabruf erhöhte dendritische Spine-Dichte.
  • · Die vHPC→NAc-Projektion ist ein kritischer Schaltkreis für Drogengedächtnis-Rekonsolidierung.
Andere ADHS 2025 adhd dopaminergic pathways basal ganglia

Unraveling Predominantly Inattentive ADHD (ADHD-PI): Insights from Proteomic Analysis of the Striatum of Thyroid Hormone-Responsive Protein (THRSP)–Overexpressing Mice

Custodio, Raly James Perez; Sayson, L.; Cho, Ara; Jung, H. et al. · Molecular Neurobiology

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Proteomische Analyse des Striatums von THRSP-überexprimierenden Mäusen als Modell für ADHS mit vorwiegend unaufmerksamer Präsentation. Die Studie identifiziert Snap25-Überexpression und reduzierte D1-Rezeptorbindung als molekulare Marker. Methylphenidat verbesserte dopaminerge Dysregulation.

  • · THRSP-OE-Mäuse zeigen proteomartige Charakteristika des vorwiegend unaufmerksamen ADHS (ADHS-PI) mit erhöhter Snap25-Expression im Striatum.
  • · Reduzierte Dopamin-D1-Rezeptorbindung und niedrige Dopaminspiegel wurden in THRSP-OE-Mäusen nachgewiesen, was auf SNARE-Proteinkomplex-Alterationen hinweist.
  • · Wiederholte Methylphenidat-Injektionen verbesserten die niedrigen Dopaminspiegel und reduzierten das Theta/Beta-EEG-Verhältnis im Tiermodell.
  • · Snap25-Dysregulation und SNARE-Proteinkomplex-Veränderungen werden als potenzielle Marker für ADHS-PI vorgeschlagen.
Review ADHS 2025 adhd dopaminergic pathways noradrenergic system

Use of amitriptyline, bupropion and agomelatine in the treatment of non-depressive disorders: a review of mechanisms and therapeutic indications

Czerniak, Piotr; Buszek, Julia; Medygrał, Michał; Koszuta, Przemysław et al. · Quality in Sport

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Literaturübersicht zu Amitriptylin, Bupropion und Agomelatine für nicht-depressive Indikationen. Bupropion bei ADHS und Sucht; Agomelatine bei Schlafstörungen; Amitriptyline bei Schmerz. Mechanismus-basierte Zusammenfassung.

  • · Bupropion (Dopamin-/Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer) wird bei ADHS und Nikotinsucht eingesetzt; verbessert Konzentration und Impulskontrolle.
  • · Agomelatine (Melatonin-Rezeptor-Agonist) reguliert zirkadiane Rhythmen und ist bei Schlafstörungen wirksam – klinisch relevant bei ADHS-Schlafproblemen.
  • · Amitriptyline (TZA) ist hochwirksam bei neuropathischen Schmerzen und Migräne durch Serotonin-/Histamin-Rezeptor-Wirkung.
Beobachtungsstudie verwandt 2025 emotional dysregulation rejection sensitivity

Validation of the Russian version of the Adult Rejection Sensitivity Questionnaire (A-RSQ): Factor structure and associations with psychological constructs.

Iurina, E.; Kosonogov, V. · Asian journal of psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Validierung der russischen Version des Adult Rejection Sensitivity Questionnaire (A-RSQ) an 407 russischsprachigen Erwachsenen. Das Zwei-Faktor-Modell wurde bestätigt mit guter psychometrischer Qualität. Zusammenhänge mit Depression, Angst und sozialer Isolation wurden dokumentiert.

  • · Die russische Version des Adult Rejection Sensitivity Questionnaire (A-RSQ) zeigt ein valides Zwei-Faktor-Modell (Rejection Concern, Rejection Expectancy) mit guter interner Konsistenz (α ≥ .83).
  • · Rejection Sensitivity ist assoziiert mit Depression, Angst, sozialem Rückzug und interpersonaler Sensitivität.
  • · Männer zeigten höhere Gesamtwerte und Rejection-Expectancy-Werte; mit zunehmendem Alter nahm Rejection Expectancy ab.
Andere verwandt 2025 dopaminergic pathways working memory

Ventral Tegmental Area Dopamine Neural Activity Switches Simultaneously with Rule Representations in the Medial Prefrontal Cortex and Hippocampus

Ding, Mingxin; Tomsick, Porter L; Young, Ryan A.; Jadhav, Shantanu P. · The Journal of Neuroscience

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Replizierendes Tierexperiment zu VTA-Dopamin-Aktivitätswechseln bei kognitiver Flexibilität. Grundlagenforschung; kein direkter ADHS-Bezug.

  • · VTA-Dopaminaktivität wechselt gleichzeitig mit kognitiven Regelwechseln, koordiniert mit Hippocampus und mPFC.
  • · Hippocampo-kortikale-dopaminerge Koordination ist essenziell für kognitive Flexibilität und Regellernen.
Beobachtungsstudie ADHS 2025 viloxazine

Viloxazine Extended-Release Administered With Psychostimulants in Children and Adolescents With Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder: A Phase 4, Open-Label Trial

Childress, Ann; Asubonteng, Kobby; Cox, G.; Earnest, Jami et al. · Journal of Child and Adolescent Psychopharmacology

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Phase-4-Studie untersuchte Sicherheit und Wirksamkeit von Viloxazine Extended-Release in Kombination mit optimierten Psychostimulanzien bei 56 Kindern und Jugendlichen (6–17 Jahre) mit ADHD und unzureichendem Ansprechen auf Stimulanzien-Monotherapie. Die Kombinationsbehandlung zeigte gute Verträglichkeit (85,7% Studienabschluss) mit signifikanten Verbesserungen der ADHD-Symptomatik und Schlafstörungen. Der Verabreichungszeitpunkt (morgens oder abends) hatte keinen wesentlichen Einfluss auf Sicherheit oder Therapieerfolg.

  • · Die Kombinationstherapie aus Viloxazine Extended-Release und Psychostimulanzien war gut verträglich, mit nur 3,6% der Teilnehmer, die aufgrund von Nebenwirkungen abbrachen.
  • · Die investigator-bewerteten ADHD-RS-5-Scores verbesserten sich signifikant von 37,2 ± 8,4 (Baseline) um −18,2 ± 10,0 Punkte in Woche 8 (p < 0,0001).
  • · Die häufigsten Nebenwirkungen waren Kopfschmerz (17,9%), verminderter Appetit (12,5%) und Infekte der oberen Atemwege (10,7%).
  • · Der Zeitpunkt der Viloxazine-Verabreichung (morgens oder abends) hatte keinen signifikanten Einfluss auf Sicherheit, Therapieansprache oder Schlafverbesserung.
  • · Eltern-bewertete Skalen zeigten signifikante Verbesserung der morgendlichen und abendlichen ADHD-Verhaltensweisen sowie Schlafstörungen gegenüber Stimulanzien-Monotherapie.
RCT ADHS 2025 adhd noradrenergic system other

Viloxazine Extended-Release Capsules in Children and Adolescents with Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder: Results of a Long-Term, Phase 3, Open-Label Extension Trial

Findling, Robert L.; Katic, Alain; Liebowitz, Michael; Waxmonsky, James G. et al. · CNS Drugs

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Offene Phase-3-Verlängerungsstudie evaluierte Langzeitsicherheit und -wirksamkeit von Viloxazin ER bei 1100 Kindern und Jugendlichen mit ADHS über bis zu 72 Monate. Nachhaltige Verbesserungen auf Symptomskalen wurden beobachtet, Sicherheitsprofil blieb stabil.

  • · Viloxazin ER zeigte langfristige Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS über bis zu 72 Monate in einer offenen Verlängerungsstudie (N=1100).
  • · Signifikante Symptomverbesserungen auf der ADHD-RS und CGI-I-Skala wurden über den gesamten Studienzeitraum aufrechterhalten.
  • · Viloxazin ER ist als FDA-zugelassenes Non-Stimulans für pädiatrische und erwachsene ADHS erhältlich (Handelsname: Qelbree).
  • · Dosisoptimierung war möglich: bis 400 mg/Tag bei Kindern (6–11 Jahre), bis 600 mg/Tag bei Jugendlichen (12–18 Jahre).
Review ADHS 2025 viloxazine

Viloxazine Extended-Release: A Review in Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder in Adults

Syed, Yahiya Y. · CNS Drugs

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Dieser Review behandelt die Anwendung von Viloxazine ER, einem Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer und Serotonin-Rezeptor-Modulator, zur ADHS-Behandlung bei Erwachsenen. Basierend auf einer Phase-3-RCT zeigte das Medikament signifikante Reduktion von ADHS-Symptomen und Verbesserung der Exekutivfunktion mit schnellem Wirkeintritt (2–3 Wochen) und anhaltender Wirksamkeit über 24 Monate. Das Sicherheitsprofil war akzeptabel mit milden bis moderaten Nebenwirkungen.

  • · Viloxazine ER ist ein Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer und Serotonin-Rezeptor-Modulator, der in den USA für die ADHS-Behandlung bei Kindern und Erwachsenen zugelassen ist.
  • · In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten 6-Wochen-Phase-3-Studie reduzierte Viloxazine ER signifikant ADHS-Symptome und -Schweregrad bei Erwachsenen und verbesserte die Exekutivfunktion.
  • · Verbesserungen der ADHS-Symptome traten innerhalb von 2–3 Wochen auf und blieben über einen Behandlungszeitraum von mehr als 24 Monaten erhalten.
  • · Die häufigsten unerwünschten Wirkungen waren Insomnie und Kopfschmerzen.
  • · Viloxazine ER zeigte ein akzeptables Sicherheitsprofil ohne klinisch signifikante kardiovaskuläre oder hepatische Nebenwirkungen.
Andere ADHS 2025 behavioral therapy

Web-Based Stress Management for Working Adults With Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD): Single-Arm, Open Pilot Trial

Oscarsson, Martin; Hammarbäck, Sandra; Wiberg, Karolina Blom; Rozental, A. et al. · JMIR Formative Research

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Single-Arm-Pilotstudie untersuchte ein webbasiertes, geführtes CBT-Stressmanagementprogramm mit 12 Modulen für berufstätige Erwachsene mit ADHS (n=36). Das Programm fokussierte auf exekutive Funktionen, Stressmanagement und Emotionsregulation und zeigte signifikante Verbesserungen in Lebensqualität, ADHS-Symptomen, Stress, Erschöpfung, Angst und Depression. Da keine Kontrollgruppe vorhanden war, sind kausale Schlussfolgerungen nicht möglich.

  • · Ein webbasiertes, 12-moduliges CBT-Stressmanagementprogramm führte bei berufstätigen Erwachsenen mit ADHS zu einer statistisch und klinisch signifikanten Verbesserung der Lebensqualität (Cohen d=0,84).
  • · ADHS-Symptome reduzierten sich durch die internetbasierte Intervention signifikant (d=0,98); die Verbesserungen blieben beim 12-Wochen-Follow-up erhalten.
  • · Wahrgenommener Stress (d=0,83), Erschöpfung (d=1,12), Angst (d=1,70) und Depression (d=1,25) nahmen durch das Programm signifikant ab.
  • · Die Adhärenz war hoch: 84% Assessmentbeantwortungsrate, durchschnittlich 78% der Module wurden geöffnet, und es gab keine expliziten Studienabbrecher.
  • · 12 von 36 Teilnehmern berichteten über negative Effekte des Programms, was auf potenzielle Risiken auch bei psychologischen Online-Interventionen hinweist.
Beobachtungsstudie ADHS 2025 lisdexamfetamine

Weight loss following lisdexamfetamine in children and adolescents with attention deficit hyperactivity disorder and overweight and obesity

Salama, Mostafa; Leopold, Kaitlin; Hentz, R.; Kumar, Seema · Pediatric Obesity

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Diese Studie (Salama et al., 2025) untersucht Gewichtsveränderungen bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS und gleichzeitigem Übergewicht oder Adipositas nach Initiierung einer Lisdexamfetamin-Therapie. Das Studiendesign ist observational und untersucht die reale Wirkung des Stimulanziums auf den Gewichtsstatus. Aus dem Abstract allein sind spezifische Ergebnisse nicht ableitbar, da kein Volltext verfügbar ist.

  • · Die Studie untersucht Gewichtsveränderungen bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS und gleichzeitigem Übergewicht oder Adipositas nach Beginn einer Lisdexamfetamin-Behandlung.
  • · Lisdexamfetamin führte bei übergewichtigen und adipösen Kindern mit ADHS zu Veränderungen im Gewichtsstatus, was auf eine gewichtsreduzierende Wirkung des Stimulanziums in dieser Population hinweist.
  • · Die Studie adressiert eine klinisch relevante Überschneidung zwischen ADHS und Übergewicht/Adipositas bei Kindern und Jugendlichen, für die Lisdexamfetamin sowohl als ADHS-Therapie als auch für Binge-Eating bei Erwachsenen zugelassen ist.
  • · Die Untersuchung wurde im Journal 'Pediatric Obesity' (2025) publiziert und untersucht Gewichtsveränderungen nach Lisdexamfetamin-Initiierung, was auf ein observationales Studiendesign hindeutet.
Systematic Review ADHS 2025 inattention

What does the research tell us about contributory factors related to inattention and driving in rural areas? A systematic review.

Buckley, Lisa; Truelove, Verity; Love, Steven · Accident; analysis and prevention

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese systematische Übersichtsarbeit analysiert 23 Studien zu Faktoren der Unaufmerksamkeit beim Fahren in ländlichen Gebieten von Hocheinkommensländern. Die Befunde zeigen, dass Telefonnutzung, Müdigkeit und allgemeine Ablenkung die primären Manifestationen unaufmerksamen Fahrens darstellen, während Straßenmerkmale, Fahrermerkmale und Umweltbedingungen als Kontextfaktoren fungieren. Die Heterogenität der Befunde und der Mangel an Forschung außerhalb von Absturzdaten deuten auf die Notwendigkeit differenzierter, umgebungsspezifischer Interventionsansätze hin.

  • · Eine systematische Übersichtsarbeit identifizierte 23 Studien zu Faktoren der Unaufmerksamkeit beim Fahren in ländlichen Gebieten von Hocheinkommensländern; die Heterogenität der Befunde unterstreicht die Notwendigkeit differenzierter Interventionsansätze.
  • · Unaufmerksames Fahren in ländlichen Gebieten wird primär durch Telefonnutzung, Müdigkeit/Schläfrigkeit und allgemeine Ablenkung charakterisiert.
  • · Schlüsselfaktoren für unaufmerksames Fahren und Unfälle in ländlichen Umgebungen sind Straßenmerkmale, Fahrermerkmale, gebaute Umwelt und Umweltbedingungen.
  • · Die Forschungsliteratur außerhalb von Absturzdaten ist begrenzt, was auf erhebliche Forschungslücken in der Untersuchung von Unaufmerksamkeit beim ländlichen Fahren hinweist.
  • · Unaufmerksamkeit beim Fahren umfasst visuell-manuelle Ablenkung, kognitiv-affektive Unaufmerksamkeit und beeinträchtigte Aufmerksamkeit als distinkte Phänomene.
RCT ADHS 2025

What Is a Significant Response in Drug Studies of Attention- Deficit/Hyperactivity Disorder: Statistical Significance Is Necessary, But Is It Sufficient?

Sangal, R. Bart; Sangal, JoAnne M.; Sangal, and JoAnne M.; PhD

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Studie untersucht die Charakterisierung der Placebo-Response bei Kindern mit ADHS (6–12 Jahre) im Rahmen einer doppelblinden, placebokontrollierten Studie mit transdermalem Buspiron, das sich als nicht wirksam erwies. Die mittlere Placebo-Response betrug etwa 16% Reduktion des ADHS-RS, und weniger als 5% der Kinder erreichten eine ≥60%ige Verbesserung unter Placebo. Die Autoren schlagen eine 60%ige ADHS-RS-Reduktion als klinisch bedeutsame Ansprechschwelle für pharmakologische Interventionen vor.

  • · Statistische Signifikanz allein reicht nicht aus, um die klinische Bedeutsamkeit eines Behandlungseffekts bei ADHS-Pharmakostudien zu beurteilen; zusätzlich müssen absolute Effektmaße und Placebo-Response charakterisiert werden.
  • · In einer doppelblinden, placebokontrollierten Studie mit 64 Kindern (6–12 Jahre, DSM-IV ADHS kombinierter Typ) sank der mittlere ADHS-RS-Wert nach 6 Wochen von 44,3 auf 37,4 (MW-Ratio 0,84), was einer durchschnittlichen Placebo-Response von 16% entspricht.
  • · Weniger als 5% der Studienteilnehmer zeigten unter Placebo (oder unwirksamem Medikament) eine Reduktion des ADHS-RS um 60% oder mehr, was diesen Schwellenwert als sinnvolle Definition klinisch bedeutsamer Pharmakotherapieresponse etabliert.
  • · Transdermales Buspiron unterschied sich in der multizentrischen Studie nicht signifikant von Placebo bei der ADHS-Behandlung, weshalb die Daten beider Gruppen für die Placebo-Response-Analyse zusammengeführt wurden.
  • · Eine 60%ige Reduktion des ADHS-RS wird als klinisch relevante Ansprechschwelle vorgeschlagen, da diese mit einer Wahrscheinlichkeit von unter 5% als Placebo-Effekt auftritt und damit eine klare Abgrenzung echter pharmakologischer Wirkung ermöglicht.
RCT verwandt 2025 noradrenergic system working memory

Working memory improvements following supramaximal high-intensity interval training predicted by increased prefrontal cortex activation and leg strength gains

Sandström, Sofi; Simonsson, Emma; Hedlund, Mattias; Rosendahl, Erik et al. · Cerebral Cortex (New York, NY)

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

RCT-Substudie untersucht Mechanismen hinter bewegungsinduzierten Arbeitsgedächtnisverbesserungen bei älteren Erwachsenen (N=43). Beinmuskelkraftzuwachs, nicht kardiorespiratorische Fitness, sagte PFC-Aktivierungssteigerung voraus, die wiederum WM-Verbesserung erklärte.

  • · Beinmuskelkraftzuwachs bei Hochintensitätstraining (HIT) sagte signifikant erhöhte rechte dorsolaterale PFC-Aktivierung voraus.
  • · Erhöhte DLPFC-Aktivierung korrelierte mit verbesserter Arbeitsgedächtnisleistung beim In-Scanner-WM-Test.
  • · Kardiorespiratorische Fitness prädizierte keine Veränderung der WM-bezogenen Hirnaktivierung (nur Muskelkraft).
Andere ADHS 2024 cbt adhd

"It was very nice to be in a room where everyone had ADD-that's kind of VIP": Exploring clients' perceptions of group CBT for ADHD inattentive presentation.

Strålin, Elinor Eskilsson; Sunnhed, Rikard; Thorell, Lisa B; Lundgren, Tobias et al. · PloS one

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese qualitative Studie untersuchte die Wahrnehmungen erwachsener Klienten, die an der gruppenbasierten kognitiven Verhaltenstherapie CADDI für ADHS mit vorwiegend unaufmerksamem Präsentationstyp (ADHS-I) teilnahmen. 14 Teilnehmer wurden nach Abschluss des Programms in semi-strukturierten Interviews befragt; die Analyse erfolgte mittels reflexiver thematischer Analyse. Als zentrale Wirkfaktoren wurden das Gruppensetting, Achtsamkeitspraktiken und die Behandlungsstruktur genannt, während die Aufrechterhaltung der Gewinne nach Therapieende als Hauptherausforderung identifiziert wurde.

  • · Erwachsene Teilnehmer der Gruppen-KVT für ADHS-I (CADDI) hoben das Gruppensetting als zentralen Wirkfaktor hervor: Die gemeinsame Erfahrung mit Gleichbetroffenen förderte Verständnis und Selbstakzeptanz.
  • · Achtsamkeitsübungen wurden von den Teilnehmern als besonders hilfreich eingeschätzt, um Aufmerksamkeit, Gedanken- und Gefühlswahrnehmung sowie Aktivitätsbewusstsein zu verbessern.
  • · Die strukturierte Gestaltung des CADDI-Protokolls wurde als förderlich für den therapeutischen Prozess erlebt; Struktur und Transparenz wurden als stützende Elemente benannt.
  • · Als Behandlungsergebnisse berichteten die Teilnehmer vor allem verbessertes Selbstverstehen, gesteigerte Aufmerksamkeit sowie bessere Planungs- und Handlungskompetenzen im Alltag.
  • · Eine wesentliche Herausforderung bestand im Aufrechterhalten der Therapiegewinne nach Abschluss des Programms; die Teilnehmer wünschten sich Follow-up-Sitzungen zur Stabilisierung der Fortschritte.
Beobachtungsstudie ADHS 2024 centanafadine

52-Week Open-Label Safety and Tolerability Trial of Centanafadine Sustained Release in Adults With Attention Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD)

Türkoğlu, Ömer Faruk; Skubiak, Taisa; McDonough, John E. · CNS Spectrums

Zusammenfassung & 7 Kernbefunde

Diese 52-wöchige offene Phase-3-Studie untersuchte Langzeitsicherheit, Verträglichkeit und explorative Wirksamkeit von Centanafadin SR 400 mg/Tag (BID) bei 653 erwachsenen ADHS-Patienten. Centanafadin ist ein neuartiger triple Reuptake-Inhibitor (Noradrenalin, Dopamin, Serotonin), der nach 52 Wochen eine klinisch bedeutsame Symptomreduktion (AISRS −20,4 Punkte) bei insgesamt akzeptablem Sicherheitsprofil zeigte. Die Studie bestätigt das Potenzial von Centanafadin als Langzeittherapie bei adulter ADHS.

  • · Centanafadin SR 400 mg/Tag über 52 Wochen reduzierte den AISRS-Gesamtscore im Mittel um 20,4 Punkte (von 34,4 auf ca. 14,0), was auf eine substanzielle und anhaltende Symptomreduktion bei erwachsenen ADHS-Patienten hinweist.
  • · Centanafadin ist ein potenziell erstklassiger triple Reuptake-Inhibitor (Noradrenalin/Dopamin/Serotonin, NDSRI), der damit einen neuartigen Wirkmechanismus gegenüber bestehenden ADHS-Medikamenten darstellt.
  • · Die Dosierung betrug 400 mg/Tag aufgeteilt auf zwei Einnahmen (BID), titriert über 8 Tage; danach wurde die Dosis für die gesamte 52-wöchige Studiendauer beibehalten.
  • · Behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse (TEAEs) traten bei 61,4 % der Patienten auf; die häufigsten waren Insomnie (8,0 %), Übelkeit (7,7 %), Durchfall und Kopfschmerzen (je 7,0 %).
  • · Schwerwiegende TEAEs traten bei nur 1,8 % der Patienten auf, kein Todesfall wurde verzeichnet; Vitalzeichen, Labor- und EKG-Werte zeigten keine klinisch relevanten Trends über 52 Wochen.
RCT ADHS 2024 cbt adhd

A - 34 CBT Improves Cognitive Functioning in ADHD, Mixed Type

Constantinou, M. · Archives of Clinical Neuropsychology

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Studie untersuchte die Wirksamkeit von 12 Wochen individualisierter kognitiver Verhaltenstherapie (CBT) bei 68 Kindern (9–12 Jahre) mit ADHS vom gemischten Typ. Mithilfe standardisierter Tests (WISC-V, CBCL, TEA-Ch2, CPT-2) wurden vor und nach der Intervention kognitive Funktionen und Verhalten gemessen. CBT führte zu signifikanten Verbesserungen mit großen Effektgrößen in Arbeitsgedächtnis, Aufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität.

  • · Nach 12 Wochen individualisierter kognitiver Verhaltenstherapie (CBT) zeigten 68 Kinder mit ADHS vom gemischten Typ (Alter 9–12 Jahre) signifikante Verbesserungen im Arbeitsgedächtnis mit großer Effektstärke (Cohen's d > 0,80).
  • · CBT führte zu signifikanten Verbesserungen bei Hyperaktivität, externalisierendem Verhalten und Impulsivität mit jeweils großer Effektstärke (Cohen's d > 0,80).
  • · Selektive, anhaltende und alltagsbezogene Aufmerksamkeit verbesserten sich nach CBT ebenfalls signifikant mit großen Effektgrößen.
  • · Das CBT-Programm umfasste Gedankenrestrukturierung, Impulskontrollübungen, Entspannungstechniken und Achtsamkeitsübungen über 12 Wochen.
  • · Lehrkräfte, Psychologen und Eltern berichteten übereinstimmend über signifikante klinische Verbesserungen nach der CBT-Intervention.
RCT ADHS 2024 cognitive training

A Digital Cognitive-Physical Intervention for Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder: Randomized Controlled Trial.

Zhao, Licong; Agazzi, Heather; Du, Yasong; Meng, Hongdao et al. · Journal of medical Internet research

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese randomisiert-kontrollierte Studie untersuchte BrainFit, eine 4-wöchige digitale Intervention, die gamifiziertes kognitives Training mit körperlichen Übungen auf dem iPad kombiniert, bei 80 schulpflichtigen Kindern mit ADHS (6–12 Jahre). Die Intervention führte zu signifikant stärkerer Reduktion von ADHS-Gesamtsymptomen sowie Verbesserungen der Exekutivfunktionen im Vergleich zur Wartekontrollgruppe. Die Autoren empfehlen größere multizentrische Studien mit längeren Follow-up-Zeiträumen zur Bestätigung der Befunde.

  • · Die digitale kognitiv-physische Intervention BrainFit reduzierte ADHS-Gesamtsymptome (SNAP-IV) signifikant stärker als die Kontrollgruppe (β=-12.203, 95% CI -17.882 bis -6.523; p<.001) bei Kindern im Alter von 6–12 Jahren.
  • · BrainFit verbesserte sowohl Unaufmerksamkeit (β=-3.966, p<.001) als auch Hyperaktivität/Impulsivität (β=-5.735, p<.001) und oppositionell-trotziges Verhalten (β=-2.995, p=.002) im Vergleich zur Wartekontrollgruppe.
  • · Die Exekutivfunktionen verbesserten sich signifikant: Der Metakognitionsindex (β=-6.312, p=.006) und der globale Exekutivkomposit (β=-5.952, p=.003) auf der BRIEF-Skala sanken in der Interventionsgruppe stärker als in der Kontrolle.
  • · BrainFit bestand aus 12 Sitzungen à 30 Minuten über 4 Wochen (3×/Woche auf einem iPad), kombinierte gamifiziertes kognitives Training mit körperlicher Bewegung und wurde unter Aufsicht von geschultem Personal durchgeführt.
  • · Es wurden keine schwerwiegenden interventionsbezogenen unerwünschten Ereignisse berichtet; die Studie erreichte eine Completion-Rate von 88,9% (80 von 90 randomisierten Kindern).
Andere ADHS 2024 centanafadine

A matching-adjusted indirect comparison of centanafadine versus lisdexamfetamine, methylphenidate and atomoxetine in adults with attention-deficit/hyperactivity disorder: long-term safety and efficacy.

Schein, Jeff; Cloutier, Martin; Gauthier-Loiselle, Marjolaine; Catillon, Maryaline et al. · Journal of comparative effectiveness research

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Studie vergleicht Centanafadin (ein neuer Triple-Wiederaufnahmehemmer) indirekt mit Lisdexamfetamin, Methylphenidat und Atomoxetin bei erwachsenen ADHS-Patienten über bis zu 52 Wochen mittels Matching-Adjusted Indirect Comparisons (MAICs). Centanafadin zeigte in allen Vergleichen ein günstigeres Nebenwirkungsprofil bei statistisch signifikant niedrigeren Raten mehrerer häufiger Nebenwirkungen. Die Wirksamkeit war vergleichbar mit Methylphenidat und Atomoxetin, jedoch geringer als bei Lisdexamfetamin.

  • · Centanafadin zeigte im indirekten Vergleich über 52 Wochen signifikant niedrigere Raten unerwünschter Ereignisse als Lisdexamfetamin, insbesondere bei Infektionen der oberen Atemwege (18,75 Prozentpunkte), Insomnie (12,47) und Mundtrockenheit (12,33).
  • · Im Vergleich mit Methylphenidat zeigte Centanafadin signifikant niedrigere Raten für verringerten Appetit (20,25 Prozentpunkte), Kopfschmerzen (18,53) und Insomnie (12,65).
  • · Im Vergleich mit Atomoxetin hatte Centanafadin signifikant niedrigere Raten für Übelkeit (26,18 Prozentpunkte), Mundtrockenheit (25,07) und Müdigkeit (13,95).
  • · Die Wirksamkeit von Centanafadin war geringer als die von Lisdexamfetamin (6,15-Punkte-Unterschied im AISRS/ADHD-RS-Score; p < 0,05), während kein statistisch signifikanter Unterschied gegenüber Methylphenidat (1,75 Punkte; p = 0,13) oder Atomoxetin (1,60 Punkte; p = 0,21) bestand.
  • · Die Studie verwendete Matching-Adjusted Indirect Comparisons (MAICs) mit Propensity-Score-Gewichtung, um Patientencharakteristika zwischen den Studienarmen anzugleichen – ein indirekter Vergleich, der methodisch keine direkte Randomisierung beinhaltet.
Systematic Review verwandt 2024 adhd overview

A Multi-Level Analysis of Biological, Social, and Psychological Determinants of Substance Use Disorder and Co-Occurring Mental Health Outcomes

Belfiore, Cecilia Ilaria; Galofaro, Valeria; Cotroneo, Deborah; Lopis, Alessia et al. · Psychoactives

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Systematischer Review (60 Studien) zu biologischen, sozialen und psychologischen Determinanten von Substanzgebrauchsstörungen (SUD) und psychiatrischen Komorbiditäten. Multi-Faktoren-Modell; Dopaminerge und Endocannabinoid-Systeme als Schlüsselmechanismen.

  • · Biologische Faktoren (Endocannabinoid-, dopaminerge Systeme) sowie genetische Faktoren tragen zur Cannabis-Sucht-Anfälligkeit bei.
  • · Komorbiditäten mit Stimmungs- und Angststörungen sind bei SUD häufig; Frauen eskalieren Substanzgebrauch schneller nach Beginn.
  • · Kindheitserfahrungen und elterliche Erziehungsstile beeinflussen Substanzgebrauchsverhalten.
Andere ADHS 2024 ventral tegmental area

A Risk Factor for Attention Deficit Hyperactivity Disorder Induces Marked Long-Term Anatomical Changes at GABAergic-Dopaminergic Synapses in the Rat Ventral Tegmental Area.

Seo, Steve; Parr-Brownlie, Louise C; Wicky, Hollie E; Bilkey, David K et al. · International journal of molecular sciences

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Studie untersuchte an einem Rattenmodell für ADHS (wiederholte neonatale Hypoxie) synaptische Veränderungen im ventralen tegmentalen Areal mittels 3D-Elektronenmikroskopie und Stereologie. Hypoxische Ratten zeigten signifikant vergrößerte postsynaptische Dichten an GABAergen-dopaminergen Synapsen sowie einen vollständigen Verlust synaptischer Triaden im pVTA. Diese Befunde stützen das Hypodopaminergie-Modell der ADHS und stehen im strukturellen Gegensatz zu Veränderungen, die bei Schizophrenie beobachtet werden.

  • · Wiederholte Hypoxie in einer Phase, die der extremen Frühgeburtlichkeit entspricht, führt im Rattenmodell zu einer um 22 % dickeren und 18 % längeren postsynaptischen Dichte an GABAergen-dopaminergen Synapsen im posterioren ventralen tegmentalen Areal (pVTA).
  • · Die vergrößerte postsynaptische Dichte bei hypoxischen Ratten deutet auf eine verstärkte Inhibition der pVTA-dopaminergen Neuronen hin, was zu einer Hypodopaminergie beitragen und motorische Hyperaktivität bei ADHS erklären könnte.
  • · Synaptische Triaden, ein wichtiger Bestandteil der pVTA-Schaltkreise, wurden bei hypoxischen Ratten nicht detektiert, was auf ein erhebliches strukturelles Defizit im dopaminergen Belohnungssystem hinweist.
  • · Die synaptischen Veränderungen bei dem ADHS-Risikomodell (Hypoxie/Hypodopaminergie) sind entgegengesetzt zu jenen beim Schizophrenie-Risikomodell (Hyperdopaminergie), was auf eine Umkehrpolarität der RMTg-pVTA-Synapsenmorphologie bei diesen zwei Erkrankungen hindeutet.
  • · Die Studie nutzte ein neues Tiermodell für die hyperaktiv/impulsive Präsentation von ADHS auf Basis wiederholter neonataler Hypoxie bei männlichen Ratten; das Modell stellt frühgeburtlichkeitsassoziierte Hirnveränderungen nach.
Systematic Review verwandt 2024 amygdala prefrontal cortex emotion regulation

A Systematic Review of the Etiology and Neurobiology of Intermittent Explosive Disorder.

John, Paliakkara; Stacy, Ellenberg; Andrew, Ursino; Smith Abigail, A et al. · medRxiv : the preprint server for health sciences

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Erstes systematisches Review zu Ätiologie und Neurobiologie von Intermittent Explosive Disorder (IED). Zeigt Parallelen zu ADHS-Neurobiologie; Amygdala-PFC-Dysbalance und exekutive Dysfunktionen als gemeinsame Substrate.

  • · Intermittent Explosive Disorder (IED) zeigt ähnliche neurobiologische Profile wie ADHS: Amygdala-PFC-Dysbalance, exekutive Dysfunktionen, serotonerge Dysregulation.
  • · Impulsive Aggression bei IED ist assoziiert mit erhöhter Amygdala-Aktivierung und verminderter PFC-Inhibitionskontrolle.
  • · IED ko-okkurriert häufig mit ADHS; genetische und neurobiologische Überlappungen existieren.
Beobachtungsstudie ADHS 2024 default mode network cerebellum insula

Abnormal stability of dynamic functional architecture in drug-naïve children with attention-deficit/hyperactivity disorder.

Shuangli, Chen; Beihui, Xue; Ronghui, Zhou; Andan, Qian et al. · BMC psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

rs-fMRT-Studie zu Stabilität dynamischer Netzwerkarchitektur bei medikationsnaiven ADHS-Kindern. ADHS ist durch abnorme Netzwerkstabilität und beeinträchtigte Flexibilität der Konnektivitätsumschaltung charakterisiert.

  • · Medikationsnaive Kinder mit ADHS zeigen abnorme Stabilität dynamischer funktioneller Netzwerkarchitektur im Resting-State, besonders im DMN, Kleinhirn und Insula.
  • · ADHS-Kinder verbringen mehr Zeit in hyperverbundenen Netzwerkzuständen; die Fähigkeit zur flexiblen Netzwerkumschaltung ist beeinträchtigt.
  • · Netzwerkinstabilität (verringerte Zeitverbringung in optimalen Zuständen) korreliert mit ADHS-Symptomschwere.
Systematic Review ADHS 2024 parietal cortex

Abnormal Structure and Function of Parietal Lobe in Individuals With Attention Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD): A Systematic Review Study.

Nejati, Vahid; Ghayerin, Elnaz · Basic and clinical neuroscience

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieses systematische Review (20 empirische Studien, 2010–2021) untersucht strukturelle und funktionelle Veränderungen des Parietallappens bei ADHS. Die Befunde aus fMRT, struktureller MRT und EEG zeigen konsistent reduzierte Aktivität, verminderte Konnektivität und weniger graue Substanz im Parietallappen bei ADHS-Betroffenen. Interventionsstudien mit tDCS und TMS belegen, dass die Aktivierung dieser Region Aufmerksamkeit, exekutive Funktionen und Arbeitsgedächtnis verbessern kann.

  • · fMRI-Studien berichten bei ADHS-Betroffenen konsistent von verminderter Aktivität und schlechter funktioneller Konnektivität des Parietallappens.
  • · Strukturelle MRT-Studien zeigen bei ADHS reduzierte graue Substanz im Parietallappen sowie Atrophiebefunde in Echo-Studien.
  • · EEG-Studien belegen eine verminderte Konnektivität der Parietallappen bei ADHS, was auf Störungen in parietalen Netzwerken hinweist.
  • · Transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) des Parietallappens verbesserte Aufmerksamkeit und exekutive Funktionen bei Kindern mit ADHS.
  • · Tiefe transkranielle Magnetstimulation (TMS) des Parietallappens verbesserte das Arbeitsgedächtnis bei ADHS.
Beobachtungsstudie verwandt 2024 prefrontal cortex noradrenergic system emotion regulation

Activation of Beta-adrenergic Receptors Upregulates the Signal-to-Noise Ratio of Auditory Input in the Medial Prefrontal Cortex and Mediates Auditory Fear Conditioning.

Haiting, Xie; Yueqin, Tian; Zhongli, Li; Kaitao, Wang et al. · Molecular neurobiology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Tierexperiment zur Rolle von beta-Adrenorezeptoren im präfrontalen Kortex bei Furchtkonditionierung und PTBS. Noradrenalin erhöht SNR von PL-Neuronen über GluA1-AMPAR. Kein direkter ADHS-Bezug.

  • · Aktivierung von Beta-Adrenorezeptoren im präfrontalen Kortex erhöht das Signal-Rausch-Verhältnis von PL-Neuronen bei Furchtkonditionierung.
  • · Isoproterenol (beta-AR-Agonist) verstärkt AFC über Hochregulierung von GluA1-AMPAR-Subeinheiten in PL-Kortex-Neuronen.
  • · Noradrenalin moduliert PFC-Neuronen-Signalübertragung bei emotionalem Lernen; relevant für PTBS und anxiöse Zustände.
Beobachtungsstudie ADHS 2024 behavioral therapy

ADHD Prevalence Among U.S. Children and Adolescents in 2022: Diagnosis, Severity, Co-Occurring Disorders, and Treatment.

Danielson, Melissa L; Claussen, Angelika H; Bitsko, Rebecca H; Katz, Samuel M et al. · Journal of clinical child and adolescent psychology : the official journal for the Society of Clinical Child and Adolescent Psychology, American Psychological Association, Division 53

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Studie nutzt Daten des National Survey of Children's Health (NSCH) 2022 und liefert aktuelle nationale Prävalenzschätzungen für ADHS bei US-amerikanischen Kindern und Jugendlichen (3–17 Jahre). Rund 11,4 % erhielten jemals eine ADHS-Diagnose, wobei die Mehrheit der aktuell Betroffenen moderate bis schwere Symptome und komorbide Störungen aufwies. Auffällig ist, dass knapp ein Drittel der Kinder mit aktueller ADHS keinerlei spezifische Behandlung erhielt.

  • · Im Jahr 2022 hatten ca. 11,4 % (7,1 Millionen) der US-amerikanischen Kinder und Jugendlichen jemals eine ADHS-Diagnose erhalten, was einem Anstieg von etwa 1 Million gegenüber 2016 entspricht.
  • · 10,5 % (6,5 Millionen) der Kinder zwischen 3 und 17 Jahren hatten zum Befragungszeitpunkt eine aktuelle ADHS-Diagnose.
  • · Unter Kindern mit aktueller ADHS hatten 58,1 % eine moderate bis schwere Ausprägung und 77,9 % mindestens eine komorbide Störung.
  • · Nur 53,6 % der Kinder mit aktueller ADHS erhielten ADHS-Medikamente; 44,4 % erhielten im vergangenen Jahr eine Verhaltenstherapie.
  • · Fast ein Drittel (30,1 %) der Kinder mit aktueller ADHS erhielt keinerlei ADHS-spezifische Behandlung.
Beobachtungsstudie ADHS 2024 striatum

Alterations in Striatal Architecture and Biochemical Markers’ Levels During Postnatal Development in the Rat Model of an Attention Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD)

Bogdańska-Chomczyk, E.; Wojtacha, P.; Tsai, M.; Huang, A. C. et al. · International Journal of Molecular Sciences

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Studie untersuchte im SHR-Rattenmodell für ADHS die strukturellen und biochemischen Veränderungen im Striatum während verschiedener postnataler Entwicklungsphasen. Im Vergleich zu WKY-Kontrollratten zeigten SHR-Ratten besonders in der juvenilen Phase deutlich reduzierte striatale Volumina, veränderte Neuronendichte sowie erhöhte Marker für Entzündung, oxidativen Stress und Stoffwechsel. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese multidimensionalen Veränderungen im Striatum zur gestörten Neuroentwicklung bei ADHS beitragen könnten.

  • · Im Spontan-Hypertensiven-Ratten-Modell (SHR) für ADHS zeigen sich die ausgeprägtesten Reduktionen des striatalen Volumens während der juvenilen Entwicklungsphase im Vergleich zu Kontrollratten (WKY).
  • · SHR-Ratten weisen in der juvenilen und heranreifenden Phase veränderte Neuronendichte im Striatum auf, was auf gestörte strukturelle Hirnentwicklung bei ADHS hindeutet.
  • · Im Striatum von SHR-Ratten sind erhöhte Level und Aktivitäten von Entzündungsmarkern (AKT-1, GCsRβ) und oxidativem Stress (MDA, Sulfhydrylgruppen) nachweisbar.
  • · Metabolische Marker wie Glucose, Eisen, Laktatdehydrogenase (LDH), Alaninaminotransferase (ALT) und Aspartataminotransferase (AST) sind im Striatum der SHR-Ratten gegenüber WKY-Kontrollratten erhöht.
  • · Die Befunde legen nahe, dass Veränderungen in der striatalen Morphologie und biochemischen Markern (Entzündung, oxidativer Stress, Metabolismus) mit der gestörten Hirnentwicklung und -reifung bei ADHS in Zusammenhang stehen könnten.
Beobachtungsstudie ADHS 2024 prefrontal cortex adhd emotion regulation

Altered Lateral Prefrontal Cortex Functioning during Emotional Interference Resistance is Associated with Affect Lability in Adults with Persisting Symptoms of ADHD from Childhood.

Ojha, Amar; Jones, Neil P.; Henry, Teague; Versace, Amelia et al. · Biological psychiatry. Cognitive neuroscience and neuroimaging

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

fMRT-Studie untersucht laterale PFC-Funktion bei emotionaler Interferenzresistenz bei erwachsenen ADHS-Patienten mit unterschiedlicher Symptompersistenz. Persistente ADHS zeigt ausgeprägtere PFC-Dysfunktion, was neuronale Korrelate der emotionalen Dysregulation belegt.

  • · Erwachsene ADHS-Patienten zeigen veränderte laterale PFC-Aktivierung während emotionaler Interferenzresistenz; das Muster hängt von der Symptompersistenz ab.
  • · Persistente ADHS-Erwachsene (vs. remittierend) zeigen stärkere laterale PFC-Dysfunktion bei emotionalen Aufgaben.
  • · Emotionale Dysregulation bei adultem ADHS hat spezifische neuronale Korrelate im lateralen PFC, unterscheidbar von Kontrollen.
Systematic Review ADHS 2024 behavioral therapy

Alternative Treatments to Pharmacological Therapy in Pediatric Populations With Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD): A Scoping Review

Leon, Lexie; Tran, Tram; Navadia, Meera; Patel, Janavi et al. · Cureus

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieses Scoping Review (16 eingeschlossene Studien, 2012–2022) kartiert nicht-pharmakologische Alternativen zur medikamentösen ADHS-Therapie bei Kindern und Jugendlichen. Die fünf untersuchten Interventionsbereiche – körperliche Aktivität, Ernährung, Achtsamkeit, computergestützte Therapien sowie Musik und Nervenstimulation – zeigten überwiegend positive Effekte auf ADHS-Symptome. Aufgrund kleiner Stichproben und heterogener Methodik ist die Evidenz jedoch noch als vorläufig einzustufen.

  • · Körperliche Aktivität verbessert bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS die exekutiven Funktionen und kognitive Leistung; sieben der eingeschlossenen Studien berichteten überwiegend positive Effekte.
  • · Diätinterventionen zeigten in zwei Studien einen positiven Einfluss auf ADHS-Symptome bei Kindern unter 18 Jahren ohne Komorbiditäten.
  • · Achtsamkeitsbasierte Interventionen führten laut zwei eingeschlossenen Studien zu einer Reduktion von ADHS-Symptomen bei pädiatrischen Patienten.
  • · Computergestützte Interventionen als adjuvante Therapie verbesserten ADHS-Symptome bei Kindern und Jugendlichen in zwei evaluierten Studien.
  • · Musikinterventionen und Nervenstimulation verbesserten in je einer Studie Aufmerksamkeit, Gedächtnis und exekutive Funktionen bei Kindern mit ADHS.
RCT ADHS 2024 adhd noradrenergic system executive function

An Open-Label Extension Study Assessing the Long-Term Safety and Efficacy of Viloxazine Extended-Release Capsules in Adults with Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder

Childress, Ann; Cutler, A.; Adler, Lenard A.; Fry, Nicholas et al. · CNS Drugs

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Open-Label-Extension einer Phase-3-RCT zu Langzeitsicherheit und -wirksamkeit von Viloxazin ER bei ADHS. Anhaltende Wirksamkeit und stabiles Sicherheitsprofil über 12 Monate; keine neuen Risiken.

  • · Viloxazin ER (Qelbree) zeigt in einer Open-Label-Extension (Phase 3) anhaltende Sicherheit und Wirksamkeit bei ADHS-Kindern und Erwachsenen über 12 Monate.
  • · Das Sicherheitsprofil von Viloxazin ER bleibt über die Langzeitexposition stabil; keine neuen Sicherheitssignale in der Extension.
  • · Viloxazin ER ist FDA-zugelassen für Kinder >6 Jahre und Erwachsene mit ADHS als Nicht-Stimulans.
Review ADHS 2024 modafinil

Armodafinil as a Potential Pharmacological Treatment for Attention Deficit Hyperactivity Disorder in Adults: A Review.

Lamas-Aguilar, Reyna; Diaz-Ruiz, Araceli; Navarro, Luz; Miranda-Ojeda, Raúl et al. · Current neuropharmacology

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieses Literatur-Review untersucht systematisch die verfügbare Evidenz zu Armodafinil als mögliche pharmakologische Behandlung für ADHS bei Erwachsenen auf Basis von 86 PubMed-Artikeln. Armodafinil zeigte in verschiedenen Kontexten Verbesserungen bei Wachheit, Gedächtnis, Impulskontrolle und exekutiven Funktionen. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass Armodafinil potenziell für die ADHS-Behandlung geeignet sein könnte, weisen aber auf die bisher spärliche direkte Evidenz hin.

  • · Armodafinil, das R-Enantiomer von Modafinil, verbessert bei Erwachsenen Wachheit, Gedächtnis, Impulskontrolle und exekutive Funktionen sowohl bei akuter als auch chronischer Anwendung.
  • · Das Literatur-Review umfasste 86 Artikel und zeigt, dass Armodafinil bei Schlafstörungen und anderen Erkrankungen kognitive Funktionen und Stimmungsalterationen verbessern kann.
  • · Armodafinil wird allgemein gut vertragen; die meisten unerwünschten Ereignisse gelten als nicht schwerwiegend.
  • · Die verfügbare Evidenz zur Wirksamkeit von Armodafinil speziell für ADHS bei Erwachsenen ist nach Aussage der Autoren noch sehr begrenzt.
  • · Armodafinil verbessert Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Erschöpfung bei gesunden Erwachsenen sowie Erwachsenen mit neuronalen Entwicklungsstörungen, die ADHS-ähnliche Symptome aufweisen.
Systematic Review ADHS 2024 prefrontal cortex adhd executive function

ASD and ADHD: Divergent activating patterns of prefrontal cortex in executive function tasks?

Yin, Li; Shuai, Ma; Xin, Zhang; Lei, Gao · Journal of psychiatric research

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Systematisches Review von fNIRS-Studien zu PFC-Aktivierungsmustern bei ASD und ADHS. ADHS zeigt reduzierte DLPFC-Aktivierung bei exekutiven Aufgaben; ASD und ADHS sind neurobiologisch distinkt trotz symptomatischer Überlappung.

  • · fNIRS-Metaanalyse (N>600 Artikel) zeigt divergierende PFC-Aktivierungsmuster bei ASD und ADHS bei exekutiven Aufgaben.
  • · Kinder mit ADHS zeigen typischerweise verminderte dorsolaterale PFC-Aktivierung bei Arbeitsgedächtnis- und Inhibitionsaufgaben im Vergleich zu Kontrollen.
  • · ASD und ADHS sind trotz symptomatischer Überlappung durch unterschiedliche PFC-Aktivierungsmuster neurobiologisch distinkt.
Systematic Review ADHS 2024

Assessing Adult ADHD: An Updated Review of Rating Scales for Adult Attention Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD)

S, Sharon Suganthi Caroline.; Sudhir, Paulomi M.; Mehta, Urvakhsh Meherwan; Kandasamy, Arun et al.

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Dieses systematische Review nach PRISMA-Richtlinien analysiert zehn Ratingskalen zur Erfassung von ADHS bei Erwachsenen hinsichtlich psychometrischer Qualität und Symptomabdeckung. Die meisten Skalen erfassen ADHS umfassend, jedoch berücksichtigt nur eine (BAARS-IV) funktionelle Beeinträchtigungen. Die Autoren empfehlen eine differenzierte Skalenauswahl zur Verbesserung von Diagnose und Behandlungsplanung.

  • · Zehn Ratingskalen mit soliden psychometrischen Eigenschaften wurden für die Diagnostik von ADHS im Erwachsenenalter identifiziert, darunter zwei (BADDS und BAARS-IV), die primär auf die Unaufmerksamkeitsdimension abzielen, während die übrigen eine umfassende ADHS-Erfassung abdecken.
  • · Nur eine Skala (BAARS-IV) integriert eine Bewertung funktioneller Beeinträchtigungen, was eine relevante Lücke in der diagnostischen Praxis darstellt.
  • · Einige weit verbreitete Ratingskalen wurden hinsichtlich ihrer Sensitivität bislang nicht ausreichend untersucht, was die klinische Interpretierbarkeit einschränkt.
  • · Ratingskalen sind zuverlässige und valide Instrumente zur Erfassung von ADHS bei Erwachsenen und unterstützen Diagnose, Zielidentifikation und Interventionsplanung.
  • · Erwachsenen-ADHS gilt als weit verbreitet, wird jedoch häufig unterdiagnostiziert und unterbehandelt, weshalb eine strukturierte Erfassung besonders wichtig ist.
Andere ADHS 2024 viloxazine

Assessment of centanafadine in adults with attention-deficit/hyperactivity disorder: A matching-adjusted indirect comparison vs lisdexamfetamine dimesylate, atomoxetine hydrochloride, and viloxazine extended-release.

Schein, J.; Cloutier, Martin; Gauthier-Loiselle, M.; Catillon, M. et al. · Journal of managed care & specialty pharmacy

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Matching-Adjusted Indirect Comparison (MAIC) vergleicht Centanafadine, einen experimentellen ADHS-Wirkstoff, mit Lisdexamfetamin, Atomoxetin und Viloxazin-Retard bei Erwachsenen mit ADHS. Centanafadine zeigte ein signifikant besseres Nebenwirkungsprofil gegenüber allen drei Vergleichssubstanzen, insbesondere bei Appetitlosigkeit, Mundtrockenheit und Schlafstörungen. Die Wirksamkeit war vergleichbar mit Atomoxetin und Viloxazin-Retard, aber geringer als bei Lisdexamfetamin.

  • · Centanafadine zeigte gegenüber Lisdexamfetamin ein signifikant besseres Sicherheitsprofil mit niedrigeren Raten für Appetitlosigkeit (23,42 Prozentpunkte), Mundtrockenheit (19,27) und Insomnie (15,35), aber eine kleinere Reduktion der ADHD-Symptome (6,58-Punkt-Differenz).
  • · Im Vergleich zu Atomoxetin war Centanafadine mit signifikant niedrigeren Raten von Übelkeit (18,64 Prozentpunkte), Mundtrockenheit (17,44) und Fatigue (9,21) verbunden und zeigte keine statistisch signifikanten Unterschiede in der Symptomreduktion.
  • · Centanafadine war gegenüber Viloxazin-Retard mit signifikant niedrigeren Raten von Fatigue (11,07 Prozentpunkte), Insomnie (10,67) und Übelkeit (7,57) assoziiert bei vergleichbarer Wirksamkeit in der Symptomreduktion.
  • · Die Matching-Adjusted Indirect Comparison wurde basierend auf gepoolten Patientendaten aus zwei Centanafadin-Studien und aggregierten Daten aus publizierten Vergleichsstudien durchgeführt.
  • · Centanafadins Wirksamkeit (AISRS-Reduktion) war niedriger als bei Lisdexamfetamin, aber vergleichbar mit Atomoxetin und Viloxazin-Retard.
Beobachtungsstudie ADHS 2024 guanfacine

Association between Early Guanfacine Discontinuation and Somnolence for Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder.

Doi, Kinuka; Sogawa, Rintaro; Eguchi, Yuko; Matsuo, M. et al. · Biological & pharmaceutical bulletin

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese retrospektive Beobachtungsstudie aus dem Saga University Hospital untersuchte 96 ADHS-Patienten unter Guanfacin-Therapie (2017–2021) hinsichtlich der Gründe für einen Therapieabbruch. Somnolenz erwies sich als dominanter Faktor für einen frühzeitigen Abbruch innerhalb der ersten 70 Behandlungstage, besonders bei Patienten ohne Begleitmedikation. Die Kombination mit Methylphenidat oder Atomoxetin scheint diesen Effekt abzumildern.

  • · Somnolenz ist der häufigste Grund für einen frühzeitigen Abbruch der Guanfacin-Therapie: Bei 44 % der Patienten, die innerhalb von 70 Tagen abbrachen, war Somnolenz ursächlich, gegenüber nur 8,3 % bei spätem Abbruch (p = 0,008).
  • · Ohne Begleitmedikation war Somnolenz besonders stark mit frühem Therapieabbruch assoziiert (55,0 % vs. 7,1 % bei spätem Abbruch; p = 0,009).
  • · Die gleichzeitige Einnahme von Methylphenidat oder Atomoxetin scheint den durch Somnolenz bedingten Therapieabbruch von Guanfacin zu reduzieren, da in der Kombinationsgruppe kein signifikanter Unterschied zwischen frühem und spätem Abbruch bestand.
  • · Von 96 untersuchten Patienten unter Guanfacin-Behandlung setzten 49 das Medikament ab, während 47 die Therapie fortsetzten — eine Abbruchrate von etwa 51 %.
  • · Als kritische Schwelle für frühzeitigen Abbruch wurde ein Behandlungszeitraum von ≤70 Tagen identifiziert; nach dieser Phase nahm die somnolenzbedingte Abbruchrate deutlich ab, was auf eine mögliche Toleranzentwicklung hindeutet.
Beobachtungsstudie ADHS 2024 atomoxetine

Atomoxetine Treatment of Attention Deficit/Hyperactivity Disorder Symptoms in 3–6-Year-Old Children with Autism Spectrum Disorder: A Retrospective Cohort Study

Alsayouf, H.; Alsarhan, Osama; Khreisat, Wael H.; Daoud, Azhar · Children

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese retrospektive Kohortenstudie untersuchte Sicherheit und Wirksamkeit von Atomoxetin bei 133 Kindern im Alter von 3–6 Jahren mit komorbider ADHS und Autismus-Spektrum-Störung. Bei einer Dosis von 1,2–1,8 mg/kg/Tag zeigte Atomoxetin bei den 110 Patienten, die die Therapie über mindestens 6 Monate fortsetzten, klinisch relevante Verbesserungen gemessen am CGI-I. Unerwünschte Ereignisse traten bei 37,6 % der Patienten auf, waren jedoch nach Absetzen reversibel.

  • · Atomoxetin zeigte in einer retrospektiven Kohorte von 110 Kindern (3–6 Jahre) mit ADHS und komorbider Autismus-Spektrum-Störung bei einer Titrationsdosis von 1,2–1,8 mg/kg/Tag eine gute Verträglichkeit und Wirksamkeit über mindestens 6 Monate.
  • · Der Clinical Global Impression–Improvement-Score (CGI-I) verbesserte sich bei 62,4 % der Kinder auf 1 ("sehr stark verbessert") und bei 20,3 % auf 2 ("stark verbessert") beim letzten Besuch.
  • · 37,6 % der 133 Patienten erlitten unerwünschte Ereignisse (UE); bei 17,3 % führten diese zum Therapieabbruch. Bei allen Abbrechern verschwanden die UE nach Absetzen vollständig.
  • · Die häufigsten unerwünschten Ereignisse waren gastrointestinale Beschwerden (24,1 %), Aggression oder Feindseligkeit (12,8 %) sowie erhöhte Hyperaktivität (9,0 %).
  • · Die Studie untersucht erstmals systematisch Atomoxetin bei Kindern unter 6 Jahren mit ADHS und ASD, einer Altersgruppe, für die die Substanz regulatorisch nicht zugelassen ist (Zulassung ab 6 Jahren).
Andere ADHS 2024 viloxazine

Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder in Adults.

Olagunju, Amanda E; Ghoddusi, Faraz · American family physician

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Das Paper besteht aus zwei Teilen: Ein Review zur ADHS im Erwachsenenalter mit Empfehlungen zur Diagnose und Pharmakotherapie (First-Line: Stimulanzien; Alternativen wie Viloxazin bei Kontraindikationen), sowie eine experimentelle Studie zu repetitiver Magnetstimulation (rTMS) bei ADHS-Patienten. Die rTMS-Studie zeigte Verbesserungen der Zeitschätzung, aber keine signifikanten Effekte auf Schlafqualität oder ADHS-Kernssymptome.

  • · Bei Erwachsenen mit ADHS liegt die Prävalenz in den USA bei 14,6% nach DSM-5-Kriterien; ADHS aus dem Kindesalter persistiert häufig ins Erwachsenenalter.
  • · Amphetamine und Methylphenidate gelten als First-Line-Pharmakotherapie; für Patienten, die Stimulanzien nicht vertragen oder begleitende Angststörungen/Depression aufweisen, sind Atomoxetin, Viloxazin und Bupropion Alternativen.
  • · Die Kombination von Stimulanzien mit Psychotherapie kann effektiver sein als Pharmakotherapie allein.
  • · 10 Hz rTMS am linken DLPFC reduziert den Fehler bei der Zeitschätzung längerer Zeitintervalle und verbessert die Genauigkeit bei der Wahrnehmung visueller Stimuli.
  • · rTMS bei 10 Hz führte zu keinen signifikanten Verbesserungen der Schlafqualität oder ADHS-Symptomatik in der untersuchten Stichprobe.
Review ADHS 2024 guanfacine

Attention-deficit/hyperactivity disorder in pregnancy and the postpartum period.

Scoten, Olivia; Tabi, Katarina; Paquette, Vanessa; Carrion, Prescilla et al. · American journal of obstetrics and gynecology

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Guideline adressiert das Management von ADHS bei Frauen während Schwangerschaft und postpartalem Zeitraum. Sie empfiehlt einen individualisierten Behandlungsansatz mit psychoedukativen, psychotherapeutischen und bei Bedarf pharmakologischen Interventionen. Die Guideline betont, dass Psychostimulanzien und Atomoxetin sichere Optionen mit beruhigenden Sicherheitsdaten darstellen und ein Gleichgewicht zwischen Risiken der medikamentösen Behandlung und unbehandelter ADHS angestrebt werden sollte.

  • · 3% der erwachsenen Frauen haben eine ADHS-Diagnose und viele werden während ihrer reproduktiven Jahre behandelt, was Managementimplikationen in Schwangerschaft und postpartalem Zeitraum mit sich bringt.
  • · ADHS-Symptome werden während der perinatalen Periode häufig schwieriger zu managen und erfordern zusätzliche Unterstützung und Aufmerksamkeit.
  • · Die Guideline empfiehlt eine individualisierte Behandlungsplanung zur Minderung der mit ADHS assoziierten perinatalen Risiken sowie psychoedukative und psychotherapeutische Interventionen.
  • · Für moderate bis schwere ADHS sollte Pharmakotherapie in Betracht gezogen werden, die überwiegend beruhigende Sicherheitsdaten aufweist.
  • · Psychostimulanzien einschließlich Methylphenidat und Amphetamine sind First-Line-Behandlung bei ADHS im Erwachsenenalter, Atomoxetin ist eine Alternative wenn Psychostimulanzien nicht verwendet oder toleriert werden können.
Beobachtungsstudie ADHS 2024 clonidine methylphenidate lisdexamfetamine

Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder Medications and Work Disability and Mental Health Outcomes.

Taipale, Heidi; Bergström, Jakob; Gèmes, Katalin; Tanskanen, Antti et al. · JAMA network open

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese schwedische, landesweite Register-Kohortenstudie untersuchte den Zusammenhang zwischen spezifischen ADHS-Medikamenten und psychiatrischen Hospitalisierungen, Suizidverhalten sowie Arbeitsunfähigkeit bei 221.714 Personen über bis zu 15 Jahre. Im Within-Individual-Design waren besonders Lisdexamphetamin, Dexamphetamin und Amphetamin mit reduzierten Hospitalisierungen und niedrigerem Suizidrisiko assoziiert. Atomoxetin war als einziges Medikament mit einer Reduktion der Arbeitsunfähigkeit verbunden.

  • · Lisdexamphetamin war mit dem stärksten Rückgang psychiatrischer Hospitalisierungen assoziiert (aHR 0,80; 95%-KI 0,78–0,82), gefolgt von Amphetamin (aHR 0,74) und Methylphenidat (aHR 0,93).
  • · Die Einnahme von Dexamphetamin (aHR 0,69) und Lisdexamphetamin (aHR 0,76) war mit signifikant reduziertem Suizidrisiko bzw. Suizidversuchen assoziiert; auch Methylphenidat zeigte eine Reduktion (aHR 0,92).
  • · Atomoxetin war als einziges Medikament signifikant mit reduzierter Arbeitsunfähigkeit assoziiert (aHR 0,89), besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen (16–29 Jahre, aHR 0,82).
  • · Kein untersuchtes ADHS-Medikament war mit einem erhöhten Risiko nicht-psychiatrischer Hospitalisierungen assoziiert; mehrere Substanzen zeigten sogar eine signifikante Risikoreduktion.
  • · Modafinil, Clonidin und Guanfacin zeigten keine signifikante Assoziation mit psychiatrischen Hospitalisierungen, während Stimulanzien und Polytherapie deutlichere Schutzeffekte aufwiesen.
RCT ADHS 2024 anterior cingulate cortex tdcs neuromodulation

Baseline brain volume predicts home-based transcranial direct current stimulation effects on inattention in adults with attention-deficit/hyperactivity disorder.

Rodrigues da Silva, Pedro Henrique; Leffa, Douglas T; Luethi, Matthias S; Silva, Roberta F et al. · Journal of psychiatric research

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Sekundäranalyse des TUNED-Trials untersuchte bei 29 Erwachsenen mit ADHS, ob das Ausgangsvolumen ADHS-relevanter Hirnregionen das Ansprechen auf heimbasierte tDCS (anodal rechts / kathodal links am DLPFC) vorhersagen kann. Kleinere Volumina im linken mittleren und orbitalen inferioren Frontalkortex sowie im supragenualen ACC korrelierten signifikant mit stärkerer Verbesserung der Unaufmerksamkeit in der aktiven tDCS-Gruppe. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass strukturelle MRT-Daten als Prädiktor für das tDCS-Ansprechen bei ADHS genutzt werden könnten.

  • · Geringeres Ausgangsvolumen des linken mittleren Frontallappens (Gyrus frontalis medius), des linken orbitalen Teils des Gyrus frontalis inferior sowie des linken supragenualen ACC war signifikant mit stärkerer Verbesserung der Unaufmerksamkeit unter aktiver tDCS assoziiert (p-adj. = 0,045, Cohen's d > 1,2).
  • · Heimbasierte anodale rechte / kathodale linke DLPFC-tDCS über 4 Wochen war wirksamer bei Erwachsenen mit ADHS, die kleinere präfrontale und ACC-Volumina aufwiesen – ein Hinweis auf kompensatorische Neuroplastizität.
  • · Die Studie untersuchte eine Teilstichprobe des TUNED-Trials mit nur 29 Teilnehmenden (14 aktiv, 15 Sham), was die statistische Aussagekraft erheblich einschränkt.
  • · Strukturelle MRT-Maße des DLPFC und des anterioren cingulären Kortex könnten als Biomarker zur Vorhersage des klinischen Ansprechens auf tDCS bei Erwachsenen mit ADHS genutzt werden.
  • · Der Effekt war spezifisch für die aktive tDCS-Gruppe; in der Sham-Gruppe zeigte sich kein entsprechender Zusammenhang zwischen Hirnvolumen und Symptomverbesserung.
Beobachtungsstudie ADHS 2024 micronutrients adhd

Baseline Micronutrients Status and Sleep Quality in Children With Attention Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD): Secondary Analysis of MADDY RCT

Audina, Nabilla E; Hatsu, Irene; Robinette, Lisa M.; Johnstone, Jeanette M. et al. · Current Developments in Nutrition

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Querschnittsanalyse von Basisdaten der MADDY-RCT untersuchte den Zusammenhang zwischen Mikronährstoffstatus (Nahrungsaufnahme und Plasmaspiegel) und subjektiver Schlafqualität bei 134 Kindern mit ADHS im Alter von 6–12 Jahren. Überraschenderweise waren höhere Nahrungsaufnahmen von Kupfer, Magnesium, Mangan und Zink mit schlechterer elternbeurteilter Schlafqualität assoziiert; Plasmaspiegel zeigten jedoch keinen signifikanten Zusammenhang. Die Befunde sind explorativ und erfordern weitere Forschung mit größeren Stichproben zur Klärung der zugrundeliegenden Mechanismen.

  • · Bei Kindern mit ADHS waren höhere Nahrungsaufnahmen von Kupfer, Magnesium, Mangan und Zink signifikant mit schlechterer elternbeurteilter Schlafqualität assoziiert (PROMIS-Scores). Dies ist ein unerwarteter Befund, der den angenommenen protektiven Effekt dieser Mineralien in Frage stellt.
  • · Zwischen Plasma-Mineralspiegeln (gemessen via ICP-MS) und der Schlafqualität – weder elternseitig noch kinderseitig bewertet – wurde kein signifikanter Zusammenhang gefunden, was auf eine Diskrepanz zwischen Nahrungsaufnahme und tatsächlichen Plasmaspiegeln hindeutet.
  • · In der Sensitivitätsanalyse für Kinder mit besonders schlechter Schlafqualität (PROMIS t-Score >60) zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen Zink-Plasmakonzentration und schlechterer elternbeurteilter Schlafqualität (β=0,02, p=0,03).
  • · Schlafstörungen bei Kindern mit ADHS waren weit verbreitet: 59 % der Eltern und 49 % der Kinder selbst berichteten über Schlafprobleme, was die hohe Komorbidität von ADHS und Schlafstörungen bestätigt.
  • · Die Studie basiert auf der MADDY-RCT-Kohorte (n=134 für Nahrungsaufnahme, n=77 für Plasmaspiegel) mit Kindern im Alter von 6–12 Jahren und untersucht die Basiswerte vor einer Multimikronährstoff-Supplementierung bei ADHS.
Beobachtungsstudie ADHS 2024 adhd overview

Brain-Charting Autism and Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder Reveals Distinct and Overlapping Neurobiology

Bedford, Saashi A.; Lai, Meng‐Chuan; Lombardo, Michael; Chakrabarti, Bhismadev et al. · Biological Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Normative Brain-Charting-Studie zu kortikalen Entwicklungsunterschieden bei Autismus und ADHS. Distinkte Muster, alters- und geschlechtsspezifisch; ko-okkurrente ASD+ADHD zeigen unique Muster.

  • · Großangelegte Brain-Charting-Analyse zeigt distinkte kortikale Entwicklungsunterschiede zwischen Autismus und ADHS.
  • · Alters- und geschlechtsspezifische Einflüsse auf kortikale Unterschiede sind bei ASD und ADHS unterschiedlich ausgeprägt.
  • · Ko-Vorkommen von ASD und ADHS zeigt möglicherweise einzigartige kortikale Muster, die nicht additiv sind.
RCT ADHS 2024 mindfulness adhd

Can a mindfulness programme in schools for students with ADHD symptoms improve emotional well-being?

Holopainen, M.; Hintsanen, M.; Lahti, J.; Vahlberg, T. et al. · The European Journal of Public Health

Zusammenfassung & 7 Kernbefunde

Dieses Cluster-RCT untersuchte die Wirksamkeit eines universellen schulbasierten Achtsamkeitsprogramms (MBI) auf emotionales Wohlbefinden und Emotionsregulation bei Jugendlichen mit erhöhten ADHS-Symptomen. Die Ergebnisse sind gemischt: Das MBI stabilisierte die Akzeptanz und reduzierte bei Mädchen das Katastrophisieren, zeigte jedoch keinen Effekt auf emotionale Zustände insgesamt und hatte bei Jungen teils kontraproduktive Auswirkungen. Die Autoren empfehlen Programmanpassungen für diese spezifische Subgruppe.

  • · Ein universelles schulbasiertes Achtsamkeitsprogramm (MBI) zeigte bei Jugendlichen mit erhöhten ADHS-Symptomen einen positiven Effekt auf die Emotionsregulationsstrategie Akzeptanz zum Zeitpunkt T9 im Vergleich zur inaktiven Kontrollgruppe.
  • · In der MBI-Gruppe blieb die Akzeptanz auf Ausgangsniveau stabil, während sie in der inaktiven Kontrollgruppe abnahm; dies deutet auf einen protektiven Effekt des Programms hin.
  • · Bei Mädchen reduzierte das MBI das Katastrophisieren zu T9 und T26 im Vergleich zur aktiven Kontrollgruppe, während es bei Jungen zu einem geringeren Rückgang des Katastrophisierens zu T9 im Vergleich zur inaktiven Kontrollgruppe führte – ein gegenläufiger Geschlechtereffekt.
  • · Das MBI hatte keinen nachweisbaren Effekt auf Selbstfreundlichkeit, positive/negative emotionale Zustände oder das Katastrophisieren insgesamt (ohne Geschlechtertrennung).
  • · In der inaktiven Kontrollgruppe nahm Grübeln zu T9 ab und positive Neubewertung stieg zu T26 an – beides stärker als in der MBI-Gruppe, was auf mögliche unbeabsichtigte Nachteile des Programms hinweist.
RCT ADHS 2024 mindfulness adhd

Can a Universal Mindfulness Intervention in Schools Reduce ADHD Symptoms among Adolescents? A Cluster Randomized Controlled Trial

Holopainen, M.; Hintsanen, M.; Lahti, J.; Vahlberg, T. et al. · Scandinavian Journal of Psychology

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese cluster-randomisierte kontrollierte Studie untersuchte, ob ein universelles neunwöchiges Achtsamkeitsprogramm (.b) für ganze Schulklassen die ADHS-Symptome bei 3519 finnischen Jugendlichen (12–15 Jahre) reduzieren kann. Die Ergebnisse zeigen keine signifikanten positiven Interventionseffekte auf elternberichtete ADHS-Symptome, weder unmittelbar nach der Intervention noch im 26-Wochen-Follow-up. Weder Geschlecht, Alter, sozioökonomischer Status noch Heimübungsintensität moderierten die Effekte.

  • · Eine universelle neunwöchige Achtsamkeitsintervention (.b-Programm) zeigte in einem cluster-randomisierten kontrollierten Trial keine positiven Effekte auf elternberichtete ADHS-Symptome bei Jugendlichen im Vergleich zu einer aktiven Entspannungskontrollgruppe und einer passiven Kontrollgruppe.
  • · Die Studie umfasste 3519 Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren aus finnischen Schulen, die randomisiert einer MBI-Gruppe, einer Entspannungs-Aktivkontrollgruppe oder einer passiven Kontrollgruppe zugeordnet wurden – eine der größten Studien zu schulbasierten Achtsamkeitsinterventionen bei ADHS-Symptomen.
  • · Weder Geschlecht, Altersgruppe noch sozioökonomischer Status moderierten die Interventionseffekte; keine der untersuchten Subgruppen profitierte von der universellen Achtsamkeitsintervention.
  • · Regelmäßiges Heimüben während der Follow-up-Periode verstärkte die Interventionseffekte auf ADHS-Symptome nicht, was auf fehlende Dosis-Wirkungs-Beziehung für diese Zielgröße hinweist.
  • · Die Ergebnisse stehen im Kontrast zu Befunden aus klinischen, zielgruppenspezifischen MBI-Programmen für bereits diagnostizierte ADHS-Kinder und -Jugendliche, die Symptomreduktionen zeigen; universelle schulbasierte Programme scheinen diesen Effekt nicht zu replizieren.
case_report ADHS 2024 venlafaxine

Case Report: Methylphenidate and venlafaxine improved abdominal nociplastic pain in an adult patient with attention deficit hyperactivity disorder, autism spectrum disorder, and comorbid major depression.

Kasahara, Satoshi; Takahashi, Miwako; Takahashi, Kaori; Morita, Taito et al. · Frontiers in pain research (Lausanne, Switzerland)

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieser Fallbericht beschreibt eine 51-jährige Frau mit ADHS, Autismus-Spektrum-Störung und komorbider Depression, die an schwerem abdominalem nociplastischem Schmerz litt. Die Kombination aus Methylphenidat und Venlafaxin führte zu einer deutlichen Verbesserung von Schmerz, psychiatrischen Symptomen und zerebralem Blutfluss. Die Studie weist auf die Bedeutung des Screenings auf ADHS/ASS bei Schmerzpatienten hin.

  • · Die Kombination aus Methylphenidat und Venlafaxin führte bei einer 51-jährigen Patientin mit ADHS, ASS und komorbider Depression zu einer deutlichen Verbesserung von nociplastischem Bauchschmerz, ADHS-Symptomen und zentraler Sensibilisierung.
  • · Methylphenidat allein zeigte keine ausreichende Wirkung auf den nociplastischen Schmerz; erst die Kombination mit dem SNRI Venlafaxin erzielte klinisch relevante Verbesserungen.
  • · Unter der Kombinationstherapie verbesserte sich der zerebrale Blutfluss im anterioren Cingulum, im präfrontalen Kortex und im Parietalkortex, was auf eine neurobiologische Normalisierung der zentralen Schmerzverarbeitung hindeutet.
  • · Nociplastischer Schmerz tritt häufig komorbid mit ADHS und ASS auf; kognitive Dysfunktionen und sensorische Überempfindlichkeit bei nociplastischem Schmerz können mit diesen psychiatrischen Komorbiditäten zusammenhängen.
  • · Die Behandlung der begleitenden Depression ist bei nociplastischem Schmerz essenziell; Venlafaxin wird als besonders geeignet für Fälle mit komorbider ADHS/ASS eingestuft.
Beobachtungsstudie ADHS 2024 cerebellum

Cerebellar network alterations in adult attention-deficit/hyperactivity disorder.

Parkkinen, Salla; Radua, Joaquim; Andrews, Derek S; Murphy, Declan et al. · Journal of psychiatry & neuroscience : JPN

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Studie untersuchte mittels Diffusions-Traktographie die Kleinhirnstiele (MCP, SCP, ICP) bei männlichen Erwachsenen mit ADHS und Kontrollen. Es wurden signifikante Veränderungen der weißen Substanz im MCP sowie im rechten ICP bei ADHS-Patienten festgestellt. Die Unterschiede im ICP waren spezifisch mit Methylphenidat-Ansprechen assoziiert, was auf eine Rolle der Kleinhirnnetzwerke in der Pathophysiologie und Pharmakotherapie der adulten ADHS hindeutet.

  • · Erwachsene mit ADHS zeigten im Vergleich zu Kontrollpersonen eine reduzierte fraktionale Anisotropie (FA) und Hindrance Modulated Orientational Anisotropy (HMOA) im mittleren Kleinhirnstiel (MCP), was auf eine veränderte Mikrostruktur der weißen Substanz hinweist.
  • · Die radiale Diffusivität (RD) im rechten unteren Kleinhirnstiel (ICP) war bei der gesamten ADHS-Gruppe erhöht, was auf Myelinisierungsveränderungen in diesem Trakt hindeutet.
  • · Nur Methylphenidat-Responder (mindestens 30% Symptomverbesserung nach 2 Monaten) unterschieden sich signifikant von Kontrollpersonen in der RD des rechten ICP, nicht jedoch Nicht-Responder, was auf eine Assoziation zwischen ICP-Myelinisierung und Behandlungsansprechen hindeutet.
  • · Die HMOA des MCP war signifikant positiv mit Hyperaktivitätsmassen assoziiert, was eine direkte Verbindung zwischen der Mikrostruktur des mittleren Kleinhirnstiels und der ADHS-Symptomatik belegt.
  • · Die Unterschiede in MCP FA und HMOA zwischen Fällen und Kontrollen waren sowohl bei Methylphenidat-Respondern als auch bei Nicht-Respondern vorhanden, was auf gruppenübergreifende Kleinhirnveränderungen bei adulter ADHS hinweist.
Beobachtungsstudie ADHS 2024 multimodal treatment

Characteristics and Predictors of Fluctuating Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder in the Multimodal Treatment of ADHD (MTA) Study.

Sibley, Margaret H; Kennedy, Traci M; Swanson, James M; Arnold, L Eugene et al. · The Journal of clinical psychiatry

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Analyse der MTA-Langzeitstudie (N=483, 16-Jahres-Follow-up) untersucht den fluktuierenden ADHS-Verlauf über die Entwicklung hinweg. Die Mehrheit der Teilnehmer (63,8 %) erlebte multiple Remissions- und Rezidivphasen, während eine kleinere stabil-persistente Gruppe (10,8 %) das ungünstigste Langzeitergebnis aufwies. Umweltanforderungen, elterliche Psychopathologie und komorbide Angst erwiesen sich als relevante Moderatoren des Verlaufs.

  • · In der MTA-Studie zeigte die Mehrheit der Kinder mit ADHS (63,8 %) einen fluktuierenden Verlauf über 16 Jahre, gekennzeichnet durch mehrfache Phasen von Remission und Wiederauftreten (Mittelwert: 3,58 Fluktuationen).
  • · Innerhalb einer Person betrug die Symptomspanne zwischen Hoch- und Tiefpunkten durchschnittlich 6 bis 7 Symptome, was auf erhebliche intraindividuelle Variabilität im ADHS-Verlauf hinweist.
  • · Remissionsphasen traten erstmals typischerweise in der Adoleszenz auf und waren – insbesondere in jüngeren Jahren – mit erhöhten Umweltanforderungen assoziiert, sowohl auf der Ebene zwischen als auch innerhalb von Personen.
  • · Die stabil-persistente Untergruppe (10,8 %) war mit frühem und anhaltendem Risiko für affektive Störungen, Substanzprobleme in Adoleszenz und jungem Erwachsenenalter, geringer Medikamentennutzung sowie schlechterem Ansprechen auf Kindheitsbehandlung assoziiert.
  • · Schutzfaktoren wurden identifiziert: die Erholungsgruppe (9,1 %) zeigte sehr geringe elterliche Psychopathologie, während die partielle Remissionsgruppe (15,6 %) höhere Raten komorbider Angststörungen aufwies.
Beobachtungsstudie ADHS 2024 brainstem

Characteristics of Speech Auditory Brainstem Response in Preschool Children With Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder.

Sun, Yuying; Zhou, Jia; Zhu, Huiqin; Liu, Panting et al. · Journal of speech, language, and hearing research : JSLHR

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die Studie untersuchte die auditorische Verarbeitung bei 84 Vorschulkindern mit ADHS (4–6 Jahre) im Vergleich zu 84 typisch entwickelten Kindern mittels Speech Auditory Brainstem Response (Speech-ABR). Kinder mit ADHS zeigten signifikant verlängerte Latenzen der Speech-ABR-Wellen V, A und D, wobei diese Unterschiede unabhängig vom IQ auftraten. Die Ergebnisse legen nahe, dass Speech-ABR ein objektives, kognitiv unabhängiges Instrument zur Frühdiagnostik von ADHS-assoziierten auditorischen Verarbeitungsstörungen darstellt.

  • · Vorschulkinder mit ADHS zeigten signifikant längere Latenzen der Speech-ABR-Wellen V, A und D im Vergleich zu typisch entwickelten Kindern, was auf eine verzögerte Signalverarbeitung im zentralen auditorischen Nervensystem hinweist.
  • · Multiple lineare Regressionsanalysen zeigten, dass die verlängerten Speech-ABR-Latenzen durch das Vorhandensein von ADHS beeinflusst wurden, nicht jedoch durch den Gesamt-IQ, was auf eine von kognitiven Faktoren unabhängige auditorische Verarbeitungsstörung hinweist.
  • · Der transiente Speech-ABR (Wellen V und A) erwies sich als signifikanter Prädiktor für ADHS im klinischen Umfeld, was seinen diagnostischen Nutzen unterstreicht.
  • · Die Speech-ABR-Messung wird als zuverlässige Methode zur Bewertung der auditorischen Verarbeitungsfähigkeit bei Vorschulkindern mit ADHS empfohlen, da sie nicht durch Aufmerksamkeits- oder kognitive Faktoren beeinflusst wird.
  • · Eine frühzeitige Beurteilung auditorischer Verarbeitungsabnormalitäten mittels Speech-ABR bei Vorschulkindern (4–6 Jahre) wird empfohlen, um gezielte Interventionen für ADHS zu entwickeln.
RCT ADHS 2024 mindfulness adhd

Child and Parent Mindfulness-Based Training Versus Medication for Childhood ADHD: A Randomised Clinical Trial

Meppelink, Renée; Bruin, E. D. de; Zoller, Brett Kosterman; Oort, Frans J. et al. · Mindfulness

Zusammenfassung & 7 Kernbefunde

Diese RCT vergleicht familiäres Mindfulness-Training (MYmind) mit kurzwirksamen Methylphenidat bei 91 Kindern mit ADHS (9–18 Jahre). Methylphenidat zeigte kurzfristig (2–4 Monate) auf Fragebogenebene stärkere Wirkung, jedoch nicht auf objektiven Maßen; die Unterschiede nivelltierten sich bis zum 10-Monats-Follow-up. Mindfulness wurde deutlich besser akzeptiert (nur 2% Abbruch vs. 26% bei Medikation).

  • · Methylphenidat war bei 2- und 4-Monats-Follow-up auf Multi-Informanten-Fragebögen wirksamer als familiäres Mindfulness-Training (MYmind), jedoch nicht auf objektiven neuropsychologischen Maßen und Blindbeobachter-Beurteilungen.
  • · Die Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen verschwanden zum 10-Monats-Follow-up, obwohl Kinder der Medikamentengruppe die Behandlung über 2 Monate hinaus fortsetzten, während das Mindfulness-Training bereits nach 2 Monaten abgeschlossen war.
  • · 26% der Kinder brachen die Medikation innerhalb der ersten 2 Monate ab, verglichen mit nur 2% in der Mindfulness-Gruppe — Mindfulness wurde deutlich besser akzeptiert.
  • · Familiäres Mindfulness-Training (MYmind) umfasste 8 wöchentliche 1,5-stündige Gruppensitzungen für Kinder kombiniert mit parallelem achtsamen Elterntraining sowie eine Nachfolgesitzung nach 2 Monaten.
  • · Im RCT nahmen 91 Kinder mit ADHS (Ø 11,29 Jahre, 71% Jungen), 172 Eltern, 81 Lehrkräfte und 85 Beobachter teil; im Präferenztrial waren es 29 Kinder mit ähnlichem Profil.
Beobachtungsstudie verwandt 2024 nucleus accumbens

Chronic stress deficits in reward behaviour co-occur with low nucleus accumbens dopamine activity during reward anticipation specifically

Zhang, Chenfeng; Dulinskas, R.; Ineichen, Christian; Greter, Alexandra et al. · Communications Biology

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Tierexperiment (Mäuse mit chronischem sozialem Stress) zeigt NAc-Hypoaktivität bei Belohnungsantizipation als Korrelat von Anhedonie. Indirekter ADHS-Bezug über Belohnungsdysfunktion.

  • · Chronischer sozialer Stress führt bei Mäusen zu vermindertem NAc-BOLD-Signal bei Belohnungsantizipation, korrelierend mit Belohnungsdefiziten.
  • · Dopaminerg vermittelte NAc-Hypoaktivität ist ein potenzieller Biomarker für stressinduzierte Belohnungsdefizite.
RCT ADHS 2024 clonidine

Clonidine Patch for Tourette Syndrome With Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder.

Chen, Yanhui; Ke, Zhongling; Ouyang, Ying; Han, Ying et al. · Psychiatry investigation

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese randomisierte kontrollierte Studie untersuchte die Wirksamkeit und Sicherheit des Clonidin-Pflasters bei 127 Kindern und Jugendlichen mit Tourette-Syndrom und komorbider ADHS über 8 Wochen. Das Pflaster reduzierte Tic-Symptome in allen drei Dosierungsgruppen (1,0–2,0 mg/Woche) signifikant stärker als Placebo, während die ADHS-Symptomverbesserungen gegenüber Placebo statistisch nicht signifikant waren. Das Sicherheitsprofil war günstig mit nur 9 spontan abklingenden Nebenwirkungen.

  • · Das Clonidin-Pflaster (2,0 mg/Woche, 1,5 mg/Woche und 1,0 mg/Woche) zeigte bei Tourette-Syndrom-Patienten mit komorbider ADHS nach 8 Wochen signifikant höhere Tic-Ansprechraten als Placebo (85,7 %, 81,5 % und 86,1 % vs. 20,7 %; alle p<0,0001).
  • · Alle Behandlungsgruppen einschließlich der Placebogruppe zeigten signifikante Verbesserungen im SNAP-IV-Gesamtscore gegenüber dem Ausgangswert (p=0,0004), jedoch waren die Unterschiede zwischen den Clonidin- und der Placebogruppe bei ADHS-Symptomen nach 8 Wochen statistisch nicht signifikant.
  • · Das Clonidin-Pflaster war insgesamt sicher verträglich: Es traten lediglich 9 unerwünschte Ereignisse auf, die sich alle spontan ohne zusätzliche Medikation zurückbildeten.
  • · Die Studie umfasste 127 Kinder und Jugendliche mit Tourette-Syndrom und komorbider ADHS, aufgeteilt in vier Dosisgruppen (2,0 mg/Woche n=35, 1,5 mg/Woche n=27, 1,0 mg/Woche n=36, Placebo n=29), diagnostiziert nach DSM-IV-Kriterien.
  • · Zwischen den drei aktiven Dosierungsgruppen des Clonidin-Pflasters gab es keine signifikanten Unterschiede in der Wirksamkeit auf Tic-Symptome, was auf ein breites therapeutisches Fenster hindeutet.
Beobachtungsstudie ADHS 2024 adhd attention executive function

Cognitive Disengagement Syndrome–Clinical Interview (CDS-CI): Psychometric support for caregiver and youth versions.

Becker, Stephen P.; Dunn, Nicholas C.; Fredrick, Joseph W.; McBurnett, Keith et al. · Psychological Assessment

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Entwicklung und psychometrische Validierung des Cognitive Disengagement Syndrome Clinical Interview (CDS-CI). CDS ist distinkt von ADHS; das Instrument zeigt gute Eigenschaften zur Erfassung von Schlafträgheit, mentaler Vernebelung und verlangsamtem Denken.

  • · Das Cognitive Disengagement Syndrome (CDS, früher SCT) ist distinkt von ADHS und zeigt eigenständige Assoziationen mit Funktionsbeeinträchtigungen.
  • · Das CDS-CI (Clinical Interview) zeigt gute psychometrische Eigenschaften und Divergente Validität gegenüber ADHS-Instrumenten.
  • · CDS-Symptome (übermäßiges Tagträumen, mentale Vernebelung, verlangsamtes Denken) sind nicht durch ADHS-Instrumente erfasst.
Beobachtungsstudie ADHS 2024 insula

Controllability in attention deficit hyperactivity disorder brains.

Chen, Bo; Sun, Weigang; Yan, Chuankui · Cognitive neurodynamics

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Studie entwickelt einen neuen Kontrollierbarkeitsindex (CA-Score) auf Basis von fMRT-Daten, um Netzwerkdysfunktionen im ADHS-Gehirn zu quantifizieren. Anhand von 102 ADHS-Patienten und 143 gesunden Kontrollen werden signifikant atypische CA-Scores in mehreren kortikalen und subkortikalen Regionen nachgewiesen, darunter Insula, orbitofrontaler Kortex und posteriorer Gyrus cinguli. Der Ansatz übertrifft klassische Netzwerkmaße wie Verbindungsstärke und Eigenvektorzentralität in der Identifikation abnormer Regionen.

  • · ADHS-Patienten zeigen signifikant atypische Kontrollierbarkeits-Scores (CA-Scores) in mehreren Hirnregionen, darunter Rolandic Operculum, superiorer medialer orbitofrontaler Kortex, Insula, hinterer Gyrus cinguli, Gyrus supramarginalis, Gyrus angularis, Precuneus, Gyrus von Heschl und superiorer temporaler Gyrus.
  • · Ein neuartiger Knoten-Kontrollierbarkeitsindex (CA-Score) auf Basis von fMRT-Daten ermöglicht die Quantifizierung netzwerkdynamischer Dysfunktionen im ADHS-Gehirn und unterscheidet zuverlässig zwischen ADHS-Patienten und gesunden Kontrollen.
  • · Der Kontrollierbarkeitsindex erwies sich im Vergleich zu Verbindungsstärke, Eigenvektorzentralität und Topologieentropie als effektiveres Maß zur Identifikation abnormer Hirnregionen bei ADHS.
  • · Die Studie analysierte fMRT-Daten von 143 gesunden Kontrollen und 102 ADHS-Patienten und identifizierte distinkte Unterschiede auf Ebene einzelner Knoten (Hirnregionen) sowie funktioneller Subsysteme (Module).
  • · Die Insula gehört zu den Hirnregionen mit signifikant abweichender Kontrollierbarkeit bei ADHS, was auf eine gestörte Netzwerkdynamik dieser Region hinweist.
Beobachtungsstudie ADHS 2024 striatum

Correlations between developmental trajectories of brain functional connectivity, neurocognitive functions, and clinical symptoms in patients with attention-deficit hyperactivity disorder.

Hong, Yu; Hwang, H.; Hong, J.; Han, D. H. · Journal of psychiatric research

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Studie untersuchte altersabhängige Veränderungen der funktionellen Hirn-Konnektivität bei ADHS über Kindheit, Adoleszenz und Erwachsenenalter hinweg mittels Ruhezustand-fMRT. Die Ergebnisse belegen eine Entwicklungssequenz, bei der kortiko-striatale Diskonnektivität im Kindesalter dominiert und mit zunehmendem Alter abnimmt, während Antikorreleationen zwischen kortikalen und subkortikalen Regionen zunehmen. Intelligenzdefizite in bestimmten Bereichen verbessern sich mit dem Alter, während Arbeitsgedächtnisbeeinträchtigungen im Erwachsenenalter persistieren.

  • · Kinder mit ADHS zeigen eine stärkere Verringerung der funktionellen Konnektivität zwischen Kortex und Striatum im Vergleich zu Erwachsenen mit ADHS; diese kortiko-subkortikale Diskonnektivität nimmt mit zunehmendem Alter ab.
  • · Mit steigendem Alter nimmt die Antikorreation zwischen kortikalen und subkortikalen Regionen bei Personen mit ADHS zu, was auf eine veränderte Reifungssequenz neuronaler Netzwerke hinweist.
  • · Intelligenzdefizite in bestimmten IQ-Subkategorien nehmen bei ADHS-Patienten mit dem Alter ab; im Erwachsenenalter war jedoch das Arbeitsgedächtnis im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen noch signifikant beeinträchtigt.
  • · Das Arbeitsgedächtnis war bei Adoleszenten und Erwachsenen mit ADHS positiv mit der Hirnaktivität im postzentralen Gyrus assoziiert und negativ mit der klinischen ADHS-Symptomatik korreliert.
  • · Die Aktivität des Default-Mode-Netzwerks und des Aufmerksamkeitsnetzwerks mit erhöhter funktioneller Konnektivität in der ADHS-Gruppe stieg mit dem Alter an, was auf eine entwicklungsbedingte Reorganisation dieser Netzwerke hindeutet.
Beobachtungsstudie ADHS 2024 striatum

Corticostriatal causality analysis in children and adolescents with attention‐deficit/hyperactivity disorder

Zhang, Fanyu; Li, Yilu; Liu, Lin; Liu, Ye et al. · Psychiatry and Clinical Neurosciences

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Diese Studie analysiert die effektive (gerichtete) Konnektivität zwischen Striatum und Kortex bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS. Ziel war es, Interaktionseffekte zwischen Diagnose und Alter auf kortikostriatale Verbindungsstörungen zu identifizieren und deren modulierende Funktion zu beschreiben. Volltext war nicht verfügbar; die Analyse basiert ausschließlich auf dem Abstract.

  • · Die Studie untersuchte die effektive Konnektivität zwischen Striatum und Kortex bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS, um Interaktionseffekte zwischen Diagnose und Alter auf gestörte kortikostriatale Verbindungen zu identifizieren.
  • · Veränderte kortikostriatale Konnektivitätspfade wurden als Modulatoren der ADHS-Symptomatik bei Kindern und Jugendlichen untersucht, was auf eine entwicklungsabhängige Dysfunktion in diesem Netzwerk hindeutet.
  • · Der Interaktionseffekt zwischen Diagnose (ADHS vs. Kontrollen) und Alter auf die kortikostriatale effektive Konnektivität war zentraler Untersuchungsgegenstand, was auf altersabhängige Veränderungen im Krankheitsverlauf hindeutet.
Review verwandt 2024 adhd overview

COVID-19 and SMEs: An umbrella review of systematic literature (2020–2024) and future directions for entrepreneurship

Kádár, Béla; Jáki, Erika · Society and Economy

Zusammenfassung

Kein Abstract mit ADHS-Relevanz. Paper behandelt COVID-19-Auswirkungen auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU) – kein ADHS-Bezug.

Review ADHS 2024 adhd noradrenergic system dopaminergic pathways

Current nonstimulant medications for adults with attention-deficit/hyperactivity disorder.

Emilio, Brancati Giulio; Anna, Magnesa; Donatella, Acierno; Marco, Carli et al. · Expert review of neurotherapeutics

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Narrative Übersichtsarbeit zu aktuellen Nicht-Stimulanzien für erwachsene ADHS. Umfasst Atomoxetin, Guanfacin, Viloxazin, Bupropion und neue Substanzen. Enthält Empfehlungen für spezifische Patientenprofile.

  • · Nicht-stimulierende ADHS-Medikamente (Atomoxetin, Guanfacin, Viloxazin, Bupropion) sind valide Alternativen bei erwachsenen ADHS-Patienten mit unzureichendem Stimulanzienansprechen.
  • · Viloxazin ER hat 2021 FDA-Zulassung erhalten; zeigt Wirksamkeit bei Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität bei Erwachsenen und Kindern.
  • · Nicht-Stimulanzien sind bevorzugt bei ADHS mit komorbider Angststörung, Substanzmissbrauch, kardiovaskulären Risiken oder Tic-Störungen.
  • · Neue Nicht-Stimulanzien (Fasoracetam, SPN-812) zeigen erste Evidenz; Wirkmechanismen über Noradrenalin- und Glutamatsysteme.
Beobachtungsstudie ADHS 2024 basal ganglia

Developmental patterns of inhibition and fronto-basal-ganglia white matter organisation in healthy children and children with attention-deficit/hyperactivity disorder.

Singh, Mervyn; Skippen, Patrick; He, Jason; Thomson, Phoebe et al. · Human brain mapping

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese longitudinale Studie untersuchte bei 135 Kindern mit ADHS und 138 Kontrollkindern (Alter 9–14 Jahre) die Entwicklung der Inhibitionskontrolle (Stop-Signal-Task) und die Reifung der fronto-basalgangliären Weißen Substanz mittels dMRI (Fixel-basierter Analyse). Kinder mit ADHS zeigten konsistent schlechtere Inhibitionsleistungen, die auf erhöhte intraindividuelle Variabilität und häufigere Aufmerksamkeitsaussetzer zurückgeführt werden konnten. Die Reifungsrate der Weißen Substanz unterschied sich zwischen den Gruppen nicht signifikant.

  • · Kinder mit ADHS zeigten über alle Altersgruppen (9–14 Jahre) hinweg schlechtere Inhibitionskontrolle als Kontrollkinder, gemessen anhand längerer Stop-Signal-Reaktionszeiten im longitudinalen Design.
  • · Die schlechtere Inhibitionsleistung bei ADHS wurde hauptsächlich durch erhöhte intraindividuelle Variabilität (sigma) und mehr Extremreaktionen (tau) auf Stop-Trials erklärt, nicht durch ein einfaches Verlangsamungsdefizit.
  • · Kinder mit ADHS zeigten signifikant mehr aufgabenbasierte Fehler, darunter versehentliche Reaktionen auf Stop-Trials (Trigger-Failures) und Auslassungen bei Go-Trials (Go-Failures), was auf Aufmerksamkeitsaussetzer als Ursache für schlechtere Inhibitionskontrolle hindeutet.
  • · Die Reifung der fronto-basalgangliären Weißen Substanz (Faserzahl und Querschnittsfläche) unterschied sich longitudinal nicht signifikant zwischen ADHS- und Kontrollgruppe, was auf eine vergleichbare Rate der Neuroreifung in diesem Zeitraum hindeutet.
  • · Altersbedingte Veränderungen der fronto-basalgangliären Morphologie (Faserquerschnitt) waren signifikant mit reduzierter Variabilität der korrekten Go-Trial-Reaktionen und der Schiefe der Stop-Trial-Verteilung assoziiert – dieser Effekt war jedoch nicht ADHS-spezifisch.
RCT ADHS 2024 atomoxetine

Dopamine Transporter and CYP2D6 Gene Relationships with Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder Treatment Response in the Methylphenidate and Atomoxetine Crossover Study

Bishop, Jeffrey R.; Zhou, Chuan; Gaedigk, A.; Krone, B. et al. · Journal of Child and Adolescent Psychopharmacology

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese doppelblinde Crossover-Studie mit 199 Kindern und Jugendlichen untersuchte, ob genetische Varianten in DAT1 (Dopamintransporter) und CYP2D6 (Metabolisierungsenzym) das Ansprechen auf Methylphenidat und Atomoxetin beeinflussen. Während DAT1-9/9-Träger bei Atomoxetin auf Dosissteigerungen nicht ansprachen und CYP2D6 zeitliche Antwortmuster beeinflusste, waren nach vollständiger Titration über 3–4 Wochen keine klinisch bedeutsamen Unterschiede mehr nachweisbar. Die Autoren schlussfolgern, dass Routinegenotypisierungen für Therapieentscheidungen bei ADHS derzeit nur begrenzten Nutzen haben.

  • · CYP2D6-Phänotyp zeigte einen Trend zur Modifikation des Zeit-Antwort-Zusammenhangs für beide Medikamente (Atomoxetin p=0,058; Methylphenidat p=0,044), jedoch ohne klinisch eindeutige Konsequenz nach 4 Wochen Titration.
  • · DAT1 3'-UTR-VNTR-Genotyp modifizierte den Dosis-Antwort-Zusammenhang für Atomoxetin signifikant (p=0,029): Träger des 9/10-Genotyps zeigten schnellere Dosisantwort verglichen mit 10/10, während 9/9-Träger auf Dosissteigerungen nicht ansprachen.
  • · Nach 3–4 Wochen Titration auf höhere Dosen sprachen Kinder unabhängig von CYP2D6- oder DAT1-Genotyp auf beide Medikamente gut an, was den klinischen Nutzen von Routinegenotypisierungen vor Therapieentscheidungen einschränkt.
  • · Dies ist die erste Studie, die bei Kindern mit ADHS die genetische Variation von DAT1 und CYP2D6 im direkten Vergleich beider Medikamente (Methylphenidat und Atomoxetin) in einem doppelblinden Crossover-Design untersuchte (n=199).
  • · Die Assoziation des DAT1-9/9-Genotyps mit geringeren Ansprechraten auf Atomoxetin bei niedrigen und moderaten Dosen ist konsistent mit früheren Berichten und stellt einen potenziell klinisch relevanten Befund dar.
Review ADHS 2024 dopaminergic pathways adhd motivation

Dopaminergic system and neurons: Role in multiple neurological diseases.

Heng, Chen; Jieshu, Li; Zhixing, Huang; Xiaoxiao, Fan et al. · Neuropharmacology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Breite Übersichtsarbeit zum dopaminergen System und seiner Rolle in neurologischen Erkrankungen, einschließlich ADHS, Parkinson, Schizophrenie und Sucht. Gut strukturierte Darstellung des Systems.

  • · Das dopaminerge System reguliert Motivation, Belohnung, Kognition und motorische Kontrolle; Dysregulation ist relevant für ADHS, Parkinson, Schizophrenie und Sucht.
  • · Dopamintransporter (DAT) und Rezeptoren (D1-D5) sind therapeutische Angriffspunkte bei ADHS und anderen neurologischen Erkrankungen.
  • · ADHS ist auf dopaminerge Dysfunktion im PFC-Striatum-Netzwerk zurückzuführen; Stimulanzien korrigieren diese Dysregulation.
Review ADHS 2024 emotional dysregulation irritability

Editorial: Neuropsychological Correlates of Irritability Accompanying Symptoms of Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder: Clues and Pitfalls.

Evren, Tufan Ali · Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Editorialübersicht zu neuropsychologischen Korrelaten von Irritabilität bei ADHS-Symptomen. Irritabilität betrifft 65% der ADHS-Kinder und hat ausgeprägte funktionelle Folgen; subtypenspezifische Behandlungsimplikationen.

  • · Irritabilität ist bei bis zu zwei Dritteln der Kinder und Jugendlichen mit ADHS vorhanden und stellt eine wesentliche assoziierte Symptomatik dar.
  • · Irritabilität bei ADHS ist mit erhöhtem Funktionsbeeinträchtigungsrisiko assoziiert; neuropsychologische Korrelate (exekutive Dysfunktionen, emotionale Prozessierung) sind gut belegt.
  • · Unterschiede in Irritabilitäts-Subtypen (episodisch vs. chronisch) haben Behandlungsimplikationen bei ADHS-Komorbidität.
Andere verwandt 2024 adhd overview

Editorial: Submissions and Publication Data from the 2024 Volume of the Journal of Technology and Teacher Education & What We Learned about Technology and Teacher Education in 2024

Hartshorne, Richard · Journal of Technology and Teacher Education

Zusammenfassung

Kein Abstract mit ADHS-Relevanz. Editorial des Journal of Technology and Teacher Education (2024) über Einreichungs- und Publikationsdaten des Jahrgangs 2024. Kein Bezug zu ADHS.

Systematic Review ADHS 2024 adhd dopaminergic pathways noradrenergic system

Efficacy and safety of established and off‐label ADHD drug therapies for cognitive impairment or attention‐deficit hyperactivity disorder symptoms in bipolar disorder: A systematic review by the ISBD Targeting Cognition Task Force

Miskowiak, K.; Obel, Zacharias; Gugliemo, Riccardo; Bonnín, C. et al. · Bipolar Disorders

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Systematisches Review zu Wirksamkeit und Sicherheit von ADHS-Therapeutika für kognitive Symptome bei bipolarer Störung und ADHS (ISBD Task Force). Gemeinsame dopaminerge/noradrenerge Substrate; Off-Label-Anwendungen zeigen kognitive Vorteile.

  • · ADHS-Therapeutika (Methylphenidat, Amphetamine, Atomoxetin) verbessern kognitive Funktionen bei bipolarer Störung und ADHS in dieser systematischen Übersicht.
  • · Dopamin- und Noradrenalin-Dysregulation sind gemeinsame neurobiologische Substrate für kognitive Defizite bei BD und ADHS.
  • · Off-Label-Anwendungen von ADHS-Medikamenten bei bipolarer Störung können Kognition verbessern, erfordern aber sorgfältige Risiko-Nutzen-Abwägung.
Meta-Analyse ADHS 2024 centanafadine

Efficacy and safety of monoamine reuptake inhibitors in attention deficit hyperactivity disorder: A Bayesian network meta-analysis

Maji, Shampa; Mishra, Archana; Ramasubbu, Mathan Kumar; Mohapatra, Debadatta et al. · Journal of Psychiatric Research

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Bayesische Netzwerk-Metaanalyse von 31 klinischen Studien untersuchte Wirksamkeit und Sicherheit von Monoamin-Reuptake-Inhibitoren bei ADHS. Venlafaxin, Viloxazin und Bupropion erwiesen sich als die wirksamsten Alternativen zu Placebo, während Centanafadin und mehrere andere Wirkstoffe keine signifikanten Vorteile zeigten. Duloxetin war mit erheblich mehr Nebenwirkungen assoziiert als Methylphenidat.

  • · Venlafaxin, Viloxazin und Bupropion zeigten signifikante Reduktion der ADHS-Symptome im Vergleich zu Placebo mit hoher Evidenzsicherheit.
  • · Centanafadin war nicht besser als Placebo bei der Reduktion der ADHS-Symptomausprägung.
  • · Dasotralin zeigte signifikante Wirksamkeit gegen Placebo (SMD: 0,49; 95% CrI: 0,82, -0,16).
  • · Duloxetin war mit deutlich mehr behandlungsbedingte Nebenwirkungen assoziiert als Methylphenidat (OR: 15; 95% CrI: 1,81–30).
  • · Keine der untersuchten Monoamin-Reuptake-Inhibitoren zeigte signifikant bessere Wirksamkeit als Methylphenidat.
Beobachtungsstudie verwandt 2024 atomoxetine

Erectile dysfunction prevalence in the United States: report from the 2021 National Survey of Sexual Wellbeing.

Mark, Kristen P.; Arenella, K.; Girard, A.; Herbenick, D. et al. · The journal of sexual medicine

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Nationaler US-Survey zur Prävalenz erektiler Dysfunktion (N=3.900). ED steigt mit Alter; kein evidenzbasierter Anstieg bei jüngeren Männern. Kein ADHS-Bezug.

  • · Erektile Dysfunktion (ED) nimmt mit dem Alter zu; keine Hinweise auf einen Anstieg bei jüngeren Männern in den USA (N=3,900).
  • · Komorbiditäten (Diabetes, kardiovaskuläre Erkrankungen) und soziale Determinanten sind stärkere Prädiktoren für ED als Alter allein.
Andere verwandt 2024

Evolution of anhedonia in adolescent depression: An interpretative phenomenological analysis study.

R, Amrtavarshini; Jacob, Preeti; Vijay Sagar Kommu, John · Clinical child psychology and psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese qualitative Studie untersuchte mittels Interpretativer Phänomenologischer Analyse (IPA) die Entstehung von Anhedonie bei zehn weiblichen Jugendlichen mit Major Depression aus einem tertiären psychiatrischen Versorgungszentrum. Bildungsstress und soziale Schwierigkeiten wurden als prominente Auslöser identifiziert, Amotivation als bedeutsamste Subdomäne. Die Studie präsentiert ein integriertes Rahmenmodell mit fünf Mustern dysfunktionaler Belohnungsverarbeitung.

  • · Amotivation war die am stärksten betroffene Subdomäne der Anhedonie bei depressiven Jugendlichen, wobei Bildungsstress und Beziehungsprobleme als zentrale soziokulturelle Auslöser identifiziert wurden.
  • · Fünf Muster dysfunktionaler Belohnungsverarbeitung wurden identifiziert: ein überlastetes System, fehlerhafte Belohnungsbewertung, Belohnungs-Aufwand-Ungleichgewicht sowie die Umleitung des Belohnungssystems zur Selbsterhaltung.
  • · Ein integriertes Rahmenmodell zur Entstehung von Anhedonie wurde entwickelt, das neurobiologische und phänomenologische Perspektiven verknüpft.
  • · Anhedonie bei adoleszenten Depressionen umfasst sowohl den Verlust hedonischer als auch eudämonischer Freude, wobei soziokulturelle Kontexte eine wesentliche Rolle bei der Entstehung dysfunktionaler Belohnungsverarbeitung spielen.
  • · Die Studie betont die Notwendigkeit robusterer theoretischer Modelle zur Entstehung von Anhedonie, um homogene Subgruppen zu identifizieren und personenzentrierte Interventionen zu entwickeln.
Beobachtungsstudie ADHS 2024 mindfulness adhd

Excessive mind wandering, rumination, and mindfulness mediate the relationship between ADHD symptoms and anxiety and depression in adults with ADHD.

Kandeğer, Ali; Odabaş Ünal, Şerife; Ergün, Muhammed Tuğrul; Yavuz Ataşlar, Emine · Clinical psychology & psychotherapy

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Querschnittsstudie untersuchte bei 159 medikationsfreien erwachsenen ADHS-Patientinnen und -Patienten, ob übermäßiges Mind-Wandering, Rumination und Trait-Achtsamkeit den Zusammenhang zwischen ADHS-Symptomen und der Schwere von Angst und Depression mediieren. Die Ergebnisse zeigen, dass ADHS-Symptome ausschließlich indirekt – vermittelt über diese drei Mentationsprozesse – mit emotionalen Komorbiditäten zusammenhängen. Die Autoren leiten daraus therapeutische Implikationen für achtsamkeitsbasierte Interventionen ab.

  • · ADHS-Symptome bei Erwachsenen stehen nicht in direktem Zusammenhang mit Angst und Depression, sondern wirken indirekt über vermehrtes Mind-Wandering, Rumination und reduzierte Achtsamkeit.
  • · Übermäßiges Mind-Wandering (EMW) und Rumination fungieren als Mediatoren zwischen ADHS-Symptomstärke und der Schwere von Angst- sowie Depressionssymptomen.
  • · Verringerte Trait-Achtsamkeit mediiert ebenfalls den Zusammenhang zwischen ADHS-Symptomen und emotionalen Komorbiditäten, wobei Achtsamkeit negativ mit Mind-Wandering-Mustern korreliert.
  • · Die Studie umfasste 159 medikationsfreie erwachsene ADHS-Patientinnen und -Patienten (Diagnose nach SCID-5), was auf eine klinisch relevante, selektive Stichprobe hinweist.
  • · Die Autoren schlagen die Reduktion von EMW und Rumination sowie die Förderung von Achtsamkeit als vielversprechende therapeutische Ziele bei der Behandlung von ADHS-Komorbiditäten vor.
Meta-Analyse verwandt 2024 adhd overview

Excitation/inhibition imbalance in schizophrenia: a meta-analysis of inhibitory and excitatory TMS-EMG paradigms

Lányi, Orsolya; Koleszár, Boróka; Wenning, Alexander Schulze; Balogh, D. W. et al. · Schizophrenia

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Metaanalyse zu E/I-Imbalance bei Schizophrenie mittels TMS-EMG. Fokus auf Schizophrenie; kein ADHS-Bezug.

  • · Exzitations-Inhibitions-Imbalance (E/I) ist ein mögliches Modell der Schizophrenie-Pathophysiologie; TMS-EMG-Paradigmen zeigen Inhibitionsdefizite.
  • · Metaanalyse zeigt moderate inhibitorische Defizite bei Schizophrenie über mehrere TMS-Paradigmen hinweg.
Beobachtungsstudie ADHS 2024 cbt adhd

Experience of CBT in adults with ADHD: a mixed methods study.

William, Sandy; Horrocks, Matthew; Richmond, Jemma; Hall, Charlotte L et al. · Frontiers in psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Mixed-Methods-Studie untersuchte, wie Erwachsene mit ADHS ihre Erfahrungen mit KVT in der britischen Routineversorgung wahrnehmen. Die Ergebnisse zeigen, dass nicht-adaptierte, generische KVT von den Betroffenen überwiegend als wenig hilfreich und teils schädlich erlebt wird. Die Autoren fordern eine stärkere Adaptation der KVT an ADHS-spezifische Bedürfnisse, um den NICE-Leitlinien gerecht zu werden und Schaden zu vermeiden.

  • · Erwachsene mit ADHS berichten, dass nicht-adaptierte, generische KVT in der UK-Routineversorgung als wenig hilfreich, überwältigend und teils schädlich für ihr psychisches Wohlbefinden empfunden wird.
  • · Drei zentrale Themenbereiche wurden identifiziert: Schwierigkeiten mit dem KVT-Rahmen (als zu generisch, zu starr und zu kurz beschrieben), Schwierigkeiten mit KVT-Therapeuten (mangelnde ADHS-Spezialisierung und fehlende Empathie) sowie negative Konsequenzen der Behandlung.
  • · Teilnehmende beschrieben KVT-Therapeuten als unzureichend auf ADHS spezialisiert und nicht ausreichend in der Lage, die Therapie an ADHS-spezifische Schwierigkeiten anzupassen.
  • · Die Ergebnisse legen nahe, dass eine Adaptation der KVT für ADHS notwendig ist, um die Wirksamkeit zu verbessern und potenziellen Schaden zu vermeiden — obwohl NICE KVT als psychotherapeutische Erstbehandlung für Erwachsene mit ADHS empfiehlt.
  • · Die Studie nutzte ein Mixed-Methods-Design mit einer Umfrage (n=46) und halbstrukturierten Tiefeninterviews (n=10); qualitative Befunde aus der thematischen Analyse und quantitative deskriptive Narrationen konvergierten in ihren Ergebnissen.
Beobachtungsstudie ADHS 2024 emotional dysregulation adhd adults rejection sensitivity

From ADHD to well-being: The Role of Rejection Sensitivity in college life

Müller, V.; Pikó, B. · European Psychiatry

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Querschnittsstudie (N=304 ungarische Studierende) zu ADHS-Scores und Ablehnungssensitivität. ADHS korreliert direkt mit Ablehnungssensitivität; Wohlbefinden/Resilienz als Mediatoren. Savoring-Kapazität als Moderator.

  • · ADHS-Scores korrelieren direkt mit Ablehnungssensitivität bei Studierenden (β=0,466; p<0,001).
  • · Wohlbefinden, kreative Effizienz, Selbstregulation und Resilienz mediieren den ADHS-Ablehnungssensitivitäts-Zusammenhang (indirekter Effekt β=0,227).
  • · Savoring-Kapazität moderiert die Beziehung zwischen ADHS und Ablehnungssensitivität signifikant (β=-0,244).
  • · ADHS-Scores sind mit vermindertem Wohlbefinden, reduzierter Selbstregulation und geringerer Resilienz assoziiert.
Review ADHS 2024 adhd dopaminergic pathways noradrenergic system

From neurons to brain networks, pharmacodynamics of stimulant medication for ADHD.

Parlatini, Valeria; Bellato, Alessio; Murphy, Declan; Cortese, Samuele · Neuroscience and biobehavioral reviews

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Umfassender Pharmakodynamik-Review zu Stimulanzien bei ADHS – von Synapsen über Netzwerke bis zu klinischen Effekten. Erklärt, wie Dopamin/NE-Modulation auf Hirnebene zu klinischer Wirksamkeit führt.

  • · Stimulanzien (Methylphenidat, Amphetamine) verbessern ADHS-Symptome über Normalisierung dopaminerger und noradrenerger Signalgebung in PFC, Basalganglien und Default Mode Network.
  • · Auf Netzwerkebene reduzieren Stimulanzien bei ADHS pathologische DMN-Aktivierung und verstärken Konnektivität exekutiver Netzwerke.
  • · Pharmakodynamik-Review überbrückt synaptische Mechanismen und klinisch beobachtete Wirkungen auf Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und Kognition.
Andere ADHS 2024 atomoxetine adhd adults

Functional connectivity of the nucleus accumbens predicts clinical course in treated and non-responder adult ADHD

Zaher, Ahmed; Leonards, MD Jan; Reif, MD Andreas; Grimm, MD Oliver

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Review verwandt 2024 adhd overview

Functional myelin in cognition and neurodevelopmental disorders

Khelfaoui, Hasni; Ibaceta-González, Cristóbal; Angulo, Marı́a Cecilia · Cellular and Molecular Life Sciences

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Übersichtsarbeit zu funktionellem Myelin in Kognition und neurodevelopmentalen Störungen. Oligodendrozyten sind nicht nur für Leitungsgeschwindigkeit wichtig, sondern regulieren synaptisches Timing und kognitive Entwicklung; Myelindefizite sind ADHS-relevant.

  • · Funktionell aktives Myelin reguliert nicht nur Leitungsgeschwindigkeit, sondern auch synaptische Timing und kognitive Funktionen durch Oligodendrozyten-Axon-Interaktion.
  • · Myelinisierungsdefizite sind bei ADHS und anderen neurodevelopmentalen Störungen beschrieben; verzögerte Myelinisierung des PFC könnte zur ADHS-Pathophysiologie beitragen.
  • · Oligodendrozyten regulieren Hirnentwicklung, metabolische Unterstützung von Neuronen und synaptische Plastizität – jenseits der klassischen Myelinfunktion.
Meta-Analyse ADHS 2024 nucleus accumbens

Genomic analysis of intracranial and subcortical brain volumes yields polygenic scores accounting for variation across ancestries.

García-Marín, Luis M; Campos, Adrian I; Diaz-Torres, Santiago; Rabinowitz, Jill A et al. · Nature genetics

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese groß angelegte GWAS-Meta-Analyse untersuchte intrakranielle und neun subkortikale Hirnvolumina bei 74.898 Personen europäischer Abstammung und identifizierte 254 genetische Loci, die bis zu 35 % der phänotypischen Varianz erklären. Kausale genetische Effekte wurden sowohl für ADHS als auch für Morbus Parkinson nachgewiesen, was subkortikale Hirnstrukturen als wichtiges neurobiologisches Substrat dieser Erkrankungen unterstreicht. Polygene Scores erwiesen sich als über verschiedene Abstammungsgruppen hinweg übertragbar.

  • · Eine genomweite Assoziationsstudie (GWAS-Meta-Analyse) mit 74.898 Teilnehmern europäischer Abstammung identifizierte 254 unabhängige Loci, die mit intrakraniellen und neun subkortikalen Hirnvolumina assoziiert sind (Hirnstamm, Nucleus caudatus, Putamen, Hippocampus, Globus pallidus, Thalamus, Nucleus accumbens, Amygdala, ventrales Diencephalon).
  • · Die identifizierten genetischen Loci erklären bis zu 35 % der phänotypischen Varianz in den untersuchten Hirnvolumina, was auf eine starke polygene Architektur dieser Strukturen hinweist.
  • · Kausale genetische Effekte von Hirnvolumina auf die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wurden nachgewiesen, was auf ein neurobiologisches Substrat für genetische Risikofaktoren der ADHS in spezifischen subkortikalen Strukturen hindeutet.
  • · Polygene Scores für Hirnvolumina zeigten Vorhersagekraft auch bei Individuen unterschiedlicher Abstammungsgruppen (diverse ancestries), was die Übertragbarkeit dieser genetischen Befunde auf nicht-europäische Populationen belegt.
  • · Die assoziierten Gene werden in spezifischen neuronalen Zelltypen zu bestimmten Differenzierungszeitpunkten exprimiert und sind an intrazellulären Signalwegen sowie an Hirnalterungsprozessen beteiligt, was Hinweise auf Mechanismen der Hirnentwicklung liefert.
Systematic Review verwandt 2024 adhd overview

Global burden of 288 causes of death and life expectancy decomposition in 204 countries and territories and 811 subnational locations, 1990–2021: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2021

Naghavi, Mohsen; Ong, Kanyin Liane; Aali, Amirali; Ababneh, Hazim et al. · The Lancet

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Globale Burden-of-Disease-Analyse zu 288 Todesursachen in 204 Ländern. Kein ADHS-Bezug; bevölkerungsmedizinische Grundlagenarbeit.

  • · Globale Todesursachen-Analyse (204 Länder) zeigt steigende Lebenserwartung in den letzten Jahrzehnten trotz COVID-19-Rückschlägen.
  • · Public-Health-Entscheidungsfindung erfordert regelmäßige, ursachenspezifische Mortalitätsberichte – keine ADHS-relevanten Inhalte.
Andere ADHS 2024 cbt adhd

Group cognitive behavioural therapy (CBT) for university students with attention-deficit/hyperactivity disorder (ADHD): a feasibility study

Ingibergsdóttir, Sylvía; Lárusdóttir, M.; Kaas, M.; Svavarsdóttir, E. · Discover Psychology

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Machbarkeitsstudie untersuchte Gruppen-KVT (6 Sitzungen, manualbasiert) für Universitätsstudierende mit ADHS sowie die Integration einer App für Hausaufgaben. Im Prä-Post-Design mit 7 Teilnehmenden zeigte sich, dass das Format als durchführbar bewertet wird und alle Teilnehmenden die Gruppentherapie als hilfreich erlebten. Die Ergebnisse sind aufgrund der sehr kleinen Stichprobe ohne Kontrollgruppe nur bedingt generalisierbar.

  • · Eine manualbasierte Gruppen-KVT über 6 wöchentliche Sitzungen ist für Universitätsstudierende mit ADHS machbar und die Durchführung eines RCTs zur Wirksamkeitsprüfung wird als realisierbar eingeschätzt.
  • · Alle 7 Teilnehmenden der KVT-Pilotstudie beurteilten die Gruppentherapie und die zentralen Elemente des KVT-Manuals als hilfreich für den Umgang mit ADHS-Symptomen.
  • · Entgegen der initialen Erwartung bevorzugten die KVT-Studienteilnehmer die Papierversion für Hausaufgaben gegenüber der entwickelten App, obwohl Studierende in der App-Designphase die App bevorzugt hätten.
  • · Die Studie nutzte ein Prä-Post-Design ohne Kontrollgruppe mit nur 7 Teilnehmenden, was keine belastbaren Aussagen zur Wirksamkeit erlaubt und die Ergebnisse als vorläufig einzustufen sind.
  • · KVT könnte dazu beitragen, die Bewältigungskompetenzen bei ADHS-Symptomen und assoziierten psychischen Problemen bei Studierenden zu verbessern, wobei weitere Studien zur Bestätigung notwendig sind.
Beobachtungsstudie ADHS 2024 guanfacine

Guanfacine for the Treatment of Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder in Children and Adolescents with Down Syndrome: A Retrospective Chart Review

Powers, James H; Wu, Michael; Palumbo, Michelle L; Keary, C. et al. · Journal of Child and Adolescent Psychopharmacology

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese retrospektive Fallserie untersuchte den Einsatz von Guanfacin zur ADHS-Behandlung bei 21 Kindern und Jugendlichen mit Down-Syndrom aus einer multidisziplinären Klinik (2011–2021). 48% der Patienten sprachen auf die Behandlung an (CGI-I ≤2), und 81% absolvierten mindestens 12 Wochen Behandlung. Das Nebenwirkungsprofil umfasste hauptsächlich Schläfrigkeit und Obstipation; die Studie ist durch ihr retrospektives Design und die geringe Stichprobengröße in ihrer Aussagekraft begrenzt.

  • · 48% der Kinder und Jugendlichen mit Down-Syndrom (10 von 21 Patienten) sprachen auf Guanfacin bei der ADHS-Behandlung an, definiert als mindestens 12 Wochen Behandlung und CGI-I-Score ≤2.
  • · 81% der Patienten (17 von 21) schlossen mindestens 12 Wochen Guanfacin-Behandlung ab, was auf eine akzeptable Verträglichkeit bei dieser Population hinweist.
  • · Die mediane Behandlungsdauer mit Guanfacin betrug 50,4 Wochen (Spanne: 0,3 Wochen bis 7,5 Jahre); 62% der Patienten standen noch zum Zeitpunkt der letzten Kliniknotiz unter Guanfacin.
  • · Das häufigste unerwünschte Ereignis unter Guanfacin war Schläfrigkeit (bei 7 von 21 Patienten, 33%), gefolgt von Verstopfung (n=2); insgesamt dokumentierten 43% der Patienten Nebenwirkungen.
  • · Guanfacin kann eine praktikable Behandlungsoption für ADHS bei Kindern und Jugendlichen mit Down-Syndrom darstellen, wobei etwa die Hälfte der Patienten auf die Behandlung ansprach.
Beobachtungsstudie ADHS 2024 adhd reward basal ganglia

Impaired flexible reward learning in ADHD patients is associated with blunted reinforcement sensitivity and neural signals in ventral striatum and parietal cortex.

Hans-Christoph, Aster; Maria, Waltmann; Anika, Busch; Marcel, Romanos et al. · NeuroImage. Clinical

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Neurocomputationale Studie (N=17 ADHS-Erwachsene) untersucht flexibles Belohnungslernen und assoziierte Hirnsignale. ADHS zeigt erhöhtes Choice-Switching und abgestumpfte PFC-Dopaminsignale, was beeinträchtigte Adaptationsfähigkeit erklärt.

  • · Erwachsene mit ADHS (N=17) zeigen gestörtes flexibles Belohnungslernen mit erhöhtem Choice-Switching in dynamisch wechselnden Umgebungen.
  • · Beeinträchtigtes Belohnungslernen bei ADHS ist mit abgestumpften Dopamin-Belohnungssignalen im medialen PFC assoziiert.
  • · Neurocomputationale Modellierung zeigt reduzierte Lernraten und erhöhte Rauschparameter bei ADHS-Patienten im Vergleich zu Kontrollen.
Andere ADHS 2024 emotional dysregulation

Incremental Validity of Trait Impulsivity, Dysfunctional Emotional Regulation, and Affect Lability in the Predictions of Attention Deficit Hyperactivity Disorder and Oppositional Defiant Disorder Symptoms in Adults.

Rapson, Gomez; Houghton Stephen, J · Behavioral sciences (Basel, Switzerland)

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Untersuchung der inkrementellen Validität von emotionaler Dysregulation bei ADHS und ODD. ED liefert über Impulsivität hinaus Erklärungskraft für ADHS-Funktionsbeeinträchtigungen, sollte aber als Korrelat, nicht definierendes Merkmal, verstanden werden.

  • · Emotionale Dysregulation (ED) zeigt inkrementelle Validität über Impulsivität und ODD-Symptome hinaus bei der Vorhersage von ADHS-Funktionsbeeinträchtigungen.
  • · ED ist besser als eigenständiges Korrelat von ADHS zu verstehen als als definierendes Merkmal; liefert aber zusätzliche Erklärungskraft.
  • · Impulsivität, dysfunktionale Emotionsregulation und ED tragen je unabhängige Beiträge zur ADHS-Symptombelastung bei.
Andere verwandt 2024 adhd overview

Indian Health Budget 2023 Allocation: Navigating the Framework and Dynamics of Policy Implementation

Bhatia, Prof. (Dr.) Vikas; Panda, Professor (Asst) Dr. Meely · Indian Journal of Economics and Finance

Zusammenfassung

Kein Abstract mit ADHS-Relevanz. Analyse des indischen Gesundheitsbudgets 2023/24 mit Vergleich zu Vorjahren; Themen: Pflegeausbildung, Sichelzellanämie, ICMR-Forschungsförderung. Kein Bezug zu ADHS.

Beobachtungsstudie ADHS 2024 adhd overview

Inflammatory biotype of ADHD is linked to chronic stress: a data-driven analysis of the inflammatory proteome

Schnorr, Isabel; Siegl, Anne; Luckhardt, Sonja; Wenz, Söri et al. · Translational Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Datengestützte Analyse von 96 inflammatorischen Proteinen bei 126 erwachsenen ADHS-Patienten. Identifiziert einen entzündlichen ADHS-Biotyp, der mit chronischem Stress assoziiert ist, als Grundlage für personalisierte ADHS-Behandlung.

  • · Ein entzündlicher Biotyp von ADHS bei Erwachsenen ist mit chronischem Stress assoziiert; Entzündungsmarker differenzieren Untergruppen (N=126).
  • · Entzündung ist bei einem Teil, nicht allen ADHS-Erwachsenen vorhanden und mit spezifischen ADHS-Symptomen korreliert.
  • · Olink-Technologie (96 inflammatorische Proteine) zeigt datengestützte Subtypen bei ADHS; ADHS-Medikation moduliert inflammatorische Profile.
Andere verwandt 2024 noradrenergic system working memory

Interaction of the dorsolateral prefrontal cortex with the precuneal medial parietal cortex for the monitoring of information in working memory in the macaque monkey

Petrides, M.; Lefebvre, Sarah; Novek, Jennifer; Zlatkina, V. · Cerebral Cortex (New York, NY)

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Anatomisch-funktionelle Studie zur Interaktion von dlPFC und Precuneus beim Arbeitsgedächtnismonitoring. Relevanz für ADHS über dlPFC-Dysfunktion tangential.

  • · Dorsolateraler PFC (dlPFC, Area 46) interagiert mit dem Precuneus/medialen Parietallappen (Area PGm) für Arbeitsgedächtnismonitoring.
  • · PGm-Läsionen beeinträchtigen Arbeitsgedächtnis ähnlich wie dlPFC-Läsionen; das PGm-PFC-System ist eine funktionelle Einheit.
Review ADHS 2024 adhd emotion regulation amygdala

Irritability in Youths: A Critical Integrative Review.

Ellen, Leibenluft; Allen Laura, E; Althoff Robert, R; Brotman Melissa, A et al. · The American journal of psychiatry

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Kritisches integratives Review zu Irritabilität bei Kindern und Jugendlichen. Integriert klinische und translationelle Befunde; besondere Relevanz für ADHS-Komorbidität und DMDD-Differenzialdiagnose.

  • · Irritabilität ist bei Kindern mit ADHS besonders prävalent und mit erhöhter funktioneller Beeinträchtigung verbunden.
  • · Informanteneffekte, Alter und Geschlecht moderieren Irritabilitätsbewertungen; validierte Instrumente sind jetzt verfügbar.
  • · Unterschiede zwischen episodischer (störungsassoziierter) und chronischer Irritabilität (DMDD) haben Behandlungsimplikationen bei ADHS-Komorbidität.
  • · Amygdala-PFC-Dysbalance ist zentraler neurobiologischer Mechanismus bei Irritabilität; bei ADHS verstärkt durch emotionale Dysregulation.
Meta-Analyse ADHS 2024 lisdexamfetamine

Lisdexamfetamine's Efficacy in Treating Attention Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD): A Meta-Analysis and Review.

Rutledge-Jukes, Heath; Jonnalagadda, Pallavi; McIntosh, Andrew Paul; Krstovski, Saso et al. · Cureus

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Meta-Analyse (11 RCTs, 2007–2024) untersuchte die Wirksamkeit von Lisdexamfetamindimesylat bei ADHS anhand der ADHS-RS-IV-Skala und ihrer Subskalen. Lisdexamfetamin zeigte gegenüber Placebo eine signifikante Symptomreduktion, wobei sich Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität nicht unterschieden. Einzelne Dosierungen ergaben keine signifikant differenzierten Effekte.

  • · Lisdexamfetamin zeigte im Vergleich zu Placebo eine signifikante Reduktion der ADHS-Symptome auf der ADHS-RS-IV-Gesamtskala sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen.
  • · Die Meta-Analyse (11 RCTs) ergab keine signifikanten Unterschiede zwischen den Subskalen Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität – beide profitierten gleichwertig von der Behandlung mit Lisdexamfetamin.
  • · Unterschiedliche Dosierungen von Lisdexamfetamin (individuelle Dosisauswertung) führten zu keinen signifikant unterschiedlichen Behandlungseffekten in der ADHS-Symptomreduktion.
  • · Das Sicherheitsprofil von Lisdexamfetamin unterschied sich nicht signifikant zwischen den untersuchten Dosierungsstufen; unerwünschte Ereignisse wurden stratifiziert nach Dosis analysiert.
  • · Als Prodrug wird Lisdexamfetamindimesylat nach oraler Einnahme zu aktivem d-Amphetamin metabolisiert und gilt als wirksames Stimulans zur ADHS-Behandlung bei Kindern und Erwachsenen.
Review verwandt 2024 noradrenergic system

Major depressive disorder: hypothesis, mechanism, prevention and treatment

Cui, Lulu; Li, Shu; Wang, Siman; Wu, Xiafang et al. · Signal Transduction and Targeted Therapy

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Umfassende Übersicht zu Pathophysiologie, Prävention und Behandlung von Major Depressive Disorder (MDD). Fokus auf Neurotransmitter, HPA-Achse, Neuroplastizität. Kein direkter ADHS-Bezug.

  • · MDD-Pathogenese umfasst Neurotransmitter-/Rezeptor-Hypothesen, HPA-Achse, Zytokine, Neuroplastizität und systemische Einflüsse.
  • · Noradrenalin-Dysregulation ist ein Schlüsselaspekt der MDD-Pathophysiologie; noradrenerge Antidepressiva sind wirksam.
  • · Präventive und therapeutische Strategien bei MDD umfassen Pharmakotherapie, Psychotherapie und neue biologische Ansätze.
Andere ADHS 2024 default mode network

Mendelian randomization analyses reveal causal relationships between brain functional networks and risk of psychiatric disorders.

Mu, Changgai; Dang, Xinglun; Luo, Xiong-Jian · Nature human behaviour

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Studie nutzt bidirektionale Zwei-Stichproben-Mendelian-Randomisierung, um kausale Beziehungen zwischen 191 Ruhezustand-fMRI-Phänotypen und 12 psychiatrischen Störungen zu untersuchen. Für ADHS zeigt die Reverse-MR, dass das genetische Risiko für ADHS kausal die Konnektivität in Aufmerksamkeits-, Salienz-, motorischen und subkortikalen-zerebellären Netzwerken erhöht. Die Ergebnisse liefern Hinweise auf störungsspezifische funktionelle Netzwerkveränderungen als potenzielle Therapieziele.

  • · Mendelian-Randomisierung identifizierte kausale Zusammenhänge zwischen 8 rsfMRI-Phänotypen und psychiatrischen Störungsrisiken, was auf funktionelle Netzwerke als potenzielle Interventionsziele hinweist.
  • · Das ADHS-Risiko erhöht kausal die Konnektivität im Aufmerksamkeits-, Salienz-, motorischen und subkortikalen-zerebellären Netzwerk (Reverse-MR), was auf eine bidirektionale Beziehung zwischen ADHS und Netzwerkkonnektivität hinweist.
  • · Erhöhte Konnektivität im Default-Mode-Netzwerk und im zentralen Exekutivnetzwerk war mit reduziertem Risiko für PTBS und Depression assoziiert; ADHS zeigte dagegen ein anderes Netzwerkmuster.
  • · Schizophrenie erhöht kausal die Konnektivität im Default-Mode- und zentralen Exekutivnetzwerk, während sie die Konnektivität im Aufmerksamkeitsnetzwerk reduziert – ein Muster, das sich von ADHS unterscheidet.
  • · Die bidirektionale MR-Analyse basierte auf 191 rsfMRI-Phänotypen (n=34.691) und 12 psychiatrischen Störungen (n=14.307 bis 698.672), was eine große statistische Power für kausale Schlussfolgerungen bietet.
Review ADHS 2024 mindfulness adhd

Mindfulness as a therapeutic tool for adolescents with ADHD

Moshe, Varda · E-Journal VFU

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Dieser narrative Review synthetisiert aktuelle Forschung zur Wirksamkeit achtsamkeitsbasierter Interventionen (MBIs) bei Jugendlichen mit ADHS. MBIs zeigen konsistente positive Effekte auf ADHS-Symptome, exekutive Funktionen und emotionale Regulation, wobei Einzelsitzungen nicht ausreichen und eine nachhaltige Praxis für langfristige Effekte notwendig ist. Die Autorin diskutiert zukünftige Forschungsbedarfe inklusive technologischer Integration und schulischer Implementierung.

  • · Achtsamkeitsbasierte Interventionen (MBIs) verbessern ADHS-Symptome, exekutive Funktionen, emotionale Regulation und Verhaltensoutcomes bei Jugendlichen nachweislich, wie Studien von Schonert-Reichl & Stewart Lawlor (2010), Santonastaso et al. (2020) und Barranco-Ruiz et al. (2019) zeigen.
  • · Zwei Meta-Analysen (Lee et al., 2022; Chimiklis et al., 2018) bestätigen konsistente positive Effekte von MBIs auf ADHS-Symptome und übergeordnete funktionale Outcomes bei Jugendlichen.
  • · Einzelsitzungsinterventionen zeigen laut Robe & Dobrean (2023) keine substanziellen Verbesserungen der kognitiven Leistung, was auf die Notwendigkeit hinweist, Interventiondauer und -intensität weiter zu erforschen.
  • · Für den langfristigen Erhalt der erzielten Verbesserungen ist eine anhaltende Achtsamkeitspraxis über das Ende der Interventionsperiode hinaus erforderlich (Tercelli & Ferreira, 2019).
  • · Zukünftige Forschungsrichtungen umfassen die Optimierung des Interventionsdesigns, die Integration von Technologie sowie die Einbettung von Achtsamkeit in schulische Settings, um Wirksamkeit und Nachhaltigkeit zu verbessern.
RCT ADHS 2024 adhd attention emotion regulation

Mindfulness-based training effect on attention, impulsivity, and emotional regulation among children with ADHD: The role of family engagement in randomized controlled trials.

Elzohairy, Nadia Waheed; Elzlbany, Gehan Abdelslam Mahmoud; Khamis, Basma Ibrahim; El-Monshed, Ahmed Hashem et al. · Archives of psychiatric nursing

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

RCT zu Achtsamkeitstraining bei ADHS-Kindern. Verbesserte Aufmerksamkeit, Impulsivität und emotionale Regulation; Achtsamkeit als wertvolle Ergänzung zur ADHS-Behandlung.

  • · Achtsamkeitsbasiertes Training verbessert Aufmerksamkeit, Impulsivität und emotionale Regulation bei schulpflichtigen Kindern mit ADHS in einer RCT.
  • · Mindfulness-Interventionen verbessern Lebensqualität und Wohlbefinden bei Kindern mit ADHS als Ergänzung zur Pharmakotherapie.
  • · Achtsamkeitstraining adressiert emotionale Dysregulation, die von Pharmakotherapie weniger gut angesprochen wird.
Andere verwandt 2024 nucleus accumbens

NAc-DBS corrects depression-like behaviors in CUMS mouse model via disinhibition of DA neurons in the VTA.

Nan, Song; Zhenhong, Liu; Yan, Gao; Shanshan, Lu et al. · Molecular psychiatry

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Tierexperiment zeigt, dass NAc-DBS depressions-ähnliche Verhaltensweisen über mesolimbische Dopamindisinhibierung korrigiert. Kein direkter ADHS-Bezug.

  • · NAc-Tiefenhirnstimulation (DBS) korrigiert depressions-ähnliche Verhaltensweisen im CUMS-Mausmodell über Disinhibierung des mesolimbischen Dopaminwegs.
  • · DBS am NAc aktiviert VTA-Dopaminneurone über einen indirekten Schaltkreis; Mechanismus erklärt antidepressive Wirkung.
Review verwandt 2024 amygdala

Neuromodulation of inhibitory synaptic transmission in the basolateral amygdala during fear and anxiety.

Xin, Fu; Tasker Jeffrey, G · Frontiers in cellular neuroscience

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Übersichtsarbeit zur neuromodulatorischen Regulation inhibitorischer Synaptik in der basolateralen Amygdala. Kein direkter ADHS-Bezug; Amygdala-Emotionsregulation tangential relevant.

  • · Neuromodulatoren (Dopamin, Acetylcholin, Noradrenalin, Serotonin) regulieren inhibitorische Synaptik in der basolateralen Amygdala (BLA) und modulieren Furcht- und Angstreaktionen.
  • · BLA-Interneurone und inhibitorische Synaptik werden durch verschiedene Neuromodulatoren differenziell beeinflusst.
Review verwandt 2024 hippocampus

Neuroplasticity Meets Artificial Intelligence: A Hippocampus-Inspired Approach to the Stability–Plasticity Dilemma

Rudroff, Thorsten; Rainio, O.; Klén, R. · Brain Sciences

Zusammenfassung & 1 Kernbefunde

Perspektivpapier zur Verwendung hippocampaler Neuroplastizitätsprinzipien für KI-Architektur. Kein ADHS-Bezug.

  • · Hippocampus-kortex-System ist ein biologisches Vorbild für kontinuierliches Lernen mit Stabilitäts-Plastizitäts-Balance in KI-Systemen.
Review ADHS 2024 neurofeedback adhd

Non-pharmacological treatment of Attention Deficit Disorder with or without Hyperactivity (ADHD). Overview and report of the first international symposium on the non-pharmacological management of ADHD.

Research consortium for non-pharmacological interventions on ADHD; Dentz, Amélie; Soelch, Chantal Martin; Fahim, Cherine et al. · L'Encephale

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieser Review-Artikel fasst die Ergebnisse des ersten internationalen Symposiums zu nicht-pharmakologischen Interventionen bei ADHS zusammen. Als vielversprechende Ansätze werden KVT, Achtsamkeit, Yoga, kognitive/metakognitive Interventionen, Neurofeedback und Elterntraining identifiziert. Die Autoren sprechen sich für multimodale Behandlungsansätze in Kombination mit schulischen und beruflichen Anpassungen sowie innovativen Technologien aus.

  • · Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) gilt laut dem Symposiums-Überblick als vielversprechende nicht-pharmakologische Intervention zur Reduktion von ADHS-Symptomen bei Kindern und Erwachsenen.
  • · Achtsamkeitsbasierte Interventionen (MBI) und Yoga werden als wirksame nicht-pharmakologische Ansätze zur Behandlung von ADHS-Symptomen eingestuft.
  • · Neurofeedback wird als vielversprechende nicht-pharmakologische Intervention bei ADHS identifiziert, die auf die direkte Modulation neurophysiologischer Aktivität abzielt.
  • · Kognitive und metakognitive Interventionen sowie Elterntraining-Programme zeigen positive Effekte auf ADHS-Symptome und werden als ergänzende Behandlungsoptionen empfohlen.
  • · Multimodale Behandlungsansätze, die nicht-pharmakologische Interventionen kombinieren und durch schulische bzw. berufliche Anpassungen ergänzt werden, werden von der aktuellen Forschung befürwortet.
RCT ADHS 2024 cbt adhd

One year follow-up of participants in a randomised controlled trial of a CBT-based group therapy programme for adolescents diagnosed with ADHD

Andersen, Ann Christin; Sund, A.; Thomsen, Per Hove; Lydersen, S. et al. · Nordic Journal of Psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Follow-up-Studie untersuchte Jugendliche mit ADHS, die an einem RCT einer CBT-basierten Gruppentherapie teilgenommen hatten. Ein Jahr nach Einschluss zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen Interventions- und Kontrollgruppe auf standardisierten Outcome-Maßen. Teilnehmer der Interventionsgruppe berichteten dennoch subjektiv von positiven Lernerfahrungen.

  • · Eine CBT-basierte Gruppentherapie für Jugendliche mit ADHS zeigte nach einem Jahr keine signifikanten Unterschiede zur Kontrollgruppe in Bezug auf ADHS-Symptome, Selbstwirksamkeit, allgemeine Probleme, globale psychosoziale Funktionsfähigkeit oder Symptomschwere.
  • · Die Studie ist ein Follow-up eines RCTs mit 100 Jugendlichen mit ADHS, die trotz Standardbehandlung (Psychoedukation und Medikation) weiterhin beeinträchtigt waren.
  • · Teilnehmer der Interventionsgruppe berichteten subjektiv von positiven Erfahrungen und dem Gefühl, viel über ADHS und sich selbst gelernt zu haben, obwohl sich dies nicht in standardisierten Outcome-Maßen niederschlug.
  • · Die Intervention wurde als Ergänzung zur Standardversorgung (Medikation + Psychoedukation) durchgeführt; ein additiver Effekt auf Symptomebene konnte ein Jahr nach Einschluss nicht nachgewiesen werden.
  • · Jugendliche mit ADHS haben ein hohes Risiko für ungünstige Outcomes und negative Lebensverläufe; multimodale Behandlung einschließlich psychosozialer Interventionen wird empfohlen, die Evidenzlage bleibt jedoch begrenzt.
Andere verwandt 2024 nucleus accumbens

Orphan receptor-GPR52 inverse agonist efficacy in ameliorating chronic stress-related deficits in reward motivation and phasic accumbal dopamine activity in mice.

Chenfeng, Zhang; Diana, Kúkeľová; Hannes, Sigrist; Bastian, Hengerer et al. · Translational psychiatry

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Präklinische Studie zu GPR52-Inverse-Agonisten als potenzielle Behandlung für stressinduzierte Belohnungsdefizite. GPR52 als neues therapeutisches Target. Kein direkter ADHS-Bezug.

  • · GPR52 (Orphan-Rezeptor) ist im Striatum exprimiert und beeinflusst Dopaminsignalgebung; GPR52-Inverse-Agonisten reduzieren chronischen Stress-induzierte Belohnungsdefizite.
  • · Striato-NAc-Dysfunktion bei Belohnungsverarbeitung ist transdiagnostisch für Depression, Schizophrenie und potentiell ADHS.
Beobachtungsstudie verwandt 2024 adhd overview

Overview of admissions and deaths due to meningococcal infection in patients aged 0 to 14 in the Southeast between 2018 to 2023

Camargo, Maria Luiza Leme; Cassioti, Maria Clara Caparroz; Silva, Danielli Casonato da; Deus, Marcela dos Santos de et al. · Arquivos de Neuro-Psiquiatria

Zusammenfassung

Kein Abstract mit ADHS-Relevanz. Epidemiologische Studie zu Hospitalisierungen und Todesfällen durch Meningokokken-Infektionen bei Kindern (0–14 Jahre) im Südosten Brasiliens (2018–2023). Kein Bezug zu ADHS.

Systematic Review ADHS 2024 lisdexamfetamine

PD56 Long-Term Use Of Lisdexamfetamine For Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder: What Does The Evidence Say?

Ramos, M.; Elias, Flávia Tavares Silva · International Journal of Technology Assessment in Health Care

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieses Rapid Health Technology Assessment (HTA) umfasst 32 Studien zur Langzeitwirksamkeit und -sicherheit von Lisdexamfetamin (LDX) bei ADHS-Patienten im Alter von 5 bis 55 Jahren über bis zu 108 Wochen. Die Ergebnisse zeigen eine stabile und klinisch bedeutsame Symptomreduktion bei Hyperaktivität/Impulsivität und Unaufmerksamkeit nach einem initialen Ansprechen in den ersten Wochen. Psychiatrische Nebenwirkungen wie Reizbarkeit, Angst und Aggression waren häufig und erfordern besondere klinische Aufmerksamkeit.

  • · Lisdexamfetamin (LDX) zeigte in einem Rapid HTA über 32 Studien mit Patienten von 5 bis 55 Jahren eine stabile Wirksamkeit über bis zu 108 Wochen in der ADHS-Symptomreduktion.
  • · Die Symptomreduktion bei LDX trat in den ersten 5–6 Wochen ein und stabilisierte sich anschließend, was auf eine nachhaltige Langzeitwirkung ohne wesentlichen Wirkungsverlust hinweist.
  • · Nach 108 Wochen betrug die mittlere Veränderung auf der ADHS-RS-IV-Hyperaktivitäts-/Impulsivitätsskala -25,8 (95%-KI: -27,0 bis -24,5; p<0,001) und auf der Unaufmerksamkeitsskala -13,1 (95%-KI: -13,8 bis -12,4; p<0,001).
  • · Psychiatrische unerwünschte Ereignisse waren unter LDX-Langzeittherapie häufig, darunter Reizbarkeit, Angst und Aggressivität; in schweren Fällen wurden auch Suizidversuche berichtet.
  • · LDX ist ein Prodrug mit einer durchschnittlichen Wirkdauer von ca. 13 Stunden durch seine graduelle Konversion, was es für eine kontinuierliche Langzeitbehandlung geeignet macht.
Review ADHS 2024 behavioral therapy

Pengaruh Music Therapy Terhadap Penurunan Hiperaktivitas Pada Anak Dengan Gangguan Attention Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD): Literature Review

Putri, Nahda Tiramika; Asthiningsih, Ni Wayan Wiwin; Milkhatun, Milkhatun · JKM : Jurnal Keperawatan Merdeka

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Dieses Literature Review aus Indonesien (Jurnal Keperawatan Merdeka, 2024) analysiert 15 Fachzeitschriften zur Wirkung von Musiktherapie auf Hyperaktivität bei Kindern mit ADHS. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Musiktherapie die Hyperaktivität reduzieren kann, indem sie die Hirnfunktion beeinflusst. Die methodische Qualität ist unklar, da Volltext, Effektgrößen und Primärdaten nicht zugänglich sind.

  • · Ein Literature Review von 15 Fachzeitschriften (11 internationale, 4 nationale) zeigt, dass Musiktherapie bei Kindern mit ADHS die Hyperaktivität reduzieren kann.
  • · Musiktherapie wirkt laut Review auf soziale, emotionale, verhaltensbezogene, kognitive und motorische Probleme, die bei ADHS-Betroffenen auftreten können.
  • · Der therapeutische Einsatz von Musik kann die Funktionsweise des Gehirns gezielt verändern, indem es trainiert wird, anders zu arbeiten – dies wird als Wirkmechanismus der Musiktherapie beschrieben.
  • · Musiktherapie wird als eine therapeutische Option zur Beruhigung von Hyperaktivität bei Kindern mit ADHS eingestuft, nicht als primäre oder kurative Behandlung.
  • · Das Review basiert ausschließlich auf Sekundärliteratur (Journalartikel); Primärdaten, Stichprobengrößen und Effektstärken der eingeschlossenen Studien werden im Abstract nicht berichtet.
Review ADHS 2024 tricyclic antidepressants

Pharmacological Treatment of Binge Eating Disorder and Frequent Comorbid Diseases.

Himmerich, Hubertus; Bentley, Jessica; McElroy, Susan L · CNS drugs

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese narrative Übersichtsarbeit fasst Evidenz zur pharmakologischen Behandlung der Binge-Eating-Störung (BED) und ihrer häufigen Komorbiditäten zusammen. Lisdexamfetamin und Topiramat werden als Firstline-Behandlungen empfohlen, während bei Komorbiditäten differenzierte medikamentöse Strategien (z. B. Atomoxetin/LDX für ADHS, SSRIs für Depression/Angst) zum Einsatz kommen. Gewichtszunahme-induzierende Medikamente sollten vermieden werden.

  • · Lisdexamfetamin (LDX) und Topiramat werden für die pharmakologische Behandlung der Binge-Eating-Störung empfohlen, wobei nur LDX in einigen Ländern zugelassen ist.
  • · Atomoxetin und LDX sind empfohlene Medikamente zur Behandlung von ADHS als häufige Komorbiditäten der Binge-Eating-Störung.
  • · Gewichtszunahme-induzierende Medikamente wie atypische Antipsychotika (Olanzapin, Clozapin), Mirtazapin, trizyklische Antidepressiva und Valproat sollten bei BED-Patienten wenn möglich vermieden werden.
  • · GLP-1-Rezeptoragonisten wie Tirzepatid und Retatrutid haben in Einzelberichten die Binge-Eating-Symptomatik bei Adipositas oder Übergewicht reduziert, ihre Wirksamkeit bei BED ist jedoch noch unklar.
  • · Der Zugang zu LDX wird durch Lieferkettenprobleme, nationale Arzneimittelengpässe und finanzielle Barrieren behindert.
Review ADHS 2024 lisdexamfetamine

Pharmacotherapy for ADHD in children and adolescents: A summary and overview of different European guidelines.

Van Vyve, L; Dierckx, B; Lim, C G; Danckaerts, M et al. · European journal of pediatrics

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieser Übersichtsartikel vergleicht aktuelle europäische Leitlinien zur pharmakologischen Behandlung von ADHS bei Kindern und Jugendlichen. Psychostimulanzien (Methylphenidat, Lisdexamfetamin) sind übergreifend Erstlinientherapie, Atomoxetin und Guanfacin gelten als Alternativen. Trotz weitgehender Übereinstimmung zeigen sich relevante Unterschiede in der Medikamentensequenzierung zwischen den Ländern.

  • · Psychostimulanzien wie Methylphenidat und (Lis-)Dexamfetamin gelten laut europäischen Leitlinien übereinstimmend als bevorzugte Erstlinienbehandlung der ADHS bei Kindern und Jugendlichen.
  • · Atomoxetin und Guanfacin werden als Alternativen zu Psychostimulanzien in den europäischen Leitlinien genannt, wenn Stimulanzien nicht geeignet oder wirksam sind.
  • · Die Pharmakotherapie bei ADHS ist stets Teil eines multimodalen Behandlungsansatzes, der Psychoedukation, Eltern- und Lehrertraining sowie psychosoziale Interventionen umfasst.
  • · Während europäische Leitlinien in der Auswahl der Medikamente weitgehend übereinstimmen, bestehen deutliche Unterschiede in der Reihenfolge der Medikamentenwahl und im Sequenzierungsprotokoll.
  • · Regelmäßiges Monitoring von körperlichem Wachstum, kardiovaskulären Parametern sowie potenziellen Nebenwirkungen wie Tics, Stimmungsschwankungen und psychotischen Symptomen ist bei der Pharmakotherapie essenziell.
Beobachtungsstudie ADHS 2024 thalamus methylphenidate atomoxetine

Precuneal hyperperfusion in patients with attention-deficit/hyperactivity disorder-comorbid nociplastic pain.

Takahashi, Miwako; Kasahara, Satoshi; Soma, Tsutomu; Morita, Taito et al. · Frontiers in pharmacology

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese retrospektive Studie untersuchte 65 Patienten mit ADHS-komorbider nociplastischer Schmerzsymptomatik mittels zerebraler Blutfluss-SPECT vor und nach ADHS-Medikation. Es zeigte sich eine signifikante Hyperperfusion im Precuneus, im insulären Kortex und im Thalamus vor Behandlung, die sich nach Therapie normalisierte. Die Precuneus-Hyperperfusion korrelierte mit dem klinischen Schweregrad und könnte als Bildgebungsbiomarker zur Patientenselektion für ADHS-Medikation bei chronischen Schmerzen dienen.

  • · Patienten mit ADHS-komorbider nociplastischer Schmerz zeigten vor der Behandlung eine signifikante Hyperperfusion im Precuneus, im insulären Kortex und im Thalamus im Vergleich zu nach der Behandlung.
  • · Die Hyperperfusion im Precuneus korrelierte positiv mit dem klinischen Schweregrad (CGI-S) und wurde nach Methylphenidat-Behandlung signifikant reduziert.
  • · ADHS-Medikamente, einschließlich Methylphenidat und Atomoxetin, verbesserten sowohl chronische Schmerzen als auch ADHS-Symptome bei Patienten mit komorbider nociplastischer Schmerzsymptomatik.
  • · Die Identifikation von Precuneus-Hyperperfusion mittels SPECT könnte als Biomarker dienen, um Patienten zu identifizieren, die am meisten von ADHS-Medikamenten bei chronischen Schmerzen profitieren.
  • · In einer retrospektiven Kohorte von 65 Patienten (mittleres Alter 53 Jahre) wurden voxelbasierte statistische Methoden verwendet, um SPECT-Bilder vor und nach Behandlungsbeginn zu vergleichen.
Beobachtungsstudie ADHS 2024 hippocampus

Prenatal treatment with corticosterone via maternal injection induces learning and memory impairments via delaying postsynaptic development in hippocampal CA1 neurons of rats.

Hye-Ji, Kim; Eun-A, Ko; Oh-Bin, Kwon; Sung-Cherl, Jung · Journal of neuroscience research

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Tierexperiment mit pränatal corticosteron-exponierten Ratten zeigt beeinträchtigte hippocampale LTP-Formation als Mechanismus für kognitive Defizite im ADHS-Modell. Pränataler Stress schädigt hippocampale synaptische Plastizität.

  • · Pränatale Corticosteron-Exposition induziert bei Rattenküken Lern- und Gedächtnisdefizite durch beeinträchtigte hippocampale LTP im CA1-Bereich.
  • · ADHS-ähnliche Verhaltensweisen nach pränataler Stresshormonexposition sind mit spezifischen synaptischen Plastizitätsdefiziten im Hippocampus verbunden.
  • · Hippocampale CA1-LTP-Beeinträchtigung ist ein möglicher zellulärer Mechanismus für kognitive Dysfunktion in ADHS-Tiermodellen.
Meta-Analyse ADHS 2024

Prevalence of attention-deficit hyperactivity disorder (ADHD): systematic review and meta-analysis.

Popit, Sara; Serod, Klara; Locatelli, Igor; Stuhec, Matej · European psychiatry : the journal of the Association of European Psychiatrists

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse (103 Studien, 159 Datenpunkte) untersucht die ADHS-Prävalenz in repräsentativen Stichproben aus Europa und weltweit. Die Ergebnisse zeigen eine erhebliche Spannbreite je nach Studiendesign, von 1,6% in Register-Studien bis 5,0% in Umfragestudien. Die Autoren betonen, dass methodische Unterschiede – insbesondere Diagnosekriterien und Sampling-Methoden – der Hauptgrund für diese Variabilität sind.

  • · Die ADHS-Prävalenz variiert je nach Studiendesign erheblich: Register-Studien zeigen 1,6% (95% KI: 0,9–3,0%), Umfragestudien 5,0% (95% KI: 2,9–8,6%), einstufige klinische Studien 4,2% (95% KI: 2,9–6,0%) und zweistufige klinische Studien 4,8% (95% KI: 4,0–5,8%).
  • · Die Variabilität in ADHS-Prävalenzschätzungen wird primär durch methodische Merkmale der Studien verursacht, darunter Diagnosekriterien, Informationsquelle und Beeinträchtigungsanforderungen.
  • · In der Metaanalyse wurden 103 Studien mit 159 unabhängigen Datenpunkten eingeschlossen, was eine breite Evidenzbasis darstellt.
  • · Studien, die auf klinischen Diagnosen basieren (DSM- oder ICD-Kriterien sowie skalenbasierte Instrumente), wurden einbezogen, während rein symptombasierte Screenings ohne klinische Validierung ausgeschlossen wurden.
  • · Direkte Vergleiche zwischen Studien mit unterschiedlichen Diagnosekriterien und Stichprobentypen können die Prävalenzschätzungen erheblich beeinflussen und müssen bei der Interpretation berücksichtigt werden.
Beobachtungsstudie ADHS 2024 adhd noradrenergic system executive function

Qelbree (viloxazine extended-release capsules): Final Results of the Long-Term, Phase 3, Open-Label Extension Trial in Adults with ADHD

Childress, Ann; Cutler, A.; Adler, Lenard A.; Fry, Nicholas et al. · CNS Spectrums

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Finale Ergebnisse der langfristigen Phase-3-OLE-Studie zu Viloxazin ER bei erwachsenen ADHS-Patienten (N=159). Anhaltende Verbesserung über alle Outcome-Maße; Sicherheitsprofil konsistent mit vorherigen Studien. Keine neuen Sicherheitsbedenken.

  • · Viloxazin ER zeigte anhaltende Verbesserungen bei Erwachsenen mit ADHS: AISRS, CGI-I, BRIEF-A und QoL-Scores signifikant verbessert ab OLE Woche 2-4 (p<0,0001).
  • · Häufigste Nebenwirkungen (≥10%): Insomnie (13,8%), Übelkeit (13,8%), Kopfschmerzen (10,7%), Fatigue (10,1%).
  • · Abbruchrate wegen Nebenwirkungen: 17,6%; Schwere Nebenwirkungen vorwiegend mild bis moderat.
  • · Keine neuen Sicherheitssignale in Laborwerten, Vitalzeichen, EKG oder Suizidalitätsmessungen bei Erwachsenen.
Review ADHS 2024 centanafadine

Recent advances in pharmacological management of attention-deficit/hyperactivity disorder: moving beyond stimulants.

Childress, Ann · Expert opinion on pharmacotherapy

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Das Review analysiert pharmakologische Fortschritte in der ADHS-Behandlung jenseits von Stimulanzien und beleuchtet verfügbare Nicht-Stimulanzien sowie Substanzen in klinischen Studien wie Centanafadine. Ein Fokus liegt auf der Komorbidität von ADHS mit noziplastischen Schmerzsyndromen und der Wirksamkeit von ADHS-Medikationen auf zentrale Sensibilisierungsmechanismen. Das Paper begründet die Notwendigkeit neuer therapeutischer Optionen aufgrund hoher Abbruchquoten bei bisherigen Behandlungen.

  • · Centanafadine befindet sich in Phase-3-Studien als Nicht-Stimulans zur ADHS-Behandlung und stellt eine Alternative zu klassischen Stimulanzien wie Amphetamin und Methylphenidat dar.
  • · Über 33% der Kinder und 50% der Erwachsenen unterbrechen die ADHS-Medikation im ersten Jahr, häufig aufgrund mangelnder individueller Wirksamkeit und Verträglichkeit.
  • · ADHS koexistiert häufig mit noziplastischen Schmerzsyndromen wie Fibromyalgie, chronischen Rückenschmerzen und chronischen Bauchschmerzen, vermutlich durch gemeinsame zentrale Sensibilisierungsmechanismen.
  • · ADHS-Medikationen verbessern sowohl Schmerzsymptome als auch damit assoziierte kognitive Dysfunktionen bei Patienten mit noziplastischen Schmerzstörungen.
  • · Atomoxetin und Viloxazin ER sowie Clonidin ER und Guanfacin ER sind von der FDA als Nicht-Stimulanzien für ADHS zugelassen, mit unterschiedlichen Altersindikationen.
Beobachtungsstudie ADHS 2024 nucleus accumbens

Reduced dopamine transporter availability in drug-naive adult attention-deficit/hyperactivity disorder.

Itagaki, Shuntaro; Ohnishi, Takashi; Toda, Wataru; Sato, Aya et al. · PCN reports : psychiatry and clinical neurosciences

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese SPECT-Studie untersuchte die DAT-Verfügbarkeit bei 20 medikamentennaiven erwachsenen ADHS-Patienten im Vergleich zu 20 alters- und geschlechtsgematchten gesunden Kontrollpersonen. ADHS-Patienten wiesen eine signifikant reduzierte DAT-Verfügbarkeit im bilateralen Nucleus accumbens auf, und Unaufmerksamkeit korrelierte negativ mit der DAT-Verfügbarkeit im Nucleus caudatus. Die Ergebnisse betonen die Rolle des dopaminergen Belohnungssystems und des CSTC-Schaltkreises in der ADHS-Pathophysiologie.

  • · Medikamentennaive erwachsene ADHS-Patienten zeigten im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen eine signifikant reduzierte Dopamintransporter (DAT)-Verfügbarkeit im bilateralen Nucleus accumbens.
  • · Es bestand eine negative Korrelation zwischen der Schwere der Unaufmerksamkeitssymptome und der DAT-Verfügbarkeit im bilateralen Caput des Nucleus caudatus – stärkere Unaufmerksamkeit war mit niedrigerer DAT-Verfügbarkeit assoziiert.
  • · Die Befunde unterstreichen die Bedeutung des DAT im Belohnungssystem (Nucleus accumbens) für die Pathogenese der ADHS im Erwachsenenalter.
  • · Die Assoziation zwischen Unaufmerksamkeit und DAT-Verfügbarkeit im Nucleus caudatus weist auf die Beteiligung des kortikostriatothalamokortikalen (CSTC) Schaltkreises bei ADHS hin.
  • · Die SPECT-Bildgebung mit I-123 β-CIT ermöglichte die In-vivo-Messung der DAT-Verfügbarkeit und zeigte striatale Dopamindysregulation bei unbehandelter adulter ADHS.
Beobachtungsstudie ADHS 2024 hippocampus

Rehmanniae Radix Preparata ameliorates behavioral deficits and hippocampal neurodevelopmental abnormalities in ADHD rat model.

Ruxin, Sun; Haixia, Yuan; Jing, Wang; Kanglin, Zhu et al. · Frontiers in neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Tierexperiment zeigt, dass Rehmanniae Radix Preparata ADHS-ähnliche Verhaltensdefizite und hippocampale Entwicklungsstörungen im SHR-Modell verbessert. Interessant für alternative/ergänzende ADHS-Behandlungen.

  • · Rehmanniae Radix Preparata (RRP) verbessert ADHS-ähnliche Verhaltensdefizite und hippocampale Neuroentwicklungsstörungen bei spontan hypertensiven Ratten (SHR).
  • · Abnorme hippocampale Neuroentwicklung, besonders im Gyrus dentatus, könnte ein Schlüsselmechanismus der ADHS-Pathophysiologie sein.
  • · RRP ist das am häufigsten verwendete chinesische Heilkraut zur ADHS-Behandlung; Wirkmechanismus involviert hippocampale Neurogenese.
Meta-Analyse ADHS 2024 hippocampus anterior cingulate cortex prefrontal cortex

Shared and Distinct Neurobiological Bases of Bipolar Disorder and Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder in Children and Adolescents: A Comparative Meta-Analysis of Structural Abnormalities.

Long, Yajing; Pan, Nanfang; Yu, Yifan; Zhang, Shufang et al. · Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese komparative Meta-Analyse vergleicht Hirnstrukturveränderungen bei pädiatrischer bipolarer Störung (PBD) und ADHS anhand von Voxel-basierter Morphometrie. Gemeinsame Volumenreduktionen in Insula und ACC deuten auf ein transdiagnostisches Substrat für Aufmerksamkeits- und Emotionsdysregulation hin. Störungsspezifische Muster differenzieren die beiden Diagnosen und erklären ihre unterschiedlichen kognitiven und affektiven Profile.

  • · Sowohl ADHS als auch pädiatrische Bipolare Störung (PBD) zeigen übereinstimmend reduzierte Graue-Substanz-Volumina im rechten Inselkortex und im anterioren cingulären Kortex – Regionen, die für Emotionsverarbeitung und Aufmerksamkeitsregulation zentral sind.
  • · Für PBD spezifische Volumenreduktionen zeigen sich verstärkt im rechten inferioren frontalen Gyrus, im linken orbitofrontalen Kortex und im Hippocampus, während bei ADHS der linke präzentrale Gyrus, der linke und der rechte superiore frontale Gyrus stärker betroffen sind.
  • · Die Meta-Analyse umfasste 10 PBD-Studien (268 Patienten) und 32 ADHS-Studien (1.333 Patienten) und verwendete die Seed-based d Mapping Methode zur Identifikation gemeinsamer und störungsspezifischer Hirnstrukturveränderungen.
  • · Die überlappenden Hirnstrukturveränderungen von ADHS und PBD könnten ein transdiagnostisches Problem der Aufmerksamkeits- und Emotionsregulation repräsentieren, das beiden Störungen zugrunde liegt.
  • · Neurodevelopmentale Effekte modulieren das Muster des linken Hippocampus bei PBD sowie das Muster des linken inferioren frontalen Gyrus bei ADHS, was auf entwicklungsbedingte Unterschiede in der Störungsausprägung hinweist.
Meta-Analyse ADHS 2024 insula

Shared and Specific Neural Correlates of Attention Deficit Hyperactivity Disorder and Autism Spectrum Disorder: A Meta-Analysis of 243 Task-Based Functional MRI Studies.

Tamon, Hiroki; Fujino, Junya; Itahashi, Takashi; Frahm, Lennart et al. · The American journal of psychiatry

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese großangelegte Metaanalyse von 243 aufgabenbasierten fMRT-Studien identifizierte gemeinsame und störungsspezifische neurale Korrelate von ADHS und ASS. Während beide Störungen gemeinsame Hypo- und Hyperaktivierungen in einigen Regionen teilen, überwiegen die störungsspezifischen Aktivierungsmuster deutlich. Die Ergebnisse sprechen gegen reine Aufgaben-Selektionseffekte und für eine tatsächlich unterschiedliche Pathophysiologie der beiden neuronalen Entwicklungsstörungen.

  • · ADHS und ASS zeigen gemeinsam stärkere Aktivierungen im lingualen und rektalen Gyrus sowie gemeinsam reduzierte Aktivierungen im mittleren Frontallappen, im parahippocampalen Gyrus und in der Insula.
  • · Störungsspezifische Aktivierungsunterschiede überwiegen die gemeinsamen neuralen Korrelate: ASS zeigt spezifisch stärkere Aktivierung im linken mittleren temporalen Gyrus und reduzierte Aktivierung im linken mittleren Frontallappen, während ADHS spezifisch erhöhte Amygdala-Aktivierung und reduzierte Globus-pallidus-Aktivierung aufweist.
  • · Die Metaanalyse umfasste 243 fMRT-Studien mit 3.084 ADHS-Probanden (676 weiblich), 2.654 ASS-Probanden (292 weiblich) und 6.795 Kontrollpersonen (1.909 weiblich).
  • · Die funktionellen Hirnunterschiede zwischen ADHS und ASS spiegeln wahrscheinlich störungsspezifische Pathophysiologie wider und sind nicht auf die Auswahl bestimmter neuropsychologischer Aufgaben zurückzuführen.
  • · Durch stratifiziertes Sampling nach dem Research Domain Criteria (RDoC)-Framework wurden kognitive Aufgabenprofile zwischen ADHS- und ASS-Studien angeglichen, um Selektionsbias zu vermeiden.
Review verwandt 2024 hippocampus glutamate

Shedding Light on Cholecystokinin's Role in Hippocampal Neuroplasticity and Memory Formation.

Asim, Muhammad; Wang, Huajie; Chen, Xi · Neuroscience and biobehavioral reviews

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Übersichtsarbeit zur Rolle von Cholecystokinin in hippocampaler Neuroplastizität und Gedächtnisbildung. Fokus auf LTP und synaptische Plastizität. Kein direkter ADHS-Bezug.

  • · Cholecystokinin (CCK) erleichtert Langzeitpotenzierung (LTP) im Hippocampus und spielt eine Rolle bei Gedächtniskonsolidierung.
  • · CCK-Rezeptor-Signaling moduliert synaptische Plastizität über GABAerge und glutamaterge Mechanismen im CA1-Bereich.
Andere verwandt 2024 hippocampus

Spatial dissociation between recognition and navigation in the primate hippocampus.

Xiao, Xu; Kechen, Du; Dun, Mao · Science advances

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Grundlagenforschung zu hippocampalen Neuronen bei Makaken: räumliche Dissoziation von Gedächtnis- und Navigationsfunktionen. Kein ADHS-Bezug.

  • · Hippocampale Neurone zeigen unterschiedliche Repräsentationen bei Erkennungsgedächtnis- vs. Navigationsaufgaben; die Funktionen sind räumlich dissoziierbar.
  • · Hippocampale Neurone wechseln dynamisch zwischen Gedächtnis- und Navigationsrepräsentationen je nach Aufgabenanforderung.
Beobachtungsstudie ADHS 2024 nucleus accumbens

Stimulant medications in children with ADHD normalize the structure of brain regions associated with attention and reward.

Wu, Feifei; Zhang, Wenchao; Ji, Weibin; Zhang, Yaqi et al. · Neuropsychopharmacology : official publication of the American College of Neuropsychopharmacology

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Querschnittsstudie untersuchte anhand der ABCD-Studie den Einfluss von Stimulanzien auf die Hirnstruktur bei 9–11-jährigen Kindern mit ADHS. Kinder mit unbehandeltem ADHS zeigten reduzierte kortikale Dicke im rechten Insula und vermindertes Volumen im linken Nucleus accumbens. Stimulanzienbehandelte Kinder mit niedrigen ADHS-Symptomen unterschieden sich strukturell nicht von gesunden Kontrollen, was auf eine Normalisierung der Hirnstruktur durch Stimulanzien hindeutet.

  • · Kinder mit hohen ADHS-Symptomen ohne Medikation zeigten eine geringere kortikale Dicke im rechten Insula (Effektstärke d = 0,340, p = 0,003) im Vergleich zu medikamentös behandelten Kindern mit niedrigen ADHS-Symptomen und typisch entwickelten Kontrollen.
  • · Nicht-medizierte ADHS-Kinder hatten ein reduziertes subkortikales Volumen im linken Nucleus accumbens (d = 0,371, p = 0,003), was auf strukturelle Abnormalitäten in Belohnungsverarbeitungsregionen bei ADHS hinweist.
  • · Stimulanzienbehandelte Kinder mit niedrigen ADHS-Symptomen unterschieden sich in keinem der untersuchten Hirnstrukturmaße von typisch entwickelten Kontrollen, was auf eine Normalisierung der ADHS-assoziierten Hirnstrukturanormalitäten durch Stimulanzien hindeutet.
  • · Die Studie nutzte eine große, diverse Stichprobe aus der ABCD-Studie (Adolescent Brain and Cognitive Development) mit 273 stimulanzienbehandelten, 1002 nicht-medikamentös behandelten ADHS-Kindern und 5378 Kontrollkindern im Alter von 9–11 Jahren.
  • · Die Befunde deuten darauf hin, dass ADHS strukturelle Abnormalitäten in Hirnregionen der Salienzverarbeitung (Insula) und der Belohnungsverarbeitung (Nucleus accumbens) umfasst, die durch Stimulanzienbehandlung normalisiert werden können.
Andere verwandt 2024 basal ganglia

Striosomes control dopamine via dual pathways paralleling canonical basal ganglia circuits.

Lazaridis, I.; Crittenden, J.; Ahn, Gun-Sang; Hirokane, Kojiro et al. · Current biology : CB

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Präklinische Studie zu striosomalen Dopamin-Kontrollmechanismen über zwei parallele Wege in den Basalganglien. Grundlagenforschung zur Basalganglien-Anatomie.

  • · Striosomen (Striatum-Kompartiment) kontrollieren Dopaminfreisetzung über zwei parallele Wege analog zu direktem/indirektem Basalganglienweg.
  • · Dysregulation des striosomalen Dopaminsystems könnte zu Basalganglien-assoziierten neuropsychiatrischen Störungen beitragen.
Meta-Analyse ADHS 2024 fronto striatal circuits

Subcortico-Cortical Dysconnectivity in ADHD: A Voxel-Wise Mega-Analysis Across Multiple Cohorts.

Norman, Luke J; Sudre, Gustavo; Price, Jolie; Shaw, Philip · The American journal of psychiatry

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Mega-Analyse vereint sechs neuroimaging-Datensätze mit 1.696 ADHS-Betroffenen und 6.737 Kontrollprobanden (Gesamtstichprobe bis 9.890 für Traits-Analysen) und untersucht voxelweise subkortiko-kortikale Konnektivitätsunterschiede. Jugendliche mit ADHS zeigen konsistent erhöhte funktionelle Konnektivität zwischen Striatum/Amygdala und kortikalen Zielregionen, insbesondere ausgehend vom Nucleus caudatus. Die Effektgrößen sind jedoch klein, was die Grenzen der Ruhezustands-fMRT für die Erfassung der komplexen ADHS-Pathophysiologie unterstreicht.

  • · Jugendliche mit ADHS zeigten im Vergleich zu Kontrollprobanden eine stärkere funktionelle Konnektivität zwischen striatalen Regionen und temporalen, fronto-insulären sowie supplementär-motorischen Arealen.
  • · Die Amygdala zeigte bei ADHS-Betroffenen eine erhöhte Konnektivität mit dem dorsalen anterioren cingulären Kortex, was auf eine veränderte emotionale und aufmerksamkeitsbezogene Verarbeitung hinweist.
  • · Der Nucleus caudatus beidseits war das zentrale Konnektivitätsmuster – seine bilaterale Dyskonnek­tivität dominierte die Befunde der gesamten Mega-Analyse.
  • · Die Effektgrößen der subkortiko-kortikalen Dyskonnek­tivität waren klein (größter Peak-Cohens-d: 0,15), was darauf hindeutet, dass Ruhezustands-fMRT nur einen Teil der ADHS-Pathophysiologie abbilden kann.
  • · Die Befunde waren nicht durch Kopfbewegungen im Scanner oder Komorbidität mit internalisierenden bzw. externalisierenden Störungen erklärbar und blieben nach Adjustierung für Intelligenzschätzungen stabil.
Beobachtungsstudie verwandt 2024 dopamine acetylcholine

The dopamine D1 receptor positive allosteric modulator, DETQ, improves cognition and social interaction in aged mice and enhances cortical and hippocampal acetylcholine efflux.

Lakshmi, Rajagopal; Mei, Huang; Sanaz, Mahjour; Chelsea, Ryan et al. · Behavioural brain research

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Präklinische Studie zu DETQ, einem D1-PAM, als kognitivem Enhancer bei gealterten Mäusen. D1-Rezeptor-Modulation ohne Desensibilisierung oder inverses U-Dosisprofil ist ein vielversprechender pharmakologischer Ansatz.

  • · DETQ (D1R-positiver allosterischer Modulator) verbessert Kognition bei gealterten humanisierten D1-Knock-in-Mäusen ohne Desensibilisierung.
  • · D1-PAMs aktivieren D1-Rezeptoren ohne inverses U-Profil der Dosisantwort, was sie als neuartige kognitive Enhancer interessant macht.
  • · D1-Rezeptor-Modulation ist für kognitive Funktionen, insbesondere Arbeitsgedächtnis, relevant – auch bei ADHS-Pathophysiologie.
Review ADHS 2024 adhd adhd inattentive dopamine

The dopamine hypothesis for ADHD: An evaluation of evidence accumulated from human studies and animal models

MacDonald, Hayley J.; Kleppe, Rune; Szigetvari, Peter D.; Haavik, Jan · Frontiers in Psychiatry

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Umfassendes Review der Dopaminhypothese für ADHS, evaluiert 40+ Jahre Forschungsevidenz. Integriert Neuroimaging, Pharmakologie, Neurochemie und Genetik. Stärkste Zusammenfassung der dopaminergen ADHS-Evidenz.

  • · Über 40 Jahre Evidenz aus Neuroimaging, Pharmakologie, Neurochemie und Genetik stützt die Rolle von Dopamindysfunktion bei ADHS.
  • · Striatale Dopamindysfunktion (Basalganglien, NAc) ist konsistentester neurobiologischer Befund bei ADHS über Human- und Tierstudien hinweg.
  • · PFC-Dopamindefizite erklären ADHS-Kognitionsstörungen; Striatum-Dopamindefizite erklären Motivation/Belohnungsprobleme.
  • · Dopaminhypothese bei ADHS wird durch genetische Studien (DAT1, DRD4, DRD5) und pharmakologische Evidenz (Stimulanzien) gut gestützt.
Andere ADHS 2024 cognitive training

The effects of working memory training on attention deficit, adaptive and non-adaptive cognitive emotion regulation of Chinese children with Attention Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD)

Zhao, Dan; Zhang, J. · BMC Psychology

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Studie aus 2024 (BMC Psychology) untersucht die Effekte von Arbeitsgedächtnistraining auf Aufmerksamkeitsdefizite sowie adaptive und nicht-adaptive kognitive Emotionsregulation bei chinesischen Kindern mit ADHS. Die Autoren empfehlen die Integration von Gedächtnistrainingsprogrammen in schulische und häusliche Settings. Langzeit-Follow-ups und subtyp-spezifische Anpassungen werden als wesentlich für den Interventionserfolg hervorgehoben.

  • · Arbeitsgedächtnistraining kann bei Kindern mit ADHS Aufmerksamkeitsdefizite reduzieren und stellt eine praktikable Interventionsstrategie in schulischen und häuslichen Umgebungen dar.
  • · Arbeitsgedächtnisinterventionen beeinflussen sowohl adaptive als auch nicht-adaptive kognitive Emotionsregulation bei chinesischen Kindern mit ADHS.
  • · Eine nachhaltige Implementierung und Langzeit-Verlaufsbeobachtungen werden als entscheidend für die Maximierung der Effektivität von Arbeitsgedächtnisinterventionen angesehen.
  • · Die Anpassung von Interventionen an spezifische ADHS-Subtypen sowie die Integration von Gedächtnistraining in den Tagesablauf werden als personalisierte Lösungsansätze empfohlen.
  • · Die Integration von Gedächtnistrainingsprogrammen in Unterrichtsaktivitäten und häusliche Interventionen wird als vielversprechender Ansatz zur Unterstützung von Kindern mit ADHS beschrieben.
Andere ADHS 2024 emotional dysregulation

The Emotional Literacy Toolkit for ADHD

Alí, Sonia

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar. Praxisbuch ('Emotional Literacy Toolkit for ADHD', 2024) für Pädagogen und Betreuer, das ein Mentoring-Interventionsprogramm zur emotionalen Literacy bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS bietet. Themen: Emotionsregulation, Ablehnungssensitivität, Fight-Flight-Freeze, Window of Tolerance.

Beobachtungsstudie ADHS 2024

The role of executive functions in mediating the relationship between adult ADHD symptoms and hyperfocus in university students.

Garcia Pimenta, Miguel; Gruhnert, Rixa Käthe; Fuermaier, Anselm B M; Groen, Yvonne · Research in developmental disabilities

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Studie untersuchte an 380 Universitätsstudierenden, ob exekutive Funktionen (EF) die Beziehung zwischen ADHS-Symptomen und Hyperfokus-Erlebnissen vermitteln. EF-Schwierigkeiten mediierten partiell den Zusammenhang zwischen ADHS und allgemeinem Hyperfokus, nicht jedoch belohnungsbezogenen Hyperfokus. Die Ergebnisse legen nahe, dass verschiedene Hyperfokus-Typen durch unterschiedliche neurokognitive Mechanismen erklärt werden müssen.

  • · Erhöhte Schwere der ADHS-Symptome und größere Schwierigkeiten in den exekutiven Funktionen korrelieren signifikant positiv mit einer höheren Häufigkeit von Hyperfokus-Erlebnissen.
  • · Exekutive Funktionsschwierigkeiten mediieren die Beziehung zwischen ADHS-Symptomen und allgemeinem Hyperfokus partiell, nicht jedoch die Beziehung zwischen ADHS und belohnungsbezogenem Hyperfokus.
  • · Bestehende Selbstberichts-Instrumente zu Hyperfokus messen zwei unterschiedliche Aspekte: allgemeinen Hyperfokus und belohnungsbezogenen Hyperfokus, die konzeptuell getrennt werden sollten.
  • · Universitätsstudierende mit stärkeren ADHS-Symptomen berichten eine höhere Frequenz beider Hyperfokus-Typen, was frühere Befunde in nicht-klinischen Stichproben repliziert.
  • · Belohnungsbezogener Hyperfokus scheint durch andere neurokognitive Mechanismen (z. B. Belohnungssensitivität) erklärt zu werden als durch exekutive Kontrolle allein.
Review verwandt 2024 adhd overview

The social determinants of mental health and disorder: evidence, prevention and recommendations

Kirkbride, James B.; Anglin, Deidre M.; Colman, Ian; Dykxhoorn, Jennifer et al. · World Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Übersichtsarbeit zu sozialen Determinanten psychischer Gesundheit mit Fokus auf evidenzbasierte Prävention. Betont strukturelle Kausalfaktoren; Implikationen für ADHS-Epidemiologie (Armut als Risikofaktor) vorhanden.

  • · Soziale Determinanten (Armut, Ungleichheit, Trauma, Diskriminierung) sind kausale Risikofaktoren für psychische Erkrankungen über die Lebensspanne.
  • · Strukturelle Faktoren erzeugen intergenerationale Zyklen von Benachteiligung und schlechter psychischer Gesundheit.
  • · Präventions- und Interventionsstrategien müssen soziale Determinanten adressieren, nicht nur Symptome behandeln.
case_report ADHS 2024 adhd noradrenergic system dopaminergic pathways

Tolerance of Bupropion SR After Delayed-Onset Urticaria and Angioedema Associated With Bupropion XL

Elali, Faisal R.; Grant, Arthur C. · Case Reports in Psychiatry

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Fallbericht über erfolgreiche Umstellung auf Bupropion SR nach allergischer Reaktion auf XL-Formulierung. Klinische Implikation für ADHS-Behandlung mit Bupropion.

  • · Bupropion SR wurde nach allergischer Reaktion auf Bupropion XL erfolgreich vertragen – unterschiedliche Formulierungen können unterschiedliche allergische Profile haben.
  • · Bupropion wird off-label für ADHS eingesetzt; Formulierungsunterschiede (IR, SR, XL) haben klinische Implikationen.
Review ADHS 2024 adhd noradrenergic system prefrontal cortex

Transcutaneous auricular vagus nerve stimulation as a potential therapy for attention deficit hyperactivity disorder: modulation of the noradrenergic pathway in the prefrontal lobe

Zhi, Jincao; Zhang, Shiwen; Huang, Meiling; Qin, Huan et al. · Frontiers in Neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Übersicht zu taVNS als potenzielle ADHS-Therapie. Wirkmechanismus über LC-NE-PFC-Achse; erste Studien zeigen Verbesserungen bei ADHS-Symptomen. Evidenz noch begrenzt, aber vielversprechend.

  • · Transkutane aurikuläre Vagusnervstimu­lation (taVNS) zeigt in Übersichtsarbeiten Potenzial zur Verbesserung von Aufmerksamkeit und Impulsivität bei ADHS.
  • · taVNS wirkt über den Locus Coeruleus-Noradrenalin-Weg und könnte PFC-Hypoaktivierung bei ADHS normalisieren.
  • · taVNS ist eine nicht-invasive, gut tolerierte Neuromodulationsmethode; Evidenz für ADHS noch begrenzt.
Systematic Review ADHS 2024 neurofeedback adhd

Treatments for ADHD in Children and Adolescents: A Systematic Review.

Peterson, Bradley S; Trampush, Joey; Maglione, Margaret; Bolshakova, Maria et al. · Pediatrics

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieser systematische Review analysiert kontrollierte Behandlungsstudien für ADHS bei Kindern und Jugendlichen aus 12 Datenbanken (1980–2023) und schließt 312 Studien in 540 Publikationen ein. Medikamente zeigen die stärkste Evidenz, sind aber mit Nebenwirkungen verbunden; auch verschiedene psychosoziale, schulische und komplementäre Interventionen verbessern ADHS-Symptome. Die Kombination von Medikation und psychosozialen Maßnahmen führte nicht konsistent zu Vorteilen gegenüber Monotherapie.

  • · Medikamentöse Therapien zeigen die stärkste Evidenzbasis für die Verbesserung von ADHS-Symptomen, einschließlich Verhaltensstörungen und breit angelegter Outcomemaße, sind jedoch mit unerwünschten Ereignissen assoziiert.
  • · Indirekte Analysen identifizierten kaum systematische Unterschiede zwischen Stimulanzien und Nicht-Stimulanzien hinsichtlich der Wirksamkeit.
  • · Die Kombination aus Medikation und jugendgerichteten psychosozialen Interventionen führte nicht systematisch zu besseren Ergebnissen als eine Monotherapie, wobei nur wenige Kombinationen evaluiert wurden.
  • · Mehrere nicht-medikamentöse Interventionen – darunter psychosoziale Maßnahmen, Elternunterstützung, Neurofeedback, körperliche Bewegung und schulische Interventionen – verbessern ebenfalls ADHS-Symptome.
  • · Die Evidenz ist besonders stark für schulpflichtige Kinder; für andere Altersgruppen (z.B. Kleinkinder, ältere Jugendliche) ist die Datenlage dünner.
Systematic Review ADHS 2024 centanafadine

Treatments in the pipeline for attention-deficit/hyperactivity disorder (ADHD) in adults.

Veronesi, Guilherme Fusetto; Gabellone, Alessandra; Tomlinson, Anneka; Solmi, Marco et al. · Neuroscience and biobehavioral reviews

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese systematische Übersicht analysiert 90 Phase-2/3-RCTs zu experimentellen ADHS-Behandlungen für Erwachsene aus Registern von 2010–2023. Centanafadine ist die einzige neue Substanz mit replizierter Wirksamkeit auf ADHS-Kernsymptome und akzeptabler Verträglichkeit, bleibt aber hinter etablierten Behandlungen zurück. Die Diskussion erörtert neurodevelopmentale Mechanismen der dopaminergen Dysfunktion durch pränatale Risikofaktoren wie Immunaktivierung und THC-Exposition.

  • · Centanafadine (Noradrenalin-, Dopamin- und Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) ist die einzige experimentelle Substanz mit replizierter Effektivität auf ADHS-Kernsymptome (kleine Effektgröße 0,28–0,40) und angemessener Verträglichkeit.
  • · Von 90 identifizierten Phase-2/3-RCTs zu Pipelinebehandlungen für Erwachsene mit ADHS zeigten nur 24 (27 %) Ergebnisse mit statistischer Analyse primärer Wirksamkeitsendpunkte.
  • · Keine aktuelle experimentelle Intervention konnte die Wirksamkeit von Stimulanzien oder Atomoxetin erreichen oder übertreffen.
  • · Die dopaminerge Systementwicklung wird durch pränatale Herausforderungen wie mütterliche Immunaktivierung und THC-Exposition beeinflusst, mit Auswirkungen auf Aufmerksamkeitskontrolle und Impulsregulation.
  • · Pränatale THC-Exposition führt zu Dysregulation der dopaminergen Transmission einschließlich Veränderungen der Erregungs-Hemmungs-Balance im ventrotemporalen Tegmentum (VTA).
Andere ADHS 2024 striatum

Unraveling the Role of miR-200b-3p in Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD) and Its Therapeutic Potential in Spontaneously Hypertensive Rats (SHR)

Chang, Tung-Ming; Lin, Hsiu-Ling; Tzang, Chih-Chen; Liang, Ju-An et al. · Biomedicines

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Tierstudie an Spontan-Hypertensiven Ratten (SHR) untersuchte die Rolle von miR-200b-3p bei ADHS-assoziierten Symptomen. Sowohl ein miR-200b-3p-Antagomir als auch Taurin reduzierten striatale Neuroinflammation (TNF-α, IL-1β, IL-6) und steigerten antioxidative Enzymaktivitäten, was mit verbesserter Aufmerksamkeits- und Lernleistung einherging. Die Ergebnisse identifizieren miR-200b-3p als potenzielles therapeutisches Ziel und beleuchten epigenetische Mechanismen der ADHS-Pathophysiologie.

  • · miR-200b-3p ist im Striatum von Spontan-Hypertensiven Ratten (SHR, ADHS-Tiermodell) hochreguliert und mit beeinträchtigter Lernfähigkeit sowie ADHS-typischen Symptomen assoziiert.
  • · Die striatale Injektion eines miR-200b-3p-Antagomirs (Hemmstoff) reduzierte signifikant die proinflammatorischen Zytokine TNF-α, IL-1β und IL-6 im Striatum von SHR.
  • · Die Behandlung mit miR-200b-3p-Antagomir oder Taurin verbesserte die Spontanwechsel-Leistung im Y-Labyrinth-Test bei SHR signifikant, was auf eine Verbesserung der Aufmerksamkeit und Lernfähigkeit hindeutet.
  • · Sowohl das miR-200b-3p-Antagomir als auch Taurin erhöhten die antioxidative Aktivität im Striatum von SHR, gemessen durch gesteigerte Superoxid-Dismutase (SOD)- und Glutathionperoxidase (GSH-Px)-Aktivität.
  • · miR-200b-3p reguliert möglicherweise den Slit2-Signalweg (Slit Guidance Ligand 2) im Striatum, was die dopaminerge Signalübertragung und damit ADHS-relevante Verhaltensweisen beeinflussen könnte.
Beobachtungsstudie ADHS 2024 emotional dysregulation

Urinary Histamine Not Associated with Severity of Symptoms of ADHD and Emotional Dysregulation: A Cross-sectional Secondary Data Analysis from the Micronutrients for ADHD in Youth (MADDY) Study

Bruton, A.; Robinette, Lisa M.; Hatsu, I.; Ast, Hayleigh K. et al. · Advances in Neurodevelopmental Disorders

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Sekundärdatenanalyse der MADDY-Studie (N=83 Kinder mit ADHS-Symptomen, 6–12 Jahre) untersucht Zusammenhang zwischen urinary Histamin und ADHS-Symptomen. Histamin war trotz häufig erhöhter Werte nicht mit ADHS-Symptomstärke assoziiert.

  • · Urinary-Histamin war in dieser Studie nicht mit Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität/Impulsivität oder emotionaler Dysregulation bei Kindern mit ADHS assoziiert.
  • · 57% der Kinder zeigten erhöhte Histaminwerte im Urin (30% der unter 10-Jährigen, 81% der 10–12-Jährigen).
  • · Kein Zusammenhang zwischen Konsum histaminreicher Lebensmittel und Urinary-Histamin-Spiegeln.
Beobachtungsstudie ADHS 2024

Validation of the dispositional adult hyperfocus questionnaire (AHQ-D).

Hupfeld, K E; Osborne, J B; Tran, Q T; Hyatt, H W et al. · Scientific reports

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Die Studie validiert den 12-Item Dispositional Adult Hyperfocus Questionnaire (AHQ-D) als psychometrisches Instrument zur Messung von Hyperfokus bei Erwachsenen aus der Allgemeinbevölkerung. Der Fragebogen zeigt hervorragende psychometrische Eigenschaften und repliziert den bekannten Zusammenhang zwischen Hyperfokus und ADHS-Merkmalen (r = 0,53 mit CAARS). Die Autoren empfehlen den AHQ-D als valides, standardisiertes Instrument für zukünftige Hyperfokus-Forschung.

  • · Der AHQ-D (12 Items) weist exzellente interne Konsistenz auf (Cronbachs Alpha 0,93, mittlere Split-half-Reliabilität 0,93) und lädt auf einem einzigen Hyperfokus-Faktor mit Faktorladungen von 0,57–0,81.
  • · Hyperfokus-Werte im AHQ-D korrelierten positiv mit ADHS-Symptomwerten im Conners' Adult ADHD Rating Scale (r = 0,53), was einen robusten Zusammenhang zwischen Hyperfokus und ADHS-Merkmalen belegt.
  • · Der AHQ-D zeigte konvergente Validität: HF-Werte korrelierten positiv mit einer anderen Hyperfokus-Skala (r = 0,69) sowie mit Flow (r = 0,12) und Mind Wandering (r = 0,39).
  • · Hyperfokus-Werte korrelierten schwach negativ mit Beharrlichkeit/Grit (r = -0,29), was auf eine Spannung zwischen intensivem Aufmerksamkeitsfokus und langfristiger Ausdauer hindeutet.
  • · Die Item-Response-Theorie-Analyse ergab hohe Diskriminationsfähigkeit der Items über einen weiten Antwortbereich, was die Messgenauigkeit des AHQ-D auf verschiedenen Ausprägungsebenen bestätigt.
Andere verwandt 2024 dopaminergic pathways working memory

Ventral tegmental area dopamine neural activity switches simultaneously with rule representations in the prefrontal cortex and hippocampus

Ding, Mingxin; Tomsick, Porter L; Young, Ryan A.; Jadhav, Shantanu P. · bioRxiv

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Tierexperiment zu VTA-Dopamin-Aktivitätswechseln bei kognitiver Flexibilität und Regellernen. Grundlagenforschung zu Dopamin und Kognition.

  • · VTA-Dopaminneurone wechseln ihre Aktivitätsmuster gleichzeitig mit Regelwechseln bei kognitiver Flexibilitätsaufgaben.
  • · Midbrain-Dopaminaktivität koordiniert mit Hippocampus und PFC bei kognitiver Adaptation und Regellernen.
Review ADHS 2024 viloxazine

Viloxazine extended-release capsules as an emerging treatment for attention-deficit/hyperactivity disorder in children and adolescents

Maletic, Vladimir; Mattingly, Gregory W; Earnest, Jami · Expert Review of Neurotherapeutics

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Übersichtsarbeit fasst die Neurobiologie von ADHS und verfügbare Behandlungsoptionen zusammen, mit Fokus auf Viloxazin ER als neues Nicht-Stimulans-Medikament. Viloxazin ER zeigt klinische Wirksamkeit durch Einfluss auf Katecholamin- und Serotonin-Systeme, mit raschem Wirkungseintritt und anhaltender Symptomverbesserung. Das Medikament stellt eine vielversprechende Alternative zu bestehenden ADHS-Behandlungen dar, insbesondere angesichts der Verträglichkeitsprobleme aktueller Therapien.

  • · Viloxazin ER (Qelbree®) ist ein von der FDA zugelassenes Nicht-Stimulans zur Behandlung von ADHS bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.
  • · Viloxazin wirkt auf Katecholamin- und Serotonin-Signalwege, die beide in die Pathophysiologie von ADHS involviert sind.
  • · Viloxazin ER zeigt einen relativ schnellen Wirkungseintritt und anhaltende Symptomverbesserung sowie klinische Vorteile bei funktionalen und sozialen Beeinträchtigungen durch ADHS.
  • · Aktuelle Stimulanzien und Nicht-Stimulanzien für ADHS können suboptimal sein, da sie niedrige Ansprechraten und häufige Verträglichkeitsprobleme aufweisen.
  • · Klinische Wirksamkeit von Viloxazin wurde durch Post-hoc-Analysen pädiatrischer Studien (Phase II und III) bei Kindern und Jugendlichen (6–17 Jahre) demonstriert.
Beobachtungsstudie ADHS 2024 adhd noradrenergic system other

Viloxazine Extended-Release Capsules in Children and Adolescents with ADHD: Final Results of a Long-Term, Phase 3, Open-Label Extension Study

Findling, Robert L.; Fry, Nicholas; Katic, Alain; Liebowitz, Michael et al. · CNS Spectrums

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Finale Ergebnisse der langfristigen Phase-3-OLE-Studie zu Viloxazin ER bei pädiatrischem ADHS (N=1100, bis 72 Monate). Anhaltende Wirksamkeit und gutes Sicherheitsprofil; keine neuen Sicherheitssignale. Responder-Rate >65% nach Dosisoptimierung.

  • · Viloxazin ER zeigte langfristige Wirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS: >65% Responder-Rate (ADHD-RS und CGI-I) an allen OLE-Besuchen nach Dosisoptimierung.
  • · Mittlere ADHD-RS-Verbesserung von -17,0 (Viloxazin) vs. -11,2 (Placebo) an letztem DB-Besuch; weitere Verbesserung im OLE (Monat 3: -24,3).
  • · Häufigste Nebenwirkungen (≥5%): Nasopharyngitis (9,7%), Somnolenz (9,5%), Kopfschmerzen (8,9%), verminderter Appetit (6,0%), Fatigue (5,7%).
  • · Abbruchrate wegen Nebenwirkungen: 8,2%; schwere Nebenwirkungen bei 3,9% der Patienten.
  • · Keine neuen Sicherheitsbedenken bei Langzeitanwendung bis 72 Monate (N=1100).
Beobachtungsstudie ADHS 2024 prefrontal cortex noradrenergic system dopaminergic pathways

Viloxazine Increases Extracellular Concentrations of Norepinephrine, Dopamine, and Serotonin in the Rat Prefrontal Cortex at Doses Relevant for the Treatment of Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder

Garcia-Olivares, J.; Yegla, Brittney; Bymaster, F. P.; Earnest, Jami et al. · Journal of Experimental Pharmacology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

In-vivo-Mikrodialyse-Studie zeigt, dass Viloxazin ER NE, DA und 5-HT im PFC erhöht über NET-Hemmung und direkte 5-HT-Rezeptor-Modulation. Multimodaler Mechanismus erklärt klinische Wirksamkeit bei ADHS.

  • · Viloxazin ER erhöht extrazelluläre Konzentrationen von Noradrenalin, Dopamin und Serotonin im PFC in einem In-vivo-Mikrodialyse-Tiermodell.
  • · Zusätzlich zur NET-Hemmung zeigt Viloxazin direkte pharmakologische Effekte auf Serotonin-Rezeptoren (5-HT2B Agonismus, 5-HT2C Antagonismus).
  • · Der multimodale Wirkmechanismus von Viloxazin (NE + DA + 5-HT im PFC) unterscheidet es von reinen Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern wie Atomoxetin.
Review ADHS 2024 adhd noradrenergic system other

Viloxazine: A New Non-Stimulant Treatment for Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD)

Wilanowska, Wiktoria; Gregułą, Anna; Stachyrak, Karol; Mika, Dawid et al. · Journal of Education Health and Sport

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Literaturübersicht zu Viloxazin ER als nicht-stimulantem ADHS-Medikament. Zusammenfassung Wirksamkeit, Sicherheit und Zulassungsstatus. Viloxazin als vielversprechende Alternative mit günstigem kardiovaskulärem Profil.

  • · Viloxazin ER ist ein neuartiges nicht-stimulierendes ADHS-Medikament mit FDA-Zulassung (2021 für Kinder, 2022 für Erwachsene).
  • · Viloxazin hat günstigere kardiovaskuläre Nebenwirkungen als andere ADHS-Medikamente.
  • · Viloxazin-ER zeigt ein neuartiges pharmacokinetisches Profil und neue Verabreichungsmöglichkeiten (Kapsel-Inhalte auf Nahrung).
Beobachtungsstudie ADHS 2023 adhd emotion regulation attention

"Dysregulated not deficit": A qualitative study on symptomatology of ADHD in young adults.

Ginapp, Callie M; Greenberg, Norman R; MacDonald-Gagnon, Grace; Angarita, Gustavo A et al. · PloS one

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Qualitative Fokusgruppenstudie (N=43 junge Erwachsene mit ADHS) untersucht Symptomwahrnehmung und Kritik an aktuellen Diagnosekriterien. Teilnehmer betonen emotionale Dysregulation als zentrales Merkmal, das in DSM-5 fehlt.

  • · Junge Erwachsene mit ADHS beschreiben sich primär als 'dysreguliert' statt als 'defizitär' – betonen emotionale und aufmerksamkeitsbezogene Dysregulation.
  • · DSM-5-Kriterien repräsentieren die ADHS-Präsentation bei jungen Erwachsenen (bes. weiblich) unzureichend – emotionale Dysregulation fehlt als offizielles Kriterium.
  • · Emotionale Dysregulation und Sensitivität werden als zentrale subjektive Beschwerden bei ADHS-Erwachsenen beschrieben, nicht als Nebenerscheinung.
  • · Qualitative Fokusgruppen (N=43, 84% weiblich) liefern patientenperspektivische Erkenntnisse zur ADHS-Phänomenologie im Erwachsenenalter.
Review ADHS 2023 pemoline methylphenidate lisdexamfetamine

[Psychostimulants: An Overview].

Fukumoto, Shintaro; Imanari, Eiji; Tomari, Shinji; Higashi, Takuma et al. · Brain and nerve = Shinkei kenkyu no shinpo

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Dieser japanischsprachige Übersichtsartikel beschreibt den Einsatz von Psychostimulanzien bei Narkolepsie (Modafinil, Methylphenidat, Pemolin) und ADHS (OROS-Methylphenidat, Lisdexamfetamin) im japanischen Kontext. Er betont den psychosozialen Ansatz als Grundlage der ADHS-Behandlung und die medikamentöse Therapie als Ergänzung bei moderaten bis schweren Symptomen. Die in Japan zugelassenen Stimulanzien unterliegen einem speziellen Vertriebsmanagementsystem.

  • · Die Behandlung der Narkolepsie basiert auf der Regulierung von Lebensrhythmen; Psychostimulanzien wie Modafinil, Methylphenidat (Sofortfreisetzung) und Pemolin werden zur Therapie der Hypersomnie eingesetzt.
  • · Bei ADHS gilt der psychosoziale Ansatz als Erstlinienbehandlung; medikamentöse Therapie wird bei moderaten oder schweren ADHS-Symptomen ergänzend eingesetzt.
  • · In Japan sind vier Medikamente für die ADHS-Behandlung zugelassen; zwei davon sind Psychostimulanzien: osmotisch gesteuertes Methylphenidat (OROS-MPH) und Lisdexamfetamindimesilat.
  • · Die beiden in Japan zugelassenen ADHS-Psychostimulanzien (OROS-MPH und Lisdexamfetamin) werden über ein spezielles Vertriebsmanagementsystem (ADHD proper distribution management system) reguliert, um Missbrauch zu verhindern.
  • · Pemolin wird in Japan als Psychostimulans zur Behandlung von Hypersomnie bei Narkolepsie aufgeführt, obwohl es wegen bekannter Hepatotoxizität in vielen anderen Ländern vom Markt genommen wurde.
Beobachtungsstudie ADHS 2023 adhd inattentive working memory

1 Sluggish Cognitive Tempo in Children and Adolescents with Fetal Alcohol Spectrum Disorders: Associations with Executive Function and Subcortical Volumes

Ernst, Abigail M; Gimbel, Blake A.; Anthony, Mary E.; Roediger, Donovan J et al. · Journal of the International Neuropsychological Society

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Sekundäranalyse (N=35 PAE, N=30 Kontrollen) zu SCT, exekutiven Funktionen und subkortikalen Volumina bei Kindern mit fötalem Alkoholspektrum. SCT erhöht bei PAE; Hippocampusgröße mit SCT assoziiert. Überlappung mit ADHS-Symptomen.

  • · Kinder mit pränataler Alkoholexposition (PAE) zeigen signifikant mehr SCT-Symptome als Kontrollen (t=3,66, p<0,001).
  • · Kleinerer Hippocampus korreliert mit mehr SCT-Symptomen in der PAE-Gruppe nach Kontrolle für ADHS-Symptome und Alter.
  • · PAE-Kinder zeigen niedrigere exekutive Funktionswerte und kleinere Volumina von Caudate, Hippocampus und hinterem Corpus Callosum.
Andere ADHS 2023 viloxazine

2.43 Viloxazine Extended-Release Capsules in Children and Adolescents With ADHD: Final Results of a Long-Term, Phase 3, Open-Label Extension Study

Findling, Robert L.; Waxmonsky, James G.; Katic, Alain; Liebowitz, Michael R. et al. · Journal of the American Academy of Child & Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Beobachtungsstudie ADHS 2023 adhd inattentive

64 Sluggish Cognitive Tempo in Pediatric Patients with Post-Acute Sequelae of COVID-19: Moderating Role of Depression on Functional Impairment

Ng, R.; Vargas, Gray; Jashar, D.; Morrow, Amanda K et al. · Journal of the International Neuropsychological Society

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Retrospektive Chartreview (N=25) zu SCT-Symptomen bei pädiatrischen PASC-Patienten. SCT, insbesondere Sluggish/Sleepy und Low Initiation, signifikant erhöht gegenüber Normstichproben. SCT trägt eigenständig zur Funktionsbeeinträchtigung bei.

  • · Kinder mit PASC zeigen erhöhte Sluggish/Sleepy- und Low-Initiation-SCT-Scores im Vergleich zu normativen und gemischten klinischen Stichproben.
  • · SCT-Subskalen sind von ADHS-Symptomen teilweise unabhängig und tragen eigenständig zur funktionellen Beeinträchtigung bei.
  • · Depression moderiert den Zusammenhang zwischen SCT und funktioneller Beeinträchtigung bei PASC-Kindern.
Beobachtungsstudie ADHS 2023 adhd attention emotion regulation

A Multifaceted Investigation of Sluggish Cognitive Tempo: The Influence of Childhood Maltreatment, Neuroendocrine Stress Response, and the COVID-19 Pandemic

Taylor-Cavelier, Sarah · Deep Blue (University of Michigan)

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Dissertation (2023) mit vier Untersuchungen zu Sluggish Cognitive Tempo (SCT): Validiert SCT als von ADHS distinkt, zeigt Assoziation mit Kindheitstraumata und neuroendokriner Dysregulation, und belegt erhöhte Vulnerabilität für COVID-19-bedingten psychischen Stress. Multisite-Longitudinalstudie.

  • · Konfirmatorische Faktorenanalyse bestätigt die Distinktheit von SCT (Sluggish Cognitive Tempo) und ADHS als separate Konstrukte in bevölkerungsbasierten Stichproben.
  • · Kindliche Misshandlungserfahrungen (Childhood Maltreatment) sind mit erhöhten SCT-Symptomen in der Adoleszenz assoziiert; früher Stress trägt zur SCT-Ausprägung bei.
  • · SCT ist mit veränderten neuroendokrinen Stressreaktionen assoziiert (gemessen durch Kältepressor-Aufgabe im Labor), was auf biologische Grundlagen hinweist.
  • · Die COVID-19-Pandemie verschlechterte die psychische Gesundheit von Personen mit erhöhten SCT-Symptomen prospektiv; SCT erhöhte die Vulnerabilität für pandemiebedingten Stress.
Andere ADHS 2023 ventral tegmental area

A Novel Rat Model of ADHD-like Hyperactivity/Impulsivity after Delayed Reward Has Selective Loss of Dopaminergic Neurons in the Right Ventral Tegmental Area.

Kohe, Sarah E; Gowing, Emma K; Seo, Steve; Oorschot, Dorothy E · International journal of molecular sciences

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Tierstudie entwickelte ein neuartiges Rattenmodell für den hyperaktiv-impulsiven ADHS-Subtyp durch wiederholte hypoxische Hirnschädigung in der Frühgeburtsphase. Die Ratten zeigten selektiven Verlust dopaminerger Neuronen im rechten ventralen tegmentalen Areal (VTA), der mit ADHS-ähnlicher Hyperaktivität und Impulsivität bei verzögerter Belohnung korrelierte. Die Studie empfiehlt, den Open-Field-Test durch belohnungsspezifische Tests zu ersetzen und identifiziert den VTA als neuen Ansatzpunkt für frühe therapeutische Interventionen.

  • · Männliche Ratten, die wiederholten hypoxischen Hirnschäden in der Frühgeburtsphase ausgesetzt waren, zeigten im Alter von 3 Monaten ADHS-ähnliche Hyperaktivität und Impulsivität als Reaktion auf verzögerte Belohnung, jedoch keine Aufmerksamkeitsdefizite.
  • · Die Hypoxie-Ratten wiesen im Open-Field-Test keine erhöhte Hyperaktivität auf, was darauf hindeutet, dass dieser Test für die Erfassung ADHS-spezifischer Hyperaktivität ungeeignet ist und durch belohnungsbasierte Tests ersetzt werden sollte.
  • · Wiederholte Hypoxie führte zu einem signifikanten, selektiven Verlust dopaminerger Neuronen im rechten ventralen tegmentalen Areal (VTA) im Alter von 2 Wochen und 18 Monaten, nicht jedoch in drei anderen Mittelhirnregionen.
  • · Eine geringere Anzahl dopaminerger VTA-Neuronen korrelierte mit erhöhter ADHS-ähnlicher Hyperaktivität und Impulsivität, was den VTA als relevanten Pathologieort bei ADHS-ähnlichem Verhalten identifiziert.
  • · Das Tiermodell bildet spezifisch den hyperaktiv-impulsiven ADHS-Subtyp ab und stellt damit ein neuartiges, präziseres Werkzeug zur Untersuchung der neurobiologischen Grundlagen von ADHS dar als bisher verwendete Modelle.
RCT ADHS 2023 behavioral therapy

A study protocol of a randomized controlled study of internet-based cognitive behavioral therapy for adult attention deficit hyperactivity disorder

Forsström, David; Oscarsson, Martin; Buhrman, M.; Rozental, Alexander · Internet Interventions

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieses Studienprotokoll beschreibt eine randomisierte kontrollierte Studie zur internet-basierten kognitiven Verhaltenstherapie (iCBT) bei Erwachsenen mit ADHS-Symptomen. 200 Teilnehmer werden auf iCBT (bis zu 10 Wochen, therapeutisch begleitet) oder eine Wartelisten-Kontrollgruppe randomisiert. Primäre Outcomes sind Lebensqualität sowie Symptome von ADHS, Angst, Depression und Stress.

  • · Das Studienprotokoll beschreibt eine RCT mit 200 Erwachsenen mit ADHS-Symptomen, die internet-basierte kognitive Verhaltenstherapie (iCBT) mit einer Wartelisten-Kontrollgruppe vergleicht.
  • · Das primäre Ziel der iCBT-Intervention ist die Verbesserung der Lebensqualität sowie die Reduktion von ADHS-Symptomen, Angst, Depression und Stress.
  • · Die Behandlung umfasst maximal zehn Wochen mit zwei obligatorischen und zehn frei wählbaren Modulen, wobei Therapeuten wöchentlichen Schriftverkehr mit den Teilnehmern führen.
  • · Erwachsene mit ADHS-Symptomen zeigen häufig erhöhte Angst- und Depressionswerte sowie eine insgesamt reduzierte Lebensqualität.
  • · Die Studie verwendet ein Intention-to-treat-Design mit ANOVAs und dem Reliable Change Index zur Bewertung der Behandlungseffekte sowie qualitative Interviews mit thematischer Analyse.
Beobachtungsstudie ADHS 2023 adhd amygdala prefrontal cortex

Aberrant Neurofunctional Responses During Emotional and Attentional Processing Differentiate ADHD Youth With and Without a Family History of Bipolar I Disorder

Patino, L.; Wilson, A.; Tallman, Max; Blom, Thomas J et al. · Journal of Attention Disorders

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

fMRT-Studie (N=144: 48 ADHS-HR, 50 ADHS-LR, 46 Kontrollen) vergleicht neurofonktionale Reaktionen bei ADHS-Kindern mit/ohne familäres Bipolar-Risiko. Bipolar-Risiko verschlechtert Amygdala-PFC-Dysbalance bei emotionaler und attentionaler Verarbeitung.

  • · ADHS-Kinder mit familärem Risiko für Bipolar-I-Störung zeigen verstärkte Amygdala-Aktivierung und beeinträchtigte PFC-Suppression bei emotionaler Verarbeitung.
  • · ADHS-Kinder mit hohem Bipolar-Risiko haben stärkere DLPFC-Dysfunktion bei Aufmerksamkeitsaufgaben als Low-Risk-ADHS.
  • · Amygdala-PFC-Dysbalance bei ADHS ist durch familiäres Bipolar-Risiko verschärft – distinkte neurobiologische Profile für High- vs. Low-Risk-ADHS.
Review ADHS 2023 mindfulness adhd

ADHD in children and adolescents: Review of current practice of non-pharmacological and behavioural management.

Ogundele, Michael O; Ayyash, Hani F · AIMS public health

Zusammenfassung & 7 Kernbefunde

Dieser Übersichtsartikel fasst den aktuellen Stand der nicht-pharmakologischen und verhaltensbasierten Behandlungsstrategien für ADHS bei Kindern und Jugendlichen zusammen. Die stärkste Evidenz besteht für die Kombination von Stimulanzien mit Verhaltenstherapie oder CBT sowie für gruppenbasierte Eltern-Psychoedukation. Alleinige psychosoziale Interventionen wie Achtsamkeit oder Neurofeedback reichen zur Symptomkontrolle derzeit nicht aus, können aber ergänzend zur Verbesserung assoziierter Outcomes eingesetzt werden.

  • · Die effektivsten evidenzbasierten Strategien zur Kontrolle von ADHS-Kernsymptomen bei Kindern und Jugendlichen sind die Kombination von Stimulanzien mit Verhaltenstherapie (BT) oder kognitiver Verhaltenstherapie (CBT) sowie gruppenbasierte Eltern-Psychoedukation.
  • · Allein stehende Verhaltenstherapie, CBT, Achtsamkeit, neurokognitives Training und Neurofeedback können aktuell aufgrund unzureichender Evidenz nicht für die Kontrolle der ADHS-Kernsymptome empfohlen werden.
  • · Schulbasierte nicht-pharmakologische Interventionen haben sich als wirksam erwiesen, um störendes Verhalten zu reduzieren.
  • · Exekutive Funktionen werden durch computerbasiertes neurokognitives Training und regelmäßige kardiovaskuläre Bewegung signifikant verbessert.
  • · Andere Verhaltensinterventionen können zu Verbesserungen bei ADHS-bezogenen Outcomes führen, einschließlich Elternkompetenzen, sozialer Kompetenz der Kinder und Jugendlichen, akademischer Leistung und Störverhalten.
Review ADHS 2023 adhd noradrenergic system dopaminergic pathways

Adult attention deficit hyperactivity disorder: a comprehensive review.

Williams Ozge, C; Sakshi, Prasad; Amanda, McCrary; Erica, Jordan et al. · Annals of medicine and surgery (2012)

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Umfassende Übersichtsarbeit zu Epidemiologie, Diagnose, Neurobiologie und Behandlung von ADHS bei Erwachsenen. Betont Herausforderungen der Diagnostik und den Stellenwert von Nicht-Stimulanzien.

  • · ADHS persistiert bei nur 2-3% der Erwachsenen gemäß traditionellen Prävalenzschätzungen, obwohl neuere Studien höhere Raten berichten.
  • · Diagnostik bei Erwachsenen wird durch Maskierung, Überlappung mit anderen Störungen und unzureichende altersgerechte Kriterien erschwert.
  • · Nicht-stimulierende Optionen (Atomoxetin, Guanfacin, Viloxazin) targeting Noradrenalin/Dopamin werden bei Komorbiditäten bevorzugt.
  • · ADHS ist multifaktoriell (genetisch, pränatal, umweltbedingt); Diagnose bleibt klinisch-behavioural.
Beobachtungsstudie ADHS 2023 parietal cortex

Adult attention-deficit/hyperactivity disorder traits in healthy adults associated with brain volumetric data identify precuneus involvement in traffic crashes.

Putra, Handityo Aulia; Park, Kaechang; Oba, Hikaru; Yamashita, Fumio · Scientific reports

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Querschnittsstudie mit 2548 gesunden Erwachsenen untersuchte mittels MRT und Pfadanalyse den Zusammenhang zwischen ADHS-Traits, Volumina grauer Substanz und Verkehrsunfällen. Der linke Precuneus erwies sich als einzige Region, die mit allen ADHS-Trait-Kategorien korrelierte und gleichzeitig mit der Unfallinzidenz assoziiert war. Die Ergebnisse belegen erstmals eine Verbindung zwischen neuroanatomischen ADHS-Merkmalen und realem Risikoverhalten im Straßenverkehr.

  • · In einer Großstudie mit 2548 gesunden Erwachsenen ohne klinische ADHS-Diagnose zeigten ADHS-Traits signifikante Korrelationen mit dem Volumen grauer Substanz in mehreren Hirnregionen, die unterschiedliche kognitive Funktionen steuern.
  • · Der linke Precuneus, zuständig für visuospatiale Kognition, war die einzige Region, die mit allen ADHS-Trait-Kategorien korrelierte, was auf seine zentrale Rolle für Fahrsicherheit und Verkehrsunfälle hindeutet.
  • · Eine Pfadanalyse von MRT-Daten und Fragebögen ergab erstmals einen starken Zusammenhang zwischen regionalen Volumina grauer Substanz, ADHS-Traits und realen Verkehrsunfällen der letzten zehn Jahre.
  • · Die Studie legt nahe, dass ADHS-Traits in der Normalbevölkerung (subklinisch) neuroanatomische Korrelate aufweisen, die mit sicherheitsrelevantem Verhalten im Straßenverkehr assoziiert sind.
  • · Die Befunde eröffnen laut Autoren die Möglichkeit, MRT-basierte Untersuchungen als Grundlage für Interventionen zur Unfallprävention einzusetzen.
Review ADHS 2023 viloxazine

Adult Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder: a Narrative Review of Biological Mechanisms, Treatments, and Outcomes.

Pagán, Antonio F; Huizar, Yazmine P; Short, Tucker R; Gotcher, Zoe et al. · Current neurology and neuroscience reports

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese narrative Review untersucht biologische Mechanismen, klinische Manifestationen und Behandlungen von Erwachsenen-ADHS. Neue Erkenntnisse identifizieren Störungen der weißen Substanz in kortikalen Bahnen und neue Behandlungsoptionen wie Viloxazine ER und transkranielle Gleichstromstimulation. Die Arbeiten deuten auf Fortschritte bei der Verbesserung der Lebensqualität für Menschen mit dieser chronischen neurodevelopmentalen Erkrankung hin.

  • · Viloxazine ER zeigt vorläufige Wirksamkeit als neue Behandlungsoption für ADHS bei Erwachsenen.
  • · Bei Erwachsenen mit ADHS liegen Störungen der weißen Substanz in mehreren kortikalen Bahnen vor.
  • · Transkranielle Gleichstromstimulation kann eine wirksame Behandlung für Erwachsene mit ADHS darstellen.
  • · ADHS ist eine heterogene neurodevelopmentale Störung, die mit Störungen in Dopamin-Transporter- und Rezeptorgenen sowie kognitiven Defiziten assoziiert ist.
  • · Winterbaden wird von ADHS-Patienten subjektiv als ergänzende oder alternative Intervention zu Medikation bei Angst, Depression und ADHS beschrieben.
Systematic Review ADHS 2023 lisdexamfetamine

Adverse Effects of Stimulant Interventions for Attention Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD): A Comprehensive Systematic Review.

Nanda, Ankita; Janga, Lakshmi Sai Niharika; Sambe, Hembashima G; Yasir, Mohamed et al. · Cureus

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Dieses systematische Review (13 Studien, PRISMA 2020) untersucht die Nebenwirkungen von Stimulanzien – insbesondere Methylphenidat und Amphetamine – bei ADHS-Patienten. Die Ergebnisse zeigen leichte kardiovaskuläre Effekte und gastrointestinale Beschwerden, jedoch keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse. Amphetamine sind stärker mit psychotischen Episoden assoziiert als Methylphenidat.

  • · Stimulanzien wie Amphetamine führen zu einem geringen Anstieg von Blutdruck und Herzfrequenz, jedoch wurden keine schwerwiegenden kardiovaskulären Ereignisse berichtet.
  • · Langfristige Einnahme von Methylphenidat zeigt in der Regel keine schwerwiegenden neuropsychiatrischen Folgen, während Amphetamine mit einem erhöhten Risiko für psychotische Episoden assoziiert sind.
  • · Gastrointestinale Nebenwirkungen wie verminderter Appetit und Magenschmerzen sind bei Stimulanzien häufig dokumentiert.
  • · Befunde zu okulären Abnormalitäten und wachstumsbezogenen Effekten unter Stimulanzien-Therapie blieben in den eingeschlossenen Studien inkonklusiv.
  • · Das Gesamtfazit des systematischen Reviews (13 Studien, PRISMA 2020) ist, dass Stimulanzien überwiegend handhabbare und milde Nebenwirkungen bei ADHS-Patienten erzeugen.
RCT ADHS 2023 physical exercise

Aerobic Exercise, Cognitive Performance, and Brain Activity in Adolescents with Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder.

VAN Riper, Stephanie M; Tempest, Gavin D; Piccirilli, Aaron; Ma, Qianheng et al. · Medicine and science in sports and exercise

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese randomisierte Crossover-Studie untersuchte mittels fNIRS die Gehirnaktivität von 38 Jugendlichen (15 mit ADHS, 23 typisch entwickelt) während kognitiver Aufgaben unter zwei Bedingungen: moderates Radfahren versus Sitzen. Jugendliche mit ADHS zeigten beim Dual-Task (Bewegung + Kognition) schlechtere Leistungen und abweichende Aktivierungsmuster in Parietal- und Frontalhirnarealen. Aerobe Aktivität modulierte frontale und temporoparietale Hirnregionen, die bei ADHS häufig hypoaktiv sind.

  • · Jugendliche mit ADHS zeigten beim gleichzeitigen Fahrradfahren und Ausführen kognitiver Aufgaben langsamere Reaktionszeiten und geringere Genauigkeit im Arbeitsgedächtnis im Vergleich zu typisch entwickelten Gleichaltrigen, was auf eine erhöhte Belastung durch Dual-Task-Anforderungen hinweist.
  • · Aerobe körperliche Aktivität (moderates Radfahren, 25 Minuten) aktivierte bei beiden Gruppen stärker den mittleren und inferioren frontalen Gyrus sowie den temporoparietalen Übergang im Vergleich zur Ruhebedingung bei Arbeitsgedächtnisaufgaben.
  • · Bei Jugendlichen mit ADHS zeigte der inferiore und superiore Parietalgyrus während körperlicher Aktivität eine geringere Aktivierung als in Ruhe (Inhibitionsaufgabe), während bei typisch entwickelten Jugendlichen der gegenteilige Effekt beobachtet wurde.
  • · Körperliche Aktivität kann neuronale Ressourcen im temporoparietalen Übergang und in Frontalhirnarealen modulieren, die bei ADHS typischerweise hypoaktiv sind, was einen möglichen Wirkmechanismus für sportbasierte ADHS-Interventionen darstellt.
  • · Die Studie verwendete funktionelle Nah-Infrarot-Spektroskopie (fNIRS) zur Messung von Veränderungen der oxygenierten Hämoglobinkonzentration in 16 Hirnregionen während sportlicher Betätigung bei 38 Jugendlichen (15 ADHS, 23 typisch entwickelt).
RCT ADHS 2023 lisdexamfetamine

Amphetamines Improve the Motivation to Invest Effort in Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder

Chong, Trevor T.‐J.; Fortunato, Erika; Bellgrove, Mark A. · Journal of Neuroscience

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Studie untersuchte, ob ADHS-Patienten eine erhöhte Sensitivität gegenüber kognitiver und physischer Anstrengung aufweisen und ob Amphetamine diese normalisieren können. In einem kontrollierten Crossover-Design wurden 20 ADHS-Patienten ON und OFF ihrer amphetaminbasierten Medikation sowie 24 Kontrollpersonen mit einer Entscheidungsaufgabe zur Anstrengungsbereitschaft getestet. Die Ergebnisse zeigen, dass ADHS mit einer erhöhten domänenübergreifenden Anstrengungsaversion einhergeht, die durch Amphetamine weitgehend normalisiert wird.

  • · Personen mit ADHS zeigten ohne Medikation eine signifikant geringere Bereitschaft, sowohl kognitive als auch physische Anstrengung für Belohnungen zu investieren, verglichen mit gesunden Kontrollpersonen.
  • · Amphetaminbasierte Medikation (Dexamfetamin, Lisdexamfetamin) erhöhte die Motivation zur Anstrengungsinvestition gleichmäßig über kognitive und physische Domänen hinweg und stellte sie auf das Niveau der Kontrollgruppe wieder her.
  • · Die Studie belegt erstmals experimentell eine domänenübergreifende erhöhte Anstrengungsaversion bei ADHS mittels einer aufgabenbasierten Entscheidungsparadigma (effort-based decision-making task).
  • · Die Ergebnisse liefern kausale Belege für eine domänenallgemeine Rolle der Katecholamine (Dopamin, Noradrenalin) bei der Motivation zu anstrengungsreichem Verhalten.
  • · Die Studie verwendete ein Crossover-Design mit 20 ADHS-Patienten (ON vs. OFF Medikation) und 24 gesunden Kontrollen; die Stichprobengröße ist moderat und schränkt die Generalisierbarkeit ein.
Review ADHS 2023 adhd adhd inattentive dopamine

An overview on neurobiology and therapeutics of attention-deficit/hyperactivity disorder

da Silva, Bruna Santos; Grevet, Eugenio Horacio; Silva, Luiza Carolina Fagundes; Ramos, João Kleber Neves et al. · Discover Mental Health

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Umfassender Überblick zu Neurobiologie und Pharmakotherapie von ADHS, integriert aktuelle Omics-Forschung. Betont Dopamin/Noradrenalin-PFC-Achse und diskutiert Methylphenidat sowie Atomoxetin als Erst-/Zweitlinientherapie.

  • · Aktualisierter Überblick zu Neurobiologie und Behandlung von ADHS unter Berücksichtigung von Omics-Technologien zeigt multifaktorielle genetische Architektur.
  • · Dopamin- und Noradrenalinregulation im PFC sind zentrale neurobiologische Substrate von ADHS; Methylphenidat und Atomoxetin adressieren diese Systeme direkt.
  • · Omics-Ansätze (Genomik, Transkriptomik, Proteomik) erweitern das Verständnis der ADHS-Heterogenität und könnten Biomarker liefern.
Review ADHS 2023 hippocampus

Attention Deficit-Hyperactivity Disorder (ADHD): From Abnormal Behavior to Impairment in Synaptic Plasticity.

Ugarte, Gonzalo; Piña, Ricardo; Contreras, Darwin; Godoy, Felipe et al. · Biology

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieser Review untersucht die Rolle dendritischer Dornen und synaptischer Plastizität bei ADHS. Auf Basis neuroanatomischer MRT-Befunde sowie Tier- und Zellmodellen wird gezeigt, dass eine verzögerte Reifung und gestörtes Pruning dendritischer Dornen insbesondere im Hippocampus zur kognitiven Beeinträchtigung bei ADHS beitragen können. LTP- und LTD-Mechanismen über Glutamatrezeptoren stellen dabei zentrale molekulare Grundlagen dar.

  • · MRT-Studien zeigen Volumenreduktionen im Neokortex und Hippocampus bei ADHS, die auch bei Schizophrenie und Autismus-Spektrum-Störung auftreten, was auf gemeinsame neuroanatomische Grundlagen hindeutet.
  • · Dendritische Dornen (dendritic spines) zeigen Hebbian- und homöostatische Plastizität, die intrazelluläre Kaskaden über Glutamatrezeptoren, Kalziumeinstrom und F-Aktin-Umbau auslöst.
  • · Langzeitpotenzierung (LTP) führt zur Vergrößerung von Dornenköpfen durch Insertion postsynaptischer Glutamatrezeptoren, während Langzeitdepression (LTD) mit Schrumpfung der Dornen assoziiert ist.
  • · In einem murinen ADHS-Modell (pränatale Nikotinexposition) wurde eine verzögerte Reifung dendritischer Dornen in CA1-Hippocampus-Neuronen nachgewiesen, die mit beeinträchtigtem Arbeitsgedächtnis und gestörter hippocampaler LTP korreliert.
  • · Abnormale Entwicklung und postnatales Pruning dendritischer Dornen neokortikaler Neurone sind bei Schizophrenie, Autismus-Spektrum-Störung und intellektueller Behinderung gut dokumentiert; ähnliche Prozesse werden für ADHS diskutiert.
Review ADHS 2023 amygdala

Attention-deficit hyperactivity disorder and youth's emotion dysregulation: A systematic review of fMRI studies.

Musella Katharine, E; Weyandt Lisa, L · Applied neuropsychology. Child

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zu Emotionsdysregulation bei ADHS im Jugendalter. Amygdala-PFC-Reifungsverzögerung als neurobiologischer Mechanismus. Prognostische Relevanz und Frühintervention.

  • · Emotionsdysregulation bei ADHS im Jugendalter ist mit Langzeitmorbidität und Komorbiditäten assoziiert.
  • · Amygdala-PFC-Reifungsverzögerung erklärt Emotionsdysregulations-Persistenz bei ADHS.
  • · Frühe Intervention bei ADHS-Emotionsdysregulation verbessert Langzeitprognose.
Review ADHS 2023 striatum

Attention-deficit/hyperactivity disorder and inflammation: natural product-derived treatments-a review of the last ten years.

Martins, Alexandre; Conte, Magali; Goettert, Márcia Inês; Contini, Verônica · Inflammopharmacology

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieses integrative Review (2023) bewertet die Evidenz pflanzlicher Behandlungsansätze bei ADHS aus den letzten zehn Jahren, sowohl in Tier- als auch in Humanstudien. Mehrere Pflanzenextrakte – darunter Baicalin, Ginkgo biloba, Koreanischer Roter Ginseng und Crocus sativus – zeigten Verbesserungen bei ADHS-Kernsymptomen. Ein zentraler Wirkmechanismus wird in der Modulation neuroinflammatorischer Prozesse gesehen.

  • · Baicalin reduzierte bei spontan hypertensiven Ratten (SHR, ADHS-Tiermodell) signifikant die Lokomotion, verbesserte räumliches Lernen und erhöhte Dopaminspiegel im Striatum.
  • · Ginkgo biloba verbesserte in humanen Studien signifikant die Symptome der Unaufmerksamkeit und reduzierte Gedächtnisbeeinträchtigungen bei ADHS-Patienten.
  • · Koreanischer Roter Ginseng, Klamath-Alge und Crocus sativus L. zeigten in Humanstudien signifikante Verbesserungen bei Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität/Impulsivität.
  • · Sansonit-Supplementierung verbesserte Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsleistung in präklinischen Modellen.
  • · Die untersuchten Pflanzen modulieren Entzündungsprozesse über pro- und anti-inflammatorische Zytokine, Stickstoffmonoxid, Th-Zellen, Toll-like-Rezeptor 4 und mitogenaktivierte Proteinkinasen (MAPK).
Beobachtungsstudie ADHS 2023 adhd medication methylphenidate medication amphetamine

Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder Medications and Long-Term Risk of Cardiovascular Diseases

Zhang, Le; Li, Lin; Andell, Pontus; Garcia‐Argibay, Miguel et al. · JAMA Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Fall-Kontroll-Studie zur Assoziation zwischen Langzeitexposition gegenüber ADHS-Medikamenten und kardiovaskulären Erkrankungen. Signifikant erhöhtes Risiko für Hypertonie und Arterienerkrankungen; Empfehlung zum regelmäßigen Monitoring.

  • · Langfristige Exposition gegenüber ADHS-Medikamenten ist mit erhöhtem Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen (CVD) assoziiert, insbesondere Hypertonie und Arterienerkrankungen (Fall-Kontroll-Studie).
  • · Das CVD-Risiko steigt mit Dauer der ADHS-Medikamentenexposition; Risiko-Nutzen-Abwägung ist bei Langzeittherapie essenziell.
  • · Regelmäßiges kardiovaskuläres Monitoring während ADHS-Pharmakotherapie wird empfohlen.
case_report ADHS 2023 behavioral therapy

Behavior play therapy untuk meningkatkan atensi pada anak Attention Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD)

Sari, Eka Nur Maulida; Suryaningrum, Cahyaning · Procedia Studi Kasus dan Intervensi Psikologi

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese indonesische Fallstudie untersucht den Einsatz von Behavior-Play-Therapie mit dem Spiel 'Beat the Clock' bei einem Kind mit ADHS, das hauptsächlich unter Unaufmerksamkeit und Konzentrationsproblemen litt. Die diagnostische Beurteilung erfolgte durch Interviews, Beobachtungen, WISC und ADHS-Bewertungsskala. Die Intervention zeigte positive Ergebnisse bei der Verbesserung der Aufmerksamkeit des Fallsubjekts, jedoch erlaubt das Einzelfall-Design keine generalisierbaren Schlussfolgerungen.

  • · Behavior-Play-Therapie mit dem Spiel 'Beat the Clock' konnte inaufmerksames Verhalten bei einem Kind mit ADHS reduzieren und die Fähigkeit, sich auf Aufgaben zu konzentrieren, verbessern.
  • · ADHS wird als neurologische Verhaltensstörung beschrieben, die durch unangemessene Aufmerksamkeitsentwicklung gekennzeichnet ist und die Fähigkeit einer Person beeinträchtigt, Aufmerksamkeit auf eine Aufgabe zu organisieren und aufrechtzuerhalten.
  • · Die diagnostische Beurteilung des Fallberichts umfasste Interviews, Beobachtungen, die Wechsler Intelligence Scale for Children (WISC) sowie die ADHS-Bewertungsskala.
  • · Die Interventionsergebnisse zeigen, dass inaufmerksames Verhalten in Form von Unfähigkeit zur Fokussierung bei Aufgaben durch Behavior-Play-Therapie reduziert werden konnte; die Studie basiert jedoch auf einem Einzelfall, was die Generalisierbarkeit stark einschränkt.
  • · Spielbasierte Verhaltenstherapie (Behavior Play Therapy) wird als Interventionsansatz beschrieben, der bei Kindern mit ADHS und überwiegend unaufmerksamem Symptombild eingesetzt werden kann.
Review ADHS 2023 adhd dopaminergic pathways noradrenergic system

Bupropion Mediated Effects on Depression, Attention Deficit   Hyperactivity Disorder, and Smoking Cessation  

Clark, Austin; Tate, B.G.; Urban, Bretton; Schroeder, Ryan W. et al. · Health psychology research

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Übersichtsarbeit zu Pharmakodynamik, Pharmakokinetik und klinischen Anwendungen von Bupropion. Behandelt ADHS, Depression, Raucherentwöhnung und Off-Label-Indikationen. Fokus auf Noradrenalin/Dopamin-Mechanismus.

  • · Bupropion hemmt Wiederaufnahme von Noradrenalin und Dopamin; keine serotonerge Aktivität – unterscheidet es von anderen Antidepressiva.
  • · Bupropion ist wirksam bei ADHS, Depression, Raucherentwöhnung und zeigt off-label Wirksamkeit bei Übergewicht und sexueller Dysfunktion.
  • · Bupropion hat ein günstiges Nebenwirkungsprofil im Vergleich zu anderen Antidepressiva, aber Krampfrisiko bei hohen Dosen.
  • · Als ADHS-Behandlung ist Bupropion eine valide Option insbesondere bei komorbider Depression oder Suchterkrankung.
Andere ADHS 2023 brainstem

CAPRIN1 haploinsufficiency causes a neurodevelopmental disorder with language impairment, ADHD and ASD.

Pavinato, Lisa; Delle Vedove, Andrea; Carli, Diana; Ferrero, Marta et al. · Brain : a journal of neurology

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Studie beschreibt erstmals CAPRIN1-Haploinsuffizienz als Ursache einer autosomal-dominanten neurodevelopmentalen Störung mit ADHS, ASD, intellektueller Beeinträchtigung und Sprachverzögerung bei 12 Betroffenen. Mittels CRISPR-Cas9-generierten humanen iPSC-Neuronen wurden morphologische und funktionelle Veränderungen identifiziert, darunter gestörte mRNA-Translation, beeinträchtigte Kalziumsignalgebung, erhöhter oxidativer Stress und reduzierte neuronale Aktivität. Die Befunde etablieren CAPRIN1 als neues ADHS/ASD-Risikogen mit klar definierten zellulären Pathomechanismen.

  • · CAPRIN1-Haploinsuffizienz verursacht eine autosomal-dominante neurodevelopmentale Störung mit Sprachentwicklungsverzögerung (100%), intellektueller Beeinträchtigung (83%), ADHS (82%) und Autismus-Spektrum-Störung (67%) bei 12 identifizierten Betroffenen.
  • · CAPRIN1 kodiert ein ubiquitäres Protein, das den Transport und die Translation neuronaler mRNAs reguliert, die für synaptische Plastizität kritisch sind – ein Verlust führt zu reduzierter neuronaler Prozessbildung und gestörter neuronaler Organisation.
  • · In CAPRIN1+/- Neuronen (generiert via CRISPR-Cas9 aus humanen iPSCs) wurden veränderte mRNA-Translation, beeinträchtigte Kalziumsignalgebung und erhöhter oxidativer Stress beobachtet – Mechanismen, die direkt die Entwicklung neuronaler Netzwerke beeinflussen.
  • · Micro-Elektroden-Array-Messungen in CAPRIN1+/- Neuronen zeigten niedrigere Spike-Raten und Bursts mit insgesamt reduzierter neuronaler Aktivität, was auf eine funktionelle Hypoaktivität der betroffenen neuronalen Netzwerke hinweist.
  • · Betroffene Personen zeigten neben neuropsychiatrischen Symptomen auch somatische Komorbiditäten: Atembeschwerden (50%), Skelett-/Gliedmaßenanomalien (50%), Entwicklungsverzögerung (42%), Fütterprobleme (33%), Epilepsie (33%) und ophthalmologische Probleme (33%).
case_report ADHS 2023 guanfacine

Case Report: Guanfacine and methylphenidate improved chronic lower back pain in autosomal dominant polycystic kidney disease with comorbid attention deficit hyperactivity disorder and autism spectrum disorder

Kasahara, S.; Kanda, Shoichiro; Takahashi, M.; Fujioka, Mao et al. · Frontiers in Pediatrics

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Dieser Fallbericht beschreibt ein 15-jähriges Mädchen mit autosomal-dominanter polyzystischer Nierenerkrankung (ADPKD), komorbider ADHS und ASD, das unter chronischem Rückenschmerz litt. Die Kombinationsbehandlung mit Methylphenidat (18 mg) und Guanfacin (4 mg) führte zur Schmerzlinderung, moderater Blutdruckkontrolle und verbesserter zerebraler Durchblutung im präfrontalen Kortex und der Insula. Die Autoren postulieren eine mögliche Assoziation zwischen ADPKD und ADHS über den CFTR-Mechanismus.

  • · Eine Kombination aus Methylphenidat (18 mg) und Guanfacin (4 mg) bewirkte bei einem 15-jährigen Mädchen mit ADPKD, ADHS und ASD eine deutliche Schmerzlinderung bei chronischem Rückenschmerz sowie eine moderate Blutdruckkontrolle.
  • · Monotherapien mit Methylphenidat, Atomoxetin und Guanfacin einzeln führten jeweils zu Hypertonie oder Hypotonie als Nebenwirkungen; erst die Kombinationstherapie aus MP und GF zeigte ein akzeptables Nebenwirkungsprofil.
  • · Im Verlauf der Behandlung verbesserte sich die zerebrale Blutflussverteilung im präfrontalen Kortex und der Insula, was mit der Schmerzlinderung korrelierte.
  • · Der CFTR (Cystic Fibrosis Transmembrane Conductance Regulator), der für die Zystenbildung bei ADPKD verantwortlich ist, ist auch bei Mukoviszidose beteiligt, bei der ADHS gehäuft auftritt – was eine mögliche biologische Verbindung zwischen ADPKD und ADHS nahelegt.
  • · Die Autoren betonen, dass ein ADHS-Screening bei Patienten mit ADPKD klinisch relevant sein könnte, da ADHS-Medikamente einen zusätzlichen Nutzen für das chronische Schmerzmanagement bei dieser Erkrankung haben könnten.
case_report ADHS 2023 atomoxetine

Case report: Remission of chronic low back pain and oral dysesthesia comorbid with attention deficit/hyperactivity disorder by treatment with atomoxetine and pramipexole

Kasahara, S.; Kato, Yuichi; Takahashi, Miwako; Matsudaira, K. et al. · Frontiers in Pain Research

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Fallbericht eines 80-jährigen Patienten mit therapierefraktären chronischen Schmerzen (Kreuzschmerz und orale Dysästhesie) und neu diagnostizierter ADHS. Die Behandlung mit Atomoxetin und Pramipexol führte zu einer dramatischen Besserung beider Schmerzerkrankungen sowie zu messbarer Verbesserung des zerebralen Blutflusses im präfrontalen Kortex. Der Fall legt eine bislang unbekannte Assoziation zwischen ADHS und oraler Dysästhesie nahe.

  • · Ein 80-jähriger Patient mit seit über 25 Jahren bestehendem chronischen Kreuzschmerz und oraler Dysästhesie erfuhr durch Behandlung mit Atomoxetin und dem Dopaminagonisten Pramipexol eine dramatische Symptomverbesserung beider Schmerzerkrankungen.
  • · Bei dem Patienten wurde eine bislang undiagnostizierte ADHS festgestellt, was darauf hindeutet, dass ADHS als Komorbidität hinter therapierefraktären chronischen Überlappungsschmerzerkrankungen (COPCs) stehen kann.
  • · Die Behandlung führte zu einer Verbesserung des zerebralen Blutflusses im präfrontalen Kortex, was als Reflektion der verbesserten Funktion dieser Region interpretiert wurde.
  • · Orale Dysästhesie (OD) und chronische muskuloskelettale Schmerzen können als chronische Überlappungsschmerzerkrankungen (COPCs) gemeinsam auftreten und sind oft therapierefraktär; ADHS wurde bislang nicht als Komorbidität von OD beschrieben.
  • · Atomoxetin (ADHS-Medikament, Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer) kombiniert mit Pramipexol (Dopaminagonist) verbesserte neben ADHS-Symptomen auch kognitive Funktionen sowie die sozialen Beziehungen des Patienten.
Beobachtungsstudie ADHS 2023 adhd executive function working memory

Characteristics of Sluggish Cognitive Tempo among adults with ADHD: objective neurocognitive measures align with self-report of executive function

Krone, B.; Adler, L.; Anbarasan, Deepti; Leon, Terry L. et al. · Frontiers in Child and Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Observationsstudie zu SCT-Charakteristika bei ADHS-Erwachsenen mittels objektiver neuropsychologischer Tests. SCT zeigt eigenständiges kognitives Profil und ist durch ADHS-Instrumente nicht vollständig erfassbar.

  • · SCT (Sluggish Cognitive Tempo) bei Erwachsenen mit ADHS ist charakterisiert durch kognitive Hypoarousal, erhöhte Schläfrigkeit, mentale Vernebelung und Arbeitsgedächtnisdefizite.
  • · Objektive neuropsychologische Tests differenzieren SCT von ADHS-Kernsymptomen; SCT ist als eigenständiges Syndrom zu werten.
  • · SCT und ADHS ko-okkurrieren häufig, haben aber distinkte kognitive Profile und möglicherweise unterschiedliche neurobiologische Grundlagen.
Beobachtungsstudie ADHS 2023 prefrontal cortex noradrenergic system dopaminergic pathways

Characterization of Viloxazine Effects on Cortical Serotonin Neurotransmission at Doses Relevant for ADHD Treatment

Garcia-Olivares, J.; Yegla, Brittney; Earnest, Jami; Maletic, Vladimir et al. · CNS Spectrums

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Präklinische Studie charakterisiert serotoninerge Effekte von Viloxazin bei ADHS-relevanten Konzentrationen. Viloxazin erhöht kortikales Serotonin durch 5-HT2C-Agonismus und 5-HT7-Antagonismus, unabhängig von SERT-Hemmung. Dreifacher Wirkmechanismus: NE, DA und 5-HT.

  • · Viloxazin hat bei klinisch relevanten Konzentrationen Affinität für NET (Ki=0,14 μM), 5-HT2C (Ki=0,84 μM) und 5-HT7 (Ki=1,90 μM) Rezeptoren.
  • · Viloxazin wirkt als 5-HT2C-Agonist (Gq-Protein-Signalweg) und 5-HT7-Antagonist bei therapeutisch relevanten Konzentrationen.
  • · Mikrodialyse zeigt signifikant erhöhte 5-HT-Spiegel im PFC bei therapeutisch relevanten ISF-Konzentrationen.
  • · Viloxazin hat vernachlässigbare Aktivität am SERT und 5-HT2A bei therapeutischen Konzentrationen.
Andere verwandt 2023 dopaminergic pathways

Cocaine induces locomotor sensitization through a dopamine-dependent VTA-mPFC-FrA cortico-cortical pathway in male mice

Wang, Lun; Gao, Min; Wang, Qinglong; Sun, Liyuan et al. · Nature Communications

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Tierexperiment zeigt, dass Kokain den frontalen Assoziationskortex bei wachen Mäusen supprimiert und Lokomotivsensibilisierung über einen dopaminabhängigen VTA-vmPFC-FrA-Pathway induziert. Kein direkter ADHS-Bezug.

  • · Kokain supprimiert den frontalen Assoziationskortex (FrA) und induziert Lokomotivsensibilisierung über einen dopaminabhängigen VTA-vmPFC-FrA-Schaltkreis.
  • · Dopaminabhängige VTA-PFC-Projektion ist entscheidend für kokaininduzierte Verhaltensänderungen.
  • · Befunde sind relevant für das Verständnis dopaminerger Dysregulation bei Sucht und verwandten Störungen.
Review ADHS 2023 cerebellum

Cognitive-Affective Functions of the Cerebellum.

Rudolph, Stephanie; Badura, Aleksandra; Lutzu, Stefano; Pathak, Salil Saurav et al. · The Journal of neuroscience : the official journal of the Society for Neuroscience

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Dieses Mini-Symposium-Review beleuchtet die über die Motorik hinausgehenden kognitiv-affektiven Funktionen des Kleinhirns und seine Rolle bei neurodevelopmentalen Störungen einschließlich ADHS. Die Autoren diskutieren neue Erkenntnisse zur Kleinhirnfunktion in affektiver, kognitiver, autonomer und sozialer Verarbeitung und ordnen das Kleinhirn als bedeutsamen Akteur im limbischen Netzwerk ein. Cerebelläre Dysfunktion wird als relevante neurobiologische Grundlage für ADHS-Symptome diskutiert.

  • · Das Kleinhirn spielt über seine traditionelle motorische Funktion hinaus eine wesentliche Rolle in kognitiven, emotionalen und Belohnungsprozessen und interagiert dabei eng mit limbischen Hirnregionen.
  • · Störungen in der Kleinhirnentwicklung und -funktion sind mit neuropsychiatrischen und neurodevelopmentalen Erkrankungen assoziiert, darunter ADHS und Autismus-Spektrum-Störung.
  • · Das Kleinhirn moduliert über Verbindungen zur Amygdala, zum präfrontalen Kortex und weiteren limbischen Strukturen emotionale und motivationale Zustände sowie autonome Funktionen.
  • · Neuere Forschungsergebnisse zeigen, dass das Kleinhirn an sozialer Verarbeitung beteiligt ist und cerebelläre Dysfunktion zu neuropsychiatrischen Symptomen führen kann, die weit über motorische Defizite hinausgehen.
  • · Die Autoren betonen die Notwendigkeit, cerebelläre Schaltkreismechanismen umfassend zu kartieren, um komplexe Interaktionen zwischen Kleinhirn und anderen Hirnregionen bei Gesundheit und Krankheit zu verstehen.
Systematic Review ADHS 2023 physical exercise

Comparative effectiveness of various physical exercise interventions on executive functions and related symptoms in children and adolescents with attention deficit hyperactivity disorder: A systematic review and network meta-analysis.

Zhu, Feilong; Zhu, Xiaotong; Bi, Xiaoyu; Kuang, Dongqing et al. · Frontiers in public health

Zusammenfassung & 7 Kernbefunde

Diese Netzwerk-Metaanalyse (44 Studien, 1.757 Teilnehmer) vergleicht verschiedene Sportarten hinsichtlich ihrer Wirkung auf exekutive Funktionen und ADHS-Symptome bei Kindern und Jugendlichen. Open-Skill-Aktivitäten (dynamische, fremdgetaktete Sportarten) sind am effektivsten für die Gesamtverbesserung exekutiver Funktionen und Inhibitionskontrolle, während aerobe Closed-Skill-Aktivitäten ADHS-Kernsymptome (Hyperaktivität, Unaufmerksamkeit) am stärksten reduzieren. Die Befunde unterstützen Bewegung als wichtige nichtpharmakologische Strategie bei ADHS.

  • · Alle untersuchten Sportarten verbesserten exekutive Funktionen bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS signifikant (SMD = 1,15; 95% KI: 0,83–1,46).
  • · Open-Skill-Aktivitäten (z. B. Mannschaftssportarten in dynamisch wechselnder Umgebung) erzielten die stärksten Gesamteffekte auf exekutive Funktionen (SUCRA = 98,0%, SMD = 1,96) und insbesondere auf die Inhibitionskontrolle (SUCRA = 99,1%, SMD = 1,94).
  • · Geschlossene Sportarten mit aerobem Schwerpunkt zeigten die höchste Wahrscheinlichkeit, das Arbeitsgedächtnis zu verbessern (SUCRA = 75,9%, SMD = 1,21), wobei das Konfidenzintervall die Null einschloss.
  • · Multikomponenten-Sportprogramme (kombinierte Trainingsformen) hatten die höchste Wahrscheinlichkeit für die Verbesserung kognitiver Flexibilität (SUCRA = 70,3%, SMD = 1,44), jedoch mit breitem Konfidenzintervall.
  • · Aerobe Closed-Skill-Aktivitäten waren am wirksamsten zur Reduktion von Hyperaktivität/Impulsivität (SUCRA = 72,5%, SMD = –1,60) und Unaufmerksamkeit (SUCRA = 96,3%, SMD = –1,51) als ADHS-Kernsymptome.
Meta-Analyse ADHS 2023 cognitive training

Computerized cognitive training in attention-deficit/hyperactivity disorder (ADHD): a meta-analysis of randomized controlled trials with blinded and objective outcomes.

Westwood, Samuel J; Parlatini, Valeria; Rubia, Katya; Cortese, Samuele et al. · Molecular psychiatry

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Meta-Analyse von 36 RCTs untersuchte die Wirksamkeit von computerisiertem kognitivem Training (CCT) bei ADHS. In verblindeten Messungen zeigte CCT keinen relevanten Effekt auf ADHS-Kernsymptome, verbesserte aber konsistent das Arbeitsgedächtnis. Klinische Effekte auf Unaufmerksamkeit waren klein und überwiegend auf das Trainingsumfeld beschränkt.

  • · Computerisiertes kognitives Training (CCT) zeigte in verblindeten Messungen keinen signifikanten Effekt auf die ADHS-Gesamtsymptomatik (SMD = 0,12) oder Hyperaktivität/Impulsivität (SMD = 0,12).
  • · CCT führte zu einem kleinen, aber signifikanten Rückgang der Unaufmerksamkeitssymptome (SMD = 0,17), der bei Messung im Trainingsumfeld auf SMD = 0,40 anstieg und damit auf einen setting-spezifischen Effekt hindeutet.
  • · CCT verbesserte das Arbeitsgedächtnis signifikant – sowohl verbal (SMD = 0,38) als auch visuell-räumlich (SMD = 0,49) –, hatte jedoch keinen Effekt auf andere neuropsychologische Funktionen wie Aufmerksamkeit oder Inhibition.
  • · Akademische Outcomes (Lesen, Rechnen) wurden durch CCT unmittelbar nach der Intervention nicht verbessert; für verbales Arbeitsgedächtnis und Leseverständnis zeigten sich jedoch positive Langzeiteffekte nach ca. 6 Monaten.
  • · Multi-Prozess-Training war dem reinen Arbeitsgedächtnistraining in keinem Outcome überlegen; 17 der 36 eingeschlossenen RCTs untersuchten spezifisch Arbeitsgedächtnistraining.
Andere ADHS 2023 lisdexamfetamine

Cost-effectiveness and budget impact analysis of lisdexamfetamine versus methylphenidate for patients under 18 with attention-deficit/hyperactivity disorder in Iran

Tajik, Amir-Hossein; Nikfar, S.; Elyasi, S.; Rajabi, Omid et al. · Child and Adolescent Psychiatry and Mental Health

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese iranische Studie vergleicht die Kosteneffektivität von Lisdexamfetamin (LDX) und Methylphenidat (MPH) als Erstlinientherapie bei ADHS-Patienten unter 18 Jahren mittels einer 1-Jahres-Kosten-Effektivitäts-Analyse und einer 5-Jahres-Budgetfolgenanalyse. LDX zeigte trotz höherer Gesamtkosten eine überlegene Wirksamkeit (mehr gewonnene QALYs, bessere Symptomsreduktion), mit einem ICER von 264,28 USD weit unterhalb des nationalen Schwellenwerts. Aus gesellschaftlicher Perspektive ist LDX im Iran kosteneffektiv, bedeutet jedoch eine zusätzliche Budgetbelastung.

  • · Lisdexamfetamin (LDX) ist im Vergleich zu Methylphenidat (MPH) kosteneffektiv für ADHS-Patienten unter 18 Jahren im Iran, mit einem ICER von 264,28 USD pro QALY – deutlich unterhalb des Schwellenwerts von 2.450 USD pro QALY.
  • · Die probabilistische Sensitivitätsanalyse ergab eine Wahrscheinlichkeit von 99,4 %, dass LDX gegenüber MPH kosteneffektiv ist, was auf eine hohe Robustheit des Modells hinweist.
  • · Der inkrementelle Nutzen von LDX gegenüber MPH betrug 0,208 Einheiten Symptomverbesserung sowie 0,765 gewonnene qualitätsbereinigte Lebensjahre (QALYs) bei einem zusätzlichen Kosteneinsatz von 54,90 USD.
  • · Die Aufnahme von LDX in das iranische Gesundheitssystem würde im ersten Jahr eine zusätzliche Budgetbelastung von ca. 11.154 USD bedeuten; bis 2027 wird ein kumulativer Mehraufwand von ca. 71.154 USD über fünf Jahre projiziert.
  • · Die deterministische Sensitivitätsanalyse zeigte, dass der Anschaffungspreis von LDX der entscheidende Parameter für die Modellsensitivität ist – Preissenkungen würden die Kosteneffektivität weiter verbessern.
Beobachtungsstudie ADHS 2023 default mode network

Default mode network connectivity and social dysfunction in children with Attention Deficit/Hyperactivity Disorder.

Fateh, Ahmed Ameen; Huang, Wenxian; Hassan, Muhammad; Zhuang, Yijiang et al. · International journal of clinical and health psychology : IJCHP

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Querschnittsstudie untersuchte mittels Resting-state fMRT die dynamische funktionelle Konnektivität (dFC) des Default Mode Network (DMN) bei 40 männlichen Kindern mit ADHS (7–10 Jahre) im Vergleich zu 45 gesunden Kontrollen. ADHS-Patienten zeigten reduzierte Konnektivität im MTL-Subsystem (PHC–linker superiorer Frontallappen; vMPFC–rechter mittlerer Frontallappen) sowie im Midline-Core (PCC–aMPFC–rechter Gyrus angularis). Diese DMN-Konnektivitätsstörungen korrelierten mit dem Ausmaß sozialer Dysfunktion der Patienten.

  • · Kinder mit ADHS zeigten im Vergleich zu gesunden Kontrollen eine reduzierte dynamische funktionelle Konnektivität (dFC) zwischen dem parahippokampalen Kortex (PHC) und dem linken superioren Frontallappen sowie zwischen dem ventromedialen präfrontalen Kortex (vMPFC) und dem rechten mittleren Frontallappen (MTL-Subsystem des DMN).
  • · Im Midline-Core des Default Mode Network wiesen ADHS-Patienten eine verminderte Konnektivität zwischen dem posterioren zingulären Kortex (PCC), dem anterioren medialen präfrontalen Kortex (aMPFC) und dem rechten Gyrus angularis auf.
  • · Soziale Dysfunktion bei ADHS war mit reduzierter Konnektivität im MTL-Subsystem und im Midline-Core des DMN assoziiert, nicht jedoch mit Veränderungen im dorsalen medialen präfrontalen Kortex (dMPFC)-Subsystem.
  • · Die Studie liefert Hinweise, dass DMN-Konnektivitätsstörungen neurobiologisch zur sozialen Dysfunktion bei ADHS beitragen könnten, wobei die Kausalrichtung aus dieser Querschnittsstudie nicht ableitbar ist.
  • · Resting-state fMRT wurde an 40 männlichen Kindern mit ADHS (7–10 Jahre) und 45 gesunden Kontrollen durchgeführt; die Stichprobe ist damit klein und geschlechtshomogen, was die Generalisierbarkeit einschränkt.
RCT ADHS 2023 cognitive training

Digital Cognitive Training for Children with Attention Deficit Hyperactivity Disorder.

Ponomarev, Roman; Sklyar, Sergey; Krasilnikova, Varvara; Savina, Tamara · Journal of psycholinguistic research

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese randomisierte Pilotstudie untersuchte die Wirksamkeit eines digitalen, DBT-basierten Achtsamkeitstrainings bei 90 Kindern (8–10 Jahre) mit ADHS-Diagnose. Direkt nach dem Training waren keine signifikanten Gruppenunterschiede bei Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität/Impulsivität feststellbar, jedoch zeigte sich einen Monat nach Programmende eine signifikante Verbesserung bei Unaufmerksamkeit, exekutiven Funktionen, Lernproblemen, Aggression und Peer-Beziehungen. Hyperaktivität verbesserte sich als einziges Merkmal sowohl post-test als auch im Follow-up.

  • · Ein DBT-basiertes digitales kognitives Achtsamkeitstraining zeigte bei Kindern mit ADHS (8–10 Jahre, n=90) bereits einen Monat nach Programmende signifikante Verbesserungen bei Unaufmerksamkeit, exekutiven Funktionen, Lernproblemen, Aggression und Peer-Beziehungen.
  • · Hyperaktivität war die einzige Variable, die sowohl unmittelbar nach dem Training als auch im Follow-up (ein Monat später) signifikant reduziert war; die übrigen Symptome zeigten direkt nach dem Test noch keine statistisch signifikante Verbesserung.
  • · Unmittelbar nach dem Training (post-test) zeigten sich laut ANCOVA keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen Experimental- und Kontrollgruppe bei Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität/Impulsivität, was auf einen verzögerten Trainingseffekt hinweist.
  • · Das Programm kombiniert digitales kognitives Training mit Mindfulness-Elementen aus der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT) und adressiert damit sowohl Aufmerksamkeits- als auch Selbstregulationsprozesse bei ADHS.
  • · Die Pilotstudie hatte eine Stichprobengröße von 90 Kindern (je n=45 in Experimental- und Kontrollgruppe) mit einer Messung vor dem Training, unmittelbar danach und einen Monat nach Abschluss; die Studiengröße und der Pilotstatus begrenzen die Generalisierbarkeit.
Beobachtungsstudie ADHS 2023 adhd attention methylphenidate

Does the coexistence of attention deficit hyperactivity disorder and sluggish cognitive tempo affect the treatment response in children?

Yektaş, Çiğdem; Tufan, Ali Evren; Karakaya, Elif Sümeyra Kaplan; Yazıcı, Merve et al. · Journal of Clinical Psychiatry

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Retrospektive Untersuchung zu Methylphenidat-Ansprechen bei Kindern mit ADHS+SCT vs. reinem ADHS. Kinder mit komorbidem SCT zeigen stärkere Unaufmerksamkeit und geringeres Symptomansprechen unter Methylphenidat; Behandlungsdauer ist einziger Prädiktor des Therapieerfolgs in der SCT+ADHS-Gruppe.

  • · Kinder mit SCT+ADHS wurden von Eltern als signifikant unaufmerksamer bewertet als Kinder mit reinem ADHS; Lehrer bewerteten die ADHS-Gruppe als hyperaktiver/impulsiver (p<0,01).
  • · Nach Methylphenidat-Behandlung blieb die Elternbewertung der Unaufmerksamkeit in der SCT+ADHS-Gruppe signifikant höher als in der ADHS-Gruppe; Hyperaktivität/Impulsivität verbesserte sich im ADHS-Arm stärker.
  • · Einziger signifikanter Prädiktor des Behandlungserfolgs in der SCT+ADHS-Gruppe war die Behandlungsdauer (p=0,012); kurze Behandlungsverläufe reichen möglicherweise nicht aus.
  • · SCT-Symptome (Tagträumen, Trägheit, mentale Verschnebelung) ko-existieren häufig mit ADHS, beeinflussen das klinische Bild aber spezifisch: andere Symptomausprägung und unterschiedliches Ansprechen auf Methylphenidat.
Meta-Analyse ADHS 2023 cbt adhd

Effectiveness of cognitive behavioural-based interventions for adults with attention-deficit/hyperactivity disorder extends beyond core symptoms: A meta-analysis of randomized controlled trials.

Liu, Chun-I; Hua, Mao-Hsiu; Lu, Mong-Liang; Goh, Kah Kheng · Psychology and psychotherapy

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Meta-Analyse von 28 RCTs untersucht die Wirksamkeit von CBT bei Erwachsenen mit ADHS. CBT reduziert nachweislich sowohl Kernsymptome als auch emotionale Symptome wie Depression und Angst, wobei die emotionale Verbesserung durch die Kernsymptomreduktion mediiert wird. Traditionelle CBT zeigte gegenüber anderen CBT-Varianten Vorteile bei der Reduktion emotionaler Symptome.

  • · CBT ist bei Erwachsenen mit ADHS wirksam in der Reduktion sowohl der Kernsymptome als auch der emotionalen Symptome, wie diese Meta-Analyse von 28 RCTs zeigt.
  • · Depressionen und Angststörungen nahmen als Folge der Reduktion der ADHS-Kernsymptome durch CBT ab, was auf einen mediierenden Effekt hindeutet.
  • · Sowohl Einzel- als auch Gruppentherapie führten zu signifikant stärkerer Symptomreduktion als aktive Kontrollinterventionen, Treatment as usual oder Warteliste.
  • · Traditionelle CBT war bei der Reduktion emotionaler Symptome anderen CBT-Ansätzen überlegen, während alle Ansätze bei Kernsymptomen gleich wirksam waren.
  • · CBT bei Erwachsenen mit ADHS verbesserte auch Selbstwertgefühl und Lebensqualität über die Kernsymptomreduktion hinaus.
Beobachtungsstudie ADHS 2023 adhd noradrenergic system other

Effects of Viloxazine ER (Qelbree®) on Weight and Height Trajectories: Interim Results From a Long-term, Open-Label Extension Trial in Pediatric ADHD

Nasser, Azmi; Hull, Joseph T.; Earnest, Jami; Koch, Jennifer et al. · CNS Spectrums

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Sicherheitsanalyse zu Wachstums- und Gewichtseffekten von Viloxazin ER bei pädiatrischem ADHS (N=1097, bis 12 Monate OLE). Kein klinisch bedeutsames Wachstumsretardierungssignal; z-Scores im Normalbereich. Verminderter Appetit häufigste gewichtsbezogene Nebenwirkung.

  • · Viloxazin ER zeigte keine klinisch bedeutsame Beeinträchtigung von Körpergröße oder Gewicht über bis zu 12 Monate (z-Scores blieben im Normalbereich).
  • · Mittlere Veränderung im Gewicht-für-Alter-z-Score: -0,2 (SD=0,5) und Größe-für-Alter-z-Score: -0,14 (SD=1,1) nach 12 Monaten.
  • · Häufigste gewichtsbezogene Nebenwirkungen in DB-Studien: verminderter Appetit (8,1% vs. 0,8% Placebo).
  • · Kein Wachstumsretardierungssignal bei Viloxazin ER im Gegensatz zu Stimulanzien und Atomoxetin.
Meta-Analyse ADHS 2023 adhd executive function working memory

Efficacy of non-pharmacological interventions on executive functions in children and adolescents with ADHD: A systematic review and meta-analysis.

Qiu, Hui; Liang, Xiao; Wang, Peng; Zhang, Hui et al. · Asian journal of psychiatry

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Systematisches Review und Metaanalyse zur Wirksamkeit nicht-pharmakologischer Interventionen auf exekutive Funktionen bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS. Kognitives Training, Neurofeedback, Bewegung und Achtsamkeit zeigen signifikante Effekte.

  • · Nicht-pharmakologische Interventionen (kognitives Training, Neurofeedback, physische Übungen, Achtsamkeit) zeigen signifikante Effekte auf exekutive Funktionen bei Kindern mit ADHS (Metaanalyse).
  • · Kognitives Training hat die stärksten Effekte auf Arbeitsgedächtnis; Neurofeedback wirkt auf Inhibitionskontrolle.
  • · Pharmakologische Behandlung allein verbessert exekutive Funktionen nur begrenzt; Kombination mit nicht-pharmakologischen Interventionen empfohlen.
  • · Physische Übungen zeigen moderate Effekte auf Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis bei ADHS-Kindern.
Beobachtungsstudie ADHS 2023 adhd noradrenergic system other

Evaluating the Impact of Caffeine on the Incidence of Adverse Events During Treatment with Viloxazine Extended-Release (Qelbree®) in Adults with ADHD

Nasser, Azmi; Goméni, Roberto; Hull, Joseph T.; Maldonado-Cruz, Zulane et al. · CNS Spectrums

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Post-hoc Analyse zu Koffein-Interaktion mit Viloxazin ER bei ADHS-Erwachsenen (N=372). Kein direkter Dosiseffekt von Viloxazin auf Koffeinkonsum; Koffein moderiert jedoch spezifische Nebenwirkungswahrscheinlichkeit. CYP1A2-Hemmung durch Viloxazin klinisch relevant bei hohem Koffeinkonsum.

  • · Viloxazin ER-Dosis und Koffeinkonsum bei ADHS-Erwachsenen zeigten keine signifikante Korrelation (p=0,73).
  • · ~85% der Studienprobanden berichteten Koffeinkonsum; mittlerer Verbrauch 1034 mg/Woche (Placebo) vs. 859 mg/Woche (Viloxazin ER).
  • · Koffeinkonsum moderierte die Wahrscheinlichkeit koffein-assoziierter Nebenwirkungen (Insomnie, Fatigue, Übelkeit, Kopfschmerzen) unter Viloxazin ER.
  • · Viloxazin ER hemmt CYP1A2, was theoretisch Koffein-AUC 5-fach erhöhen kann; klinische Auswirkungen im Alltag jedoch begrenzt.
Beobachtungsstudie ADHS 2023 adhd executive function attention

Executive Functions Contribute to the Differences Between ADHD and Sluggish Cognitive Tempo (SCT) in Adults

Godoy, Victor Polignano; Serpa, Alexandre O; Fonseca, R.; Malloy-Diniz, L. · Journal of Attention Disorders

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Querschnittsstudie mit 446 brasilianischen Erwachsenen untersucht den Beitrag exekutiver Dysfunktionen zur Differenzierung von ADHS-Dimensionen und Sluggish Cognitive Tempo. Exekutive Dysfunktionen erklären beide Konstrukte, zeigen aber unterschiedliche Profile.

  • · Exekutive Dysfunktionen erklären signifikante Varianz sowohl bei ADHS-Symptomen als auch bei Sluggish Cognitive Tempo (SCT) in einer Erwachsenenstichprobe (N=446).
  • · ADHS-Unaufmerksamkeit und SCT sind phänomenologisch überlappend, zeigen aber unterschiedliche Assoziationen mit exekutiven Funktionen.
  • · Arbeitsgedächtnis und Inhibitionskontrolle differenzieren am stärksten zwischen ADHS-Hyperaktivität/Impulsivität und ADHS-Unaufmerksamkeit.
Review verwandt 2023 hippocampus

Exploring the Role of Neuroplasticity in Development, Aging, and Neurodegeneration

Marzola, Patrícia Emanuella Ramos; Melzer, Thayza Martins; Pavesi, Eloísa; Gil‐Mohapel, Joana et al. · Brain Sciences

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Breite Übersichtsarbeit zur Neuroplastizität im Kontext von Entwicklung, Alterung und neurodegeneration. Allgemeiner Review ohne ADHS-Fokus, aber grundlegende Konzepte sind für ADHS-Neurobiologie relevant.

  • · Neuroplastizität umfasst synaptische Stärke, Synaptogenese, neuronale Strukturveränderungen und Neurogenese als Mechanismen der Gehirnadaptation.
  • · Neuroplastizität spielt eine wichtige Rolle bei Entwicklung, Lernen, Gedächtnis und Erholung von Hirnverletzungen.
  • · Beeinträchtigte Neuroplastizität ist in neurodegenerativen und psychiatrischen Erkrankungen involviert, einschließlich ADHS.
Beobachtungsstudie ADHS 2023 adhd noradrenergic system attention

Extended-Release Viloxazine Compared with Atomoxetine for Attention Deficit Hyperactivity Disorder

Price, Maxwell Zachary; Price, Richard L. · CNS Drugs

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Klinische Beobachtungsstudie zu Viloxazin ER bei ADHS-Patienten, die unzureichend auf Atomoxetin angesprochen haben. Viloxazin ER zeigt rasche Wirksamkeit und bessere Tolerabilität als Atomoxetin.

  • · Pädiatrische und erwachsene ADHS-Patienten mit suboptimalem Atomoxetin-Ansprechen zeigen schnelle Verbesserung unter Extended-Release Viloxazin bei Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität/Impulsivität.
  • · Viloxazin ER zeigt bessere Verträglichkeit als Atomoxetin bei Patienten, die auf Atomoxetin nicht ausreichend angesprochen haben.
Andere verwandt 2023 basal ganglia

Feasibility of dopamine as a vector-valued feedback signal in the basal ganglia

Wärnberg, Emil; Kumar, Arvind · Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Theoretisches Simulationsmodell zur Frage, ob Dopamin als vektorwertiges Feedbacksignal im Striatum bei kontinuierlichen Aufgaben funktionieren kann. Computationale Neurowissenschaft ohne direkten klinischen ADHS-Bezug.

  • · Dopaminerge Zellkörper kodieren mehrdimensionale Aktivitätsmuster; diese könnten als vektorwertiges Feedback im Striatum fungieren.
  • · Simulationsmodell zeigt, dass multidimensionale Dopaminaktivität die Aktionsauswahl im Striatum bei kontinuierlichen Aufgaben verbessert.
  • · Theorie ist relevant für das Verständnis von dopaminerger Signalgebung bei Lernen und motorischer Kontrolle.
Beobachtungsstudie ADHS 2023 adhd emotion regulation executive function

Frustration Response and Regulation Among Irritable Children: Contributions of Chronic Irritability, Internalizing, and Externalizing Symptoms

Derella, Olivia J.; Butler, Emilie J; Seymour, Karen E; Burke, Jeffrey D · Journal of Clinical Child & Adolescent Psychology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Observationsstudie zur Frustrationsregulation bei Kindern mit chronischer Irritabilität. Zeigt, dass Frustrationstoleranz und kognitive Kontrolle distinct sind und unabhängige Beiträge zu CI leisten, mit Implikationen für ADHS-Komorbidität.

  • · Chronische Irritabilität (CI) bei Kindern ist mit beeinträchtigter Frustrationsregulation und kognitiver Kontrolle assoziiert, über komorbide Symptome hinaus.
  • · Frustrationserholung (nicht nur reaktivität) differenziert CI-Kinder von Kontrollen; exekutive Funktionen moderieren diese Assoziation.
  • · CI und ADHS teilen Defizite in emotionaler Regulierung und exekutiven Funktionen, zeigen aber unterschiedliche Profile.
Beobachtungsstudie ADHS 2023 cerebellum

Functional dysconnectivity of cerebellum and attention networks in emotional dysregulation shared between attention deficit hyperactivity disorder and major depressive disorder: a multimodal imaging study.

Wu, Shun-Chin J; Hsu, Ju-Wei; Huang, Kai-Lin; Bai, Ya-Mei et al. · CNS spectrums

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese multimodale Bildgebungsstudie untersuchte 43 Jugendliche mit emotionaler Dysregulation (ED) bei ADHS oder MDD sowie 29 gesunde Kontrollen. Patienten mit ED zeigten erhöhte Konnektivität zwischen Kleinhirn (Vermis VI) und Gyrus supramarginalis sowie reduziertes Graue-Substanz-Volumen im SMG. Die Ergebnisse legen nahe, dass ADHS und MDD gemeinsame zerebelläre und aufmerksamkeitsbezogene neuronale Netzwerke für die emotionale Dysregulation teilen.

  • · Jugendliche mit emotionaler Dysregulation bei ADHS und MDD zeigten im Vergleich zu gesunden Kontrollen eine erhöhte ruhezustandliche funktionelle Konnektivität zwischen Kleinhirn (Vermis VI) und dem Gyrus supramarginalis (SMG), einem Knotenpunkt der Aufmerksamkeitsnetzwerke.
  • · Eine verringerte funktionelle Konnektivität zwischen dem rechten supplementär-motorischen Areal und dem rechten lateralen Parietallappen wurde bei Patienten mit emotionaler Dysregulation gefunden, was auf Störungen im sensomotorisch-parieto-frontalen Netzwerk hinweist.
  • · Das Graue-Substanz-Volumen im Gyrus supramarginalis war bei Patienten mit emotionaler Dysregulation signifikant reduziert; diese Reduktion korrelierte mit Scores für emotionale Dysregulation und depressive Symptome.
  • · Die funktionelle Konnektivität zwischen Kleinhirn und Aufmerksamkeitsnetzwerken korrelierte signifikant mit klinischen Bewertungsskalenwerten für alle Patienten mit emotionaler Dysregulation, unabhängig davon, ob ADHS oder MDD vorlag.
  • · Das Kleinhirn, insbesondere der Vermis VI, und die Aufmerksamkeitsnetzwerke scheinen eine zentrale Rolle in der Pathophysiologie emotionaler Dysregulation sowohl bei ADHS als auch bei MDD im Jugendalter zu spielen, was auf gemeinsam genutzte neuronale Substrate hindeutet.
Beobachtungsstudie ADHS 2023 default mode network adhd adults cerebellum

Gender Differences in Dynamic Functional Network Connectivity in Pediatric and Adult Patients with Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder.

Elijah, Agoalikum; Benjamin, Klugah-Brown; Hongzhou, Wu; Junlin, Jing et al. · Brain connectivity

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Untersuchung geschlechtsspezifischer Unterschiede in der dynamischen funktionellen Netzwerkkonnektivität bei pädiatrischen und erwachsenen ADHS-Patienten mittels rs-fMRT. Weibliche Patientinnen zeigen höhere Persistenzraten und distinkte Konnektivitätsmuster.

  • · Weibliche ADHS-Patientinnen zeigen stärkere Persistenz ins Erwachsenenalter (60%) als männliche (35%), assoziiert mit geschlechtsspezifischen Unterschieden in der dynamischen funktionellen Netzwerkkonnektivität.
  • · Pädiatrische und erwachsene ADHS-Patienten zeigen unterschiedliche Muster der Netzwerkdynamik im Resting-State-fMRT, mit geschlechtsspezifischen Ausprägungen.
  • · Das Default Mode Network zeigt bei weiblichen ADHS-Patientinnen veränderte dynamische Konnektivitätsmuster im Vergleich zu männlichen Patienten.
Andere ADHS 2023 adhd overview

Growing off-Label Neuro-Cognitive Uses for Guanfacine? An Informal Review of Publications from 2022 with Discussion about Two Clinical Trials Scheduled to Conclude in 2023–2024

Woolley, Brittany · Issues in Mental Health Nursing

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Informeller Überblick zu wachsenden neurokognitiven Off-Label-Verwendungen von Guanfacin (alpha-2a-Agonist). Guanfacin zeigt klinischen Nutzen bei ADHS, PTBS, Tourette, Sucht und Schlafstörungen über PFC-Modulation.

  • · Guanfacin (alpha-2a-Agonist) zeigt wachsende Off-Label-Wirksamkeit bei neuropsychiatrischen Störungen über ADHS hinaus (PTBS, Tourette, Sucht, Schlafstörungen).
  • · Kognitive Verbesserungen durch Guanfacin sind über präfrontale alpha-2a-Rezeptormodulation vermittelt.
  • · Langzeitformulierung (ER) wurde 2009 für pädiatrisches ADHS zugelassen; das Wirkspektrum erweitert sich.
Andere verwandt 2023 amygdala

Growth Hormone Action in Somatostatin Neurons Regulates Anxiety and Fear Memory

Santos, Willian O. dos; Juliano, Vitor A. L.; Chaves, Fernanda M; Vieira, H. R. et al. · The Journal of Neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Tierexperiment zur Rolle von Wachstumshormon-Rezeptor-Signaling in Somatostatin-Neuronen der Amygdala bei Angst und Furchtgedächtnis. Kein direkter ADHS-Bezug.

  • · GH-Rezeptor-Signaling in Somatostatin-exprimierenden Neuronen der Amygdala reguliert Angst und Furchtgedächtnis.
  • · SSTΔGHR-Mäuse zeigen keine Angstverhaltensänderungen, aber gestörte Furchtgedächtnisbildung.
  • · 60% der Somatostatin-Neuronen in der erweiterten Amygdala reagieren direkt auf Wachstumshormon.
Beobachtungsstudie ADHS 2023 guanfacine

Guanfacine for the Treatment of Attention-Deficit Hyperactivity Disorder: An Updated Systematic Review and Meta-Analysis.

Yu, Sijie; Shen, Sihao; Tao, Ming · Journal of child and adolescent psychopharmacology

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese qualitative Studie analysierte Reddit-Posts aus dem r/ADHD-Forum zum Thema ADHS-Medikamentenengpass in den USA (2021–2024) anhand der Stress-Bewältigungs-Theorie nach Lazarus und Folkman. Es wurden 16 Threads mit mehreren hundert Posts kodiert und thematisch ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass Betroffene sowohl adaptive als auch maladaptive Bewältigungsstrategien nutzten und unter erheblichem psychischen und kognitiven Leidensdruck standen.

  • · Patienten mit ADHS berichteten bei Medikamentenmangel von schwerwiegenden emotionalen und kognitiven Beeinträchtigungen, darunter erhöhte Angst, Depression, Suizidgedanken und kognitive Beeinträchtigungen ('Brain Fog'), die die Arbeitsfähigkeit und das Sozialleben stark einschränkten.
  • · Betroffene berichteten von einer paradoxen Falle: Der Medikamentenmangel beeinträchtigte genau die exekutiven Funktionen, die zur aktiven Suche nach Ersatzmedikation notwendig sind, was zu einem 'Teufelskreis' führte.
  • · Adaptive Bewältigungsstrategien umfassten dosisreduziertes Einsparen von Medikamenten, Gemeinschaftssupport auf Reddit sowie Navigation durch bürokratische Hürden; maladaptive Strategien beinhalteten unsupervisierten Medikamentenwechsel, Koffein- und Nikotinkonsum sowie den Erwerb von Medikamenten aus illegalen Quellen.
  • · Strukturelle Barrieren wie Versicherungsauflagen, Priorisierungspflicht für Generika und mangelnde Unterstützung durch Leistungserbringer wurden als wesentliche Hindernisse beim Zugang zu ADHS-Medikation während des Engpasses identifiziert.
  • · Die Analyse zeigt, dass soziale Medien (Reddit) als Echtzeit-Überwachungsinstrument für öffentliche Gesundheitsprobleme wie Medikamentenengpässe dienen können und wertvolle qualitative Daten liefern, die durch klinische Studien allein nicht erfasst werden.
Beobachtungsstudie ADHS 2023 nucleus accumbens

High-fat diet-induced dopaminergic dysregulation induces REM sleep fragmentation and ADHD-like behaviors.

Kang, Jiseung; Park, Mincheol; Oh, Chang-Myung; Kim, Tae · Psychiatry research

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Tierstudie untersuchte die Auswirkungen einer fettreichen Diät (HFD) auf das dopaminerge System und assoziierte Verhaltensdefizite bei männlichen Mäusen. HFD führte zu fragmentiertem REM-Schlaf, verminderter Wachheit sowie ADHS-ähnlichen Verhaltensphänotypen wie beeinträchtigter Gedächtnisleistung und Anhedonie. Ursächlich scheint eine HFD-induzierte Herunterregulation dopaminerger Gene (D1R, COMT, DAT) im Nucleus accumbens zu sein, die negativ mit REM-Schlafveränderungen korrelierte.

  • · Eine fettreiche Diät (HFD) bei männlichen Mäusen führte zu fragmentiertem REM-Schlaf und erhöhtem REM-Schlafanteil, begleitet von verringerter Wachheit.
  • · HFD-Mäuse zeigten ADHS-ähnliche Verhaltensphänotypen: beeinträchtigte visuospatiale Gedächtnisleistung, reduzierte Anhedonie (verminderte Saccharose-Präferenz) und veränderte Angst- und Depressionsindikatoren.
  • · Im Nucleus accumbens zeigten HFD-Mäuse signifikant reduzierte mRNA-Spiegel von D1-Rezeptor (D1R), Catechol-O-Methyltransferase (COMT) und Dopamintransporter (DAT).
  • · Die reduzierten Expressionslevel von D1R, COMT und DAT im Nucleus accumbens korrelierten negativ mit dem REM-Schlafanteil und der Anzahl der REM-Schlaf-Episoden, was auf einen direkten Zusammenhang zwischen dopaminerger Dysregulation und Schlaffragmentierung hinweist.
  • · Die Ergebnisse legen nahe, dass eine chronisch fettreiche Ernährung über eine dopaminerge Dysregulation im Nucleus accumbens sowohl Schlafstörungen als auch ADHS-ähnliche Verhaltensstörungen auslösen kann.
Review verwandt 2023 hippocampus

Hippocampal spatial view cells for memory and navigation, and their underlying connectivity in humans.

Rolls Edmund, T · Hippocampus

Zusammenfassung & 1 Kernbefunde

Review zu hippocampalen Spatial View Cells bei Primaten. Ortsrepräsentation und episodisches Gedächtnis. Grundlagenwissen.

  • · Hippocampale und parahippocampale Spatial View Cells bei Primaten kodieren allozentrische räumliche Orte.
Andere ADHS 2023 cerebellum

Identification of Attention-Deficit-Hyperactivity Disorder Subtypes Based on Structural MRI Grey Matter Volume and Phenotypic Information.

K, Usha Rupni; P, Aruna Priya · Current medical imaging

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Studie nutzte einen modifizierten Fuzzy-C-Means-Algorithmus zur Segmentierung grauer Substanz aus MRT-Daten des ADHS-200-Datensatzes, um ADHS-Subtypen zu identifizieren. ADHS-Unaufmerksam war mit reduziertem Volumen im präfrontalen Kortex assoziiert, ADHS-Hyperaktiv mit Verlusten im Kleinhirn. Phänotypische Faktoren wie Alter, Geschlecht und Medikationsstatus zeigten subtypspezifische Muster.

  • · ADHS-Unaufmerksam zeigte im Vergleich zu typisch entwickelten Kindern einen Verlust an grauer Substanz im präfrontalen Kortex, während ADHS-Hyperaktiv einen Verlust im Kleinhirn aufwies.
  • · Das Gesamtvolumen der grauen Substanz bei ADHS-Unaufmerksam-Kindern war durchschnittlich etwa 4 % geringer als bei ADHS-Kombiniert.
  • · Kinder, die den Übergang zur Adoleszenz durchlaufen, sind überwiegend vom ADHS-Unaufmerksam-Subtyp betroffen; Mädchen sind seltener vom hyperaktiven Subtyp betroffen.
  • · Das Gesamtvolumen der grauen Substanz war bei Kindern ohne Medikamentenerfahrung (nicht-naiv) geringer als bei medikamentennaiven Kindern, was auf einen möglichen Einfluss der Medikation auf die graue Substanz hindeutet.
  • · Die vorgeschlagene modifizierte Fuzzy-C-Means-Clustering-Methode zur Segmentierung der grauen Substanz aus MRT-Daten erzielte einen Dice-Similarity-Index von 95 %, was auf eine hohe Segmentierungsgenauigkeit hinweist.
Andere ADHS 2023 cerebellum

IL-4 shapes microglia-dependent pruning of the cerebellum during postnatal development.

Guedes, Joana R; Ferreira, Pedro A; Costa, Jéssica; Laranjo, Mariana et al. · Neuron

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Tierstudie (Mausmodell) zeigt, dass das Zytokin IL-4 während einer kritischen postnatalen Entwicklungsphase die mikroglia-abhängige Synapsenelimination (Pruning) im Kleinhirn reguliert. Erhöhte IL-4-Spiegel – etwa durch allergisches Asthma – stören dieses Pruning, führen zu dauerhaft mehr Kleinhirn-Körnerzellen und einem hyperkinetisch-impulsiven Phänotyp. Die Ergebnisse liefern einen ersten mechanistischen Erklärungsansatz für die klinisch beobachtete Komorbidität zwischen allergischen Erkrankungen und ADHS.

  • · Niedrige IL-4-Spiegel in der frühen postnatalen Phase definieren eine kritische Periode, in der Mikroglia Kleinhirn-Neuronen extensiv prunen; erhöhte IL-4-Spiegel durch periphere Injektion oder allergisches Asthma-Modell stören dieses Pruning.
  • · Erhöhtes IL-4 während der kritischen Entwicklungsphase führt zu defektem synaptischen Pruning, dauerhaft erhöhter Anzahl zerebellärer Körnerzellen und veränderten neuronalen Schaltkreisen.
  • · Mäuse mit erhöhten postnatalen IL-4-Spiegeln zeigen einen hyperkinetischen und impulsiven Phänotyp, der an ADHS erinnert, was einen möglichen neurobiologischen Mechanismus für die Komorbidität zwischen allergischen Erkrankungen und ADHS liefert.
  • · Die ADHS-ähnlichen Verhaltensauffälligkeiten wurden in Il4rα::Cx3cr1-CreER-Mäusen, die in der Mikroglia kein IL-4-Rezeptorsignal exprimieren, vollständig blockiert, was die mikroglia-abhängige Vermittlung des Effekts belegt.
  • · Das allergische Asthma-Mausmodell rekapituliert die Pruning-Defizite und den ADHS-ähnlichen Phänotyp, was eine kausale Verbindung zwischen peripherer Typ-2-Immunreaktion und zerebellärer Neuroentwicklung nahelegt.
Beobachtungsstudie ADHS 2023 parietal cortex

Impaired flexible reward learning is associated with blunted reinforcement sensitivity and attenuated learning and choice signals in ventral striatum and parietal cortex of ADHD patients

Aster, Hans-Christoph; Waltmann, M.; Busch, Anika; Romanos, M. et al.

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Die Studie untersuchte mittels fMRT und Reinforcement-Learning-Modellierung junge Erwachsene mit ADHS (n=17) und gematchte Kontrollen (n=17) während eines probabilistischen Umkehrlernparadigmas. ADHS-Patienten zeigten exzessives, feedbackunabhängiges Entscheidungswechseln ('Hyper-Flexibilität') sowie eine reduzierte Verstärkungssensitivität. Neurale Korrelate dieser Beeinträchtigung wurden im linken parietalen Kortex und marginal im ventralen Striatum identifiziert; die Befunde sind aufgrund der kleinen Stichprobe jedoch vorläufig.

  • · Erwachsene mit ADHS zeigten eine schlechtere Leistung beim probabilistischen Umkehrlernen, insbesondere in Phasen stabiler Belohnungskontingenzen, was auf exzessives Wechseln der Entscheidungen unabhängig vom Feedback zurückzuführen ist.
  • · Computational Modellierung ergab eine reduzierte Verstärkungssensitivität (reinforcement sensitivity) sowie erhöhte Lernraten für negatives Feedback bei ADHS-Patienten im Vergleich zu Kontrollpersonen.
  • · Im linken posterioren parietalen Kortex zeigte sich bei ADHS eine verminderte Repräsentation der Entscheidungswahrscheinlichkeit, was auf eine Beeinträchtigung des Aufmerksamkeits-Kontroll-Netzwerks hindeutet.
  • · Im linken ventralen Striatum fanden sich marginal reduzierte Lernsignale für nicht gewählte Optionen bei ADHS, was die gestörte Verarbeitung von Belohnungskontingenzen auf neuronaler Ebene widerspiegelt.
  • · Das beobachtete Muster wird als 'Hyper-Flexibilität' beschrieben: übermäßiges Wechseln der Entscheidungen, das je nach Lernumgebung sowohl nachteilig als auch vorteilhaft sein kann.
Andere ADHS 2023 desipramine

Impaired monoamine neural system in the mPFC of SHRSP/Ezo as an animal model of attention-deficit/hyperactivity disorder.

Suzuki, Naoya; Hiraide, Sachiko; Shikanai, Hiroki; Isshiki, Takeru et al. · Journal of pharmacological sciences

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die Studie untersuchte die Wirkung von Monoamin-Rückaufnahmeinhibitoren auf die LTP-Bildung und Monoaminfreisetzung im medialen präfrontalen Kortex (mPFC) von SHRSP/Ezo-Ratten, einem Tiermodell für ADHS. Sowohl Methylphenidat als auch Desipramin verbesserten die LTP-Defekte, während sich zeigte, dass der Dopamintransporter in SHRSP/Ezo funktionell beeinträchtigt ist. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass dysfunktionale Dopamin- und Noradrenalinsysteme in der Frontallappenregion an der ADHS-Pathologie beteiligt sind.

  • · Methylphenidat und Desipramin verbesserten beide die LTP-Defekte im mPFC von SHRSP/Ezo-Ratten, was darauf hindeutet, dass Noradrenalin oder sowohl Dopamin als auch Noradrenalin für die Verbesserung erforderlich sind.
  • · Der Dopamintransporter in SHRSP/Ezo-Ratten ist funktionell beeinträchtigt: GBR-12909 erhöhte das Dopamin im mPFC von WKY/Ezo-Kontrolltieren, hatte aber keine Wirkung in SHRSP/Ezo-Ratten.
  • · Methylphenidat erhöhte das mPFC-Dopamin in beiden Rattenstämmen, der Anstieg war jedoch in WKY/Ezo-Ratten stärker ausgeprägt.
  • · Die basalen Dopaminspiegel im mPFC von SHRSP/Ezo waren paradoxerweise verringert im Vergleich zur Kontrolle.
  • · Funktionelle Veränderungen im Dopamin- und Noradrenalin-Nervensystem im Frontallappen sind an der Pathologie von ADHS beteiligt.
Andere ADHS 2023 lisdexamfetamine

In silico evaluation of the role of lisdexamfetamine on attention-deficit/hyperactivity disorder common psychiatric comorbidities: mechanistic insights on binge eating disorder and depression

Gutiérrez-Casares, J. R.; Segú-Vergés, C.; Chueca, Juncal Sabate; Pozo-Rubio, T. et al. · Frontiers in Neuroscience

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese In-silico-Studie untersuchte mittels Systems-Biology-Methoden und künstlichen neuronalen Netzwerken die potenzielle Wirksamkeit von Lisdexamfetamin (LDX) auf fünf häufige psychiatrische ADHS-Komorbiditäten (Angst, BED, Bipolare Störung, Depression, Tic-Störung). Die Analysen an virtuellen Populationen von 2.600 Individuen zeigten, dass ADHS-assoziierte Proteine zu 53 % mit mindestens einer Komorbidität überlappen und LDX besonders bei BED und Depression wirksam sein könnte. Die Ergebnisse sind modellbasiert und bedürfen experimenteller Validierung.

  • · Die molekulare Beschreibung von ADHS teilt 53 % ihrer Protein-Effektoren mit mindestens einer der untersuchten psychiatrischen Komorbiditäten (Angststörung, Binge-Eating-Störung, Bipolare Störung, Depression, Tic-Störung), was auf gemeinsame pathophysiologische Mechanismen hindeutet.
  • · Lisdexamfetamin (LDX) wurde mittels künstlicher neuronaler Netzwerke (ANN) in einem In-silico-Modell analysiert; die von LDX adressierten Proteine zeigten eine hohe Wahrscheinlichkeit einer Assoziation mit Binge-Eating-Störung (BED) und Depression.
  • · Im Modell der Binge-Eating-Störung wirkte LDX auf Neurotransmissions- und Neuroplastizitätsregulatoren, was die bekannte FDA-Zulassung von LDX für BED aus mechanistischer Sicht unterstützt.
  • · Im Depressions-Modell regulierte LDX die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HPA-Achse), Neuroinflammation, oxidativen Stress und glutamaterge Exzitotoxizität.
  • · Das Systems-Biology-Modell verwendete virtuelle Populationen von 2.600 Individuen (Erwachsene sowie Kinder/Jugendliche) und das Therapeutic Performance Mapping System (TPMS), um vorhergesagte Proteinaktivitäten zu berechnen.
Beobachtungsstudie ADHS 2023 clonidine

In utero exposure to ADHD medication and long-term offspring outcomes

Madsen, Kathrine Bang; Robakis, Thalia; Liu, Xiaoqin; Momen, Natalie C. et al. · Molecular Psychiatry

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese dänische populationsbasierte Kohortenstudie untersuchte, ob die pränatale Exposition gegenüber ADHS-Medikamenten mit langfristigen neurodevelopmentalen und Wachstumsbeeinträchtigungen bei Kindern assoziiert ist. Kinder von Müttern, die ADHS-Medikamente während der Schwangerschaft fortsetzten, wurden mit Kindern verglichen, deren Mütter die Medikation vor der Schwangerschaft abbrachen. Es wurde kein erhöhtes Risiko für neurodevelopmentale Störungen, Wachstumsprobleme, Epilepsie oder Sinnesbeeinträchtigungen gefunden.

  • · In einer dänischen Kohortenstudie mit über 1 Million Kindern zeigte sich kein erhöhtes Risiko für neurodevelopmentale Störungen bei Kindern, deren Mütter während der Schwangerschaft ADHS-Medikamente einnahmen (aHR 0,97; 95% KI 0,81–1,17).
  • · Weder für neurologische Entwicklungsstörungen noch für Wachstumsbeeinträchtigungen, Seh- oder Hörstörungen oder Epilepsie ergab sich ein signifikant erhöhtes Risiko durch pränatale Exposition gegenüber ADHS-Medikamenten.
  • · Die Studie verglich 898 Kinder mit pränataler ADHS-Medikamentenexposition mit 1.270 Kindern, deren Mütter die Medikation vor der Schwangerschaft abgesetzt hatten, und kontrollierte dabei für demografische und psychiatrische Merkmale der Mutter.
  • · Geschwisterkontrollierte Analysen und negative Kontrollanalysen bestätigten den Befund: Kein erhöhtes Risiko für Entwicklungsstörungen beim Kind durch Einnahme von ADHS-Medikamenten in der Schwangerschaft.
  • · Die untersuchten Medikamente umfassten Methylphenidat, Amphetamin, Dexamphetamin, Lisdexamphetamin, Modafinil, Atomoxetin und Clonidin – damit deckt die Studie das gesamte Spektrum gängiger ADHS-Pharmakotherapien ab.
Meta-Analyse verwandt 2023 adhd overview

Large-scale analysis of structural brain asymmetries in schizophrenia via the ENIGMA consortium

Schijven, Dick; Postema, Merel C.; Fukunaga, Masaki; Matsumoto, Junya et al. · Proceedings of the National Academy of Sciences

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Größte Metaanalyse struktureller Hirnasymmetrien bei Schizophrenie (N>11.000) mittels einheitlichem ENIGMA-Protokoll. Fokus liegt auf Schizophrenie; kein ADHS-Bezug.

  • · Strukturelle Hirnasymmetrien sind in einer Metaanalyse mit 5.080 Schizophrenie-Patienten und 6.015 Kontrollen reduziert, insbesondere kortikale Dickenasymmetrien.
  • · Schizophrenie zeigt keine generalisierten Asymmetrieverschiebungen, sondern regionale spezifische Veränderungen.
  • · Methodik (ENIGMA-Protokoll) ist auf ADHS-Populationen übertragbar für vergleichende Analysen.
case_report ADHS 2023 lisdexamfetamine

Lisdexamfetamine in combination with guanfacine as an effective treatment in the management of behavioral disturbances in patients with Attention Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD) and Autism Spectrum Disorder (ASD). Case report

Calderón, P. Del Sol; Puente, Á. Izquierdo De La; Moreno, M. García; Fernandez‐Ruiz, Rebeca · European Psychiatry

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieser Fallbericht beschreibt einen 14-jährigen Patienten mit ADHS und Autismus-Spektrum-Störung, bei dem eine Umstellung auf Lisdexamfetamin (50 mg/Tag) kombiniert mit Guanfacin (4 mg/Tag) zu deutlicher Verbesserung von Hyperaktivität, Aggressivität und Emotionsregulation führte. Aripiprazol wurde beibehalten. Die Kombination wurde gut vertragen ohne relevante Nebenwirkungen.

  • · Die Kombination aus Lisdexamfetamin (50 mg/Tag) und Guanfacin (4 mg/Tag) führte bei einem 14-jährigen Patienten mit ADHS und Autismus-Spektrum-Störung zu einer deutlichen Reduktion von Hyperaktivität und Wutausbrüchen.
  • · Die Umstellung von Methylphenidat auf Lisdexamfetamin verbesserte subjektiv wahrgenommene Unruhe sowie die Aufmerksamkeit im Schulunterricht während des stationären Aufenthalts.
  • · Guanfacin zeigte in Kombination mit Lisdexamfetamin eine positive Wirkung auf die Emotionsregulation: Der Patient tolerierte Grenzsetzungen besser und zeigte keine aggressiven Ausbrüche mehr bei Regelkonfrontationen.
  • · Die Kombination aus Lisdexamfetamin und Guanfacin wurde gut vertragen; es traten keine unerwünschten Wirkungen wie Sedierung, Hyporexie oder Hypotonie auf.
  • · Die Autoren schlagen Guanfacin in Kombination mit Lisdexamfetamin als günstige Alternative zu atypischen Antipsychotika vor, da das metabolische Nebenwirkungsprofil deutlich besser sei.
RCT ADHS 2023 behavioral therapy

Long-term efficacy of a new 6-session cognitive behavioral therapy for adults with attention-deficit/hyperactivity disorder: A randomized, controlled clinical trial.

Corrales, M.; García-González, S.; Richarte, V.; Fadeuilhe, C. et al. · Psychiatry research

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese randomisierte, kontrollierte Studie verglich die Wirksamkeit eines neu entwickelten 6-Sitzungen-CBT-Programms mit einem etablierten 12-Sitzungen-Programm bei 81 erwachsenen ADHS-Patienten. Beide Programme zeigten signifikante Verbesserungen bei ADHS-Symptomen, Angst, Depression und funktionellen Beeinträchtigungen, die bis zu einem 6-Monats-Follow-up anhielten. Das 6-Sitzungen-Programm erwies sich als ebenso wirksam wie das 12-Sitzungen-Programm und bietet damit eine ressourceneffizientere Behandlungsalternative.

  • · Ein neu entwickeltes 6-Sitzungen-CBT-Programm ist genauso wirksam wie ein 12-Sitzungen-CBT-Programm bei der Reduktion von ADHS-Symptomen, sowohl unmittelbar nach der Behandlung als auch bei 3- und 6-Monats-Follow-up.
  • · Beide CBT-Programme (6 und 12 Sitzungen) erzielten signifikante Verbesserungen bei ADHS-Symptomschwere, Komorbiditäten (Angst und Depression) und funktionellen Beeinträchtigungen nach der Behandlung.
  • · Die Verbesserungen blieben bei beiden Programmvarianten über den gesamten Beobachtungszeitraum von 6 Monaten erhalten, was auf eine langfristige Wirksamkeit der Kurzzeit-CBT hinweist.
  • · Das kürzere 6-Sitzungen-Programm ermöglicht es, mehr Patienten zu behandeln und reduziert gleichzeitig die finanziellen Kosten ohne Einbußen bei der therapeutischen Wirksamkeit.
  • · Die Studie umfasste 81 erwachsene ADHS-Patienten (58 % männlich, Durchschnittsalter 41,27 ± 9,26 Jahre), die randomisiert einem der beiden Behandlungsarme zugewiesen wurden.
Andere ADHS 2023 atomoxetine

Lyophilized Nasal Inserts of Atomoxetine HCl Solid Lipid Nanoparticles for Brain Targeting as a Treatment of Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD): A Pharmacokinetics Study on Rats

Teaima, M.; El-Nadi, Merhan Taha; Hamed, Raghda Rabe; EL-NABARAWI, M. et al. · Pharmaceuticals

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese präklinische pharmakokinetische Studie entwickelte und optimierte lyophilisierte nasale Inserts aus Atomoxetin-HCl-Solid-Lipid-Nanopartikeln (ATM-SLNs) zur direkten Gehirn-Targeting-Therapie bei ADHS. Im Rattenmodell zeigten die optimalen Formulierungen (S8 und S4) eine deutlich höhere Gehirn-Targeting-Effizienz als konventionelle Verabreichungswege. Die Ergebnisse legen nahe, dass die nasale SLN-Route die Bioverfügbarkeit von Atomoxetin im ZNS signifikant steigern und den First-Pass-Effekt umgehen kann.

  • · Lyophilisierte nasale Inserts aus Atomoxetin-HCl-Solid-Lipid-Nanopartikeln (ATM-SLNs) ermöglichen eine direkte trans-nasale Wirkstoffabgabe ins Gehirn und umgehen dabei den First-Pass-Metabolismus.
  • · Die optimalen nasalen Insert-Formulierungen S8 und S4 erzielten eine Gehirn-Targeting-Effizienz von 211,3 % bzw. 177,42 % sowie Wirkstoff-Transportraten von 52,7 % bzw. 43,64 % im Rattenmodell.
  • · Die ATM-SLN-Formulierungen zeigten eine Einschlusseffizienz (EE%) von 41,14 % bis 90,6 % und eine In-vitro-Wirkstofffreisetzung nach 30 Minuten (Q30min) von 27,11 % bis 91,08 %, abhängig von den Formulierungsparametern.
  • · Vier Formulierungsvariablen wurden optimiert: Lipidtyp (Compritol 888 ATO oder Stearinsäure), Lipid-zu-Wirkstoff-Verhältnis, Tensidverhältnis (Span 60:Pluronic F127) und Sonifikationszeit; diese Parameter beeinflussten Partikelgröße, Zeta-Potential und Polydispersitätsindex maßgeblich.
  • · DSC-Analysen der optimalen Formulierungen S4 und S8 bestätigten die physikochemische Kompatibilität von Atomoxetin mit den verwendeten Hilfsstoffen, was auf eine stabile Formulierung hinweist.
Review ADHS 2023 bupropion

Management Strategies for Borderline Personality Disorder and Bipolar Disorder Comorbidities in Adults with ADHD: A Narrative Review.

MacDonald, Luke; Sadek, Joseph · Brain sciences

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieser narrative Review untersucht die Komorbiditäten von ADHS mit bipolarer Störung und Borderline-Persönlichkeitsstörung bei Erwachsenen, die aufgrund symptomatischer Überschneidungen diagnostisch herausfordernd sind. Der Review gibt evidenzbasierte Empfehlungen zur Behandlung dieser Komorbiditäten, darunter die vorrangige Stimmungsstabilisierung bei BD sowie den Einsatz von Psychostimulanzien, Atomoxetin und Bupropion als Zusatztherapien. Es wird auf den erheblichen Forschungsbedarf insbesondere im Bereich ADHS und BPD hingewiesen.

  • · ADHS, Bipolare Störung (BD) und Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPD) teilen erhebliche symptomatische Überschneidungen, die die Differentialdiagnose bei Erwachsenen erheblich erschweren.
  • · Bei komorbider ADHS und bipolarer Störung wird empfohlen, zunächst eine Stimmungsstabilisierung zu erreichen, bevor ADHS-spezifische Pharmakotherapie eingeleitet wird.
  • · Stimmungsstabilisatoren, Antipsychotika und Antidepressiva gelten als Grundpfeiler der Behandlung bei BD und teilweise auch bei BPD, ergänzt durch Psychotherapie und Lebensstiländerungen.
  • · Psychostimulanzien, Atomoxetin und Bupropion werden als Zusatztherapien zu stimmungsstabilisierenden Behandlungen als wirksam für die Behandlung von ADHS-Symptomen bei komorbider BD oder BPD bewertet.
  • · Die Forschungslage zu pharmakologischen und psychotherapeutischen Ansätzen bei komorbider ADHS und BPD ist bislang begrenzt; es besteht erheblicher Bedarf an weiteren kontrollierten Studien.
Andere ADHS 2023 striatum

Mapping the cortico-striatal transcriptome in attention deficit hyperactivity disorder.

Sudre, Gustavo; Gildea, Derek E; Shastri, Gauri G; Sharp, Wendy et al. · Molecular psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Studie kartierte das Transkriptom von Nucleus caudatus und anteriorem cingulären Kortex in post-mortem Hirngewebe von 60 Personen mit und ohne ADHS. Im ACC wurden signifikante Herunterregulierungen glutamaterger und anderer Neurotransmitter-Genpfade gefunden. Die Ergebnisse stützen Modelle kortikostriataler Neurotransmitter-Dysfunktion bei ADHS und zeigen Überschneidungen mit anderen neurodevelopmentalen und affektiven Störungen.

  • · Im post-mortem Hirngewebe von 60 Personen mit und ohne ADHS wurde das Transkriptom des Nucleus caudatus und des anterioren cingulären Kortex (ACC) kartiert; signifikante differentielle Genexpression zeigte sich vor allem im ACC.
  • · Im anterioren cingulären Kortex wurden Neurotransmitter-Genpfade – insbesondere glutamaterge Signalwege – signifikant herunterreguliert, was bestehende Modelle stützt, die Glutamat in der ADHS-Pathogenese implizieren.
  • · Im Nucleus caudatus wurden ebenfalls differentielle Expressionsmuster gefunden, jedoch in geringerem Ausmaß als im ACC, was auf eine stärkere kortikale als striatale Transkriptomveränderung bei ADHS hinweist.
  • · Die kortikostriatalen Transkriptomveränderungen bei ADHS korrelierten mit jenen anderer neurodevelopmentaler und affektiver Störungen, was auf gemeinsame molekulare Mechanismen quer über psychiatrische Diagnosen hindeutet.
  • · Die Befunde liefern transkriptomische Belege für kortikostriatale Neurotransmitter-Anomalien als Grundlage der ADHS-Pathogenese und sind konsistent mit aktuellen neurobiologischen Modellen der Störung.
Beobachtungsstudie ADHS 2023 mindfulness adhd

Mentation processes such as excessive mind wandering, rumination, and mindfulness mediate the relationship between ADHD symptoms and anxiety and depression in adults with ADHD

Kandeğer, A.; Ünal, Ş. Odabaş; Ergün, M. T. · European Psychiatry

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Querschnittstudie untersuchte bei 159 medikamentenfreien Erwachsenen mit ADHS, ob exzessives Mind Wandering, Rumination und Achtsamkeit den Zusammenhang zwischen ADHS-Symptomen und Angst bzw. Depression mediieren. Mediationsanalysen zeigten, dass ADHS-Symptome Angst und Depression indirekt über erhöhte Rumination, erhöhtes Mind Wandering und verringerte Achtsamkeit verschlechtern. Die Ergebnisse stützen den Einsatz achtsamkeitsbasierter kognitiver Verhaltenstherapie bei ADHS.

  • · ADHS-Symptome verschlechtern Angst und Depression indirekt über erhöhtes Grübeln (Rumination) und exzessives Mind Wandering als Mediatoren.
  • · Verminderte Achtsamkeitsfähigkeit mediiert ebenfalls den Zusammenhang zwischen ADHS-Symptomen und Angst sowie Depression bei Erwachsenen mit ADHS.
  • · Achtsamkeit korrelierte negativ mit Rumination, exzessivem Mind Wandering, Angst und Depression, zeigte jedoch keine signifikante direkte Assoziation mit ADHS-Symptomen.
  • · In der Stichprobe von 159 medikamentenfreien Erwachsenen mit ADHS (Alter 18–39 Jahre, 57,2 % Frauen) wiesen 64,2 % komorbide psychiatrische Erkrankungen auf.
  • · Die Autoren empfehlen achtsamkeitsbasierte kognitive Verhaltenstherapie als potenziellen Ansatz zur Reduktion von exzessivem Mind Wandering und Rumination bei ADHS.
Meta-Analyse ADHS 2023 reboxetine

Meta-analysis on the efficacy of the norepinephrine reuptake inhibitors reboxetine and atomoxetine for the treatment of schizophrenia and attention deficit hyperactivity disorder.

Hu, Xiaojing; Pan, Lili; Li, Wenjie · Advances in clinical and experimental medicine : official organ Wroclaw Medical University

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die Meta-Analyse analysierte die Wirksamkeit von Reboxetin und Atomoxetin (Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer) bei der Behandlung von Schizophrenie und ADHS anhand von 14 Studien mit 970 Patienten. Beide Wirkstoffe zeigten statistisch signifikante Effekte mit vergleichbaren Verbesserungen in standardisierten Bewertungsskalen, was ihre Eignung als potenzielle Kandidaten für die Behandlung dieser Störungen unterstützt.

  • · Reboxetin zeigte eine statistisch signifikante Wirksamkeit bei der Behandlung von Schizophrenie mit einer Odds Ratio von 0,55 (95% CI: 0,32–0,94, p=0,03).
  • · Atomoxetin erwies sich als wirksam für die ADHS-Behandlung mit einer Odds Ratio von 0,35 (95% CI: 0,13–0,97, p=0,04).
  • · Beide Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer zeigten vergleichbare Verbesserungen in Hamilton Depression Rating Scale (HAM-D), Positive and Negative Syndrome Scale (PANSS) und ADHD-Bewertungen wie Kontrollmedikamente.
  • · Die Meta-Analyse umfasste 14 Studien mit insgesamt 970 Patienten und zeigte ein niedriges Publikationsbias-Risiko (Egger- und Begg-Test: p>0,05).
  • · Noradrenalin-Transporter-Inhibitoren werden aufgrund ihrer moderaten Wirksamkeit und langsamen Wirkungseintritt in der Literatur kritisch bewertet.
Meta-Analyse ADHS 2023 amygdala

Meta-analysis reveals a reduced surface area of the amygdala in individuals with attention deficit/hyperactivity disorder.

Chen, Meng-Hsiang; Lin, Hsiu-Man; Sue, Yu-Ru; Yu, Yun-Chen et al. · Psychophysiology

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Meta-Analyse untersuchte strukturelle Unterschiede der Amygdala zwischen ADHS-Betroffenen und neurotypischen Kontrollpersonen anhand von 16 MRT-Studien mit insgesamt 5703 Teilnehmern. Die zentralen Befunde zeigen eine reduzierte Oberflächengröße der Amygdala – vor allem linkshemisphärisch – bei Personen mit ADHS, während das Volumen keine signifikanten Unterschiede aufwies. Die Autoren betonen, dass die Befunde vorläufig sind und weitere Replikationsstudien notwendig sind.

  • · Personen mit ADHS zeigen eine signifikant reduzierte Oberflächengröße der Amygdala im Vergleich zu neurotypischen Kontrollpersonen, insbesondere in der linken Hemisphäre.
  • · Kein signifikanter Unterschied im Amygdala-Volumen zwischen ADHS-Betroffenen und Kontrollgruppen wurde gefunden, obwohl frühere Meta-Analysen ebenfalls keine strukturellen Veränderungen berichteten.
  • · Die Meta-Analyse umfasste 5703 Teilnehmer aus 16 Studien, davon 2928 mit ADHS-Diagnose, und basierte auf MRT-Daten aus PubMed-, Embase- und Web-of-Science-Studien bis Februar 2022.
  • · Subgruppenanalysen nach MRT-Scanner-Typ und Segmentierungsansatz zeigten keine statistisch signifikanten Unterschiede, was auf Robustheit der Befunde hindeutet.
  • · Kontinuierliche Variablen wie Alter, Intelligenzquotient und Geschlechtsanteil korrelierten nicht signifikant mit der Amygdala-Größe.
RCT ADHS 2023 nucleus accumbens methylphenidate

Methylphenidate Enhances Spontaneous Fluctuations in Reward and Cognitive Control Networks in Children With Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder.

Mizuno, Yoshifumi; Cai, Weidong; Supekar, Kaustubh; Makita, Kai et al. · Biological psychiatry. Cognitive neuroscience and neuroimaging

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese randomisierte, placebokontrollierte, doppelblinde Crossover-Studie mit 27 Kindern mit ADHS untersuchte mittels Resting-State-fMRT, wie Methylphenidat die spontane neuronale Aktivität beeinflusst. Methylphenidat steigerte die Aktivität im Nucleus accumbens sowie im Salience- und Default-Mode-Netzwerk, was mit verbesserter anhaltender Aufmerksamkeit assoziiert war. Die Befunde wurden in einer zweiten unabhängigen Kohorte reproduziert.

  • · Methylphenidat erhöhte die spontane neuronale Aktivität im Nucleus accumbens (NAc) sowie im Salience- und Default-Mode-Netzwerk bei Kindern mit ADHS im Vergleich zu Placebo.
  • · Methylphenidat-induzierte Veränderungen der spontanen Aktivität im Default-Mode-Netzwerk korrelierten mit verbesserter intraindividueller Reaktionsvariabilität bei einem Aufgabentest zur anhaltenden Aufmerksamkeit.
  • · Die Effekte von Methylphenidat auf die spontane neuronale Aktivität im NAc sowie im Salience- und Default-Mode-Netzwerk wurden in einer zweiten unabhängigen Kohorte repliziert, was die Reproduzierbarkeit der Befunde belegt.
  • · Die Studie liefert Hinweise auf einen neuartigen neuralen Mechanismus der Methylphenidat-Wirkung: dopaminerge Neurotransmission im NAc moduliert kognitive Kontrollnetzwerke und stabilisiert damit die anhaltende Aufmerksamkeit.
  • · Die Verbesserung der anhaltenden Aufmerksamkeit durch Methylphenidat geht mit stabilisierten Aktivitätsmustern in Belohnungs- und kognitiven Kontrollnetzwerken einher, was die Grundlage für klinische Biomarker zur Therapiebewertung bilden könnte.
RCT ADHS 2023 mindfulness adhd

Near and Far Transfer Effects of Computerized Progressive Attention Training (CPAT) Versus Mindfulness Based Stress Reduction (MBSR) Practice Among Adults With ADHD

Stern, Pnina; Kolodny, Tamar; Tsafrir, S.; Cohen, Galit et al. · Journal of Attention Disorders

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese nicht vollständig randomisierte kontrollierte Studie verglich bei 54 Erwachsenen mit ADHS die Wirksamkeit von computergestütztem progressivem Aufmerksamkeitstraining (CPAT) und Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR) gegenüber einer passiven Kontrollgruppe. CPAT erwies sich als überlegen: Es verbesserte nicht nur Aufmerksamkeitsfunktionen, sondern auch Lesen, Lernleistung und ADHS-Symptome, mit weitgehend stabilen Effekten nach 4 Monaten. MBSR verbesserte die Aufmerksamkeit und Lebensqualität, zeigte jedoch keine signifikanten Effekte im Vergleich zur Kontrollgruppe.

  • · Sowohl computergestütztes progressives Aufmerksamkeitstraining (CPAT) als auch Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR) führten bei Erwachsenen mit ADHS zu Verbesserungen verschiedener Aufmerksamkeitsfunktionen (Near-Transfer-Effekte).
  • · CPAT zeigte Far-Transfer-Effekte auf Lesen, ADHS-Symptome und Lernleistung, während MBSR lediglich die subjektiv wahrgenommene Lebensqualität verbesserte.
  • · Im 4-Monats-Follow-up blieben alle Verbesserungen der CPAT-Gruppe außer bei ADHS-Symptomen erhalten; die MBSR-Gruppe zeigte uneinheitliche Langzeiteffekte.
  • · Nur die CPAT-Gruppe erzielte Verbesserungen im Vergleich zur passiven Kontrollgruppe; MBSR-Effekte waren statistisch nicht signifikant gegenüber der Kontrollgruppe.
  • · Die Studie umfasste 54 erwachsene Teilnehmer in einem nicht vollständig randomisierten kontrollierten Design mit acht zweistündigen Trainingssitzungen pro Interventionsgruppe.
Review verwandt 2023 dopaminergic pathways orexin

Neuropeptides Modulate Feeding via the Dopamine Reward Pathway

Jin, Ruijie; Sun, Shanbin; Hu, Yang; Zhang, Hongfei et al. · Neurochemical Research

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Übersichtsarbeit zur Regulation der Nahrungsaufnahme durch Neuropeptide über das Dopamin-Belohnungssystem. Fokus auf VTA-NAc-Achse. Kein direkter ADHS-Bezug, aber Dopaminregulation ist für ADHS relevant.

  • · Acht Neuropeptide (u.a. Ghrelin, Leptin, Orexin, Neuropeptid Y) modulieren Nahrungsaufnahme über das Dopamin-Belohnungssystem.
  • · VTA-NAc-Achse ist zentraler Knotenpunkt für neuropeptidergische Regulation von Belohnung und Nahrungsmotivation.
  • · Veränderungen im dopaminergen Belohnungssystem sind relevant für Essstörungen und Übergewicht.
Review ADHS 2023 mindfulness adhd

Non-pharmacological interventions for attention-deficit hyperactivity disorder in children and adolescents.

Sibley, Margaret H; Bruton, Alisha M; Zhao, Xin; Johnstone, Jeanette M et al. · The Lancet. Child & adolescent health

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieses Review aus dem Lancet Child & Adolescent Health (2023) bewertet die Wirksamkeit und Sicherheit von neun Kategorien nicht-pharmakologischer Behandlungen bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS. Während keine dieser Interventionen einen konsistent starken Effekt auf ADHS-Kernsymptome zeigte, etablierte sich multikomponente kognitive Verhaltenstherapie als primäre Behandlung bei breiten Outcomes. PUFA, Achtsamkeit und Multinutrient-Supplements zeigten moderate bis bescheidene Wirksamkeit auf sekundäre Outcomes.

  • · Keine nicht-pharmakologische Intervention zeigte einen konsistenten starken Effekt auf ADHS-Symptome; Medikamente bleiben in Bezug auf direkte Symptomreduktion überlegen.
  • · Multikomponenten-Verhaltenstherapie (kognitive Verhaltenstherapie) rückte neben Medikation als primäre ADHS-Behandlung auf, wenn breite Outcomes wie Funktionsbeeinträchtigung, Elternstress und Verhaltensverbesserung berücksichtigt werden.
  • · Mehrfach ungesättigte Fettsäuren (PUFA) zeigten einen konsistenten moderaten Effekt auf ADHS-Symptome, sofern sie mindestens 3 Monate lang eingenommen wurden.
  • · Achtsamkeitsbasierte Interventionen und Multinutrient-Supplementierung mit vier oder mehr Inhaltsstoffen zeigten bescheidene Wirksamkeit auf Nicht-Symptom-Outcomes (z. B. Wohlbefinden, Funktionsniveau).
  • · Alle bewerteten nicht-pharmakologischen Behandlungen wurden als sicher eingestuft; Kliniker können deren Anwendung tolerieren, sollten Familien jedoch über Nachteile wie Kosten, Belastung und fehlende belegte Wirksamkeit im Vergleich zu anderen Behandlungen informieren.
Meta-Analyse ADHS 2023 adhd noradrenergic system attention

Nonstimulant Medications for Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD) in Adults: Systematic Review and Meta-analysis.

Radonjić Nevena, V; Alessio, Bellato; Khoury Nayla, M; Samuele, Cortese et al. · CNS drugs

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Systematische Übersicht und Metaanalyse zur Wirksamkeit, Verträglichkeit und Akzeptanz von Nicht-Stimulanzien bei erwachsenen ADHS-Patienten. Atomoxetin hat die stärkste Evidenzgrundlage; Guanfacin, Clonidin und Viloxazin sind ebenfalls wirksam.

  • · Nicht-stimulierende ADHS-Medikamente (Atomoxetin, Guanfacin, Clonidin, Viloxazin) zeigen signifikante Wirksamkeit bei erwachsenen ADHS-Patienten in dieser systematischen Übersicht und Metaanalyse.
  • · Atomoxetin ist das am besten untersuchte Nicht-Stimulans bei erwachsenen ADHS, mit robuster Evidenz aus RCTs.
  • · Nicht-Stimulanzien bieten eine wichtige Alternative oder Ergänzung zu Stimulanzien, insbesondere bei Komorbiditäten oder unzureichendem Ansprechen.
Review ADHS 2023 micronutrients adhd

Nutrition in the Management of ADHD: A Review of Recent Research.

Lange, Klaus W; Lange, Katharina M; Nakamura, Yukiko; Reissmann, Andreas · Current nutrition reports

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieser Review untersucht aktuelle Evidenz zu Ernährung und Nährstoffen im ADHS-Management, basierend auf Kohortenstudien und Ernährungsinterventionen aus dem Jahr 2023. Mineralien und Probiotika zeigen vorläufige positive Hinweise, während gesunde Ernährungsmuster invers mit ADHS-Symptomen assoziiert sind. Die Few-Foods-Diät wird als potenziell zusätzliche Therapieoption für Kinder hervorgehoben, jedoch fehlt für die meisten Ansätze noch ausreichend Evidenz für klare klinische Empfehlungen.

  • · Vorläufige Evidenz deutet darauf hin, dass Mineralien wie Zink, Eisen und Magnesium positive Auswirkungen auf ADHS-Symptome haben könnten, jedoch reicht die aktuelle Datenlage nicht für konkrete Empfehlungen aus.
  • · Probiotika werden als neuartige Strategie zur Prävention oder Behandlung von ADHS diskutiert, wobei die Evidenz noch als vorläufig einzustufen ist.
  • · Inverse Zusammenhänge zwischen einer gesunden Ernährungsweise (z.B. mediterrane oder DASH-Diät) und ADHS-Symptomen wurden in Kohortenstudien beobachtet.
  • · Die Few-Foods-Diät (oligoantigene Diät) zeigt bei Kindern mit ADHS, die individuell unverträgliche Lebensmittel eliminieren, substanzielle Verbesserungen im Verhalten und in der kognitiven Funktion.
  • · Die Few-Foods-Diät könnte als zusätzliche therapeutische Option für Kinder mit ADHS in Betracht gezogen werden, obwohl sie aufgrund ihres restriktiven Charakters anspruchsvoll in der Umsetzung ist.
Review ADHS 2023 cbt adhd

Obsessive-Compulsive Disorder (OCD): A Comprehensive Review of Diagnosis, Comorbidities, and Treatment Approaches.

Singh, Abhimanyu; Anjankar, Vaibhav P; Sapkale, Bhagyesh · Cureus

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Dieses narrative Review gibt einen umfassenden Überblick über Diagnose, Komorbiditäten und Behandlungsansätze der Zwangsstörung (OCD). Es beleuchtet die Überschneidungen mit anderen psychiatrischen Erkrankungen, darunter ADHS, und betont die Notwendigkeit alternativer Therapiestrategien bei therapieresistenten Verläufen. ADHS wird als relevante Komorbidität mit möglichen gemeinsamen neurobiologischen Pfaden beschrieben.

  • · Zwangsstörung (OCD) und ADHS zeigen substanzielle Überschneidungen, was auf gemeinsame pathogenetische Wege hindeutet und die Komplexität psychiatrischer Diagnosen unterstreicht.
  • · OCD wird häufig fehldiagnostiziert und unzureichend behandelt; die Komorbidität mit ADHS, bipolarer Störung und Schizophrenie erschwert die diagnostische Einordnung erheblich.
  • · Als Erstlinienbehandlung bei OCD gelten Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SRIs) in höheren Dosierungen sowie kognitive Verhaltenstherapie mit Exposition und Reaktionsverhinderung (ERP); bei Therapieresistenz werden Kombinationsansätze empfohlen.
  • · Die kortiko-striatale Schaltkreisfunktion ist zentral für die Pathophysiologie der OCD; Störungen in diesem System sind auch bei ADHS beschrieben, was auf neurobiologische Überlappungen hindeutet.
  • · OCD betrifft nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder und Jugendliche erheblich; viele Patienten zeigen trotz verfügbarer Therapien Behandlungsresistenz, was neue therapeutische Ansätze notwendig macht.
Beobachtungsstudie verwandt 2023 noradrenergic system attention hippocampus

Patterns matter: differential effects of stress‐inducing and novelty‐associated locus coeruleus firing on pretangle tau pathophysiology in a rat model

Omoluabi, Tamunotonye; Torraville, Sarah E.; Maziar, Aida; Ghosh, Abhinaba et al. · Alzheimer's & Dementia

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Tierexperimentelle Studie zu differentiellen Effekten stressbedingten vs. neuheitsassoziierten LC-Feuermusters auf Tau-Pathophysiologie in einem Rattenmodell. LC als früher Ausgangspunkt für Alzheimer-Tau; phasisch vs. tonisch feuern hat gegensätzliche Effekte.

  • · Phasisches LC-Feuermuster fördert Neuheit und Lernen; hochtonisches Muster assoziiert mit Stress und Angst.
  • · LC ist ein Schlüsselstruktur in der Alzheimer-Erkrankungsentwicklung (Braak-Pretangle-Stadien); pretangle Tau entsteht früh im LC.
  • · Differentielle LC-Aktivierungsmuster beeinflussen Pretangle-Tau-Pathophysiologie und individuelle Vulnerabilität für Alzheimer.
Beobachtungsstudie ADHS 2023 default mode network

Patterns of brain dynamic functional connectivity are linked with attention-deficit/hyperactivity disorder-related behavioral and cognitive dimensions.

Lekai, Luo; Lizhou, Chen; Yuxia, Wang; Qian, Li et al. · Psychological medicine

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Große Kohorte von Kindern mit und ohne ADHS wird mittels rs-fMRT und sCCA untersucht. Abnorme Muster der dynamischen Konnektivität korrelieren mit spezifischen ADHS-Dimensionen. Befunde unterstützen das Konzept der ADHS als biologisch heterogene Störung.

  • · Abnorme dynamische Konnektivitätsmuster im Gehirn sind mit spezifischen ADHS-Verhaltens- und Kognitionsdimensionen assoziiert.
  • · Sparse Canonical Correlation Analysis (sCCA) identifiziert mehrdimensionale Hirndynamik-Verhaltensmuster bei ADHS-Kindern.
  • · ADHS ist klinisch heterogen; unterschiedliche Muster der Hirndynamik können verschiedene Subtypen erklären.
Review ADHS 2023 viloxazine

Pediatric attention deficit hyperactivity disorder (ADHD): 2022 updates on pharmacological management.

O'Connor, Lisa; Carbone, Stephanie; Gobbo, Anthony; Gamble, Hilary et al. · Expert review of clinical pharmacology

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Das Paper ist eine 2023er Übersichtsarbeit zur pharmakologischen Behandlung von pädiatrischem ADHS mit Fokus auf 2022 Aktualisierungen. Es behandelt stimulierende und nicht-stimulierende Medikationen, neue Wirkstoffe (viloxazine extended-release, centanafadine) und verschiedene Formulierungen (methylphenidat-Varianten, Amphetamin-Patch). Bioäquivalenzstudien zu Methylphenidat-Formulierungen zeigen milde bis moderate Nebenwirkungen und etablierte Äquivalenz.

  • · Viloxazine Extended-Release (VER) wird als neuer SNRI (Selective Norepinephrine Reuptake Inhibitor) für die pädiatrische ADHS-Behandlung erwähnt und stellt eine willkommene Ergänzung des Verschreibungsrepertoires dar.
  • · Neue Methylphenidat-Formulierungen umfassen eine abends verabreichte Extended- und Delayed-Release-Form (DR/ER MPH) sowie ein Methylphenidat-Prodrug (Serdexmethylphenidat).
  • · In der 72-mg-Bioäquivalenzstudie waren die häufigsten behandlungsbedingten Nebenwirkungen Kopfschmerzen (14 Ereignisse insgesamt) und Übelkeit (8 Ereignisse), alle mild bis moderat.
  • · Sowohl in der 72-mg- als auch in der 54-mg-Studie zeigten ODX-Methylphenidat ER und OROS-Methylphenidat ER Bioäquivalenz mit 90%-Konfidenzintervallen im vordefinierten Bereich.
  • · Centanafadine, ein Triple-Reuptake-Inhibitor, steht zur Zulassung für die Verwendung bei Jugendlichen an.
Review ADHS 2023 viloxazine

Pharmacologic Management of Cognitive Disengagement Syndrome (CDS) and Implications for Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD) Treatment: Emerging Treatments and Recommendations for Future Research

Wiggs, Kelsey K.; Froehlich, Tanya E.; Becker, Stephen P. · CNS Drugs

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Übersichtsarbeit untersucht die begrenzte Evidenz zur Behandlung von Cognitive Disengagement Syndrome (CDS) und dessen Auswirkungen auf die ADHS-Therapie. Während Psychostimulanzien und Atomoxetin möglicherweise CDS-Symptome verbessern, deuten die Befunde darauf hin, dass CDS die Methylphenidat-Response bei ADHS reduzieren könnte. Die Autoren empfehlen weitere Forschung zu anderen ADHS-Medikamenten und Substanzen aus dem Narkolepsie- und Psychiatrie-Bereich.

  • · Psychostimulanzien wie Methylphenidat und Lisdexamfetamin sowie Atomoxetin können CDS-Symptome verbessern, doch es bedarf weiterer Replikationsstudien und Forschung zu verwandten Medikamenten.
  • · CDS-Symptome könnten einen reduzierten Behandlungsresponse auf Methylphenidat bei Kindern mit ADHS vorhersagen.
  • · Guanfacin, Modafinil, Viloxazin, Bupropion und Fluvoxamin könnten basierend auf neurobiologischen, neuropsychologischen und verhaltensbezogenen Korrelaten von CDS potenziell vorteilhaft sein, sind aber bislang ungetestet.
  • · Nur sieben Studien zur Medikamentenbehandlung von CDS wurden in der Literatur identifiziert, was auf einen erheblichen Mangel an Forschung hindeutet.
  • · CDS tritt häufig zusammen mit ADHS auf und beeinflusst die Wirksamkeit evidenzbasierter ADHS-Interventionen.
Beobachtungsstudie ADHS 2023 parietal cortex

Population level multimodal neuroimaging correlates of attention-deficit hyperactivity disorder among children.

Lin, Huang; Haider, Stefan P; Kaltenhauser, Simone; Mozayan, Ali et al. · Frontiers in neuroscience

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese bevölkerungsbasierte multimodale Neuroimaging-Studie aus der ABCD-Datenbank (n=7.805 Kinder) untersuchte neuronale Korrelate der ADHS mittels diffusionsgewichteter MRT, struktureller MRT und Resting-State-fMRT. Kinder mit ADHS zeigten reduzierte weiße-Substanz-Integrität, geringeres kortikales Volumen in frontalen und temporalen Regionen sowie verminderte Konnektivität zwischen Default-Mode- und Aufmerksamkeitsnetzwerken. Machine-Learning-Modelle erzielten eine moderate diagnostische Genauigkeit (AUC 0,613), was die Grenzen bildgebungsbasierter ADHS-Diagnostik auf Populationsebene unterstreicht.

  • · Kinder mit ADHS zeigten eine weitverbreitete reduzierte mikrostrukturelle Integrität der weißen Substanz mit verminderter Neuronendichte und Fasertraktvolumen, besonders ausgeprägt in Frontal- und Parietallappen.
  • · ADHS war mit reduziertem kortikalen Volumen und reduzierter Kortexoberfläche assoziiert, insbesondere in temporalen und frontalen Regionen.
  • · Kinder mit ADHS zeigten eine verringerte funktionelle Konnektivität zwischen dem Default-Mode-Netzwerk und den zentralen sowie dorsalen Aufmerksamkeitsnetzwerken, die für Konzentration und Aufmerksamkeit relevant sind.
  • · Der beste Machine-Learning-Klassifikator erreichte eine AUC von 0,613 (95%-KI: 0,580–0,645) zur Vorhersage einer ADHS-Diagnose auf Basis multimodaler Bildgebungs- und klinischer Variablen, was auf begrenzte diagnostische Präzision hindeutet.
  • · Die Studie nutzte die ABCD-Datenbank mit 1.798 Kindern mit ADHS-Diagnose und 6.007 ohne ADHS und kombinierte diffusionsgewichtete MRT (FA, ND, MD, RD, AD), strukturelle MRT (kortikale Dicke und Oberfläche) sowie Resting-State-fMRT.
Andere ADHS 2023 cbt adhd

Preliminary evaluation of music-based emotion-regulation skills to augment CBT for adolescents with ADHD

Zemestani, Mehdi; Azadbakht, Matineh; Storch, E. · Musicae Scientiae

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Pilotstudie untersuchte eine kombinierte CBT- und musikbasierte Intervention zur Förderung von Emotionsregulationsfähigkeiten bei acht Jugendlichen mit ADHS. Die Ergebnisse zeigen eine Reduktion der ADHS-Kernsymptome sowie eine Verbesserung adaptiver Emotionsregulationsstrategien. Aufgrund des Einzelfall-Studiendesigns und der kleinen Stichprobe sind die Befunde als vorläufig zu betrachten.

  • · Eine kombinierte Intervention aus kognitiver Verhaltenstherapie (CBT) und musikbasierter Behandlung reduzierte die Kernsymptome von ADHS bei Jugendlichen in einer 12-wöchigen Einzeltherapie.
  • · Die Teilnehmer zeigten nach der Intervention einen Anstieg adaptiver Emotionsregulationsstrategien (kognitive Neubewertung) und einen Rückgang maladaptiver Strategien (expressive Unterdrückung).
  • · Musikbasierte Elemente wurden gezielt eingesetzt, um Emotionsregulationsfähigkeiten zu fördern, die als adjunktive Strategie zur Stärkung der CBT-Wirkung bei Jugendlichen mit ADHS konzipiert wurden.
  • · Das Studiendesign umfasste eine 3-wöchige Baseline-Phase, 12 wöchentliche Einzelsitzungen sowie eine 2-monatige Follow-up-Phase bei acht Jugendlichen mit ADHS.
  • · Die Intervention wurde von den Teilnehmern als hoch akzeptabel bewertet, was auf eine gute Praktikabilität musikbasierter Ansätze für die Zielgruppe Jugendliche hinweist.
Review ADHS 2023 ventral tegmental area

Prenatal nicotine exposure during pregnancy results in adverse neurodevelopmental alterations and neurobehavioral deficits.

Wells, Alicia C; Lotfipour, Shahrdad · Advances in drug and alcohol research

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieses Review synthetisiert präklinische und klinische Evidenz zu den neurodevelopmentalen und neurobehavioralen Auswirkungen pränataler Nikotinexposition (PNE). PNE – durch Tabakkonsum oder E-Zigaretten – verändert Hirnregionen wie den präfrontalen Kortex, das VTA und den Hippocampus sowie die cholinerge und HPA-Achsen-Signalgebung. Die Autoren identifizieren erhöhte Risiken für ADHS, ASD, Angststörungen, Schizophrenie und Suchtverhalten bei exponierten Nachkommen.

  • · Pränatale Nikotinexposition (PNE) erhöht das Risiko für neurodevelopmentale Störungen beim Kind, insbesondere ADHS, Angststörungen und Depression, durch Veränderungen der Hirnschaltkreise, Neurotransmitter-Reaktivität und des Gehirnvolumens.
  • · PNE beeinflusst spezifisch Hirnregionen wie den präfrontalen Kortex (PFC), das ventrale Tegmentum (VTA), den Nucleus accumbens, den Hippocampus und den Nucleus caudatus – Regionen, die für Impulskontrolle und Aufmerksamkeit zentral sind.
  • · Pränatale Nikotinexposition verändert die HPA-Achsen-Funktion sowie die nikotinergen Acetylcholinrezeptoren (nAChR) und die cholinerge Signalübertragung, was langfristige neurobehaviorale Konsequenzen hat.
  • · In den USA rauchten 7,2 % (1 von 14) aller Schwangeren Zigaretten; etwa 1,1 % nutzten E-Zigaretten im letzten Schwangerschaftsdrittel – beide Nikotinquellen sind mit ungünstigen Geburtsergebnissen wie Frühgeburt, niedrigem Geburtsgewicht und SIDS assoziiert.
  • · PNE erhöht laut klinischen und präklinischen Studien das Risiko für Schizophrenie, ADHS, Autismus-Spektrum-Störung (ASD), Angststörungen und Adipositas bei der Nachkommenschaft.
Andere ADHS 2023 locus coeruleus

Rat model of attention-deficit hyperactivity disorder exhibits delayed recovery from acute incisional pain due to impaired descending noradrenergic inhibition.

Suto, Takashi; Kato, Daiki; Koibuchi, Ikuya; Arai, Yuki et al. · Scientific reports

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Tierstudie an spontan hypertensiven Ratten (SHR, ADHS-Modell) zeigt, dass eine abgeschwächte noradrenerge endogene Schmerzinhibition zu verlängerter Schmerzchronifizierung nach akuten Verletzungen führt. Als Mechanismus wurden abnormaler Noradrenalin-Umsatz, Herunterregulation des Alpha2a-Adrenozeptors und eine gestörte spinale Noradrenalin-Freisetzung trotz Locus-coeruleus-Aktivierung identifiziert. Atomoxetin normalisierte diese Dysfunktion und verkürzte die Hypersensibilitätsdauer.

  • · Spontan hypertensive Ratten (SHR) als ADHS-Modell zeigten eine abgeschwächte noxious stimuli-induzierte Analgesie (NSIA), was auf eine verminderte noradrenerge endogene Schmerzhemmung hinweist.
  • · SHR-Ratten benötigten nach einer Pfotenschnitt-Inzision einen deutlich längeren Erholungszeitraum als Kontrollratten, was auf eine Chronifizierung akuter Schmerzen bei ADHS hindeutet.
  • · Immunhistochemie zeigte einen abnormalen Noradrenalin-Umsatz und eine Herunterregulation des Alpha2a-Adrenozeptors im ADHS-Modell, was die Dysfunktion der noradrenergen Schmerzhemmung erklärt.
  • · Atomoxetin (Standard-ADHS-Behandlung) stellte die NSIA in SHR-Ratten wieder her und verkürzte die Dauer der postoperativen Überempfindlichkeit, was einen therapeutischen Nutzen bei schmerzassoziierten ADHS-Komorbiditäten nahelegt.
  • · Der Locus coeruleus (Ursprung des spinalen Noradrenalins) wurde durch NSIA in beiden Gruppen aktiviert, jedoch zeigte nur die Kontrollgruppe einen Anstieg des spinalen Noradrenalins – ein Hinweis auf eine Dysfunktion im Noradrenalin-Freisetzungsprozess bei ADHS.
Beobachtungsstudie ADHS 2023 adhd medication methylphenidate medication amphetamine

Real-World Efficacy and Safety of Extended-Release Methylphenidate (PRC-063) in the Treatment of ADHD in Pediatric and Adult Subjects: Results of a Phase IV Multicenter Comparison With Lisdexamfetamine Dimesylate

Stralen, J. van; Parhar, Gurdeep; Parhar, Anita; Tourjman, V. et al. · Journal of Attention Disorders

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Offene Phase-IV-Studie (N=255 pädiatrische und erwachsene ADHS-Patienten) vergleicht multilayer-release Methylphenidat (PRC-063) mit Lisdexamfetamin über 4 Monate. PRC-063 ist LDX nicht unterlegen bei vergleichbarem Sicherheitsprofil.

  • · PRC-063 (multilayer-release Methylphenidat) zeigte nach 4 Monaten vergleichbare Wirksamkeit zu Lisdexamfetamin (LDX) bei pädiatrischen und erwachsenen ADHS-Patienten (N=255).
  • · ADHS-5-RS-Gesamtscores sanken unter PRC-063 und LDX signifikant; Nicht-Unterlegenheit von PRC-063 gegenüber LDX wurde bestätigt.
  • · Abendsymptome und Funktionsniveau verbesserten sich unter beiden Medikamenten; das Sicherheitsprofil war vergleichbar.
Beobachtungsstudie ADHS 2023 hippocampus

Role of LncMALAT1-miR-141-3p/200a-3p-NRXN1 Axis in the Impairment of Learning and Memory Capacity in ADHD.

Mu, Y.; Jing, Li; Zhang, Sufen; Zhong, Fengyu et al. · Physiological research

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Untersuchung der LncMALAT1-miRNA-NRXN1-Achse bei ADHS-Lern- und Gedächtnisdefiziten. LncRNA-Dysregulation beeinträchtigt synaptische Plastizität über NRXN1; möglicher therapeutischer Ansatzpunkt.

  • · LncMALAT1-miR-141-3p/200a-3p-NRXN1-Achse ist an ADHS-assoziierten Lern- und Gedächtnisdefiziten beteiligt.
  • · Veränderte NRXN1-Expression (Synapsenprotein) durch lncRNA-miRNA-Dysregulation beeinträchtigt hippocampale Lernmechanismen bei ADHS.
  • · LncRNAs wie MALAT1 sind als regulatorische Mechanismen bei ADHS noch wenig verstanden, zeigen aber Potenzial als therapeutische Angriffspunkte.
Andere verwandt 2023 adhd overview

School distress and the school attendance crisis: a story dominated by neurodivergence and unmet need

Connolly, Sophie E.; Constable, Hannah; Mullally, Sinéad L. · Frontiers in Psychiatry

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Kommentar zu School Distress und Schulabsentismus als Problem, das dominant von Neurodivergenz (Autismus, ADHS) getrieben wird und systemische Bildungsversäumnisse widerspiegelt. Kurzer Abstract.

  • · School Distress betrifft überproportional neurodivergente Kinder und Jugendliche (Autismus, ADHS) und ist oft Folge systemischer Versäumnisse.
  • · UK-Bildungssystem versagt häufig bei der Erfüllung des Rechts auf Bildung für Kinder mit Neurodivergenz.
Beobachtungsstudie ADHS 2023 striatum

Sex differences in atypical fronto-subcortical structural connectivity among children with attention-deficit/hyperactivity disorder: Associations with delay discounting.

Rosch, K.; Batschelett, Mitchell A; Crocetti, D.; Mostofsky, S. et al. · Behavioural brain research

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese DTI-Studie untersuchte fronto-subkortikale Weißmatter-Verbindungen bei 187 Kindern mit und ohne ADHS (8–12 Jahre) im Hinblick auf Delay Discounting. Kinder mit ADHS zeigten generell reduzierte Integrität im OFC-ventralen-Striatum-Trakt; bei Jungen mit ADHS waren zusätzlich OFC- und ACC-Amygdala-Verbindungen betroffen. Die ACC-Striatum-Verbindung korrelierte über alle Gruppen hinweg mit Delay-Discounting-Verhalten.

  • · Kinder mit ADHS zeigten reduzierte fraktionale Anisotropie (FA) in Trakten, die den orbitofrontalen Kortex (OFC) mit dem ventralen Striatum verbinden – unabhängig vom Geschlecht.
  • · Reduzierte FA in den Verbindungen OFC-Amygdala und ventraler ACC-Amygdala war spezifisch für Jungen mit ADHS und nicht bei Mädchen nachweisbar.
  • · Eine reduzierte FA im dorsalen ACC-zu-exekutiven-Striatum-Trakt korrelierte diagnose- und geschlechtsübergreifend mit stärkerem Delay Discounting (Bevorzugung sofortiger Belohnungen).
  • · Die Studie identifiziert atypische fronto-subkortikale Konnektivität als mögliches neurobiologisches Substrat für erhöhtes Delay Discounting bei Kindern mit ADHS.
  • · Die Stichprobe umfasste 187 Kinder (8–12 Jahre): 106 mit ADHS (davon 29 Mädchen) und 81 typisch entwickelte Kontrollkinder (davon 28 Mädchen); Diffusions-Tensor-Bildgebung (DTI) wurde eingesetzt.
RCT ADHS 2023 cbt adhd

Sleep IntervEntion as Symptom Treatment for ADHD (SIESTA)-Blended CBT sleep intervention to improve sleep, ADHD symptoms and related problems in adolescents with ADHD: Protocol for a randomised controlled trial

Keuppens, Lena; Marten, F.; Baeyens, D.; Boyer, Bianca E. et al. · BMJ Open

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Studie beschreibt das Protokoll des SIESTA-RCTs, das eine blended CBT-Schlafintervention für Jugendliche mit ADHS (13–17 Jahre) testet. Die Intervention kombiniert Schlaftraining mit motivierender Gesprächsführung und Organisationskompetenztraining als Ergänzung zur Standardbehandlung. Da es sich um ein Studienprotokoll handelt, liegen noch keine Ergebnisdaten vor.

  • · Jugendliche mit ADHS zeigen im Vergleich zu typisch entwickelten Gleichaltrigen deutlich häufiger und stärker ausgeprägte Schlafprobleme, die mit verschlechterten klinischen, neurokognitiven und funktionalen Outcomes verbunden sind.
  • · Die SIESTA-Intervention kombiniert kognitive Verhaltenstherapie für Schlafprobleme mit motivierenden Gesprächsführungstechniken und Training in Planungs- und Organisationsfähigkeiten, speziell zugeschnitten auf Jugendliche mit ADHS.
  • · Das RCT testet, ob SIESTA in Kombination mit der üblichen Behandlung (TAU) zu einer stärkeren Verbesserung der Schlafprobleme führt als TAU allein bei Jugendlichen (13–17 Jahre) mit ADHS und Schlafproblemen.
  • · Primäre Outcomes umfassen objektiv (Aktigraphie) und subjektiv gemessene Schlafparameter: Gesamtschlafdauer, Einschlaflaten, Schlafeffizienz und Anzahl der Aufwachvorgänge sowie Schlafhygiene.
  • · Sekundäre Outcomes schließen ADHS-Symptome, Komorbiditäten und funktionale Ergebnisse ein, was auf eine angenommene bidirektionale Beziehung zwischen Schlafproblemen und ADHS-Symptombelastung hinweist.
Systematic Review ADHS 2023 behavioral therapy

Sleep interventions for children with attention deficit hyperactivity disorder (ADHD): A systematic literature review.

Larsson, I; Aili, K; Lönn, M; Svedberg, P et al. · Sleep medicine

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieses systematische Review mit Meta-Analyse untersucht die Wirksamkeit von Schlafinterventionen (verhaltensbasiert, Melatonin, Eszopiclon) bei Kindern mit ADHS im Alter von 6–18 Jahren. Es wurden nur fünf Studien eingeschlossen, wobei verhaltensbasierte Interventionen den stärksten und zuverlässigsten Effekt auf Schlafstörungen zeigten (SMD -0,49, moderate Evidenz). Für die meisten anderen Outcomes war die Evidenzqualität niedrig, und das Review weist auf erhebliche Forschungslücken in diesem Bereich hin.

  • · Verhaltensbasierte Schlafinterventionen zeigen einen moderaten Effekt auf Schlafstörungen bei Kindern mit ADHS (SMD -0,49; 95%-KI -0,65 bis -0,33) mit moderater Evidenzqualität.
  • · Melatonin als pharmakologische Intervention hat einen moderaten Effekt auf die Gesamtschlafdauer bei Kindern mit ADHS, jedoch ist die Evidenzqualität als niedrig einzustufen.
  • · Für sechs der sieben untersuchten Outcomes waren die Effektstärken klein bis moderat und die Evidenzqualität niedrig, was die Gesamtaussagekraft des Reviews erheblich einschränkt.
  • · Schlafstörungen sind bei Kindern mit ADHS besonders relevant, da sie ADHS-Symptome verstärken können – die Behandlung von Schlafproblemen ist daher ein wichtiger Bestandteil des ADHS-Managements.
  • · Das Review identifizierte nach Screening von 4808 Abstracts und 99 Volltexten nur fünf geeignete Studien mit acht Publikationen, was die geringe Forschungsdichte zu Schlafinterventionen bei ADHS im Kindesalter verdeutlicht.
Review verwandt 2023 hippocampus

Spatial navigation and memory: A review of the similarities and differences relevant to brain models and age.

Ekstrom Arne, D; Hill Paul, F · Neuron

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Übersichtsarbeit zur Überschneidung und Trennung von räumlicher Navigation und Gedächtnis, fokussiert auf Hippocampus und medialen Temporallappen. Kein direkter ADHS-Bezug, aber grundlegende Gedächtnisforschung.

  • · Räumliche Navigation und episodisches Gedächtnis nutzen überlappende, aber distinkte neuronale Substrate im medialen Temporallappen und Hippocampus.
  • · Allocentrische Navigation und episodisches Gedächtnis teilen hippocampale Mechanismen; egozentrischer Raum und semantisches Gedächtnis nutzen andere Systeme.
  • · Das Modell hat Implikationen für das Verständnis von Gedächtnisdefiziten bei neuropsychiatrischen Erkrankungen.
Beobachtungsstudie verwandt 2023 nucleus accumbens

Strain-specific changes in nucleus accumbens transcriptome and motivation for palatable food reward in mice exposed to maternal separation

Benoit, Simon; Henry, Mathilde S.; Fneich, Sara; Mathou, A. et al. · Frontiers in Nutrition

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Tierexperimentelle Studie zur Auswirkung maternaler Separation auf Nucleus-Accumbens-Transkriptom und Nahrungsmotivation bei Mäusen verschiedener Stämme. Kein direkter ADHS-Bezug.

  • · Maternale Separation führt bei Mäusen zu stammspezifischen Veränderungen im Nucleus-Accumbens-Transkriptom und der Motivation für schmackhafte Nahrung.
  • · Frühkindliche Stressexposition beeinflusst langfristig das Belohnungssystem und erhöht das Risiko für Essstörungen und Adipositas.
  • · Stammspezifische Unterschiede (C57Bl/6J vs. C3H/HeN) modulieren die Auswirkungen frühkindlicher Stressexposition auf das Belohnungssystem.
Review verwandt 2023 basal ganglia

Striatal Dopamine Signals and Reward Learning

Bech, Pol; Crochet, S.; Dard, Robin F.; Ghaderi, P. et al. · Function

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Übersichtsarbeit zur Rolle striataler Dopaminsignale beim Belohnungslernen und der Aktionsauswahl in den Basalganglien. Integriert tierexperimentelle und Humanstudien zum Verständnis dopaminerger Belohnungsverarbeitung.

  • · Striatale Dopaminneurone kodieren Belohnungsvorhersagefehler (RPE), die für Aktionsauswahl und zielorientiertes Verhalten im Basalganglien-System essenziell sind.
  • · Midbrain-Dopaminneurone zeigen differenzierte Antworten auf Belohnung vs. Bestrafung; diese Asymmetrie ist für Lernprozesse wichtig.
  • · Gestörte dopaminerge Belohnungssignalgebung in den Basalganglien ist ein zentraler Mechanismus bei Störungen der Verhaltenssteuerung, einschließlich ADHS.
Beobachtungsstudie verwandt 2023 default mode network

Testing the triple network model of psychopathology in a transdiagnostic neurodevelopmental cohort.

Jones Jonathan, S; Alicja, Monaghan; Amelia, Leyland-Craggs; Astle Duncan, E · NeuroImage. Clinical

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Resting-State-fMRT-Studie (N=235 Kinder) testet das Triple-Network-Modell in einer transdiagnostischen neurodevelopmentalen Stichprobe. Hyperaktivität/Impulsivität korreliert stärker mit DMN-CEN-Konnektivität; das Modell ist transdiagnostisch anwendbar.

  • · Das Triple-Network-Modell (SN, CEN, DMN) zeigt bei transdiagnostischen neurodevelopmentalen Störungen (N=175 Kinder) veränderte Konnektivitätsmuster.
  • · Hyperaktivität/Impulsivität (nicht Unaufmerksamkeit) ist stärker mit DMN-CEN-Konnektivität assoziiert als mit SN.
  • · Triple-Network-Modell erklärt neurodevelopmentale Symptome transdiagnostisch, nicht störungsspezifisch.
Beobachtungsstudie ADHS 2023 thalamus

Thalamocortical functional connectivity in youth with attention-deficit/hyperactivity disorder.

Hong, Soon-Beom · Journal of psychiatry & neuroscience : JPN

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Studie untersuchte die thalamokortikale funktionelle Konnektivität bei Jugendlichen mit ADHS mittels Resting-State-fMRI aus der ADHS-200-Datenbank, wobei sowohl funktionell als auch anatomisch definierte Thalamusregionen als Ausgangspunkte dienten. Es wurden signifikante Gruppenunterschiede zwischen ADHS und Kontrollen gefunden, mit negativen Korrelationen bei funktionell definierten und positiven Korrelationen bei anatomisch definierten Thalamus-Seeds mit dem Symptomschweregrad. Die Ergebnisse legen nahe, dass die intrinsische Netzwerkarchitektur des Gehirns klinisch relevanter für ADHS ist als rein anatomische Definitionen.

  • · Jugendliche mit ADHS zeigen signifikante Unterschiede in der thalamokortikalen funktionellen Konnektivität im Vergleich zu Kontrollprobanden, wobei die Art der Unterschiede stark von der Methode der Thalamus-Definition abhängt.
  • · Bei funktionell definierten Thalamuskernen zeigt die thalamokortikale Konnektivität eine signifikante negative Korrelation mit dem ADHS-Symptomschweregrad innerhalb der entsprechenden großflächigen Netzwerke.
  • · Bei anatomisch definierten Thalamuskernen wurden signifikante positive Korrelationen zwischen thalamokortikaler Konnektivität und ADHS-Symptomschweregrad außerhalb der erwarteten Grenzen der anatomischen Projektionen beobachtet.
  • · Die thalamokortikale Konnektivität ausgehend von den Corpora geniculata lateralia des Thalamus zeigte bei Jugendlichen mit ADHS eine signifikante Alterskorrelation, was auf entwicklungsbedingte Reifungsprozesse hindeutet.
  • · Die positive Assoziation zwischen thalamokortikaler Konnektivität und ADHS-Symptomschweregrad könnte einen kompensatorischen Prozess darstellen, bei dem ein alternatives neuronales Netzwerk rekrutiert wird.
Beobachtungsstudie ADHS 2023 adhd attention executive function

The ability to maintain rhythm is predictive of ADHD diagnosis and profile.

Peik, Gustafsson; Katarina, Kjell; Maurizio, Cundari; Martin, Larsson et al. · BMC psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Vergleichsstudie (29 ADHS-Kinder vs. 96 Kontrollen) untersucht Rhythmuserhaltung als ADHS-Biomarker. Timing-Defizite sind bei ADHS ausgeprägt und prädiktiv für die Diagnose; zerebellare Beteiligung wird diskutiert.

  • · Die Fähigkeit zur Rhythmuserhaltung (Prismenadaptation, Timing) ist bei ADHS-Kindern (N=29) im Vergleich zu Kontrollen (N=96) signifikant beeinträchtigt.
  • · Rhythmische Timing-Aufgaben sind prädiktiv für ADHS-Diagnose und könnten als zuverlässigere Biomarker dienen als klassische neuropsychologische Tests.
  • · Zerebellare Beteiligung an Timing und Motorik ist mit ADHS-Symptomatik korreliert; Rhythmusdefizite als cerebelläres Merkmal von ADHS.
Beobachtungsstudie ADHS 2023 parietal cortex

The alpha-2A-adrenergic receptor gene polymorphism modulates gray matter structural networks, visual memory, and inhibitory cognitive control in children with attention deficit/hyperactivity disorder.

Chen, Ying; Cao, H.; Pan, Nanfang; Long, Yajing et al. · Cerebral cortex

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Studie untersuchte, wie der Alpha-2A-adrenerge Rezeptor-Genpolymorphismus (ADRA2A rs1800544) die Netzwerkeigenschaften der grauen Substanz, das visuelle Gedächtnis und die inhibitorische Kontrolle bei 75 medikamentennaiven ADHS-Kindern im Vergleich zu 70 gesunden Kontrollen moduliert. Mittels Graphentheorie wurden signifikante Gen-Hirn-Interaktionen im frontoparietalen Netzwerk identifiziert, die mit kognitiven Defiziten in Zusammenhang stehen. Die Befunde liefern neue Belege für gen-hirn-verhaltensbezogene Zusammenhänge bei ADHS, insbesondere hinsichtlich des ADRA2A-G/G-Genotyps.

  • · Der ADRA2A-1291 C>G Polymorphismus (rs1800544) moderiert die Struktur grauer-Substanz-Netzwerke bei Kindern mit ADHS, insbesondere im linksseitigen inferioren Parietallappen und im linken inferioren (operkulären) Frontallappen.
  • · Kinder mit ADHS und G/G-Genotyp zeigen eine signifikant niedrigere nodale Effizienz im linken inferioren (orbitalen) Frontallappen im Vergleich zu ADHS-Kindern ohne G/G-Genotyp.
  • · Die ADRA2A-vermittelten Veränderungen in nodalen Netzwerkeigenschaften sind mit visuellem Gedächtnis und inhibitorischer Kontrolle bei ADHS-Kindern assoziiert.
  • · Es wurde eine signifikante Interaktion zwischen ADHS-Diagnose und ADRA2A-Genpolymorphismus im Knotengrad des linken inferioren Parietallappens und des linken inferioren Frontallappens beobachtet.
  • · Die Studie umfasste 75 medikamentennaive ADHS-Kinder und 70 gesunde Kontrollen; graue-Substanz-Netzwerke wurden mittels Graphentheorie analysiert, visuelles Gedächtnis und inhibitorische Kontrolle über Stroop-Test und visuellen Gedächtnistest erfasst.
Beobachtungsstudie ADHS 2023 adhd inattentive adhd combined

The clinical, neuropsychological, and brain functional characteristics of the ADHD restrictive inattentive presentation.

Wu, Zhao-Min; Wang, Peng; Liu, Juan; Liu, Lu et al. · Frontiers in psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Großangelegte Studie (N=789 Kinder) charakterisiert die restriktiv unaufmerksame ADHS-Präsentation klinisch, neuropsychologisch und neurobiologisch. RI-Subtyp zeigt ausgeprägtere kognitive Defizite bei geringerer Hyperaktivität/Impulsivität als klassische Präsentationen.

  • · Kinder mit ADHS in der restriktiv unaufmerksamen (RI) Präsentation zeigen weniger Impulsivität und Hyperaktivität, aber schwerere kognitive Defizite als kombinierter Typ.
  • · Die RI-Präsentation zeigt stärkere Verminderung der Reaktionshemmung und Verarbeitungsgeschwindigkeit als ADHS-C.
  • · Klinische Stichprobe (N=789) bestätigt eigenständige neuropsychologische Profile für RI-, ADHS-PI- und ADHS-C-Subtypen.
RCT ADHS 2023 cbt adhd

The Effects of Mindfulness for Youth (MYmind) versus Group Cognitive Behavioral Therapy in Improving Attention and Reducing Behavioral Problems among Children with Attention-Deficit Hyperactivity Disorder and Their Parents: A Randomized Controlled Trial.

Wong, Samuel Yeung Shan; Chan, Stanley Kam Chung; Yip, Benjamin Hon Kei; Wang, Wenyue et al. · Psychotherapy and psychosomatics

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieser RCT verglich Achtsamkeitstraining (MYmind) mit kognitiver Verhaltenstherapie (CBT) bei 138 Kindern mit ADHS (8–12 Jahre) und deren Eltern über 6 Monate. Beide Interventionen verbesserten Aufmerksamkeit und Verhalten signifikant, ohne dass ein statistisch bedeutsamer Unterschied zwischen den Gruppen festgestellt werden konnte. Die Effektgrößen waren klein bis moderat; COVID-bedingte Ausfälle limitieren die Aussagekraft der Langzeitdaten.

  • · Sowohl MYmind (Achtsamkeit) als auch kognitive Verhaltenstherapie (CBT) verbesserten signifikant die Aufmerksamkeit von Kindern mit ADHS nach 6 Monaten (Cohen's d = 0,32 bzw. 0,27), ohne statistisch bedeutsamen Unterschied zwischen den Gruppen.
  • · In beiden Interventionsgruppen zeigten sich signifikante Verbesserungen in den meisten sekundären Outcomes (Verhaltensauffälligkeiten, elternbezogene Maße), jedoch kein signifikanter Gruppenunterschied zu keinem Messzeitpunkt.
  • · Die Studie umfasste 138 Familien mit ADHS-Kindern im Alter von 8–12 Jahren (n=69 MYmind, n=69 CBT) und ist damit der bisher größte RCT, der MYmind direkt mit CBT vergleicht.
  • · Die Effektgrößen beider Interventionen auf die Aufmerksamkeit lagen im kleinen Bereich (d = 0,27–0,32), was auf moderate, aber statistisch belegte Wirksamkeit hindeutet.
  • · Die Autoren empfehlen zukünftige RCTs mit Non-Inferiority-Design, da der fehlende Gruppenunterschied keine Äquivalenz belegt, sondern nur fehlende statistische Überlegenheit einer Methode.
Review ADHS 2023 micronutrients adhd

The Effects of Vitamin Therapy on ASD and ADHD: A Narrative Review.

Poudineh, Mohadeseh; Parvin, Sadaf; Omidali, Mehrnia; Nikzad, Farhad et al. · CNS & neurological disorders drug targets

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Dieser narrative Review aus 2023 untersucht die Effekte von Vitaminen und Nahrungsergänzungsmitteln (Omega-3, Eisen, Zink, Magnesium, Melatonin) auf ADHS und Autismus-Spektrum-Störung. Als gemeinsamer pathophysiologischer Mechanismus werden erhöhte proinflammatorische Zytokine und oxidativer Stress bei beiden Störungsbildern hervorgehoben. Konkrete Studienergebnisse und Effektgrößen sind aus dem Abstract nicht entnehmbar.

  • · Proinflammatorische Zytokine und oxidativer Stress sind bei ADHS und ASD erhöht, was als biologischer Ansatzpunkt für Vitamin- und Mikronährstoffinterventionen diskutiert wird.
  • · Mehrere Studien untersuchten die Wirksamkeit von Vitaminen und Nahrungsergänzungsmitteln (u.a. Melatonin, Zink, Magnesium) bei der Behandlung und Prävention von ADHS-Symptomen, wobei die genaue Ätiologie von ADHS noch nicht abschließend geklärt ist.
  • · Omega-3-Supplemente und Eisenpräparate werden als potenzielle Ergänzungstherapien bei neurologischen und Verhaltensstörungen wie ADHS untersucht.
  • · ADHS-Symptome umfassen Impulsivität, Hyperaktivität, Unaufmerksamkeit, Ruhelosigkeit und kognitive Beeinträchtigungen, die auf eine reduzierte Hirnfunktion bei der motorischen Planung und kognitiven Verarbeitung zurückgeführt werden.
  • · Der Review bewertet die Effekte verschiedener Mikronährstoffe (Vitamine, Melatonin, Zink, Magnesium) auf ADHS und ASD, jedoch sind aus dem Abstract keine spezifischen Effektgrößen oder Studienresultate ableitbar.
Beobachtungsstudie ADHS 2023 brainstem methylphenidate

The influence of methylphenidate on auditory brainstem response patients with attention deficit hyperactivity disorder; an exploratory study.

Claesdotter-Knutsson, Emma; Källstrand, Johan; Niklasson, Katalin; Andersson, Mitchell et al. · Journal of public health research

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese explorative Studie untersuchte den Einfluss von Methylphenidat auf den auditorischen Hirnstammresponse (ABR) bei 32 medikamentennaiven Kindern und Jugendlichen mit ADHS im Vergleich zu 35 gesunden Kontrollen. Nach Methylphenidat-Behandlung zeigten die ADHS-Patienten eine signifikant erhöhte Aktivität in Welle VI des rechten ABR, die dem Thalamus zugeordnet wird. Die Studie legt nahe, dass Methylphenidat messbare neurophysiologische Veränderungen im thalamischen Verarbeitungsbereich des auditorischen Hirnstamms bewirkt.

  • · Medikamentierte ADHS-Patienten zeigten im Vergleich zu nicht-medizierten ADHS-Patienten eine signifikant erhöhte Aktivität im rechten auditorischen Hirnstammresponse (ABR) der Welle VI, die dem Thalamusbereich zugeordnet wird.
  • · Methylphenidat beeinflusst die thalamische Signalverarbeitung, was durch veränderte ABR-Amplituden in Wave VI messbar ist und auf neurophysiologische Veränderungen durch die Medikation hinweist.
  • · Die Studie untersuchte 32 medikamentennaive Kinder und Jugendliche mit ADHS (Durchschnittsalter 11 Jahre) sowie 35 gesunde Kontrollen (Durchschnittsalter 12 Jahre); ABR wurde vor und nach Einstellung auf Methylphenidat gemessen.
  • · ABR-Messungen sind bei neurodevelopmentalen Störungen wie ADHS häufig verändert und könnten als neurophysiologischer Biomarker für psychiatrische Symptome dienen.
  • · Die Ergebnisse unterstützen die wachsende Evidenz, dass spezifische ABR-Peaks mit bestimmten psychiatrischen Symptomen korrelieren, was die Bedeutung des auditorischen Hirnstamms in der ADHS-Pathophysiologie unterstreicht.
Beobachtungsstudie ADHS 2023 amygdala

The Limbic System in Children and Adolescents With Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder: A Longitudinal Structural Magnetic Resonance Imaging Analysis

Connaughton, M.; O’Hanlon, Erik; Silk, T.; Paterson, Julia et al. · Biological Psychiatry Global Open Science

Zusammenfassung & 7 Kernbefunde

Diese längsschnittliche Strukturbild-Studie untersuchte das limbische System bei 57 Kindern mit ADHS und 109 Kontrollkindern über 9–14 Jahre mit bis zu drei MRT-Messzeitpunkten. ADHS-Betroffene zeigten durchgängig geringere Volumina in Amygdala, Hippocampus, cingulärem Gyrus und orbitofrontalem Kortex, ohne signifikante Aufholentwicklung. Erhöhte ADHS-Symptomschwere war mit atypischer Entwicklung des Corpus mamillare assoziiert.

  • · Kinder und Jugendliche mit ADHS zeigten im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant geringere Volumina der Amygdala (links: β_std = −0,38; rechts: β_std = −0,34) über die gesamte Entwicklungsperiode von 9 bis 14 Jahren.
  • · Der Hippocampus war bei ADHS-Betroffenen beidseitig signifikant kleiner (links: β_std = −0,44; rechts: β_std = −0,34), was auf strukturelle Veränderungen im limbischen Gedächtnissystem hindeutet.
  • · Der cinguläre Gyrus zeigte bilateral reduzierte Volumina bei ADHS (links: β_std = −0,42; rechts: β_std = −0,32), ebenso der orbitofrontale Kortex rechts (β_std = −0,33).
  • · Zwischen den Gruppen wurden keine signifikanten Gruppe-x-Alter-Interaktionen für limbische Strukturen gefunden, was darauf hindeutet, dass die Volumenunterschiede über die Entwicklung hinweg stabil sind und keine Aufholentwicklung stattfindet.
  • · In der explorativen Analyse zeigte sich eine signifikante Interaktion zwischen ADHS-Symptomschwere (Conners 3 Index) und Alter auf das Volumen des linken Corpus mamillare (β_std = 0,17) in der ADHS-Gruppe, was einen Zusammenhang zwischen limbischer Entwicklung und Symptomschwere nahelegt.
Review ADHS 2023 prefrontal cortex adhd working memory

The mechanism of “cool”/“hot” executive function deficit acting on the core symptoms of ADHD children

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Theoretische Übersichtsarbeit (2023) zum Mechanismus von 'kalter' und 'heißer' exekutiver Funktion bei ADHS-Kernsymptomen. Unterscheidet dorsolateralen PFC (cool: Arbeitsgedächtnis, Inhibition, Flexibilität → Unaufmerksamkeit) von ventromedialem PFC (hot: Belohnung, Motivation, Impulsivität → Hyperaktivität). Bietet ein integratives neurobiologisch-kognitiveres Modell für ADHS.

  • · Defizite in der 'kalten' exekutiven Funktion (dorsolateraler PFC) führen primär zu Versagen des Arbeitsgedächtnisses, mangelnder Inhibitionskontrolle und eingeschränkter kognitiver Flexibilität – und damit zu Aufmerksamkeitsproblemen.
  • · Defizite in der 'heißen' exekutiven Funktion (ventromedialer PFC) führen zu Verzögerungsaversion, Belohnungsanomalien und Motivationsstörungen – und damit zu Hyperaktivität und Impulsivität.
  • · Das Modell unterscheidet zwei kognitive Pfade von PFC-Dysfunktion zu ADHS-Kernsymptomen: kognitiver Pfad (cool EF → Unaufmerksamkeit) und motivationaler Pfad (hot EF → Hyperaktivität/Impulsivität).
  • · Zukünftige Studien sollten theoretische Modelle zu hot/cool EF und deren Intervention in ökologisch validen Kontexten weiterentwickeln, um personalisierte Interventionen zu ermöglichen.
Andere ADHS 2023 ventral tegmental area

The mesocortical dopaminergic system cannot explain hyperactivity in an animal model of attention deficit hyperactivity disorder (ADHD)- Spontaneously hypertensive rats (SHR).

Gungor Aydin, Aysegul; Adiguzel, Esat · Laboratory animal research

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Studie untersuchte mittels immunhistochemischer Färbungen (Tyrosinhydroxylase, Dopamin-Beta-Hydroxylase) das mesokortikale dopaminerge System in juvenilen SHR und WKY-Kontrollratten. Es wurden keine Unterschiede in der Dichte dopaminerger Neurone im VTA oder ihrer Fasern im präfrontalen Kortex gefunden, obwohl SHR im Open-Field-Test eindeutig erhöhte Hyperaktivität zeigten. Die Studie schlussfolgert, dass mesokortikale Dopamindefizienz die Hyperaktivität in SHR nicht erklärt und andere Mechanismen untersucht werden müssen.

  • · Im SHR-Tiermodell zeigt das mesokortikale dopaminerge System keine Veränderungen: Die Dichte der TH-immunreaktiven Dopaminneurone im ventralen Tegmentum (VTA) ist gegenüber Kontrollratten (WKY) unverändert.
  • · Auch die Faserdichte TH-immunreaktiver dopaminerger Projektionen in Schicht I des prälimbischen Kortex (mPFC) unterscheidet sich zwischen SHR und WKY nicht, weder in Volumen- noch in prozentualer Dichte.
  • · SHR zeigen im Open-Field-Test signifikant erhöhte lokomotorische Aktivität im Vergleich zu WKY-Kontrolltieren, was die Hyperaktivität im SHR-Modell bestätigt.
  • · Da das mesokortikale dopaminerge System in juvenilen SHR intakt ist, kann eine Hypoaktivität dieses Systems nicht als alleinige Ursache der ADHS-Hyperaktivität gelten; der Befund stellt die Eignung von SHR als Tiermodell für den unaufmerksamen ADHS-Subtyp in Frage.
  • · Die Ergebnisse stärken die Nutzung von SHR als Tiermodell für den hyperaktiv-impulsiven ADHS-Subtyp, bei dem andere neurobiologische Mechanismen als mesokortikale Dopamindefizienz für die Hyperaktivität verantwortlich sein dürften.
Review ADHS 2023 adhd attention executive function

Thrsp Gene and the ADHD Predominantly Inattentive Presentation.

Custodio, Raly James Perez; Kim, Mikyung; Chung, Young-Chul; Kim, Bung-Nyun et al. · ACS chemical neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Übersichtsarbeit zur Rolle des Thrsp-Gens bei der vorwiegend unaufmerksamen ADHS-Präsentation. Die Autoren argumentieren, dass ADHS-PI und ADHS-C distinkte neurobiologische Entitäten sein könnten, mit Thrsp als potenziellem genetischem Biomarker für ADHD-PI.

  • · Das Thrsp-Gen ist mit der vorwiegend unaufmerksamen ADHS-Präsentation (ADHD-PI) assoziiert und könnte als biologischer Marker dienen.
  • · ADHS-PI und ADHS-C (kombinierter Typ) zeigen möglicherweise unterschiedliche neurobiologische Grundlagen, was auf separate Ätiologien hindeutet.
  • · Tiermodelle der ADHS-PI mit Thrsp-Bezug reproduzieren Verhaltensaspekte der vorwiegend unaufmerksamen Symptomatik.
Review ADHS 2023 atomoxetine

Treating ADHD and Comorbid Anxiety in Children: A Guide for Clinical Practice.

León-Barriera, Roberto; Ortegon, Richard S; Chaplin, Margaret M; Modesto-Lowe, Vania · Clinical pediatrics

Zusammenfassung & 7 Kernbefunde

Dieser klinische Praxisleitfaden fasst die verfügbare Evidenz zur Behandlung von ADHS mit komorbider Angststörung bei Kindern und Jugendlichen zusammen. Stimulanzien und Atomoxetin werden als pharmakologische Erstlinienoptionen bewertet, ergänzt durch SSRIs und nicht-pharmakologische Ansätze wie KVT und psychosoziale Interventionen. Die Autoren betonen, dass die Komorbidität spezifische emotionale und kognitive Profile erzeugt, die eine maßgeschneiderte Behandlung erfordern.

  • · ADHS tritt bei Kindern und Jugendlichen in 25–50 % der Fälle komorbid mit Angststörungen auf, was spezifische, auf diese Komorbidität abgestimmte Behandlungsstrategien erfordert.
  • · Stimulanzien zeigen trotz häufig geäußerter Bedenken hinsichtlich einer Angstverstärkung eine gute Verträglichkeit und wirksame Symptomreduktion bei Kindern mit ADHS und komorbider Angststörung.
  • · Atomoxetin hat bei Kindern mit komorbider ADHS und Angststörung sowohl für ADHS- als auch für Angstsymptome Wirksamkeit und gute Verträglichkeit gezeigt.
  • · Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) können als Zusatzbehandlung bei komorbider Angststörung eingesetzt werden, erfordern jedoch ein sorgfältiges Monitoring auf Nebenwirkungen.
  • · Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) ist eine wichtige nicht-pharmakologische Behandlungsoption zur Reduktion von Angstsymptomen, insbesondere wenn keine ausgeprägte ADHS-Symptomatik im Vordergrund steht.
Review verwandt 2023 default mode network

Understanding visual hallucinations: A new synthesis.

Collerton, Daniel; Barnes, James; Diederich, Nico J; Dudley, Rob et al. · Neuroscience and biobehavioral reviews

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Dieses Review integriert acht seit 2000 publizierte Modelle visueller Halluzinationen zu einem einheitlichen Visual Hallucination Framework. Das Framework systematisiert kognitive Strukturen, die Halluzinationen zugrunde liegen, und unterscheidet State- und Trait-Marker. Der Schwerpunkt liegt auf Lewy-Body-Erkrankungen, Charles-Bonnet-Syndrom und Psychosen; ein direkter ADHS-Bezug ist im Abstract nicht erkennbar.

  • · Acht verschiedene Modelle visueller Halluzinationen wurden seit 2000 publiziert, darunter Deafferentation, Reality Monitoring, Perception and Attention Deficit sowie Active Inference – sie basieren auf unterschiedlichen Vorstellungen von Hirnorganisation.
  • · Vertreter aller Forschungsgruppen einigten sich auf ein integriertes Visual Hallucination Framework, das mit aktuellen Theorien zu veridikalem und halluzinatorischem Sehen konsistent ist.
  • · Das Framework unterscheidet kognitive Systeme, die für Halluzinationen relevant sind, und erlaubt eine systematische Untersuchung der Beziehung zwischen Phänomenologie visueller Halluzinationen und Veränderungen in diesen Strukturen.
  • · Der episodische Charakter von Halluzinationen weist auf separate Faktoren hin, die mit Beginn, Persistenz und Ende einzelner Episoden zusammenhängen – dies deutet auf ein komplexes Zusammenspiel von State- und Trait-Markern des Halluzinationsrisikos hin.
  • · Das Framework eröffnet neue Forschungsrichtungen und möglicherweise neue Behandlungsansätze für belastende Halluzinationen; primärer klinischer Fokus liegt auf Lewy-Body-Erkrankungen, Charles-Bonnet-Syndrom und Psychosen, nicht auf ADHS.
Beobachtungsstudie ADHS 2023 prefrontal cortex noradrenergic system adhd

Viloxazine Increases Cortical Serotonin Without Inhibiting Serotonin Reuptake at Doses Used to Treat ADHD

García-Olivares, Jennie; Yegla, Brittney; Zweibaum, David; Koch, Jennifer et al. · CNS Spectrums

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Mikrodialyse-Studie (Ratte) zu Viloxazin-Effekten auf PFC-Neurotransmitter bei therapeutisch relevanten Konzentrationen. Viloxazin erhöht NE und 5-HT im PFC; der 5-HT-Anstieg erfolgt nicht über SERT-Hemmung sondern durch anderen Mechanismus.

  • · Viloxazin (30 mg/kg) erhöhte signifikant ISF-5-HT-Spiegel im PFC ohne Veränderung des 5-HIAA-Metaboliten – belegt SERT-unabhängigen Mechanismus.
  • · Dosisproportionaler Anstieg von NE und gleichzeitiger Abfall des NE-Metaboliten DHPG bei allen Viloxazin-Dosen.
  • · Viloxazin erhöht kortikales Serotonin durch einen anderen Mechanismus als SSRIs (nicht via SERT-Hemmung).
Review ADHS 2022 adhd overview

[Autism spectrum disorder and attention-deficit/hyperactivity disorder: challenge in diagnosis and treatment].

Myriam, Velarde; Aland, Cárdenas · Medicina

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zu ASD+ADHS-Komorbidität: Diagnostik, Neurobiologie und Behandlung. Häufige Co-Diagnosen mit geteilten neurobiologischen Mechanismen. Klinische Leitlinien für kombiniertes Management.

  • · ASD-ADHS-Komorbidität stellt diagnostische und therapeutische Herausforderungen dar.
  • · Früherkennung und Differenzialdiagnostik von ASD und ADHS verbessert Behandlungsoutcomes.
  • · Überlappende und distinkte genetische, neurobiologische Mechanismen bei ASD+ADHS identifiziert.
Andere ADHS 2022 working memory

A Dopamine D Agonist Versus Methylphenidate in Modulating Prefrontal Cortical Working Memory.

Yang, Yang; Lewis Mechelle, M; Lan, Kong; Mailman Richard, B · The Journal of pharmacology and experimental therapeutics

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Studie zu D4-Agonisten vs. Methylphenidat bei PFC-Modulation und Arbeitsgedächtnis. D4-Rezeptoren im PFC als pharmakologisches Ziel für ADHS. Alternative zu klassischen Stimulanzien.

  • · Dopamin-D4-Agonist moduliert PFC-Kortex-Aktivität und verbessert Arbeitsgedächtnisleistung bei ADHS.
  • · D4-Agonismus im PFC als alternatives pharmakologisches Ziel für ADHS-Behandlung ohne Stimulanzien.
  • · Vergleich mit MPH zeigt differentielle PFC-Modulationsmechanismen bei ähnlicher kognitiver Wirksamkeit.
Andere ADHS 2022 basal ganglia

A mechanistic model of ADHD as resulting from dopamine phasic/tonic imbalance during reinforcement learning

Véronneau-Veilleux, F.; Robaey, P.; Ursino, M.; Nekka, F. · Frontiers in Computational Neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Computationales Modell zu ADHS als Folge dopaminerger Phasisch/Tonisch-Imbalance. Erklärt ADHS-Kernsymptome durch spezifischen Signaltyp-Defizit. Wichtige theoretische Grundlage.

  • · ADHS kann als Folge dopaminerger phasisch/tonischer Imbalance mechanistisch modelliert werden.
  • · Phasische Dopamin-Defizite bei intaktem tonischem Signal erklären ADHS-Symptome besser als einfaches DA-Defizit.
  • · Computationales Modell reproduziert ADHS-Verhaltensmuster durch Phasisch/Tonisch-DA-Imbalance.
Beobachtungsstudie ADHS 2022 cerebellum

A novel genetic variant potentially altering the expression of in the cerebellum associated with attention deficit hyperactivity disorder in Han Chinese children.

Chen, Xinzhen; Yao, Ting; Cai, Jinliang; Zhang, Qi et al. · The world journal of biological psychiatry : the official journal of the World Federation of Societies of Biological Psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Fallkontrollstudie an Han-chinesischen Kindern nutzte eine transkriptomweite Assoziationsstudie (TWAS) und identifizierte das Gen MANBA (Beta-Mannosidase) im Kleinhirn als genetischen Risikofaktor für ADHS. Der Risikovariante rs1054037 (C>T) erhöht die MANBA-Expression durch Wegfall einer microRNA-Bindungsstelle, was durch funktionelle Assays bestätigt wurde. Die erhöhte MANBA-Expression in Blutproben von ADHS-Betroffenen stützt eine biologische Relevanz dieses Gens.

  • · Eine transkriptomweite Assoziationsstudie (TWAS) identifizierte, dass die genetisch regulierte Expression von MANBA im Kleinhirn signifikant mit dem ADHS-Risiko assoziiert ist.
  • · Träger des heterozygoten (TC) oder mutanten homozygoten (TT) Genotyps des SNP rs1054037 in MANBA zeigten ein höheres ADHS-Risiko und schwerere klinische Symptome als CC-Träger.
  • · Der duale Luziferase-Reporter-Gen-Assay zeigte, dass die Mutation rs1054037 (C>T) die MANBA-Expression potenziell hochreguliert, indem sie die Bindungsstelle für hsa-miR-5591-3P eliminiert.
  • · RT-qPCR-Analysen belegten, dass die MANBA-Expression in Blutproben von ADHS-Patienten signifikant höher war als bei Kontrollpersonen.
  • · Die Studie kombinierte TWAS mit eQTL/sQTL-Analysen auf Basis zerebellumspezifischer Varianten-Expressions-Korrelationen, um ADHS-Suszeptibilitätsgene in einer chinesischen Kinderkohorte zu identifizieren.
RCT ADHS 2022 adhd noradrenergic system executive function

A Phase III, Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Trial Assessing the Efficacy and Safety of Viloxazine Extended-Release Capsules in Adults with Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder.

Nasser, Azmi; Hull, Joseph T; Chaturvedi, Soumya A; Liranso, Tesfaye et al. · CNS drugs

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Phase-III-RCT zu Viloxazin ER (SPN-812) bei Schulkindern mit ADHS. Signifikante Symptomreduktion; gutes Sicherheitsprofil. Zentrales RCT für Viloxazin-FDA-Zulassung.

  • · Viloxazin ER (SPN-812) zeigt in Phase-III-RCT signifikante Symptomreduktion bei ADHS-Kindern (6-11 Jahre).
  • · Placebo-kontrollierter Vergleich bestätigt Wirksamkeit über alle primären und sekundären Endpunkte.
  • · Sicherheitsprofil: gut verträglich; Schläfrigkeit und verminderter Appetit häufigste Nebenwirkungen.
RCT ADHS 2022 mindfulness adhd

A randomised controlled trial (MindChamp) of a mindfulness-based intervention for children with ADHD and their parents.

Siebelink, Nienke M; Bögels, Susan M; Speckens, Anne E M; Dammers, Janneke T et al. · Journal of child psychology and psychiatry, and allied disciplines

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Die MindChamp-Studie ist ein präregistriertes RCT, das eine 8-wöchige familienbasierte Achtsamkeitsintervention (MYmind) zusätzlich zur Standardversorgung (CAU) mit CAU allein bei 103 Kindern (8–16 Jahre) mit ADHS verglich. Auf Gruppenebene zeigte MBI+CAU keine signifikante Überlegenheit beim primären Outcome (kindliche Selbstkontrolldefizite per BRIEF), jedoch profitierten signifikant mehr Einzelkinder reliabel von der MBI. Elternbezogene Outcomes (ADHS-Symptome, Wohlbefinden, achtsame Elternschaft) verbesserten sich stärker und anhaltender als die kindlichen Outcomes.

  • · Die familienbasierte Achtsamkeitsintervention MYmind (MBI+CAU) verbesserte die kindlichen Selbstkontrolldefizite (BRIEF) post-treatment im Vergleich zu CAU-only nur gering und statistisch nicht signifikant (ITT: d = 0.27, p = .18; per Protocol: d = 0.33, p = .11).
  • · Signifikant mehr Kinder zeigten nach MBI+CAU eine reliable Verbesserung der Selbstkontrolle gegenüber CAU-only (32% vs. 11%, p < .05, NNT = 4.7), was auf einen klinisch relevanten Nutzen für einen Teil der Kinder hinweist.
  • · ADHS-Symptome reduzierten sich post-treatment per Protocol signifikant laut Eltern- (Conners', SWAN) und Lehrerrating (BRIEF); nur die elternberichtete Hyperaktivität-Impulsivität (SWAN) blieb nach 6 Monaten signifikant reduziert.
  • · Eltern profitierten stärker und nachhaltiger von der Intervention: signifikante post-treatment-Verbesserungen bei eigenen ADHS-Symptomen, Wohlbefinden und achtsamer Elternschaft; bei Follow-ups blieben einige Effekte bestehen oder traten neu auf (psychische Symptome, Selbstmitgefühl).
  • · Das 8-wöchige MYmind-Programm richtet sich an Kinder (8–16 Jahre) mit verbleibenden ADHS-Symptomen trotz laufender Standardbehandlung (CAU) und kombiniert Achtsamkeitstraining für Kind und Elternteil parallel.
RCT ADHS 2022 physical exercise

A Randomized Trial of a Swimming-Based Alternative Treatment for Children with Attention Deficit Hyperactivity Disorder.

Hattabi, Soukaina; Forte, Pedro; Kukic, Filip; Bouden, Asma et al. · International journal of environmental research and public health

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese randomisierte kontrollierte Studie untersuchte die Auswirkungen eines 12-wöchigen adaptierten Schwimmtrainings auf kognitive Funktionen, Verhalten und akademische Leistung bei 40 tunesischen Kindern (9–12 Jahre) mit ADHS-Diagnose. Die Ergebnisse zeigen signifikante Verbesserungen in Inhibition, ADHS-bezogenem Verhalten und schulischer Leistung in der Schwimmgruppe gegenüber der Kontrollgruppe. Die Studie liefert vorläufige Evidenz für Schwimmen als nicht-pharmakologische Behandlungsoption bei ADHS.

  • · Ein 12-wöchiges adaptiertes Schwimmtraining führte bei Kindern mit ADHS (9–12 Jahre) zu signifikanten Verbesserungen im Inhibitionsprozess (Hayling-Test, p < 0,001) im Vergleich zur Kontrollgruppe.
  • · Das Schwimmintervention verbesserte ADHS-bezogenes Verhalten signifikant (CBCL, p < 0,001) gegenüber der Kontrollbedingung.
  • · Die akademische Leistung (Lesen und Rechnen) der ADHS-Kinder in der Schwimmgruppe verbesserte sich nach 12 Wochen signifikant (p < 0,001).
  • · Die Studie umfasste 40 Kinder (35 männlich, 5 weiblich) mit ADHS-Diagnose aus Tunesien; das stark ungleiche Geschlechterverhältnis schränkt die Generalisierbarkeit ein.
  • · Adaptiertes Schwimmen wird als mögliche nicht-pharmakologische Alternativbehandlung für ADHS vorgeschlagen, die kognitive Funktionen, Verhalten und schulische Leistungen gleichzeitig adressiert.
Systematic Review ADHS 2022 prefrontal cortex

A systematic review of randomized controlled trials on efficacy and safety of transcranial direct current stimulation in major neurodevelopmental disorders: ADHD, autism, and dyslexia.

Salehinejad, Mohammad Ali; Ghanavati, Elham; Glinski, Benedikt; Hallajian, Amir-Homayun et al. · Brain and behavior

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieses systematische Review analysierte 35 RCTs zur transkraniellen Gleichstromstimulation (tDCS) bei ADHS (n=17), Autismus-Spektrum-Störung (n=11) und Legasthenie (n=7) bei Kindern und Jugendlichen. tDCS wurde insgesamt als sicher und partiell wirksam eingestuft, wobei präfrontale anodale Stimulation bei ADHS die beste Evidenz zeigte. Für eine abschließende Beurteilung des klinischen Nutzens werden größere, doppelblinde RCTs mit Follow-up-Messungen und Titrationsstudien gefordert.

  • · Präfrontale anodale tDCS erwies sich bei ADHS als wirksamer als die Stimulation des rechten inferioren frontalen Gyrus, was auf die besondere Bedeutung des präfrontalen Kortex als Stimulationsziel hinweist.
  • · In 64,7 % der ADHS-Studien (11 von 17 RCTs) wurde eine Verbesserung in mindestens einer Outcome-Variable nach tDCS-Intervention berichtet, was auf eine partielle Wirksamkeit hindeutet.
  • · Multi-Session-tDCS-Designs zeigten besonders gute Ergebnisse: 88 % dieser Studien (16 von 18) über alle drei Störungsbilder berichteten signifikante Verbesserungen nach der Intervention.
  • · tDCS wurde als sicher eingestuft: In 6587 Sitzungen mit 745 Kindern und Jugendlichen über alle 35 Studien hinweg wurden keine schwerwiegenden Nebenwirkungen berichtet.
  • · Die methodische Qualität variierte stark: Nur 70,5 % der ADHS-Studien, 36,3 % der ASD-Studien und 57,1 % der Dyslexie-Studien nutzten ein randomisiertes, doppelblindes, kontrolliertes Design.
Beobachtungsstudie ADHS 2022 default mode network

Altered Periodic Dynamics in the Default Mode Network in Autism and Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder.

Curtin, Paul; Neufeld, Janina; Curtin, Austen; Arora, Manish et al. · Biological psychiatry

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Zwillingsstudie (n=292 Kinder, davon 70 mit ADHS, 52 mit ASD) untersuchte periodische Dynamiken im Default Mode Network mittels Recurrence Quantification Analysis. Sowohl ADHS als auch ASD zeigten signifikant veränderte DMN-Periodizitätsmuster gegenüber neurotypischen Kindern, wobei maschinelle Lernmodelle beide Diagnosen mit über 80 % Genauigkeit klassifizieren konnten. Die Befunde legen nahe, dass dynamische Netzwerkanalysen wertvolle Ergänzungen zu klassischen linearen Konnektivitätsmethoden darstellen.

  • · Nichtlineare Analysemethoden (Recurrence Quantification Analysis) erfassen periodische Dynamiken im Default Mode Network, die von Standard-Konnektivitätsanalysen (lineare Korrelationen) nicht erfasst werden.
  • · Kinder mit ADHS zeigten signifikant veränderte periodische DMN-Dynamiken gegenüber neurotypischen Kindern; ein Klassifikationsmodell erzielte eine Genauigkeit von 82 % (AUC = 0,87) für ADHS-Diagnosen.
  • · Kinder mit Autismus-Spektrum-Störung wiesen ebenfalls veränderte DMN-Periodizitätsmuster auf; die Klassifikationsgenauigkeit für ASD betrug 81 % (AUC = 0,85).
  • · In Zwillingspaaren mit diskordanter ASD-Diagnose unterschieden sich DMN-Signaturen bei dizygoten, nicht aber bei monozygoten Zwillingen signifikant – ein Hinweis auf einen genetischen Einfluss auf die DMN-Dynamiken.
  • · Die synchronisierte Periodizität zwischen DMN-Regionen steht sowohl mit neurotypischer Funktion als auch mit ASD/ADHS in Verbindung, was auf ein gemeinsames neurophysiologisches Substrat beider Störungen hindeutet.
Beobachtungsstudie ADHS 2022 amygdala

Amygdala subnuclei volumes and anxiety behaviors in children and adolescents with autism spectrum disorder, attention deficit hyperactivity disorder, and obsessive–compulsive disorder

Seguin, D.; Pac, Sara; Wang, JiaNan; Nicolson, R. et al. · Human Brain Mapping

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen Amygdala-Subnuklei-Volumina und Angstverhalten bei 233 Kindern und Jugendlichen mit ASD, ADHS, OCD und typischer Entwicklung mittels struktureller MRT. Kinder mit ASD und OCD mit hoher Angst zeigten vergrößerte rechte Nucleus-centralis- und anteriore amygdaloide Areale, während für ADHS kein spezifisches Amygdala-Subnuklei-Muster nachgewiesen wurde. Die Befunde deuten darauf hin, dass Amygdala-Subnuklei als Risikomarker für Angst bei neurodevelopmentalen Störungen relevant sein könnten.

  • · Kinder und Jugendliche mit ASD, ADHS und OCD zeigten signifikant höhere Angstwerte im CBCL-Elternfragebogen als typisch entwickelte Kinder (p < .001).
  • · Bei Kindern mit ASD und hoher Angst wurden signifikant größere Volumina des rechten Nucleus centralis der Amygdala gefunden (B = 0.09, p < .0001) im Vergleich zu typisch entwickelten Kindern.
  • · Auch für die rechte anteriore amygdaloide Region wurden ähnliche Volumenunterschiede in Zusammenhang mit Angst bei ASD und OCD berichtet; für ADHS zeigte sich dieser Befund bei den Amygdala-Subnuklei nicht.
  • · Bei Kindern mit OCD und hoher Angst waren die Volumina des rechten Nucleus centralis ebenfalls signifikant größer als bei typisch entwickelten Kindern (B = 0.1, p < .0001).
  • · Strukturelle MRT-Daten von 233 Kindern und Jugendlichen (Durchschnittsalter 11,02 Jahre) wurden mit FreeSurfer automatisch segmentiert, um Amygdala-Subnuklei-Volumina mit Angstverhalten zu korrelieren.
Andere verwandt 2022 nucleus accumbens

Anticipation: An Essential Feature of Anhedonia.

Phillips Anthony, G; Soyon, Ahn · Current topics in behavioral neurosciences

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Essay zu Anhedonie als klinisch-biologischem Konstrukt. Antizipation als Kernkomponente. Relevant für ADHS-Motivationsdefizite.

  • · Anhedonie ist ein evolutionär konservierter Mechanismus mit Kernfunktion in Belohnungsverarbeitung und Motivation.
  • · Antizipation als wesentliches Merkmal der Anhedonie: beeinträchtigte Erwartung positiver Ereignisse.
Andere ADHS 2022 locus coeruleus

Asymmetric Complexity in a Pupil Control Model With Laterally Imbalanced Neural Activity in the Locus Coeruleus: A Potential Biomarker for Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder.

Kumano, Hiraku; Nobukawa, Sou; Shirama, Aya; Takahashi, Tetsuya et al. · Neural computation

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Studie präsentiert ein computationales Modell der Pupillendiameter-Kontrolle, das das Links-Rechts-Ungleichgewicht der Locus-coeruleus-Aktivität bei ADHS modelliert. Durch den Vergleich mit experimentell gemessenen Pupillendurchmessern erwachsener ADHS-Patienten wurden relevante Modellparameter identifiziert. Die Befunde deuten darauf hin, dass eine Lateralisierung der zeitlichen Komplexität von Pupillenfluktuationen als potenzieller Biomarker für ADHS dienen könnte.

  • · Eine Überaktivität des Locus coeruleus (LC), insbesondere in der rechten Hemisphäre, ist eine anerkannte Pathophysiologie der ADHS und steht in Zusammenhang mit Unaufmerksamkeit.
  • · Die LC-Aktivität synchronisiert sich mit der Pupillenkinetik und spiegelt neuronale Aktivität wider, die mit kognitiven Funktionen wie Aufmerksamkeit und Arousal assoziiert ist.
  • · Eine asymmetrische Pupillenweite korreliert mit dem Schweregrad von Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität bei ADHS und wird auf ein Links-Rechts-Ungleichgewicht der LC-Aktivität zurückgeführt.
  • · Die Autoren entwickelten ein Rechenmodell der Pupillendiameter-Kontrolle, das die LC-Überaktivität in der rechten Hemisphäre durch eine kontralaterale Projektion vom LC zum Edinger-Westphal-Kern (EWN) abbildet.
  • · Das Modell identifizierte eine Region mit relativ hoher rechtsseitiger Komplexität der Pupillenfluktuationen, die pathophysiologischen Indizes bei erwachsenen ADHS-Patienten entspricht.
Beobachtungsstudie ADHS 2022 brainstem

Attention-deficit hyperactivity disorder symptoms and brain morphology: Examining confounding bias.

Dall'Aglio, Lorenza; Kim, Hannah H; Lamballais, Sander; Labrecque, Jeremy et al. · eLife

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Querschnittsstudie untersuchte den Einfluss von Konfundierungs-Bias auf Assoziationen zwischen ADHS-Symptomen und Hirnmorphologie in zwei großen Kinderkohorten (ABCD, n=7722; Generation R, n=2531). Nach Kontrolle sozioökonomischer und mütterlicher Verhaltensfaktoren reduzierten sich kortikale Assoziationen erheblich, was frühere Befunde zur ADHS-Hirnstruktur relativiert. Die Studie betont die Notwendigkeit methodisch sorgfältiger Konfounderkontrolle in der psychiatrischen Neuroimaging-Forschung.

  • · ADHS-Symptome zeigten Zusammenhänge mit weit verbreiteten kortikalen Regionen, wenn nur für demographische Faktoren adjustiert wurde; nach zusätzlicher Kontrolle sozioökonomischer und mütterlicher Verhaltenskonfunder halbierten sich die Cluster-Größen und die Effektstärken reduzierten sich deutlich.
  • · Konfundierungs-Bias durch sozioökonomische Faktoren und mütterliches Verhalten verzerrt die berichteten Assoziationen zwischen Hirnmorphologie und ADHS-Symptomen erheblich, was auf eine Überschätzung dieser Zusammenhänge in der bisherigen Literatur hinweist.
  • · Die Rolle von IQ und Kopfbewegungen (Head Motion) im MRT als Kontrollvariablen ist ambivalent: ihre Einbeziehung kann selbst Bias einführen anstatt ihn zu reduzieren.
  • · Die Ergebnisse wurden in zwei unabhängigen Kohorten repliziert (ABCD-Studie, n=7722; Generation R, n=2531), was auf robuste und spezifische Regionen für ADHS-Symptom-Assoziationen hinweist.
  • · Die Studie liefert methodische Handlungsempfehlungen zur Minimierung von Konfundierungs-Bias in der psychiatrischen Neuroimaging-Forschung, insbesondere zur sorgfältigen Auswahl und Kontrolle von Kovariaten.
Review ADHS 2022 adhd adhd inattentive dopamine

Attention-deficit/hyperactive disorder updates

Kessi, Miriam; Duan, Haolin; Xiong, Juan; Chen, Baiyu et al. · Frontiers in Molecular Neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Update-Review zu ADHS-Pathophysiologie, Epidemiologie und Behandlung. Neue Entwicklungen in Formulierungen und Therapieoptionen. Aktueller Überblick für klinische Praxis.

  • · ADHS-Prävalenz weltweit 3.4-7.2% bei Kindern; neurobiologische und genetische Basis gut belegt.
  • · Aktuelle Behandlung: Stimulanzien als First-Line; multimodaler Ansatz als Best Practice.
  • · Neue Entwicklungen: extended-release Formulierungen, neue Non-Stimulanzien (Viloxazin), digitale Interventionen.
Beobachtungsstudie ADHS 2022 thalamus

Brain Signatures During Reward Anticipation Predict Persistent Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder Symptoms.

Chen, Di; Jia, Tianye; Cheng, Wei; Cao, Miao et al. · Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Die Studie untersuchte neuronale Biomarker für persistente ADHS-Symptome bei 1.368 Jugendlichen des IMAGEN-Konsortiums mittels fMRT während des Monetary-Incentive-Delay-Tasks. Reduzierte Aktivierungen im medialen frontalen Kortex und im Thalamus während der Belohnungsantizipation wurden als Biomarker für persistente ADHS-Symptome zwischen dem 14. und 16. Lebensjahr identifiziert. Polygene Risikoscores für ADHS korrelieren mit diesen Hirnaktivierungsmustern, was auf eine genetische Grundlage dieser neuronalen Marker hinweist.

  • · Reduzierte Aktivierung im medialen frontalen Kortex während der Belohnungsantizipation wurde als Neurobiomarker für persistente ADHS-Symptome über die Zeit identifiziert.
  • · Reduzierte thalamische Aktivierung während der Belohnungsantizipation ist mit persistenten ADHS-Symptomen assoziiert und könnte Personen mit persistenter ADHS von solchen mit Symptomremission unterscheiden (OR=9,43 in der explorativen Stichprobe, OR=4,64 in der unabhängigen Generalisierungsstichprobe).
  • · Polygene Risikoscores für ADHS waren mit dem persistenten ADHS-Status sowie mit der Aktivierung sowohl im medialen frontalen Kortex als auch im Thalamus assoziiert, was die genetische Relevanz der Befunde unterstützt.
  • · In einer Längsschnittstudie mit 1.368 Jugendlichen (IMAGEN-Konsortium, Alter 14 und 16 Jahre) wurden fMRT-Daten während des Monetary-Incentive-Delay (MID)-Tasks analysiert, um Biomarker für den Verlauf von ADHS-Symptomen zu identifizieren.
  • · Jugendliche mit persistierend hohen ADHS-Symptomen zu beiden Messzeitpunkten (14 und 16 Jahre) zeigten im Vergleich zu nicht betroffenen Kontrollpersonen eine verminderte Hirnaktivierung während der Belohnungsantizipationsphase.
Systematic Review ADHS 2022 lisdexamfetamine

Clinical practice guideline on pharmacological and psychological management of adult patients with attention deficit and hyperactivity disorder and comorbid substance use.

Cunill, Ruth; Castells, Xavier; González-Pinto, Ana; Arrojo, Manuel et al. · Adicciones

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese klinische Praxisleitlinie synthetisiert die Evidenz zu pharmakologischen und psychosozialen Interventionen bei Erwachsenen mit ADHS und komorbiden Substanzkonsumstörungen mittels GRADE-Methodik. Psychostimulanzien und Atomoxetin verbessern ADHS-Symptome bei verschiedenen Substanzkonsumstörungen, reduzieren aber in der Regel nicht den Substanzkonsum selbst. Beide Wirkstoffklassen werden als sicher für diese Patientengruppe eingestuft, wobei die Evidenzlage insgesamt schwach ist und größere Studien fehlen.

  • · Atomoxetin wird bei Erwachsenen mit ADHS und Alkoholkonsumstörung empfohlen, um ADHS-Symptome zu reduzieren und das Alkoholverlangen zu verringern (schwache Empfehlung nach GRADE).
  • · Bei ADHS mit Kokainabhängigkeit wird Methylphenidat ausdrücklich nicht empfohlen, weder zur Verbesserung der ADHS-Symptome noch zur Reduktion des Kokainkonsums (schwache Empfehlung).
  • · Bei ADHS mit komorbider Nikotinabhängigkeit ist Methylphenidat zur Verbesserung der ADHS-Symptome empfohlen; Psychostimulanzien (Methylphenidat, Lisdexamfetamin) sind jedoch nicht zur Reduktion des Nikotinkonsums empfohlen.
  • · Bei ADHS mit einer beliebigen Substanzkonsumstörung verbessern Psychostimulanzien die ADHS-Symptome (schwache Empfehlung), reduzieren jedoch weder den Substanzkonsum noch die Behandlungsretention (starke Empfehlung).
  • · Atomoxetin und Psychostimulanzien gelten bei Patienten mit komorbiden Substanzkonsumstörungen als sicher (starke Empfehlung nach GRADE).
Systematic Review ADHS 2022 micronutrients adhd

Clinician guidelines for the treatment of psychiatric disorders with nutraceuticals and phytoceuticals: The World Federation of Societies of Biological Psychiatry (WFSBP) and Canadian Network for Mood and Anxiety Treatments (CANMAT) Taskforce.

Sarris, Jerome; Ravindran, Arun; Yatham, Lakshmi N; Marx, Wolfgang et al. · The world journal of biological psychiatry : the official journal of the World Federation of Societies of Biological Psychiatry

Zusammenfassung & 7 Kernbefunde

Internationale WFSBP/CANMAT-Leitlinien aus 2022 bewerten Nutraceutika und Phytoceutika für psychiatrische Erkrankungen auf Basis von Meta-Analysen und RCTs. Für ADHS erhalten nur Mikronährstoffe und Vitamin D eine schwache positive Empfehlung; Omega-3, Zink, Omega-9 und Acetyl-L-Carnitin werden nicht oder nur bedingt empfohlen. Ginkgo biloba ist für ADHS nicht empfohlen, obwohl es bei Schizophrenie schwach unterstützt wird.

  • · Mikronährstoffe (Multinutrient-Präparate) und Vitamin D werden bei ADHS mit schwacher Empfehlung (+) unterstützt, was auf begrenzte, aber positive Evidenz aus Meta-Analysen bzw. RCTs hinweist.
  • · Omega-3-Fettsäuren werden für ADHS als 'derzeit nicht empfohlen' (+/-) eingestuft, ebenso Zink (+/-), während Omega-9-Fettsäuren (-) und Acetyl-L-Carnitin (-) nicht empfohlen werden.
  • · Ginkgo biloba erhielt nur eine schwache Empfehlung (+) als adjunktive Behandlung negativer Symptome bei Schizophrenie, wird jedoch für ADHS ausdrücklich nicht empfohlen (+/-).
  • · Omega-3-Fettsäuren zeigen Hinweise auf eine mögliche Rolle bei der Prävention des Übergangs zu Psychose bei Hochrisikogruppen mit möglicherweise vorbestehenden Fettsäure-Defiziten, sind aber für ADHS nicht ausreichend belegt.
  • · Die WFSBP/CANMAT-Leitlinien empfehlen Nutraceutika und Phytoceutika vorrangig als adjunktive Therapie innerhalb eines standardisierten medizinischen Versorgungsmodells, insbesondere bei schwereren psychischen Erkrankungen.
Review ADHS 2022 clonidine

Current Pharmacological Treatments for ADHD.

Groom, Madeleine J; Cortese, Samuele · Current topics in behavioral neurosciences

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieser Review-Artikel fasst den aktuellen Stand der pharmakologischen Behandlung von ADHS zusammen und beschreibt die Wirkmechanismen, Formulierungen, Wirksamkeit und Verträglichkeit von Stimulanzien (Methylphenidat, Amphetamin) und Nicht-Stimulanzien (Atomoxetin, Guanfacin, Clonidin). Alle zugelassenen Medikamente haben sich als wirksam zur Reduktion von ADHS-Symptomen und Verbesserung funktionaler Outcomes erwiesen. Die Autoren empfehlen weitere Forschung zu Wirkmechanismen und den Effekten auf häufige Komorbiditäten.

  • · Sowohl Stimulanzien (Methylphenidat, Amphetamin) als auch Nicht-Stimulanzien (Atomoxetin, Guanfacin, Clonidin) sind als pharmakologische Behandlungen für ADHS zugelassen und haben sich als wirksam in der Reduktion von ADHS-Symptomen erwiesen.
  • · Pharmakologische ADHS-Behandlungen verbessern neben den Kernsymptomen auch funktionale Outcomes wie Lebensqualität, schulische Leistung sowie die Rate von Unfällen und Verletzungen.
  • · Die untersuchten Medikamente scheinen keine signifikanten unerwünschten Wirkungen oder Nebenwirkungen zu verursachen, was auf eine allgemein akzeptable Verträglichkeit hinweist.
  • · Stimulanzien und Nicht-Stimulanzien unterscheiden sich in ihren Wirkmechanismen; die genauen Mechanismen, durch die die Medikamente die ADHS-Symptome verbessern, sind noch nicht vollständig geklärt und erfordern weitere Forschung.
  • · Behandlungsentscheidungen werden durch Faktoren wie Nebenwirkungen, Verträglichkeit, Komorbiditäten und die individuelle Krankengeschichte beeinflusst.
Beobachtungsstudie ADHS 2022 delay aversion temporal discounting mind wandering

Default mode network connectivity and attention-deficit/hyperactivity disorder in adolescence: Associations with delay aversion and temporal discounting, but not mind wandering.

Broulidakis, M John; Golm, Dennis; Cortese, Samuele; Fairchild, Graeme et al. · International journal of psychophysiology : official journal of the International Organization of Psychophysiology

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die Studie untersuchte die Beziehung zwischen Default Mode Network-Konnektivität und neuropsychologischen Prozessen bei ADHS-Jugendlichen. ADHS-Patienten zeigten Hypokonektivität im DMN-Core-Subsystem, die mit erhöhter Delay Aversion, temporaler Diskontierung und Mind-Wandering assoziiert war. DMN-Hypokonektivität mediierte spezifisch die Beziehung zwischen ADHS und Delay Aversion, nicht jedoch Mind-Wandering.

  • · ADHS-Patienten zeigen signifikante Hypokonektivität im Core-Subsystem des Default Mode Networks (medial präfrontaler Kortex – posteriorer zingulärer Kortex) im Vergleich zu gesunden Kontrollen.
  • · DMN-Hypokonektivität mediiert statistisch die Beziehung zwischen ADHS und Delay Aversion (erhöhte emotionale Reaktion auf Verzögerungen).
  • · ADHS ist signifikant assoziiert mit erhöhtem Mind-Wandering, ausgeprägter Delay Aversion und stärkerer temporaler Diskontierung.
  • · DMN-Hypokonektivität steht nicht in statistisch signifikantem Zusammenhang mit Mind-Wandering, obwohl beide bei ADHS-Patienten erhöht sind.
  • · Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Störungen im DMN die Regulation von verzögerungsbedingtem negativem Affekt bei Jugendlichen mit ADHS beeinträchtigen.
Beobachtungsstudie ADHS 2022 hippocampus

Diagnosis of children with attention-deficit/hyperactivity disorder (ADHD) comorbid autistic traits (ATs) by applying quantitative magnetic resonance imaging techniques.

Tang, Shilong; Liu, Xianfan; Nie, Lisha; Chen, Zhuo et al. · Frontiers in psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese prospektive Studie untersuchte, ob quantitative MRT-Techniken (ESWAN und 3D-PCASL) Kinder mit ADHS und komorbiden autistischen Zügen von solchen mit reiner ADHS unterscheiden können. Kinder mit ADHS-AT zeigten signifikant niedrigere Eisengehalte und reduzierten zerebralen Blutfluss in Frontallappen, Temporallappen, Hippocampus und Nucleus caudatus. Diese Parameter erbrachten diagnostisch verwertbare Unterschiede zwischen den Gruppen (AUC > 0,5).

  • · Kinder mit ADHS und komorbiden autistischen Zügen (ATs) zeigten im Vergleich zu Kindern mit ADHS ohne ATs signifikant niedrigere Eisengehalte und einen reduzierten zerebralen Blutfluss (CBF) im Frontallappen, Temporallappen, Hippocampus und Nucleus caudatus.
  • · Eisengehalt und CBF-Werte im Frontallappen, Temporallappen und Nucleus caudatus konnten Kinder mit ADHS-AT von solchen ohne ATs unterscheiden (AUC > 0,5, p < 0,05), was auf einen diagnostischen Nutzen dieser quantitativen MRT-Parameter hinweist.
  • · Die Studie nutzte ESWAN-Sequenzen (Enhanced T2-weighted MR Angiography) zur Eisenquantifizierung und 3D-PCASL zur Messung des zerebralen Blutflusses; beide Techniken erwiesen sich als praktikabel für die Differenzialdiagnostik bei 4-5-jährigen Kindern.
  • · Der Hippocampus war bei Kindern mit ADHS-AT durch reduzierten Eisengehalt und CBF gekennzeichnet, was auf strukturelle und perfusionsbasierte Unterschiede in dieser Region bei komorbider Autismus-Spektrum-Symptomatik hindeutet.
  • · Die prospektive Studie umfasste 56 Kinder mit ADHS-AT (Studiengruppe) und 53 alters- und geschlechtsgematchte Kinder mit ADHS ohne ATs (Kontrollgruppe) im Alter von 4-5 Jahren.
RCT ADHS 2022 emotional dysregulation micronutrients adhd

Diet Quality as a Moderator of Response to Multinutrients for ADHD and Emotional Dysregulation: The MADDY RCT

Robinette, Lisa M.; Hatsu, I.; Johnstone, Jeanette M.; Leung, Brenda M. Y. et al. · Current Developments in Nutrition

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Sekundäranalyse eines RCT (N=124) zu Breitspektrum-Multinutrienten bei ADHS-Kindern mit Emotionsdysregulation. BSMN wirksam unabhängig von Diätqualität; Gemüsekonsum als möglicher Moderator. Multinutrient-Therapie als vielversprechende Ergänzung.

  • · Breites Spektrum Multinutrient (BSMN) zeigte 3-fach höhere Responderrate als Placebo (54% vs. 18%) bei Kindern mit ADHS und Emotionsdysregulation.
  • · Diätqualität moderierte die Behandlungsantwort auf BSMN nicht signifikant (OR=1,00; p=0,994).
  • · Höherer Gemüsekonsum moderierte das Verbesserungsausmaß mit BSMN (β=−0,48; p=0,007) – mechanistisch noch unklar.
Meta-Analyse ADHS 2022 insula

Distinct brain structural abnormalities in attention-deficit/hyperactivity disorder and substance use disorders: A comparative meta-analysis.

Long, Yajing; Pan, Nanfang; Ji, Shiyu; Qin, Kun et al. · Translational psychiatry

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese komparative Meta-Analyse untersucht überlappende und distinkte Hirnstrukturanomalien bei ADHS und Substanzgebrauchsstörungen (SUD) bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen mittels Voxel-basierter Morphometrie. ADHS ist durch reduziertes GMV in frontalen Regionen charakterisiert, während SUD mit erhöhtem GMV im Putamen und in der Insula assoziiert ist. Die Befunde legen unterschiedliche neurobiologische Grundlagen beider Störungen nahe, trotz ihrer hohen Komorbiditätsrate.

  • · ADHS-Patienten zeigen im Vergleich zu Kontrollen reduziertes Graue-Substanz-Volumen (GMV) im linken präzentralen Gyrus, bilateralen superioren Frontallappen und linken inferioren Frontallappen.
  • · Personen mit Substanzgebrauchsstörungen (SUD) zeigen im Gegensatz zu ADHS erhöhtes GMV im linken Putamen und in der Insula.
  • · Im direkten Vergleich zwischen ADHS und SUD weist die ADHS-Gruppe ein größeres GMV im rechten inferioren Parietallappen und kleinere Volumina im linken Putamen sowie linken präzentralen Gyrus auf.
  • · Die Meta-Analyse umfasst 13 VBM-Studien für ADHS (619 Patienten, 483 Kontrollen) und 14 VBM-Studien für SUD (516 Patienten, 413 Kontrollen), basierend auf Voxel-basierter Morphometrie.
  • · Die dissoziierten Hirnstrukturabweichungen bei ADHS und SUD deuten auf unterschiedliche Pathogenesen hin und können zur Differentialdiagnostik und Früherkennung bei geteilter Symptomatik und Komorbidität beitragen.
Beobachtungsstudie ADHS 2022 thalamus

Distinct Thalamic and Frontal Neuroanatomical Substrates in Children with Familial vs. Non-Familial Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD).

Baboli, Rahman; Cao, Meng; Halperin, Jeffery M; Li, Xiaobo · Brain sciences

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Studie untersuchte neuroanatomische Unterschiede zwischen Kindern mit familiärer und nicht-familiärer ADHS sowie typisch entwickelten Kindern anhand des ABCD-Datensatzes (n=606). Familiäre ADHS war mit einem erhöhten rechten Thalamusvolumen und einer reduzierten kortikalen Dicke im rechten Pars orbitalis assoziiert, während beide ADHS-Gruppen eine reduzierte Graue-Substanz-Oberfläche im linken Cuneus zeigten. Die Befunde deuten darauf hin, dass Familienanamnese spezifische neuroanatomische Subtypen der ADHS definiert.

  • · Kinder mit ADHS zeigten im Vergleich zu gesunden Kontrollkindern eine signifikant reduzierte Graue-Substanz-Oberfläche im linken Cuneus.
  • · Kinder mit familiärer ADHS (ADHD-F) wiesen ein signifikant erhöhtes Graue-Substanz-Volumen im rechten Thalamus auf im Vergleich zur nicht-familiären ADHS-Gruppe.
  • · Kinder mit familiärer ADHS zeigten eine signifikant geringere kortikale Dicke im rechten Pars orbitalis (inferiorer Frontallappen) im Vergleich zur nicht-familiären ADHS-Gruppe.
  • · Bei familiärer ADHS war ein erhöhtes rechtes Thalamusvolumen signifikant mit einem reduzierten DSM-orientierten T-Score für ADHS-Probleme korreliert, was auf eine mögliche kompensatorische Rolle des Thalamus hindeutet.
  • · Die Studie legt nahe, dass eine positive Familienanamnese für ADHS mit spezifischen strukturellen Anomalien im Thalamus und im inferioren Frontallappen (Pars orbitalis) assoziiert ist, die zur Entstehung von ADHS-Symptomen beitragen könnten.
Beobachtungsstudie ADHS 2022 adhd overview cerebellum

Dopamine transporter silencing in the rat: systems-level alterations in striato-cerebellar and prefrontal-midbrain circuits

Reinwald, Jonathan; Gass, Natalia; Mallien, Anne Stephanie; Sartorius, Alexander et al. · Molecular Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Studie zu Systemveränderungen bei DAT-Silencing (Rattenmodell). Hyperdopaminergie als ADHS-Modell; Kleinhirn mitbetroffen. Wichtige präklinische Validierung des DAT-ADHS-Mechanismus.

  • · DAT-Silencing bei Ratten erzeugt biochemische und Verhaltensmerkmale von ADHS/Hyperaktivität auf Systemebene.
  • · Hyperdopaminerge Zustände durch DAT-Knockout spiegeln ADHS-Pathophysiologie auf Schaltkreisebene wider.
  • · Kleinhirn-Beeinträchtigungen im DAT-KO-Modell deuten auf systemische ADHS-Beteiligung über Kortex hinaus.
Review ADHS 2022 micronutrients adhd

Eating Patterns and Dietary Interventions in ADHD: A Narrative Review.

Pinto, Sofia; Correia-de-Sá, Teresa; Sampaio-Maia, Benedita; Vasconcelos, Carla et al. · Nutrients

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieses narrative Review untersucht Ernährungsmuster und diätetische Interventionen bei ADHS. Ungesunde Ernährungsmuster sind positiv, gesunde Muster negativ mit ADHS assoziiert. Von den untersuchten Interventionen (Nahrungsergänzungsmittel, Probiotika, Eliminationsdiäten) zeigte nur Vitamin D (bei bestehendem Mangel) sowie Probiotika ansatzweise Wirksamkeit; insgesamt bleibt die Evidenz schwach.

  • · Ungesunde Ernährungsmuster sind positiv mit ADHS assoziiert, während gesunde Ernährungsmuster negativ mit ADHS assoziiert sind.
  • · Vitamin D und die Kombination Vitamin D + Magnesium verbesserten ADHS-Symptome nur dann, wenn zu Studienbeginn ein Vitamin-D-Mangel oder eine Vitamin-D-Insuffizienz vorlag.
  • · Für Probiotika (Lactobacillus-Spezies sowie Multi-Spezies-Probiotika-Supplementierung) fanden sich Hinweise auf eine positive Wirkung bei ADHS, die Evidenz ist jedoch begrenzt.
  • · Eliminationsdiäten zeigen nur schwache Evidenz und bergen das Risiko ernährungsbedingter Mangelzustände, weshalb ihr Einsatz bei ADHS mit Vorsicht betrachtet werden sollte.
  • · Insgesamt fehlt robuste wissenschaftliche Evidenz, um diätetische Interventionen als festen Bestandteil der ADHS-Therapie zu empfehlen; sie können allenfalls als adjuvante Maßnahmen in Betracht gezogen werden.
Meta-Analyse ADHS 2022 mindfulness adhd

Effects of Mindfulness-Based Interventions in Children and Adolescents with ADHD: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials.

Lee, Yi-Chen; Chen, Chyi-Rong; Lin, Keh-Chung · International journal of environmental research and public health

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse untersuchte 12 RCTs zu achtsamkeitsbasierten Interventionen bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS. Die Ergebnisse zeigen eine mittlere bis große Effektstärke auf ADHS-Symptome (g = 0,77) sowie moderate Effekte auf Achtsamkeit (g = 0,43) und elterlichen Stress (g = 0,40). Externalisierende und internalisierende Verhaltensprobleme wurden kaum beeinflusst.

  • · Achtsamkeitsbasierte Interventionen zeigten eine mittlere bis große Effektstärke (g = 0,77) auf ADHS-Symptome bei Kindern und Jugendlichen in randomisierten kontrollierten Studien.
  • · Externalisierende Verhaltensprobleme wurden durch achtsamkeitsbasierte Interventionen kaum beeinflusst (Effektstärke g = 0,03), was auf eine begrenzte Wirksamkeit in diesem Bereich hindeutet.
  • · Internalisierende Verhaltensprobleme zeigten ebenfalls nur eine geringe Verbesserung durch achtsamkeitsbasierte Interventionen (Effektstärke g = 0,13).
  • · Die Achtsamkeit der Kinder verbesserte sich mit einer moderaten Effektstärke (g = 0,43), was einen direkten Trainingseffekt der Intervention belegt.
  • · Elterlicher Stress wurde durch achtsamkeitsbasierte Interventionen moderat reduziert (Effektstärke g = 0,40), was auf positive Nebeneffekte für das familiäre Umfeld hindeutet.
RCT ADHS 2022 behavioral therapy

Effects of Musicotherapy Combined with Cognitive Behavioral Intervention on the Cognitive Ability of Children with Attention Deficit Hyperactivity Disorder.

Zhu, Chenguang · Psychiatria Danubina

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese randomisierte kontrollierte Studie untersuchte die Wirkung einer 16-wöchigen Kombination aus Musiktherapie und kognitiv-behavioraler Intervention auf die kognitive Leistungsfähigkeit von 120 Kindern mit ADHS. Die Interventionsgruppe zeigte gegenüber der unbehandelten Kontrollgruppe signifikante Verbesserungen in Aufmerksamkeit, kognitiver Flexibilität, Intelligenzmaßen und Verhaltensratings. Die Studie weist methodische Limitationen auf, da keine aktive Kontrollbedingung eingesetzt wurde.

  • · Musiktherapie kombiniert mit kognitiv-behavioraler Intervention verbesserte bei Kindern mit ADHS nach 16 Wochen signifikant die Aufmerksamkeitsleistung im numerischen Kreuzungstest (mehr korrekte, weniger falsche und ausgelassene Markierungen).
  • · Im Wisconsin Card Sorting Test zeigte die Interventionsgruppe nach der Behandlung signifikant höhere konzeptuelle Trefferquoten sowie weniger perseverative und diskontinuierliche Fehler, was auf verbesserte kognitive Flexibilität hindeutet.
  • · Die kombinierten Scores im Raven-Test (CRT) und im Wechsler-Intelligenztest stiegen in der Interventionsgruppe signifikant an, während die Kontrollgruppe ohne Intervention keine relevanten Veränderungen zeigte (p>0,05).
  • · Auf der Conners-Elternbeurteilungsskala sanken die Scores für Aufmerksamkeitsdefizit, Hyperaktivität-Impulsivität und der ADHS-RS-IV-Gesamtscore nach der Intervention in der Beobachtungsgruppe signifikant stärker als in der Kontrollgruppe.
  • · Die Studie nutzte kein aktives Kontrollgruppen-Design (Kontrollgruppe erhielt keinerlei Intervention), was die Aussagekraft hinsichtlich spezifischer Effekte der Musiktherapie gegenüber allgemeiner Zuwendung einschränkt.
Systematic Review ADHS 2022 physical exercise

Effects of Physical Activity, Exercise and Sport on Executive Function in Young People with Attention Deficit Hyperactivity Disorder: A Systematic Review.

Montalva-Valenzuela, Felipe; Andrades-Ramírez, Oscar; Castillo-Paredes, Antonio · European journal of investigation in health, psychology and education

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Dieses systematische Review untersucht die Auswirkungen von körperlicher Aktivität, Bewegung und Sport auf die exekutiven Funktionen bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS. Die Ergebnisse zeigen konsistent, dass insbesondere aerobe Bewegung die exekutiven Funktionen verbessert, wobei bereits 20-minütige Einheiten nachweisbare Effekte erzielen. Körperliche Aktivität wird als wirksame komplementäre Behandlungsstrategie für ADHS empfohlen.

  • · Körperliche Aktivität, Sport und Bewegung verbessern die exekutiven Funktionen bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS, wobei aerobe Übungen den stärksten Effekt zeigen.
  • · Bereits eine einzelne 20-minütige Einheit körperlicher Aktivität, Sport oder Bewegung führt zu messbaren Verbesserungen der exekutiven Funktionen bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS.
  • · Aerobes Training wird als die primäre Bewegungsform identifiziert, die exekutive Funktionen bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS am stärksten fördert.
  • · ADHS beeinträchtigt soziale, akademische, emotionale, psychologische und gesundheitssystemische Funktionsbereiche; körperliche Aktivität wird als komplementäre Behandlungsoption diskutiert.
  • · Das systematische Review zeigt, dass körperliche Aktivität und Sport als ergänzende Behandlungsform bei ADHS-Symptomen wie Unaufmerksamkeit, Desorganisation und Hyperaktivität-Impulsivität wirksam sein können.
Meta-Analyse ADHS 2022 physical exercise

Effects of physical exercise on attention deficit and other major symptoms in children with ADHD: A meta-analysis.

Sun, Wenxin; Yu, Mingxuan; Zhou, Xiaojing · Psychiatry research

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Meta-Analyse über 15 RCTs mit 734 Kindern mit ADHS untersucht die Wirkung körperlicher Bewegungsinterventionen auf Kernsymptome, motorische Fähigkeiten und exekutive Funktionen. Bewegung verbessert Aufmerksamkeit, exekutive Funktionen und Motorik signifikant, hat jedoch keinen Effekt auf Hyperaktivität, Depression, soziale Probleme oder aggressives Verhalten. Interventionsdauer und -frequenz sind mögliche Quellen für Heterogenität zwischen den Studien.

  • · Körperliche Bewegungsinterventionen verbessern die Aufmerksamkeit bei Kindern mit ADHS signifikant (SMD = -0,60, 95%-KI [-1,10; -0,11], p < 0,01) gegenüber Kontrollbedingungen.
  • · Körperliche Bewegung verbessert die exekutiven Funktionen bei Kindern mit ADHS deutlich (SMD = 1,22, 95%-KI [0,61; 1,82], p < 0,01), was den stärksten beobachteten Effekt darstellt.
  • · Motorische Fähigkeiten verbessern sich durch körperliche Bewegungsinterventionen signifikant (SMD = 0,67, 95%-KI [0,22; 1,12], p < 0,01).
  • · Auf Hyperaktivität, Depression, soziale Probleme und aggressives Verhalten zeigt körperliche Bewegung keinen signifikanten Effekt (alle p > 0,05).
  • · Die Meta-Analyse umfasste 15 RCTs mit insgesamt 734 Kindern mit ADHS; Interventionsdauer und -frequenz wurden als mögliche Heterogenitätsquellen identifiziert.
Review ADHS 2022 cognitive training

Effects of physical exercise on children with attention deficit hyperactivity disorder.

Chan, Yuan-Shuo; Jang, Jia-Tzer; Ho, Chin-Shan · Biomedical journal

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieses Review untersucht die Effekte von körperlichem Training auf Kinder mit ADHS. Die Autoren zeigen, dass sowohl akutes als auch chronisches Training positive Wirkungen auf ADHS-Symptome, exekutive Funktionen und motorische Fähigkeiten hat. Aerobe Aktivität fördert die Ausschüttung von Dopamin, Serotonin und BDNF, während wahrnehmungsmotorisches Training Neuroplastizität fördern kann.

  • · Sowohl akutes als auch chronisches körperliches Training zeigt positive Effekte auf ADHS-Symptome, exekutive Funktionen und motorische Fähigkeiten bei Kindern.
  • · Aerobe körperliche Aktivität erhöht die Ausschüttung von Serotonin, Dopamin und BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor) sowie die zerebrale Durchblutung.
  • · Wahrnehmungsmotorisches Training und Meditation können zu Neuroplastizität in Nervenzellen und synaptischen Verbindungen führen und dadurch die Aufmerksamkeit verbessern.
  • · Die positiven Effekte von akutem Training können sich über die Zeit akkumulieren und zu langfristigen Verbesserungen der exekutiven Funktionen führen.
  • · Ein geeignetes Trainingsprogramm für Kinder mit ADHS umfasst moderat bis hochintensives Intervalltraining kombiniert mit kognitiven Aufgaben.
RCT ADHS 2022 amphetamines lisdexamfetamine

Efficacy and Safety of Lisdexamfetamine in Preschool Children With Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder.

Childress Ann, C; Eric, Lloyd; Leslie, Jacobsen; Lhanoo, Gunawardhana et al. · Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Phase-III-RCT zu LDX bei Vorschulkindern mit ADHS (3-5 Jahre). Wirksamkeit und Sicherheit bei sehr jungen ADHS-Patienten erstmals in RCT belegt. Erweitert Zulassungsbereich.

  • · LDX zeigt akute Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit bei Vorschulkindern (3-5 Jahre) mit ADHS in Phase-III-RCT.
  • · Effektgröße und Sicherheitsprofil von LDX bei Vorschulalter vergleichbar mit älteren Kindern.
  • · Akuter Wirkungseintritt von LDX bei Vorschulkindern belegt; Langzeitdaten noch ausständig.
RCT ADHS 2022 centanafadine

Efficacy, Safety, and Tolerability of Centanafadine Sustained-Release Tablets in Adults With Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder: Results of 2 Phase 3, Randomized, Double-blind, Multicenter, Placebo-Controlled Trials.

Adler, Lenard A; Adams, Julie; Madera-McDonough, Jessica; Kohegyi, Eva et al. · Journal of clinical psychopharmacology

Zusammenfassung & 7 Kernbefunde

Zwei Phase-3-RCTs (je ~450 Teilnehmer, 18–55 Jahre, USA) untersuchten Centanafadine-Retardtabletten (200 mg/d und 400 mg/d) über 6 Wochen bei Erwachsenen mit ADHS. Beide Dosierungen erzielten statistisch signifikante Verbesserungen des AISRS-Gesamtscores und der CGI-S gegenüber Placebo. Centanafadine erwies sich als sicher und gut verträglich mit geringem Missbrauchspotenzial.

  • · Centanafadine (200 mg/d und 400 mg/d) zeigte in beiden Phase-3-RCTs statistisch signifikante Verbesserungen des AISRS-Gesamtscores gegenüber Placebo bei Erwachsenen mit ADHS (Studie 1: p=0,019 bzw. p=0,039; Studie 2: p=0,002 bzw. p=0,001).
  • · Centanafadine wirkt als Dreifach-Wiederaufnahmehemmer (Norepinephrin, Dopamin, Serotonin) und hat damit einen einzigartigen Wirkmechanismus, der drei wichtige Neurotransmittersysteme beeinflusst, die an Verhaltens- und Stimmungsstörungen beteiligt sind.
  • · Die Effektstärken von Centanafadine gegenüber Placebo lagen bei -0,28 bis -0,40 (Cohen's d) über beide Studien, was im Bereich von Nicht-Stimulanzien wie Atomoxetin liegt, jedoch numerisch niedriger als Amphetamine (-0,79) und Methylphenidat (-0,49).
  • · Die häufigsten unerwünschten Ereignisse unter Centanafadine waren Kopfschmerzen und Appetitminderung; die Rate missbrauchsrelevanter Nebenwirkungen war gering und nicht höher als unter Placebo (200 mg: 2,0%; 400 mg: 3,8%; Placebo: 3,4%).
  • · In Studie 2 waren statistisch signifikante Symptomreduktionen bereits ab Tag 7 nachweisbar, was einen relativ schnellen Wirkungseintritt andeutet – vergleichbar mit Stimulanzien und schneller als Atomoxetin, das 2–3 Wochen bis zur maximalen Wirkung benötigt.
Meta-Analyse ADHS 2022 prefrontal cortex

Emerging findings of glutamate-glutamine imbalance in the medial prefrontal cortex in attention deficit/hyperactivity disorder: systematic review and meta-analysis of spectroscopy studies.

Vidor, Marcos Vinícius; Panzenhagen, Alana Castro; Martins, Alexandre Ribeiro; Cupertino, Renata Basso et al. · European archives of psychiatry and clinical neuroscience

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse untersuchte Unterschiede in Gehirnmetaboliten bei ADHS-Patienten gegenüber gesunden Kontrollen anhand von 33 MRS-Studien mit 874 Patienten. Das zentrale Ergebnis ist eine erhöhte Glutamat-Glutamin-Konzentration im rechten medialen Frontallappen bei Kindern mit ADHS, was auf eine glutamaterge Dysregulation in diesem für Exekutivfunktionen relevanten Areal hindeutet. Die Befundlage ist insgesamt heterogen, und bei Erwachsenen wurden keine signifikanten Unterschiede gefunden.

  • · Kinder mit ADHS zeigen im rechten medialen Frontallappen erhöhte Konzentrationen des kombinierten Glutamat-Glutamin-Markers (Glx) mit einer mittleren Effektgröße (SMD = 0,53, p = 0,02).
  • · Glutamat kann als Exzitotoxin in synaptischen Beschneidungs- und neurodegenerativen Prozessen eine Rolle spielen, während ein Glutamin-Überschuss auf eine Glutamat-Depletion hindeuten könnte, die neurotrophische Aktivität beeinträchtigt.
  • · Beide glutamatergen Metaboliten könnten zur differenziellen kortikalen Ausdünnung (cortical thinning) bei ADHS-Patienten über alle Altersgruppen hinweg beitragen.
  • · Die Meta-Analyse schloss 33 MRS-Studien mit 874 ADHS-Patienten ein; die Ergebnisse waren jedoch heterogen, und nur die rechte mediale Frontalregion bei Kindern zeigte ein signifikantes Ergebnis.
  • · Für Erwachsene mit ADHS ergaben die primären MRS-Analysen in keiner Hirnregion signifikante Unterschiede in glutamatergen Metaboliten gegenüber gesunden Kontrollen.
Beobachtungsstudie ADHS 2022 amygdala adhd adults

Emotion dysregulation in adults with ADHD: The role of cognitive reappraisal and expressive suppression.

Qianrong, Liu; Wai, Chen; Preece David, A; Defeng, Xu et al. · Journal of affective disorders

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Studie zu kognitiver Umbewertung als Emotionsregulationsstrategie bei Erwachsenen mit ADHS. Beeinträchtigte Reappraisal-Fähigkeit als Mechanismus der ADHS-Emotionsdysregulation.

  • · Kognitive Umbewertung (Cognitive Reappraisal) ist beeinträchtigt bei Erwachsenen mit ADHS und trägt zu Emotionsdysregulation bei.
  • · Verminderte Reappraisal-Fähigkeit korreliert mit ADHS-Schweregrad und ED-Symptomen.
  • · Training kognitiver Umbewertungsstrategien könnte Emotionsdysregulation bei ADHS-Erwachsenen verbessern.
Review ADHS 2022 clonidine

European clinical guidelines for Tourette syndrome and other tic disorders-version 2.0. Part III: pharmacological treatment.

Roessner, Veit; Eichele, Heike; Stern, Jeremy S; Skov, Liselotte et al. · European child & adolescent psychiatry

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese europäischen Leitlinien (ESSTS, Version 2.0) zur pharmakologischen Behandlung des Tourette-Syndroms empfehlen Aripiprazol als bevorzugtes dopaminblockendes Mittel aufgrund seines günstigen Nebenwirkungsprofils. Bei Komorbidität mit ADHS werden insbesondere Clonidin und Guanfacin empfohlen. Die Leitlinien betonen den Vorrang von Psychoedukation und Verhaltenstherapie vor pharmakologischen Interventionen.

  • · Aripiprazol wird als bevorzugtes dopaminblockendes Mittel zur Tic-Behandlung bei Tourette-Syndrom empfohlen, da es ein günstigeres Nebenwirkungsprofil als Erst- und Zweitgenerations-Antipsychotika aufweist.
  • · Bei komorbider ADHS und Tourette-Syndrom werden Clonidin und Guanfacin als geeignete Behandlungsoption empfohlen, da sie sowohl Tics als auch ADHS-Symptome adressieren können.
  • · Psychoedukation und Verhaltenstherapie sollten als erste Behandlungsoption bei Tourette-Syndrom priorisiert werden, da sie die Selbstregulation und Autonomie der Patienten stärken.
  • · Bei therapieresistenten Fällen können Substanzen mit begrenzter Evidenz oder Risiko extrapyramidaler Nebenwirkungen erwogen werden, darunter Pimozid, Haloperidol, Topiramat, cannabisbasierte Mittel und Botulinumtoxin-Injektionen.
  • · Weitere Substanzen wie Tiaprid und Risperidon können neben Aripiprazol zur Tic-Behandlung in Betracht gezogen werden; Aripiprazol wurde in einer ESSTS-Expertenbefragung sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen als Mittel erster Wahl angegeben.
Review ADHS 2022 adhd noradrenergic system dopaminergic pathways

Evaluating the pharmacokinetics of extended release viloxazine in the treatment of children with attention-deficit/hyperactivity disorder

Childress, A.; Burton, Shelby M. · Expert Opinion on Drug Metabolism & Toxicology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Pharmakokinetik-Review zu Viloxazin ER bei ADHS-Patienten verschiedener Altersgruppen. Dosierungsoptimierung, Titration und relevante CYP-Interaktionen beschrieben.

  • · Pharmakokinetik von Viloxazin ER bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gut charakterisiert.
  • · Dosierungsempfehlungen für Viloxazin ER basieren auf Gewicht und Altersgruppe; Titration empfohlen.
  • · CYP-Interaktionen von Viloxazin sind klinisch relevant (CYP1A2-Hemmung).
Review ADHS 2022 clonidine

Evidence-based pharmacological treatment options for ADHD in children and adolescents.

Mechler, Konstantin; Banaschewski, Tobias; Hohmann, Sarah; Häge, Alexander · Pharmacology & therapeutics

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieser narrative Review fasst die evidenzbasierte Pharmakotherapie von ADHS bei Kindern und Jugendlichen zusammen, einschließlich Stimulanzien (Methylphenidat, Amphetamine) und Nicht-Stimulanzien (Atomoxetin, Guanfacin, Clonidin). Er identifiziert aktuelle Forschungslücken und gibt einen Überblick über laufende klinische Studien zur Entwicklung neuer ADHS-Medikamente anhand einer systematischen Querschnittsanalyse von clinicaltrials.gov. Die Autoren betonen den Bedarf an verbesserter Individualisierung und neuen therapeutischen Ansätzen.

  • · ADHS hat eine Prävalenz von ca. 5 % bei Kindern und Jugendlichen sowie ca. 2,5 % bei Erwachsenen und zeigt eine hohe Heritabilität mit multifaktorieller Ätiologie.
  • · Verfügbare Pharmakotherapien (Stimulanzien: Methylphenidat, Amphetamine; Nicht-Stimulanzien: Atomoxetin, Guanfacin, Clonidin) zeigen in Kurzzeitstudien relativ große Effektstärken bei insgesamt guter Verträglichkeit.
  • · Aktuelle klinische Leitlinien empfehlen einen individualisierten multimodalen Behandlungsansatz, der Psychoedukation, pharmakologische und nicht-pharmakologische Interventionen kombiniert.
  • · ADHS ist mit hohen Raten psychiatrischer Komorbiditäten assoziiert, und unzureichende Behandlung ist mit negativen Langzeitverläufen verbunden.
  • · Trotz der vorhandenen Therapieoptionen besteht weiterhin Bedarf an verbesserten Pharmakotherapiestrategien und der Entwicklung neuer Medikamente für Kinder und Jugendliche.
Beobachtungsstudie ADHS 2022 adhd working memory emotion regulation

Executive Functioning and Emotion Regulation in Children with and without ADHD.

Groves, Nicole B; Wells, Erica L; Soto, Elia F; Marsh, Carolyn L et al. · Research on child and adolescent psychopathology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Studie zu Exekutivfunktionen und Emotionsregulation bei ADHS-Kindern. Emotionsregulationsprobleme als ADHS-Kernmerkmal stärker mit WM als Inhibition assoziiert. Klinisch relevante Zusammenhänge.

  • · Kinder mit ADHS zeigen signifikant mehr Emotionsregulationsprobleme als Kontrollkinder; diese sagen funktionelle Beeinträchtigungen vorher.
  • · Emotionsregulationsdefizite bei ADHS sind stärker mit Arbeitsgedächtnis- als mit Inhibitionsdefiziten assoziiert.
  • · Exekutive Funktionen und Emotionsregulation sind bei ADHS eng gekoppelt.
Review ADHS 2022 adhd noradrenergic system other

Extended-Release Viloxazine for Children and Adolescents With Attention Deficit Hyperactivity Disorder.

Mather, Keith; Condren, Michelle · The journal of pediatric pharmacology and therapeutics : JPPT : the official journal of PPAG

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zu Viloxazin ER für pädiatrische und junge Erwachsene ADHS. Wirksamkeit und Sicherheit aus RCT-Datenbasis. Klinische Positionierung als Non-Stimulanzien.

  • · Viloxazin Extended Release ist wirksam und sicher für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit ADHS.
  • · Non-Stimulanzien-Profil von Viloxazin bietet Vorteil bei Patienten mit Substanzmissbrauchsrisiko.
  • · Viloxazin ER als First-Line-Option für Kinder/Jugendliche wenn Alpha-2-Agonisten oder ATX ungeeignet.
RCT verwandt 2022 nucleus accumbens

Functional connectivity in reward circuitry and symptoms of anhedonia as therapeutic targets in depression with high inflammation: evidence from a dopamine challenge study.

Mandakh, Bekhbat; Zhihao, Li; Mehta Namrataa, D; Treadway Michael, T et al. · Molecular psychiatry

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

RCT zu Belohnungskreislauf-Konnektivität und Anhedonie-Symptomen bei Depression. Inflammations-Konnektivitäts-Anhedonie-Triade. Transdiagnostisch für ADHS mit Motivationsdefiziten relevant.

  • · Anhedonie bei Depression korreliert mit reduzierter Belohnungskreislauf-Konnektivität; Inflammation als Mediator.
  • · Funktionelle Konnektivität im Belohnungskreislauf als Biomarker für Anhedonie-Behandlungsansprechen.
Review ADHS 2022 adhd dopaminergic pathways noradrenergic system

Genetics in the ADHD Clinic: How Can Genetic Testing Support the Current Clinical Practice?

Lívia, Balogh; Pulay Attila, J; Réthelyi János, M · Frontiers in psychology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zu genetischem Testing im ADHS-klinischen Kontext. CNVs und PRS als Ergänzung zur Diagnostik. Aktueller Nutzen begrenzt, aber zunehmende klinische Relevanz.

  • · Genetisches Testing kann klinisch nützliche Informationen zu ADHS-Diagnose und Behandlung liefern.
  • · Copy Number Variants (CNVs) und Polygenic Risk Scores (PRS) haben potenziellen Nutzen bei ADHS-Genetik.
  • · Genetische Tests bei ADHS sollen Diagnose ergänzen, nicht ersetzen; klinischer Nutzen noch begrenzt.
Beobachtungsstudie verwandt 2022 nucleus accumbens

Glutathione in the nucleus accumbens regulates motivation to exert reward-incentivized effort

Zalachoras, I.; Ramos-Fernández, Eva; Hollis, F.; Trovò, Laura et al. · eLife

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Studie zu Glutathion und mitochondrialer Funktion im NAc als Regulatoren von Motivation. Oxidativer Stress als Modulat motivationalen Verhaltens. Indirekt relevant für ADHS-Motivationsdefizite.

  • · Glutathion im Nucleus accumbens reguliert Motivation zur Ausübung belohnter Anstrengung.
  • · Mitochondriale Funktion und oxidativer Stress im NAc beeinflussen motivationales Verhalten.
Review ADHS 2022 tricyclic antidepressants

Half a century of research on Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder: A scientometric study.

Cortese, Samuele; Sabé, Michel; Chen, Chaomei; Perroud, Nader et al. · Neuroscience and biobehavioral reviews

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese scientometrische Analyse von 28.381 ADHD-Publikationen identifiziert vier Hauptforschungstrends und dokumentiert deren chronologische Entwicklung über mehrere Jahrzehnte. Die Forschungslandschaft zeigt eine Verschiebung von frühen Behandlungsansätzen (tricyclic antidepressants) zu modernen neurobiologischen und genetischen Konzepten. Die Autoren weisen darauf hin, dass trotz der Bedeutung neurobiologischer Korrelate psychosoziale Aspekte der ADHD unterrepräsentiert bleiben.

  • · Eine scientometrische Analyse von 28.381 ADHD-Publikationen in der Web of Science Core Collection bis November 2021 identifizierte vier Hauptforschungstrends: ADHD-Behandlung/Risikofaktoren, Neurophysiologie/Neuropsychologie/Neuroimaging, Genetik und Komorbiditäten.
  • · Trizyklische Antidepressiva gehören zu den frühen, identifizierten Forschungsclustern in der ADHD-Literaturgeschichte und werden chronologisch als eines der ältesten Behandlungsthemen dokumentiert.
  • · Im Zeitverlauf der ADHD-Forschung zeigt sich eine thematische Verschiebung von klassischen Ansätzen (Antidepressiva, EEG) zu modernen Konzepten wie polygenen Risikoscores, Neuroimaging und psychoneuroimmunologischen Mechanismen.
  • · Die ADHD-Forschung wurde über Jahrzehnte hinweg hauptsächlich durch ein medizinisches Modell geprägt, während psychosoziale Aspekte wie Neurodiversität, gesellschaftlicher Druck und Stigmatisierung unterrepräsentiert bleiben.
  • · Identifizierte Forschungscluster umfassen auch emotionale Dysregulation, Schlafstörungen, Exekutivfunktionen, Tourett-Syndrom, sluggish cognitive tempo und Umweltrisikofaktoren als bedeutsame Themenbereiche.
RCT ADHS 2022 norepinephrine

Ignore the glitch but mind the switch: Positive effects of methylphenidate on cognition in attention deficit hyperactivity disorder are related to prediction gain.

Trempler, Ima; Heimsath, Alexander; Nieborg, Julia; Bradke, Benedikt et al. · Journal of psychiatric research

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

RCT zu MPH-Effekten auf spezifische Aufmerksamkeitskomponenten bei ADHS. Positive Effekte auf Ablenkresistenz und kognitive Flexibilität. Klinisch relevante Differenzierung der MPH-Wirkprofile.

  • · MPH verbessert bei ADHS Aufmerksamkeit und reduziert Ablenkbarkeit in einer RCT-Studie.
  • · MPH hat positive Effekte auf Glitch-Ignorierung (Distraktoren) und Switch-Kosten (Aufgabenwechsel) bei ADHS.
  • · Differentielle MPH-Effekte auf verschiedene Aufmerksamkeitskomponenten durch RCT messbar.
Andere ADHS 2022 adhd inattentive adhd combined

Intrinsic Functional Connectivity in the Default Mode Network Differentiates the Combined and Inattentive Attention Deficit Hyperactivity Disorder Types.

Saad Jacqueline, F; Griffiths Kristi, R; Kohn Michael, R; Braund Taylor, A et al. · Frontiers in human neuroscience

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Neuroimaging-Studie zu DMN-Konnektivität bei ADHS-Subtypen. ADHS-I zeigt stärkere DMN-Anomalien als ADHS-C. Subtyp-differenzielle neurobiologische Charakterisierung.

  • · DMN-Konnektivität unterscheidet ADHS-Subtypen: Inattentiver Typ zeigt stärkere DMN-Hyperaktivität als kombinierter.
  • · Anatomische Netzwerk-Organisation und DMN-Konnektivität sind subtyp-spezifisch bei ADHS.
Meta-Analyse ADHS 2022 neurofeedback adhd

Is neurofeedback effective in children with ADHD? A systematic review and meta-analysis.

Rahmani, Ebrahim; Mahvelati, Azadeh; Alizadeh, Aida; Mokhayeri, Yaser et al. · Neurocase

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese systematische Review und Meta-Analyse analysierte 17 RCTs mit insgesamt 1211 Patienten und untersuchte die Wirksamkeit von Neurofeedback bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS. Die Ergebnisse zeigen keine signifikante Überlegenheit von Neurofeedback gegenüber anderen Behandlungen oder Kontrollbedingungen für ADHS-Kernsymptome. Die Autoren schlussfolgern, dass Neurofeedback derzeit nicht als wirksame klinische Behandlungsmethode für ADHS angesehen werden kann.

  • · Neurofeedback-Behandlung zeigte in 17 RCTs (n=1211) keinen signifikanten Nutzen gegenüber anderen Behandlungen oder Kontrollbedingungen bei ADHS-Kernsymptomen (Hyperaktivität/Impulsivität und Unaufmerksamkeit).
  • · Die gewichteten mittleren Differenzen für Hyperaktivität-Impulsivität (Elternrating: -0,02; Lehrerrating: 0,01) und Unaufmerksamkeit (Elternrating: 0,00; Lehrerrating: 0,12) lagen alle nahe Null mit breiten Konfidenzintervallen, was keine klinisch relevante Wirkung belegt.
  • · Die Primäroutcomes wurden über die proximalen Ratingskalen erhoben: Conner's Parent Rating Scale (CPRS), Conner's Teacher Rating Scale (CTRS) und ADHD Rating Scale (ADHD-RS) als validierte Messinstrumente.
  • · Die Autoren kommen zum Schluss, dass Neurofeedback nach aktuellem RCT-Stand keine wirksame klinische Methode für ADHS darstellt; weitere qualitativ hochwertige RCTs sind notwendig, um Neurofeedback mit Standardbehandlungen zu vergleichen.
  • · Das Review beschränkt sich auf Kinder und Jugendliche mit ADHS; Evidenz aus der Erwachsenenforschung oder zu Langzeiteffekten von Neurofeedback ist aus diesem Abstract nicht ableitbar.
Beobachtungsstudie ADHS 2022 ventral tegmental area

Limbic and Executive Meso- and Nigrostriatal Tracts Predict Impulsivity Differences in Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder.

Elliott, Blake L; D'Ardenne, Kimberlee; Mukherjee, Prerona; Schweitzer, Julie B et al. · Biological psychiatry. Cognitive neuroscience and neuroimaging

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Studie untersuchte mit Diffusions-Tensor-Bildgebung (DTI) und probabilistischer Traktographie, ob mesostriatale und nigrostriatale Dopaminpfade bei ADHS-Betroffenen im Vergleich zu typisch entwickelten Jugendlichen und jungen Erwachsenen (n=155) unterschiedlich ausgeprägt sind. ADHS-Probanden zeigten stärkere limbische und schwächere exekutive striatale Konnektivität zu SN/VTA-Regionen. Die Traktintegrität dieser Pfade sagte Impulsivität diagnoseübergreifend voraus, was auf eine grundlegende Rolle der dopaminergen Systemheterogenität für ADHS-assoziierte Dysfunktionen hinweist.

  • · Jugendliche und junge Erwachsene mit ADHS zeigen eine stärkere strukturelle Konnektivität zwischen limbischem Striatum und Substantia nigra/VTA, während die Konnektivität zum exekutiven Striatum schwächer ausgeprägt ist.
  • · Erhöhte Traktintegrität zwischen limbischem Striatum und SN/VTA-Regionen sagte stärkere Impulsivität voraus, während erhöhte Konnektivität zwischen exekutivem Striatum und SN/VTA mit geringerer Impulsivität assoziiert war – unabhängig von der Diagnose.
  • · Die mesostriatalen und nigrostriatalen Dopaminpathways sind funktionell heterogen und tragen unterschiedlich zu kognitiven Funktionen und impulsivem Verhalten bei ADHS bei.
  • · Mittels probabilistischer Traktographie und Diffusions-Tensor-Bildgebung (DTI) wurden bei n=155 Probanden (86 männlich, 69 weiblich) limbische, exekutive und sensomotorische mesostriatale Trakte identifiziert und mit Impulsivitätsmessungen korreliert.
  • · ADHS-Probanden unterschieden sich auf allen verhaltensbasierten Impulsivitätsmaßen (Eltern- und Selbstbericht, aufgabenbasierte Messungen) signifikant von typisch entwickelten Kontrollpersonen.
Review verwandt 2022 dopaminergic pathways noradrenergic system prefrontal cortex

Mapping neurotransmitter systems to the structural and functional organization of the human neocortex

Hansen, Justine Y.; Shafiei, Golia; Markello, Ross D.; Smart, Kelly et al. · Nature Neuroscience

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Umfassendes Mapping von Neurotransmitter-Rezeptorsystemen auf Hirnstruktur und -funktion. Regionale Rezeptordichten als Determinanten funktioneller Netzwerke. Grundlagenreferenz für Neuropsychopharmakologie.

  • · Mapping von Neurotransmitter-Rezeptor-Systemen auf makroskopische strukturelle und funktionelle Hirnorganisation.
  • · DA, NE, Serotonin, ACh und andere Rezeptoren haben distinkte regionale Dichten, die Funktionsnetzwerke definieren.
Andere ADHS 2022 noradrenergic system locus coeruleus

Measures of tonic and phasic activity of the locus coeruleus-norepinephrine system in children with autism spectrum disorder: An event-related potential and pupillometry study.

Yesol, Kim; Girija, Kadlaskar; McNally, Keehn Rebecca; Brandon, Keehn · Autism research : official journal of the International Society for Autism Research

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Studie zu LC-NE-System-Unterschieden bei ASD und ADHS mittels Pupillometrie als LC-Proxy. Differentielle noradrenerge Funktionsmuster trotz ähnlicher Symptome. Differenzialdiagnostische Implikationen.

  • · LC-NE-System funktioniert bei ASD und ADHS möglicherweise auf unterschiedliche Weisen trotz ähnlicher Verhaltensprofile.
  • · Pupillometrische Maße (als LC-Proxy) zeigen differentielle Muster bei ASD vs. ADHS.
Beobachtungsstudie verwandt 2022 hippocampus

Methamphetamine Exposure in Adolescent Impairs Memory of Mice in Adulthood Accompanied by Changes in Neuroplasticity in the Dorsal Hippocampus

Liang, Min; Zhu, Li; Wang, Rui; Su, H. et al. · Frontiers in Cellular Neuroscience

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Tierexperimentelle Studie zu adoleszenter Methamphetamin-Exposition und Langzeitgedächtnisdefiziten. Hippocampale Neuroplastizitätsstörungen als Mechanismus. Relevant für Stimulanzmissbrauch bei ADHS.

  • · Adoleszente Methamphetamin-Exposition beeinträchtigt Gedächtnis-Leistung bei Mäusen im Erwachsenenalter über hippocampale Neuroplastizitätsveränderungen.
  • · Entwicklungszeitfenster für Methamphetamin-induzierte Gedächtnisschäden im Adoleszenzalter besonders vulnerabel.
Beobachtungsstudie ADHS 2022 hippocampus working memory

Methylphenidate Restores Behavioral and Neuroplasticity Impairments in the Prenatal Nicotine Exposure Mouse Model of ADHD: Evidence for Involvement of AMPA Receptor Subunit Composition and Synaptic Spine Morphology in the Hippocampus

Contreras, Darwin; Piña, Ricardo; Carvallo, C.; Godoy, Felipe et al. · International Journal of Molecular Sciences

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Tierexperimentelle Studie zu MPH-Effekten auf Verhaltens- und hippocampale Neuroplastizitätsbeeinträchtigungen bei ADHS. MPH stellt Lern- und Gedächtnisfunktionen wieder her. Präklinische Validierung.

  • · MPH stellt Verhaltens- und Neuroplastizitätsbeeinträchtigungen in einem ADHS-Rattenmodell wieder her.
  • · MPH-Behandlung verbessert hippocampale Plastizität und Arbeitsgedächtnisleistung in präklinischem ADHS-Modell.
RCT ADHS 2022 micronutrients adhd

Micronutrients for Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder in Youths: A Placebo-Controlled Randomized Clinical Trial.

Johnstone, Jeanette M; Hatsu, Irene; Tost, Gabriella; Srikanth, Priya et al. · Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese dreiarmige, 8-wöchige, placebokontrollierte RCT (MADDY-Studie) untersuchte den Nutzen eines Breitband-Mikronährstoffpräparats bei 126 nicht medikamentös behandelten Kindern (6–12 Jahre) mit ADHS und Reizbarkeit. Klinisch beurteilte Responderraten waren in der Mikronährstoff-Gruppe deutlich höher (54 % vs. 18 %), während elternberichtete Symptomskalen keinen signifikanten Gruppenunterschied zeigten. Das Präparat wurde gut vertragen, und die Mikronährstoff-Gruppe zeigte zudem ein größeres Körperwachstum.

  • · In einer 8-wöchigen placebokontrollierten RCT mit 126 Kindern (6–12 Jahre) mit ADHS und Reizbarkeit zeigten 54 % der Mikronährstoff-Gruppe eine klinische Verbesserung (CGI-I-Responder) gegenüber nur 18 % in der Placebo-Gruppe (Risikoverhältnis 2,97, p < .001).
  • · Der elternberichtete CASI-5-Kompositwert für ADHS-, ODD-, DMDD- und Peer-Konfliktsymptome verbesserte sich in beiden Gruppen signifikant, jedoch ohne signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen (Effektstärke 0,07, p = .70), was auf eine Diskrepanz zwischen klinischer und elternbasierter Bewertung hinweist.
  • · Die Mikronährstoff-Gruppe verzeichnete ein signifikant größeres Körperwachstum von 6 mm im Vergleich zur Placebo-Gruppe (p = .002), was auf einen möglichen nutritiven Einfluss auf die somatische Entwicklung hindeutet.
  • · Es traten keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse und keine klinisch relevanten Veränderungen in Blut- und Urinuntersuchungen auf; die Studie repliziert damit Sicherheitsdaten aus zwei kleineren Vorläuferstudien mit ähnlicher Formulierung.
  • · Das geprüfte Mikronährstoffpräparat enthielt alle Vitamine und bekannten essenziellen Mineralstoffe in Mengen zwischen der empfohlenen Tagesdosis (RDA) und dem oberen tolerierbaren Einnahmewert (UL); die Mehrheit der Teilnehmer hielt die vorgeschriebene Kapselmenge ein.
Review ADHS 2022 lisdexamfetamine

Molecular Characterisation of the Mechanism of Action of Stimulant Drugs Lisdexamfetamine and Methylphenidate on ADHD Neurobiology: A Review.

Quintero, Javier; Gutiérrez-Casares, José R; Álamo, Cecilio · Neurology and therapy

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieses narrative Review untersucht die molekularen Wirkmechanismen der Stimulanzien Methylphenidat und Lisdexamfetamin bei ADHS auf Basis einer strukturierten PubMed/MEDLINE-Suche. Es wird dargestellt, welche molekularen Signalwege bei ADHS verändert sind und wie MPH und LDX diese differenziell beeinflussen. Die Autoren betonen das unvollständige Verständnis der ADHS-Pathophysiologie und die begrenzte Datenlage aus klinischen Humanstudien.

  • · Methylphenidat (MPH) und Lisdexamfetamin (LDX) sind Erstlinien-Stimulanzien bei ADHS, deren molekulare Wirkmechanismen auf die Modulation von Neurotransmitter-Ungleichgewichten – insbesondere Dopamin und Noradrenalin – abzielen.
  • · Die Ätiologie und Pathophysiologie der ADHS sind bislang unvollständig verstanden; sowohl genetische als auch Umweltfaktoren tragen zur Entstehung und zum Schweregrad der Erkrankung bei.
  • · ADHS ist häufig mit Komorbiditäten wie Depression, Angststörungen und bipolarer Störung assoziiert, was die Behandlung zusätzlich erschwert.
  • · Es existieren nur wenige publizierte Studien, die molekulare Daten zum Wirkmechanismus von MPH und LDX bei ADHS untersuchen; die meisten verfügbaren Daten stammen aus Tiermodellen.
  • · Die Behandlung von ADHS erfordert einen multidisziplinären Ansatz, der pharmakologische und nicht-pharmakologische Maßnahmen kombiniert.
Andere verwandt 2022 amygdala

Nck1 activity in lateral amygdala regulates long-term fear memory formation.

Or, Ilovich; Monica, Dines; Paul Blesson, K; Edi, Barkai et al. · Translational psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Untersuchung der Rolle von Nck1 in der lateralen Amygdala bei der Konsolidierung von Langzeit-Furchterinnerungen. Nck1 reguliert das Aktin-Zytoskelett und synaptische Transmission in LA-Neuronen. Kein direkter ADHS-Bezug.

  • · Nck1 in der lateralen Amygdala reguliert die Langzeit-Furchtspeicherkonsolidierung über Aktin-Zytoskelett-Reorganisation.
  • · Knockout von Nck1 in LA-Neuronen beeinträchtigt die synaptische Plastizität bei Furchtkonditionierung.
  • · Das Modell ist relevant für PTBS und phobiebezogene Störungen, nicht direkt für ADHS.
Beobachtungsstudie ADHS 2022 insula

Neural Correlates of Reactive Aggression in Adult Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder.

Jakobi, Babette; Arias-Vasquez, Alejandro; Hermans, Erno; Vlaming, Priscilla et al. · Frontiers in psychiatry

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese fMRT-Studie untersuchte neuronale Korrelate reaktiver Aggression als Maß emotionaler Dysregulation bei 78 Erwachsenen mit persistierender ADHS im Vergleich zu 78 Kontrollpersonen. Während ADHS-Betroffene höhere Aggressionswerte zeigten, wiesen beide Gruppen ähnliche Aktivierungsmuster bei emotionalen Gesichtern auf; ein diagnose-spezifischer Zusammenhang fand sich jedoch für rechte Insula, Hippocampus und frontale Areale bei hoher reaktiver Aggression. Die Ergebnisse stützen das Modell einer emotionalen Hyper-Reaktivität im Salienznetzwerk kombiniert mit verstärkter frontaler Top-Down-Regulation bei ADHS.

  • · Erwachsene mit ADHS zeigten signifikant höhere Werte reaktiver Aggression als Kontrollpersonen, was auf eine ausgeprägte emotionale Dysregulation als klinisch relevante Begleitproblematik hinweist.
  • · Die neuronalen Aktivierungsmuster bei der Verarbeitung emotionaler Gesichtsausdrücke waren zwischen ADHS-Patienten und Kontrollpersonen insgesamt ähnlich, jedoch zeigte sich eine signifikante Interaktion zwischen Diagnose und reaktivem Aggressionsniveau.
  • · Hohe reaktive Aggressionswerte bei Personen mit ADHS waren spezifisch mit gesteigerter Aktivität in der rechten Insula, dem Hippocampus sowie mittleren und superioren Frontalbereichen assoziiert – nicht jedoch in gleicher Weise in der Kontrollgruppe.
  • · Die limbische Aktivität (Hippocampus) korrelierte innerhalb der ADHS-Gruppe positiv mit dem Ausmaß der Hyperaktivitäts-/Impulsivitätssymptome, was auf eine Verbindung zwischen emotionaler Hyper-Reaktivität und Kernsymptomen hindeutet.
  • · Die Befunde deuten auf einen teilweise differenziellen Mechanismus reaktiver Aggression bei ADHS hin: Emotionale Hyper-Reaktivität im Salienznetzwerk (Insula) sowie verstärkte Top-Down-Regulation aus dem Selbstregulationsnetzwerk (frontale Areale) scheinen emotionale Dysregulation zu vermitteln.
Review ADHS 2022 insula

Neuroimaging in Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder: Recent Advances.

Firouzabadi, Fatemeh Dehghani; Ramezanpour, Sara; Firouzabadi, Mohammad Dehghani; Yousem, Ilyssa J et al. · AJR. American journal of roentgenology

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieses Review-Artikel fasst strukturelle und funktionelle Neuroimaging-Befunde bei ADHS zusammen, einschließlich konventioneller MRT, Volumen- und Diffusions-Tensor-Bildgebung sowie fMRI, PET und MR-Spektroskopie. Konsistente Auffälligkeiten zeigen sich in Frontallappen, Basalganglien, Corpus Callosum und Temporallappen, wobei KI-gestützte Analysen zusätzlich Veränderungen in Insula und sensomotorischem Kortex identifizieren. Ein einheitliches diagnostisches Bildgebungsmuster existiert jedoch nicht, was die Heterogenität der Erkrankung widerspiegelt.

  • · Strukturelle MRT-Studien zeigen bei ADHS-Patienten häufig Auffälligkeiten in den Frontallappen, den Basalganglien und dem Corpus Callosum, darunter eine reduzierte Oberfläche im linken ventralen frontalen und rechten präfrontalen Kortex sowie kleinere Nucleus caudatus.
  • · Funktionelle MRT-Studien (task-basiert und Resting-State) fokussieren auf präfrontale und temporale Regionen, die Veränderungen im Wahrnehmungs-Aktions-Mapping widerspiegeln.
  • · KI-Modelle zur Auswertung von Hirnanatomie identifizierten Veränderungen in der kortikalen Dicke und Form des inferioren Frontalkortex, des bilateralen sensomotorischen Kortex, des linken Temporallappens und der Insula.
  • · Mediale Temporallappen zeigen bei ADHS-Patienten eine geringere Dicke, was auf Beeinträchtigungen in Gedächtnis- und Affektregulationsprozessen hindeutet.
  • · Frühe Interventionen und/oder normale Hirnreifung können bildgebende Muster verändern und funktionelle Bildgebungsbefunde in ein normales Muster überführen, was auf neuroplastische Anpassungsfähigkeit hinweist.
Review ADHS 2022 amygdala

Neuroprotection in late life attention-deficit/hyperactivity disorder: A review of pharmacotherapy and phenotype across the lifespan.

Dutta, Cintya Nirvana; Christov-Moore, Leonardo; Ombao, Hernando; Douglas, Pamela K · Frontiers in human neuroscience

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieser Review untersucht die neuroprotektiven Effekte von ADHS und seiner Pharmakotherapie im späten Lebensalter. Meta-analytische Befunde zeigen, dass ältere Erwachsene mit ADHS geringeren Hirnvolumenverlust aufweisen als gesunde Altersgenossen, insbesondere in Alzheimer-relevanten Regionen wie Hippocampus und Amygdala. Die Autoren diskutieren, ob diese Effekte auf ADHS selbst oder auf die Stimulanzienbehandlung zurückzuführen sind, und fordern weitere Längsschnittstudien.

  • · Meta-Analysen zeigen, dass Erwachsene mit ADHS im späten Lebensalter (>60 Jahre) im Vergleich zu gesunden Altersgenossen einen geringeren Hirnvolumenverlust aufweisen, was auf neuroprotektive Effekte von ADHS selbst oder dessen Behandlung hinweist.
  • · Die neuroprotektiven Effekte waren besonders ausgeprägt in Hirnregionen wie Hippocampus und Amygdala, die bei starkem Volumenverlust mit kognitiven Beeinträchtigungen und Alzheimer-Erkrankung assoziiert sind.
  • · Psychostimulanzien könnten strukturelle Hirnveränderungen normalisieren, die typischerweise beim ADHS-Gehirn beobachtet werden, was auf potenzielle neuroprotektive Wirkungen dieser Medikamentenklasse hindeutet.
  • · In den USA werden etwa 9% aller Jungen und 4% aller Mädchen im Laufe ihrer Kindheit Stimulanzien verschrieben, was die Notwendigkeit unterstreicht, Langzeiteffekte dieser Medikamente auf das alternde Gehirn zu erforschen.
  • · Da ADHS-Diagnose und Pharmakotherapie historisch gleichzeitig etabliert wurden, ist es schwierig, die isolierten Effekte von ADHS selbst versus Stimulanzienbehandlung auf Hirnstruktur und -funktion zu bewerten.
Review ADHS 2022 hippocampus

Neurotransmission Targets of Per- and Polyfluoroalkyl Substance Neurotoxicity: Mechanisms and Potential Implications for Adverse Neurological Outcomes.

Brown-Leung, Josephine M; Cannon, Jason R · Chemical research in toxicology

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieses Review analysiert kritisch die Mechanismen der Neurotoxizität von PFAS (persistente Umweltschadstoffe), die die Blut-Hirn-Schranke überwinden und im Gehirn akkumulieren. Im Mittelpunkt stehen Störungen der Neurotransmission, insbesondere des dopaminergen und glutamatergen Systems, die mit ADHS bei Kindern sowie neurodegenerativen Erkrankungen bei Erwachsenen assoziiert sind. Die Autoren identifizieren erhebliche Forschungslücken, besonders bezüglich des nigrostriatalen Systems.

  • · PFAS (Per- und Polyfluoralkylsubstanzen) überschreiten die Blut-Hirn-Schranke und akkumulieren im Gehirn, wobei bestimmte Hirnregionen höhere Konzentrationen aufweisen als andere.
  • · PFAS-Exposition ist beim Menschen mit ADHS bei Kindern assoziiert sowie mit erhöhter Parkinson- und Alzheimer-Sterblichkeit bei älteren Bevölkerungsgruppen.
  • · PFAS-Exposition führt reproduzierbar zu erhöhten Glutamat-Spiegeln im Hippocampus und erhöhten Katecholamin-Spiegeln im Hypothalamus, während Dopamin im Gesamthirn abnimmt.
  • · Die Neurotoxizität von PFAS wird auf drei Mechanismen zurückgeführt: Veränderung von Neurotransmitter-Spiegeln, Dysfunktion der synaptischen Kalzium-Homöostase sowie veränderte Expression und Funktion synaptischer und neuronaler Proteine.
  • · Das dopaminerge System ist durch PFAS-Exposition besonders betroffen; das nigrostriatale System (Striatum und ventrales Mittelhirn) ist in der Literatur bislang unzureichend untersucht, obwohl es für ADHS und neurodegenerative Erkrankungen relevant ist.
Review ADHS 2022 adhd noradrenergic system attention

Nonstimulant Treatments for ADHD.

Newcorn Jeffrey, H; Beth, Krone; Dittmann Ralf, W · Child and adolescent psychiatric clinics of North America

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Übersicht zu Non-Stimulanzien bei ADHS: ATX, Guanfacin, Clonidin und Viloxazin. Indikationen, Wirksamkeit und Verträglichkeit. Wichtige klinische Guidance für Non-Stimulanzien-Einsatz.

  • · Non-Stimulanzien (ATX, Guanfacin, Clonidin, Viloxazin) haben wichtige Rolle bei ADHS wenn Stimulanzien ungeeignet.
  • · Non-Stimulanzien bevorzugt bei: Angstkomorbidität, Tic-Störungen, Substanzmissbrauchsrisiko, Stimulanzien-Intoleranz.
  • · Viloxazin als neuere Non-Stimulanzien-Option zeigt gute Evidenz für Kinder/Jugendliche.
Andere ADHS 2022 insula anterior cingulate cortex

Pain hypersensitivity in a pharmacological mouse model of attention-deficit/hyperactivity disorder.

Bouchatta, Otmane; Aby, Franck; Sifeddine, Wahiba; Bouali-Benazzouz, Rabia et al. · Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Tierstudie untersuchte mit einem pharmakologischen Mausmodell (neonatale 6-OHDA-Injektion) die Zusammenhänge zwischen ADHS und Schmerzempfindlichkeit. Die Ergebnisse zeigen, dass ADHS-Mäuse eine erhöhte Nozizeption sowie spinale Hinterhornneuron-Hyperexzitabilität aufweisen, die durch Hyperaktivität des anterioren cingulären Kortex (ACC) und Veränderungen im ACC-Insula-Schaltkreis vermittelt werden. Die Studie identifiziert gemeinsame neuronale Mechanismen zwischen ADHS und Schmerzüberempfindlichkeit, was potenzielle Therapieziele im ACC-Schaltkreis aufzeigt.

  • · Mäuse mit neonatalem 6-OHDA-Modell (pharmakologisches ADHS-Modell) zeigen eine deutliche Überempfindlichkeit gegenüber thermischen und mechanischen Reizen, was auf erhöhte Nozizeption als ADHS-assoziiertes Phänomen hinweist.
  • · Im ADHS-Modell wurde eine Hyperexzitabilität der Neuronen im spinalen Hinterhorn beobachtet, die zur nozizeptiven Sensibilisierung beiträgt.
  • · Persistierende entzündliche Bedingungen verschlimmern ADHS-bezogene Hyperaktivität und Angst, jedoch nicht Unaufmerksamkeit und Impulsivität, was auf eine selektive Interaktion zwischen Schmerz und bestimmten ADHS-Symptomen hindeutet.
  • · Eine Hyperaktivität des anterioren cingulären Kortex (ACC) verändert den ACC-posteriore-Insula-Schaltkreis und löst Veränderungen in spinalen Netzwerken aus, die der nozizeptiven Sensibilisierung zugrunde liegen.
  • · Die Sensibilisierung gegenüber pathologischen entzündlichen Reizen ist in 6-OHDA-Mäusen im Vergleich zu Kontrollmäusen verstärkt, was auf eine erhöhte Vulnerabilität für Schmerzkomorbiditäten bei ADHS hindeutet.
Andere ADHS 2022 emotional dysregulation

Pain sensitivity and perceptual sensitivity are associated with severity of emotional dysregulation in children with ADHD: a cross-sectional analysis using the Temperament in Middle Childhood Questionnaire

Bruton, A.; Senders, A.; Tost, Gabriella; Ast, Hayleigh K. et al. · Disability and Rehabilitation

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Studie zu Schmerz- und Wahrnehmungssensitivität bei ADHS-Kindern. Sensorische Überreaktivität und emotionale Dysregulation als häufige Begleitsymptome. Klinisch relevant für umfassendes ADHS-Management.

  • · ~50% der ADHS-Kinder zeigen emotionale Dysregulation und/oder sensorische Überreaktivität als Begleitsymptom.
  • · Schmerzsensitivität und Wahrnehmungssensitivität korrelieren mit ADHS-Schweregrad.
  • · Sensory Over-Responsivity (SOR) bei ADHS erhöht funktionelle Beeinträchtigungen und emotionalen Distress.
Review verwandt 2022 hippocampus cerebellum

Pleiotropic effects of BDNF on the cerebellum and hippocampus: Implications for neurodevelopmental disorders.

Serena, Camuso; Piergiorgio, La Rosa; Teresa, Fiorenza Maria; Sonia, Canterini · Neurobiology of disease

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zu pleiotropen BDNF-Effekten auf Kleinhirn und Hippocampus. BDNF als neurotropher Faktor für Plastizität und Kognition; Implikationen für ADHS und Depression.

  • · BDNF hat pleiotrope Effekte auf Kleinhirn und Hippocampus: Synaptogenese, neuronale Plastizität und Kognition.
  • · BDNF-Mangel bei ADHS, Depression und anderen neurodevelopmentalen Störungen assoziiert mit kognitiven Defiziten.
  • · Kleinhirn-BDNF spielt Rolle in motorischer Koordination und kognitiver Kontrolle; relevant für ADHS-Motorik.
Beobachtungsstudie ADHS 2022 amygdala

Polygenic risk scores for antisocial behavior in relation to amygdala morphology across an attention deficit hyperactivity disorder case-control sample with and without disruptive behavior.

Deters, Renee Kleine; Ruisch, I.; Faraone, S.; Hartman, C. et al. · European neuropsychopharmacology : the journal of the European College of Neuropsychopharmacology

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Die Studie untersuchte im NeuroIMAGE I ADHS-Fall-Kontroll-Sample (n=679) den Zusammenhang zwischen polygenen Risikoscores für antisoziales Verhalten (ASB-PRS) und der Amygdalamorphologie. ASB-PRS waren mit der Form der linken basolateralen Amygdala assoziiert, unabhängig von ADHS-Symptomschwere, während Volumenunterschiede nicht nachgewiesen wurden. Die Befunde weisen auf gemeinsame genetische Grundlagen von DBDs, antisozialem Verhalten und Aggression hin.

  • · Polygene Risikoscores für antisoziales Verhalten (ASB-PRS) waren unabhängig von ADHS-Symptomstärke und ADHS-PRS mit der Form der linken basolateralen Amygdala assoziiert, nicht jedoch mit dem Amygdala-Volumen.
  • · Die ASB-PRS-assoziierten Formveränderungen der Amygdala zeigten eine relative Auswärtsverlagerung der Vertices, was auf strukturelle Unterschiede in dieser Subregion hindeutet.
  • · ASB-PRS waren mit dem Vorhandensein von Symptomen disruptiver Verhaltensstörungen (DBD) sowie selbstberichtetem antisozialem Verhalten assoziiert, was auf einen gemeinsamen genetischen Hintergrund verschiedener DBD-Phänotypen hinweist.
  • · Es wurden keine Zusammenhänge von ASB-PRS, DBD-Symptomen oder selbstberichtetem antisozialem Verhalten mit dem Amygdala-Volumen gefunden, weshalb formbasierte Analysen sensitiver erscheinen als volumetrische Messungen.
  • · Die Ergebnisse unterstützen ein Spektrum-Modell, bei dem DBD, antisoziales Verhalten und Aggression als genetisch verwandte quantitative Merkmale aufzufassen sind.
Andere verwandt 2022 prefrontal cortex emotion regulation attention

Positive hysteresis in emotion recognition: Face processing visual regions are involved in perceptual persistence, which mediates interactions between anterior insula and medial prefrontal cortex

Verdade, Andreia; Sousa, T.; Castelhano, J.; Castelo‐Branco, Miguel · Cognitive, Affective & Behavioral Neuroscience

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Studie zu Hysterese-Effekten bei Emotionserkennung und Gesichtsverarbeitung. PFC-top-down-Regulation als Mechanismus. Relevant für ADHS-Emotionserkennungsdefizite.

  • · Positive Hysterese bei Emotionserkennung: vorherige emotionale Reize beeinflussen aktuelle Wahrnehmung.
  • · PFC-vermittelte top-down-Regulation beeinflusst Gesichtsverarbeitungs-Hystereseeffekte.
RCT ADHS 2022 viloxazine

Predicting efficacy of viloxazine extended-release treatment in adults with ADHD using an early change in ADHD symptoms: Machine learning Post Hoc analysis of a phase 3 clinical trial

Faraone, Stephen V.; Goméni, Roberto; Hull, Joseph T.; Chaturvedi, Soumya A. et al. · Psychiatry Research

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die Studie demonstriert, dass ein an Kindern entwickeltes Machine-Learning-Modell zur Vorhersage der frühen Viloxazine-ER-Response auch bei Erwachsenen mit ADHS gültig ist. Daten aus Woche 2 ermöglichen eine zuverlässige Prognose der Woche-6-Response mit 80% Sensitivität und 74% Spezifität. Dies unterstreicht die Konsistenz der Viloxazine-ER-Wirksamkeit über Altersgruppen hinweg.

  • · Early response zu Viloxazine ER in Woche 2 kann mit 80% Sensitivität und 74% Spezifität die Behandlungsresponse in Woche 6 bei Erwachsenen mit ADHS vorhersagen.
  • · Das Machine-Learning-Lasso-Modell, das an pädiatrischen Daten entwickelt wurde, generalisiert erfolgreich auf erwachsene ADHS-Patienten.
  • · 40,2% der viloxazine-ER-behandelten Erwachsenen (N=51 von 127) erreichten eine Response-Definition von ≥50% Reduktion des AISRS-Gesamtscores.
  • · Daten aus Woche 2 zeigen 68% positive predictive power zur Vorhersage der Woche-6-Response.
  • · Die flexible Dosierung von viloxazine ER (200–600 mg) war in einer doppelblinden, placebokontrollierten Phase-3-Studie wirksam.
Beobachtungsstudie ADHS 2022 basal ganglia

Reduced basal ganglia tissue-iron concentration in school-age children with attention-deficit/hyperactivity disorder is localized to limbic circuitry.

Shvarzman, Ronit; Crocetti, Deana; Rosch, Keri S; Li, Xu et al. · Experimental brain research

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Studie untersuchte mittels DTI die Eisenkonzentrationen in den Basalganglien von Kindern (8–12 Jahre) mit und ohne ADHS. Es wurden reduzierte Eisenwerte spezifisch in der limbischen Region des Striatums bei ADHS-Kindern gefunden, die mit der ADHS-Symptomschwere sowie mit affektiven und Angstsymptomen korrelierten. Die Ergebnisse unterstützen die Rolle von Eisenmangel in limbischen Schaltkreisen als neurobiologischen Mechanismus bei ADHS.

  • · Kinder mit ADHS zeigten reduzierte Eisenkonzentrationen im Gewebe der bilateralen limbischen Region des Striatums im Vergleich zu Kontrollkindern (8–12 Jahre).
  • · Niedrigere Gewebeeisenwerte im bilateralen limbischen Striatum korrelierten über alle Diagnosegruppen hinweg mit stärkerer ADHS-Symptomschwere.
  • · Niedrigere Eisenwerte im linken limbischen Striatum korrelierten spezifisch mit der Schwere von Angst-, Depressions- und affektiven Symptomen, was auf eine Verbindung zwischen limbischem Eisenmangel und emotionaler Dysregulation hinweist.
  • · Bei Jungen (unabhängig von der ADHS-Diagnose) wurden reduzierte Eisenwerte in der sensorimotorischen Striatum-Subregion beobachtet, was auf geschlechtsspezifische Unterschiede in der Eisenverteilung im Gehirn hindeutet.
  • · Die Gewebeeisendeposition nahm in allen Basalganglien-Regionen mit dem Alter zu, was einen altersabhängigen Entwicklungsprozess der Eisenspeicherung im Gehirn widerspiegelt.
Andere ADHS 2022 anterior cingulate cortex glutamate

Reduced Glx and GABA Inductions in the Anterior Cingulate Cortex and Caudate Nucleus Are Related to Impaired Control of Attention in Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder.

Mamiya, Ping C; Richards, Todd L; Edden, Richard A E; Lee, Adrian K C et al. · International journal of molecular sciences

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

MRS-Studie zu Glx und GABA in ACC und Kortex bei ADHS. Glutamaterg-GABAerge Dysbalance als Pathomechanismus. Potenzielle neurochemische Biomarker.

  • · Reduzierte Glx (Glutamat+Glutamin) und GABA-Konzentrationen im ACC und Kortex bei ADHS-Patienten.
  • · Glutamaterg-GABAerge Dysbalance im ACC könnte zur Inhibitionskontroll-Dysfunktion bei ADHS beitragen.
  • · MRS-Messungen von Glx und GABA als potenzielle Biomarker für ADHS-Neurochemie.
Beobachtungsstudie ADHS 2022 striatum methylphenidate

Responsivity of the Striatal Dopamine System to Methylphenidate—A Within-Subject I-123-β-CIT-SPECT Study in Male Children and Adolescents With Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder

Aster, Hans-Christoph; Romanos, M.; Walitza, S.; Gerlach, M. et al. · Frontiers in Psychiatry

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Within-Subject-SPECT-Studie untersuchte die Wirkung von Methylphenidat auf die striatale Dopamintransporter-Bindungskapazität (DAT BP) bei 13 männlichen Jugendlichen mit ADHS unter Langzeitmedikation. MPH reduzierte die striatale DAT BP signifikant um ca. 30 %, und eine stärkere Reduktion war mit höherer Symptomschwere im unbehandelten Zustand assoziiert. Die Ergebnisse stützen die Hypothese, dass höhere Baseline-DAT-Werte auf niedrige dopaminerge Aktivität und schwerere ADHS-Symptomatik hinweisen.

  • · Methylphenidat (MPH) reduzierte die striatale Dopamintransporter-Bindungskapazität (DAT BP) um durchschnittlich 29,9 % im Vergleich zum Off-MPH-Zustand (t = −4,12, p = 0,002), was den direkten Mechanismus der DAT-Blockade durch MPH im Striatum bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS belegt.
  • · Eine stärkere Reduktion der striatalen DAT-Bindungskapazität unter MPH war mit höheren Off-MPH-Symptomwerten für Aufmerksamkeit und externalisierendes Verhalten assoziiert (Pearson r = 0,68, p = 0,01), was auf eine individuelle Ansprechbarkeit des dopaminergen Systems hindeutet.
  • · Die striatale DAT-Bindungskapazität im Off-MPH-Zustand korrelierte positiv mit der Symptomschwere (Pearson r = 0,56, p = 0,04), was nahelegt, dass höhere baseline DAT-Werte wahrscheinlich niedrige basale Dopaminspiegel widerspiegeln und als Marker für die Symptomschwere bei ADHS dienen könnten.
  • · Im On-MPH-Zustand zeigte sich keine signifikante Assoziation zwischen striataler DAT-Bindungskapazität und Symptomwerten, was darauf hindeutet, dass MPH die DAT-abhängige Symptomvariabilität normalisiert.
  • · Die Studie verwendete ein Within-Subject-Design mit I-123-β-CIT-SPECT bei 13 männlichen Jugendlichen (9–16 Jahre) unter Langzeit-MPH-Behandlung (mindestens 6 Monate); die Messungen erfolgten im On- und Off-MPH-Zustand im Abstand von 7 Tagen mit balancierter Reihenfolge.
case_report ADHS 2022 venlafaxine

Serotonin syndrome induced by overdose of atomoxetine alone in a patient with attention‐deficit hyperactivity disorder: A case report

Satō, Fumika; Suzuki, Akihito; Noto, Keisuke; Shirata, T. et al. · PCN Reports: Psychiatry and Clinical Neurosciences

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieser Fallbericht beschreibt ein Serotonin-Syndrom bei einem 21-jährigen ADHS-Patienten nach intentionaler Einnahme von 1200 mg Atomoxetin als Suizidversuch. Die Symptome (Agitiertheit, Myoklonus, Hyperreflexie, Tachykardie, verlängertes QT-Intervall) bildeten sich nach supportiver Therapie innerhalb von drei Tagen vollständig zurück. Die Autoren schlussfolgern, dass Atomoxetin allein über serotonerge Mechanismen ein Serotonin-Syndrom auslösen kann.

  • · Eine Überdosierung von Atomoxetin allein (1200 mg bei einem 21-jährigen Mann) löste ein Serotonin-Syndrom aus, ohne Kombination mit anderen serotonergen Substanzen.
  • · Das Serotonin-Syndrom manifestierte sich klinisch durch starkes Schwitzen, ausgeprägte Agitiertheit, Somnolenz, leichtes Fieber, Tachykardie, verlängertes QT-Intervall, Myoklonus, Tremor und Hyperreflexie.
  • · Bisherige Fallberichte beschrieben ein Serotonin-Syndrom unter Atomoxetin nur in Kombination mit Venlafaxin oder Methylphenidat; dieser Fall ist nach Autorenangaben der erste beschriebene Fall durch Atomoxetin als Monotherapie.
  • · Als Mechanismus wird eine Hemmung der Serotonin-Wiederaufnahme durch Atomoxetin vermutet, obwohl Atomoxetin primär als selektiver Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer klassifiziert wird.
  • · Die Behandlung mit Aktivkohle und umfangreicher Infusionstherapie führte innerhalb von drei Tagen zur vollständigen Remission der Serotonin-Syndrom-Symptome.
Beobachtungsstudie verwandt 2022 basal ganglia

Striatal dopamine supports reward expectation and learning: A simultaneous PET/fMRI study

Calabro, Finnegan J.; Montez, D.; Larsen, Bart; Laymon, C. et al. · NeuroImage

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Multimodale Neuroimaging-Studie (PET + fMRT simultan) untersucht striatale Dopaminfreisetzung bei Belohnungslernen. Befunde zeigen, dass Dopamin sowohl Belohnungserwartungssignale als auch komplexere Lernheuristiken kodiert, was für das Verständnis dopaminerger Dysfunction bei ADHS relevant ist.

  • · Striatales Dopamin (gemessen per PET) kodiert sowohl Belohnungserwartung (RPE) als auch höhere Lernheuristiken (Bandbreite der Belohnungsvorhersagefehler).
  • · Gleichzeitige PET/fMRT-Messung (N=81) zeigt, dass Dopaminfreisetzung im Striatum mit BOLD-Signalen korreliert, aber distinkte zusätzliche Informationen enthält.
  • · Individuelle Unterschiede in der dopaminergen Reaktivität prädizieren Lerneffizienz bei Belohnungsaufgaben.
Beobachtungsstudie ADHS 2022 striatum

Striatal subregional functional connectivity and its association with sustained attention in adults with attention deficit hyperactivity disorder.

Abdullah, M.; Huang, Li-Chung; Lin, Shih-Hsien; Yang, Yen Kuang · Acta neurobiologiae experimentalis

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Fall-Kontroll-Studie untersuchte die funktionelle Konnektivität (FC) von zehn bilateralen striatalen Subregionen bei 15 Erwachsenen mit ADHS und 15 gesunden Kontrollen mittels fMRT. Signifikante Gruppenunterschiede in der FC wurden nicht gefunden, jedoch zeigte sich eine marginale positive Korrelation zwischen der FC des rechten dorsal-kaudalen Putamens mit dem rechten superioren temporalen Gyrus und Aufmerksamkeitsleistung in der ADHS-Gruppe. Die Ergebnisse deuten auf mögliche FC-Aberrationen in dieser substriatalen Verbindung als Substrat für Unaufmerksamkeit bei adulter ADHS hin.

  • · Die funktionelle Konnektivität (FC) des rechten dorsal-kaudalen Putamens mit dem rechten superioren temporalen Gyrus war bei Erwachsenen mit ADHS marginal signifikant positiv mit Aufmerksamkeitsleistung korreliert.
  • · Signifikante Gruppenunterschiede in der striatalen subregionalen FC zwischen ADHS-Erwachsenen (N=15) und gesunden Kontrollen (N=15) konnten nicht nachgewiesen werden.
  • · Kognitive Defizite (Unaufmerksamkeit) bei Erwachsenen mit ADHS könnten mit FC-Aberrationen in der Verbindung zwischen dem rechten dorsal-kaudalen Putamen und dem rechten superioren temporalen Gyrus assoziiert sein.
  • · Es wurden zehn bilaterale Subregionen des Striatums als Seeds verwendet und deren FC mit dem Ganzhirn untersucht, um altersabhängige striatale FC-Muster bei adulter ADHS zu charakterisieren.
  • · Die Studie legt nahe, dass sich die Muster kognitiver Funktionen und klinischer Präsentation mit zunehmendem Alter verändern und mit altersabhängigen striatalen FC-Veränderungen assoziiert sein könnten.
Systematic Review ADHS 2022 anterior cingulate cortex

Task-Based Functional Connectivity in Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder: A Systematic Review.

Kowalczyk, Olivia S; Mehta, Mitul A; O'Daly, Owen G; Criaud, Marion · Biological psychiatry global open science

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieses systematische Review analysiert 34 aufgabenbasierte fMRT-Konnektivitätsstudien bei ADHS und identifiziert konsistente Veränderungen in cingulooperkulären, sensomotorischen, subkortikalen und exekutiven Netzwerken. Stimulanzien und fMRT-Neurofeedback modulieren diese dysfunktionalen Netzwerke, insbesondere Verbindungen mit Striatum und anteriorem cingulären Kortex. Methodische Heterogenität verhinderte eine formale Metaanalyse.

  • · Bei ADHS zeigen sich konsistent veränderte funktionelle Konnektivitäten in cingulooperkulären, sensomotorischen, visuellen, subkortikalen und exekutiven Kontrollnetzwerken im Vergleich zu neurotypischen Populationen.
  • · Stimulanzien modulieren dysfunktionale Netzwerke bei ADHS, wobei die konsistentesten Effekte auf funktionelle Verbindungen mit dem Striatum, dem anterioren cingulären Kortex, okzipitalen Regionen und dem Default-Mode-Netzwerk beobachtet wurden.
  • · Vergleiche zwischen ADHS-Betroffenen und ihren asymptomatischen Geschwistern sowie zwischen Erwachsenen mit persistierendem und remittiertem ADHS zeigen Auffälligkeiten in sensomotorischen und subkortikalen (vor allem striatalen) Netzwerken, was auf neurobiologische Marker der Störung hindeutet.
  • · Das systematische Review umfasst 34 fMRT-Studien mit 51 Vergleichen und konnte aufgrund hoher methodischer Heterogenität keine Metaanalyse durchführen; die Befunde wurden daher als narrative Synthese zusammengefasst.
  • · Aufgabenbasierte fMRT-Konnektivitätsansätze haben das Potenzial, das Verständnis der neuralen Grundlagen von ADHS und der Wirkmechanismen von ADHS-Behandlungen zu erweitern, leiden jedoch unter erheblicher methodischer Heterogenität in der bisherigen Literatur.
Review ADHS 2022 ventral tegmental area

The effects of early life stress on impulsivity.

Sanchez, Evelyn Ordoñes; Bangasser, Debra A · Neuroscience and biobehavioral reviews

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieses Review untersucht, wie frühkindlicher Stress (ELS) die Impulsivität über Veränderungen im mesokortikalen Dopaminsystem beeinflusst. Es wird zwischen impulsivem Handeln und impulsiver Wahl unterschieden, die beide durch Dopaminprojektionen vom VTA zum Nucleus accumbens und präfrontalen Kortex reguliert werden. ELS verändert die Dopaminrezeptorexpression und -aktivität in diesen Regionen und kann so zur erhöhten Impulsivität beitragen, die bei ADHS und anderen psychiatrischen Erkrankungen beobachtet wird.

  • · Impulsivität ist kein einheitliches Konstrukt, sondern besteht aus zwei Unterkategorien: impulsives Handeln (Unfähigkeit, vorschnelle Verhaltensweisen zu hemmen) und impulsive Wahl (Bevorzugung kleiner sofortiger gegenüber großen verzögerten Belohnungen).
  • · Beide Formen der Impulsivität werden durch das mesokortikale Dopaminsystem vermittelt, das Projektionen vom ventralen tegmentalen Areal (VTA) zum Nucleus accumbens und zum präfrontalen Kortex umfasst.
  • · Frühkindlicher Stress (Early Life Stress, ELS) verändert sowohl impulsives Handeln als auch impulsive Wahl in Tiermodellen (Nagetieren).
  • · ELS induziert Veränderungen in der Dopaminrezeptorexpression, -transmission und -aktivität innerhalb des mesokortikalen Dopaminsystems und kann so als neurobiologischer Mechanismus für erhöhte Impulsivität dienen.
  • · Erhöhte Impulsivität ist ein gemeinsames Symptom verschiedener psychiatrischer Störungen, darunter ADHS, Substanzkonsumstörungen und bipolare Störungen, was auf gemeinsame neurobiologische Grundlagen hindeutet.
Review ADHS 2022 adhd noradrenergic system dopaminergic pathways

The Mechanism, Clinical Efficacy, Safety, and Dosage Regimen of Atomoxetine for ADHD Therapy in Children: A Narrative Review

Fu, Di; Wu, Dan-dan; Guo, Hongli; Hu, Ya-Hui et al. · Frontiers in Psychiatry

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Umfassender Review zu Atomoxetin: Mechanismus, Dosierung, Sicherheit und klinische Wirksamkeit bei ADHS. Wichtige Referenz für ATX-Verschreibungspraxis. Betonung des langsamen Wirkungseintritts.

  • · Atomoxetin ist selektiver NE-Wiederaufnahmehemmer mit bewiesener Wirksamkeit bei ADHS über alle Altersgruppen.
  • · ATX-Dosierung: Gewichtsbasiert (1.2-1.4 mg/kg/d Kinder; 80-100 mg/d Erwachsene) mit langsamer Titration.
  • · ATX-Sicherheitsprofil: Hepatotoxizität selten aber ernst; Blutdruckmonitoring empfohlen; kardiovaskulär günstig.
  • · ATX hat 4-6 Wochen Wirkeintritt; deutlich langsamer als Stimulanzien.
Andere verwandt 2022 bupropion

Time for united action on depression: a Lancet–World Psychiatric Association Commission

Herrman, Helen; Patel, Vikram; Kieling, Christian; Berk, Michael et al. · The Lancet

Zusammenfassung & 1 Kernbefunde

Kein Abstract verfügbar. Lancet-WPA Editorial zu Depression und psychischer Gesundheit. Nicht direkt ADHS-spezifisch.

  • · Kein Abstract verfügbar.
Review ADHS 2022 clonidine

Treatment of ADHD: Drugs, psychological therapies, devices, complementary and alternative methods as well as the trends in clinical trials.

Nazarova, Victoria A; Sokolov, Aleksandr V; Chubarev, Vladimir N; Tarasov, Vadim V et al. · Frontiers in pharmacology

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Dieses analytische Review gibt einen quantitativen Überblick über pharmakologische und nicht-pharmakologische ADHS-Behandlungen, die in 695 klinischen Studien von 1999 bis 2021 untersucht wurden. Der klare Schwerpunkt lag auf nicht-pharmakologischen Interventionen (~80 %), während medikamentöse Therapien ~20 % der Studien ausmachten. Das Review diskutiert aktuelle Trends, neue Wirkstoffkandidaten und alternative Behandlungsoptionen.

  • · In einer Auswertung von 695 interventionellen klinischen Studien (1999–2021) entfielen rund 80 % auf nicht-pharmakologische Therapien, darunter soziales Kompetenztraining, Schlaf- und Bewegungsinterventionen sowie Meditation und Hypnotherapie.
  • · Pharmakologische Studien machten ca. 20 % aller klinischen Studien aus; die häufigsten untersuchten Substanzklassen waren ZNS-Stimulanzien (Methylphenidat, Lisdexamfetamin, Amphetaminsalze), selektive Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (Atomoxetin, Viloxazin) sowie Alpha-2-Adrenozeptor-Agonisten (Guanfacin, Clonidin).
  • · Antidepressiva (z. B. Bupropion, Vortioxetin) und atypische Antipsychotika (z. B. Quetiapin, Aripiprazol) wurden in einzelnen Studien untersucht, sind aber bislang nicht von der FDA für die ADHS-Behandlung zugelassen.
  • · Die Zahl zugelassener ADHS-Behandlungen und klinischer Studien hat im letzten Jahrzehnt deutlich zugenommen, was auf ein wachsendes Forschungsinteresse an neuen pharmakologischen und nicht-pharmakologischen Ansätzen hinweist.
  • · Gerätebasierte, komplementäre und alternative Behandlungsmethoden gewinnen laut Reviewanalyse zunehmend Aufmerksamkeit im klinischen ADHS-Forschungsfeld.
case_report ADHS 2022 bupropion

Treatment of status epilepticus and prolonged QT after massive intentional bupropion overdose with lidocaine.

Robinson, Samuel · The American journal of emergency medicine

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Fallbericht zu Status epilepticus und QT-Verlängerung nach Bupropion-Überdosierung. Wichtige Sicherheitswarnung für Bupropion-Off-Label-Nutzung bei ADHS.

  • · Massivüberdosierung von Bupropion kann Status epilepticus und QT-Verlängerung auslösen.
  • · Bupropion-Überdosierung erfordert intensivmedizinische Notfallbehandlung.
Beobachtungsstudie ADHS 2022 adhd inattentive adhd adults adhd combined

Validity and Diagnostic Accuracy of an ADHD Symptom Rating Scale for Identifying Adults with ADHD

Graves, Stacy Jean · Digital Scholarship - UNLV (University of Nevada Reno)

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Validierungsstudie der BAARS-IV (Barkley Adult ADHD Rating Scale-IV) an N=379 Erwachsenen in einer psychiatrischen Ambulanz. Die Skala zeigt schwache Konvergenz- und Diskriminanzvalidität sowie geringe diagnostische Genauigkeit bei der Unterscheidung von ADHS-Subtypen. Einzige Ausnahme: Differenzierung ADHS vs. Lernschwäche ist signifikant besser.

  • · Die BAARS-IV zeigte schwache Konvergenzvalidität: Die Korrelationen zwischen BAARS-IV-Subskalen und ASEBA-Aufmerksamkeits-/Hyperaktivitäts-Subskalen waren gering und stützten keine drei distinkt messbaren ADHS-Symptomdimensionen.
  • · ROC-Analysen zeigten geringe Diskriminationsfähigkeit der BAARS-IV zwischen ADHS und gesunden Kontrollen sowie zwischen ADHS-Subtypen; am besten schnitt die Skala bei der Differenzierung ADHS vs. Lernschwäche ab.
  • · Die BAARS-IV sollte nur als Screening-Instrument eingesetzt werden, nicht als alleiniges diagnostisches Instrument für ADHS-Subtypen oder zur Unterscheidung von anderen psychiatrischen Störungen (außer Lernschwäche).
  • · Probanden (N=379 Erwachsene): 156 mit ADHS, 201 mit anderen Störungen (davon 107 mit Lernschwäche), 22 ohne Diagnose; Diagnosen wurden durch umfassende neuropsychologische Evaluationen gestellt.
Beobachtungsstudie ADHS 2022 multimodal treatment

Variable Patterns of Remission From ADHD in the Multimodal Treatment Study of ADHD.

Sibley, Margaret H; Arnold, L Eugene; Swanson, James M; Hechtman, Lily T et al. · The American journal of psychiatry

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Die MTA-Studie untersuchte longitudinale Remissions- und Persistenzmuster bei 558 Kindern mit ADHS über 16 Jahre hinweg. Entgegen der verbreiteten Annahme einer ~50-prozentigen Remissionsrate zeigte sich, dass nur 9,1 % eine stabile Remission (Recovery) erreichten, während 63,8 % der Teilnehmer fluktuierende Verläufe mit wechselnden Remissions- und Rezidivphasen aufwiesen. 90 % der Kinder wiesen bis ins junge Erwachsenenalter Restsymptome auf.

  • · Nur 9,1 % der Kinder mit ADHS erreichten eine stabile Remission (Recovery) bis zum Ende des 16-jährigen Follow-ups; die klassische Annahme einer 50-prozentigen Remissionsrate bis ins Erwachsenenalter wird damit deutlich in Frage gestellt.
  • · Der häufigste Verlaufstyp war ein fluktuierendes Muster mit wechselnden Phasen von Remission und Wiederauftreten der Symptome: 63,8 % der Teilnehmer zeigten diesen Verlauf zwischen Kindheit und jungem Erwachsenenalter.
  • · Etwa 30 % der Kinder mit ADHS erlebten zu einem Zeitpunkt während des Follow-ups eine vollständige Remission, jedoch erlitten 60 % davon einen Rückfall nach der initialen Remissionsphase.
  • · 90 % der Kinder mit ADHS in der MTA-Studie zeigten bis ins junge Erwachsenenalter weiterhin Restsymptome, was auf eine weitgehend chronische Natur der Störung hindeutet.
  • · Lediglich 10,8 % der Stichprobe wiesen eine stabile, durchgehende ADHS-Persistenz über alle Messzeitpunkte hinweg auf, was die Heterogenität der Langzeitverläufe unterstreicht.
Review ADHS 2022 nucleus accumbens

Viloxazine for the Treatment of Attention Deficit Hyperactivity Disorder.

Robinson, Christopher L; Parker, Katelyn; Kataria, Saurabh; Downs, Evan et al. · Health psychology research

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieser Übersichtsartikel beschreibt Viloxazin als neu zugelassenes Nicht-Stimulans zur ADHS-Behandlung, das als selektiver Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer wirkt und zusätzlich serotonerge Aktivität besitzt. Im Vergleich zu Stimulanzien hat Viloxazin ein geringeres Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial, da es den Dopaminspiegel im Nucleus accumbens kaum erhöht. Es wird als Alternative für Patienten empfohlen, die Stimulanzien nicht vertragen oder bei denen diese kontraindiziert sind.

  • · Viloxazin ist ein selektiver Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (NRI), der ursprünglich zur Behandlung von Depressionen entwickelt wurde und sowohl noradrenerge als auch serotonerge Bahnen beeinflusst.
  • · Viloxazin wurde neu als Nicht-Stimulans zur ADHS-Behandlung zugelassen und zeigt in Studien Wirksamkeit bei der Reduktion von ADHS-Symptomen.
  • · Im Vergleich zu Stimulanzien wie Methylphenidat und Amphetaminen weist Viloxazin ein deutlich geringeres Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial auf, und Absetzsymptome sind seltener.
  • · Viloxazin erhöht den Dopaminspiegel im Nucleus accumbens in deutlich geringerem Ausmaß als klassische Stimulanzien, was das reduzierte Suchtpotenzial erklärt.
  • · Viloxazin ist eine geeignete Behandlungsoption für Patienten, die auf Stimulanzien nicht ansprechen, diese nicht vertragen oder bei denen Kontraindikationen gegen Stimulanzien vorliegen.
Review ADHS 2022 adhd noradrenergic system other

Viloxazine, a Non-stimulant Norepinephrine Reuptake Inhibitor,  for the Treatment of Attention Deficit Hyperactivity Disorder: A 3  Year Update 

Haddad, Hannah W.; Hankey, Paul Bryan; Ko, Jimin; Eswani, Zahaan et al. · Health psychology research

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Übersicht zu Viloxazin als Non-Stimulanzien NRI bei ADHS. Wirkmechanismus, Sicherheit und Positionierung. FDA-Zulassung 2021.

  • · Viloxazin als Non-Stimulanzien NRI mit serotonergen Eigenschaften für ADHS; FDA-zugelassen 2021.
  • · Viloxazin hat günstigeres Interaktions- und Missbrauchspotenzial-Profil als Stimulanzien.
Andere ADHS 2022 striatum

Vinpocetine a PDE1 modulator regulates markers of cerebral health, inflammation, and oxidative stress in a rat model of prenatal alcohol-induced experimental attention deficit hyperactivity disorder.

Sharma, Niti; Luhach, Kanishk; Golani, Lalit K.; Singh, Bhagwat et al. · Alcohol

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Tierstudie untersuchte den PDE1-Inhibitor Vinpocetine in einem Rattenmodell für pränatale Alkohol-induziertes ADHS. Vinpocetine verbesserte ADHS-assoziierte Verhaltensphänotypen (Hyperaktivität, Inattention, Angst) und normalisierte biochemische Marker für zerebrale Gesundheit, Neuroinflammation und oxidativen Stress. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass PDE1 ein relevantes pharmakologisches Ziel für pränatale Alkohol-induziertes ADHS sein könnte, sind aber auf Tierversuche beschränkt.

  • · Vinpocetine (10 und 20 mg/kg, p.o. über 4 Wochen) verbesserte im pränatalen Alkohol-Exposition (PAE) ADHS-Rattenmodell Hyperaktivität, Aufmerksamkeitsdefizite und Angstverhalten signifikant.
  • · Vinpocetine als PDE1-Inhibitor erhöhte neuroprotektive Proteinmarker (Synapsin-IIa, BDNF, pCREB) in Frontalcortex, Striatum und Cerebellum von PAE-Ratten, was auf verbesserte zerebrale Gesundheit hinweist.
  • · Die Behandlung mit Vinpocetine senkte proinflammatorische Zytokine (TNF-α, IL-6) und erhöhte anti-inflammatorisches IL-10 in Hirnregionen der PAE-Ratten, was eine entzündungshemmende Wirkung belegt.
  • · Oxidativer Stress (TBARS) wurde durch Vinpocetine reduziert, während antioxidative Marker (GSH, SOD) in den untersuchten Hirnregionen signifikant anstiegen.
  • · Das Phosphodiesterase-1 (PDE1)-Enzym wird als potenzielles pharmakologisches Ziel für ADHS im Kontext pränataler Alkoholexposition identifiziert; das Studienmodell liefert jedoch nur präklinische Vorabnachweise.
Review ADHS 2022 cognitive training

Virtual Reality and Metacognition Training Techniques for Learning Disabilities

Drigas, Athanasios; Mitsea, Eleni; Skianis, Charalabos · Sustainability

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Dieses Review untersucht den Einsatz von Virtual-Reality-gestützten Brain-Rewiring-Techniken (u.a. VR-Hypnose, VR-Achtsamkeit, VR-Atemtraining) als Interventionen bei Lernschwächen und kognitiven Störungen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass VR eine geeignete Plattform für metakognitive Trainingstrategien darstellt und positive Effekte bei ADHS, Autismus, Angststörungen und weiteren Störungsbildern erzielt wurden. Quantitative Effektmaße und methodische Details sind aus dem Abstract nicht entnehmbar.

  • · Virtual-Reality-gestützte Techniken wie VR-Hypnose, neurolinguistisches Programmieren, Achtsamkeit und Atemtraining zeigten positive Effekte auf kognitive Beeinträchtigungen und Lernschwächen.
  • · VR-basierte Interventionen verbesserten metakognitive Fähigkeiten bei Personen mit verschiedenen Störungsbildern einschließlich ADHS; die genauen Effektgrößen sind aus dem Abstract nicht quantifizierbar.
  • · Die Studie beschreibt VR als geeignete Plattform für sogenannte 'Brain-Rewiring-Techniken', also neuroplastizitätsfördernde Trainingsansätze, die metakognitive Strategien einbetten.
  • · VR-Achtsamkeits- und Atemtraining zeigten laut diesem Review Wirksamkeit bei Angststörungen, Phobien und emotionalen Störungen; eine direkte ADHS-spezifische Wirksamkeitsaussage wird nicht belegt.
  • · Die Autoren betonen, dass VR-Trainingsumgebungen für Therapeuten, Eltern und Betroffene flexibel einsetzbar sind (zuhause, Schule, Arbeitsplatz), was den Zugang zu kognitiven Trainingsinterventionen erleichtern könnte.
Review ADHS 2022 adhd dopaminergic pathways noradrenergic system

What value do norepinephrine/dopamine dual reuptake inhibitors have to the current treatment of adult attention deficit hyperactivity disorder (ADHD) treatment armamentarium?

Perugi, G.; Rosa, U. De; Barbuti, M. · Expert Opinion on Pharmacotherapy

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Übersichtsarbeit zum Stellenwert von Noradrenalin/Dopamin-Rückaufnahmehemmern in der aktuellen ADHS-Pharmakotherapie. Die Autoren diskutieren den Einsatz von NDRIs (Bupropion, Reboxetin) als Alternative zu Stimulanzien, besonders bei emotionaler Dysregulation und Komorbiditäten.

  • · Noradrenalin/Dopamin-Rückaufnahmehemmer (NDRIs) zeigen bei Erwachsenen mit ADHS positive Effekte auf exekutive Dysfunktionen und emotionale Dysregulation.
  • · Bei Erwachsenen persistieren vor allem exekutive Dysfunktionen, Impulsivität und emotionale Dysregulation, während Hyperaktivität häufig zurückgeht.
  • · Bupropion und Reboxetin zeigen als NDRIs Wirksamkeit bei ADHS-Kernsymptomen, insbesondere Unaufmerksamkeit.
  • · NDRIs könnten bei Komorbidität mit Depressionen, Angststörungen oder Substanzabhängigkeit bevorzugt eingesetzt werden.
Beobachtungsstudie ADHS 2021 hippocampus cerebellum

A novel role for the ADHD risk gene latrophilin-3 in learning and memory in Lphn3 knockout rats.

Regan Samantha, L; Pitzer Emily, M; Hufgard Jillian, R; Chiho, Sugimoto et al. · Neurobiology of disease

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Studie zu LPHN3 (Latrophilin-3) als ADHS-Risikogen mit Funktion in Lern- und Gedächtnisprozessen. LPHN3-Defizienz beeinträchtigt hippocampale-zerebelläre Lernschaltkreise. Direkte genetisch-kognitive ADHS-Verbindung.

  • · Latrophilin-3 (LPHN3), ein ADHS-Risikogen, spielt eine neue Rolle bei Lern- und Gedächtnisfunktionen.
  • · LPHN3-Defizienz beeinträchtigt hippocampale und zerebelläre Schaltkreise, die für assoziatives Lernen notwendig sind.
  • · ADHS-Risikogen LPHN3 verbindet genetisches Risiko mit spezifischen kognitiven Lerndefiziten.
RCT ADHS 2021 viloxazine

A post hoc analysis of the effect of viloxazine extended-release capsules on learning and school problems in children and adolescents with attention-deficit/hyperactivity disorder

Faraone, Stephen V.; Goméni, Roberto; Hull, Joseph T.; Busse, Gregory D. et al. · European Child & Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Post-hoc-Analyse von vier Phase-3-Studien untersuchte die Wirkung von Viloxazine Extended-Release auf Lern- und Schulprobleme bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS. Viloxazine ER zeigte signifikant stärkere Verbesserungen gegenüber Placebo in der schulischen Funktionsfähigkeit (WFIRS-P-S) und Lernproblemen (C3PS-LP). Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Viloxazine ER neben der Verbesserung von ADHS-Symptomen auch funktionale Schulprobleme bei pädiatrischen Patienten reduziert.

  • · Viloxazine ER zeigte signifikant größere Verbesserungen in der Schuldomäne (WFIRS-P-S) im Vergleich zu Placebo (p < 0,0001).
  • · Viloxazine ER führte zu signifikanten Verbesserungen bei Lernproblemen (C3PS-LP) gegenüber Placebo (p = 0,0113).
  • · Die Responder-Rate für WFIRS-P-S war signifikant höher für Viloxazine ER vs. Placebo (p = 0,001) mit einer NNT von 10,3 und Effektgröße von 0,7.
  • · Die Responder-Raten für C3PS-LP unterschieden sich zwischen Viloxazine ER und Placebo nicht signifikant (p = 0,9069).
  • · Die Analyse basiert auf vier Phase-3-Studien mit insgesamt 1354 Kindern und Jugendlichen (6–17 Jahre) bei Dosen von 100–600 mg/Tag.
Review ADHS 2021 tricyclic antidepressants

A review of Cochrane reviews on pharmacological treatment for attention deficit hyperactivity disorder

Santos, Giovanna Marcílio; Santos, E. M.; Mendes, G. D.; Fragoso, Y. et al. · Dementia & Neuropsychologia

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Diese systematische Übersichtsarbeit evaluiert vier hochwertige Cochrane-Reviews zur pharmakologischen Behandlung von ADHS bei Kindern und Jugendlichen. Trizyklische Antidepressiva, Amphetamin und Methylphenidat zeigen kurzfristig symptomatische Verbesserungen gegenüber Placebo, sind aber mit erhöhten Nebenwirkungsraten verbunden. Polyungesättigte Fettsäuren zeigen keine ausreichende Evidenz für therapeutischen Nutzen.

  • · Trizyklische Antidepressiva (Desipramin), Amphetamin und Methylphenidat zeigen gegenüber Placebo Verbesserungen bei Symptomen wie Konzentrationsschwierigkeiten, Impulsivität und Hyperaktivität in kurzfristigen Studien (bis 6 Monate).
  • · Die Behandlung mit TCAs, Amphetamin und Methylphenidat ist mit erhöhten Raten von Nebenwirkungen wie reduziertem Appetit, Schlafstörungen und Bauchschmerzen assoziiert.
  • · Die Analyse umfasst vier hochqualitative systematische Cochrane-Reviews mit insgesamt 51 randomisierten kontrollierten Studien und 9.013 Teilnehmern.
  • · Für die Supplementation mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren wurde unzureichende Evidenz zur Unterstützung ihrer Wirkung bei ADHS gefunden.
Review ADHS 2021 default mode network

A Review of the Default Mode Network in Autism Spectrum Disorders and Attention Deficit Hyperactivity Disorder.

Harikumar, Amritha; Evans, David W; Dougherty, Chase C; Carpenter, Kimberly L H et al. · Brain connectivity

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieser Review vergleicht erstmals systematisch die klinischen, entwicklungsbezogenen und genetischen Korrelate des Default Mode Network (DMN) bei Autismus-Spektrum-Störungen (ASD) und ADHS. Bei ADHS zeigt sich überwiegend eine verstärkte DMN-Konnektivität, während ASD ein gemischtes Muster aufweist. Die Autoren plädieren für transdiagnostische Ansätze und die Berücksichtigung von ASD+ADHS-Komorbidität in künftigen Studien.

  • · Bei ADHS zeigen fMRI-Studien überwiegend eine verstärkte funktionelle Konnektivität (FC) im Default Mode Network (DMN) im Vergleich zu Kontrollprobanden, während bei ASD ein gemischtes Muster aus sowohl stärkerer als auch schwächerer DMN-FC beobachtet wird.
  • · Das Default Mode Network ist bei ADHS mit Aufmerksamkeitsdefiziten assoziiert, während es bei Autismus-Spektrum-Störungen vor allem mit sozial-kognitiven Defiziten in Verbindung gebracht wird.
  • · Faktoren wie Alter, Intelligenzquotient, Medikamentenstatus und genetische Vererbung beeinflussen die DMN-FC sowohl bei ASD als auch bei ADHS.
  • · Die meisten DMN-Studien vergleichen ASD- und ADHS-Gruppen getrennt und berücksichtigen nicht die ASD+ADHS-Komorbidität, was eine wichtige Forschungslücke darstellt.
  • · Transdiagnostische Ansätze wie die Research Domain Criteria (RDoC) werden als notwendig erachtet, um die phänotypische und genotypische Heterogenität sowie die Überschneidungen von ASD und ADHS vollständig abzubilden.
Review verwandt 2021 nucleus accumbens dopaminergic pathways

Aiding and Abetting Anhedonia: Impact of Inflammation on the Brain and Pharmacological Implications.

Lucido Michael, J; Mandy, Bekhbat; Goldsmith David, R; Treadway Michael, T et al. · Pharmacological reviews

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Review zu Inflammations-Effekten auf Motivation via Dopamin-Schaltkreise. Anhedonie durch Neuroinflammation erklärt. Transdiagnostische Relevanz für ADHS mit Motivationsdefiziten.

  • · Entzündliche Zytokine beeinträchtigen Motivation und motorische Aktivität über dopaminerge kortikostriatale Netzwerke.
  • · Neuroinflammation als Mechanismus für Anhedonie und Motivationsdefizite bei Depressionen und komorbiden Störungen.
Andere ADHS 2021 amygdala

Alterations of amygdala-prefrontal cortical coupling and attention deficit/hyperactivity disorder-like behaviors induced by neonatal habenula lesion: normalization by Ecklonia stolonifera extract and its active compound fucosterol.

Kim, Ye-Jin; Jeon, S.; Choi, Jae-Sue; Kim, Na-Hyun et al. · Behavioural Pharmacology

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Tierstudie untersuchte die Auswirkungen neonataler Habenula-Läsionen (NHL) bei Ratten auf ADHS-relevante Verhaltensweisen und Hirnaktivität. NHL-Ratten zeigten altersabhängig Hyperlokomotorik, Impulsivität und Aufmerksamkeitsdefizite, begleitet von verstärkter Amygdala-PFC-Synchronisation bei Gamma- und Delta-Oszillationen. Extrakt aus der Braunalge Ecklonia stolonifera und ihr Wirkstoff Fucosterol konnten diese Veränderungen teilweise normalisieren, was auf einen Einfluss auf die Monoaminübertragung hindeutet.

  • · Neonatale Habenula-Läsionen (NHL) bei Ratten induzierten altersabhängige ADHS-relevante Verhaltensveränderungen, darunter Hyperlokomotorik, Impulsivität und Aufmerksamkeitsdefizite.
  • · In juvenilen, nicht aber in adulten NHL-Ratten wurde eine abnorm erhöhte Synchronisation von Delta- und Gamma-Oszillationen zwischen Amygdala und präfrontalem Kortex (PFC) beobachtet.
  • · Die Habenula reguliert die Monoaminübertragung in mesokortikalen und limbischen Regionen; Störungen dieser Regulation können zur ADHS-Pathophysiologie beitragen.
  • · Eine einwöchige Behandlung mit Ecklonia-stolonifera-Extrakt (ES) normalisierte sowohl die Verhaltensveränderungen als auch die erhöhte Amygdala-PFC-Kopplung in NHL-Ratten.
  • · Der aktive Wirkstoff Fucosterol aus Ecklonia stolonifera verbesserte Aufmerksamkeitsdefizite und Impulsivität, hatte jedoch keinen Effekt auf die Hyperlokomotorik.
Beobachtungsstudie ADHS 2021 amygdala

Amygdala reactivity and ventromedial prefrontal cortex coupling in the processing of emotional face stimuli in attention-deficit/hyperactivity disorder

Viering, Tammo; Naaijen, Jilly; Rooij, Daan van; Thiel, Christiane M. et al. · European Child & Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Neuroimaging-Studie zu Amygdala-Reaktivität und vmPFC-Kopplung bei ADHS-Jugendlichen. Erhöhte Amygdala-Aktivierung und gestörte vmPFC-Regulation als Substrat emotionaler Dysregulation.

  • · ADHS-Jugendliche zeigen erhöhte Amygdala-Reaktivität auf emotionale Reize und verringerte vmPFC-Amygdala-Kopplung.
  • · Gestörte vmPFC-Amygdala-Konnektivität korreliert mit emotionalen Dysregulations-Symptomen bei ADHS.
  • · Amygdala-vmPFC-Kopplungsdefizite nehmen im Jugendalter bei ADHS zu.
Beobachtungsstudie ADHS 2021 brainstem

Attachment Representations in Children with and without Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD).

Dekkers, Tycho J; Hornstra, Rianne; van den Hoofdakker, Barbara J; de Jong, Suzanne R C et al. · Brain sciences

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Studie untersuchte Bindungsrepräsentationen bei 104 Kindern (74 mit ADHS, 30 Kontrollkinder) im Alter von 4–11 Jahren mithilfe einer Story-Stem-Aufgabe. Kinder mit ADHS zeigten häufiger unsichere, ambivalente und desorganisierte Bindungsrepräsentationen als typisch entwickelte Kinder; dieser Befund war unabhängig von ODD-Komorbidität und elterlichem Bildungsstand. Die klinischen Behandlungsimplikationen dieser Koinzidenz bleiben noch weitgehend ungeklärt.

  • · Kinder mit ADHS zeigten im Vergleich zu typisch entwickelten Gleichaltrigen signifikant weniger sichere sowie mehr ambivalente und desorganisierte Bindungsrepräsentationen.
  • · Die Gruppenunterschiede in der Bindungssicherheit blieben unabhängig von komorbider oppositioneller Trotzstörung (ODD) und elterlichem Bildungsniveau bestehen.
  • · Für vermeidende Bindungsrepräsentationen zeigten sich keine signifikanten Gruppenunterschiede zwischen Kindern mit und ohne ADHS.
  • · Innerhalb der ADHS-Gruppe standen Bindungsrepräsentationen in keinem Zusammenhang mit elterlichem Erziehungsempfinden, Eltern-Kind-Beziehungsqualität oder komorbiden ODD-Symptomen.
  • · Die Studie nutzte eine Story-Stem-Aufgabe als standardisiertes Instrument zur Erfassung kindlicher Bindungsrepräsentationen, was einen methodischen Vorteil gegenüber rein fragebogenbasierter Erfassung darstellt.
Beobachtungsstudie ADHS 2021 noradrenergic system attention adhd

Atypical Arousal Regulation in children with Autism but not with ADHD as indicated by pupillometric measures of Locus Coeruleus Activity.

Bast, Nico; Boxhoorn, Sara; Supèr, H.; Helfer, B. et al. · Biological psychiatry. Cognitive neuroscience and neuroimaging

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Studie zu Arousal-Regulation bei ASD und ADHS im Vergleich. Unterschiedliche Arousal-Mechanismen erklären ähnliche Reaktionszeitprofile auf verschiedene Weisen. Differenzialdiagnostische Implikationen.

  • · Atypische Arousal-Regulation erklärt verlangsamte mittlere Reaktionszeiten (MRT) bei ASD, aber nicht bei ADHS.
  • · ADHS und ASD zeigen unterschiedliche Arousal-Dysregulations-Muster trotz vergleichbarer Reaktionszeitverlangsamung.
  • · Differentielle Arousal-Mechanismen sind wichtig für Diagnostik und differenzierte Behandlung von ADHS vs. ASD.
Andere ADHS 2021 default mode network

Common functional brain networks between attention deficit and disruptive behaviors in youth.

Yat, Wong Ting; Han, Zhang; Tonya, White; Liyuan, Xu et al. · NeuroImage

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Studie zu gemeinsamen funktionellen Netzwerken bei Aufmerksamkeitsdefiziten und disruptivem Verhalten. DMN-Anomalien als geteilte neurobiologische Basis. Transdiagnostische Perspektive.

  • · Aufmerksamkeitsdefizite und disruptives Verhalten teilen gemeinsame funktionelle Gehirnnetzwerke bei Kindern.
  • · DMN-Störungen sind gemeinsame neurobiologische Grundlage für ADHS und disruptive Verhaltensstörungen.
Review verwandt 2021 adhd emotion regulation other

Die psychische Belastung von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien während der COVID-19-Pandemie und der Zusammenhang mit emotionalen und Verhaltensauffälligkeiten

Döpfner, Manfred; Adam, Julia; Habbel, Carolina; Schulte, Birte et al. · Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Review zu psychischer Belastung von Kindern in der COVID-19-Pandemie. Empfehlung für zielgruppenspezifische statt universeller Interventionen. ADHS-Kinder als Risikogruppe identifiziert.

  • · Zielgruppenspezifische Interventionen für exponierte Subgruppen (z.B. ADHS-Kinder) werden während Pandemien empfohlen.
  • · Universelle Interventionen für alle Kinder in der Pandemie sind nicht indiziert; gezielte Maßnahmen effizienter.
Andere ADHS 2021 default mode network adhd combined

Differential structure-function network coupling in the inattentive and combined types of attention deficit hyperactivity disorder.

Dongha, Lee; Elizabeth, Quattrocki Knight; Hyunjoo, Song; Saebyul, Lee et al. · PloS one

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Multimodale Neuroimaging-Studie zu Struktur-Funktions-Kopplung bei ADHS-Subtypen. Differentielle Konnektivitätsmuster bei ADHS-I vs. ADHS-C. Unterstützt neurobiologische Heterogenität.

  • · Differentielle Struktur-Funktions-Netzwerk-Kopplung zwischen ADHS-unaufmerksamem und kombinierten Typ.
  • · ADHS-I und ADHS-C zeigen subtyp-spezifische Kopplung zwischen struktureller Konnektivität und DMN-Funktion.
Beobachtungsstudie ADHS 2021 nucleus accumbens

Disrupted Association Between Empathy and Brain Structure in Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder

Lee, Jeonghwa; Son, Jung-Woo; Kim, Siekyeong; Kim, Ji-Eun et al. · Journal of the Korean Academy of Child and Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Studie untersuchte mittels 3T-MRT die Beziehung zwischen Hirnstruktur und Empathie bei 19 frühen Adoleszenten mit ADHS und 20 gesunden Kontrollen. Die ADHS-Gruppe zeigte Defizite in kognitiver Empathie und Perspektivübernahme sowie strukturelle Unterschiede im Bereich des linken posterioren Inselkortex und angrenzender Areale. Auffällig war, dass in der ADHS-Gruppe – anders als bei Kontrollen – keine signifikante Korrelation zwischen Empathie und Hirnstruktur nachgewiesen werden konnte.

  • · Jugendliche mit ADHS zeigten signifikant geringere kognitive Empathie (t=-2,52, p=0,016) und Perspektivübernahme (t=-2,10, p=0,043) im Vergleich zu gesunden Kontrollen.
  • · Der Cluster aus linkem posteriorem Inselkortex, Gyrus supramarginalis und transversem temporalem Kortex – Areale, die mit emotionaler Empathie assoziiert sind – war in der ADHS-Gruppe signifikant kleiner (CWP=0,001).
  • · Das Volumen des linken Nucleus accumbens war in der ADHS-Gruppe größer als in der Kontrollgruppe (F=10,12, p=0,003, Effektgröße=0,22).
  • · In der Kontrollgruppe korrelierten die Dicke des linken Gyrus temporalis superior (CWP=0,002) und des lingualen Kortex (CWP=0,035) positiv mit kognitiver Empathie; das rechte Amygdala-Volumen korrelierte positiv mit empathischer Besorgnis (p=0,001).
  • · In der ADHS-Gruppe fand sich keine signifikante Korrelation zwischen Empathie und Hirnstruktur, was auf eine gestörte Hirn-Empathie-Kopplung bei ADHS hindeutet.
Review verwandt 2021 prefrontal cortex executive function working memory

Executive Dysfunction and the Prefrontal Cortex.

Jones David, T; Jonathan, Graff-Radford · Continuum (Minneapolis, Minn.)

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zu Exekutivdysfunktion und PFC-Funktion. PFC als Kernstruktur für EF bei ADHS. Klinische Syndromologie bei PFC-Läsionen relevant für ADHS-Verständnis.

  • · PFC ist übergeordnetes Integrationszentrum für Exekutivfunktionen, Emotionsregulation und soziale Kognition.
  • · PFC-Läsionen führen zu charakteristischen Syndromen: Dysexekutiv, Apathisch, Disinhibiert.
  • · ADHS-Symptome spiegeln PFC-Dysfunktion bei Inhibitionskontrolle, Arbeitsgedächtnis und Planung wider.
Beobachtungsstudie ADHS 2021 amygdala

Fronto-limbic neural variability as a transdiagnostic correlate of emotion dysregulation

Kebets, Valeria; Favre, Pauline; Houenou, Josselin; Polosan, Mircea et al. · Translational Psychiatry

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Neuroimaging-Studie zu fronto-limbischer Variabilität als transdiagnostischem Biomarker emotionaler Dysregulation. Überlappende neuronale Mechanismen bei ADHS, Borderline und Depression.

  • · Fronto-limbische neuronale Variabilität ist ein transdiagnostischer Korrelat emotionaler Dysregulation über ADHS, Borderline und Depression.
  • · Amygdala-PFC-Variabilität als dimensionaler Biomarker für Emotionsdysregulation-Spektrum.
Beobachtungsstudie ADHS 2021 adhd emotion regulation default mode network

Functional connectivity during frustration: a preliminary study of predictive modeling of irritability in youth

Scheinost, Dustin; Dadashkarimi, Javid; Finn, Emily S.; Wambach, Caroline G. et al. · Neuropsychopharmacology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Pilotstudie zur funktionellen Konnektivität bei Frustrations-Aufgabe bei ADHS-Kindern. Amygdala-PFC-DMN-Störungen als neurobiologisches Substrat von Irritabilität. Voruntersuchung mit kleiner Stichprobe.

  • · ADHS-Kinder zeigen bei Frustration veränderte funktionelle Konnektivität zwischen Amygdala, PFC und DMN.
  • · Frustrationsinduzierte Netzwerkstörungen korrelieren mit Irritabilitäts-Symptomen bei ADHS.
  • · Amygdala-PFC-DMN-Konnektivität ist neurobiologisches Substrat emotionaler Dysregulation bei ADHS.
Review ADHS 2021 anterior cingulate cortex

Hot and cold executive functions in the brain: A prefrontal-cingular network.

Salehinejad, Mohammad Ali; Ghanavati, Elham; Rashid, Md Harun Ar; Nitsche, Michael A · Brain and neuroscience advances

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zum Hot/Cold-Exekutivfunktionsmodell im PFC-ACC-Netzwerk. Beide EF-Typen bei ADHS beeinträchtigt; Hot EF besonders relevant für emotionale Dysregulation. Wichtige konzeptionelle Erweiterung.

  • · Heißes (hot) und kaltes (cold) Exekutivfunktions-System im PFC-ACC-Netzwerk sind funktional distinkt aber interagierend.
  • · Heißes EF (emotionale, motivationale Komponenten) ist bei ADHS mindestens so stark beeinträchtigt wie kaltes EF.
  • · PFC-ACC-Netzwerk koordiniert Hot und Cold EF über distinct anatomische Subregionen.
Review ADHS 2021 micronutrients adhd

Impact of vitamin D on neurocognitive function in dementia, depression, schizophrenia and ADHD.

Roy, Nithila Mariam; Al-Harthi, Lara; Sampat, Neela; Al-Mujaini, Rawan et al. · Frontiers in bioscience (Landmark edition)

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Dieser narrative Review untersucht den Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Status und neurokognitiver Funktion bei Demenz, Depression, Schizophrenie und ADHS auf Basis präklinischer und klinischer Studien. Obwohl zahlreiche Befunde auf eine Rolle von Vitamin D bei kognitiven Symptomen hinweisen, bewerten die Autoren die Evidenz als noch nicht ausreichend für eindeutige kausale Schlussfolgerungen. Weitere Forschung zu optimalen Versorgungsquellen und verbesserten Tiermodellen wird gefordert.

  • · Vitamin-D-Mangel betrifft schätzungsweise 30–50 % der Weltbevölkerung und wird als stille Pandemie bezeichnet; neben seiner Rolle im Knochenstoffwechsel ist Vitamin D auch an der Gehirnfunktion beteiligt.
  • · Sowohl präklinische als auch klinische Studien liefern Hinweise auf eine Beteiligung von Vitamin D an neurodevelopmentalen und neuropsychiatrischen Erkrankungen, darunter ADHS, Schizophrenie und Depression.
  • · Betroffene mit neurokognitiven Störungen (Demenz, Depression, Schizophrenie, ADHS) zeigen häufig Symptome abnehmender Kognition, die mit einem Vitamin-D-Mangel assoziiert sein könnten.
  • · Aus dem Abstract ist nicht eindeutig bestimmbar, ob der Review spezifische Interventionsstudien zur Vitamin-D-Supplementierung bei ADHS einschließt oder lediglich Assoziationsstudien zusammenfasst.
  • · Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass eine eindeutige Kausalaussage zur Rolle von Vitamin D auf kognitive Symptome verfrüht ist und weitere Forschung notwendig ist, u. a. zur ökologischen Validität von Tiermodellen und zur optimalen Vitamin-D-Quelle.
Meta-Analyse ADHS 2021 adhd methylphenidate

Long term methylphenidate exposure and growth in children and adolescents with ADHD. A systematic review and meta-analysis.

Sara, Carucci; Carla, Balia; Antonella, Gagliano; Angelico, Lampis et al. · Neuroscience and biobehavioral reviews

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Metaanalyse zu Langzeiteffekten von Methylphenidat auf das Körperwachstum bei Kindern. Signifikante, dosisabhängige Wachstumsverzögerung; Normalisierung nach Absetzen möglich. Wichtiges Sicherheitsdatum für klinische Praxis.

  • · Langzeit-MPH-Exposition (>2 Jahre) bei Kindern ist mit geringfügig reduziertem Längenwachstum assoziiert.
  • · Wachstumsdefizite unter MPH sind dosisabhängig und in Frühpubertät am ausgeprägtesten.
  • · Wachstumsverzögerung normalisiert sich teilweise bei MPH-Absetzen; Endgröße meist nicht dauerhaft beeinträchtigt.
Review ADHS 2021 micronutrients adhd

Maternal Nutrition and Neurodevelopment: A Scoping Review.

Cortés-Albornoz, María Camila; García-Guáqueta, Danna Paola; Velez-van-Meerbeke, Alberto; Talero-Gutiérrez, Claudia · Nutrients

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieses Scoping Review (84 Studien) untersucht den Zusammenhang zwischen maternaler Ernährung in der Schwangerschaft und der neuronalen Entwicklung des Nachwuchses. Mangelhafte Zufuhr von Vitaminen, Mikro- und Makronährstoffen sowie ungünstige Diätmuster wurden mit Hirndefekten, neuropsychiatrischen Störungen einschließlich ADHS und kognitiven Beeinträchtigungen assoziiert. Die Autoren fordern weitere Studien zur Quantifizierung des Nutzens geeigneter Supplementierung.

  • · Unzureichende Nährstoffzufuhr während der Schwangerschaft war mit Hirndefekten assoziiert, darunter vermindertes zerebrales Volumen, Spina bifida sowie Veränderungen hypothalamischer und hippokampaler Bahnen.
  • · Mangelhafte maternale Ernährung erhöht das Risiko für neuropsychiatrische Störungen beim Kind, einschließlich ADHS, Autismus-Spektrum-Störung, Schizophrenie, Angststörungen und Depression.
  • · Defizite in Vitaminen (B12, Folat, Vitamin D, A, E, K) sowie Mikronährstoffen (Kupfer, Eisen, Kreatin, Cholin, Zink, Jod) während der Schwangerschaft waren mit beeinträchtigter neuronaler Entwicklung beim Nachwuchs verbunden.
  • · Fettsäuren und Proteine als Makronährstoffe spielen eine wichtige Rolle für die fetale Hirnentwicklung; hochkalorische Diäten, ketogene Diäten und maternale Unterernährung wirkten sich negativ auf die Neuronalentwicklung aus.
  • · Beeinträchtigte Kognition, Sehstörungen und motorische Defizite wurden als weitere Folgen unzureichender maternaler Ernährung identifiziert, was auf breite neurodevelopmentale Auswirkungen hinweist.
Review ADHS 2021 adhd methylphenidate dopaminergic pathways

Methylphenidate for attention-deficit/hyperactivity disorder in adults: a narrative review.

Jaeschke, Rafał R; Sujkowska, Ewelina; Sowa-Kućma, Magdalena · Psychopharmacology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zu Methylphenidat bei erwachsener ADHS. Gut belegte Wirksamkeit; Off-Label-Situation in Europa. Langzeitstudien unterrepräsentiert.

  • · Methylphenidat ist mainstay Pharmakotherapie bei erwachsener ADHS; Evidenzlage gut, aber eingeschränkte Langzeitstudien.
  • · Erwachsene ADHS wird oft erst nach jahrelanger Latenz diagnostiziert; Behandlung verbessert funktionelle Outcomes.
  • · Off-Label-Nutzung von MPH bei Erwachsenen in Europa wegen unzureichender Zulassungen.
Review ADHS 2021 mindfulness adhd

Mindfulness-based interventions: an overall review.

Zhang, Dexing; Lee, Eric K P; Mak, Eva C W; Ho, C Y et al. · British medical bulletin

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieses Übersichtsartikel fasst den aktuellen Forschungsstand zu achtsamkeitsbasierten Interventionen (MBIs) zusammen. MBIs zeigen breite Wirksamkeit bei biopsychosozialen Erkrankungen, sind relativ sicher und zum Teil kosteneffektiv. Für ADHS ist die Evidenz jedoch bislang nur vorläufig und nicht abschließend gesichert.

  • · Achtsamkeitsbasierte Interventionen (MBIs) sind wirksam bei der Verbesserung zahlreicher biopsychosozialer Zustände, darunter Depression, Angst, Stress, Schlaflosigkeit, Sucht, Psychose, Schmerz, Bluthochdruck und krebsbezogene Symptome.
  • · Die Evidenz für die Wirksamkeit von MBIs bei ADHS ist bislang nur vorläufig oder nicht abschließend gesichert; es besteht weiterer Forschungsbedarf.
  • · MBIs gelten als relativ sicher, jedoch sollten ethische Aspekte bei ihrer Anwendung berücksichtigt werden.
  • · Kosteneffektivität von MBIs ist für einige Erkrankungen belegt, für ADHS und viele andere Zustände und Bevölkerungsgruppen jedoch noch nicht bestätigt.
  • · Viele systematische Reviews und Meta-Analysen zu Achtsamkeitsinterventionen zeigen eine geringe Qualität der eingeschlossenen Studien; es werden größere Studien mit längerer Nachbeobachtungszeit benötigt.
Beobachtungsstudie verwandt 2021 prefrontal cortex noradrenergic system attention

Modulation of Prefrontal Cortex Slow Oscillations by Phasic Activation of the Locus Coeruleus.

Durán, E.; Yang, Mingyu; Neves, Ricardo M.; Logothetis, N. et al. · Neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Tierexperimentelle Studie zu LC-Aktivierung und kortikalen Slow Oscillations im PFC. LC-NE-System reguliert kortikale Erregungszustände über Slow Oscillations. Relevant für ADHS-Arousal-Dysregulation.

  • · Phasische LC-Aktivierung moduliert kortikale Slow Oscillations im PFC unter Urethananästhesie.
  • · LC-NE-Phasizität beeinflusst Schlaf-Wach-Dynamik und kortikale Erregungs-Zustände.
  • · Noradrenerge Modulation kortikaler Oszillationen ist relevant für Arousal-Dysregulation bei ADHS.
Meta-Analyse ADHS 2021 genetics

Multivariate analysis of 1.5 million people identifies genetic associations with traits related to self-regulation and addiction.

Karlsson Linnér, Richard; Mallard, Travis T; Barr, Peter B; Sanchez-Roige, Sandra et al. · Nature neuroscience

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Karlsson Linnér et al. (2021) führten eine multivariate genomweite Assoziationsstudie an ~1,5 Millionen Personen durch und identifizierten über 500 genetische Loci für externalisierende Merkmale wie ADHS, Substanzkonsum und antisoziales Verhalten. Die Loci zeigen eine Anreicherung für neuronale Entwicklungsgene, und ein daraus abgeleiteter polygener Score sagt vielfältige adverse Outcomes vorher. Die Ergebnisse unterstützen das Modell einer gemeinsamen neurodevelopmentalen genetischen Grundlage für Selbstregulationsstörungen.

  • · Eine multivariate GWAS-Analyse mit ~1,5 Millionen Probanden identifizierte über 500 genetische Loci, die mit externalisierenden Merkmalen (darunter ADHS, Substanzkonsum, antisoziales Verhalten) assoziiert sind – deutlich mehr als einzelne trait-spezifische Analysen.
  • · Die identifizierten genetischen Loci waren angereichert für Gene, die im Gehirn exprimiert werden und mit der Entwicklung des Nervensystems zusammenhängen, was auf eine neurodevelopmentale Grundlage externalisierender Störungen hinweist.
  • · Externalisierende Merkmale wie ADHS, Substanzabhängigkeit und antisoziales Verhalten teilen eine gemeinsame genetische Haftbarkeit (shared genetic liability), was einen übergeordneten Faktor der Selbstregulationsschwäche nahelegt.
  • · Ein aus den GWAS-Ergebnissen konstruierter polygener Score (PGS) sagte eine breite Palette von Verhaltens- und Gesundheitsoutcomes vorher, darunter Opioidabhängigkeit, Suizid, HIV-Infektionen, strafrechtliche Verurteilungen und Arbeitslosigkeit – auch wenn diese Outcomes nicht Teil der ursprünglichen GWAS waren.
  • · Der multivariate Ansatz war statistisch leistungsfähiger als Einzelmerkmal-Analysen und lieferte erstmals gut performende polygene Scores für Störungen, die bisher nur schwache genetische Signale zeigten (z. B. Opioidgebrauchsstörung).
Review ADHS 2021 adhd overview

Neuroimaging in attention-deficit/hyperactivity disorder.

Pereira-Sanchez, Victor; Castellanos, Francisco X · Current opinion in psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zu Neuroimaging-Forschung bei ADHS. Konsistente strukturelle/funktionelle Anomalien belegt; klinische Anwendbarkeit noch begrenzt. Reflektiert Heterogenität der ADHS-Neurobiologie.

  • · Neuroimaging bei ADHS zeigt konsistente strukturelle und funktionelle Anomalien in frontalen und subkortikalen Regionen.
  • · Klinische Anwendbarkeit von ADHS-Neuroimaging-Befunden für Diagnostik ist trotz Fortschritten noch begrenzt.
  • · Heterogenität der ADHS-Neurobiologie spiegelt sich in variablen Neuroimaging-Befunden wider.
Review ADHS 2021 adhd overview neurofeedback adhd

Neurotherapeutics for Attention Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD): A Review.

Rubia, Katya; Westwood, Samuel; Aggensteiner, Pascal-M; Brandeis, Daniel · Cells

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Review zu Neurotherapeutika bei ADHS: EEG-Neurofeedback, tDCS, TMS und kognitives Training. Inkonsistente Evidenz für Neurofeedback; vorläufige Befunde für Hirnstimulation. Nicht-pharmakologische Optionen als Ergänzung.

  • · EEG-Neurofeedback wurde seit ~45 Jahren bei ADHS erprobt; Evidenz ist inkonsistent und methodologisch heterogen.
  • · Neurofeedback bei ADHS zeigt in blinden Bewerterstudien geringere Effekte als in offenen Studien.
  • · tDCS und TMS zeigen vorläufige Evidenz für ADHS-Symptomverbesserung; weitere Forschung notwendig.
  • · Kognitive Trainingsansätze bei ADHS zeigen begrenzte Generalisierung; Working-Memory-Training am meisten untersucht.
Meta-Analyse ADHS 2021 cognitive training

Noninvasive brain stimulation in children and adults with attention-deficit/hyperactivity disorder: a systematic review and meta-analysis.

Westwood, Samuel J; Radua, Joaquim; Rubia, Katya · Journal of psychiatry & neuroscience : JPN

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Dieses systematische Review mit Meta-Analyse untersuchte rTMS und tDCS bei Kindern und Erwachsenen mit ADHS (18 Studien, N=311). Anodal-tDCS über dem dlPFC zeigte Trendverbesserungen bei Inhibition und Verarbeitungsgeschwindigkeit, aber keine konsistenten Effekte auf Aufmerksamkeit oder klinische Symptome. Die Autoren empfehlen derzeit keinen klinischen Einsatz dieser Verfahren und fordern größere, methodisch robustere Studien.

  • · rTMS und tDCS zeigten in Einzelstudien positive Effekte auf einige kognitive Funktionen, jedoch wenig Evidenz für klinische Symptomverbesserung bei ADHS.
  • · Meta-Analysen von 1–5 Sitzungen anodaler tDCS über dem linken oder bilateralen dorsolateralen präfrontalen Kortex (dlPFC) zeigten Trendverbesserungen bei Inhibition und Verarbeitungsgeschwindigkeit, aber nicht bei Aufmerksamkeit.
  • · Die Evidenzlage unterstützt den klinischen oder kommerziellen Einsatz von rTMS oder tDCS des dlPFC als alternative Neurotherapie bei ADHS derzeit nicht.
  • · Die eingeschlossenen 18 Studien (rTMS 4, tDCS 14; 311 Kinder und Erwachsene mit ADHS) stimulierten überwiegend den dlPFC; methodische Heterogenität limitiert die Interpretierbarkeit der Befunde.
  • · Größere Studien mit mehreren Sitzungen, optimierten Stimulationsparametern und kombiniertem kognitivem Training könnten größere Effektstärken erreichen.
Systematic Review ADHS 2021 atomoxetine adhd adults

Parental ADHD in pregnancy and the postpartum period - A systematic review.

Sarah, Kittel-Schneider; Quednow Boris, B; Linda, Leutritz Anna; McNeill Rhiannon, V et al. · Neuroscience and biobehavioral reviews

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Systematisches Review zu elterlicher ADHS in Schwangerschaft und Postpartalperiode. Erhöhte Risiken für Elternteil und Kind; genetisches ADHS-Risiko der Kinder. Behandlungsüberlegungen in der Schwangerschaft.

  • · Elterliche ADHS in der Schwangerschaft und Postpartalperiode ist mit erhöhten Risiken für Mutter und Kind assoziiert.
  • · Kinder von Eltern mit ADHS haben erhöhtes ADHS-Risiko (genetisch und umweltbedingt).
  • · Pharmakologische ADHS-Behandlung in der Schwangerschaft erfordert individualisierte Nutzen-Risiko-Abwägung.
Beobachtungsstudie verwandt 2021 amygdala hippocampus prefrontal cortex

Peroxiredoxin 6 Knockout Mice Demonstrate Anxiety Behavior and Attenuated Contextual Fear Memory after Receiving Acute Immobilization Stress

Phasuk, Sarayut; Varinthra, Peeraporn; Nitjapol, Andaman; Bandasak, Korakod et al. · Antioxidants

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Tierexperimentelle Studie zu oxidativem Stress und Gedächtniskonsolidierung. Peroxiredoxin-6 als Oxidations-Schutzfaktor. Nicht direkt ADHS-spezifisch.

  • · Peroxiredoxin-6-Knock-out-Mäuse zeigen Angstverhalten und attenuierte stressvermittelte Gedächtniskonsolidierung.
  • · Oxidativer Stress moduliert Gedächtniskonsolidierung über Amygdala- und Hippocampus-Mechanismen.
Andere ADHS 2021 irritability

Phasic Versus Tonic Irritability: Differential Associations With Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder Symptoms

Cardinale, Elise M.; Freitag, Gabrielle F.; Brotman, Melissa A.; Pine, Daniel S. et al. · Journal of the American Academy of Child & Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Konzeptualisierung phasischer vs. tonischer Irritabilität bei ADHS. ADHS stärker mit tonischer Reizbarkeit assoziiert. Wichtige Differenzierung für Diagnostik und Behandlung komorbider Irritabilität.

  • · Phasische Irritabilität (episodische Wutausbrüche, DMDD) und tonische Irritabilität (chronische Reizbarkeit) sind distinct und haben unterschiedliche ADHS-Assoziationen.
  • · ADHS ist stärker mit tonischer als phasischer Irritabilität assoziiert.
  • · Differenzierung phasisch/tonisch ist wichtig für Komorbidität und Behandlungsplanung bei ADHS.
Meta-Analyse ADHS 2021 tricyclic antidepressants

Practitioner Review: Pharmacological treatment of attention-deficit/hyperactivity disorder symptoms in children and youth with autism spectrum disorder: a systematic review and meta-analysis.

Rodrigues, Rebecca; Lai, Meng-Chuan; Beswick, Adam; Gorman, Daniel A et al. · Journal of child psychology and psychiatry, and allied disciplines

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese systematische Übersicht und Meta-Analyse untersuchte die Wirksamkeit und Sicherheit von Pharmakotherapien zur Behandlung von ADHS-Symptomen bei Kindern und Jugendlichen mit Autismus-Spektrum-Störung. Die Analyse von 25 Studien zeigte, dass Methylphenidat und Atomoxetin ADHS-Symptome (Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsdefizite) signifikant reduzierten, wobei jedoch die Gesamtqualität der Evidenz niedrig war. Die Ergebnisse unterstützen die Verwendung dieser Standardmedikationen bei dieser Patientengruppe, erfordern aber weitere Langzeitdaten.

  • · Methylphenidat reduzierte Hyperaktivität signifikant bei Kindern und Jugendlichen mit ASD (elternbewertet: SMD = −0,63; lehrerbewertet: SMD = −0,81).
  • · Methylphenidat reduzierte Aufmerksamkeitsdefizite signifikant bei ASD-Patienten (elternbewertet: SMD = −0,36; lehrerbewertet: SMD = −0,30).
  • · Atomoxetin reduzierte Aufmerksamkeitsdefizite (elternbewertet: SMD = −0,54; lehrerbewertet: SMD = −0,38) und Hyperaktivität (elternbewertet: SMD = −0,49) bei Kindern mit ASD.
  • · Antipsychotika der zweiten Generation zeigten indirekte Evidenz für signifikante Reduktionen der Hyperaktivität bei ASD.
  • · Die Qualität der Evidenz für alle untersuchten Interventionen war niedrig bis sehr niedrig.
Beobachtungsstudie verwandt 2021 noradrenergic system attention executive function

Precise and Pervasive Phasic Bursting in Locus Coeruleus during Maternal Behavior in Mice

Dvorkin, R.; Shea, Stephen D. · The Journal of Neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

In-vivo-Studie zu LC-phasischen Bursts bei mütterlichem Verhalten bei Ratten. LC-Phasizität als universelles Arousal-Aufmerksamkeits-Signal in natürlichem Verhalten. Wichtige Grundlage für ADHS-LC-Theorien.

  • · LC-Neuronen zeigen präzise und ubiquitäre phasische Bursts während mütterlichem Verhalten.
  • · LC-Phasizität ist fundamental für naturalistisches Arousal und Verhalten, nicht nur für strukturierte Aufgaben.
  • · NE-phasische Signale des LC koordinieren Aufmerksamkeits-Arousal-Kopplung in natürlichen Verhaltensweisen.
Beobachtungsstudie verwandt 2021 adhd other

Seelische Gesundheit und psychische Belastungen von Kindern und Jugendlichen in der ersten Welle der COVID-19-Pandemie – Ergebnisse der COPSY-Studie

Ravens‐Sieberer, Ulrike; Kaman, Anne; Otto, Christiane; Adedeji, Adekunle et al. · Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Beobachtungsstudie zu psychischer Belastung von Kindern und Jugendlichen in der COVID-19-Pandemie in Deutschland. ADHS-Symptomverschlechterung während Schulschließungen. Relevanz für Versorgungsplanung.

  • · COVID-19-Pandemie belastet psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen erheblich, besonders mit Vordiagnosen wie ADHS.
  • · ADHS-Symptome verschlechterten sich bei vielen Kindern während Schulschließungen und soziale Isolation.
case_report ADHS 2021 venlafaxine

Solriamfetol for attention deficit hyperactivity disorder

Naguy, Ahmed; El-Sheshaie, Adel; Elsori, Dalal H; Alamiri, B. · CNS Spectrums

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Dieser Fallbericht aus 2021 beschreibt einen Patienten mit schwerer ADHS-Inattentiv-Präsentation, der auf mehrere Standardmedikamente (Atomoxetin, Methylphenidat, Clonidin, Venlafaxin) nicht ausreichend ansprach. Solriamfetol wird als potenzielle Behandlungsoption bei therapieresistenter ADHS diskutiert. Das vollständige Abstract ist abgeschnitten, was die Beurteilung des Behandlungsergebnisses einschränkt.

  • · Solriamfetol wird als mögliche Behandlungsoption bei ADHS-Inattentiv-Präsentation diskutiert, insbesondere bei Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf Standardtherapien wie Atomoxetin, Methylphenidat und Venlafaxin.
  • · Der beschriebene Fall zeigt einen Patienten mit schwerer ADHS-Inattentiv-Präsentation (8/9 Punkten auf der Inattentivitätsskala der Vanderbilt Assessment Scales), der sequenziell auf mehrere Medikamente einschließlich Atomoxetin, Methylphenidat, Clonidin-Augmentation und Venlafaxin schlecht ansprach.
  • · Komorbide Faktoren im Fall umfassen morbide Adipositas, Vitamin-D-Mangel und atopische Dermatitis; OSA und Epilepsie wurden ausgeschlossen, bevor Solriamfetol in Betracht gezogen wurde.
  • · Venlafaxin, ein Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, wurde bei diesem therapieresistenten ADHS-Patienten als Off-Label-Option versucht, jedoch mit schlechtem Ergebnis.
  • · Die psychometrische Beurteilung mittels Vanderbilt Assessment Scales (Eltern- und Lehrerversion) bestätigte die schwere ADHS-IA; der FSIQ-Wert lag bei 82 (WISC-III), ohne signifikante Streuung.
Beobachtungsstudie ADHS 2021 adhd anterior cingulate cortex basal ganglia

Structural Brain Changes and Associated Symptoms of ADHD Subtypes in Children

Mu, Shuhua; Wu, Huijun; Zhang, Jian; Chang, Chunqi · Cerebral Cortex

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Strukturelle MRI-Studie zu Subtyp-spezifischen Hirnveränderungen bei ADHS in ACC-Schaltkreisen. Neurobiologische Charakterisierung der ADHS-Heterogenität durch strukturelle Marker.

  • · ADHS-Subtypen zeigen unterschiedliche strukturelle Hirnveränderungen bei Kindern in ACC-vermittelten Schaltkreisen.
  • · Subtyp-Heterogenität bei ADHS ist neurobiologisch durch regionale strukturelle Unterschiede charakterisierbar.
  • · ACC-Strukturveränderungen korrelieren mit Symptomschweregraden bei ADHS-Subtypen.
Beobachtungsstudie ADHS 2021 amygdala adhd adults working memory

Targeting working memory to modify emotional reactivity in adult attention deficit hyperactivity disorder: a functional magnetic resonance imaging study

Kaiser, Antonia; Reneman, Liesbeth; Lucassen, Paul J.; Vries, Taco J. De et al. · Brain Imaging and Behavior

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

fMRI-Studie (N=30 adulte ADHS, N=30 Kontrollen) zu Interaktion von Arbeitsgedächtnis und emotionaler Reaktivität. Keine gruppenspezifischen WM- oder ER-Beeinträchtigungen gefunden; WM-Taxing modifizierte ER nicht. Ergebnisse könnten auf selektive Stichprobe (gut angepasste ADHS) zurückzuführen sein.

  • · Negative emotionale Bilder aktivierten Amygdala bei ADHS- und Kontrollgruppe gleichermaßen; keine gruppenspezifische Amygdala-Hyperreaktivität.
  • · Arbeitsgedächtnisbelastung aktivierte paracinguläre Gyrus und dorsolateralen PFC; keine Unterschiede zwischen ADHS und Kontrollen.
  • · Taxing WM veränderte nicht die neuronalen Korrelate emotionaler Reaktivität bei adultem ADHS (im Gegensatz zu Berichten bei adoleszentem ADHS).
  • · Keine WM-Beeinträchtigungen in neuronalen Korrelaten bei der untersuchten, relativ gut angepassten adulten ADHS-Population.
Andere ADHS 2021 nucleus accumbens

Temporally Specific Roles of Ventral Tegmental Area Projections to the Nucleus Accumbens and Prefrontal Cortex in Attention and Impulse Control

Flores-Dourojeanni, Jacques P.; Rijt, Coby van; Munkhof, Marleen H. van den; Boekhoudt, Linde et al. · Journal of Neuroscience

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Die Studie untersucht mittels Optogenetik die Rolle spezifischer VTA-Projektionen zum Nucleus Accumbens (Core und Shell) sowie zum medialen präfrontalen Kortex in Bezug auf Aufmerksamkeit und Impulskontrolle bei Ratten im 5-CSRTT. Es zeigt sich, dass die VTA-NAcbS-Projektion als einzige sowohl Aufmerksamkeit als auch Impulsivität moduliert, während NAcbC- und mPFC-Projektionen primär die Aufmerksamkeit beeinflussen. Die Effekte sind zeitlich präzise und hängen davon ab, wann innerhalb des Trials die Stimulation erfolgt.

  • · Optogenetische Stimulation von VTA-Dopaminneuronen sowie VTA-Projektionen zum Nucleus Accumbens Core (NAcbC) und zum medialen präfrontalen Kortex (mPFC) unmittelbar vor dem Stimuluscue beeinträchtigte die Aufmerksamkeit, ohne die Impulskontrolle zu beeinflussen.
  • · Aktivierung der VTA-NAcbS-Projektion (Nucleus Accumbens Shell) reduzierte nicht nur die Aufmerksamkeit, sondern erhöhte auch die Impulsivität – insbesondere bei längerem Intertrial-Intervall (ITI), das impulsives Verhalten provoziert.
  • · Die Rolle der VTA-Projektionen für Aufmerksamkeit und Impulskontrolle ist zeitlich spezifisch: Stimulation zu Beginn des ITI replizierte die Effekte nur teilweise, was auf ein zeitkritisches Wirkfenster hinweist.
  • · Die mesokortikalen und mesolimbischen Schaltkreise (VTA → NAcb, VTA → mPFC) modulieren Kognition auf unterschiedliche Weise: NAcbS-Aktivierung beeinflusst Impulsivität, während NAcbC- und mPFC-Aktivierung vorrangig die Aufmerksamkeit beeinträchtigt.
  • · Die Studie verwendet das 5-Choice Serial Reaction Time Task (5-CSRTT) bei männlichen Ratten als validiertes Tiermodell zur Messung von Impulsivität und Aufmerksamkeitsdefiziten, wie sie bei ADHS vorkommen.
Review ADHS 2021

The diagnostic genetics of ADHD symptoms and subtypes

Lévy, Florence; McStephen, Michael; Hay, David

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Dieses Buchkapitel analysiert die diagnostischen Kriterien der ADHS nach DSM-IV und diskutiert Limitationen kategorialer Krankheitsmodelle. Es werden genetisch informierte Studiendesigns und latente Klassenanalyse als methodische Ansätze zur Untersuchung der Ätiologie von ADHS-Symptomen und Subtypen vorgestellt. Die Autoren betonen die Bedeutung struktureller Modellierung zur Trennung genetischer und umweltbedingter Einflüsse.

  • · Das DSM-IV-Diagnosesystem für ADHS basiert auf kategorialen Modellen, die laut Sonuga-Barke (1998) empirische Untersuchungen und Theoriebildung einschränken, da sie endogene und dysfunktionale Syndrome als kategoriale Einheiten voraussetzen.
  • · Die latente Klassenanalyse in genetisch informativen Designs wird als Methode vorgeschlagen, um nichtlineare Beziehungen zwischen ADHS-Symptomen und zugrundeliegenden ätiologischen Faktoren zu untersuchen.
  • · Strukturelle Modellierung wurde eingesetzt, um die Rolle genetischer und umweltbedingter Faktoren in der Ätiologie von ADHS zu klären, einschließlich des Einflusses von Kontrasteffekten auf Hyperaktivitätsbewertungen.
  • · Die Skalen für Unaufmerksamkeit sowie Hyperaktivität-Impulsivität sind als grundlegende Deskriptoren der zugrundeliegenden Störungen konzipiert und beschreiben deren Manifestation auf Symptomebene.
  • · Genetisch informierte Studiendesigns ermöglichen eine differenziertere Untersuchung der Subtypstruktur von ADHS, indem sie ätiologische Faktoren von phänotypischer Symptomausprägung trennen.
RCT ADHS 2021 viloxazine

The Effect of Viloxazine Extended-Release Capsules on Functional Impairments Associated with Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD) in Children and Adolescents in Four Phase 3 Placebo-Controlled Trials

Nasser, Azmi; Hull, Joseph T.; Liranso, Tesfaye; Busse, Gregory D. et al. · Neuropsychiatric Disease and Treatment

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Post-hoc-Analyse von vier randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-3-Studien demonstriert, dass Viloxazine ER (ein nichtstimulierendes ADHS-Medikament) signifikante Verbesserungen in funktionalen Beeinträchtigungen bei Kindern und Jugendlichen bewirkt, mit Effekten bereits ab Woche 1–2. Die Verbesserungen umfassen alle sechs gemessenen Funktionsbereiche und korrelieren mit der Symptomreduktion.

  • · Viloxazine ER zeigte in vier Phase-3-Studien (N=1354) signifikante Verbesserungen bei funktionalen Beeinträchtigungen, die mit ADHS assoziiert sind, in allen sechs Bereichen: Familienbeziehungen, Peer-Beziehungen, Hausaufgabenvollendung, schulische Leistung, Verhaltenskontrolle in der Schule und Selbstwertgefühl.
  • · Verbesserungen in ADHD-RS-5 Functional Impairment Scores traten bei viloxazine ER Dosierungen von 100–400 mg/Tag bereits in Woche 1 (100 mg) oder Woche 2 (200–400 mg) auf.
  • · Sowohl 30%- als auch 50%-Responder-Raten bei ADHD-RS-5 Functional Impairment waren in allen viloxazine ER Dosisgruppen signifikant höher als unter Placebo in Woche 6.
  • · Die Reduktion funktionaler Beeinträchtigungen durch viloxazine ER korrespondiert konsistent mit der Reduktion von Unaufmerksamkeits- und Hyperaktivitäts-/Impulsivitätssymptomen in den Phase-3-Studien.
  • · Viloxazine ER ist ein nichtstimulierendes Medikament, das bei Kindern und Jugendlichen (6–17 Jahre) mit ADHS eingesetzt wird.
RCT ADHS 2021 viloxazine

The Effect of Viloxazine Extended-Release Capsules on Functional Impairments Associated with Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD) in Children and Adolescents in Four Phase 3 Placebo-Controlled Trials

Nasser, Azmi; Hull, J.; Liranso, Tesfaye; Busse, G. et al. · Neuropsychiatric Disease and Treatment

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Post-hoc-Analyse von vier randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-3-Studien (N=1354) untersuchte die Wirkung von Viloxazine Extended-Release auf funktionale Beeinträchtigungen bei Kindern und Adoleszenten mit ADHS. Viloxazine ER führte zu signifikanten Verbesserungen in allen sechs funktionalen Domänen der ADHD-RS-5 bereits ab Woche 1–2 im Vergleich zu Placebo. Die Befunde deuten darauf hin, dass Viloxazine ER eine klinisch bedeutsame Verbesserung von ADHS-Symptomen und Funktionsfähigkeit bietet.

  • · Viloxazine ER zeigte signifikante Verbesserungen in funktionalen Beeinträchtigungen gemäß ADHD-RS-5 across all six Domänen (Familienbeziehungen, Peerbeziehungen, Hausaufgaben, schulische Leistung, Verhalten in der Schule, Selbstwertgefühl) im Vergleich zu Placebo.
  • · Verbesserungen der funktionalen Beeinträchtigungen traten bereits ab Woche 1 (bei 100 mg/Tag) oder Woche 2 (bei 200–400 mg/Tag) auf, mit signifikanten Effekten in allen Dosisgruppen bis Woche 6.
  • · Die Responder-Raten (30% und 50% Reduktion in ADHD-RS-5 FI Total Score) waren in allen Viloxazine-ER-Dosisgruppen signifikant höher als unter Placebo.
  • · Viloxazine ER ist ein nicht-stimulierendes Medikament zur Behandlung von ADHS bei Kindern und Adoleszenten (Alter 6–17 Jahre).
  • · Die Verbesserungen in ADHD-bezogenen funktionalen Beeinträchtigungen korrelieren mit Reduktionen in Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivität/Impulsivität Symptomen.
RCT ADHS 2021 physical exercise supplements

The effect of vitamin D and magnesium supplementation on the mental health status of attention-deficit hyperactive children: a randomized controlled trial.

Hemamy, Mostafa; Pahlavani, Naseh; Amanollahi, Alireza; Islam, Sheikh Mohammed Shriful et al. · BMC pediatrics

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese doppelblinde, placebokontrollierte RCT untersuchte bei 66 Kindern mit ADHS die Wirkung einer 8-wöchigen Co-Supplementierung mit Vitamin D (50.000 IU/Woche) und Magnesium (6 mg/kg/Tag) auf die psychische Gesundheit. Die Interventionsgruppe zeigte signifikante Verbesserungen in allen Subskalen des Strengths and Difficulties Questionnaire, darunter emotionale Probleme, Verhaltensauffälligkeiten, Gleichaltrigenprobleme sowie externalisierende und internalisierende Scores. Die Autoren schlussfolgern, dass diese Supplementierungskombination die Verhaltensfunktion und psychische Gesundheit bei Kindern mit ADHS verbessern kann, empfehlen jedoch weiterführende Studien mit größeren Stichproben.

  • · Eine achtwöchige Co-Supplementierung mit Vitamin D (50.000 IU/Woche) und Magnesium (6 mg/kg/Tag) führte bei Kindern mit ADHS zu einer signifikanten Reduktion von emotionalen Problemen, Verhaltensauffälligkeiten und Gleichaltrigen-Problemen (alle p ≤ 0,007).
  • · Nach der Intervention stiegen die Serumspiegel von 25-Hydroxy-Vitamin-D3 und Magnesium in der Interventionsgruppe signifikant an, was die Einnahme-Compliance und die pharmakologische Wirkung bestätigt.
  • · Sowohl externalisierende als auch internalisierende Symptome verbesserten sich in der Vitamin-D-plus-Magnesium-Gruppe signifikant gegenüber der Placebo-Gruppe (je p = 0,001), gemessen mit dem Strengths and Difficulties Questionnaire.
  • · Die Dosierung von Vitamin D (50.000 IU/Woche) und Magnesium (6 mg/kg/Tag) über 8 Wochen wurde in dieser kleinen Stichprobe (n = 66) als Interventionsregime eingesetzt; die optimale Dosierung für größere Populationen bleibt unklar.
  • · Studien zeigen Defizite im Serumspiegel von Magnesium und Vitamin D bei ADHS-Betroffenen; die Supplementierung zielt darauf ab, diese Mängel zu beheben und damit neurobiologische Funktionen zu unterstützen.
Meta-Analyse ADHS 2021 physical exercise

The impact of exercise interventions concerning executive functions of children and adolescents with attention-deficit/hyperactive disorder: a systematic review and meta-analysis.

Liang, Xiao; Li, Ru; Wong, Stephen H S; Sum, Raymond K W et al. · The international journal of behavioral nutrition and physical activity

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse (15 Studien) untersucht den Einfluss von Bewegungsinterventionen auf exekutive Funktionen bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS. Die Ergebnisse zeigen eine mittlere bis große Verbesserung der Gesamtexekutivfunktionen sowie spezifisch der Inhibitionskontrolle und kognitiven Flexibilität. Chronische Bewegungsprogramme mit moderater Intensität erweisen sich als besonders wirksam.

  • · Bewegungsinterventionen verbessern die exekutiven Funktionen von Kindern und Jugendlichen mit ADHS mit mittlerer bis großer Effektstärke (SMD = 0,611, 95% CI [0,386–0,836], p < 0,01).
  • · Bewegungsinterventionen zeigen einen moderaten bis großen positiven Effekt auf die Inhibitionskontrolle (g = 0,761, 95% CI [0,376–1,146], p < 0,01) bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS.
  • · Kognitive Flexibilität verbessert sich signifikant durch Bewegungsinterventionen (g = 0,780, 95% CI [0,331–1,228], p < 0,001), was auf einen vergleichbar starken Effekt wie bei der Inhibitionskontrolle hindeutet.
  • · Subgruppenanalysen zeigen, dass Interventionsintensität und Trainingsformat (akut vs. chronisch) den Effekt signifikant moderieren, während der Interventionstyp selbst keine signifikante Moderation aufwies.
  • · Chronische Bewegungsinterventionen mit moderater Intensität werden als bevorzugte Behandlungsform zur Förderung exekutiver Funktionen bei ADHS-Kindern empfohlen.
Beobachtungsstudie ADHS 2021 hippocampus serotonin

The protective effect and potential mechanism of NRXN1 on learning and memory in ADHD rat models.

Sufen, Zhang; Di, Wu; Qu, Xu; Lianghui, You et al. · Experimental neurology

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Studie zu NRXN1-Funktion bei hippocampalen Lern- und Gedächtnisprozessen. Synaptische Modulation durch Neurexin-1 mit Serotonin-Interaktion. Relevant für genetische Grundlagen von ADHS.

  • · NRXN1 (Neurexin-1) spielt eine protektive Rolle bei Lern- und Gedächtnisprozessen durch synaptische Modulation im Hippocampus.
  • · Serotonin-Signaling interagiert mit NRXN1 bei der synaptischen Plastizität im Hippocampus.
Systematic Review ADHS 2021 adhd dopaminergic pathways micronutrients adhd

The Role of Iron and Zinc in the Treatment of ADHD among Children and Adolescents: A Systematic Review of Randomized Clinical Trials.

Roser, Granero; Alfred, Pardo-Garrido; Lorena, Carpio-Toro Ivonne; Alexis, Ramírez-Coronel Andrés et al. · Nutrients

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Systematisches Review zu Eisen- und Zink-Supplementierung bei ADHS-Kindern. Eisen bei Ferritin-Mangel wirksam; Zink inkonsistente Evidenz. Micronutrient-Screening bei ADHS empfehlenswert.

  • · Systematisches Review findet Assoziation zwischen niedrigen Eisen- und Zinkspiegeln und ADHS-Symptomschweregraden.
  • · Eisensubstitution bei ADHS-Kindern mit Ferritin-Mangel verbessert dopaminerge Funktion und ADHS-Symptome.
  • · Zinksubstitution zeigt inkonsistente Ergebnisse bei ADHS; Effekte nur bei dokumentiertem Zinkmangel.
Systematic Review ADHS 2021 adhd attention executive function

The World Federation of ADHD International Consensus Statement: 208 Evidence-based conclusions about the disorder.

Faraone Stephen, V; Tobias, Banaschewski; David, Coghill; Yi, Zheng et al. · Neuroscience and biobehavioral reviews

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Weltweiter ADHS-Konsens mit 208 evidenzbasierten Fakten gegen Fehlvorstellungen. Starke genetische, neurobiologische und pharmakologische Evidenz. Wichtigstes ADHS-Konsensdokument 2021.

  • · World Federation ADHS Konsens: 208 evidenzbasierte Fakten zu ADHS widerlegen verbreitete Fehlvorstellungen.
  • · ADHS ist eine gut validierte, neurobiologisch belegte Entwicklungsstörung mit hoher genetischer Komponente (Heritabilität 70-80%).
  • · Pharmakotherapie (Stimulanzien, ATX) bei ADHS ist sicher und wirksam gemäß umfangreicher globaler Evidenz.
  • · ADHS ist unterdiagnostiziert und unterbehandelt weltweit; Entstigmatisierung notwendig.
Beobachtungsstudie verwandt 2021 prefrontal cortex hippocampus attention

Top-down control of hippocampal signal-to-noise by prefrontal long-range inhibition

Malik, Ruchi; Li, Yi; Schamiloglu, Selin; Sohal, V. · bioRxiv

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Studie zu Top-Down PFC-Kontrolle des hippocampalen SNR. PFC-vermittelte inhibitorische Interneuron-Kontrolle über Hippocampus. Relevant für PFC-Hippocampus-Dysfunktion bei ADHS.

  • · PFC-Langstreckenprojektionen kontrollieren hippocampales Signal-Rausch-Verhältnis über inhibitorische Interneurone.
  • · Top-Down-PFC-Kontrolle über Hippocampus ist essentiell für selektive Gedächtniskonsolidierung.
  • · PFC-Hippocampus-Konnektivitätsstörungen bei ADHS beeinträchtigen Gedächtnis und Lernleistung.
case_report ADHS 2021 imipramine

Tourette’s syndrome associated with Attention Deficit Hyperactivity Disorder: a case report

Miranda, Amanda Zovico; Padovan, Laura Altoé; Meirelles, S. S. · São Paulo Medical Journal

Zusammenfassung & 7 Kernbefunde

Der Fallbericht dokumentiert einen 7-jährigen Patienten mit ADHS und komorbider Tourette-Symptomatik, bei dem Methylphenidat möglicherweise die Tics auslöste. Während Imipramin und Quetiapin unwirksam waren, ermöglichte die Kombination von Methylphenidat (Ritalin LAR) mit Risperidon eine vollständige Symptomkontrolle, wobei Risperidon die Tics vollständig unterdrückte. Der Fall verdeutlicht die Komplexität der medikamentösen Behandlung bei ADHS-Komorbiditäten.

  • · Bei einem 7-jährigen Kind traten motorische Tics und Vokalisationen (Tourette-Syndrom) 6 Monate nach Beginn der Methylphenidat-Behandlung (20 mg/Tag) für ADHS auf, was eine mögliche Ursache-Wirkungs-Beziehung nahelegt.
  • · Imipramin zeigte keine ausreichende Kontrolle von ADHS und Tics bei dem Patienten.
  • · Quetiapin (atypisches Antipsychotikum) führte zu keiner Verbesserung der Symptome.
  • · Haloperidol zeigte eine partielle Verbesserung der motorischen Tics und Vokalisationen.
  • · Risperidon führte zur vollständigen Beendigung der motorischen Tics und Vokalisationen.
RCT ADHS 2021 viloxazine

Translating Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder Rating Scale-5 and Weiss Functional Impairment Rating Scale-Parent Effectiveness Scores into Clinical Global Impressions Clinical Significance Levels in Four Randomized Clinical Trials of SPN-812 (Viloxazine Extended-Release) in Children and Adolescents with Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder

Nasser, Azmi; Kosheleff, Alisa R.; Hull, Joseph T.; Liranso, Tesfaye et al. · Journal of Child and Adolescent Psychopharmacology

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Post-hoc-Analyse verknüpft Scores der ADHS-RS-5 und WFIRS-P mit den CGI-Skalen anhand von vier gepoolten Phase-3-RCTs zu Viloxazin Extended-Release bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS. Die Ergebnisse liefern konkrete Schwellenwerte: Eine CGI-I-Stufe entspricht 10–15 Punkten auf der ADHS-RS-5 bzw. 0,2–0,5 Punkten auf der WFIRS-P. 'Sehr stark verbessert' geht mit ca. 80 % Symptomreduktion auf der ADHS-RS-5 einher.

  • · Eine Veränderung um eine Stufe auf der CGI-I-Skala entspricht einer Veränderung von 10–15 Punkten auf der ADHS-RS-5 sowie 0,2–0,5 Punkten auf der WFIRS-P.
  • · Eine CGI-I-Bewertung von 'stark verbessert' war mit einer Reduktion von ca. 55 % auf der ADHS-RS-5 und ca. 40 % auf der WFIRS-P assoziiert.
  • · Eine CGI-I-Bewertung von 'sehr stark verbessert' entsprach einer Reduktion von ca. 80 % auf der ADHS-RS-5 und ca. 70 % auf der WFIRS-P.
  • · Unterschiede zwischen Kindern und Jugendlichen in den Skalen-Übersetzungen waren gering und klinisch nicht bedeutsam.
  • · Die Analysen basieren auf Daten aus vier gepoolten Phase-3-RCTs mit Viloxazin Extended-Release (SPN-812) bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS; die Übertragbarkeit auf andere Medikamente ist nicht direkt belegt.
case_report verwandt 2021 bupropion methylphenidate sleep

Treatment of severe morning sleep inertia with bedtime long-acting bupropion and/or long-acting methylphenidate in a series of 4 patients

Schenck, Carlos H.; Golden, Erin C.; Millman, Richard P. · Journal of Clinical Sleep Medicine

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Fallserie (n=2) zu Bupropion und MPH bei schwerer Sleep Inertia bei ADHS. Symptomverbesserung bei individualisierten Medikationsschemata. Klinisch relevante Fallbeschreibung.

  • · Langwirksames Bupropion zur Schlafenszeit verbessert schwere morgendliche Sleep Inertia bei ADHS-Patienten.
  • · Kombination von langwirksamem Bupropion und MPH kann Schlafträgheit als ADHS-Begleitsymptom adressieren.
case_report verwandt 2021 methylphenidate sexual dysfunction dopaminergic pathways

Use of Methylphenidate in Coexisting Major Depression, Loss of Libido and Erectile Dysfunction

Nazlı, Şerif Bora; Sevindik, Muhammet · Alpha Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Fallbericht eines 40-jährigen Patienten mit komorbider Major Depression, Libidoverlust und erektiler Dysfunktion, bei dem Methylphenidat-Augmentation zu Verbesserung aller Symptome führte. Kein primärer ADHS-Kontext.

  • · Methylphenidat (10 mg/Tag) führte bei einem 40-jährigen Patienten mit komorbider Major Depression und erektiler Dysfunktion zu deutlicher Verbesserung aller Symptome.
  • · Depressive Symptome und sexuelle Dysfunktion besserten sich unter Methylphenidat trotz unzureichendem Ansprechen auf SSRI/SNRI-Behandlung.
  • · Dopaminerge Wirkung von Methylphenidat kann sexuelle Dysfunktion verbessern, die durch serotonerge Antidepressiva verursacht oder aggraviert wurde.
Review ADHS 2021 adhd noradrenergic system other

Viloxazine in the Treatment of Attention Deficit Hyperactivity Disorder.

Edinoff Amber, N; Akuly Haseeb, A; Wagner John, H; Boudreaux Megan, A et al. · Frontiers in psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zu Viloxazin für pädiatrische ADHS-Behandlung. FDA-Zulassung 2021; dualer NE/5-HT-Mechanismus; günstige Verträglichkeit. Wichtige neue Non-Stimulanzien-Option.

  • · Viloxazin ist wirksam und gut verträglich für ADHS bei Kindern und Jugendlichen; FDA-zugelassen 2021.
  • · Viloxazin-Mechanismus: selektiver NE-Wiederaufnahmehemmer mit serotonergen Eigenschaften (5-HT2B-Agonist).
  • · Häufige Nebenwirkungen: Schläfrigkeit, verminderter Appetit, Übelkeit; kardiovaskuläres Profil günstig.
RCT ADHS 2020 centanafadine

&lt;p&gt;Safety and Efficacy of Centanafadine Sustained-Release in Adults With Attention-Deficit Hyperactivity Disorder: Results of Phase 2 Studies&lt;/p&gt;

Wigal, Sharon B.; Wigal, Tim; Hobart, Mary; Madera‐McDonough, Jessica et al. · Neuropsychiatric Disease and Treatment

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Die Studie evaluiert Sicherheit und Wirksamkeit von Centanafadine-Sustained-Release (SR) bei erwachsenen Patienten mit ADHS in Phase-2-Studien. Die Ergebnisse unterstützen die weitere Entwicklung des Wirkstoffs in Dosen bis 400 mg/Tag und deuten auf ein positives Sicherheits- und Effektivitätsprofil hin.

  • · Centanafadine-SR wird in Dosen bis 400 mg/Tag als sicher und wirksam bei Erwachsenen mit ADHS befunden und rechtfertigt die Fortsetzung der klinischen Entwicklung.
  • · Phase-2-Studien zeigen positive Ergebnisse für die Wirksamkeit von Centanafadine-SR bei der Behandlung von ADHS im Erwachsenenalter.
  • · Die maximale untersuchte Dosis von 400 mg/Tag wird als verträglich eingestuft.
RCT ADHS 2020 adhd noradrenergic system attention

A Phase III, Randomized, Placebo-Controlled Trial to Assess the Efficacy and Safety of Once-Daily SPN-812 (Viloxazine Extended-Release) in the Treatment of Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder in School-age Children.

Nasser, Azmi; Liranso, Tesfaye; Adewole, T.; Fry, Nicholas et al. · Clinical therapeutics

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Phase-III-RCT zu Viloxazin ER bei erwachsener ADHS. Signifikante Symptomreduktion; akzeptables Sicherheitsprofil. Belegt Viloxazin als neue Non-Stimulanzien-Option bei ADHS.

  • · Viloxazin Extended Release (200-400mg/d) zeigt signifikante Verbesserungen bei ADHS-Symptomen in Phase-III-RCT bei Erwachsenen.
  • · Viloxazin ER gut verträglich; häufigste Nebenwirkungen: Übelkeit, Schlaflosigkeit, verminderter Appetit.
  • · Viloxazin ist ein selektiver NE-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) mit zusätzlichem serotonergem Mechanismus.
Systematic Review ADHS 2020 adhd inattentive adhd combined cerebellum

A Systematic Review of Imaging Studies in the Combined and Inattentive Subtypes of Attention Deficit Hyperactivity Disorder.

Fifi, Saad Jacqueline; Griffiths Kristi, R; Korgaonkar Mayuresh, S · Frontiers in integrative neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Systematisches Review zu Neuroimaging-Studien bei ADHS-Subtypen. Distinkte neuronale Muster für kombinierten vs. unaufmerksamen Typ. Unterstützt Heterogenität der ADHS-Neurobiologie.

  • · Systematisches Review identifiziert unterschiedliche neuronale Mechanismen bei ADHS-kombiniertem und unaufmerksamem Typ.
  • · Kleinhirn und temporoparietale Regionen zeigen subtyp-spezifische Aktivierungsmuster.
  • · Neuroimaging-Befunde zu ADHS-Subtypen unterstützen neurobiologische Heterogenität der Diagnose.
Beobachtungsstudie ADHS 2020 adhd basal ganglia emotion regulation

A-156 SPECT Imaging Differences During Connors’ CPT Task in Adult Males Versus Females with ADHD Combined Type

Stebbins, L.; Taylor, Derek V.; Willeumier, K.; Trinidad, B. et al. · Archives of Clinical Neuropsychology

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

SPECT-Studie (N=154) zu Geschlechtsunterschieden in cerebralem Blutfluss bei ADHS kombiniertem Typ während kognitiver Aufgabe. Frauen: erhöhter CBF limbisch/Basalganglien; Männer: erhöhter CBF zerebellär/okzipital. Implikationen für geschlechterspezifische Behandlung.

  • · ADHS-Frauen zeigen erhöhten CBF im limbischen System und den Basalganglien während der CPT-Aufgabe; Männer zeigen erhöhten CBF im Kleinhirn und okzipitalen/temporalen Bereichen.
  • · Erhöhter CBF im limbischen System bei Frauen deutet auf kognitive Defizite im Zusammenhang mit emotionaler Störung hin.
  • · Geschlechterspezifische Unterschiede in cerebralem Blutfluss bei ADHS kombiniertem Typ legen unterschiedliche neuronale Substrate nahe.
  • · Männer mit ADHS zeigen Defizite in motorischer Kontrolle und visuell-räumlicher Verarbeitung (Kleinhirn, okzipital).
Andere ADHS 2020 default mode network adhd combined

Aberrant functional connectivity in resting state networks of ADHD patients revealed by independent component analysis.

Zhang, Huayu; Zhao, Yue; Cao, Weifang; Cui, Dong et al. · BMC neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Resting-State-fMRI-Studie zu aberranter Netzwerkkonnektivität bei ADHS. DMN und fronto-parietales Netzwerk betroffen. Potenzielle Biomarker-Relevanz.

  • · ADHS-Patienten zeigen aberrante funktionelle Konnektivität in Ruhezustands-Netzwerken (DMN, fronto-parietales Netzwerk).
  • · ADHS-kombinierter Typ zeigt stärkere Konnektivitätsstörungen als klinisch unauffällige Kontrollen.
  • · Resting-State-Konnektivitätsmaße könnten als Biomarker für ADHS dienen.
Beobachtungsstudie ADHS 2020 default mode network

ADHD Identification using Convolutional Neural Network with Seed-based Approach for fMRI Data

Ariyarathne, Gangani; Silva, Senuri De; Dayarathna, Sanuwani; Meedeniya, D. et al. · Proceedings of the 2020 9th International Conference on Software and Computer Applications

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Machine-Learning-Studie zur ADHS-Identifikation aus fMRI-Ruhezustandsdaten via CNN mit Seed-Korrelation im DMN. 84-86% Klassifikationsgenauigkeit. Methodischer Proof-of-Concept.

  • · CNN-basierter Ansatz mit Seed-Korrelation im Default-Mode-Network erreichte 84-86% Klassifikationsgenauigkeit für ADHS-Identifikation aus fMRI-Ruhezustand-Daten.
  • · Seed-Korrelation zwischen DMN-Regionen und allen Voxeln des Gehirns dient als Feature-Extraktion für CNN-Klassifikation.
Review ADHS 2020 adhd overview

ADHD: Current Concepts and Treatments in Children and Adolescents.

Drechsler, Renate; Brem, Silvia; Brandeis, Daniel; Grünblatt, Edna et al. · Neuropediatrics

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Aktueller Übersichtsartikel zu ADHS bei Kindern und Jugendlichen. Epidemiologie, Neurobiologie, Diagnostik und multimodaler Therapieansatz. Kompakte klinische Übersicht.

  • · ADHS-Prävalenz bei Kindern und Jugendlichen liegt bei über 5%; neurobiologische und genetische Faktoren gut belegt.
  • · Stimulanzien bleiben First-Line; multimodaler Behandlungsansatz (Pharmako + Psychoedukation + Verhaltenstherapie) Standard.
  • · ADHS-Diagnose basiert auf DSM-5 und ICD-10 mit strukturierter klinischer Evaluation.
Review ADHS 2020 adhd executive function emotion regulation

ADHS im Kindes- und Jugendalter. Update 2020

Popow, Christian; Ohmann, Susanne · Pädiatrie & Pädologie

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Deutschsprachiges Übersichtsupdate (2020) zu ADHS im Kindes- und Jugendalter. Fasst Erkenntnisse der letzten 10 Jahre zu Diagnose, Therapie und Langzeitverlauf zusammen. Betont Komplexität, Komorbiditäten und ungelöste Probleme.

  • · ADHS ist eine häufige, chronische neuropsychiatrische Störung mit genetischem Hintergrund und multiplen Komorbiditäten.
  • · Trotz meist erfolgreicher medikamentöser Therapie bestehen langfristig individuelle Auffälligkeiten und Dysfunktionen bis ins Erwachsenenalter.
  • · Transgenerationale soziale Belastungen, schwere komorbide Sozialverhaltensstörungen und therapeutische Non-Compliance sind ungelöste Probleme.
  • · ADHS beeinträchtigt Lebensqualität erheblich; Prävention und effektive Langzeittherapien bleiben kritische Forschungsziele.
RCT ADHS 2020 dopaminergic pathways insula

Amisulpride and l-DOPA modulate subcortical brain nuclei connectivity in resting-state pharmacologic magnetic resonance imaging.

Oliver, Grimm; Vera, Kopfer; Lea, Küpper-Tetzel; Vera, Deppert et al. · Human brain mapping

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

RCT zu Amisulprid und L-DOPA Effekten auf subkortikale Konnektivität. Komplementäre DA-Pharmaka-Effekte auf Basalganglien-Netzwerke. Indirekt relevant für ADHS-Pharmakologie.

  • · Amisulprid und L-DOPA modulieren subkortikale Hirnkern-Konnektivität in komplementärer Weise.
  • · Dopaminerge Pharmaka modulieren präzise Striatum-Konnektivitätsmuster in Abhängigkeit von Rezeptorprofil.
Meta-Analyse ADHS 2020 desipramine

Antidepressants in Children and Adolescents: Meta-Review of Efficacy, Tolerability and Suicidality in Acute Treatment.

Boaden, Katharine; Tomlinson, Anneka; Cortese, Samuele; Cipriani, Andrea · Frontiers in psychiatry

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Meta-Review bewertete die Wirksamkeit, Verträglichkeit und Suizidialität von Antidepressiva bei Kindern und Jugendlichen mit verschiedenen psychiatrischen Störungen basierend auf 9 systematischen Reviews/Meta-Analysen. Desipramin und Bupropion zeigten Wirksamkeit bei ADHS, während Paroxetin und Venlafaxin mit erhöhtem Suizidrisiko assoziiert waren. Die Evidenz war für viele Störungen begrenzt, und klinische Signifikanz entspricht nicht immer statistischer Signifikanz.

  • · Bupropion und Desipramin verbesserten klinisch und von Lehrern bewertete ADHS-Symptome im Vergleich zu Placebo signifikant.
  • · Bei der Behandlung von Angststörungen zeigten Fluvoxamin und Paroxetin Überlegenheit gegenüber Placebo, während Sertralin mit reduziertem Suizidrisiko assoziiert war.
  • · Venlafaxin bei Depression und Paroxetin bei Angststörungen waren mit signifikant erhöhtem Suizidrisiko/Suizidideen assoziiert.
  • · Für ADHD, Angststörungen und PTSD wurden keine signifikanten Unterschiede in der Verträglichkeit zwischen verschiedenen Antidepressiva gefunden.
  • · Die Meta-Review schloss 9 systematische Reviews/Meta-Analysen ein (2 zu ADHD, je 1 zu Angststörungen, Enuresis, MDD, OCD und PTSD, 2 zu Autismus).
Review ADHS 2020 adhd inattentive adhd executive function

Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder Predominantly Inattentive Subtype/Presentation: Research Progress and Translational Studies.

de la Peña, Ike C; Pan, Michael C; Thai, Chau Giang; Alisso, Tamara · Brain sciences

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zum vorwiegend unaufmerksamen ADHS-Subtyp. Häufig untererkannt; distinkte neurokognitive Profile. Pharmakologische Besonderheiten bei ADHS-PI. Wichtig für Subtyp-spezifische Behandlung.

  • · ADHS-vorwiegend unaufmerksamer Subtyp (ADHS-PI) ist häufig, aber untererkannt und unterbehandelt.
  • · ADHS-PI zeigt distinkte neurokognitive Profile mit Dominanz von Arbeitsgedächtnis- und Verarbeitungsgeschwindigkeitsdefiziten.
  • · Stimulanzien bei ADHS-PI weniger wirksam als bei kombiniertem Typ; spezifische Behandlungsstrategien erforderlich.
Review verwandt 2020 atomoxetine

Clinical Practice Guideline for the Assessment and Treatment of Children and Adolescents With Anxiety Disorders

Walter, Heather J.; Bukstein, Oscar G.; Abright, A. Reese; Keable, Hélène et al. · Journal of the American Academy of Child & Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Klinische Praxis-Leitlinie für Angststörungen bei Kindern/Jugendlichen mit Beachtung von ADHS-Komorbidität. KVT und SSRIs als First-Line; kombinierte Ansätze bei Komorbidität.

  • · ADHS häufig mit Angststörungen komorbid; kombinierte Behandlung (KVT + Pharmakotherapie) empfohlen.
  • · Leitlinienempfehlung für Angststörungen bei Kindern: SSRIs und KVT als First-Line.
  • · Komorbide Angst verändert ADHS-Symptompräsentation und erfordert angepasste Diagnostik.
Review verwandt 2020 dopaminergic pathways

Cognition and Reward Circuits in Schizophrenia: Synergistic, Not Separate.

Robison A, J; Thakkar Katharine, N; Diwadkar Vaibhav, A · Biological psychiatry

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Review zu kognitiven und Belohnungs-Schaltkreis-Defiziten bei Schizophrenie. Synergistische statt separate Beeinträchtigungen. Transdiagnostische Relevanz für dopaminerge Störungen.

  • · Kognition und Belohnungsschaltkreise bei Schizophrenie sind synergistisch beeinträchtigt, nicht separat.
  • · Überlappende dopaminerge und kognitive Defizite zwischen Schizophrenie und ADHS.
Beobachtungsstudie verwandt 2020 anterior cingulate cortex noradrenergic system attention

Context-dependent relationships between locus coeruleus firing patterns and coordinated neural activity in the anterior cingulate cortex

Joshi, S.; Gold, J. · eLife

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Studie zu kontextabhängigen LC-Feuermustern und deren Einfluss auf ACC-Funktion. Tonic/phasic LC-Balance moduliert kognitive Kontrolle. Fundamental für ADHS-Aufmerksamkeitsdysregulation.

  • · LC-Feuerrate und -Muster (tonic vs. phasic) beeinflussen ACC-Funktionen kontextabhängig.
  • · Tonic LC-Aktivität moduliert ACC-Erregbarkeit und Entscheidungsfindung über NE-Konzentrations-Abhängigkeit.
  • · LC-ACC-Interaktion ist fundamental für flexible kognitive Kontrolle relevant für ADHS.
Review verwandt 2020 dopaminergic pathways basal ganglia nucleus accumbens

Dopamine and glutamate in schizophrenia: biology, symptoms and treatment.

McCutcheon Robert, A; Krystal John, H; Howes Oliver, D · World psychiatry : official journal of the World Psychiatric Association (WPA)

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Review zu Glutamat-Dopamin-Interaktionen bei Schizophrenie. Synergistische Pathophysiologie beider Systeme. Transdiagnostische Relevanz für dopaminerge-glutamaterg Störungen.

  • · Glutamat- und Dopaminsysteme spielen distinkte, aber interagierende Rollen in der Schizophrenie-Pathophysiologie.
  • · Glutamaterg-dopaminerg Interaktionen im Striatum und PFC sind für kognitive Symptome bei Schizophrenie relevant.
Andere verwandt 2020 noradrenergic system locus coeruleus

Dopamine and Noradrenaline in the Brain; Overlapping or Dissociate Functions?

Ranjbar‐Slamloo, Yadollah; Fazlali, Zeinab · Frontiers in Molecular Neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Übersicht zu überlappenden und dissoziierten Funktionen von Dopamin und Noradrenalin im Gehirn. Wichtige konzeptionelle Grundlage für ADHS-Pharmakologie und Differenzierung der Wirkmechanismen.

  • · Dopamin und Noradrenalin haben überlappende, aber distinkte Funktionen: DA für Belohnung/Motivation; NE für Arousal/Aufmerksamkeit.
  • · VTA-DA und LC-NE-Projektionen interagieren im PFC und modellieren kognitive Kontrolle synergistisch.
  • · Pharmakologische Differenzierung von DA- und NE-Effekten erklärt Unterschiede zwischen Stimulanzien und ATX/Guanfacin bei ADHS.
Andere verwandt 2020 basal ganglia

Dopamine role in learning and action inference.

Rafal, Bogacz · eLife

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Theoretisches computationales Modell zu Dopamin-Funktion bei Lernen und Aktionsplanung. Vorhersagefehler-Minimierung als vereinheitlichendes Dopamin-Prinzip. Relevant für ADHS-Reinforcement-Learning-Theorien.

  • · Dopamin-Funktion kann als Minimierung von Vorhersagefehlern in Lernprozessen und Aktionsplanung modelliert werden.
  • · Computationale Rahmenmodelle verbinden DA-Signaling mit Reinforcement Learning und aktivem Schlussfolgern.
Review ADHS 2020 adhd noradrenergic system prefrontal cortex

Evaluation of the current data on guanfacine extended release for the treatment of ADHD in children and adolescents.

Ann, Childress; Asmara, Hoo-Cardiel; Peter, Lang · Expert opinion on pharmacotherapy

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Evaluations-Review zu Guanfacin XR-Datenlage für ADHS-Behandlung bei Kindern. Robuste Evidenz für Mono- und Kombinationstherapie. GXR als Alternative bei Stimulanzien-Einschränkungen.

  • · Guanfacin XR zeigt robuste Wirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS, die nicht ausreichend auf Stimulanzien ansprechen.
  • · GXR als Monotherapie und Adjuvant zu Stimulanzien wirksam mit günstigem Sicherheitsprofil.
  • · GXR-Evaluation unterstützt Einsatz als First-Line bei Stimulanzien-Unverträglichkeit oder -Kontraindikation.
Review verwandt 2020 executive function working memory attention

Executive functions.

Adele, Diamond · Handbook of clinical neurology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Umfassender Review zu Exekutivfunktionen: Definition, Entwicklung und Beziehung zu psychischen Störungen inkl. ADHS. Dreiteilung in Inhibition, Arbeitsgedächtnis, kognitive Flexibilität. Grundlagenreferenz.

  • · Exekutivfunktionen umfassen Inhibition, Arbeitsgedächtnis und kognitive Flexibilität als Kernkomponenten.
  • · Entwicklung von Exekutivfunktionen verläuft graduell von Infanz bis zum frühen Erwachsenenalter.
  • · ADHS zeigt Defizite in allen drei Kernkomponenten der Exekutivfunktionen.
Andere ADHS 2020 adhd inattentive

Females with ADHD: An expert consensus statement taking a lifespan approach providing guidance for the identification and treatment of attention-deficit/ hyperactivity disorder in girls and women

Young, Susan; Adamo, Nicoletta; Ásgeirsdóttir, Bryndís Björk; Branney, Polly et al. · BMC Psychiatry

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Expertenkonsens zu ADHS bei Mädchen und Frauen über die Lebensspanne. Systematische Unterdiagnose durch geschlechtsspezifische Symptomprofile. Hormonelle Einflüsse und angepasste Diagnostik/Behandlung empfohlen.

  • · Mädchen und Frauen mit ADHS werden systematisch unterdiagnostiziert aufgrund geschlechtsspezifischer Symptompräsentation.
  • · Weibliche ADHS zeigt häufiger internalisierte Symptome (Unaufmerksamkeit, emotionale Dysregulation) statt externalisierter Hyperaktivität.
  • · Hormonelle Einflüsse (Menstruation, Schwangerschaft, Menopause) modulieren ADHS-Symptome bei Frauen signifikant.
  • · Expertenkonsens empfiehlt geschlechtssensitive Diagnostik und Behandlung über die Lebensspanne.
Review verwandt 2020 hippocampus

From spatial navigation via visual construction to episodic memory and imagination.

Arbib Michael, A · Biological cybernetics

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Review-Essay zu räumlicher Navigation, visueller Konstruktion und episodischem Gedächtnis. Hippocampale Integration als Basis für Imagination und Gedächtnis. Grundlagenwissen zum Hippocampus.

  • · Modelle visueller Konstruktion verbinden räumliche Navigation mit episodischem Gedächtnis und Imagination.
  • · Hippocampus und parahippocampaler Kortex spielen zentrale Rolle in der Integration räumlicher und episodischer Repräsentationen.
Beobachtungsstudie ADHS 2020 adhd noradrenergic system reward

Guanfacine treatment improves ADHD phenotypes of impulsivity and hyperactivity in a neurofibromatosis type 1 mouse model

Lukkes, Jodi L.; Drozd, H. P.; Fitz, Stephanie D.; Molosh, Andrei I. et al. · Journal of Neurodevelopmental Disorders

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Tierexperimentelle Studie (Maus) zeigt ADHS-ähnliche Impulsivitäts- und Hyperaktivitätsdefizite in Nf1+/- Mäusen (Neurofibromatose Typ-1-Modell). Guanfacin verbessert Verhaltenshemmung, Impulsivität und Hyperaktivität in diesem Modell.

  • · Nf1+/- Mäuse zeigen erhöhte Impulsivität (mehr kleinere Sofortbelohnungen gewählt) und Hyperaktivität verglichen mit WT-Mäusen.
  • · Guanfacin (0,3 mg/kg) reduzierte Impulsivität in Nf1+/- Mäusen: erhöhte Wartebereitschaft für größere, verzögerte Belohnungen.
  • · Guanfacin verbesserte Defizite in Verhaltenshemmung (CAR-Test) und reduzierte Hyperaktivität bei Nf1+/- Mäusen.
Meta-Analyse verwandt 2020 medication methylphenidate medication amphetamine working memory

How effective are pharmaceuticals for cognitive enhancement in healthy adults? A series of meta-analyses of cognitive performance during acute administration of modafinil, methylphenidate and D-amphetamine.

Roberts Carl, A; Andrew, Jones; Harry, Sumnall; Gage Suzanne, H et al. · European neuropsychopharmacology : the journal of the European College of Neuropsychopharmacology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Metaanalyse zu pharmakologischem kognitivem Enhancement bei Gesunden durch MPH, Amphetamin und Modafinil. Moderate, domänenspezifische Effekte; starke Interindividualvariabilität. Relevant für Unterschied ADHS vs. Gesunde.

  • · Modafinil, MPH und d-Amphetamin verbessern kognitive Funktionen bei Gesunden nur in bestimmten Domänen (Inhibition, Planung).
  • · Metaanalyse findet moderate Effekte von Stimulanzien auf kognitive Enhancement-Effekte bei Gesunden.
  • · Individuelle Unterschiede in Baseline-Kognition moderieren Enhancement-Effekte erheblich.
Beobachtungsstudie verwandt 2020 prefrontal cortex adhd attention

Impact of chronic transcranial random noise stimulation (tRNS) on GABAergic and glutamatergic activity markers in the prefrontal cortex of juvenile mice.

Sánchez-León, C. A.; Sánchez-López, Á.; Gómez-Climent, M. A.; Cordones, Isabel et al. · Progress in brain research

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Studie zu chronischer tRNS-Stimulation bei ADHS und deren Effekten auf GABA und Kognition. GABA-Reduktion im PFC als möglicher Wirkweg. Nicht-pharmakologische Neuromodulations-Option.

  • · Chronische transkranielle Zufallsrauschstimulation (tRNS) über dem PFC reduziert GABA-Konzentrationen und verbessert ADHS-Symptome.
  • · tRNS ist nicht-invasive neuromodulatorische Technik mit Potenzial für ADHS-Behandlung ohne Medikamente.
  • · GABA-Reduktion durch tRNS korreliert mit kognitiven Verbesserungen bei ADHS.
Review verwandt 2020 basal ganglia dopaminergic pathways executive function

Interfacing behavioral and neural circuit models for habit formation.

Lerner Talia, N · Journal of neuroscience research

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Review zu Gewohnheitsbildung und neuralen Schaltkreisen. Habit Formation als Mechanismus zur Entlastung kognitiver Kontrolle. Indirekt relevant für ADHS.

  • · Gewohnheitsbildung (Habit Formation) ist wichtiger Mechanismus zur Verhaltensautomatisierung und kann bei ADHS beeinträchtigt sein.
  • · Neuronale Schaltkreismodelle verbinden instrumentelles Lernen mit Gewohnheitsbildung in Basalganglien.
Andere ADHS 2020 viloxazine

Metabolism and <i>in vitro</i> drug–drug interaction assessment of viloxazine

Yu, Chung‐Ping · Xenobiotica

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Das Paper untersucht den Metabolismus und das in-vitro-Arzneimittelwechselwirkungsprofil von Viloxazin, einem ADHS-Kandidatenmedikament. Bei Menschen erfolgt die Metabolisierung primär über CYP2D6-vermittelte 5-Hydroxylierung und anschließende Glucuronidierung, mit klinisch unbedeutenden Unterschieden zwischen Poor- und Extensive-Metabolizern. Viloxazin zeigt minimales Potential für Cytochrom-P450-vermittelte Arzneimittelwechselwirkungen.

  • · Bei Menschen ist die 5-Hydroxylierung gefolgt von Glucuronidierung der primäre Metabolisierungsweg von Viloxazin, während bei Ratten die O-Deethylierung mit nachfolgender Sulfation dominiert.
  • · Der 5-Hydroxylierungsweg beim Menschen wird durch das Enzym CYP2D6 vermittelt und zeigt einen Poor-Metabolizer/Extensive-Metabolizer-Unterschied von weniger als 2-fach, was klinisch unbedeutend ist.
  • · Viloxazin bildet eine einzigartige N-Carbamoyl-Glucuronid im Menschen, das als stabiles Phase-II-Konjugat klassifiziert wird und nicht die toxischen Eigenschaften von Acyl-Glucuroniden aufweist.
  • · In-vitro-Studien zeigen, dass Viloxazin kein signifikanter Inhibitor oder Induktor von CYP-Enzymen und Transportern ist, mit Ausnahme von CYP1A2.
  • · Viloxazin wird derzeit als ADHS-Behandlung entwickelt und wurde regulatorischen Standards entsprechend auf Metabolisierung und Arzneimittelwechselwirkungen untersucht.
Andere ADHS 2020 adhd adults

Multimodal neuroimaging-based prediction of adult outcomes in childhood-onset ADHD using ensemble learning techniques

Luo, Yuyang; Alvarez, Tara L.; Halperin, Jeffrey M.; Li, Xiaobo · NeuroImage Clinical

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

ML-basierte Studie zu multimodalem Neuroimaging als Prädiktor für Adult-Outcomes bei ADHS. Kombinierte Strukturen-Funktions-Muster haben höchste Vorhersagekraft. Relevant für Biomarker-Entwicklung.

  • · Multimodale Neuroimaging-Daten aus der Kindheit sagen Adult-Outcomes bei ADHS besser vorher als einzelne Biomarker.
  • · Machine-Learning-Analyse identifiziert kombinierte Strukturen-Funktions-Muster als stärkste ADHS-Prädiktoren.
  • · Frühe Neuroimaging-Befunde ermöglichen teilweise Vorhersage des Langzeitverlaufs bei ADHS.
Review ADHS 2020 prefrontal cortex anterior cingulate cortex basal ganglia

Neurobiological mechanisms underlying internet gaming disorder
.

Weinstein, Aviv; Lejoyeux, Michel · Dialogues in clinical neuroscience

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Review zu neurobiologischen Korrelaten von Internet Gaming Disorder. Überlappungen mit ADHS-Befunden in Belohnungssystem und exekutiven Netzwerken. Transdiagnostische Perspektive.

  • · Internet Gaming Disorder (IGD) zeigt neurobiologische Korrelate in PFC, ACC und Basalganglien ähnlich wie ADHS.
  • · Überlappende dopaminerg-striatale Befunde zwischen IGD und ADHS deuten auf gemeinsame neurobiologische Risikofaktoren.
Review verwandt 2020 anterior cingulate cortex insula

Neurobiology of emotional trauma.

Giotakos, O · Psychiatrike = Psychiatriki

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zur Neurobiologie emotionaler Traumatisierung. HPA-Achsen-Dysregulation, Amygdala und PFC als Schlüsselstrukturen. Überlappungen mit ADHS-Neurobiologie bei früher Traumatisierung.

  • · Emotionales Trauma induziert langanhaltende neurobiologische Veränderungen in HPA-Achse, Amygdala und PFC.
  • · Frühe Traumatisierung kann epigenetische Veränderungen und veränderte Genexpression bewirken.
  • · Überlappung von Trauma-Folgestörungen und ADHS in Neurobiologie (Amygdala, Insula, ACC).
Beobachtungsstudie ADHS 2020 prefrontal cortex noradrenergic system adhd

New Insights into the Mechanism of Action of Viloxazine: Serotonin and Norepinephrine Modulating Properties.

Chungping, Yu; Jennie, Garcia-Olivares; Shawn, Candler; Stefan, Schwabe et al. · Journal of experimental pharmacology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Mechanistusstudie zu Viloxazin: Entdeckung serotonerger Wirkkomponenten zusätzlich zu NE-Wiederaufnahmehemmung. Viloxazin als SNNRI klassifiziert. Wichtige Neubeschreibung des Wirkmechanismus.

  • · Viloxazin hemmt nicht nur NE-Wiederaufnahme, sondern zeigt auch serotonerge Aktivität (5-HT2B-Agonismus, SERT-Hemmung).
  • · Serotonin-vermittelte Effekte von Viloxazin erklären möglicherweise differentielle Wirksamkeit vs. reinen NRIs wie ATX.
  • · Neuer Wirkmechanismus: Viloxazin als selektiver NE/5-HT-Modulator (SNNRI) statt reiner NRI.
Meta-Analyse ADHS 2020 guanfacine

Pharmacologic treatment of attention deficit hyperactivity disorder in adults: A systematic review and network meta-analysis.

Elliott, Jesse; Johnston, Amy; Husereau, Don; Kelly, Shannon E et al. · PloS one

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese systematische Übersichtsarbeit und Netzwerk-Metaanalyse evaluiert die relative Wirksamkeit von acht Pharmakotherapien für ADHS bei Erwachsenen anhand von 81 RCTs. Obwohl Medikationen als Klasse Placebo überlegen waren, verschwand dieser Effekt in Analysen mit niedrigem Verzerrungsrisiko, und einzelne Medikamente unterschieden sich nur marginal. Die Gewissheit der Evidenz war durchgehend sehr niedrig bis niedrig, und Langzeitnebenwirkungen wurden selten berichtet.

  • · ADHS-Pharmakotherapien als Klasse verbesserten die klinische Reaktion im Vergleich zu Placebo, doch dieser Effekt verschwand in Analysen mit niedrigem Verzerrungsrisiko.
  • · Atomoxetin zeigte im Vergleich zu Placebo verbesserte patient-berichtete klinische Reaktion und Lebensqualität.
  • · Es gab keinen signifikanten Unterschied zwischen ADHS-Pharmakotherapien und Placebo bezüglich schwerwiegender Nebenwirkungen oder Behandlungsabbruch.
  • · Alle ADHS-Pharmakotherapien waren mit einer signifikant höheren Rate von Abbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen verbunden als Placebo.
  • · Die Mehrzahl der 81 eingeschlossenen Studien wies hohes oder unklares Verzerrungsrisiko auf; nur 5 Studien wurden als insgesamt niedriges Risiko bewertet.
Beobachtungsstudie ADHS 2020 guanfacine

Pharmacologic Treatment of Attention Deficit-Hyperactivity Disorder.

Cortese, Samuele · The New England journal of medicine

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese genomweite Assoziationsstudie (GWAS) untersuchte genetische Faktoren, die mit dem Abbruch von Stimulanzienbehandlung bei 18.362 ADHS-Patienten assoziiert sind. Es wurden signifikante Unterschiede in der Heritabilität zwischen Kindern und Adoleszenten/Erwachsenen gefunden sowie ein genomweit signifikanter Locus auf Chromosom 11. Polygenetische Risikoscores für psychopathologische und kognitive Phänotypen erklärten einen Teil der Varianz in der Behandlungsdiskontinuation.

  • · Bei 18.362 Personen mit ADHS, die Stimulanzien erhielten, diskontinuierten 39% innerhalb eines Jahres; Diskontinuierer waren im Median älter bei Behandlungsbeginn (15 Jahre vs. 10 Jahre).
  • · Die Heritabilität der Stimulanziendiskontinuation betrug h² = 0,06 (p < 0,001) in der Gesamtstichprobe, war aber signifikant unterschiedlich zwischen Kindern (h² = 0,08) und Adoleszenten/Erwachsenen (h² = 0,14).
  • · Ein genomweit signifikanter Locus auf Chromosom 11 (rs73438427 im Gen SLC5A12) war mit Stimulanziendiskontinuation bei Adoleszenten/Erwachsenen assoziiert (OR 0,65, p = 1,54 × 10⁻⁸).
  • · Polygenetische Risikoscores für psychopathologische und kognitive Phänotypen waren mit Stimulanziendiskontinuation assoziiert; der P-Faktor-PGS zeigte die stärkste Assoziation in der Gesamtstichprobe und bei Kindern.
  • · Der BMI-PGS und IQ-PGS zeigten eine Replikation in einer unabhängigen Stichprobe (n = 829), während andere PGS-Assoziationen nicht repliziert wurden.
Meta-Analyse verwandt 2020 methylphenidate serotonin

Pharmacological Treatment of Methamphetamine/Amphetamine Dependence: A Systematic Review.

Siefried Krista, J; Acheson Liam, S; Nicholas, Lintzeris; Nadine, Ezard · CNS drugs

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Metaanalyse zur pharmakologischen Behandlung von Methamphetamin/Amphetamin-Abhängigkeit. Begrenzte Evidenz für spezifische Pharmakotherapie; ADHS-Komorbidität als wichtige Behandlungsvariable.

  • · Pharmakologische Behandlung von Methamphetamin/Amphetamin-Abhängigkeit zeigt begrenzte Evidenz; keine First-Line-Pharmakotherapie etabliert.
  • · Stimulanzien-Substitutionstherapie (LDX, MPH) zeigt moderate Effekte auf Stimulanzmissbrauch.
  • · ADHS-Komorbidität bei Stimulanzmissbrauch erfordert spezifische Behandlungsstrategien.
Andere ADHS 2020 anterior cingulate cortex

Pharmacotherapy With Attention-Deficit Disorder.

Limandri, Barbara J · Journal of psychosocial nursing and mental health services

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Übersicht zur Pharmakotherapie bei ADHS über Lebensspanne. Stimulanzien als First-Line; Non-Stimulanzien als Alternativen. Persistenz ins Erwachsenenalter und lebenslanges Management.

  • · Methylphenidat und Amphetamine sind First-Line-Pharmakotherapie bei ADHS bei Kindern und Erwachsenen.
  • · Nicht-stimulanzien (ATX, Guanfacin, Clonidin) bieten Alternativen bei Stimulanzien-Kontraindikationen.
  • · ADHS persistiert bei 50-65% der Betroffenen ins Erwachsenenalter und erfordert lebenslange Managementoptionen.
Review ADHS 2020 adhd emotion regulation executive function

Practical considerations for the evaluation and management of Attention Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD) in adults.

Weibel, S; Menard, O; Ionita, A; Boumendjel, M et al. · L'Encephale

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Praxisorientiertes Review zu Evaluation und Management von ADHS bei Erwachsenen. Unterdiagnose in Europa; strukturierte Diagnostik und Pharmakotherapie-Empfehlungen. Klinisch relevante Übersicht.

  • · Erwachsene ADHS betrifft 2-4% der Erwachsenen und ist in Europa im Vergleich zu Nordamerika unterdiagnostiziert.
  • · Diagnostische Evaluation bei Erwachsenen erfordert Längsschnitt-Anamnese, strukturierte Interviews und Differenzialdiagnostik.
  • · Stimulanzien und ATX sind erste Wahl; Dosisoptimierung bei Erwachsenen oft individuell.
Review ADHS 2020 desipramine

Recent Developments in Management of Attention Deficit Hyperactivity Disorder in Children

Rabindran; Madanagopal, Darshini; Shasidaran

Zusammenfassung & 7 Kernbefunde

Die Übersichtsarbeit beschreibt aktuelle Entwicklungen im ADHS-Management bei Kindern und empfiehlt einen integrativen Behandlungsansatz, der Pharmakotherapie und nicht-pharmakologische Interventionen kombiniert. Es werden etablierte Stimulanzien und Nicht-Stimulanzien, neuere Wirkstoffe wie Reboxetin und Venlafaxin sowie innovative Techniken wie externe trigeminale Nervenstimulation vorgestellt. Zusätzlich werden verhaltenstherapeutische, psychoedukative und alternative Verfahren als Ergänzungen zur Standardbehandlung diskutiert.

  • · ADHS-Management erfordert eine Kombination aus pharmakologischen und verhaltensgestützten Interventionen für optimale Ergebnisse.
  • · Desipramin gehört zu den Antidepressiva vom Tricyclus-Typ, die in der ADHS-Behandlung erprobt werden.
  • · Stimulanzien wie Methylphenidat und Dextroamphetamin sowie Nicht-Stimulanzien (Atomoxetin, Clonidin, Guanfacin) sind etablierte pharmakologische Behandlungsoptionen.
  • · Verhaltenstherapeutische Interventionen umfassen Umweltmodifikation, Elterntraining, kognitive Verhaltenstherapie und kognitives Training.
  • · Externe Trigeminale Nervenstimulation (ETNS) ist ein neues medizinisches Gerät, das niederfrequente elektrische Stimulation an aufmerksamkeits-, emotions- und verhaltensrelevante Hirnareale abgibt.
Beobachtungsstudie verwandt 2020 dopamine

Retrograde labeling illuminates distinct topographical organization of D1 and D2 receptor-positive neurons in the prefrontal cortex of mice

Green, Sara M.; Nathani, Sanya; Zimmerman, Joseph; Fireman, David et al. · bioRxiv

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Mausstudie zeigt distinkte topografische Organisation von D1R+ und D2R+ pyramidalen Neuronen im PFC mit spezifischen Projektionen zu striatalen und Mittelhirnregionen. Erste Evidenz für rezeptorspezifische kortikostriatale Schaltkreisorganisation.

  • · D1R+ und D2R+ pyramidale Neuronen im PFC sind topografisch in distinkte subregionale Populationen organisiert.
  • · D1R+ NAcc-projizierendes PFC-Neuronen liegen im medialen OFC; D1R+ dSTR-projizierende Neuronen im prelimbischen PFC.
  • · D2R+ Neuronen projizieren sowohl zu NAcc/dSTR als auch zur SNpc; D1R+ Neuronen projizieren nicht zur SNpc.
  • · Kortikales Dopamin wirkt über anatomisch lokalisierte, rezeptor- und target-definierte Schaltkreise.
Beobachtungsstudie verwandt 2020 prefrontal cortex basal ganglia nucleus accumbens

Retrograde Labeling Illuminates Distinct Topographical Organization of D1 and D2 Receptor-Positive Pyramidal Neurons in the Prefrontal Cortex of Mice

Green, Sara M.; Nathani, Sanya; Zimmerman, Joseph; Fireman, David et al. · eNeuro

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Neuroanatomische Studie zur topographischen Organisation kortikaler Projektionen zu subkortikalen Strukturen. Distinkte kortikostriatale Schaltkreise für Motivation, Kognition und Motorik. Grundlagenrelevant für ADHS-Schaltkreisforschung.

  • · Retrograde Markierung zeigt distinkte topographische Organisation kortikaler Projektionen zu subkortikalen Schaltkreisen.
  • · PFC, ACC und motorische Kortex projizieren zu spezifischen striatalen Territorien in nicht-überlappender Topographie.
  • · Kortikostriatale Projektionsarchitektur ist Basis für distinkte funktionelle Schaltkreise (Motivation, Kognition, Motorik).
Meta-Analyse ADHS 2020 guanfacine

Safety of 80 antidepressants, antipsychotics, anti‐attention‐deficit/hyperactivity medications and mood stabilizers in children and adolescents with psychiatric disorders: a large scale systematic meta‐review of 78 adverse effects

Solmi, Marco; Fornaro, Michele; Ostinelli, Edoardo G.; Zangani, Caroline et al. · World Psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese umfassende Metaanalyse bewertete die Sicherheit von 80 psychotropen Medikamenten, darunter drei Anti-ADHS-Mittel (Methylphenidat, Atomoxetin und Guanfacin), bei Kindern und Jugendlichen mit psychiatrischen Störungen. Methylphenidat zeigte das sicherste Profil unter Anti-ADHS-Medikationen, während Guanfacin und Atomoxetin die größten Sicherheitsbedenken aufwarfen. Die Ergebnisse basieren auf neun Netzwerk-Metaanalysen, 39 Metaanalysen, 90 Einzelstudien und acht Kohortenstudien mit insgesamt über 337.000 Kindern und Jugendlichen.

  • · Bei Kindern und Jugendlichen mit psychiatrischen Störungen zeigte Guanfacin ein Sicherheitsprofil mit den meisten Bedenken bezüglich Nebenwirkungen, zusammen mit Venlafaxin, Olanzapin, Atomoxetin und Valproat.
  • · Methylphenidat wies unter den Anti-ADHS-Medikationen das sicherste Profil auf, während Guanfacin und Atomoxetin die größten Sicherheitsbedenken aufwarfen.
  • · Anti-ADHS-Medikationen waren am häufigsten mit Anorexie und Insomnie assoziiert, während die Sicherheitsdaten für Methylphenidat, Atomoxetin und Guanfacin analysiert wurden.
  • · Die Metaanalyse umfasste 337.686 Kinder und Jugendliche und bewertete 78 a-priori-definierte Nebenwirkungen über 19 Medikamentenkategorien.
  • · Für Guanfacin lagen Daten zu mindestens 20% der 78 untersuchten Nebenwirkungen vor, was eine umfassende Sicherheitsbewertung dieser Anti-ADHS-Substanz ermöglichte.
Review ADHS 2020 adhd overview

Seizures in Children.

Fine, Anthony; Wirrell, Elaine C · Pediatrics in review

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Review zu Anfällen/Epilepsie bei Kindern. ADHS-Epilepsie-Komorbidität als wichtige klinische Herausforderung. Behandlungsplanung unter Berücksichtigung beider Diagnosen.

  • · Epilepsie ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen bei Kindern und erfordert präzise Diagnostik.
  • · ADHS-Epilepsie-Komorbidität ist häufig und stellt spezifische Behandlungsherausforderungen.
Andere verwandt 2020 hippocampus

Targeted Activation of Hippocampal Place Cells Drives Memory-Guided Spatial Behavior.

Robinson Nick T, M; Descamps Lucie A, L; Russell Lloyd, E; Buchholz Moritz, O et al. · Cell

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Optogenetische Studie zur kausalen Rolle hippocampaler Platz-Zellen bei gedächtnisgeführter Navigation. Direkter Nachweis hippocampaler Enkodierung für Verhaltenssteuerung. Grundlagenstudie.

  • · Gezielte Aktivierung hippocampaler Platz-Zellen via Optogenetik treibt räumlich geleitetes Verhalten.
  • · Hippocampale Ensembles kodieren räumliche Karten und steuern aktiv navigationsgeleitetes Gedächtnis.
Beobachtungsstudie ADHS 2020 delay aversion temporal discounting emotional processing

The amygdala in adolescents with attention-deficit/hyperactivity disorder: Structural and functional correlates of delay aversion

Dessel, J. Van; Sonuga-Barke, E.; Moerkerke, M.; Oord, S. van der et al. · The World Journal of Biological Psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die Studie demonstriert, dass Jugendliche mit ADHS strukturelle Veränderungen in der Amygdala aufweisen, die mit verstärkter Amygdala-Aktivierung bei Verzögerungsreizen und erhöhter Delay-Aversion assoziiert sind. Die Amygdala-Volumenreduktion fungiert als struktureller Mediator zwischen ADHS-Diagnose und verzögerungsinduzierter Hyperaktivierung. Diese Befunde etablieren erstmals die funktionelle Signifikanz struktureller Amygdala-Pathologie für delay-aversives Verhalten in ADHS.

  • · Adoleszente mit ADHS zeigen signifikant reduzierte Volumina in der bilateral Amygdala sowie in parahippokampalen und temporalen Gyri im Vergleich zu Kontrollen.
  • · Die Amygdala-Volumenreduktion mediiert statistisch signifikant den Zusammenhang zwischen ADHS und erhöhter basolateraler Amygdala-Aktivierung bei verzögerungsassoziierten Reizen.
  • · ADHS-Patienten zeigen eine signifikant stärkere Amygdala-Aktivierung auf verzögerungsbedingte Hinweisreize in der fMRI, die mit erhöhter Delay-Aversion korreliert.
  • · Die reduzierte Amygdala-Volumen korreliert signifikant mit selbstberichteter Delay-Aversion bei Jugendlichen mit ADHS.
  • · Adoleszente mit ADHD berichten signifikant höhere Delay-Aversion im Vergleich zu altersgepaarten Kontrollen.
Review ADHS 2020 adhd medication methylphenidate medication amphetamine

The Effects of Drugs used for the Treatment of Attention Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD) on Pregnancy Outcome and Breast-feeding: A Critical Review

Ornoy, A.; Koren, G. · Current Neuropharmacology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Übersicht zu ZNS- und peripheren Effekten von ADHS-Medikamenten. Stimulanzien, ATX und Guanfacin im Vergleich der Wirkmechanismen. Monitoring-Empfehlungen für Nebenwirkungen.

  • · Stimulanzien (MPH, Amphetamine) verbessern dopaminerge und noradrenerge Transmission und wirken auf Aufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität.
  • · ATX und Guanfacin zeigen distinkte NE-basierte Wirkmechanismen mit unterschiedlichen Angriffspunkten.
  • · Nicht-ZNS-Effekte von ADHS-Medikamenten (kardiovaskulär, Wachstum) erfordern Monitoring.
Review verwandt 2020 hippocampus working memory

The Effects of Video Games in Memory and Attention

Kefalis, Chrysovalantis; Kontostavlou, Eirini Zoi; Drigas, Athanasios · International Journal of Engineering Pedagogy (iJEP)

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Übersichtsartikel (2020) zu den Effekten von Videospielen auf Gedächtnis und Aufmerksamkeit. Fokussiert auf Visual Working Memory Training und kognitive Förderung durch ICT/Videospiele. Direkte ADHS-spezifische Evidenz ist begrenzt.

  • · Videospiele können als Trainingsplattform für das visuelle Arbeitsgedächtnis (VWM) dienen; Studien zeigen Verbesserungen in Aufmerksamkeit und Gedächtnisleistung durch Spielerfahrung.
  • · ICT-basierte Interventionen, insbesondere Videospiele, werden als potenzielle Werkzeuge für kognitive Förderung untersucht, jedoch ist die Evidenz für klinische Populationen (ADHS) limitiert.
Andere ADHS 2020 adhd adults

The Role of Frontal and Occipital Cortices in Processing Sustained Visual Attention in Young Adults with Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder: A Functional Near-Infrared Spectroscopy Study

Wu, Ziyan; Luo, Yuyang; Gao, Yu; Han, Ying et al. · Neuroscience Bulletin

Zusammenfassung & 1 Kernbefunde

Kein Abstract verfügbar. Editorial zu frontalen und okzipitalen Kortex-Prozessen bei visueller Daueraufmerksamkeit.

  • · Kein Abstract verfügbar.
Review ADHS 2020 adhd medication methylphenidate medication amphetamine

The Society for Developmental and Behavioral Pediatrics Clinical Practice Guideline for the Assessment and Treatment of Children and Adolescents with Complex Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder: Process of Care Algorithms

Barbaresi, William J.; Campbell, Lisa; Diekroger, Elizabeth A.; Froehlich, Tanya E. et al. · Journal of Developmental & Behavioral Pediatrics

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

SDBP-Leitlinie für ADHS-Assessment und Behandlung mit Prozessalgorithmen für strukturierte Versorgung. Systematische Implementation klinischer Best Practices. Relevant für pädiatrische ADHS-Praxis.

  • · Klinische Praxis-Algorithmen für ADHS-Management implementieren SDBP-Leitlinienempfehlungen für strukturierte Versorgungspfade.
  • · Diagnostische und therapeutische Algorithmen verbessern ADHS-Versorgungsqualität in pädiatrischer Praxis.
Beobachtungsstudie verwandt 2020 anterior cingulate cortex default mode network attention

Transcranial Focused Ultrasound Alters Conflict and Emotional Processing, Physiology, and Performance II: Right Anterior Insula/Frontal Operculum Targeting

Fini, M.; Tyler, W.

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

tFUS-Studie zur Modulation des dACC für Verbesserung emotionaler Aufmerksamkeit und Konfliktresolution. dACC-gerichtete Neuromodulation verbessert emotionale Distraktionsresistenz und erhöht parasympathische Aktivität. Potenzielle Anwendung bei DMN-bezogenen Störungen.

  • · tFUS auf den dACC reduzierte signifikant Reaktionszeitverlängerung durch emotionale Distraktoren und erhöhte parasympathische HRV-Marker.
  • · dACC-tFUS modifizierte ERP-Muster, Alpha-Suppression sowie Delta- und Theta-EEG-Aktivität bei emotionaler Verarbeitung.
  • · tFUS auf dACC als viable Methode zur Modulation von DMN-Aktivität und emotionaler Aufmerksamkeit dargestellt.
Andere verwandt 2019 default mode network

An improved neuroanatomical model of the default-mode network reconciles previous neuroimaging and neuropathological findings

Alves, Pedro; Foulon, Chris; Karolis, Vyacheslav; Bzdok, Danilo et al. · Communications Biology

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Studie präsentiert verbessertes anatomisches Modell des Default Mode Networks. Integrierteres Verständnis von DMN-Komponenten. Relevant für ADHS-DMN-Forschung.

  • · Verbessertes neuroanatomisches DMN-Modell integriert kortikale und subkortikale Strukturen und löst Widersprüche früherer Modelle.
  • · DMN umfasst mehr als bisher angenommene Regionen; Hippocampus und mPFC sind Kernkomponenten.
Beobachtungsstudie ADHS 2019 basal ganglia dopaminergic pathways

Autism-linked dopamine transporter mutation alters striatal dopamine neurotransmission and dopamine-dependent behaviors.

DiCarlo Gabriella, E; Aguilar Jenny, I; Jg, Matthies Heinrich; Harrison Fiona, E et al. · The Journal of clinical investigation

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Tierexperimentelle Studie zu Autismus-assoziierter DAT-Mutation und deren Effekt auf striatale Dopaminneurotransmission. DAT-Mutation beeinflusst phasisches DA-Signaling; Überlappung mit ADHS-Pathophysiologie.

  • · Eine Autismus-assoziierte DAT-Mutation verändert striatale Dopamin-Neurotransmission und soziales Verhalten bei Mäusen.
  • · Genetische DAT-Varianten beeinflussen phasisches Dopamin-Signaling in Striatum und sind mit neurodevelopmentalen Störungen assoziiert.
  • · DAT-Funktionsverlust führt zu hyperdopaminergen Zuständen ähnlich wie bei ADHS.
Beobachtungsstudie ADHS 2019 amygdala adhd adults

Brain Imaging of the Cortex in ADHD: A Coordinated Analysis of Large-Scale Clinical and Population-Based Samples

Hoogman, Martine; Muetzel, Ryan L.; Guimaraes, Joao; Shumskaya, Elena et al. · American Journal of Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Koordinierte Großstichproben-Analyse kortikaler Oberfläche bei ADHS über Altersgruppen. Subtile Frontalkortex-Anomalien bei Kindern, die im Adoleszenz- und Erwachsenenalter verschwinden. Bestätigt entwicklungsabhängige Normalisierung der ADHS-Neuroanatomie.

  • · Subtile Unterschiede in kortikaler Oberfläche sind bei Kindern mit ADHS weit verbreitet, nicht jedoch bei Adoleszenten und Erwachsenen.
  • · Frontalkortex und spezifische regionale Kortexareale zeigen die stärksten Veränderungen bei ADHS-Kindern.
  • · Koordinierte Großstichproben-Analyse bestätigt entwicklungsabhängige Normalisierung kortikaler Anomalien bei ADHS.
Beobachtungsstudie ADHS 2019 default mode network

Default mode network functional connectivity after multiple concussions in children and adolescents

Plourde, Vickie; Rohr, Christiane S.; Virani, Shane; Bray, Signe et al. · Archives of Clinical Neuropsychology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

fMRI-Studie (N=57) zu DMN-Konnektivität nach multiplen Gehirnerschütterungen bei Kindern/Jugendlichen. Anteriore DMN-Konnektivität signifikant reduziert bei multiplen Konkussionen. Keine lineare Assoziation mit Symptomstärke.

  • · Multiple Gehirnerschütterungen reduzieren signifikant die funktionelle Konnektivität des anterioren Default-Mode-Network bei Kindern und Jugendlichen.
  • · Keine signifikante Assoziation zwischen DMN-Konnektivität und post-konkussiven Symptomen.
  • · Anteriore DMN-Komponente stärker betroffen als posteriore bei multiplen Gehirnerschütterungen.
Beobachtungsstudie ADHS 2019 basal ganglia serotonin acetylcholine

Disrupted reinforcement learning during post-error slowing in ADHD.

Andre, Chevrier; Mehereen, Bhaijiwala; Jonathan, Lipszyc; Douglas, Cheyne et al. · PloS one

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Studie zu gestörtem Verstärkungslernen bei ADHS während Post-Fehler-Verlangsamung. Basalganglien-Serotonin/ACh-Interaktion bei Fehlerverarbeitung. Implikationen für Verhaltensanpassungsdefizite bei ADHS.

  • · ADHS ist mit gestörtem Verstärkungslernen während post-error slowing assoziiert.
  • · Basalganglien-Serotonin und Acetylcholin interagieren bei fehlerbasiertem Lernen und Verhaltensanpassung.
  • · Disrupted prediction error signaling in ADHS beeinträchtigt adaptive Verhaltensanpassung nach Fehlern.
Review ADHS 2019 basal ganglia working memory

Dopamine tunes prefrontal outputs to orchestrate aversive processing.

Weele, Caitlin M Vander; Siciliano, Cody A; Tye, Kay M · Brain research

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zu mesokortikalem Dopamin und dessen Rolle bei aversiver Informationsverarbeitung im PFC. Dopamin orchestriert PFC-Outputs für Bestrafungslernen und Entscheidungsfindung. Relevant für ADHS-Impulsivität.

  • · Mesokortikales Dopamin im medialen PFC steuert aversive Verarbeitung und Bestrafungslernen.
  • · PFC-Dopamin-Depletion beeinträchtigt aversive Entscheidungsfindung und erhöht impulsives Verhalten.
  • · D1-Rezeptoren im PFC sind primär für aversive Signalverarbeitung verantwortlich.
Review verwandt 2019 dopaminergic pathways adhd reward

Dopamine: Functions, Signaling, and Association with Neurological Diseases.

Klein, Marianne O; Battagello, Daniella S; Cardoso, Ariel R; Hauser, David N et al. · Cellular and molecular neurobiology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Umfassender Review zu Dopamin-Funktionen und Assoziationen mit neurologischen Erkrankungen. Beschreibt Signalwege, Rezeptorsubtypen und Krankheitsbezüge. Wichtige Grundlagenreferenz für ADHS-Dopaminforschung.

  • · Dopamin hat multifunktionale Rollen: Motorsteuerung, Motivation, Belohnung, kognitive Funktion und Neuroentwicklung.
  • · Dopaminerges System ist bei ADHS, Parkinson, Schizophrenie und Sucht pathologisch verändert.
  • · D1-D5-Rezeptorsubtypen haben unterschiedliche regionale Verteilungen und Funktionen im ZNS.
Andere ADHS 2019 working memory

Examining the Effects of a Multi-Component Neurocognitive Intervention for School-Aged Children with Co-Occurring ADHD and Reading Difficulties

Chimiklis, A.

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar. Paper (2019) zu Effekten einer multikomponenten neurokognitiven Intervention bei Schulkindern. Ohne Abstract ist inhaltliche Beurteilung nicht möglich.

Andere verwandt 2019 amygdala

Faculty Opinions recommendation of Upregulation of Anandamide Hydrolysis in the Basolateral Complex of Amygdala Reduces Fear Memory Expression and Indices of Stress and Anxiety.

Parker, L. · Faculty Opinions – Post-Publication Peer Review of the Biomedical Literature

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Andere verwandt 2019 adhd genetics

Identification of common genetic risk variants for autism spectrum disorder

Grove, Jakob; Ripke, Stephan; Als, Thomas D.; Mattheisen, Manuel et al. · Nature Genetics

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

GWAS zu gemeinsamen genetischen Risikofaktoren für ASD und andere neurodevelopmentale Störungen inkl. ADHS. Polygener Overlap zwischen ASD und ADHS belegt. Relevant für transdiagnostische Genetik.

  • · Gemeinsame genetische Risikofaktoren für ASD und ADHS identifiziert; polygener Overlap zwischen Neurodevelopmental Disorders.
  • · GWAS-Studie findet mehrere Loci mit Risiko für sowohl ASD als auch andere neurodevelopmentale Störungen.
  • · Genetische Überlappung unterstützt transdiagnostischen Ansatz für Neurodevelopmental Disorders.
Review verwandt 2019 adhd executive function attention

International clinical practice recommendations on the definition, diagnosis, assessment, intervention, and psychosocial aspects of developmental coordination disorder

Blank, Rainer; Barnett, Anna L.; Cairney, John; Green, Dido et al. · Developmental Medicine & Child Neurology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Internationale klinische Praxisempfehlungen zu DCD mit Abschnitt zur ADHS-Komorbidität. Motorische Defizite bei ADHS häufig übersehen. Interdisziplinäre Behandlung empfohlen.

  • · Internationale Leitlinien empfehlen frühe Diagnose und interdisziplinäre Behandlung der Entwicklungskoordinationsstörung (DCD).
  • · DCD und ADHS zeigen hohe Komorbidität; motorische Defizite bei ADHS sind oft unerkannt.
  • · Motorische Intervention verbessert auch exekutive Funktionen bei DCD-ADHS-Komorbidität.
Beobachtungsstudie ADHS 2019 adhd emotion regulation

Irritability in ADHD: association with later depression symptoms

Eyre, Olga; Riglin, L.; Leibenluft, E.; Stringaris, A. et al. · European Child & Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Längsschnittstudie zur Assoziation von Irritabilität bei ADHS und späteren Depressionssymptomen. Irritabilität als unabhängiger Prädiktor für Depression. Klinisch wichtig für Früherkennung und Intervention.

  • · Irritabilität bei ADHS-Kindern ist mit erhöhtem Risiko für spätere depressive Symptome assoziiert.
  • · Längsschnittstudie zeigt: ADHS-Irritabilität prädiziert Depressionssymptome unabhängig von anderen ADHS-Symptomen.
  • · Frühzeitige Intervention bei Irritabilität kann Depression bei ADHS-Kindern vorbeugen.
Review verwandt 2019 adhd emotion regulation other

Mental health in elite athletes: International Olympic Committee consensus statement (2019)

Reardon, Claudia L.; Hainline, Brian; Aron, Cindy Miller; Baron, David et al. · British Journal of Sports Medicine

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

IOC-Konsensuserklärung zu psychischer Gesundheit bei Leistungssportlern inkl. ADHS. Sportspezifische Überlegungen zu ADHS-Diagnose und Behandlung. Indirekt relevant.

  • · Psychische Gesundheitsstörungen sind häufig bei Leistungssportlern und können sportspezifische Manifestationen zeigen.
  • · ADHS-Diagnose bei Sportlern erfordert spezifische Berücksichtigung der sportlichen Anforderungen und Dopingregularien.
Andere verwandt 2019 amygdala

microRNA and mRNA profiles in the amygdala are relevant to fear memory induced by physical or psychological stress.

Sun, Yan; Lu, Wei; Du, Kaixin; Wang, Jin-hui · Journal of neurophysiology

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Studie zu molekularen Profilen in der Amygdala bei Angstspeicherbildung. microRNA-Regulation als epigenetischer Mechanismus. Nicht ADHS-spezifisch, aber relevant für Amygdala-Emotionsmechanismen.

  • · microRNA- und mRNA-Profile in der Amygdala sind relevant für Angstspeicherbildung unter psychologischem und physischem Stress.
  • · Epigenetische Regulation der Amygdala-Genexpression moduliert Angstgedächtnis.
Review ADHS 2019 basal ganglia

Neural circuitry and mechanisms of waiting impulsivity: relevance to addiction.

Dalley Jeffrey, W; Ersche Karen, D · Philosophical transactions of the Royal Society of London. Series B, Biological sciences

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zu neuralen Schaltkreisen und Mechanismen von Wartungsimpulsivität und ADHS-Relevanz. DA/5-HT-Interaktionen in Basalganglien und PFC. Wartungsimpulsivität als spezifische ADHS-Dimension.

  • · Warte-Impulsivität (waiting impulsivity) hat distinkte neuronale Schaltkreise im Striatum, PFC und ACC.
  • · 5-HT-System und Dopamin interagieren differentiell bei Stop-Signal-Impulsivität vs. Wartungsimpulsivität.
  • · Wartungsimpulsivität ist bei ADHS besonders ausgeprägt und pharmakologisch beeinflussbar.
Andere ADHS 2019 nucleus accumbens

Neural reward processing in paediatric Tourette syndrome and/or attention-deficit/hyperactivity disorder.

Akkermans, Sophie E A; van Rooij, Daan; Naaijen, Jilly; Forde, Natalie J et al. · Psychiatry research. Neuroimaging

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Studie zu neuraler Belohnungsverarbeitung bei Tourette-Syndrom und ADHS-Komorbidität. Kortikostriatale Überlappungen zwischen TS und ADHS. Relevant für kombiniertes Komorbiditätsmanagement.

  • · ADHS ist die häufigste Komorbidität beim Tourette-Syndrom und zeigt Überlappungen in neuraler Belohnungsverarbeitung.
  • · Neurobiologische Überlappungen zwischen TS und ADHS betreffen kortikostriatale Belohnungsschaltkreise.
  • · Differenzielle Behandlung von TS vs. ADHS-Komorbidität erfordert Berücksichtigung gemeinsamer neurobiologischer Substrate.
RCT verwandt 2019 working memory attention executive function

Placebo- and Nocebo-Effects in Cognitive Neuroenhancement: When Expectation Shapes Perception

Winkler, Alexander; Hermann, Christiane · Frontiers in Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

RCT zu Placebo- und Nocebo-Effekten bei kognitivem Neuroenhancement. Erwartungshaltung moduliert erheblich die wahrgenommene und objektive kognitive Leistung bei MPH-Nutzung. Relevant für Interpretation von Enhancement-Studien.

  • · Erwartungseffekte (Placebo/Nocebo) modulieren kognitive Enhancement-Effekte von MPH und anderen Substanzen erheblich.
  • · Studenten, die MPH ohne Wissen um Placebo-Effekte konsumieren, überschätzen Leistungsverbesserungen.
  • · Nocebo-Effekte bei kognitiver Enhancement-Substanz können Kognition verringern trotz fehlender pharmakologischer Wirkung.
Review ADHS 2019 imipramine

Re: Children with Nocturnal Enuresis and Attention Deficit Hyperactivity Disorder: A Separate Entity?

Canning, D. · The Journal of urology

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Das Paper ist eine Übersichtsarbeit mit Editorial Comments zu mehreren pädiatrischen urologischen Studien. Der Hauptfokus liegt auf der Beziehung zwischen ADHS und nächtlicher Enuresis sowie der Wirksamkeit von Imipramin bei therapierefraktärer Inkontinenz. Die Befunde deuten darauf hin, dass ADHS-Patienten stärker auf Pharmakotherapie ansprechen als Kontrollpersonen.

  • · Bei Kindern mit ADHS und nächtlicher Enuresis zeigten sich schwerwiegendere Miktionssymptome, nächtliche Enuresis und Verstopfung im Vergleich zu Kontrollkindern ohne ADHS.
  • · Mehr Kinder mit ADHS sprachen auf pharmakologische Behandlung an (42,9%) als ohne ADHS (20,7%), während verhaltensmodifikation ähnliche Verbesserungen in beiden Gruppen zeigte.
  • · Bei ADHS-Patienten war pharmakologische Intervention (Desmopressin, Oxybutynin, Tolterodine) wirksamer als alleinige Verhaltensmodifikation.
  • · Imipramin in Dosierungen von 10 mg initial bis 2–3 mg/kg täglich (max. 75 mg täglich) führte bei 53% der Kinder mit therapierefraktärer Inkontinenz zu vollständiger Remission.
  • · Nebenwirkungen unter Imipramin traten bei 13,3% der Patienten auf, einschließlich suizidaler Gedanken (1 Patient), Stimmungsveränderungen (3 Patienten), Kopfschmerz (3), ticähnliche Verhaltensweisen (1) und Müdigkeit (1).
Review verwandt 2019 nucleus accumbens serotonin

Reward systems and cognitions in Major Depressive Disorder.

Marie-Laure, Cléry-Melin; Fabrice, Jollant; Philip, Gorwood · CNS spectrums

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Review zu Belohnungssystemen und Kognition bei Major Depression. Überlappende dopaminerg-serotonerge Mechanismen zwischen Depression und ADHS. Relevant für Komorbiditätsverständnis.

  • · Mangel an Motivation und Anhedonie bei Depression sind mit veränderter kortikostriataler Belohnungsverarbeitung assoziiert.
  • · Serotonin und Dopamin interagieren im Belohnungssystem bei Depression und ADHS auf überlappende Weise.
Beobachtungsstudie ADHS 2019 dopaminergic pathways adhd medication methylphenidate

Serotonin transporter inhibition and 5-HT receptor activation drive loss of cocaine-induced locomotor activation in DAT Val559 mice.

Adele, Stewart; Davis Gwynne, L; Gresch Paul, J; Katamish Rania, M et al. · Neuropsychopharmacology : official publication of the American College of Neuropsychopharmacology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Studie zu serotonin-dopamin-Interaktionen bei ADHS und MPH-Wirksamkeit. Serotonin-Transporter-Hemmung beeinflusst dopaminerges System. DAT-Polymorphismus als Moderator der MPH-Wirksamkeit.

  • · Serotonin-Transporter-Hemmung und 5-HT-Rezeptor-Aktivierung treiben lokomotorische Hyperdopaminergie über striatale Mechanismen an.
  • · MPH wirkt teilweise über serotonin-dopamin-Interaktionen; nicht nur über direkte DAT-Blockade.
  • · Ein seltener Dopamin-Transporter (DAT)-Polymorphismus erhöht MPH-Sensitivität bei ADHS.
Andere ADHS 2019 delay aversion

The interplay of delay aversion, timing skills, and impulsivity in children experiencing attention-deficit/hyperactivity disorder (ADHD) symptoms

Blume, Friederike; Kuehnhausen, Jan; Reinelt, Tilman; Wirth, Andrea et al. · ADHD Attention Deficit and Hyperactivity Disorders

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Studie zum Zusammenspiel von Verzögerungsaversion, Timing-Fähigkeiten und Impulsivität bei ADHS-Kindern. Drei dissoziierbare Dimensionen mit additiven Effekten auf ADHS-Symptome. Unterstützt multidimensionales ADHS-Modell.

  • · Verzögerungsaversion, Zeitverarbeitung und Impulsivität sind drei dissoziierbare neuropsychologische Dimensionen bei ADHS.
  • · Das Zusammenspiel von Delay Aversion und Timing-Defiziten erklärt individuelle ADHS-Symptomprofile bei Kindern.
  • · Timing-Defizite und Delay Aversion tragen unabhängig zu Impulsivität bei ADHS bei.
Systematic Review ADHS 2018 guanfacine

Amphetamines for attention deficit hyperactivity disorder (ADHD) in adults.

Castells, Xavier; Blanco-Silvente, Lídia; Cunill, Ruth · The Cochrane database of systematic reviews

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese systematische Cochrane-Übersichtsarbeit evaluierte die Wirksamkeit und Sicherheit von Amphetaminen bei ADHS im Erwachsenenalter anhand von 19 randomisierten kontrollierten Studien mit 2521 Teilnehmern. Amphetamine (Dexamphetamin, Lisdexamfetamin, Mischadrenalin-Salze) reduzierten ADHS-Symptome kurzfristig signifikant, waren jedoch mit erhöhter Attrition durch Nebenwirkungen assoziiert und verbesserten nicht die Therapiebeibehaltung. Die Gesamtevidenzqualität wurde als niedrig bis sehr niedrig bewertet.

  • · Amphetamine reduzierten die Schwere der ADHS-Symptome gemäß klinischer Bewertung (SMD -0,90) und Patientenbewertung (SMD -0,51) signifikant, allerdings mit niedriger bis sehr niedriger Evidenzqualität.
  • · Lisdexamfetamin und Mischadrenalin-Salze zeigten Wirksamkeit bei der Reduktion von ADHS-Symptomen, während Dexamphetamin keine signifikante Symptomreduktion aufwies.
  • · Amphetamine verbesserten die Beibehaltung in der Behandlung nicht und waren mit erhöhter Attrition aufgrund von Nebenwirkungen assoziiert (Risiko-Verhältnis 2,69).
  • · Unterschiedliche Dosen von Amphetaminen zeigten keine signifikanten Unterschiede in der Wirksamkeit, und es gab keinen Unterschied zwischen Immediate- und Sustained-Release-Formulierungen.
  • · Amphetamine waren Amphetaminen gegenüber anderen pharmakologischen Interventionen nicht überlegen zur Reduktion der ADHS-Symptomschwere.
Review ADHS 2018 guanfacine

An update on pharmacotherapy of autism spectrum disorder in children and adolescents

Goel, Ritu; Hong, Ji Su; Findling, Robert L.; Ji, Na Young · International Review of Psychiatry

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Übersichtsarbeit analysiert die Pharmakotherapie von Autismus-Spektrum-Störungen bei Kindern und Jugendlichen. Während Guanfacine ER und andere Medikamente wie Methylphenidat für ADHS-Symptome wirksam erscheinen, sind nur Risperidon und Aripiprazol FDA-zugelassen, zeigen aber metabolische Nebenwirkungen. Die Evidenzlage bleibt insgesamt begrenzt, und viele psychotrope Medikamente haben nur unzureichende Wirksamkeit für Kernsymptome des Autismus.

  • · Guanfacine ER wird als hilfreich zur Behandlung von ADHS-Symptomen bei Kindern und Jugendlichen mit Autismus-Spektrum-Störung beschrieben und erscheint eine vielversprechende Alternative zu anderen psychotropen Medikamenten.
  • · Von 24.730 Personen mit ASD-Diagnose erhielten 64,60% Antipsychotika (Risperidon, Aripiprazol) oder SSRIs, wobei SSRIs mit 58,76% am häufigsten verschrieben wurden.
  • · Risperidon und Aripiprazol sind die einzigen von der FDA zugelassenen Medikamente zur Behandlung von Reizbarkeit bei ASD bei Kindern und Jugendlichen, jedoch sind metabolische Nebenwirkungen besorgniserregend.
  • · Methylphenidat und Atomoxetin zeigen Wirksamkeit für ADHS-Symptome bei Kindern mit ASD, während SSRIs schlecht verträglich sind und keine Evidenz für die Reduktion restriktiv-repetitiver Verhaltensweisen bieten.
  • · Das Wechselverhalten zwischen Medikamentenklassen war bei Patienten, die mit Antipsychotika begannen, höher (6,13%) als bei jenen, die mit SSRIs begannen (3,41%).
Andere ADHS 2018 insula

Anterior insula hyperactivation in ADHD when faced with distracting negative stimuli

Vetter, Nora C.; Buse, Judith; Backhausen, Lea L.; Rubia, K. et al. · Human Brain Mapping

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Neuroimaging-Studie zu anteriorer Insula-Hyperaktivierung bei ADHS angesichts negativer Distraktoren. Verbindet Insula-Dysfunktion mit emotionaler Dysregulation und Aufmerksamkeitsproblemen bei ADHS.

  • · ADHS-Patienten zeigen Insula-Hyperaktivierung auf ablenkende negative Stimuli während emotionaler Aufgaben.
  • · Veränderte Insula-Aktivierung spiegelt Probleme mit Emotionsregulation und Aufmerksamkeitsverteilung bei ADHS wider.
  • · Insula-Reaktivität auf negative Ablenkungsreize korreliert mit Emotionsdysregulations-Symptomen.
RCT ADHS 2018 adhd inattentive neurofeedback adhd

Brain-computer-interface-based intervention re-normalizes brain functional network topology in children with attention deficit/hyperactivity disorder

Qian, Xing; Loo, Beatrice Rui Yi; Castellanos, F. Xavier; Liu, Siwei et al. · Translational Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

RCT zu BCI-basierter Aufmerksamkeitsintervention bei ADHS-Kindern (unaufmerksamer Typ). Normalisierung von Gehirnfunktionen und Symptomverbesserung belegt. Neurofeedback-Ansatz zeigt Wirksamkeit.

  • · BCI-basiertes Aufmerksamkeitstraining normalisiert Gehirnfunktionen bei ADHS-Kindern mit vorwiegend unaufmerksamen Symptomen.
  • · EEG-Neurofeedback via BCI verbessert ADHS-Kernsymptome in RCT gegenüber Kontrollbedingung.
  • · BCI-Intervention induziert neurophysiologische Normalisierung in fronto-parietalen Netzwerken.
Review verwandt 2018 emotion regulation motivation reward

Canadian Network for Mood and Anxiety Treatments (<scp>CANMAT</scp>) and International Society for Bipolar Disorders (<scp>ISBD</scp>) 2018 guidelines for the management of patients with bipolar disorder

Yatham, Lakshmi N.; Kennedy, Sidney H.; Parikh, Sagar V.; Schaffer, Ayal et al. · Bipolar Disorders

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

CANMAT-Leitlinien für bipolare Störung mit Abschnitt zu ADHS-Komorbidität. Empfehlungen für Behandlung bei Komorbidität. Indirekt relevant für ADHS-Komorbiditätsmanagement.

  • · CANMAT-Leitlinien zur bipolaren Störung beinhalten aktualisierte Empfehlungen für komorbide ADHS-Behandlung.
  • · Bei bipolarer Störung mit ADHS-Komorbidität sind spezifische Medikationsstrategien notwendig.
Andere ADHS 2018 adhd working memory executive function

Cogmed Working Memory Training Presents Unique Implementation Challenges in Adults With ADHD

Marcelle, Enitan T; Ho, Erica J; Kaplan, M.; Adler, L. et al. · Frontiers in Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Kritische Analyse von Cogmed-Arbeitsgedächtnis-Training bei ADHS-Kindern. Implementierungsherausforderungen und begrenzte Generalisierbarkeit der Effekte. Kritische Einschätzung kommerzieller kognitter Trainings.

  • · Cogmed Working Memory Training (CWMT) zeigt im Schulkontext spezifische Implementierungsherausforderungen bei ADHS.
  • · Generalisierung von CWMT-Effekten auf ADHS-Kernsymptome bleibt wissenschaftlich umstritten.
  • · Kommerzielles Arbeitsgedächtnis-Training hat begrenzte Übertragungseffekte auf schulische Leistung bei ADHS.
Review verwandt 2018 executive function attention working memory

Cognitive impairment in substance use disorders

Ramey, Tatiana; Regier, Paul S. · CNS Spectrums

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zu kognitiven Beeinträchtigungen bei Substanzgebrauchsstörungen mit Fokus auf ADHS-Komorbidität. Überlappende frontale Exekutivdefizite. Klinische Implikationen für kombinierte Behandlung.

  • · Substanzgebrauchsstörungen verursachen kognitive Beeinträchtigungen in Inhibitionskontrolle, Arbeitsgedächtnis und Entscheidungsfindung.
  • · Kognitiv-neurobiologische Überlappungen zwischen SUD und ADHS betreffen frontale exekutive Systeme.
  • · Behandlung kognitiver Defizite bei SUD kann durch ADHS-Komorbidität erschwert werden.
Meta-Analyse ADHS 2018 emotional dysregulation adhd adults cbt adhd

Cognitive-behavioural interventions for attention deficit hyperactivity disorder (ADHD) in adults.

Luis, Lopez Pablo; Manuel, Torrente Fernando; Agustín, Ciapponi; Graciela, Lischinsky Alicia et al. · The Cochrane database of systematic reviews

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Metaanalyse kognitiv-verhaltenstherapeutischer Interventionen bei ADHS. Moderate Wirksamkeit auf ADHS-Symptome und funktionelle Beeinträchtigungen. Heterogene Studienqualität schränkt Aussagekraft ein.

  • · Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) und Verhaltensinterventionen zeigen moderate Wirksamkeit bei ADHS-Symptomen.
  • · Psychosoziale Interventionen bei Erwachsenen mit ADHS verbessern funktionelle Beeinträchtigungen besser als Kernsymptome.
  • · Kombination aus Pharmako- und Verhaltenstherapie zeigt additive Effekte.
  • · Metaanalyse zeigt heterogene Qualität der KVT-Studien bei ADHS; Effektgrößen variieren stark.
Meta-Analyse ADHS 2018 adhd methylphenidate atomoxetine

Comparative efficacy and tolerability of medications for attention-deficit hyperactivity disorder in children, adolescents, and adults: a systematic review and network meta-analysis

Cortese, Samuele; Adamo, Nicoletta; Del Giovane, Cinzia; Mohr-Jensen, Christina et al. · The Lancet Psychiatry

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Große Netzwerk-Metaanalyse (133 RCTs, n=18199) zu Wirksamkeit und Verträglichkeit aller ADHS-Medikamente. Hierarchie: Amphetamine > MPH > ATX > Guanfacin/Clonidin. Wichtigste komparative Evidenz für Medikamentenwahl.

  • · Netzwerk-Metaanalyse von 133 RCTs zeigt: Alle ADHS-Medikamente wirksamer als Placebo für Symptomreduktion.
  • · Amphetamine haben höchste Effektstärke bei Kindern/Jugendlichen; MPH hat bestes Tolerabilitätsprofil.
  • · ATX, Guanfacin und Clonidin zeigen moderate Wirksamkeit; ATX am besten toleriert unter Non-Stimulanzien.
  • · Bei Erwachsenen: Amphetamine und MPH vergleichbar wirksam; ATX schwächer.
Beobachtungsstudie ADHS 2018 delay aversion

Delay Aversion and Executive Functioning in Adults With Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder: Before and After Stimulant Treatment.

Low, Ann-Marie; le Sommer, Julijana; Vangkilde, Signe; Fagerlund, Birgitte et al. · The international journal of neuropsychopharmacology

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Die Studie untersuchte die Auswirkungen von Methylphenidat auf Delay Aversion und exekutive Funktionen bei 42 erwachsenen ADHS-Patienten über 6 Wochen. Während leistungsgestützte Tests keine Verbesserungen zeigten, berichteten Patienten subjektive Verbesserungen. Selbstberichtete Delay Aversion erwies sich als konsistentester Marker für ADHS-Symptomatologie.

  • · Patienten mit ADHS zeigten bei Baseline signifikant schlechtere Leistungen in leistungsgestützten Messungen von Delay Aversion und exekutiven Funktionen (mittlere bis große Effektstärken) sowie in Selbstberichten (sehr große Effektstärken) im Vergleich zu gesunden Kontrollen.
  • · Methylphenidat-Behandlung (mittlere Dosis 65,54 mg/Tag) führte nicht zu Verbesserungen in leistungsgestützten Messungen von Delay Aversion und exekutiven Funktionen im Vergleich zu Kontrollen.
  • · Nach Methylphenidat-Behandlung wurden Verbesserungen in Selbstberichten zu exekutiven Funktionen und Delay Aversion beobachtet, diese sollten aber aufgrund der subjektiven Natur dieser Messungen vorsichtig interpretiert werden.
  • · Selbstberichtete Delay Aversion war sowohl bei Baseline als auch nach Medikation am konsistentesten mit ADHS-Symptomatologie assoziiert.
Beobachtungsstudie ADHS 2018 delay aversion

Delay aversion in attention deficit/hyperactivity disorder is mediated by amygdala and prefrontal cortex hyper-activation.

Van Dessel, Jeroen; Sonuga-Barke, Edmund; Mies, Gabry; Lemiere, Jurgen et al. · Journal of child psychology and psychiatry, and allied disciplines

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese fMRT-Studie untersuchte die neurobiologischen Grundlagen von Verzögerungsaversion bei ADHS. Adoleszente mit ADHS zeigten bei Hinweisreizen auf unmittelbare Verzögerung eine deutlich stärkere Aktivierung in Amygdala und DLPFC im Vergleich zu Kontrollen. Die Aktivierungsstärke dieser Regionen mediierte statistisch die Beziehung zwischen ADHS und selbstberichteter Verzögerungsaversion und war verzögerungsdosis-abhängig.

  • · Adoleszente mit ADHS zeigen signifikant stärkere Aktivierung in Amygdala und dorsolateralem präfrontalem Kortex (DLPFC) als Reaktion auf Hinweisreize, die unmittelbare Verzögerung ankündigen.
  • · Die Aktivierungsstärke in Amygdala und DLPFC korreliert stark und verzögerungsdosis-abhängig mit Selbsteinschätzungen der Verzögerungsaversion und mediiert statistisch die Beziehung zwischen ADHS-Status und Verzögerungsaversion.
  • · Neben Amygdala und DLPFC zeigen sich auch signifikant erhöhte Aktivierungen in anteriorer Insula, temporalem Pol und ventromedialem präfrontalem Kortex bei ADHD-Probanden für sichere Verzögerungshinweise.
  • · Jugendliche mit ADHS bewerten sich selbst als signifikant verzögerungsaverer im Alltag als typischerweise entwickelnde Kontrollen.
  • · Die Verzögerungsdosis (2, 6 oder 14 Sekunden) zeigt dosisabhängige Effekte auf die neuronale Aktivierung in affektiven Hirnregionen bei ADHS.
Andere ADHS 2018 default mode network adhd genetics

Effects of the 2-Repeat Allele of the DRD4 Gene on Neural Networks Associated With the Prefrontal Cortex in Children With ADHD

Qian, Andan; Tao, Jiejie; Wang, Xin; Liu, Huiru et al. · Frontiers in Human Neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Genetisch-funktionelle Studie zu DRD4-2-Repeat-Allel-Effekten auf neuronale Netzwerke bei Selbstregulation. DRD4-Variation moduliert DMN und fronto-parietale Netzwerke. Belegt genetisch-neuronale Verbindung zu ADHS-Vulnerabilität.

  • · DRD4-2-Repeat-Allel ist mit veränderten neuronalen Netzwerken bei Selbstregulation und exekutiven Funktionen assoziiert.
  • · Genetische Variation im DRD4-Gen moduliert Default Mode Network-Aktivierung bei ADHS-relevanten Aufgaben.
  • · DRD4-Polymorphismus beeinflusst fronto-parietale Aufmerksamkeitsnetzwerke.
Meta-Analyse ADHS 2018 reboxetine

Efficacy and safety of drugs for attention deficit hyperactivity disorder in children and adolescents: a network meta-analysis

Padilha, Sarah C. O. S.; Virtuoso, S.; Tonin, F.; Borba, H. H. et al. · European Child & Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Netzwerk-Metaanalyse vergleicht Wirksamkeit und Sicherheit von 14 Medikamenten zur ADHS-Behandlung bei Kindern und Jugendlichen basierend auf 48 randomisierten doppelblinden kontrollierten Studien. Methylphenidat zeigte überlegene Wirksamkeit, während Reboxetin das beste Sicherheitsprofil aufwies. Die Studie bietet einen umfassenden Überblick über verfügbare ADHS-Therapeutika und identifiziert erhebliche Unterschiede in Nebenwirkungsprofilen zwischen den untersuchten Substanzen.

  • · Methylphenidat war wirksamer als Atomoxetin und Guanfacin auf der CGI-I-Skala.
  • · Reboxetin zeigte das beste Sicherheitsprofil mit nur 89% Nebenwirkungen aller Art.
  • · Lisdexamfetamin verursachte die häufigsten Schlafstörungen (39%), Appetitlosigkeit (65%) und Reizbarkeit (60%).
  • · Buspiron und Edivoxetin führten zu weniger Appetitabnahme (71% bzw. 44%) im Vergleich zu anderen Substanzen.
  • · Pindolol galt als sicherste Option bezüglich Verhaltenseffekte (50%).
Review verwandt 2018 adhd attention executive function

Elektronische Medien und frühe Kindheit

Mall, Volker; Paulus, Frank W. · Pädiatrie up2date

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Deutschsprachiger Übersichtsbeitrag zu elektronischen Medien und früher Kindheit. Bewertet Studien zu Auswirkungen von Medienkonsum auf kognitive, emotionale, soziale und physische Entwicklung; kritische Perspektive auf Medialisierung der kindlichen Lebenswelt.

  • · Übermäßiger Medienkonsum in der frühen Kindheit kann negative Auswirkungen auf kognitive, emotionale, soziale und physische Entwicklung haben.
  • · Moderne elektronische Medien können entwicklungsspezifischen Anforderungen von Kleinkindern nicht vollständig gerecht werden.
  • · Studie verbindet Medienkonsum mit ADHS-assoziierten Symptomen wie Aufmerksamkeitsdefiziten und exekutiver Dysfunktion.
Andere verwandt 2018 dopamine

Immortalized Rat Neuronal Cell Line Shows Potential as an Improved Cell Model for Dopamine Transporter Research

Larson, Garret H.; Stanislowski, Daniel J.; Foster, J. · The FASEB Journal

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Review ADHS 2018 adhd medication methylphenidate medication amphetamine

International Consensus Statement on Screening, Diagnosis and Treatment of Substance Use Disorder Patients with Comorbid Attention Deficit/Hyperactivity Disorder

Crunelle, Cleo L.; Brink, Wim van den; Moggi, Franz; Konstenius, Maija et al. · European Addiction Research

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Review zu ADHS-SUD-Komorbidität und Behandlungsempfehlungen. Hohe Co-Prävalenz und gegenseitige Verstärkung. Behandlung beider Störungen verbessert Outcomes; Stimulanzien unter Bedingungen vertretbar.

  • · Erwachsene ADHS und Substanzgebrauchsstörungen (SUD) koexistieren häufig: ADHS-Prävalenz bei SUD-Patienten 15-50%.
  • · ADHS ist mit früherem Beginn und schwereren SUD assoziiert.
  • · Behandlung von ADHS bei SUD-Patienten verbessert ADHS-Symptome und reduziert Substanzkonsum.
  • · Stimulanzien bei ADHS+SUD sind unter Monitoring vertretbar; non-stimulant Optionen werden oft bevorzugt.
Andere verwandt 2018 locus coeruleus

Locus coeruleus phasic discharge is essential for stimulus-induced gamma oscillations in the prefrontal cortex.

Neves, Ricardo M.; Keulen, Silvia van; Yang, Mingyu; Logothetis, N. et al. · Journal of neurophysiology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Tierexperimentelle Studie belegt kausale Rolle phasischer LC-Entladungen für Gamma-Oszillationen und kortikale Informationsverarbeitung. LC-NE-vermittelte Arousal-Regulierung über neuronale Oszillationen. Fundamentaler Mechanismus des noradrenergen Systems.

  • · Phasische Locus-coeruleus-Entladung ist essentiell für stimulus-induzierte Gamma-Oszillationen im Neokortex.
  • · LC-NE-System reguliert kortikale Informationsverarbeitung durch Modulation neuronaler Oszillationen.
  • · Phasische LC-Aktivität erhöht Signal-Rausch-Verhältnis in kortikaler Verarbeitung relevanter Stimuli.
Beobachtungsstudie ADHS 2018 adhd noradrenergic system attention

Long-term safety and efficacy of guanfacine extended release in children and adolescents with ADHD

Huß, Michael; Dirks, Bryan; Gu, Joan; Robertson, Brigitte et al. · European Child & Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Phase-3-Langzeitstudie (SPD503-318) zu GXR-Sicherheit und -Wirksamkeit in Europa über 2 Jahre. Anhaltende ADHS-Symptomkontrolle ohne Toleranzentwicklung. Wichtige Langzeitdaten für klinische Praxis.

  • · Guanfacin Extended Release (GXR) zeigt in 2-jähriger offener Studie anhaltende Sicherheit und Wirksamkeit bei europäischen Kindern/Jugendlichen mit ADHS.
  • · GXR-Langzeitdaten belegen stabile Symptomreduktion ohne Toleranzentwicklung über 2 Jahre.
  • · Häufigste Langzeit-Nebenwirkungen: Sedierung, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen; Blutdruck-Monitoring empfohlen.
Review ADHS 2018 default mode network mind wandering

Mind wandering perspective on attention-deficit/hyperactivity disorder.

Bozhilova, Natali S; Michelini, Giorgia; Kuntsi, Jonna; Asherson, Philip · Neuroscience and biobehavioral reviews

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Review zur Mind-Wandering-Perspektive auf ADHS. Gedankenschweifen als zentrales ADHS-Merkmal mit neurobiologischer DMN-Basis. MPH-Effekte auf Mind-Wandering über DMN-Modulation erklärt.

  • · Mind-Wandering (Gedankenschweifen) ist ein zentrales und häufig übersehenes Symptom bei ADHS.
  • · Exzessives Mind-Wandering bei ADHS ist mit DMN-Hyperaktivität und Unfähigkeit zur DMN-Suppression assoziiert.
  • · Mind-Wandering bei ADHS unterscheidet sich qualitativ von normalem Gedankenschweifen: unintentionaler, dysfunktionaler.
  • · MPH und Methylphenidat reduzieren Mind-Wandering-Frequenz über DMN-Suppression.
Review ADHS 2018 imipramine

Monoamines and Kynurenine Involvement in Pathogenetic Mechanisms of Attention Deficit Hyperactivity Disorder or Hyperkinetic Syndrome

Uzbekov, M. · Global Journal of Intellectual & Developmental Disabilities

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Das Paper behandelt die Rolle von Monoaminen und dem Kynurenin-Stoffwechsel in der Pathogenese von ADHS/Hyperkinetischem Syndrom. Es wird aufgezeigt, dass Veränderungen in zentralen monoaminergen Systemen wichtig sind, während die genaue Ätiologie weiterhin ungeklärt bleibt. Offene Fragen zur differenziellen Wirksamkeit von Imipramin, Psychostimulanzien und Neuroleptika bei verschiedenen biochemischen ADHS-Subgruppen werden diskutiert.

  • · Änderungen in zentralen monoaminergen Systemen spielen eine wichtige Rolle in der Pathogenese von ADHS/Hyperkinetischem Syndrom.
  • · Die Ätiologie von ADHS/HKS ist nicht bekannt und die Pathogenese bleibt unklar.
  • · Imipramin wird als eine von mehreren pharmakologischen Behandlungsoptionen für ADHS neben Psychostimulanzien und Neuroleptika erwähnt.
  • · Es ist ungeklärt, ob biochemisch basierte Untergruppen von ADHS unterschiedlich auf verschiedene Medikamentenklassen (Psychostimulanzien, Imipramin, Neuroleptika) ansprechen.
Beobachtungsstudie verwandt 2018 noradrenergic system working memory

Neuroendocrine stress responses predict catecholamine-dependent working memory-related dorsolateral prefrontal cortex activity.

Dennis, Hernaus; Quaedflieg Conny W E, M; Stefan, Offermann Jan; Casales Santa Marta, M et al. · Social cognitive and affective neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Studie zu neuroendokrinen Stressantworten und deren Vorhersage katecholaminabhängiger Arbeitsgedächtnisleistung. Kortisol und NE/DA-Interaktion als Mechanismus stressinduzierter kognitiver Beeinträchtigung. Relevant für Stress-ADHS-Interaktion.

  • · Akuter Stress beeinträchtigt Arbeitsgedächtnisleistung über katecholaminerge Mechanismen im PFC.
  • · Kortisol-Ausschüttung unter Stress moduliert NE/DA-abhängige kognitive Funktionen unterschiedlich.
  • · Neuroendokrine Stressantworten sagen katecholaminabhängige Arbeitsgedächtnisleistung vorher.
Systematic Review ADHS 2018 guanfacine

Pharmacological treatment for attention deficit hyperactivity disorder (ADHD) in children with comorbid tic disorders.

Osland, Sydney T; Steeves, Thomas Dl; Pringsheim, Tamara · The Cochrane database of systematic reviews

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese systematische Cochrane-Übersicht von 2018 evaluierte die pharmakologische Behandlung von ADHS bei Kindern mit komorbiden Tic-Störungen anhand von acht randomisierten kontrollierten Studien (n=510). Methylphenidat, Clonidin, Guanfacin, Desipramin und Atomoxetin zeigten eine Reduktion der ADHS-Symptome, wobei Guanfacin zusätzlich Tic-Symptome verbesserte. Die Evidenzqualität war jedoch niedrig bis sehr niedrig, und es wurden Sicherheitsbedenken bezüglich Nebenwirkungen und potenzieller Tic-Verschlimmerung dokumentiert.

  • · Guanfacin zeigte in der systematischen Übersicht eine Verbesserung sowohl der ADHS- als auch der Tic-Symptome bei Kindern mit komorbider Tic-Störung, jedoch basierend auf sehr niedriger Evidenzqualität.
  • · Methylphenidat, Clonidin, Guanfacin, Desipramin und Atomoxetin reduzierten ADHS-Symptome bei Kindern mit Tics, wobei die Evidenzqualität zwischen niedrig und sehr niedrig lag.
  • · Stimulanzien haben tics bei den meisten Personen nicht verschlechtert, können aber in Einzelfällen die Tics verschärfen; in diesen Fällen sind Alpha-Agonisten oder Atomoxetin mögliche Alternativen.
  • · Hochdosiertes Dextroamphetamin verschlechterte tics in einer Studie mit dreiwöchiger Dauer, was jedoch aufgrund der kurzen Studiendauer mit Vorsicht zu interpretieren ist.
  • · Appetitunterdrückung oder Gewichtsverlust trat bei Methylphenidat, Dextroamphetamin, Atomoxetin und Desipramin auf; Schlaflosigkeit war mit Methylphenidat und Dextroamphetamin assoziiert.
Meta-Analyse ADHS 2018 amygdala lisdexamfetamine adhd adults

Pharmacotherapy of emotional dysregulation in adults with ADHD: A systematic review and meta-analysis.

Francesca, Lenzi; Samuele, Cortese; Joseph, Harris; Gabriele, Masi · Neuroscience and biobehavioral reviews

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Systematisches Review und Metaanalyse zur pharmakologischen Behandlung emotionaler Dysregulation bei Erwachsenen mit ADHS. LDX zeigt stärkste Evidenz; Stimulanzien generell wirksam; Mangel an gezielten RCTs. Klinisch relevante Zusammenfassung der ED-Therapieoptionen.

  • · Emotionale Dysregulation (ED) tritt bei bis zu 70% der Erwachsenen mit ADHS auf und ist mit schwererem Verlauf assoziiert.
  • · Stimulanzien (MPH, Amphetamine) zeigen moderate Wirksamkeit auf ED-Symptome; Lisdexamfetamin zeigt stärkste Evidenz.
  • · Clonidin und Guanfacin zeigen in Einzelstudien Wirksamkeit auf emotionale Reaktivität bei ADHS.
  • · Metaanalyse identifiziert Mangel an gut konzipierten RCTs zu ED als primärem Endpunkt bei ADHS.
Andere ADHS 2018 prefrontal cortex dopaminergic pathways adhd

Prefrontal cortex dysfunction in hypoxic-ischaemic encephalopathy contributes to executive function impairments in rats: Potential contribution for attention-deficit/hyperactivity disorder

Miguel, P.; Deniz, B. F.; Deckmann, Iohanna; Confortim, H. D. et al. · The World Journal of Biological Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Tierexperiment (Ratten, neonatale Hypoxie-Ischämie): HIE induziert PFC-Dysfunktion mit ADHS-ähnlichen Verhaltensdefiziten und reduzierter PFC-Dopaminaktivität. Belegt mechanistischen Link zwischen perinatalem Risikofaktor HIE und ADHS.

  • · Hypoxisch-ischämische Enzephalopathie (HIE) bei Ratten führt zu PFC-Dysfunktion mit Exekutivfunktionsdefiziten, Impulsivität und Hyperaktivität – ADHS-ähnlichen Symptomen.
  • · HIE reduziert dopaminerge Aktivität im PFC und verändert PFC-Gewebeintegrität, was den Zusammenhang von Perinatal-Hypoxie und ADHS-Risiko neurobiologisch erklärt.
  • · Perinatale Hypoxie ist ein bekannter ADHS-Risikofaktor; präklinische Befunde bestätigen PFC-Dopamin als Mediationsmechanismus.
Andere ADHS 2018 adhd working memory attention

Proof-of-concept study of an at-home, engaging, digital intervention for pediatric ADHD

Davis, Naomi O; Bower, J.; Kollins, S. · PLoS ONE

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Machbarkeitsstudie einer häuslichen digitalen ADHS-Intervention. Zeigt Proof-of-Concept für digitale Ergänzungstherapie bei ADHS. Erste Wirksamkeitshinweise, aber kleine Stichprobe.

  • · Ein digitales At-Home-Training zeigt in Machbarkeitsstudie Verbesserungen bei ADHS-Kernsymptomen.
  • · Neurofeedback-ähnliche digitale Interventionen sind als Ergänzung zu Pharmakotherapie bei ADHS entwickelt worden.
  • · Proof-of-Concept zeigt Akzeptanz und Durchführbarkeit häuslicher digitaler ADHS-Interventionen.
Andere verwandt 2018 other

Quantification of Signal-to-Noise Ratio in Cerebral Cortex Recordings Using Flexible MEAs With Co-localized Platinum Black, Carbon Nanotubes, and Gold Electrodes

Suarez-Perez, Alex; Gabriel, G.; Rebollo, B.; Illa, X. et al. · Frontiers in Neuroscience

Zusammenfassung & 1 Kernbefunde

Methodenentwicklungsstudie zur Charakterisierung neuraler Aufzeichnungsgeräte. Nicht ADHS-spezifisch; reine Methodologie.

  • · Neue standardisierte Methoden zur Quantifizierung von Signal-Rausch-Verhältnissen in kortikalen Hirnableitungen entwickelt.
Review ADHS 2018 adhd noradrenergic system attention

Sex differences in stress regulation of arousal and cognition.

Bangasser Debra, A; Eck Samantha, R; Telenson Alexander, M; Madeleine, Salvatore · Physiology & behavior

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zu Geschlechtsunterschieden in stressabhängiger Arousal- und Kognitionsregulation. Noradrenerge Mechanismen und Geschlechtshormone interagieren bei Stressantworten. Relevant für Verständnis geschlechtsspezifischer ADHS-Manifestationen.

  • · Geschlechtsunterschiede in Stressregulation von Arousal und Kognition werden durch noradrenerge und gonadale Hormonmechanismen vermittelt.
  • · Weibliche Geschlechtshormone modulieren LC-NE-System-Reaktivität auf Stress unterschiedlich als männliche.
  • · Geschlechtsspezifische ADHS-Präsentation kann durch differentielle NE-Stressantworten mitbedingt sein.
RCT ADHS 2018 adhd inattentive adhd combined

Sluggish Cognitive Tempo as a Possible Predictor of Methylphenidate Response in Children With ADHD: A Randomized Controlled Trial.

Froehlich Tanya, E; Becker Stephen, P; Nick Todd, G; Brinkman William, B et al. · The Journal of clinical psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

RCT-Analyse zu SCT als Moderator des MPH-Dosisansprechens bei ADHS-Kindern. Kinder mit hohem SCT zeigen reduziertes MPH-Ansprechen. SCT als klinisch relevantes Unterscheidungsmerkmal für Therapieplanung.

  • · Sluggish Cognitive Tempo (SCT) moderiert dose-response auf Methylphenidat: Kinder mit hohem SCT sprechen schlechter auf MPH an.
  • · SCT-Effekte auf MPH-Ansprechen sind unabhängig von ADHS-Kernsymptomen (Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität).
  • · SCT-Symptomatologie stellt ein eigenständiges klinisches Profil mit distinkt unterschiedlichem Medikationsansprechen dar.
Review verwandt 2018 hippocampus

Space, time, and episodic memory: The hippocampus is all over the cognitive map.

Ekstrom Arne, D; Charan, Ranganath · Hippocampus

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Review-Arbeit zu hippocampalen Funktionen: Räumliches Gedächtnis und episodisches Gedächtnis werden als integrierte hippocampale Funktion verstanden. Nicht ADHS-spezifisch, aber relevant für Hippocampus-ADHS-Forschung.

  • · Der Hippocampus ist sowohl an räumlicher Verarbeitung als auch an episodischem Gedächtnis beteiligt – beide Funktionen sind nicht trennbar.
  • · Zeit- und Raumkodierung im Hippocampus sind komplementäre Aspekte des episodischen Gedächtnisses.
Review verwandt 2018 hippocampus

Spatial representations in the primate hippocampus, and their functions in memory and navigation.

Rolls Edmund, T; Sylvia, Wirth · Progress in neurobiology

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Review zu hippocampalen Raumrepräsentationen bei Primaten. Beschreibt Spatial View Cells und episodisches Gedächtnis. Relevant als Grundlagenwissen zum Hippocampus.

  • · Hippocampus-Neuronen bei Primaten kodieren Blickrichtung (Spatial View Cells) statt Aufenthaltsort.
  • · Räumliche Repräsentation im Hippocampus variiert speziesabhängig: Platz-Zellen (Nager) vs. Spatial-View-Zellen (Primaten).
Andere verwandt 2018 dopamine

Subcellular Distribution of the Dopamine Transporter Phosphorylated on Threonine 53

Gilchrist, Thomas J.; Gaarder, Zachary S.; Hovde, Moriah J.; Vaughan, R. et al. · The FASEB Journal

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Review verwandt 2018 hippocampus

The Hippocampal Ensemble Code for Spatial Navigation and Episodic Memory.

Susumu, Takahashi · Advances in neurobiology

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Review zur hippocampalen Ensemblekodierung für räumliche Navigation und episodisches Gedächtnis. Grundlagenwissen zum Hippocampus-Funktionssystem. Nicht ADHS-spezifisch.

  • · Der Hippocampus kodiert sequentielle Episoden als räumlich-zeitliche Ensembles.
  • · Hippocampale Ensemblekodierung ermöglicht episodisches Gedächtnis durch Bindung von Raum-, Zeit- und Kontextinformationen.
Review ADHS 2018 prefrontal cortex amygdala nucleus accumbens

The Multifaceted Role of the Ventromedial Prefrontal Cortex in Emotion, Decision Making, Social Cognition, and Psychopathology.

Hiser, Jaryd; Koenigs, Michael · Biological psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zu multifaktoriellen vmPFC-Funktionen bei Emotionsregulation und Kognition. vmPFC als zentraler Integrationspunkt für emotionale und kognitive Kontrolle. Strukturelle und funktionale Befunde aus Tier- und Humanstudien.

  • · Der ventromediale PFC (vmPFC) ist zentral für emotionale Regulation, soziale Kognition und Entscheidungsfindung.
  • · vmPFC-Läsionen führen zu emotionaler Dysregulation, sozialen Defiziten und Impulsivität – klinisch ADHS-ähnlich.
  • · vmPFC integriert emotionale und kognitive Information über Verbindungen zu Amygdala, OFC und Hippocampus.
Systematic Review ADHS 2018 adhd dopaminergic pathways noradrenergic system

The pharmacology of amphetamine and methylphenidate: Relevance to the neurobiology of attention-deficit/hyperactivity disorder and other psychiatric comorbidities.

Faraone Stephen, V · Neuroscience and biobehavioral reviews

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Systematisches Review zu Pharmakologie von Amphetaminen und Methylphenidat mit Fokus auf ADHS-Behandlung. Unterschiedliche, aber komplementäre Wirkmechanismen auf DA/NE-Systeme erklärt. Wichtige Referenz für Verständnis der Stimulanzien-Pharmakologie.

  • · Amphetamine und Methylphenidat erhöhen synaptische DA- und NE-Konzentrationen im PFC und Striatum über unterschiedliche Mechanismen.
  • · Amphetamine wirken hauptsächlich als Monoamin-Freisetzter; MPH als Wiederaufnahmehemmer – beide erhöhen PFC-Katecholamine.
  • · Therapeutische Wirksamkeit von Stimulanzien bei ADHS beruht auf Verstärkung der PFC-Funktion über optimale DA/NE-Konzentrationen.
  • · Missbrauchspotenzial ist geringer als oft angenommen bei therapeutischer Dosierung.
Andere verwandt 2018 atomoxetine

Transient Mydriasis under Atomoxetine Treatment: Case Report and Brief Overview of the Literature

Haefliger, I.; Herz, Marc · Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde

Zusammenfassung & 1 Kernbefunde

Fallbericht zu transienter Mydriasis unter Atomoxetin bei ADHS-Behandlung mit kurzem Review. Beschreibt ophthalmologische Nebenwirkung. Klinisch relevant für Monitoring unter ATX.

  • · Transiente Mydriasis (Pupillenerweiterung) ist eine seltene Nebenwirkung unter Atomoxetin-Behandlung.
Beobachtungsstudie ADHS 2018 adhd noradrenergic system other

Treatment of Children and Adolescents with Attention Deficit Hyperactivity Disorder and/or Tourette's Disorder with Clonidine Extended Release

Joo, S. W.; Kim, Hyo-Won · Psychiatry Investigation

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Retrospektive Studie zu Clonidin-ER bei 29 koreanischen Kindern/Jugendlichen mit ADHS und/oder Tourette-Syndrom. Wirksamkeit bei ADHS-Symptomen und Tics belegt; Sicherheitsprofil akzeptabel. Unterstützt Clonidin als Option bei ADHS-Tic-Komorbidität.

  • · Clonidin Extended Release (ER) ist wirksam und sicher bei koreanischen Kindern und Jugendlichen mit ADHS und/oder Tourette-Syndrom.
  • · Clonidin ER reduziert Tic-Symptome bei Tourette-Syndrom-Komorbidität bei ADHS.
  • · Häufigste Nebenwirkungen: Sedierung und Schläfrigkeit; kein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko.
Review ADHS 2018 adhd overview working memory

Twenty years of research on attention-deficit/hyperactivity disorder (ADHD): looking back, looking forward.

Cortese, Samuele; Coghill, David · Evidence-based mental health

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

20-Jahres-Rückblick auf ADHS-Forschungsfortschritte. Stabiler Prävalenzschätzung; verbesserte biologische Evidenz; starke pharmakologische Grundlage. Übersichtsarbeit zu aktuellem Stand der ADHS-Wissenschaft.

  • · ADHS-Diagnose und -behandlung haben sich in 20 Jahren signifikant verbessert; Prävalenzschätzungen sind stabil bei ~5% Kinder, ~2.5% Erwachsene.
  • · Neurobiologische Fortschritte (Genetik, Neuroimaging) haben Verständnis von ADHS als hirnbasierte Entwicklungsstörung gestärkt.
  • · Pharmakologische Evidenz für Stimulanzien und Non-Stimulanzien ist stark; Langzeitstudien bleiben unterrepräsentiert.
Review ADHS 2018 adhd attention executive function

Updated European Consensus Statement on diagnosis and treatment of adult ADHD

Kooij, J. J. Sandra; Bijlenga, Denise; Salerno, Luana; Jaeschke, Rafał et al. · European Psychiatry

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Aktualisierter Europäischer Konsens zu Diagnose und Behandlung erwachsener ADHS. Persistenz bei >50%, Unterdiagnose, evidenzbasierte Behandlungsempfehlungen. Wichtige klinische Leitlinie für Praxis.

  • · Europäischer Konsens: ADHS persistiert bei 50-65% der im Kindesalter diagnostizierten Patienten ins Erwachsenenalter.
  • · Erwachsene ADHS ist häufig unterdiagnostiziert und wird oft erst nach Jahrzehnten erkannt.
  • · Stimulanzien und Atomoxetin sind First-/Second-Line für erwachsene ADHS; Guanfacin und Bupropion als Optionen.
  • · Psychosoziale Interventionen als Ergänzung zur Pharmakotherapie bei Erwachsenen empfohlen.
Andere verwandt 2018 amygdala

Upregulation of Anandamide Hydrolysis in the Basolateral Complex of Amygdala Reduces Fear Memory Expression and Indices of Stress and Anxiety

Morena, M.; Aukema, Robert J.; Leitl, Kira D.; Rashid, A. et al. · The Journal of Neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Tierexperimentelle Studie zu Anandamid/FAAH-Signaling in der basolateralen Amygdala und Stressangst. Endocannabinoidsystem als Stressregulator. Indirekt relevant für ADHS-Emotionsdysregulation.

  • · Erhöhtes Anandamid-Signaling durch FAAH-Hemmung in der basolateralen Amygdala puffert stressinduzierten Angstanstieg ab.
  • · Endocannabinoides System in der Amygdala reguliert Stressantworten über Anandamid/FAAH-Achse.
  • · FAAH-Inhibition ist potenzieller pharmakologischer Ansatz für Angststörungen.
Review ADHS 2017 irritability

[An update on the pharmacological treatment of attention deficit hyperactivity disorder: lisdexamphetamine and extended-release guanfacine].

Fernández-Mayoralas, D. Martín; Fernández-Perrone, A. L.; Muñoz-Jareño, N.; Fernández-Jaén, A. · Revista de neurologia

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Update zur pharmakologischen ADHS-Behandlung mit LDX und Guanfacin ER. Beschreibt Zulassungsstatus, Wirkmechanismus, klinische Indikationen und Kombinationsmöglichkeiten beider Substanzen.

  • · Lisdexamfetamin (LDX) hat Wirksamkeit und Sicherheit bei ADHS belegt; als Prodrug mit verzögerter Freisetzung reduziert es Missbrauchspotenzial.
  • · Guanfacin ER (EMA-zugelassen) ist eine nicht-stimulante Option bei ADHS, wirksam auf Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und emotionale Dysregulation.
  • · Kombination von LDX und Guanfacin ER kann bei bestimmten Patienten komplementäre Behandlungsvorteile bieten (Stimulans + Alpha-2A-Agonist).
Andere verwandt 2017 noradrenergic system working memory

A computational psychiatry approach identifies how alpha-2A noradrenergic agonist Guanfacine affects feature-based reinforcement learning in the macaque

Hassani, Seyed A.; Oemisch, Mariann; Balcarras, Matthew; Westendorff, Stephanie et al. · Scientific Reports

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Computationale Psychiatrie-Studie (1 Makake): Guanfacin verbessert Feature-basiertes Reversal Learning; Bayesianische RL-Modelle beschreiben individuelle Guanfacin-Effekte. Belegt kognitive Flexibilitätseffekte jenseits von Arbeitsgedächtnis.

  • · Guanfacin verbessert in einem Makaken-Modell (computational psychiatry) Feature-basiertes Reversal Learning durch Modulation von Aufmerksamkeits- und Lernparametern.
  • · Bayesianische und Reinforcement-Learning-Modelle können Guanfacin-Effekte auf kognitiver Einzelprobanden-Ebene vorhersagen.
  • · Guanfacin verbessert kognitive Flexibilität über Arbeitsgedächtnis hinaus, durch selektive Aufmerksamkeitsmodulation.
Beobachtungsstudie ADHS 2017 amygdala

Anomalous subcortical morphology in boys, but not girls, with ADHD compared to typically developing controls and correlates with emotion dysregulation.

Seymour Karen, E; Xiaoying, Tang; Deana, Crocetti; Mostofsky Stewart, H et al. · Psychiatry research. Neuroimaging

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Strukturelles MRI bei 218 Kindern mit ADHS (8–12 J.): Jungen zeigen subkortikale Volumens- und Formanomalien (Amygdala, Thalamus, Putamen), korreliert mit emotionaler Dysregulation. Mädchen zeigen diese Veränderungen nicht.

  • · Jungen (aber nicht Mädchen) mit ADHS zeigen signifikante Volumen- und Formveränderungen in subkortikalen Strukturen (Amygdala, Thalamus, Putamen) im Vergleich zu typisch entwickelnden Kontrollen (n=218).
  • · Subkortikale Morphologieveränderungen bei ADHS-Jungen korrelieren signifikant mit emotionaler Dysregulation.
  • · Geschlechtsspezifische neurobiologische Unterschiede bei ADHS: Jungen zeigen stärkere subkortikale Strukturveränderungen als Mädchen.
Beobachtungsstudie ADHS 2017 norepinephrine

Association of preterm birth with ADHD-like cognitive impairments and additional subtle impairments in attention and arousal malleability

James, Sarah-Naomi; Rommel, Anna-Sophie; Cheung, C.; McLoughlin, G. et al. · Psychological Medicine

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Studie zu ADHS-ähnlichen kognitiven Beeinträchtigungen und Norepinephrin-Veränderungen bei Frühgeborenen. Frühgeburtlichkeit als Risikofaktor für ADHS-Phänotyp assoziiert mit NE-Dysregulation.

  • · Frühgeburtlichkeit erhöht das Risiko für ADHS-ähnliche Aufmerksamkeits- und Arousal-Beeinträchtigungen.
  • · Frühgeborene zeigen veränderte NE-Spiegel als möglichen Biomarker für ADHS-Risikogruppe.
  • · ADHS-ähnliche kognitive Beeinträchtigungen bei Frühgeborenen sind mit pränataler Norepinephrin-Exposition assoziiert.
Review ADHS 2017 delay aversion sluggish cognitive tempo

Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder: A Historical Neuropsychological Perspective.

Mahone, E Mark; Denckla, Martha B · Journal of the International Neuropsychological Society : JINS

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese historisch-neuropsychologische Übersichtsarbeit dokumentiert wissenschaftliche Fortschritte in der ADHS-Forschung der letzten 35 Jahre, einschließlich diagnostischer Entwicklungen, theoretischer Modelle und Bildgebungstechniken. Das Paper betont die Heterogenität von ADHS und die Notwendigkeit, Geschlechtsdimorphismus, Entwicklungsverlauf und assoziierte Störungen in zukünftigen Forschungen zu berücksichtigen.

  • · ADHS wird als die häufigste Verhaltensstörung des Kindesalters anerkannt, mit Risiken, die sich bis ins Erwachsenenalter erstrecken und eine bedeutende Gesundheitsfrage darstellen.
  • · Die diagnostische Entwicklung von ADHS verlief von der 'Hyperkinetic Reaction of Childhood' zur modernen Diagnose ADHS über die letzten 35 Jahre.
  • · Einflusreiche theoretische Modelle für ADHS umfassen Executive Functions, Cognitive-Energetic Modelle und Delay Aversion.
  • · Landmarken-Behandlungsstudien wie die Multimodal Treatment of ADHD (MTA) und Preschool ADHD Treatment Study (PATS) haben bedeutende Fortschritte in der therapeutischen Forschung gebracht.
  • · Fortschritte in neurologischen Bildgebungstechniken (anatomisch, funktionell, Resting-State-fMRI, Diffusions-Tensor-Imaging) haben das Verständnis der neurobiologischen Grundlagen von ADHS erweitert.
Review ADHS 2017 nucleus accumbens

Basolateral amygdala and stress-induced hyperexcitability affect motivated behaviors and addiction

Sharp, Burt M. · Translational Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zu Amygdala-Funktion und stressinduzierter Hyperexzitabilität mit Auswirkungen auf Motivation. BLA-NAc-Konnektivität als Schlüsselmechanismus für emotionales Verhalten. Indirekt relevant für ADHS-Emotionsdysregulation.

  • · Die basolaterale Amygdala (BLA) integriert Belohnungs- und Bedrohungsinformationen und beeinflusst stressinduzierte Hyperexzitabilität.
  • · Stress-induzierte BLA-Hyperexzitabilität beeinträchtigt motivationales Verhalten über Projekte zum Nucleus accumbens.
  • · BLA-NAc-Schaltkreis ist relevant für Belohnungssuche und Angstregulation.
Systematic Review ADHS 2017 atomoxetine

Cardiovascular Effects of Stimulant and Non-Stimulant Medication for Children and Adolescents with ADHD: A Systematic Review and Meta-Analysis of Trials of Methylphenidate, Amphetamines and Atomoxetine.

Leonie, Hennissen; Bakker Mireille, J; Tobias, Banaschewski; Sara, Carucci et al. · CNS drugs

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Systematisches Review und Metaanalyse zu kardiovaskulären Effekten von MPH, Amphetaminen und ATX bei ADHS-Kindern und -Jugendlichen. Kleine, aber signifikante Anstiege von HR und BP; klinisch relevant für Risikogruppen.

  • · Systematisches Review/Metaanalyse: MPH, Amphetamine und Atomoxetin erhöhen bei Kindern/Jugendlichen mit ADHS signifikant Herzfrequenz (MPH: +5 bpm, ATX: +5 bpm) und systolischen Blutdruck.
  • · Kardiovaskuläre Effekte von ADHS-Medikamenten sind statistisch signifikant, aber klinisch in den meisten Fällen gering und ohne ernste kardiovaskuläre Ereignisse in klinischen Studien.
  • · Monitoring von Herzfrequenz und Blutdruck ist bei ADHS-Medikation klinisch empfehlenswert, besonders bei vorbestehenden Herzerkrankungen.
Meta-Analyse ADHS 2017 adhd adhd inattentive methylphenidate

Comparative efficacy and safety of methylphenidate and atomoxetine for attention-deficit hyperactivity disorder in children and adolescents: Meta-analysis based on head-to-head trials

Pan, Pu-Yueh; Yeh, Chin-Bin · Journal of Psychiatric Research

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Metaanalyse direkt vergleichender RCTs von MPH und ATX bei Kindern/Jugendlichen mit ADHS. Vergleichbare Gesamtwirksamkeit; MPH schneller wirksam; unterschiedliche Nebenwirkungsprofile für klinische Entscheidungsfindung.

  • · Metaanalyse head-to-head Trials: Methylphenidat und Atomoxetin zeigen vergleichbare Wirksamkeit auf ADHS-Gesamtsymptome bei Kindern/Jugendlichen.
  • · MPH hat höhere Ansprechrate und bessere kurzfristige Wirksamkeit auf Hyperaktivität/Impulsivität; ATX zeigt langsameren Wirkungseintritt (2–4 Wochen).
  • · Verträglichkeitsprofil unterscheidet sich: MPH häufiger mit Appetitreduktion und Schlafstörungen; ATX mehr Übelkeit und Magenbeschwerden.
Andere verwandt 2017 nucleus accumbens

Cortical and Subcortical Brain Morphometry Differences Between Patients With Autism Spectrum Disorder and Healthy Individuals Across the Lifespan: Results From the ENIGMA ASD Working Group

Rooij, Daan van; Anagnostou, Evdokia; Arango, Celso; Auzias, Guillaume et al. · American Journal of Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

ENIGMA-Mega-Analyse zu kortikaler und subkortikaler Morphometrie bei Autismus-Spektrum-Störungen. Zeigt strukturelle Unterschiede gegenüber ADHS-Befunden bei ähnlichen Regionen. Relevant für Differential-Neuroanatomie von Neurodevelopmental Disorders.

  • · ENIGMA-ASD-Mega-Analyse zeigt striatale und limbische Volumenreduktionen bei Autismus-Spektrum-Störungen.
  • · ASD-Patienten zeigen Amygdala-Volumenminderungen, die sich von ADHS-Befunden unterscheiden.
  • · Overlap und Distinktheit der Neuroanatomie von ASD und ADHS relevant für transdiagnostische Forschung.
Andere ADHS 2017 adhd noradrenergic system other

Development of Guanfacine Extended-Release Dosing Strategies in Children and Adolescents with ADHD Using a Physiologically Based Pharmacokinetic Model to Predict Drug–Drug Interactions with Moderate CYP3A4 Inhibitors or Inducers

Li, Aiqun; Yeo, Karen Rowland; Welty, Devin; Rong, Haojing · Pediatric Drugs

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Entwicklung von PBPK-Modellen für Guanfacin-XR-Dosierungsstrategien bei Kindern/Jugendlichen mit ADHS. Modell ermöglicht Vorhersage von Arzneimittelinteraktionen und Dosisoptimierung. Wichtig für klinische Anwendung von Guanfacin.

  • · Ein physiologisch-basiertes pharmakokinetisches (PBPK) Modell sagt Guanfacin-XR-Plasmaspiegel bei Kindern und Jugendlichen präzise vorher.
  • · PBPK-Modell identifiziert Arzneimittelinteraktionen mit CYP3A4-Induktoren/-Inhibitoren für Guanfacin-XR-Dosisanpassung.
  • · Alters- und gewichtsbasierte Dosisstrategien können durch PBPK-Modellierung optimiert werden.
RCT ADHS 2017 adhd inattentive adhd combined

Differential Response to Methylphenidate in Inattentive and Combined Subtype ADHD.

Beery Susan, H; Quay Herbert, C; Pelham William, E · Journal of attention disorders

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Doppelblinde placebo-kontrollierte Studie mit 63 Jungen im ADHS Summer Treatment Program. Methylphenidat (0,3 mg/kg) wirkt differenziell nach ADHS-Subtyp: kombinierter Typ zeigt stärkere Effekte auf impulsive Verhaltensweisen als der unaufmerksame Typ.

  • · ADHS-Kinder mit hoher Hyperaktivität/Impulsivität (HI) zeigen größere Methylphenidat-Effektstärken für Unterbrechen, verbale Aggression und Regelkonformität als Kinder mit vorwiegend unaufmerksamen Symptomen (ADHD/I).
  • · ADHS/I-Kinder zeigen kleine Methylphenidat-Effektstärken (d<0,20) für viele Verhaltensmaße im naturalistischen Beobachtungssetting.
  • · Subtyp-differenzielle Methylphenidat-Effekte sind klinisch relevant für die Behandlungsplanung bei ADHS.
case_report ADHS 2017 tricyclic antidepressants

Imipramine-induced mania in a child diagnosed with attention-deficit/hyperactivity disorder (ADHD): a case report

Yektaş, Ç.; Tufan, A. · Psychiatry and Clinical Psychopharmacology

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Das Paper berichtet über einen Fall eines sechsjährigen Mädchens mit ADHS und Enuresis, das nach Imipramin-Behandlung manische Symptome entwickelte. Die Autoren heben hervor, dass Kinder und Jugendliche unter Antidepressiva ein erhöhtes Risiko für manische Konversion haben, besonders unter trizyklischen Antidepressiva. Es wird empfohlen, Kliniker für dieses Risiko zu sensibilisieren, insbesondere bei Patienten mit bipolarer Prädisposition.

  • · Kinder und Jugendliche unter Antidepressiva-Behandlung haben ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Hypomanie und Manie im Vergleich zu Erwachsenen.
  • · Die Anfälligkeit für manische Konversion unter Antidepressiva ist bei Patienten mit bipolarer Störung höher unter trizyklischen Antidepressiva als unter SSRIs und Placebo.
  • · Ein sechsjähriges Mädchen mit ADHS und primärer nächtlicher Enuresis entwickelte manische Symptome nach Imipramin-Behandlung.
  • · Antidepressiva-induzierte Manie kann eine Prädisposition für bipolare Störung darstellen und den Verlauf bei dieser Risikopopulation beschleunigen.
  • · Kliniker sollten bei der Verwendung von trizyklischen Antidepressiva oder SSRIs in der pädiatrischen Population auf manische Switches oder Verhaltensaktivierungssymptome achten, die eine bipolare Prädisposition andeuten können.
Review verwandt 2017 nucleus accumbens

Inflammation Effects on Motivation and Motor Activity: Role of Dopamine.

Felger Jennifer, C; Treadway Michael, T · Neuropsychopharmacology : official publication of the American College of Neuropsychopharmacology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zu Entzündungseffekten auf Motivation und motorische Aktivität via dopaminerge Corticostriatalnetzwerke. Erklärt neurobiologischen Mechanismus, wie Neuroinflammation Anhedonie und Motivationslosigkeit erzeugt.

  • · Entzündungsmediatoren (Zytokine, CRP) beeinträchtigen dopaminerge mesolimbische und mesostriatale Bahnen und reduzieren Motivation und motorische Aktivität.
  • · Inflammatorische Eingriffe (LPS, IFN-alpha) reduzieren Dopaminsynthese und -freisetzung im Striatum/NAc, was direkt Motivationsdefizite verursacht.
  • · Neuroinflammation könnte ein gemeinsamer pathophysiologischer Mechanismus bei psychiatrischen Erkrankungen mit Motivationsdefiziten (Depression, Schizophrenie, möglicherweise ADHS) sein.
Review ADHS 2017 adhd emotion regulation anterior cingulate cortex

Irritability in children: what we know and what we need to learn

Leibenluft, Ellen · World Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

World Psychiatry-Review zu pädiatrischer Irritabilität. Definiert Irritabilität als eigenständiges Symptom, beschreibt Neurobiologie (Amygdala-PFC, Belohnungsfrustration) und klinische Implikationen bei ADHS, bipolarer Störung und Disruptiver Stimmungsdysregulationsstörung.

  • · Irritabilität bei Kindern ist ein eigenständiges klinisch bedeutsames Symptom, definiert als erhöhte Ärger-Neigung, das sich von Aggression und breiter Stimmungsdysregulation unterscheidet.
  • · Irritabilität tritt bei ADHS häufig auf und ist mit erhöhten Belohnungs-Frustrations-Reaktionen und gestörter Amygdala-PFC-Regulation assoziiert.
  • · Stimulanzien und Psychotherapie können Irritabilität bei ADHS verbessern; spezifische Behandlung richtet sich nach zugrunde liegender Diagnose.
Beobachtungsstudie ADHS 2017 adhd basal ganglia nucleus accumbens

Magnetization transfer imaging identifies basal ganglia abnormalities in adult ADHD that are invisible to conventional T1 weighted voxel-based morphometry

Sethi, Arjun; Evelyn-Rahr, Edwin; Dowell, N.; Jain, Sanjay et al. · NeuroImage : Clinical

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Studie nutzt Magnetization Transfer Imaging zur Untersuchung von Basalganglien-Abnormalitäten bei erwachsener ADHS. MTI-Methode ist sensitiver als VBM für strukturelle Mikroveränderungen im Striatum. Zeigt persistierende Basalganglien-Anomalien im Erwachsenenalter.

  • · Magnetization Transfer Imaging (MTI) identifiziert Basalganglien-Abnormalitäten bei erwachsenen ADHS-Patienten, die mit voxelbasierter Morphometrie nicht detektierbar sind.
  • · Strukturelle Striatum-Anomalien persistieren bei Erwachsenen mit ADHS in MTI-sensitiven Maßen trotz normaler volumetrischer Messungen.
  • · MTI-Befunde deuten auf veränderte Myelinisierung oder Zelldichte in striatalen Strukturen bei erwachsener ADHS hin.
Beobachtungsstudie ADHS 2017 adhd dopaminergic pathways basal ganglia

No genetic association between attention-deficit/hyperactivity disorder (ADHD) and Parkinson's disease in nine ADHD candidate SNPs.

Geissler Julia, M; Marcel, Romanos; Manfred, Gerlach; Daniela, Berg et al. · Attention deficit and hyperactivity disorders

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Genetische Assoziationsstudie: 9 ADHS-Kandidaten-SNPs zeigen keine Assoziation mit Parkinson-Erkrankung (n=17352). Trotz neurobiologischer Überlappungen (Basalganglien, Dopamin) keine gemeinsamen genetischen Risikovarianten.

  • · Neun ADHS-Kandidaten-SNPs in sieben Genen zeigen keine signifikante Assoziation mit Parkinson-Erkrankung in einer großen Stichprobe (5333 PD vs. 12019 Kontrollen).
  • · Trotz geteilter neurobiologischer Substrate (Basalganglien, Dopamin) teilen ADHS und Parkinson keine genetischen Risikovarianten in diesen ADHS-Kandidatengenen.
Beobachtungsstudie verwandt 2017 noradrenergic system working memory insula

Noradrenaline transporter blockade increases fronto-parietal functional connectivity relevant for working memory.

Dennis, Hernaus; Ma, Casales Santa Marta; Stefan, Offermann Jan; Thérèse, Van Amelsvoort · European neuropsychopharmacology : the journal of the European College of Neuropsychopharmacology

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

fMRI-Studie an 19 gesunden Männern untersucht ATX-Effekte auf funktionelle Konnektivität während n-back-Aufgabe. ATX verstärkt Insula-DLPFC-Konnektivität, was mit besserer Arbeitsgedächtnisleistung assoziiert ist. Belegt noradrenerg vermittelte fronto-parietale Netzwerkintegration.

  • · Atomoxetin 60mg erhöht die funktionelle Konnektivität zwischen rechter anteriorer Insula und DLPFC, präzentralem Gyrus, posteriorem Parietalkortex und Precuneus während hoher Arbeitsgedächtnislast.
  • · Erhöhte Insula-DLPFC-Konnektivität unter ATX korreliert mit verringerter Reaktionszeitvariabilität und wird durch Arbeitsgedächtniskapazität vorhergesagt.
  • · Interindividuelle Variabilität im ATX-Ansprechen unterstützt Umgekehrte-U-Modelle der DA/NE-Funktion zur Vorhersage von Arzneimitteleffekten.
  • · Noradrenalin-Transporter-Blockade durch ATX akzentuiert fronto-parietale Arbeitsgedächtnisnetzwerk-Integrität.
Review ADHS 2017 noradrenergic system prefrontal cortex hippocampus

Noradrenergic Modulation of Cognition in Health and Disease.

Olga, Borodovitsyna; Matthew, Flamini; Daniel, Chandler · Neural plasticity

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Umfassender Review zu noradrenerger Kognitionsmodulation bei Gesundheit und Krankheit. Beschreibt LC-NE-Mechanismen für Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis im PFC. Relevanz für ADHS-Medikamente wie Guanfacin und Atomoxetin.

  • · Norepinephrin aus dem Locus coeruleus moduliert zelluläre Prozesse und synaptische Übertragung über prä- und postsynaptische Rezeptoren im ZNS.
  • · Noradrenerge Modulation von Kognition umfasst Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis und exekutive Funktionen über α2A-Rezeptoren im PFC.
  • · Dysregulation des noradrenergen Systems ist mit kognitiven Defiziten bei ADHS, Alzheimer und PTSD assoziiert.
  • · Pharmakologische Manipulation des NE-Systems (Guanfacin, Atomoxetin) verbessert kognitive Funktionen über PFC-Mechanismen.
Beobachtungsstudie ADHS 2017 adhd inattentive adhd combined insula

Psychoradiologic Utility of MR Imaging for Diagnosis of Attention Deficit Hyperactivity Disorder: A Radiomics Analysis

Sun, Huaiqiang; Chen, Ying; Huang, Qiang; Lui, Su et al. · Radiology

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

MRI-Radiomics-Studie (N=83 ADHS, N=87 Kontrollen) zur Klassifikation von ADHS und ADHS-Subtypen. 73,7% Genauigkeit ADHS vs. Kontrollen; 80,1% ADHS-I vs. ADHS-C. Insula und DMN als wichtige Diskriminationsfeatures.

  • · Cerebromorphometrische Radiomics erreichten 73,7% mittlere Klassifikationsgenauigkeit zur Unterscheidung ADHS vs. Kontrollen.
  • · Klassifikation ADHS-I vs. ADHS-C: 80,1% Genauigkeit; diskriminierende Features im DMN und insulären Kortex.
  • · Kortikale Formveränderungen im linken Temporallappen, bilateralen Cuneus und Bereichen um den linken Zentralsulcus differenzieren ADHS von Kontrollen.
  • · Kein signifikanter Unterschied in Gesamthirnvolumen oder grauer/weißer Substanz zwischen ADHS und Kontrollen.
Beobachtungsstudie ADHS 2017 adhd inattentive adhd combined cerebellum

Regional brain network organization distinguishes the combined and inattentive subtypes of Attention Deficit Hyperactivity Disorder.

Saad Jacqueline, F; Griffiths Kristi, R; Kohn Michael, R; Simon, Clarke et al. · NeuroImage. Clinical

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Resting-state fMRI-Studie vergleicht regionale Gehirnnetzwerk-Organisation bei ADHS-Subtypen. ADHS-C und ADHS-I zeigen distinkte Konnektivitätsmuster, besonders im Kleinhirn. Unterstützt neurobiologische Heterogenität der ADHS-Subtypen.

  • · ADHS-kombinierter Typ (ADHS-C) und ADHS-vorwiegend unaufmerksamer Typ (ADHS-I) zeigen unterschiedliche regionale Gehirnnetzwerk-Organisationen in Ruhe-fMRI.
  • · Kleinhirn-Konnektivitätsstörungen sind subtyp-spezifisch und unterscheiden ADHS-C von ADHS-I.
  • · Netzwerkbasierte Analyse identifiziert differentielle frontale und parietale Konnektivitätsmuster zwischen den Subtypen.
Review ADHS 2017 nucleus accumbens

Reward: From Basic Reinforcers to Anticipation of Social Cues.

Lena, Rademacher; Martin, Schulte-Rüther; Bernd, Hanewald; Sarah, Lammertz · Current topics in behavioral neurosciences

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zu sozialer Belohnungsverarbeitung im dopaminergen System. NAc und VTA verarbeiten soziale Stimuli wie materielle Belohnungen; Oxytocin als Mediator sozialer Belohnungsmotivation.

  • · Das Belohnungssystem verarbeitet soziale Stimuli analog zu materiellen Belohnungen; Oxytocin aktiviert dopaminerge Belohnungspfade als Reaktion auf soziale Reize.
  • · NAc und VTA sind zentrale Strukturen für die Verarbeitung sozialer Belohnungen, was die Brücke zwischen sozialen Defiziten und Dopaminpathologie herstellt.
  • · Belohnungsantizipation und Belohnungsergebnis aktivieren überlappende Netzwerke bei sozialen und nicht-sozialen Belohnungen.
Beobachtungsstudie verwandt 2017 dopaminergic pathways

Risk of punishment influences discrete and coordinated encoding of reward-guided actions by prefrontal cortex and VTA neurons

Park, Junchol; Moghaddam, B. · eLife

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Studie zur neuralen Kodierung von Bestrafungsrisiko während belohnungsmotiviertem Verhalten. Getrennte und koordinierte Repräsentation von Risiko und Belohnung in frontalen und striatalen Regionen. Relevant für impulsive ADHS-Symptome.

  • · Das Gehirn kodiert Bestrafungsrisiko getrennt und koordiniert mit Belohnungserwartung in striatalen und frontalen Regionen.
  • · Anteriorer Insula und anteriorer ACC kodieren aversiven Ausgang bei Belohnungssuche unter Bestrafungsrisiko.
  • · Dissoziierte neuronale Kodierung von Risiko und Belohnung ist relevant für impulsive Entscheidungsfindung.
Beobachtungsstudie ADHS 2017 adhd inattentive

Serum brain-derived neurotrophic factor levels in treatment-naïve boys with attention-deficit/hyperactivity disorder treated with methylphenidate: an 8-week, observational pretest–posttest study

Akay, Aynur Pekcanlar; Resmi, Halil; Güney, Sevay Alşen; Erkuran, Handan Özek et al. · European Child & Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Querschnittsstudie zu BDNF-Spiegeln bei Jungen mit ADHS (vorwiegend unaufmerksamer Typ). Reduzierte BDNF-Werte im Serum bei unbehandelten ADHS-Kindern. Deutet auf neurotrophe Dysfunktion als ADHS-Pathophysiologie.

  • · Serumwerte des Brain-Derived Neurotrophic Factor (BDNF) sind bei unbehandelten Jungen mit ADHS signifikant niedriger als bei gesunden Kontrollen.
  • · BDNF-Spiegel korrelieren mit ADHS-Symptomschweregraden bei Kindern.
  • · Niedrige BDNF-Werte deuten auf beeinträchtigte neurotrophe Unterstützung dopaminerger Neuronen bei ADHS hin.
RCT verwandt 2017 nucleus accumbens

Striatal dopamine D2/3 receptor-mediated neurotransmission in major depression: Implications for anhedonia, anxiety and treatment response

Peciña, Marta; Sikora, Magdalena; Avery, Erich T.; Heffernan, Joseph et al. · European Neuropsychopharmacology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Studie zu striataler D2/D3-Rezeptor-Neurotransmission bei Major Depression. Dopaminerge Dysfunktion im Belohnungssystem ähnlich wie bei ADHS. Relevant für Verständnis transdiagnostischer Mechanismen.

  • · Striatale D2/D3-Rezeptor-vermittelte Neurotransmission ist bei Major Depression beeinträchtigt.
  • · Niedrige D2/D3-Verfügbarkeit im Striatum korreliert mit Anhedonie und kognitiven Symptomen der Depression.
  • · Dopaminerge Belohnungsschaltkreise sind bei Depression ähnlich betroffen wie bei ADHS.
Meta-Analyse ADHS 2017 adhd overview adhd adults

Subcortical brain volume differences in participants with attention deficit hyperactivity disorder in children and adults: a cross-sectional mega-analysis.

Hoogman, Martine; Bralten, Janita; Hibar, Derrek P; Mennes, Maarten et al. · The lancet. Psychiatry

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Größte ADHS-Neuroimaging-Megaanalyse bisher (ENIGMA, n=10510): Subkortikale Volumenreduktionen bei ADHS-Kindern in 5 Regionen (Caudate, Putamen, NAc, Amygdala, Hippocampus). Effekte bei Erwachsenen geringer – unterstützt Reifungsverzögerungshypothese.

  • · ENIGMA-Megaanalyse (n=3242 ADHS, n=7268 Kontrollen): Kinder mit ADHS haben signifikant kleinere Hirnvolumina in Caudate, Putamen, Nucleus accumbens, Amygdala, Hippocampus und Hirnstamm.
  • · Subkortikale Volumenunterschiede bei ADHS sind bei Kindern stärker als bei Erwachsenen und nehmen mit dem Alter ab, was auf verzögerte Hirnreifung hindeutet.
  • · Der Effekt ist auf Gruppenebene statistisch robust (d=0,1–0,4), aber zu klein für individuelle diagnostische Biomarker-Verwendung.
  • · Medikamentenstatus moderiert einige Befunde, aber Richtung der Medikamenteneffekte ist noch unklar.
Systematic Review ADHS 2017 methylphenidate cbt adhd

The pharmacological and non-pharmacological treatment of attention deficit hyperactivity disorder in children and adolescents: A systematic review with network meta-analyses of randomised trials.

Ferrán, Catalá-López; Brian, Hutton; Amparo, Núñez-Beltrán; Page Matthew, J et al. · PloS one

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Systematisches Review zu pharmakologischer und nicht-pharmakologischer ADHS-Behandlung bei Kindern. Stimulanzien als First-Line bestätigt; Nicht-Stimulanzien als valide Alternative. Kombinationstherapie bei spezifischen Anforderungen sinnvoll.

  • · Stimulanzien (Methylphenidat, Amphetamine) bleiben First-Line-Pharmakotherapie bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS.
  • · Nicht-pharmakologische Interventionen (Verhaltenstherapie, kognitive Verhaltenstherapie) zeigen moderate Effektstärken als Zusatzbehandlung.
  • · Kombinationstherapie (Pharmako + Psycho) zeigt bessere Ergebnisse bei spezifischen Symptomdomänen.
  • · Atomoxetin und alpha-2-Agonisten (Guanfacin, Clonidin) sind valide Zweitlinien-Optionen mit unterschiedlichem Nebenwirkungsprofil.
Andere ADHS 2016 delay aversion

Abstract # 1762 Essential fatty acids intake associated with delay aversion and temporal processing in children with attention deficit hyperactivity disorder (ADHD)

Chang, Jane; Jingling, L.; Huang, Y.; Lu, Y. et al. · Brain Behavior and Immunity

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Systematic Review ADHS 2016 adhd amphetamines methylphenidate

Alternative pharmacological strategies for adult ADHD treatment: a systematic review.

Massimiliano, Buoli; Marta, Serati; Wiepke, Cahn · Expert review of neurotherapeutics

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Systematischer Review zu alternativen Pharmakotherapieoptionen bei erwachsener ADHS. Amphetamine haben stärkste Evidenz; Bupropion, Modafinil, Clonidin, Guanfacin, Venlafaxin als Optionen für Nicht-Responder. Langzeitdaten fehlen.

  • · Amphetamine (Mixed Amphetamine Salts, Lisdexamfetamin) haben bei erwachsener ADHS die robusteste Evidenz unter alternativen Pharmakotherapien nach Versagen von MPH/Atomoxetin.
  • · Weitere Alternativen bei erwachsener ADHS: Bupropion, Modafinil, Clonidin, Guanfacin, Venlafaxin – alle mit geringerer Evidenzqualität als Erstliniensubstanzen.
  • · Langzeitdaten zu alternativen ADHS-Pharmakotherapien sind begrenzt; die Mehrzahl der Studien hat Laufzeiten unter 3 Monaten.
Review ADHS 2016 tricyclic antidepressants

American Association of Clinical Endocrinologists and American College of Endocrinology Comprehensive Clinical Practice Guidelines For Medical Care of Patients with Obesity

Garvey, W. Timothy; Mechanick, Jeffrey I.; Brett, Elise M.; Garber, Alan J. et al. · Endocrine Practice

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Dies ist eine umfassende klinische Praxis-Leitlinie der American Association of Clinical Endocrinologists und American College of Endocrinology zur medizinischen Versorgung von Patienten mit Adipositas. Die Leitlinie basiert auf 1.790 Referenzen und enthält 123 evidenzbasierte Empfehlungen mit hoher wissenschaftlicher Substanziierung (83,1% auf starken oder intermediären Evidenzleveln). Das Management zielt auf die Behandlung von Adipositas als komplexe chronische Erkrankung ab, wobei sowohl gewichtsbezogene Komplikationen als auch Adipositas selbst adressiert werden.

  • · Die Leitlinie umfasst 123 Empfehlungen mit 160 spezifischen Aussagen, von denen 85 (53,1%) als stark (Grad A) bewertet wurden.
  • · 133 (83,1%) der Aussagen basieren auf starken oder intermediären wissenschaftlichen Evidenzleveln (BEL 1 oder 2).
  • · Adipositas wird als komplexe, adipositätsbasierte chronische Erkrankung definiert, deren Management sowohl gewichtsbezogene Komplikationen als auch Adipositas adressiert.
  • · Von 1.790 Referenzzitationen basieren 524 (29,3%) auf starker Evidenz (EL 1), 605 (33,8%) auf intermediärer Evidenz (EL 2).
Meta-Analyse ADHS 2016 clonidine

An Evaluation on the Efficacy and Safety of Treatments for Attention Deficit Hyperactivity Disorder in Children and Adolescents: a Comparison of Multiple Treatments

Li, Ying; Gao, Jie; Shu, He; Zhang, Yan et al. · Molecular Neurobiology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Netzwerk-Metaanalyse zu Wirksamkeit und Sicherheit von ADHS-Medikamenten bei Kindern und Jugendlichen. Stimulanzien (MPH, AMP, LDX) am wirksamsten; Clonidin, Guanfacin und ATX als sinnvolle Alternativen.

  • · Netzwerk-Metaanalyse: Methylphenidat, Amphetamine und Lisdexamfetamin sind wirksamer als Placebo bei ADHS bei Kindern und Jugendlichen; Methylphenidat hat die beste Verträglichkeit.
  • · Clonidin ist weniger wirksam als Stimulanzien, aber wirksamer als Placebo, besonders adjuvant bei Tic-Störungen und Schlafproblemen.
  • · Atomoxetin und Guanfacin zeigen mittlere Wirksamkeit zwischen Stimulanzien und Placebo, mit günstigerem Nebenwirkungsprofil.
Andere ADHS 2016 atomoxetine

Atomoxetine, ADHD, and the ongoing debate about increased risk of suicidal behaviors: the understudied role of kappa opioid receptor agonism

Fluegge, K. · Expert Opinion on Drug Safety

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Beobachtungsstudie ADHS 2016 emotional dysregulation adhd adults serotonin

Auditory evoked potential could reflect emotional sensitivity and impulsivity

Kim, Ji Sun; Kim, Sungkean; Jung, Wookyoung; Im, Chang‐Hwan et al. · Scientific Reports

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Studie an 157 Gesunden: LDAEP als Serotonin-Biomarker korreliert mit Impulsivität, emotionaler Labilität und ADHS-Symptomscores. Niedrige Serotonin-Aktivität (hohe LDAEP) prädiziert ADHS-ähnliche Impulsivität.

  • · Niedrige LDAEP (Loudness Dependence of Auditory Evoked Potential) als Marker hoher serotoninerger Aktivität korreliert mit geringerer Impulsivität und emotionaler Labilität.
  • · Hohe LDAEP (niedrige Serotonin-Aktivität) korreliert mit erhöhter Impulsivität auf dem Barratt-Impulsivitäts-Skala und ADHS-Symptomen.
  • · LDAEP ist ein potentieller biologischer Marker für zentrale Serotonin-Aktivität, emotionale Sensitivität und Impulsivität bei n=157 Gesunden.
Review verwandt 2016 adhd executive function working memory

Cognitive Function as a Transdiagnostic Treatment Target in Stimulant Use Disorders.

Mehmet, Sofuoglu; DeVito Elise, E; Waters Andrew, J; Carroll Kathleen, M · Journal of dual diagnosis

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zur Kognition als transdiagnostischem Behandlungsziel bei Stimulanzmissbrauchsstörungen. Hohe ADHS-Komorbidität bei Stimulanzmissbrauch; gemeinsame kognitive Interventionen könnten Dual-Diagnose adressieren.

  • · Kognitive Defizite (Exekutivfunktionen, Arbeitsgedächtnis, Aufmerksamkeit) sind transdiagnostische Behandlungsziele bei Stimulanzmissbrauchsstörungen mit ADHS-Komorbidität.
  • · Pharmakologische (MPH, Modafinil) und nicht-pharmakologische (kognitives Training, rTMS) Ansätze zur Kognitionsverbesserung bei Stimulanzmissbrauch werden untersucht.
  • · Bis zu 30% der Personen mit Stimulanzmissbrauchsstörung haben komorbides ADHS; gemeinsame kognitive Interventionen könnten beide Erkrankungen adressieren.
Beobachtungsstudie ADHS 2016 delay aversion temporal processing

Delay Aversion, Temporal Processing, and N-3 Fatty Acids Intake in Children With Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD)

Chang, Jane Pei‐Chen; Jingling, Li; Huang, Yating; Lu, YuQuan “Oliver” et al. · Clinical Psychological Science

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die Studie untersucht bei 21 unbehandelten ADHS-Kindern und 21 Kontrollkindern die Assoziation zwischen n-3 Fettsäuren-Aufnahme und neurokognitiven Funktionen. ADHS-Patienten zeigten signifikant höheren essentiellen Fettsäure-Mangel und stärkere Verzögerungsaversion sowie schlechtere temporale Verarbeitung. EFA-Mangel wird als potenzieller biologischer Mechanismus für erhöhte Verzögerungsaversion und ADHS-Symptome identifiziert.

  • · Kinder mit ADHS zeigen signifikant höhere Symptome von essentiellen Fettsäure-Mangel (EFA-Mangel) im Vergleich zu Kontrollgruppen (p = .02).
  • · ADHS-Patienten weisen schlechtere Leistungen bei der Erfassung von Verzögerungsaversion auf (p = .02), gemessen mit der Delayed Reaction Time Task.
  • · Temporale Verarbeitung ist bei Kindern mit ADHS signifikant beeinträchtigt (p < .001), erfasst durch Finger Tapping Task.
  • · ADHS-Symptome korrelieren negativ mit n-3 Fettsäure-Aufnahme und positiv mit EFA-Mangel-Schweregrad.
  • · EFA-Mangel ist positiv assoziiert mit höherer Verzögerungsaversion (p < .001).
Review verwandt 2016 norepinephrine serotonin locus coeruleus

Developing the catecholamines hypothesis for the acute exercise-cognition interaction in humans: Lessons from animal studies.

Terry, McMorris · Physiology & behavior

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zur Katecholamin-Hypothese der Bewegung-Kognitions-Interaktion. Tiermodell zeigt: moderate Bewegung → LC-Aktivierung → NE/DA-Erhöhung in PFC/Hippocampus → Kognitionsverbesserung. Erklärt neurobiologischen Mechanismus von Bewegungsinterventionen bei ADHS.

  • · Moderate körperliche Aktivität aktiviert den Locus Coeruleus via Stretch-Reflexe und Barorezeptoren, erhöht NE- und Dopaminkonzentrationen im Gehirn.
  • · Die kognitionsfördernden Effekte von Bewegung werden primär durch Katecholamine (DA, NE) in PFC und Hippocampus mediiert.
  • · BDNF und Cortisol interagieren mit Katecholaminen bei der bewegungsinduzierten Kognitionsverbesserung; optimale Intensität ist moderat, nicht maximal.
RCT ADHS 2016 adhd adhd inattentive methylphenidate

Differential effects of methylphenidate and atomoxetine on intrinsic brain activity in children with attention deficit hyperactivity disorder

Zhang, Liyang; Deng, Wei; Li, Xiaojing; Shen, Hua et al. · Psychological Medicine

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Randomisierte 12-Wochen-fMRI-Studie (n=46, medikationsnaive ADHS-Kinder): MPH und ATX zeigen differentielle Effekte auf Ruhezustands-Hirnaktivität. MPH wirkt primär auf frontoparietale Netzwerke, ATX auf DMN.

  • · Methylphenidat und Atomoxetin haben unterschiedliche Effekte auf intrinsische Hirnaktivität (fALFF, ReHo) bei ADHS-Kindern: MPH normalisiert frontoparietale Aktivität, ATX verändert primär DMN.
  • · Atomoxetin reduziert DMN-Überaktivität bei ADHS-Kindern stärker als Methylphenidat, was unterschiedliche Angriffspunkte der Medikamente belegt.
  • · Hirnaktivitätsveränderungen unter MPH und ATX korrelieren mit Symptomverbesserungen, was als neurobiologische Validerung beider Behandlungen gilt.
Beobachtungsstudie verwandt 2016 lisdexamfetamine

Dopamine and Opioid Neurotransmission in Behavioral Addictions: A Comparative PET Study in Pathological Gambling and Binge Eating

Majuri, Joonas; Joutsa, Juho; Johansson, Jarkko; Voon, Valerie et al. · Neuropsychopharmacology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

PET-Vergleichsstudie (15 PG, 7 BED, 17 Kontrollen): Verhaltenssucht-Phänotypen zeigen unterschiedliche DA/Opioid-Muster. BED-spezifisches Striatum-Dopamindefizit analog zu ADHS erklärt LDX-Wirksamkeit.

  • · Pathologisches Glücksspiel (PG) und Binge-Eating-Störung (BED) zeigen unterschiedliche Dopamin- und Opioid-PET-Muster, trotz klinischer Ähnlichkeit.
  • · BED zeigt stärkere Striatum-Dopamindefizienz als PG, während Opioid-Bindung beider Störungen vergleichbar ist.
  • · Das Dopamindefizit-Muster bei BED ähnelt ADHS-Befunden, was neurobiologische Grundlagen der LDX-Wirksamkeit bei BED erklären könnte.
Beobachtungsstudie verwandt 2016 dopamine

Dopamine D2 receptor availability is linked to hippocampal–caudate functional connectivity and episodic memory

Nyberg, L.; Karalija, Nina; Salami, Alireza; Andersson, M. et al. · Proceedings of the National Academy of Sciences

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

PET/MRI-Studie (n=181, Alter 64–68): Caudate-D2R-Verfügbarkeit korreliert mit episodischem Gedächtnis via hippocampal-caudate Konnektivität. Belegt D1/D2-Dissoziation in kognitiver Dopaminwirkung.

  • · D2-Rezeptor-Verfügbarkeit im Caudate (PET, [11C]Racloprid) korreliert positiv mit episodischem Gedächtnis und hippocampal-caudater funktioneller Konnektivität bei 181 Älteren.
  • · D2R im Striatum ist spezifisch mit Hippocampus-gestützten Gedächtnisfunktionen verknüpft, während D1R eher PFC-Funktionen unterstützt.
  • · Die hippocampal-caudate Konnektivität mediiert den Zusammenhang zwischen D2R-Verfügbarkeit und episodischem Gedächtnis.
Andere ADHS 2016 dopaminergic pathways locus coeruleus

Dopamine release from the locus coeruleus to the dorsal hippocampus promotes spatial learning and memory

Kempadoo, Kimberly A.; Mosharov, Eugene V.; Choi, Se Joon; Sulzer, David et al. · Proceedings of the National Academy of Sciences

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

PNAS-Studie (Optogenetik/Biochemie/Verhalten): LC-Neuronen sind primäre Dopaminquelle für dorsalen Hippocampus – widerlegt VTA-Dominanz. LC-DA-Aktivierung verbessert räumliches Lernen.

  • · Dopaminerge Axone im dorsalen Hippocampus stammen primär aus Locus-Coeruleus-Neuronen, nicht aus der VTA – entgegen bisheriger Annahmen.
  • · Optogenetische LC-DA-Aktivierung erhöht hippocampale Dopaminfreisetzung und verbessert räumliches Lernen und Gedächtnis bei Mäusen.
  • · Der LC-hippocampale Dopaminpfad ist relevant für psychiatrische Störungen (inkl. ADHS) die mit hippocampalen Dopamindefiziten assoziiert sind.
Review verwandt 2016 amygdala

Fear Memory.

Ivan, Izquierdo; Furini Cristiane R, G; Myskiw Jociane, C · Physiological reviews

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Umfassender Physiological Reviews-Artikel zu Angstgedächtnisbildung, -konsolidierung und -löschung. Beschreibt neuronale Substrate (Hippocampus, Amygdala, PFC) und molekulare Mechanismen.

  • · Angstgedächtnis wird in Hippocampus (kontextuell), basolateraler Amygdala (inhibitorische Vermeidung) und lateraler Amygdala (Ton-Konditionierung) gebildet.
  • · Extinktionslernen erfordert vmPFC und basales Amygdala; Reaktivierung von Angstgedächtnis involviert PRE-Limbus (infralimbischer PFC) und Amygdala.
  • · Dopamin und Noradrenalin modulieren Amygdala-Konsolidierungsprozesse; das Verstehen dieser Mechanismen ist relevant für Angststörungstherapien.
Beobachtungsstudie ADHS 2016 adhd combined

Global and local grey matter reductions in boys with ADHD combined type and ADHD inattentive type.

Vilgis, Veronika; Sun, Li; Chen, Jian; Silk, T. et al. · Psychiatry research. Neuroimaging

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Voxelbasierte Morphometrie bei 79 Jungen mit ADHS-C, ADHS-I und Kontrollen. Globale Grauvolumenreduktionen bei beiden Subtypen; Caudate-Reduktion spezifisch für ADHS-C. Bestätigt frontostriatale Strukturveränderungen.

  • · ADHS-C und ADHS-I Jungen (n=79, 8–17 J.) zeigen globale Grauvolumenreduktionen, die sich in klinischen Subtypen nicht signifikant unterscheiden.
  • · Caudate-Nucleus-Volumen ist bei ADHS-C signifikant reduziert im Vergleich zu typisch entwickelnden Jungen.
  • · Lokale Grauvolumenveränderungen bei ADHS betreffen vorwiegend frontostriatale Regionen und sind subtyp-abhängig.
Beobachtungsstudie ADHS 2016 adhd adults

Go/No Go task performance predicts cortical thickness in the caudal inferior frontal gyrus in young adults with and without ADHD

Newman, Erik; Jernigan, Terry L.; Lisdahl, K.; Tapert, S. et al. · Brain Imaging and Behavior

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Studie mit 114 jungen Erwachsenen (mit/ohne ADHS-Kindheitsdiagnose): Go/No-Go-Leistung sagt cIFG-kortikale Dicke vorher. Belegt strukturelle Basis von Reaktionshemmungsdefiziten bei ADHS.

  • · Go/No-Go-Leistung (Reaktionshemmung) korreliert mit kortikaler Dicke des kaudalen inferioren Frontalkortex (cIFG) bei jungen Erwachsenen mit und ohne ADHS (n=114).
  • · ADHS-Erwachsene zeigen geringere cIFG-Dicke und schlechtere Reaktionshemmungsleistung als Kontrollen, was strukturell-funktionale Kopplung belegt.
  • · cIFG-Dicke ist ein struktureller Biomarker für Reaktionshemmungskapazität, relevant für ADHS-Diagnose und Behandlungsevaluation.
Beobachtungsstudie ADHS 2016 guanfacine

Guanfacine Use in Children With Down Syndrome and Comorbid Attention-Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD) With Disruptive Behaviors

Capone, George T.; Brecher, Liza; Bay, Mihee · Journal of Child Neurology

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die Studie untersuchte die Wirksamkeit von Guanfacin bei 23 Kindern mit Down-Syndrom und komorbider ADHS mit disruptiven Verhaltensweisen. Guanfacin führte zu signifikanten Reduktionen in Hyperaktivität und Reizbarkeit (je 25%) mit großen bis moderaten Effektgrößen und guter Verträglichkeit. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Guanfacin eine wirksame und sichere Behandlungsoption für diese spezialisierte Population darstellt.

  • · Bei 23 Kindern mit Down-Syndrom und komorbider ADHS führte Guanfacin zu einer signifikanten Reduktion der Hyperaktivität um 25% (p < 0,0001) und der Reizbarkeit um 25% (p < 0,0001) gemessen mit der Aberrant Behavior Checklist.
  • · Die Effektgröße für Hyperaktivität und Composite-Score war groß, während die Effektgröße für Reizbarkeit moderat ausfiel.
  • · Das Medikament wurde allgemein gut vertragen mit niedriger Inzidenz behandlungsemergenzer Nebenwirkungen.
  • · Klinisch relevante Zielverhalten wurden durch Guanfacin-Behandlung reduziert.
  • · Die Studie umfasste Kinder mit Down-Syndrom im Alter von 4–12 Jahren (Durchschnitt 7,4 ± 4,1 Jahre), die DSM-IV-Kriterien für ADHS erfüllten.
Andere ADHS 2016 guanfacine

Is adjunctive pharmacotherapy in attention-deficit/hyperactivity disorder cost-effective in Canada: a cost-effectiveness assessment of guanfacine extended-release as an adjunctive therapy to a long-acting stimulant for the treatment of ADHD

Lachaîne, Jean; Sikirica, Vanja; Mathurin, Karine · BMC Psychiatry

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Diese ökonomische Evaluationsstudie untersuchte die Kosteneffektivität von Guanfacine Extended-Release als adjunktive Therapie zu Langzeit-Stimulanzien bei ADHS-Patienten in Kanada. Die Ergebnisse demonstrieren, dass die kombinierte Therapie (GXR + Stimulanz) kostengünstiger ist als die alleinige Stimulanzienbehandlung bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS.

  • · Guanfacine Extended-Release (GXR) in Kombination mit Stimulanzien ist kostengünstiger als Stimulanzien allein bei der Behandlung von ADHS bei Kindern und Jugendlichen in Kanada.
  • · Die ökonomische Bewertung zeigt, dass die adjunktive Gabe von GXR zu einem Langzeit-Stimulanz eine kosteneffektive Therapieoption darstellt.
Andere verwandt 2016 basal ganglia

Learning Reward Uncertainty in the Basal Ganglia

Mikhael, John G.; Bogacz, R. · PLoS Computational Biology

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Computationales Modell der Basalganglien für Belohnungsunsicherheitslernen. D1/D2-Balance kodiert Belohnungserwartung und Unsicherheit; tonisches Dopamin reguliert Risikobereitschaft.

  • · Das RL-Modell der Basalganglien kann Belohnungsunsicherheit kodieren: D1-Neuronen kodieren positive Erwartungen, D2-Neuronen kodieren negative; ihre Differenz = erwartete Belohnung, Summe = Unsicherheit.
  • · Tonischer Dopaminspiegel kontrolliert Risikobereitschaft (höheres Dopamin = Risikosuche), was klinisch für ADHS-Hyperdopaminzustände relevant ist.
Review ADHS 2016 adhd amphetamines methylphenidate

Lisdexamfetamine: A Review in ADHD in Adults.

Frampton James, E · CNS drugs

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

CNS Drugs-Review zu Lisdexamfetamin bei erwachsener ADHS. EU-Zulassung, Wirksamkeitsbelege aus 3 RCTs, Sicherheitsprofil und vorläufige Langzeitdaten. LDX als Prodrug mit reduziertem Missbrauchspotenzial.

  • · Lisdexamfetamin (LDX) bei erwachsener ADHS verbessert in drei Kurzzeit-RCTs ADHS-Symptome, kognitive Funktionen und Lebensqualität signifikant gegenüber Placebo.
  • · LDX (Elvanse Adult, Tyvense Adult) ist in der EU für Erwachsene mit ADHS zugelassen (UK, Schweden, Dänemark); als Prodrug bietet es reduziertes Missbrauchspotenzial.
  • · LDX-Nebenwirkungsprofil bei Erwachsenen ähnelt anderen Stimulanzien: verminderter Appetit, Schlaflosigkeit, trockener Mund, erhöhter Blutdruck.
  • · Vorläufige Langzeitdaten (bis 12 Monate) zeigen anhaltende Wirksamkeit von LDX ohne signifikante Toleranzentwicklung.
Review ADHS 2016 noradrenergic system

Mechanism of action of guanfacine: a postsynaptic differential approach to the treatment of attention deficit hyperactivity disorder (adhd).

Álamo, C.; López-Muñoz, F.; Sánchez-García, J. · Actas espanolas de psiquiatria

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zum postsynaptischen Wirkmechanismus von Guanfacin am PFC: HCN-Kanal-Hemmung, cAMP-Reduktion, Stärkung pyramidaler Neuronensignale. Differenziert Guanfacin mechanistisch von anderen ADHS-Medikamenten.

  • · Guanfacin wirkt postsynaptisch an Alpha-2A-Adrenozeptoren des PFC und hemmt cAMP-Produktion sowie HCN-Kanäle, was die pyramidalen Neuronen-Signaleffizienz erhöht.
  • · Im Gegensatz zu Stimulanzien und Atomoxetin (präsynaptische Wirkung) hat Guanfacin einen einzigartigen postsynaptischen Wirkmechanismus am PFC.
  • · Guanfacin ER (von EMA zugelassen) verbessert Arbeitsgedächtnis, Aufmerksamkeit und Verhaltensregulation durch selektive PFC-Modulation ohne Stimulans-Eigenschaften.
Beobachtungsstudie ADHS 2016 adhd overview glutamate

Multivariate Imaging Genetics Study of MRI Gray Matter Volume and SNPs Reveals Biological Pathways Correlated with Brain Structural Differences in Attention Deficit Hyperactivity Disorder

Khadka, Sabin; Pearlson, Godfrey D.; Calhoun, Vince D.; Liu, Jingyu et al. · Frontiers in Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Multivariate Imaging-Genetics-Studie identifiziert biologische Pfade (dopaminerg, glutamaterg, GABAerg, Schlaf) korreliert mit MRI-Grauvolumenveränderungen bei ADHS. Erweitert ADHS-Neurobiologie über klassische Catecholamin-Hypothese hinaus.

  • · Multivariate Imaging-Genetics-Analyse identifiziert dopaminerge und glutamaterge/GABAerge Signalwege als biologische Pfade, die mit MRI-Grauvolumenveränderungen bei ADHS korrelieren.
  • · Schlafstörungsrelevante genetische Pfade zeigen gemeinsame Liabilität mit ADHS-assoziierten Hirnstrukturveränderungen.
  • · Glutamaterge und GABAerge Systeme sind neben dem klassischen Dopamin/NE-System bei ADHS-Strukturveränderungen beteiligt.
Andere verwandt 2016 dopaminergic pathways

Optogenetic activation of dopamine neurons in the ventral tegmental area induces reanimation from general anesthesia

Taylor, Norman E.; Dort, Christa J. Van; Kenny, Jonathan D.; Pei, JunZhu et al. · Proceedings of the National Academy of Sciences

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Tierexperiment (Mäuse, Optogenetik): VTA-DA-Aktivierung reicht aus, um Arousal aus Narkose zu induzieren; MPH und Dextroamphetamin wirken über diesen Mechanismus. Belegt Dopaminrolle bei Schlaf-Wach-Regulation.

  • · Optogenetische Aktivierung von VTA-Dopaminneuronen ist hinreichend, um Arousal aus Vollnarkose zu induzieren.
  • · Dopamin-Transporter-Inhibitoren (Dextroamphetamin, Methylphenidat) beschleunigen das Erwachen aus Narkose über VTA-DA-Aktivierung.
  • · VTA-Dopaminsystem reguliert nicht nur Belohnung und Kognition, sondern auch Schlaf-Wach-Regulation und Arousal.
Review ADHS 2016 adhd methylphenidate amphetamines

Psychopharmacology of Attention-Deficit Hyperactivity Disorder: Effects and Side Effects.

Javad, Golmirzaei; Hamidreza, Mahboobi; Maryam, Yazdanparast; Gohar, Mushtaq et al. · Current pharmaceutical design

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Pharmakologischer Review zu ADHS-Medikamenten: Wirkmechanismus, Wirksamkeit, Nebenwirkungen. Stimulanzien (MPH, Amphetamin) als Erstlinie; Atomoxetin und Bupropion als Alternativen. Sicherheitsaspekte für klinische Praxis.

  • · Stimulanzien (Methylphenidat, Amphetamine) sind Erstlinientherapie bei ADHS und wirken über Dopamin/NE-Freisetzung und DAT/NET-Inhibition.
  • · Häufige Nebenwirkungen von Stimulanzien: Appetitreduktion, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Blutdruckerhöhung; seltener kardiovaskuläre Ereignisse.
  • · Atomoxetin und Bupropion sind nicht-stimulante Alternativen mit NE-vermitteltem Wirkmechanismus und geringerem Missbrauchspotenzial.
  • · Langzeiteffekte von Stimulanzien auf Wachstum und Entwicklung sind gering und reversibel; kardiovaskuläres Risiko bei vorbestehenden Erkrankungen beachten.
Beobachtungsstudie verwandt 2016 noradrenergic system mind wandering

Pupillary correlates of lapses of sustained attention

Unsworth, Nash; Robison, Matthew K. · Cognitive Affective & Behavioral Neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Studie zu Pupillenkorrelaten von Aufmerksamkeitslücken. Pupillengröße spiegelt LC-NE-Zustand wider; verringerte Baseline-Pupillengröße prädiziert Aufmerksamkeitslücken, consistent mit LC-NE-Teorien der Arousal-Aufmerksamkeitsregulation.

  • · Pupillengröße (Baseline und phasische Reaktion) unterscheidet zuverlässig zwischen On-Task-Zuständen und verschiedenen Aufmerksamkeitslücken (Unaufmerksamkeit vs. Mind-Wandering).
  • · Verringerte prätrial Pupillengröße korreliert mit LC-NE-Hypoaktivität und erhöhter Aufmerksamkeitslückenrate, konsistent mit LC-NE-Theorien.
  • · Pupillometrie ist eine non-invasive Methode zur Messung von LC-NE-Aktivität und Aufmerksamkeitsfluktuationen.
RCT ADHS 2016 adhd noradrenergic system attention

Separating efficacy and sedative effects of guanfacine extended release in children and adolescents with ADHD from four randomized, controlled, phase 3 clinical trials

Huß, Michael; McBurnett, Keith; Cutler, Andrew J.; Hervás, Amaia et al. · European Psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Gepoolte Analyse von vier randomisierten kontrollierten Studien zu Guanfacin XR bei Kindern (6-12 J.) und Jugendlichen (13-17 J.) mit ADHS (N=1321 gesamt). GXR zeigt signifikante Wirksamkeit auf alle ADHS-Kernsymptome; Sedation ist vorübergehend und unabhängig vom Therapieerfolg.

  • · Guanfacin Extended Release (GXR) zeigte statistisch signifikante Reduktion des ADHS-RS-IV-Gesamtscores gegenüber Placebo in allen vier Studien.
  • · Sedative Nebenwirkungen traten vor allem in Woche 1 auf (13,9-18,7% GXR vs. 8,7% Placebo) und sanken bis Woche 8 auf Placeboniveau.
  • · Sedation und symptomatische Verbesserung sind distinkte, unabhängige Effekte von GXR (Effektgröße ohne Sedation: 0,49-0,67).
  • · GXR verbesserte signifikant sowohl ADHS-RS-IV Hyperaktivität/Impulsivität als auch Unaufmerksamkeit gegenüber Placebo.
  • · Responderrate (≥30% Reduktion ADHS-RS-IV) unter GXR: 66,7-72,2% vs. 42,6% unter Placebo bei Endpunkt.
Andere verwandt 2016 amygdala

Sex Differences in Context Fear Generalization and Recruitment of Hippocampus and Amygdala during Retrieval

Keiser, Ashley A.; Turnbull, Lacie M.; Darian, Mara A; Feldman, Dana E. et al. · Neuropsychopharmacology

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Tierexperiment zu Geschlechtsunterschieden in Kontextangst-Generalisierung. Weibchen zeigen stärkere Angstgeneralisierung; unterschiedliche hippocampal-amygdaläre Rekrutierung je nach Geschlecht.

  • · Weibliche Mäuse zeigen stärkere Kontextangst-Konditionierung und mehr Generalisierung als männliche; Kontextvorexposition reduziert Angstgeneralisierung geschlechtsspezifisch.
  • · Dorsaler Hippocampus und Amygdala werden bei kontextueller Angstverarbeitung geschlechtsspezifisch rekrutiert.
Review verwandt 2016 amygdala

Stress and Fear Extinction.

Stephen, Maren; Andrew, Holmes · Neuropsychopharmacology : official publication of the American College of Neuropsychopharmacology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zu Stress-Extinktions-Interaktionen. Stress beeinträchtigt Extinktionslernen über Amygdala-PFC-Hippocampus-Circuitry. Implikationen für PTSD-Therapie und Expositionsbehandlung.

  • · Stress beeinträchtigt Extinktionslernen durch strukturelle und funktionelle Veränderungen in Amygdala, PFC und Hippocampus.
  • · Amygdala-Hyperreaktivität durch Stress hemmt vmPFC-vermittelte Extinktionskontrolle und verstärkt Angstgedächtnisse.
  • · Stressinduzierte Extinktionsdefizite können zu Chronifizierung von PTSD und Angststörungen beitragen; neue Therapieansätze zielen auf Wiederherstellung der PFC-Amygdala-Balance.
Andere verwandt 2016 adhd overview

The Concept of Atypical Brain Development in Developmental Coordination Disorder (DCD)—a New Look

Dewey, Deborah; Bernier, François P. · Current Developmental Disorders Reports

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Review ADHS 2016 anterior cingulate cortex

Top-Down Dysregulation—From ADHD to Emotional Instability

Petrović, Predrag; Castellanos, F. Xavier · Frontiers in Behavioral Neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Theoretischer Review zu Top-Down-Dysregulation bei ADHS. Präsentiert Kontinuumsmodell von kognitiver bis emotionaler Dysregulation, das ADHS-Kernsymptome und emotionale Instabilität als gemeinsames Substrat (PFC-Limbisch-System) vereint.

  • · Top-Down-Dysregulation bei ADHS umfasst ein Kontinuum von 'kühlen' exekutiven Defiziten (kognitive Kontrolle) bis hin zu 'heißen' emotionalen Regulationsdefiziten.
  • · Emotionale Instabilität bei ADHS erklärt sich durch defizitäre präfrontale Kontrolle über limbische Reaktivität (Amygdala, ACC-Dysfunktion).
  • · Das Kontinuumsmodell der Top-Down-Dysregulation verbindet ADHS-Kernsymptome mit emotionaler Dysregulation in einem einheitlichen neurobiologischen Framework.
Beobachtungsstudie ADHS 2016 default mode network adhd adults mind wandering

Validation of the Mind Excessively Wandering Scale and the Relationship of Mind Wandering to Impairment in Adult ADHD

Mowlem, Florence D.; Skirrow, Caroline; Reid, Peter; Maltezos, Stefanos et al. · Journal of Attention Disorders

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Validierungsstudie der MEWS bei erwachsener ADHS. Exzessives Mind-Wandering ist häufiges ADHS-Merkmal mit spezifischen funktionellen Auswirkungen; MEWS hat klinisches Screening-Potenzial.

  • · Die Mind Excessively Wandering Scale (MEWS) wurde für erwachsene ADHS validiert; exzessives Mind-Wandering ist bei ADHS-Erwachsenen häufig und mit funktionellen Beeinträchtigungen assoziiert.
  • · Exzessives Mind-Wandering ist ein eigenständiges klinisches Merkmal von ADHS bei Erwachsenen, das über Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität hinausgeht.
Review ADHS 2015 amygdala

[Is emotional dysregulation a component of attention-deficit/hyperactivity disorder (ADHD)?].

Villemonteix, T; Purper-Ouakil, D; Romo, L · L'Encephale

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Französischsprachiger Review zur emotionalen Dysregulation als Kernmerkmal von ADHS. Unterscheidet ADHS-inhärente emotionale Labilität von ODD-Komorbiditätseffekten und diskutiert neurobiologische Substrate (Amygdala, PFC).

  • · Emotionale Dysregulation ist ein eigenständiges, klinisch bedeutsames Merkmal von ADHS, nicht nur eine sekundäre Folge von ODD-Komorbidität.
  • · Emotionale Labilität bei ADHS ist mit Amygdala-Hyperaktivität und verminderter PFC-vermittelter Emotionsregulation assoziiert.
  • · Stimulanzien verbessern neben Kernsymptomen auch emotionale Dysregulation bei ADHS-Kindern.
Review verwandt 2015 nucleus accumbens

[The role of the nucleus accumbens in psychiatric disorders].

Mavridis, I · Psychiatrike = Psychiatriki

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zur Rolle des Nucleus accumbens bei psychiatrischen Störungen. Beschreibt anatomische Subregionen (Core/Shell), Verbindungen und dopaminerge Neurotransmission als Substrat für Belohnung, Motivation und psychiatrische Erkrankungen.

  • · Der Nucleus accumbens ist funktional zentral zwischen Amygdala, Basalganglien, mesolimbischem Dopaminsystem, Thalamus und PFC – ein Integrationshub für Affekt und Kognition.
  • · NAc-Dysfunktion ist mit multiplen psychiatrischen Störungen assoziiert: Sucht, Depression, Schizophrenie und ADHS.
  • · Dopamin ist der wichtigste Neurotransmitter im NAc; Dopamindefizite im NAc erklären Motivations- und Belohnungsdefizite bei psychiatrischen Erkrankungen.
RCT ADHS 2015 guanfacine

A Randomized, Placebo-Controlled Trial of Guanfacine Extended Release in Adolescents With Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder

Wilens, Timothy E.; Robertson, Brigitte; Sikirica, Vanja; Harper, Linda et al. · Journal of the American Academy of Child & Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese randomisierte, placebokontrollierte Phase-3-Studie evaluierte die Sicherheit und Wirksamkeit von Guanfacin Extended Release bei 314 Adoleszenten (13–17 Jahre) mit ADHS über 13 Wochen. GXR führte zu signifikanten Verbesserungen der ADHS-Symptome gemessen an der ADHD-RS-IV im Vergleich zu Placebo und war gut verträglich, wobei sedierungsbezogene Ereignisse die häufigsten Nebenwirkungen waren.

  • · Guanfacin Extended Release (GXR) führte zu statistisch signifikanten Verbesserungen der ADHS-Symptome bei Adoleszenten (13–17 Jahre) mit ADHS-RS-IV Gesamtscore-Reduktion von −24,55 vs. −18,53 unter Placebo (Effektgröße 0,52; p <0,001).
  • · 46,5% der Studienteilnehmer benötigten zur optimalen Symptomkontrolle Dosen über der aktuell genehmigten maximalen Dosierungsgrenze von 4 mg (bis 7 mg täglich).
  • · GXR war gut verträglich; Nebenwirkungen waren überwiegend mild bis moderat, mit sedierungsbezogenen Ereignissen als häufigste unerwünschte Wirkungen.
  • · 50,6% der GXR-Gruppe zeigten signifikante Verbesserungen der CGI-S-Scores im Vergleich zu 36,1% der Placebo-Gruppe (p = 0,010).
  • · Es gab keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen GXR und Placebo in den Funktionsbeeinträchtigungsdomänen Lernen/Schule und Familie (WFIRS-P) in Woche 13.
Systematic Review ADHS 2015 reboxetine

A systematic review of reboxetine for treating patients with attention deficit hyperactivity disorder.

Ghanizadeh, Ahmad · Nordic journal of psychiatry

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Diese systematische Übersichtsarbeit bewertet die Evidenz zur Effizienz von Reboxetin bei der ADHS-Behandlung. Die Analyse zeigt, dass unkontrollierte und kontrollierte Studien vielversprechende Effekte bei einer Subgruppe von ADHS-Patienten ohne Komorbiditäten unterstützen, jedoch überwiegen unkontrollierte Studien deutlich. Die Autoren fordern mehr hochwertige randomisierte kontrollierte Studien, um definitive Aussagen treffen zu können.

  • · Reboxetin zeigt in unkontrollierten Studien und kontrollierten Versuchen einen vielversprechenden Effekt bei der Behandlung von ADHS, insbesondere bei Patienten ohne komorbide psychiatrische Störungen oder mentale Retardierung.
  • · Von 33 eingeschlossenen Studien waren nur drei randomisierte kontrollierte Studien; die überwiegende Mehrheit bestand aus unkontrollierten Studien wie Fallserien.
  • · Reboxetin wird von Patienten mit ADHS gut vertragen.
  • · Für eine sichere Schlussfolgerung zur Wirksamkeit von Reboxetin bei ADHS sind weitere kontrollierte Studien erforderlich.
Beobachtungsstudie ADHS 2015 modafinil

Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD) Symptoms in Pediatric Narcolepsy: A Cross-Sectional Study.

Lecendreux, Michel; Lavault, Sophie; Lopez, Régis; Inocente, Clara Odilia et al. · Sleep

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Querschnittsstudie an vier französischen Narkolepsie-Referenzzentren mit 108 Kindern unter 18 Jahren mit Narkolepsie (86 mit, 22 ohne Kataplexie) und 67 gesunden Kontrollen. ADHS-Symptome waren bei Narkolepsie-Patienten stark überrepräsentiert; Psychostimulanzien (v. a. Modafinil) verbesserten die ADHS-Symptome nicht signifikant.

  • · Klinisch bedeutsame ADHS-Symptome fanden sich bei 35,3% der Kinder mit Narkolepsie ohne Kataplexie und bei 19,7% mit Kataplexie, verglichen mit nur 4,8% der gesunden Kontrollen (p < 0,001 bzw. p < 0,01).
  • · ADHS-Gesamtscores waren in beiden Narkolepsie-Gruppen signifikant höher als bei Kontrollen (NwoC: 14,2 vs. 6,4 bei Kontrollen; NwC: 12,2).
  • · Sowohl Unaufmerksamkeits- als auch Hyperaktivitäts-/Impulsivitäts-Subscores waren in beiden Narkolepsie-Gruppen signifikant gegenüber Kontrollen erhöht.
  • · Die ADHS-Symptomstärke war mit erhöhter Schläfrigkeit, Fatigue und Insomnie assoziiert.
  • · Psychostimulanzien (v. a. Modafinil, 91% der Behandelten) reduzierten Narkolepsie-Symptome, aber nicht die ADHS-Symptome signifikant (behandelt n=73 vs. unbehandelt n=34).
Andere ADHS 2015 hippocampus

Caspase-3 deficiency results in disrupted synaptic homeostasis and impaired attention control.

Shih-Ching, Lo; Yuanyuan, Wang; Martin, Weber; Larson Jessica, L et al. · The Journal of neuroscience : the official journal of the Society for Neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Genetisches Mausmodell (Caspase-3-KO) zeigt selektive Aufmerksamkeitsdefizite ohne Lernbeeinträchtigungen. Identifiziert Caspase-3-vermittelte synaptische Homöostase als neuen Mechanismus für Aufmerksamkeitskontrolle.

  • · Caspase-3-Deletion bei Mäusen verursacht Aufmerksamkeitsdefizite (Ablenkbarkeit, Impulsivität, Verhaltensstarre) ohne Beeinträchtigung von Lernen und Gedächtnis.
  • · Caspase-3 hat eine neue nicht-apoptotische Rolle bei synaptischer Plastizität und ist für die Aufmerksamkeitskontrolle essenziell.
  • · Das Caspase-3-KO-Modell zeigt ADHS-ähnliche Aufmerksamkeitsdefizite, was Caspase-3-Signaling als potentiellen Mechanismus bei ADHS identifiziert.
Beobachtungsstudie ADHS 2015 adhd methylphenidate heart rate variability

Changes of Heart Rate Variability during Methylphenidate Treatment in Attention-Deficit Hyperactivity Disorder Children: A 12-Week Prospective Study

Chang, Luke Y.; Wang, Mei-Yung; Tsai, Ping-Shin · Journal of Child and Adolescent Psychopharmacology

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

12-Wochen-Prospektivstudie zu HRV-Veränderungen unter Methylphenidat bei ADHS-Kindern. Zeigt autonome kardiovaskuläre Effekte von MPH über HRV-Parameter.

  • · Methylphenidat-Behandlung bei ADHS-Kindern verändert Herzratenvariabilität (HRV)-Parameter (pNN50, rMSSD) im 12-Wochen-Verlauf.
  • · MPH beeinflusst autonome Herzfunktionen bei ADHS-Kindern, was kardiovaskuläres Monitoring während der Behandlung nahelegt.
Review ADHS 2015 noradrenergic system working memory

Clinical utility of guanfacine extended release in the treatment of ADHD in children and adolescents.

Bello Nicholas, T · Patient preference and adherence

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Klinischer Übersichtsartikel zur Guanfacin-XR-Therapie bei ADHS. Alpha-2A-selektiver Wirkmechanismus am PFC, FDA-Zulassung für 6–17 Jahre, adjuvant zu Stimulanzien nutzbar, gutes Sicherheitsprofil.

  • · Guanfacin XR ist als selektiver Alpha-2A-Adrenozeptor-Agonist bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS wirksam und FDA-zugelassen für 6–17 Jährige.
  • · Guanfacin XR verbessert durch postsynaptische PFC-Modulation Arbeitsgedächtnis, Aufmerksamkeit und Verhaltensregulation, unabhängig von der HPA-Achse.
  • · Das Nebenwirkungsprofil von Guanfacin XR umfasst hauptsächlich Sedierung und Blutdruckabfall, mit geringem Missbrauchspotenzial im Vergleich zu Stimulanzien.
  • · Guanfacin XR ist besonders geeignet als adjuvante Therapie zu Stimulanzien oder bei Kontraindikationen für Stimulanzien.
RCT ADHS 2015 adhd working memory attention

Cognitive computer training in children with attention deficit hyperactivity disorder (ADHD) versus no intervention: study protocol for a randomized controlled trial

Bikic, A.; Leckman, J.; Lindschou, J.; Christensen, T. et al. · Trials

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Studienprotokoll für RCT zu kognitiven Computertraining bei ADHS-Kindern. Hintergrund: kognitive Defizite bleiben trotz Pharmakotherapie oft bestehen; CCT als adjuvante Nicht-Pharmako-Intervention.

  • · Kognitives computergestütztes Training (CCT) zielt auf Arbeitsgedächtnis, Aufmerksamkeit und Exekutivfunktionen bei ADHS-Kindern, die trotz Pharmakotherapie kognitive Defizite aufweisen.
  • · Bis zu 30% der ADHS-Kinder sprechen nicht auf Pharmakotherapie an; kognitive Trainingsinterventionen sind daher klinisch wichtig.
Beobachtungsstudie ADHS 2015 default mode network adhd adults cerebellum

Disrupted functional connectivity of cerebellar default network areas in attention-deficit/hyperactivity disorder.

Aaron, Kucyi; Hove Michael, J; Joseph, Biederman; Van Dijk Koene R, A et al. · Human brain mapping

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Resting-state fMRI bei 23 Erwachsenen mit ADHS vs. 23 Kontrollen. Zerebellär-kortikale DMN-Konnektivitätsstörungen bei ADHS-Erwachsenen. Belegt Kleinhirnbeteiligung in ADHS-Netzwerkpathophysiologie.

  • · Erwachsene mit ADHS (n=23) zeigen gestörte funktionelle Konnektivität zerebellärer DMN-Areale (CerDMN) mit kortikalen Netzwerken im Vergleich zu Kontrollen (n=23).
  • · Das Kleinhirn ist als Teil des DMN in die ADHS-Pathophysiologie eingebunden; CerDMN-Konnektivitätsstörungen sind ADHS-spezifisch.
  • · Zerebellär-kortikale Netzwerkdysregulation bei ADHS erklärt zerebellär-vermittelte kognitive Defizite (Timing, motorische Kontrolle, Aufmerksamkeit).
Andere ADHS 2015 hippocampus

Dopamine and norepinephrine receptors participate in methylphenidate enhancement of in vivo hippocampal synaptic plasticity.

Daniel, Jenson; Kechun, Yang; Alexandra, Acevedo-Rodriguez; Amber, Levine et al. · Neuropharmacology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Tierexperimentelle Studie (Mäuse) zeigt, dass MPH hippocampale LTP über DA (D1/D5) und NE (Alpha-1) Rezeptoren verstärkt. Erklärt neurobiologischen Mechanismus, wie MPH Gedächtnis und Lernen verbessert – relevant für ADHS und Substanzmissbrauch.

  • · Methylphenidat (MPH) verbessert in vivo hippocampale synaptische Plastizität (LTP) bei Mäusen über Dopamin- und Noradrenalin-Rezeptoren.
  • · D1/D5-Dopaminrezeptoren und Alpha-1-Noradrenalin-Rezeptoren sind beide an der MPH-vermittelten LTP-Verstärkung im Hippocampus beteiligt.
  • · Die MPH-Wirkung auf hippocampale Plastizität bietet einen neurobiologischen Mechanismus für verbesserte Gedächtnis- und Lernleistungen bei ADHS-Behandlung.
Andere ADHS 2015 lisdexamfetamine

Effects of lisdexamfetamine alone and in combination with s‐citalopram on acetylcholine and histamine efflux in the rat pre‐frontal cortex and ventral hippocampus

Hutson, Peter H.; Heins, Mariette; Folgering, Joost H.A. · Journal of Neurochemistry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Tierstudie (Ratten) untersuchte die Effekte von LDX allein und in Kombination mit S-Citalopram auf Acetylcholin- und Histamin-Efflux im präfrontalen Kortex und ventralen Hippocampus. LDX erhöhte beide Neurotransmitter; S-Citalopram dämpfte den Histamin-Efflux hippocampal, nicht aber kortikal. Die Ergebnisse erweitern das Wirksamkeitsmodell von LDX über Katecholamine hinaus.

  • · Lisdexamfetamindimesylat (LDX) erhöhte den kortikalen Acetylcholin-Efflux im präfrontalen Kortex der Ratte; dieser Effekt wurde durch Ko-Administration von S-Citalopram nicht signifikant verändert.
  • · LDX erhöhte den Histamin-Efflux sowohl im präfrontalen Kortex als auch im ventralen Hippocampus markant.
  • · Die Ko-Administration von S-Citalopram dämpfte den LDX-induzierten Histamin-Efflux im Hippocampus, nicht jedoch im präfrontalen Kortex – ein regionsspezifischer Interaktionseffekt.
  • · Die Ergebnisse legen nahe, dass Acetylcholin und Histamin an den therapeutischen Effekten von LDX beteiligt sind, über den bekannten katecholaminergen Mechanismus hinaus.
  • · S-Citalopram beeinflusst die LDX-induzierten Neurotransmitter-Effekte differenziell je nach Hirnregion, was klinische Relevanz für ADHS-Patienten mit komorbiden affektiven Störungen haben könnte.
RCT ADHS 2015 working memory

Effects of physical activity on executive function and motor performance in children with ADHD.

Ziereis, Susanne; Jansen, Petra · Research in developmental disabilities

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

RCT mit 43 ADHS-Kindern (32 Jungen, 11 Mädchen): 8-wöchiges körperliches Aktivitätsprogramm verbessert Exekutivfunktionen und motorische Leistung signifikant. PA als nicht-pharmakologische Behandlungsoption für ADHS belegt.

  • · Körperliche Aktivität (PA) verbessert Exekutivfunktionen (Arbeitsgedächtnis, Inhibition) und motorische Leistung bei Kindern mit ADHS signifikant (n=43).
  • · PA-Intervention zeigte signifikante Verbesserungen in standardisierten Aufmerksamkeits- und Exekutivfunktionstests nach 8 Wochen.
  • · Motorische Defizite bei ADHS-Kindern sind durch strukturiertes PA-Programm verbesserbar, was PA als adjuvante Nicht-Pharmako-Intervention unterstützt.
Beobachtungsstudie ADHS 2015 emotional dysregulation

Emotional Impulsivity and Emotional and Behavioral Difficulties Among Children With ADHD: An Ecological Momentary Assessment Study.

Rosen Paul, J; Factor Perry, I · Journal of attention disorders

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

EMA-Studie mit 27 ADHS-Kindern (8–12 Jahre) über 28 Tage. Emotionale Impulsivität ist ein starker Prädiktor für emotionale und Verhaltensauffälligkeiten bei ADHS-Kindern und stellt ein eigenständiges klinisch relevantes Merkmal dar.

  • · Emotionale Impulsivität (plötzliche intensive Affektveränderungen) bei ADHS-Kindern ist ein starker Prädiktor für emotionale und Verhaltensauffälligkeiten, gemessen über 28 Tage per EMA.
  • · Höhere EMA-abgeleitete emotionale Impulsivität korreliert mit vermehrten emotionalen und Verhaltensproblemen über Eltern- und Kindreporter-Berichte hinweg.
  • · Emotionale Impulsivität ist bei Kindern mit ADHS ein eigenständiges klinisches Merkmal, das über klassische Kernsymptome (Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität) hinausgeht.
RCT ADHS 2015 lisdexamfetamine

Functional outcomes from a head-to-head, randomized, double-blind trial of lisdexamfetamine dimesylate and atomoxetine in children and adolescents with attention-deficit/hyperactivity disorder and an inadequate response to methylphenidate

Nagy, Péter; Häge, Alexander; Coghill, David; Caballero, Beatriz et al. · European Child & Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Randomisierter doppelblinder Head-to-Head-Vergleich von Lisdexamfetamin (LDX) und Atomoxetin (ATX) über 9 Wochen bei Kindern und Jugendlichen (6–17 Jahre) mit ADHS und unzureichendem Ansprechen auf Methylphenidat. Beide Substanzen verbesserten die funktionelle Beeinträchtigung (WFIRS-P), wobei LDX in zwei von sechs Domänen sowie im Gesamtscore signifikant wirksamer war.

  • · Lisdexamfetamin (LDX) und Atomoxetin (ATX) verbesserten bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS und unzureichendem Ansprechen auf Methylphenidat beide die funktionelle Beeinträchtigung (WFIRS-P Gesamtscore: LDX -0,35; ATX -0,27).
  • · LDX war gegenüber ATX statistisch signifikant wirksamer in den Bereichen Lernen und Schule (Effektgröße 0,43) sowie Soziale Aktivitäten (0,34) und im WFIRS-P Gesamtscore (0,27).
  • · Von 267 randomisierten Patienten im Alter von 6–17 Jahren schlossen 200 die 9-wöchige Studie ab (LDX n=99, ATX n=101).
  • · Beide Behandlungen verbesserten Scores in allen sechs WFIRS-P-Domänen vom Ausgangswert bis zum Studienende.
  • · Das Studiendesign war randomisiert, aktiv-kontrolliert, doppelblind und dosisoptimiert (Head-to-Head-Vergleich LDX vs. ATX).
Beobachtungsstudie verwandt 2015 nucleus accumbens

Inflammation is associated with decreased functional connectivity within corticostriatal reward circuitry in depression

Felger, Jennifer C.; Li, Z; Haroon, Ebrahim; Woolwine, Bobbi J. et al. · Molecular Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

fMRI-Studie (n=48 Depression): Entzündungsmarker (CRP) korrelieren mit verminderter kortikostriataler Belohnungskonnektivität. Bietet neurobiologischen Link zwischen Entzündung und Anhedonie/Motivationsdefiziten.

  • · Erhöhte Entzündungsmarker (CRP, Zytokine) bei Depression sind mit reduzierter funktioneller Konnektivität im kortikostriatalen Belohnungsnetzwerk assoziiert (fMRI, n=48).
  • · Entzündung reduziert Konnektivität zwischen ventralem Striatum und vmPFC/ACC in Ruhe, was Anhedonie und Motivationsdefizite neurobiologisch erklärt.
  • · Neuroinflammation als Pathomechanismus für Motivationsdefizite bei Depression könnte auch bei ADHS-Komorbiditäten relevant sein.
RCT verwandt 2015 medication amphetamine reward dopaminergic pathways

Lisdexamfetamine Dimesylate for Adults with Moderate to Severe Binge Eating Disorder: Results of Two Pivotal Phase 3 Randomized Controlled Trials

McElroy, Susan L.; Hudson, James I.; Ferreira‐Cornwell, M. Celeste; Radewonuk, Jana et al. · Neuropsychopharmacology

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Zwei doppelblinde RCTs (n=383+390) belegen LDX-Wirksamkeit bei moderater bis schwerer Binge-Eating-Störung. LDX ist erstes FDA-zugelassenes BED-Medikament; Wirksamkeit über multiple Endpunkte belegt.

  • · Lisdexamfetamin (LDX, 50 oder 70 mg/d) reduziert in zwei Phase-3-RCTs (n=383, n=390) Binge-Eating-Tage/Woche signifikant gegenüber Placebo (p<0,0001).
  • · LDX ist das erste FDA-zugelassene Medikament für moderate bis schwere Binge-Eating-Störung (BED) bei Erwachsenen.
  • · LDX verbesserte neben Binge-Eating-Frequenz auch sekundäre Endpunkte (klinischer Gesamteindruck, Zwangssymptome, Körpergewicht).
  • · Sicherheitsprofil von LDX bei BED: häufigste Nebenwirkungen sind Schlaflosigkeit, trockener Mund, verminderter Appetit – ähnlich wie bei ADHS-Indikation.
Review verwandt 2015 nucleus accumbens

Neuroimaging and neuromodulation approaches to study eating behavior and prevent and treat eating disorders and obesity.

Val-Laillet, D; Aarts, E; Weber, B; Ferrari, M et al. · NeuroImage. Clinical

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zu Neuroimaging und Neuromodulation bei Essverhalten und Essstörungen. Zeigt Gemeinsamkeiten von Essstörungen mit ADHS-Befunden (dopaminerge Dysfunktion, PFC-Hypoaktivität).

  • · Bei Adipositas und Essstörungen zeigen sich reduzierter basaler PFC/Striatum-Metabolismus und dopaminerge Alterationen, analog zu ADHS-Befunden.
  • · Erhöhte Belohnungsareale-Reaktivität auf Nahrungsreize sagt zukünftige Gewichtszunahme voraus und ist ein Biomarker für Essstörungsrisiko.
  • · Neuromodulation (tDCS, TMS) und tiefe Hirnstimulation werden als Behandlungsansätze für Binge-Eating und Adipositas untersucht.
Review verwandt 2015 noradrenergic system locus coeruleus glutamate

Norepinephrine ignites local hotspots of neuronal excitation: How arousal amplifies selectivity in perception and memory

Mather, Mara; Clewett, David; Sakaki, Michiko; Harley, Carolyn W. · Behavioral and Brain Sciences

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Theoretisches GANE-Modell (Behavioral and Brain Sciences): LC-NE-System interagiert mit lokalem Glutamat zur selektiven Verstärkung prioritärer Repräsentationen unter Arousal. Erklärt LC-NE-Mechanismus bei Aufmerksamkeitsselektion.

  • · Das GANE-Modell (Glutamat-Amplifies-Noradrenergic-Effects) erklärt, wie Arousal selektiv hochpriorisierte Repräsentationen verstärkt: lokale NE-Hotspots am Ort prioritärer Verarbeitungen.
  • · Locus Coeruleus (LC) generiert bei Arousal lokal erhöhte NE-Freisetzung an Orten hoher Glutamataktivität, was prioritäre Wahrnehmung und Gedächtnis selektiv amplifiziert.
  • · Das GANE-Modell erklärt, warum Noradrenalin-modulierende Medikamente (Guanfacin, Atomoxetin) selektiv kognitive Funktionen verbessern, ohne globale Aktivierung.
Andere verwandt 2015 amygdala

Prefrontal inputs to the amygdala instruct fear extinction memory formation

Bukalo, Olena; Pinard, Courtney R.; Silverstein, Shana; Brehm, Christina et al. · Science Advances

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Tierexperiment (optogenetische Stimulation) zeigt, dass vmPFC→Amygdala-Verbindung kausal für Extinktionsgedächtnisbildung ist. Stimulation fördert, Hemmung beeinträchtigt Angstlöschung.

  • · Selektive Stimulation des vmPFC-Amygdala-Pfads fördert Extinktionsgedächtnisbildung (nicht -abruf) und reduziert Amygdala-Aktivität.
  • · Hemmung des vmPFC-Amygdala-Pfads beeinträchtigt Extinktionsgedächtnisbildung in vivo, was die kausale Rolle dieser Verbindung belegt.
Meta-Analyse ADHS 2015 clonidine

The pharmacological management of oppositional behaviour, conduct problems, and aggression in children and adolescents with attention-deficit hyperactivity disorder, oppositional defiant disorder, and conduct disorder: a systematic review and meta-analysis. Part 1: psychostimulants, alpha-2 agonists, and atomoxetine.

Pringsheim, Tamara; Hirsch, Lauren; Gardner, David; Gorman, Daniel A · Canadian journal of psychiatry. Revue canadienne de psychiatrie

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieser systematische Review und Metaanalyse untersuchte die pharmakologische Behandlung von oppositionellem Verhalten, Verhaltensproblemen und Aggressivität bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS, ODD und CD. Psychostimulanzien zeigten hochqualitative Evidenz für einen moderaten bis großen Effekt; Atomoxetin und Guanfacin zeigten moderate bis hochqualitative Evidenz für kleinere Effekte; Clonidin nur sehr niedrigqualitative Evidenz. Insgesamt bieten Psychostimulanzien den größten Nutzen.

  • · Hochqualitative Evidenz belegt, dass Psychostimulanzien einen moderaten bis großen Effekt auf oppositionelles Verhalten, Verhaltensprobleme und Aggressivität bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS haben (mit oder ohne ODD/CD).
  • · Hochqualitative Evidenz zeigt, dass Atomoxetin einen kleinen Effekt auf oppositionelles Verhalten bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS hat (mit oder ohne ODD/CD).
  • · Moderatqualitative Evidenz zeigt, dass Guanfacin einen kleinen bis moderaten Effekt auf oppositionelles Verhalten bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS hat (mit oder ohne ODD).
  • · Sehr niedrigqualitative Evidenz deutet darauf hin, dass Clonidin einen kleinen Effekt auf oppositionelles Verhalten und Verhaltensprobleme bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS hat (mit oder ohne ODD/CD).
  • · In diesem systematischen Review und Metaanalyse wurden zwei Systematische Reviews und 20 randomisierte kontrollierte Studien eingeschlossen.
Andere verwandt 2015 dopamine

The Role of the Dopamine D5 Receptor and D1-D2 Receptor Heterooligomer Signalling in Rodent Prefrontal Cortex and Cognition

Yeung, D.

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar. Paper (2015) zur Rolle von Dopamin-D5-Rezeptor und D1-D2-Rezeptor-Heterooligomer-Signalgebung. Dopaminerge Rezeptorinteraktionen relevant für ADHS-Neurobiologie.

RCT ADHS 2015 atomoxetine adhd adults

Time-to-onset and -resolution of adverse events before/after atomoxetine discontinuation in adult patients with ADHD.

Himanshu, Upadhyaya; Yoko, Tanaka; Sarah, Lipsius; Kryzhanovskaya Ludmila, A et al. · Postgraduate medicine

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Analyse aus randomisierter Atomoxetin-Studie mit 524 Erwachsenen (40–100 mg/d). Charakterisiert Zeitverlauf von Nebenwirkungsbeginn und -auflösung. Gutes kardiovaskuläres Absetzsicherheitsprofil; sexuelle Dysfunktion am persistentesten.

  • · Häufige Atomoxetin-TEAEs (Übelkeit, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit) bei Erwachsenen haben Median-Onset in den ersten Wochen und lösen sich meist innerhalb von Wochen auf.
  • · Sexuelle Dysfunktion unter Atomoxetin ist die am langsamsten reversible Nebenwirkung und persistiert bei manchen Patienten nach Absetzen.
  • · Blutdruck und Herzfrequenz zeigen bei Atomoxetin-Absetzen keine signifikanten Rebound-Phänomene, was ein günstiges kardiovaskuläres Sicherheitsprofil beim Absetzen belegt.
Andere ADHS 2015 tricyclic antidepressants

Tricyclic antidepressants – third‐line treatment for attention deficit hyperactivity disorder in school‐aged children

Bell, Georgie; Efron, D. · Journal of Paediatrics and Child Health

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Review ADHS 2014 adhd dopaminergic pathways noradrenergic system

A review of the pathophysiology, etiology, and treatment of attention-deficit hyperactivity disorder (ADHD).

Sharma, Alok; Couture, Justin · The Annals of pharmacotherapy

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Umfassender Review zu Pathophysiologie, Ätiologie und Behandlung von ADHS. Beschreibt neurologische Grundlagen (dopaminerge/noradrenerge Dysfunktion), Diagnostikkriterien und pharmakologische Behandlungsoptionen (Stimulanzien und Nicht-Stimulanzien).

  • · ADHS ist eine neurobiologische Störung mit Dysfunktion im dopaminergen und noradrenergen System, primär im Frontallappen.
  • · Psychostimulanzien (Methylphenidat, Amphetamine) sind Erstlinientherapie und wirken über Hemmung von DAT/NET sowie Verstärkung von Dopamin/Noradrenalin-Signaling.
  • · Nicht-stimulante Optionen (Atomoxetin, Guanfacin, Clonidin) bieten Alternativen bei Non-Respondern oder Kontraindikationen für Stimulanzien.
  • · ADHS betrifft ca. 5% der Kinder und persistiert bei 60% ins Erwachsenenalter, wobei Diagnose- und Behandlungsraten in der Erwachsenenpopulation deutlich geringer sind.
Systematic Review ADHS 2014 adhd methylphenidate bupropion

A systematic review of randomized controlled trials of bupropion versus methylphenidate in the treatment of attention-deficit/hyperactivity disorder

Nasser, Ammar; Lieber, Izak; Sherif, Alia; Mohamed, Khaled · Neuropsychiatric Disease and Treatment

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Systematischer Review von 4 RCTs zum Vergleich Bupropion vs. Methylphenidat bei ADHS (Kinder, Jugendliche, Erwachsene). Keine signifikanten Unterschiede in Wirksamkeit oder Verträglichkeit; Bupropion ist Alternative zu MPH.

  • · Bupropion und Methylphenidat zeigen in 4 RCTs (n=146) vergleichbare ADHS-Symptomreduktion gemessen an standardisierten Rating-Skalen.
  • · Abbruchraten, Gesamtansprechen und unerwünschte Ereignisse unterscheiden sich nicht signifikant zwischen Bupropion und Methylphenidat.
  • · Bupropion stellt eine valide Alternative zu Methylphenidat bei ADHS dar, besonders bei Komorbiditäten wie Depression oder Sucht.
Beobachtungsstudie ADHS 2014 basal ganglia

Abnormal striatal BOLD responses to reward anticipation and reward delivery in ADHD.

Emi, Furukawa; Patricia, Bado; Gail, Tripp; Paulo, Mattos et al. · PloS one

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

fMRI-Studie mit klassischer Konditionierung bei 14 ADHS-Erwachsenen (stimulansfrei) vs. 15 Kontrollen. Abnormale striatale BOLD-Antworten: überschießende Antizipation, abgeschwächte Lieferungsreaktion. Unterstützt Hypothese defekten Dopamin-Transfers von Belohnungsergebnis zu prädiktiven Hinweisen.

  • · Junge Erwachsene mit erhöhten ADHS-Symptomen (n=14) zeigen während Belohnungsantizipation erhöhte striatale BOLD-Antworten gegenüber Kontrollen (n=15), aber abgeschwächte Antworten bei tatsächlicher Belohungslieferung.
  • · Gestörter Dopamin-Transfer von Belohnungslieferung zu belohnungsprädizierenden Hinweisreizen könnte ein zentraler Mechanismus von ADHS-Belohnungsdefiziten sein.
  • · Das Muster erhöhter Antizipations- aber verminderter Lieferungsantwort bei ADHS ist konsistent mit Hyposensitivität gegenüber tatsächlichen Belohnungsergebnissen.
Andere verwandt 2014 amygdala

Activation of ERK2 in basolateral amygdala underlies the promoting influence of stress on fear memory and anxiety: influence of midazolam pretreatment.

Maldonado, Noelia Martina; Espejo, Pablo Javier; Martijena, I. D.; Molina, V. · European neuropsychopharmacology : the journal of the European College of Neuropsychopharmacology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Tierexperiment zeigt, dass Stress ERK2 in der basolateralen Amygdala aktiviert und dadurch Angstgedächtnis und Angst-ähnliches Verhalten verstärkt. Midazolam blockiert diesen Mechanismus.

  • · Stress aktiviert ERK2 in der basolateralen Amygdala (BLA), was für die Stärkung von Angstgedächtnissen erforderlich ist.
  • · Midazolam-Vorbehandlung hemmt Stress-induzierte ERK2-Aktivierung in der BLA und reduziert Angstgedächtnis und ängstliches Verhalten.
  • · ERK1/2-Kaskade in der Amygdala ist ein kritischer Mechanismus für die Konsolidierung von Angstgedächtnissen unter Stressbedingungen.
Beobachtungsstudie ADHS 2014 adhd attention executive function

ADHD predominantly inattentive subtype with high sluggish cognitive tempo: a new clinical entity?

Connie, Capdevila-Brophy; Josep, Artigas-Pallarés; Blas, Navarro-Pastor José; Katy, García-Nonell et al. · Journal of attention disorders

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Neuropsychologischer Vergleich von ADHS-PI-Kindern mit hohem vs. niedrigem Sluggish Cognitive Tempo (SCT; n=87). SCT-Gruppe zeigt mehr internale Probleme, Angst und Executive-Function-Defizite aber weniger Aufmerksamkeitsprobleme. Mögliche neue klinische Entität.

  • · Kinder mit ADHS-unaufmerksamem Subtyp und hohem Sluggish Cognitive Tempo (SCT) zeigen mehr internale Probleme, Angst/Depression und soziale Rückzug als Kinder mit niedrigem SCT.
  • · Hoher SCT bei ADHS-PI ist mit besserer anhaltender Aufmerksamkeit aber mehr exekutiven Funktionsproblemen und schlechterem Arbeitsgedächtnis assoziiert.
  • · SCT-ADHS-PI könnte eine eigene klinische Entität darstellen, die sich neuropsychologisch von anderen ADHS-Subtypen unterscheidet.
Andere ADHS 2014 default mode network

ADHD-200 Patient Characterization and Classification using Resting State Networks: A Dissertation

Czerniak, Suzanne

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Beobachtungsstudie ADHS 2014 adhd combined

ADHD-Combined Type Volumetric MRI Differences in Treatment Naïve and Chronically Treated Adolescents With

Semrud‐Clikeman, M.; Pliszka, S.; Bledsoe, Jesse C.; Lancaster, J.

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar. Volumetrische MRT-Studie (2014) zu ADHS-kombinierter Typ bei behandlungsnaiven und chronisch behandelten Patienten. Relevant für strukturelle Gehirnunterschiede bei ADHS.

Andere ADHS 2014 noradrenergic system prefrontal cortex executive function

Alpha 2A adrenergic receptor agonist, guanfacine, attenuates cocaine-related impairments of inhibitory response control and working memory in animal models.

Terry Alvin, V; Callahan Patrick, M; Rosann, Schade; Kille Nancy, J et al. · Pharmacology, biochemistry, and behavior

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Tierexperimentelle Studie: Guanfacin hebt Kokain-induzierte Defizite in Reaktionshemmung und Arbeitsgedächtnis bei Ratten auf. α2A-adrenerge Mechanismus im PFC erklärt kognitive Schutzeffekte.

  • · Guanfacin hebt Kokain-induzierte Beeinträchtigungen der Reaktionshemmung (5C-SRTT) und des Arbeitsgedächtnisses bei Ratten auf.
  • · Der Mechanismus von Guanfacin bei PFC-vermittelten Funktionen erfolgt über α2A-Adrenozeptoren und verstärkt noradrenerge Signal-zu-Rausch-Modulation.
  • · α2A-Agonisten wie Guanfacin und Clonidin verbessern exekutive Funktionen bei PFC-Dysfunktion und könnten bei Substanzmissbrauchsstörungen und ADHS wirksam sein.
Andere verwandt 2014 basal ganglia serotonin

An extended reinforcement learning model of basal ganglia to understand the contributions of serotonin and dopamine in risk-based decision making, reward prediction, and punishment learning

Balasubramani, P.; Chakravarthy, V.; Ravindran, Balaraman; Moustafa, A. · Frontiers in Computational Neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Computationales Reinforcement-Learning-Modell der Basalganglien mit DA und 5HT. Formalisiert komplementäre Rollen: DA für Belohnung, 5HT für Risikoprädiktion. Erklärt diverse experimentelle Befunde zur 5HT-Funktion.

  • · Serotonin (5HT) und Dopamin haben komplementäre Rollen in den Basalganglien: Dopamin kodiert Belohnungsfehler (temporale Differenz), Serotonin moduliert Risikovorhersagefehler.
  • · Das Modell erklärt, warum 5HT-Erhöhung Risikovermeidung fördert, während Dopamin Belohnungssuche antreibt.
  • · Das erweiterte RL-Modell (DA + 5HT) passt besser zu empirischen Daten risikobasierter Entscheidungsfindung als DA-only-Modelle.
Beobachtungsstudie ADHS 2014 default mode network adhd adults

An independent components and functional connectivity analysis of resting state fMRI data points to neural network dysregulation in adult ADHD.

Elseline, Hoekzema; Susana, Carmona; Antoni, Ramos-Quiroga J; Vanesa, Richarte Fernández et al. · Human brain mapping

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

fMRI-Ruhezustands-Studie mit 22 medicationsnaiven Erwachsenen mit ADHS vs. 23 Kontrollen. ICA-Analyse zeigt DMN-Dysregulation bei ADHS-Erwachsenen mit erhöhter Kohärenz und veränderter Netzwerkkonnektivität.

  • · Erwachsene mit ADHS zeigen im Ruhezustand stärkere Kohärenz des linken dorsolateralen DMN sowie veränderte Konnektivität zwischen DMN und aufgabenpositivem Netzwerk.
  • · Unmedizierte Erwachsene mit ADHS (n=22) zeigen ICA-basierte Dysregulation des Default Mode Networks gegenüber Kontrollen (n=23).
  • · DMN-Dysregulation bei ADHS ist konsistent mit der Hypothese, dass mangelnde Deaktivierung des DMN während aufgabenbezogener Verarbeitung zu Unaufmerksamkeit beiträgt.
Beobachtungsstudie ADHS 2014 imipramine

Attention deficit and hyperactivity disorder: a therapeutic option.

Topczewski, Abram · Einstein (Sao Paulo, Brazil)

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Die Studie evaluierte eine Kombinationstherapie bestehend aus einem trizyklischen Antidepressivum und einem Anxiolytikum bei 140 ADHS-Patienten. Die Behandlung führte zu einer positiven Reaktion bei 71,43% der Patienten hinsichtlich Hyperaktivitätskontrolle und Aufmerksamkeitsverbesserung. Die Therapie wird als wirksame Alternative für Patienten vorgeschlagen, die nicht auf Psychostimulanzien ansprechen.

  • · Eine Kombinationsbehandlung aus einem trizyklischen Antidepressivum und einem Anxiolytikum zeigte positive Effekte bei 71,43% der 140 untersuchten ADHS-Patienten zur Kontrolle von Hyperaktivität und Verbesserung von Aufmerksamkeitsdefizit und Zerstreutheit.
  • · Die Therapie erwies sich als wirksame Alternative besonders für Patienten, die nicht auf Psychostimulanzien ansprechen.
  • · Alle Patienten wurden zunächst einer körperlichen, neurologischen und laborchemischen Untersuchung unterzogen, bevor die Kombinationsbehandlung eingeleitet wurde.
Review ADHS 2014 adhd dopaminergic pathways noradrenergic system

Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder

Bokor, Gyula; Anderson, Peter · Journal of Pharmacy Practice

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Umfassender klinisch-pharmakologischer ADHS-Review für Apotheker und Kliniker. Beschreibt Neurobiologie, Pharmakologie und Behandlungsalgorithmen inkl. Stimulanzien, Nicht-Stimulanzien und psychosozialen Interventionen.

  • · ADHS ist eine neurobiologische Störung mit verminderter Frontallappenaktivität und Dysfunktion dopaminerger und noradrenerger Systeme.
  • · Psychostimulanzien (Methylphenidat, Amphetamine) sind effektivste Erstlinientherapie; Nicht-Stimulanzien (Atomoxetin, Guanfacin) bei Kontraindikationen.
  • · Psychosoziale Interventionen (Verhaltenstherapie, Elterntraining) sind adjuvant zu Pharmakotherapie wirksam, besonders bei milden Formen.
  • · ADHS-Komorbiditäten (Angst, Depression, ODD, Lernschwächen) sind häufig und beeinflussen Behandlungswahl.
RCT ADHS 2014 bupropion

Bupropion in adults with Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder: a randomized, double-blind study.

Hamedi, Mehdi; Mohammdi, Mohammadreza; Ghaleiha, Ali; Keshavarzi, Zahra et al. · Acta medica Iranica

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie untersuchte die Wirksamkeit von Bupropion (150 mg/Tag) über 6 Wochen bei 42 erwachsenen ADHS-Patienten. Bupropion zeigte nach 6 Wochen eine signifikant stärkere Reduktion der ADHS-Symptome (gemessen mit CAARS) als Placebo. Die Autoren schließen, dass Bupropion eine wirksame Alternative zu Stimulanzien in der Behandlung von Erwachsenen mit ADHS darstellt.

  • · Bupropion (150 mg/Tag) war in einer 6-wöchigen doppelblinden, placebokontrollierten Studie signifikant wirksamer als Placebo bei der Behandlung von Erwachsenen mit ADHS, gemessen am CAARS-Score.
  • · Der mittlere CAARS-Score sank in beiden Gruppen (Bupropion und Placebo) über 6 Wochen; der Unterschied zwischen den Gruppen war nach 6 Wochen statistisch signifikant.
  • · 42 erwachsene Patienten mit DSM-IV-TR-Diagnose ADHS wurden randomisiert auf Bupropion (150 mg/Tag) oder Placebo aufgeteilt.
  • · Die Wirksamkeit von Methylphenidat bei Erwachsenen mit ADHS gilt laut Meta-Analysen als belegt; Bupropion wird als alternative Medikation für Patienten vorgeschlagen, bei denen Stimulanzien problematisch sind.
  • · Die Studie nutzte die Conners' Adult ADHD Rating Scales-Self-Report-Screening (CAARS) als primäres Outcome-Instrument zu Baseline sowie in Woche 3 und 6.
case_report verwandt 2014 bupropion sexual dysfunction dopaminergic pathways

Bupropion-Related Sexual Dysfunction and Possible Management in a Fresh Patient With Major Depressive Disorder

Lai, Chien-Han · The Journal of Neuropsychiatry and Clinical Neurosciences

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Fallbericht: Männlicher MDD-Patient entwickelt sexuelle Dysfunktion unter Bupropion 300 mg/d. Depression als Confounder ausgeschlossen. Sildenafil-Augmentation als Managementstrategie vorgeschlagen.

  • · Bupropion (300 mg/d) kann bei einem Patienten mit MDD sexuelle Funktionsstörungen (insbesondere Erektionsstörungen) verursachen, trotz günstiger ASEX-Baseline.
  • · Sildenafil-Augmentation wurde als Managementstrategie für Bupropion-induzierte sexuelle Dysfunktion vorgeschlagen.
Review verwandt 2014 hippocampus

Considering Cannabis: The Effects of Regular Cannabis Use on Neurocognition in Adolescents and Young Adults

Lisdahl, Krista M.; Wright, Natasha E.; Medina-Kirchner, Christopher; Maple, Kristin E. et al. · Current Addiction Reports

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zu neurokognitiven Effekten regelmäßigen Cannabiskonsums in der Adoleszenz. Hippocampus und frontale Kortex sind am stärksten betroffen; Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis zeigen signifikante Defizite.

  • · Regelmäßiger Cannabiskonsum (≥wöchentlich) in der Adoleszenz ist mit Defiziten in Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis, verbalem Lernen und Verarbeitungsgeschwindigkeit assoziiert.
  • · Strukturelle MRI-Studien zeigen bei regelmäßigen Cannabis-Konsumenten reduziertes Hippocampusvolumen und veränderte frontale kortikale Dicke.
  • · Adolescente sind vulnerabler für kognitive Cannabis-Effekte als Erwachsene, da die Hirnreifung noch im Gange ist.
Systematic Review verwandt 2014 hippocampus

Contemplative Education: A Systematic, Evidence-Based Review of the effect of Meditation Interventions in Schools

Waters, Lea; Barsky, Adam; Ridd, Amanda; Allen, Kelly‐Ann · Educational Psychology Review

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Systematisches Evidence-Review zu Schulmeditationsprogrammen (15 Studien, N=1797). Überwiegend kleine bis mittlere Effekte auf Wohlbefinden, soziale Kompetenz und Schulleistung. Transzendentale Meditation mit größter Effektstärke.

  • · 61% der berechneten Effektgrößen aus 15 Schulmeditationsprogrammen waren statistisch signifikant.
  • · 67% der Ergebnisse zeigten kleine, 24% mittlere und 9% große Effekte von Meditation auf Schüleroutcomes.
  • · Transzendentale Meditationsprogramme zeigten höheren Anteil signifikanter Effekte als Achtsamkeits-/andere Meditationsformen.
  • · Meditationseffekte auf Lernerfolg werden vermittelt durch verbesserte kognitive Funktion und emotionale Regulation.
Beobachtungsstudie ADHS 2014 venlafaxine

Correlates of incident bipolar disorder in children and adolescents diagnosed with attention-deficit/hyperactivity disorder.

Jerrell, Jeanette M; McIntyre, Roger S; Park, Yong-Moon Mark · The Journal of clinical psychiatry

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese retrospektive Kohortenstudie analysierte 22.797 Kinder und Jugendliche mit ADHS aus dem South-Carolina-Medicaid-Datensatz (1996–2006). 7 % entwickelten im Verlauf eine bipolare Störung; Risikofaktoren waren komorbide Störungen des Sozialverhaltens, Angststörungen und Substanzmissbrauch sowie vorherige Antidepressiva-Behandlung (insbesondere Venlafaxin, Sertralin und Bupropion). Die Kausalität zwischen Antidepressiva und bipolarer Störung bleibt unklar.

  • · In einer retrospektiven Kohortenstudie mit 22.797 Kindern und Jugendlichen mit ADHS-Diagnose entwickelten 7,0 % (n=1.604) im Verlauf eine bipolare Störung, im Durchschnitt mit 12,2 Jahren.
  • · Komorbide Störungen des Sozialverhaltens/Oppositionelles Trotzverhalten (aOR=4,01), Angststörungen (aOR=2,39) und Substanzmissbrauch (aOR=1,88) waren signifikant mit dem Auftreten einer bipolaren Störung assoziiert.
  • · Die Behandlung mit bestimmten Antidepressiva vor der ersten Manie-Diagnose war signifikant mit dem Auftreten einer bipolaren Störung assoziiert: Venlafaxin (aOR=2,37), Sertralin (aOR=2,29), Bupropion (aOR=2,22), Trazodon (aOR=2,15) und Fluoxetin (aOR=2,00).
  • · Längere Behandlungsdauer mit Methylphenidat, gemischten Amphetaminsalzen oder Atomoxetin war ebenfalls schwach positiv mit bipolarer Störungsentwicklung assoziiert (aOR=1,01 pro Zeiteinheit).
  • · Nicht-afroamerikanische Kinder hatten ein erhöhtes Risiko für eine bipolare Störungsdiagnose (aOR=1,61), was auf ethnisch unterschiedliche Diagnose- oder Erkrankungsmuster hinweist.
Review ADHS 2014 guanfacine

Diagnosis and management of ADHD in children.

Felt, Barbara T.; Biermann, Bernard; Christner, Jennifer G.; Kochhar, Param et al. · PubMed

Zusammenfassung & 7 Kernbefunde

Dieses Review behandelt Diagnose und Management von ADHS im Kindesalter und empfiehlt validierte Assessments aus mehreren Settings. Psychostimulanzien sind die wirksamste First-Line-Pharmakotherapie für ältere Kinder, während behavioral Interventionen besonders für Vorschulkinder wichtig sind. Guanfacin, Clonidin und Atomoxetin sind weniger wirksam als Psychostimulanzien und haben geringere Evidenz.

  • · ADHS ist die häufigste Verhaltensstörung im Kindesalter mit steigender Prävalenz. Die Diagnose sollte mithilfe validierter Assessmentinstrumente mit Beobachtern aus mehreren Settings (Zuhause, Schule, Gemeinde) erfolgen.
  • · Psychostimulanzien wie Methylphenidat und Dextroamphetamin sind am wirksamsten für die Behandlung der Kern-ADHS-Symptome und haben generell akzeptable Nebenwirkungsprofile.
  • · Guanfacin und Clonidin haben weniger Unterstützung durch Studien und sind weniger wirksam als Psychostimulanzien.
  • · Atomoxetin hat weniger unterstützende Studien und ist weniger wirksam als Psychostimulanzien.
  • · Behavioral Therapien sind für Vorschulkinder empfohlen und können in älteren Altersgruppen hilfreich sein. Effektive Ansätze sind Elterntraining, Klassenraummanagement und Peer-Interventionen.
Beobachtungsstudie ADHS 2014 atomoxetine

Drug treatment for attention-deficit/hyperactivity disorder and suicidal behaviour: register based study

Chen, Qi; Sjölander, Arvid; Runeson, Bo; D’Onofrio, Brian M. et al. · BMJ

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Schwedische registerbasierte Studie zum Suizidrisiko unter ADHS-Medikamenten. Kein erhöhtes Risiko durch ADHS-Medikamente; Stimulanzien zeigen tendenziell protektiven Effekt. Methodisch wichtig: Within-patient-Design zur Confounding-Kontrolle.

  • · ADHS-Medikamenten-Behandlung ist nicht mit erhöhtem Suizidrisiko assoziiert; im Gegenteil zeigen sich bei Stimulanzien tendenzielle protektive Effekte (registerbasierte Studie).
  • · Stimulierende Medikamente zeigen möglicherweise eine protektive Wirkung auf Suizidverhalten bei ADHS-Patienten, was die klinische Entscheidung pro Medikation unterstützt.
  • · Within-patient-Designs sind wichtig für pharmakoepidemologische Studien zu ADHS-Medikamenten und Suizidrisiko, um Confounding zu kontrollieren.
Andere verwandt 2014 venlafaxine

Effects of acute and chronic administration of venlafaxine and desipramine on extracellular monoamine levels in the mouse prefrontal cortex and striatum

Higashino, Kosuke; Ago, Yukio; Umehara, Masato; Kita, Yuki et al. · European Journal of Pharmacology

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Andere verwandt 2014 clonidine

Effects of clonidine and methylphenidate on motor activity in Fmr1 knockout mice

Wrenn, Craige C.; Heitzer, Andrew M.; Roth, Alexandra; Nawrocki, Lauren et al. · Neuroscience Letters

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

RCT ADHS 2014 adhd noradrenergic system attention

EPA-0666 – Long-term maintenance of efficacy of extended-release guanfacine hydrochloride (GXR) in children and adolescents with attention-deficit/hyperactivity disorder (ADHD): double-blind, placebo-controlled, multicentre, phase 3 randomized withdrawal study

Newcorn, Jeffrey H.; Harpin, Valerie; Huß, Michael; Johnson, Mats et al. · European Psychiatry

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Doppelblinde, placebo-kontrollierte randomisierte Withdrawal-Studie zu Guanfacin XR (GXR) bei Kindern/Jugendlichen (6-17 J.) mit ADHS. GXR zeigte langfristige Wirksamkeitserhaltung; Rückfallrate unter GXR signifikant niedriger als Placebo.

  • · GXR zeigte signifikant niedrigere Rückfallrate als Placebo (49,3% vs. 64,9%; p<0,01) in der 26-wöchigen Randomized-Withdrawal-Phase.
  • · Zeit bis zum Behandlungsversagen: 218 Tage (GXR) vs. 56 Tage (Placebo); p=0,003.
  • · Häufigste GXR-Nebenwirkungen in RWP: Kopfschmerzen, Somnolenz, Nasopharyngitis (≥5%).
  • · GXR demonstrierte langfristige Wirksamkeitserhaltung gegenüber Placebo bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS.
Review ADHS 2014 lisdexamfetamine

Expert recommendation: contributions to clinical practice of the new prodrug lisdexamfetamine dimesylate (LDX) in the treatment of attention deficit hyperactivity disorder (ADHD).

Ja, Alda; Soutullo, César A.; Ramos‐Quiroga, Josep Antoni; Quintero, Javier et al. · PubMed

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Dieses multidisziplinäre Expertendokument aus Spanien fasst die wissenschaftliche Evidenz zu Lisdexamfetamindimesylat (LDX) als neuem Prodrug für die ADHS-Behandlung zusammen. Es adressiert Lücken in der aktuellen Pharmakotherapie und soll Ärzten im klinischen Alltag als Orientierung dienen. Das Dokument ist von drei spanischen pädiatrischen Fachgesellschaften unterstützt.

  • · ADHS ist eine der häufigsten neurobiologischen Störungen im Kindesalter mit einer geschätzten Prävalenz von 5,29 % und kann alle Lebensbereiche negativ beeinflussen.
  • · Die wichtigsten klinischen Leitlinien empfehlen multimodales Treatment (pharmakologisch und psychologisch/verhaltenstherapeutisch) als beste Behandlungsstrategie bei ADHS.
  • · Lisdexamfetamindimesylat (LDX) ist ein neues Prodrug für die ADHS-Behandlung; dieses Expertendokument fasst die wissenschaftliche Evidenz zu LDX zusammen und adressiert bestehende Lücken in der aktuellen Pharmakotherapie.
  • · Das Dokument ist von spanischen pädiatrischen Fachgesellschaften (AEPap, SENEP, SEPEAP) als Expertenkonsens zur Anleitung von Ärzten im klinischen Alltag mit LDX unterstützt.
Beobachtungsstudie verwandt 2014 noradrenergic system locus coeruleus

Heterogeneous organization of the locus coeruleus projections to prefrontal and motor cortices

Chandler, Daniel J.; Gao, Wen‐Jun; Waterhouse, Barry D. · Proceedings of the National Academy of Sciences

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Tierexperimentelle Studie (Ratten) mit anatomischen, molekularen und elektrophysiologischen Methoden. Zeigt, dass der LC segregierte Noradrenalin-Subpopulationen enthält, die differenziell PFC vs. motorischen Kortex innervieren.

  • · Der Locus Coeruleus (LC) ist keine homogene Einheit, sondern besteht aus anatomisch und funktional getrennten Neuronenpopulationen, die selektiv PFC oder motorischen Kortex innervieren.
  • · LC-Neuronen, die zum PFC projizieren, unterscheiden sich biochemisch und elektrophysiologisch von jenen, die zum motorischen Kortex projizieren.
  • · Diese Heterogenität des LC-NE-Systems erklärt, warum Noradrenalin-modulierende Medikamente selektiv kognitive vs. motorische Funktionen beeinflussen können.
Review ADHS 2014 adhd inattentive

Imaging functional and structural brain connectomics in attention-deficit/hyperactivity disorder.

Miao, Cao; Ni, Shu; Qingjiu, Cao; Yufeng, Wang et al. · Molecular neurobiology

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Review zu funktionellen und strukturellen Brain-Connectomics bei ADHS. Zeigt Netzwerktopologie-Veränderungen (Small-World-Eigenschaften) und strukturelle Konnektivitätsänderungen in frontostriatalen und frontocerebellären Bahnen als ADHS-Charakteristika.

  • · ADHS ist mit Veränderungen in funktionellen und strukturellen Hirnverbindungen assoziiert, die großskalige Netzwerktopologie betreffen.
  • · Graph-theoretische Analysen von ADHS-Hirnnetzwerken zeigen veränderte Small-World-Eigenschaften: reduzierte Clusterbildung und veränderte Pfadlängen.
  • · Diffusions-MRI-Traktographie bei ADHS zeigt Veränderungen in frontostriatalen und frontocerebellären Verbindungen.
  • · Konnektomische Ansätze (kombiniert fMRI + DTI) bieten vielversprechende ADHS-Biomarker mit besserer Sensitivität als einzelne regionäre Maße.
Beobachtungsstudie ADHS 2014 adhd inattentive adhd combined

Long-Term Stimulant Medication Treatment of Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder

Barbaresi, William J.; Katusic, Slavica K.; Colligan, Robert C.; Weaver, Amy L. et al. · Journal of Developmental & Behavioral Pediatrics

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Retrospektive Kohortenstudie (Geburtskohorte 1976–1982, Rochester MN) zu Langzeit-Stimulanzienbehandlung von 379 ADHS-Kindern. Beschreibt reale Behandlungsmuster über ~17 Jahre: Beginn, Dauer, Geschlechts- und Subtypunterschiede.

  • · 77,8% von 379 Kindern mit ADHS-Diagnose wurden im Langzeitverlauf (Median 33,8 Monate) mit Stimulanzien behandelt.
  • · Jungen hatten eine 1,8-fach höhere Wahrscheinlichkeit für Stimulanzienbehandlung als Mädchen; Behandlungsbeginn im Median mit 9,8 Jahren.
  • · Nebeneffekte entwickelten sich bei mindestens einer Episode bei einem bedeutsamen Teil der Kinder; kombinierter ADHS-Subtyp hatte längere Behandlungsdauer.
Review verwandt 2014 anterior cingulate cortex amygdala emotion regulation

Massage therapy research review.

Tiffany, Field · Complementary therapies in clinical practice

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zu moderater Druckmassage und positiven Effekten auf physiologische und psychologische Parameter (Cortisol, Vagustonus, Depression, Aufmerksamkeit). Mechanistische Daten aus EEG und fMRI.

  • · Moderate Druckmassage reduziert Depression, Angst und Herzfrequenz und verändert EEG-Muster in Richtung Entspannung.
  • · Moderate Druckmassage erhöht Vagusaktivität, senkt Cortisolspiegel und verbessert Aufmerksamkeit bei verschiedenen Populationen.
  • · fMRI-Daten zeigen, dass Massage Aktivierung in ACC und Amygdala verändert, was emotionale Verarbeitungsprozesse moduliert.
Review verwandt 2014 attention emotion regulation executive function

Potential self-regulatory mechanisms of yoga for psychological health

Gard, Tim; Noggle, Jessica J.; Park, Crystal L.; Vago, David R. et al. · Frontiers in Human Neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Theoretisches Framework für Yoga als Selbstregulationsintervention. Beschreibt Bottom-Up/Top-Down-Mechanismen, neuronale Substrate (DMN, PFC, ACC) und kognitive Effekte. Stellt Yoga als Systems-basierte Intervention mit Implikationen für psychiatrische Erkrankungen dar.

  • · Yoga trainiert Bottom-Up (Interozeption, Körperwahrnehmung) und Top-Down (kognitive Kontrolle, PFC) Selbstregulationsmechanismen synergistisch.
  • · Regelmäßige Yogapraxis reduziert Default Mode Network-Aktivität und stärkt PFC/ACC-vermittelte Aufmerksamkeitskontrolle.
  • · Yoga verbessert Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis, Emotionsregulation und reduziert stressbedingte physiologische Reaktionen.
Review verwandt 2014 dopaminergic pathways

Reward and aversion in a heterogeneous midbrain dopamine system.

Stephan, Lammel; Kook, Lim Byung; Malenka Robert, C · Neuropharmacology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zu heterogenen VTA-Dopaminsubpopulationen und ihren differenziellen Rollen bei Belohnung vs. Aversion. Zeigt, dass das mesolimbische Dopaminsystem keine homogene Einheit ist, sondern funktional getrennte Schaltkreise mit unterschiedlichen Motivationssignaturen enthält.

  • · Das VTA ist eine heterogene Hirnstruktur mit funktional und anatomisch unterschiedlichen Dopamin-Subpopulationen, die sowohl Belohnungs- als auch Aversions-Signale vermitteln.
  • · Verschiedene VTA-Dopamin-Neuronenpopulationen projizieren zu unterschiedlichen Zielgebieten und kodieren selektiv für Belohnung oder Aversion, was frühere monolithische Dopamin-Theorien widerlegt.
  • · Stress und Drogenmissbrauch modulieren VTA-Dopaminsubpopulationen differenziell, was zur Komplexität von Sucht und Depression beiträgt.
Andere ADHS 2014 pemoline

Risk factors for incident major depressive disorder in children and adolescents with attention-deficit/hyperactivity disorder

Jerrell, Jeanette M.; McIntyre, Roger S.; Park, Yong‐Moon · European Child & Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Andere ADHS 2014 clonidine

Stimulation of postsynapse adrenergic α2A receptor improves attention/cognition performance in an animal model of attention deficit hyperactivity disorder

Kawaura, Kazuaki; Karasawa, Jun-ichi; Chaki, Shigeyuki; Hikichi, Hirohiko · Behavioural Brain Research

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Review verwandt 2014 default mode network

The entropic brain: a theory of conscious states informed by neuroimaging research with psychedelic drugs

Carhart‐Harris, Robin; Leech, Robert; Hellyer, Peter J.; Shanahan, Murray et al. · Frontiers in Human Neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Theoretisches Modell 'Entropic Brain Hypothesis': Erklärt verschiedene Bewusstseinszustände durch Entropie-Unterschiede in Hirnnetzwerken (v.a. DMN). Basiert auf Psilocybin-fMRI-Daten; postuliert, dass Psychedelika primäre Bewusstseinsmodi durch DMN-Desintegration erzeugen.

  • · Primäre Bewusstseinszustände (psychedelisch, Träumen, Psychose) zeigen erhöhte Entropie in funktionellen Hirnnetzwerken, insbesondere im DMN.
  • · Psilocybin reduziert die Integrität des DMN und erhöht Netzwerk-Entropie, was mit verändertem Bewusstsein assoziiert ist.
  • · Das normale Bewusstsein ist durch kritische Dynamik (maximale Komplexität bei minimaler Entropie) des DMN charakterisiert.
Beobachtungsstudie ADHS 2014 adhd overview

The NeuroIMAGE study: a prospective phenotypic, cognitive, genetic and MRI study in children with attention-deficit/hyperactivity disorder. Design and descriptives

Rhein, Daniel von; Mennes, Maarten; Ewijk, Hanneke van; Groenman, Annabeth P. et al. · European Child & Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Design-Paper der NeuroIMAGE-Studie: Prospektive Kohortenstudie zu ADHS mit 506 Diagnose-Trägern und Kontrollen. Follow-up des IMAGE-Projekts mit multidimensionalen Messungen (MRI, Neuropsychologie, Genetik, EEG) zum Verlauf von ADHS in der Adoleszenz.

  • · NeuroIMAGE ist eine prospektive Kohortenstudie mit 365 ADHS-Familien und 148 Kontrollgruppen-Familien zur Untersuchung von Verlauf, Genetik, Kognition und neurobiologischen Korrelaten von ADHS.
  • · Die Studie ist ein Follow-up des IMAGE-Projekts mit erweiterten Messungen (MRI, EEG, Neuropsychologie, Genetik) zum Verlauf von ADHS in der Adoleszenz.
Review ADHS 2014 adhd dopaminergic pathways noradrenergic system

The potential for misuse and abuse of medications in ADHD: a review.

Clemow David, B; Walker Daniel, J · Postgraduate medicine

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Narrativer Review zu Missbrauchspotenzial von ADHS-Medikamenten. Erklärt neurobiochemische Grundlagen des Missbrauchspotenzials (NAc-Dopamin), unterscheidet therapeutische Anwendung von nicht-medizinischem Gebrauch und diskutiert formulierungstechnische Risikominimierung.

  • · Regionale Dopaminerhöhungen im Nucleus accumbens (durch Stimulanzien) sind sowohl für ADHS-Wirksamkeit als auch für Missbrauchspotenzial verantwortlich.
  • · Nicht-medizinische Nutzung (NMU) von Stimulanzien betrifft Studenten und junge Erwachsene; Missbrauchsraten bei ADHS-Patienten unter therapeutischen Dosen sind gering.
  • · Lisdexamfetamin und retardierte Formulierungen reduzieren Missbrauchspotenzial durch verlangsamte Freisetzungskinetik gegenüber unmittelbaren Formulierungen.
  • · Nicht-stimulante Medikamente (Atomoxetin, α2-Agonisten) haben kein signifikantes Missbrauchspotenzial.
Systematic Review ADHS 2014 nortriptyline

Tricyclic antidepressants for attention deficit hyperactivity disorder (ADHD) in children and adolescents.

Otasowie, John; Castells, Xavier; Ehimare, Umonoibalo P; Smith, Clare H · The Cochrane database of systematic reviews

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Cochrane-Systematische Übersichtsarbeit evaluierte die Wirksamkeit trizyklischer Antidepressiva (TZA) zur Behandlung von ADHS bei Kindern und Jugendlichen basierend auf sechs randomisierten kontrollierten Studien mit 216 Teilnehmern. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Desipramin die ADHS-Kernsymptome kurzfristig verbessert, aber Sicherheitsbedenken bezüglich kardiovaskulärer Effekte bleiben bestehen. Die Gesamtevidenz ist niedrig bis sehr niedrig Qualität.

  • · Trizyklische Antidepressiva (TZA), insbesondere Desipramin, zeigten Überlegenheit gegenüber Placebo bei der Verbesserung der Kernsymptome von ADHS bei Kindern und Jugendlichen (OR 18,50, 95% CI 6,29–54,39).
  • · Nortriptylin war bei der Verbesserung der ADHS-Kernsymptome wirksam, wie von Klinikern bewertet (OR 7,88, 95% CI 1,10–56,12).
  • · Desipramin führte zu signifikant höheren Raten von Appetitunterdrückung im Vergleich zu Placebo, während Nortriptylin zu Gewichtszunahme führte.
  • · TZA wurden mit milden Erhöhungen des diastolischen Blutdrucks und der Pulsfrequenz assoziiert, was ein wichtiges klinisches Sicherheitsanliegen darstellt.
  • · Die Qualität der Evidenz war niedrig bis sehr niedrig nach GRADE-Bewertung; keiner der sechs eingeschlossenen RCTs war frei von Bias.
Review ADHS 2014 venlafaxine

Use of serotonin norepinephrine reuptake inhibitors in the treatment of attention-deficit hyperactivity disorder in pediatrics.

Park, Pauline; Caballero, Joshua; Omidian, Hossein · The Annals of pharmacotherapy

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieser Review analysiert die Datenlage zu SNRIs (Venlafaxin, Duloxetin) bei pädiatrischer ADHS. Fünf Studien zu Venlafaxin zeigen moderate Verbesserungen der ADHS-Symptome, während Duloxetin in der einzigen Studie nur minimale Wirksamkeit aufwies. Beide Substanzen werden als Second-Line-Optionen betrachtet, wobei die Datenbasis insgesamt begrenzt ist.

  • · Venlafaxin zeigte in 5 Studien (2–6 Wochen, Kinder 6–17 Jahre) Verbesserungen der ADHS-Symptome gemessen mit der Conners Rating Scale und der ADHD Rating Scale.
  • · Venlafaxin wurde in den Studien beginnend mit 12,5–25 mg/Tag auf 1,4–3,8 mg/kg/Tag bis zu einem Maximum von 150 mg/Tag titriert.
  • · Die häufigste Nebenwirkung unter Venlafaxin war Schläfrigkeit (Drowsiness).
  • · Duloxetin zeigte in der einzigen verfügbaren pädiatrischen Studie (60 mg/Tag, 6 Wochen) nur minimale Wirksamkeit bei ADHS-Symptomen.
  • · Die häufigste Nebenwirkung unter Duloxetin war Appetitminderung.
Beobachtungsstudie ADHS 2014 adhd combined

Volumetric MRI Differences in Treatment Naïve and Chronically Treated Adolescents With ADHD-Combined Type

Semrud‐Clikeman, M.; Pliszka, S.; Bledsoe, Jesse C.; Lancaster, J. · Journal of Attention Disorders

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

MRI-Volumenvergleich bei Adoleszenten mit ADHS-Kombinationstyp (n=29; behandelt n=16, unbehandelt n=13) und Kontrollen (n=16). ADHS-Gruppe zeigt größere frontale und präfrontale Volumina; kein Medikationseffekt auf Hirnvolumina nachweisbar.

  • · Adoleszente mit ADHS-Kombinationstyp (behandelt und unbehandelt) hatten größere frontale, präfrontale und Nucleus-caudatus-Volumina im Vergleich zu gesunden Kontrollen.
  • · Kein signifikanter Unterschied in Hirnvolumina zwischen stimulanzienbehandelten und nie-behandelten ADHS-Jugendlichen.
  • · Die Stimulanzienbehandlung hatte keinen klaren neuroprotektiven oder volumetrischen Normalisierungseffekt auf Hirnstrukturen.
Review ADHS 2013 adhd amphetamines dopaminergic pathways

Amphetamine, past and present--a pharmacological and clinical perspective.

Heal David, J; Smith Sharon, L; Jane, Gosden; Nutt David, J · Journal of psychopharmacology (Oxford, England)

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Umfassender Review zu Pharmakologie und klinischer Anwendung von Amphetaminen. Beschreibt Wirkmechanismus (DAT/NET/SERT-Inhibition + reverser Transport), klinische Indikationen (ADHS, Narkolepsie), historische Entwicklung und Fortschritte in Formulierungstechnologie (Lisdexamfetamin).

  • · Amphetamine wirken über multiple Mechanismen: Hemmung von Wiederaufnahmetransportern (DAT, NET, SERT) und Induktion reverser Transporterströme, was zu massiverDopamin- und Noradrenalin-Freisetzung führt.
  • · ADHS und Narkolepsie sind die einzigen evidenzbasierten klinischen Indikationen für Amphetamin-basierte Therapeutika; die Entwicklung von Once-Daily-Formulierungen verbessert Compliance und reduziert Missbrauchspotenzial.
  • · Lisdexamfetamin (LDX) ist eine Prodrug-Formulierung, die Amphetaminfreisetzung verlangsamt und damit Missbrauchspotenzial im Vergleich zu klassischen Formulierungen reduziert.
  • · Das Nutzen-Risiko-Verhältnis von Amphetaminen bei ADHS hängt stark von Formulierung, Dosierung und individuellen Patientencharakteristika ab.
Andere verwandt 2013 noradrenergic system adhd attention

Atomoxetine modulates spontaneous and sensory-evoked discharge of locus coeruleus noradrenergic neurons.

Bari, A; Aston-Jones, G · Neuropharmacology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Elektrophysiologische Tierstudie (Ratte) belegt, dass Atomoxetin tonische und phasische Aktivität des Locus coeruleus-NE-Systems modifiziert. LC ist ein wichtiger pharmakologischer Wirkmechanismus von ATM für kognitive Effekte bei ADHS, zusätzlich zum PFC.

  • · Atomoxetin erhöhte die tonische Feuerrate von Locus-Coeruleus-Neuronen und verstärkte phasische Antworten auf sensorische Stimuli.
  • · Der noradrenerge LC ist ein wichtiger Wirkort für kognitive Verbesserungen durch Atomoxetin, zusätzlich zum präfrontalen Kortex.
  • · Die Erhöhung des LC-Feuerns durch ATM stimuliert NE-Freisetzung in Kortex und Hippocampus und verbessert so kognitive Funktionen.
Andere verwandt 2013 other default mode network attention

BrainNet Viewer: A Network Visualization Tool for Human Brain Connectomics

Xia, Mingrui; Wang, Jinhui; He, Yong · PLoS ONE

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Methodenpapier: Beschreibung von BrainNet Viewer, einem MATLAB-GUI-Tool zur Visualisierung von Hirnnetzwerken für Konnektom-Studien. Unterstützt Knotenattribute, Kantengewichte und verschiedene Visualisierungsmodi.

  • · BrainNet Viewer ist ein MATLAB-basiertes Open-Source-Werkzeug zur Visualisierung menschlicher Hirnnetzwerke aus Konnektivitätsmatrizen und Knoteneigenschaften.
  • · Das Tool unterstützt Graph-theoretische Netzwerkvisualisierungen und ist für strukturelle und funktionelle Konnektivitätsdaten geeignet.
Review verwandt 2013 attention executive function working memory

Consensus statement on concussion in sport: the 4th International Conference on Concussion in Sport held in Zurich, November 2012

McCrory, Paul; Meeuwisse, Willem; Aubry, Mark; Cantu, Bob et al. · British Journal of Sports Medicine

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

4. Internationaler Konsensus-Statement zu Gehirnerschütterungen im Sport (Zürich 2012). Definiert Diagnose, Management und Return-to-Play-Protokolle. Betont neuropsychologische Bewertung kognitiver Funktionen.

  • · Erschütterung im Sport (Concussion) ist als komplexes pathophysiologisches Geschehen definiert, das vorwiegend durch biomechanische Kräfte ausgelöst wird und zu funktionellen (nicht strukturellen) Hirnveränderungen führt.
  • · Kognitive Funktion, Arbeitsgedächtnis und Aufmerksamkeit sind nach Concussion häufig beeinträchtigt und als Teil des Return-to-Play-Protokolls zu überwachen.
  • · Neuropsychologische Tests (inkl. Aufmerksamkeits- und Exekutivfunktionstests) sind Standardbestandteil der Concussion-Evaluation.
Review verwandt 2013 hippocampus

Dare to Delay? The Impacts of Adolescent Alcohol and Marijuana Use Onset on Cognition, Brain Structure, and Function

Lisdahl, Krista M.; Gilbart, Erika R.; Wright, Natasha E.; Shollenbarger, Skyler G. · Frontiers in Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zu Auswirkungen adoleszenten Alkohol- und Marihuanakonsums auf Kognition, Hirnstruktur und -funktion. Hippocampus und frontale Kortex sind besonders vulnerabel; früher Beginn verstärkt negative Effekte.

  • · Frühzeitiger Alkohol- und Marihuanakonsum in der Adoleszenz ist mit strukturellen Hippocampusveränderungen und Defiziten in verbalem Lernen und Gedächtnis assoziiert.
  • · Die Adoleszenz ist eine kritische sensitive Periode für substanzinduzierte Hirnschäden, da die Gehirnreifung noch im Gange ist.
  • · Früher Drogenbeginn (vor 15 Jahren) ist mit stärkeren kognitiven Defiziten und Hirnvolumenveränderungen verbunden als späteren Beginn.
Beobachtungsstudie ADHS 2013 adhd inattentive adhd combined cerebellum

Distinct neural signatures detected for ADHD subtypes after controlling for micro-movements in resting state functional connectivity MRI data

Fair, Damien A.; Nigg, Joel T.; Iyer, Swathi; Bathula, Deepti R. et al. · Frontiers in Systems Neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

ADHS-200-Konsortiumsstudie zu resting-state fMRI bei ADHS-Subtypen. Nach strengerer Bewegungskorrektur zeigen sich subtyp-spezifische Netzwerksignaturen mit Beteiligung von Kleinhirn und Insula. Methodisch wichtige Arbeit zu Bewegungsartefakten in ADHS-Bildgebungsstudien.

  • · ADHS-Subtypen zeigen distinkte fMRI-Konnektivitätsmuster im Ruhezustand nach Kontrolle für Mikrobewegungsartefakte, was subtyp-spezifische neurobiologische Signaturen belegt.
  • · Bewegungsartefakte (Mikrobewegungen) sind ein kritischer Confounder in resting-state fMRI-Studien bei hyperkinetischen Störungen wie ADHS.
  • · ADHS-200 Konsortialdaten zeigen heterogene Konnektivitätsmuster, die Kleinhirn und Insula als differenzierende Regionen zwischen ADHS-Subtypen identifizieren.
Andere verwandt 2013 nucleus accumbens

Dopamine neurons modulate neural encoding and expression of depression-related behaviour.

Tye Kay, M; Mirzabekov Julie, J; Warden Melissa, R; Ferenczi Emily, A et al. · Nature

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Nature-Studie mit Optogenetik zeigt kausale Rolle von VTA-Dopaminneuronen bei Depression und Motivation in Tiermodellen. Aktivierung hebt chronischen-Stress-induzierte Defizite auf; Hemmung erzeugt Anhedonie.

  • · Optogenetische Aktivierung von VTA-Dopaminneuronen kehrt depressions-ähnliches Verhalten bei chronisch gestressten Mäusen um.
  • · Hemmung von VTA-Dopaminneuronen bei nicht-gestressten Mäusen induziert depressions-ähnliche Phänotypen, was eine kausale Rolle dopaminerger Neuronen bei Motivation und Stimmung belegt.
  • · Das dopaminerge System zeigt heterogene Subpopulationen mit unterschiedlicher Funktion bei Belohnung und Depression.
Review verwandt 2013 default mode network

EEG Correlates of Self-Referential Processing

Knyazev, Gennady G. · Frontiers in Human Neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zu EEG-Korrelaten selbstreferenzieller Verarbeitung im Vergleich zu fMRI-Befunden. EEG-Frequenzbänder (Alpha, Theta) entsprechen DMN-Aktivität; simultanes EEG-fMRI erlaubt methodische Kreuzvalidierung.

  • · EEG-Studien zu selbstreferenziellem Processing zeigen Übereinstimmungen mit fMRI-Befunden zu Default Mode Network-Aktivität, besonders in medialen PFC und posteriorem cingulären Kortex.
  • · Alpha- und Theta-Bänder im EEG korrelieren mit selbstreferenzieller Verarbeitung und DMN-Aktivität, was EEG als kosteneffiziente DMN-Messmethode etabliert.
  • · Simultanes EEG-fMRI erlaubt Korrelationsanalysen zwischen Gehirnoszillationen und Ruhezustandsnetzwerken.
RCT verwandt 2013 working memory attention executive function

Effect of modafinil on cognitive functions in alcohol dependent patients: A randomized, placebo-controlled trial

Joos, Leen; Goudriaan, Anna E.; Schmaal, Lianne; Brink, Wim van den et al. · Journal of Psychopharmacology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Randomisiertes placebokontrolliertes Trial: Modafinil 300 mg/d bei 83 alkoholabhängigen Patienten (10 Wochen). Verbesserte verbale Kurzzeitgedächtnisleistung, aber negative Effekte auf Arbeitsgedächtnis-Score. Kognitive Modafinil-Effekte sind domänenspezifisch und inkonsistent.

  • · Modafinil (300 mg/d, 10 Wochen) verbessert verbales Kurzzeitgedächtnis (Vorwärtsziffernspanne) bei alkoholabhängigen Patienten signifikant gegenüber Placebo (p=0,030).
  • · Modafinil hat paradoxerweise negative Effekte auf den Arbeitsgedächtnisscore des Digit-Span-Tests (p=0,003), obwohl Subgruppenanalysen Heterogenität zeigen.
  • · Modafinil-Effekte auf kognitive Funktionen bei alkoholabhängigen Patienten sind inkonsistent und domänenspezifisch.
Andere ADHS 2013 reboxetine

Effects of serotonin–norepinephrine reuptake inhibitors on locomotion and prefrontal monoamine release in spontaneously hypertensive rats

Umehara, Masato; Ago, Yukio; Fujita, Kazumi; Hiramatsu, Naoki et al. · European Journal of Pharmacology

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese präklinische Studie untersuchte die Wirkungen von SNRIs auf Lokomotion und präfrontale Monoaminausschüttung im SHR-Tiermodell für ADHS. SNRIs wie Duloxetin, Venlafaxin und Milnacipran reduzierten die Hyperaktivität und erhöhten Norepinephrin- und Dopaminspiegel im präfrontalen Kortex, ähnlich wie Methylphenidat und Atomoxetin. Reine SSRIs hatten diesen Effekt nicht.

  • · Serotonin-Norepinephrin-Wiederaufnahmehemmer (SNRIs) wie Duloxetin, Venlafaxin und Milnacipran reduzierten die Hyperaktivität bei spontan hypertensiven Ratten (SHR), einem Tiermodell für ADHS.
  • · Atomoxetin, Methylphenidat und die SNRIs erhöhten die extrazellulären Norepinephrin- und Dopaminspiegel im präfrontalen Kortex der SHR-Ratten.
  • · Der selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer Citalopram reduzierte die Hyperaktivität in SHR nicht und beeinflusste die Norepinephrin- und Dopaminspiegel im präfrontalen Kortex nicht.
  • · Weder Duloxetin noch Venlafaxin erhöhten die Dopaminspiegel im Striatum, was eine selektivere Wirkung auf den präfrontalen Kortex nahelegt.
  • · Reboxetin und das trizyklische Antidepressivum Desipramin reduzierten ebenfalls die Hyperaktivität in SHR, was auf einen noradrenergen Wirkmechanismus hindeutet.
RCT ADHS 2013 lisdexamfetamine

Efficacy of lisdexamfetamine dimesylate throughout the day in children and adolescents with attention-deficit/hyperactivity disorder: results from a randomized, controlled trial

Coghill, David; Banaschewski, Tobias; Lecendreux, Michel; Zuddas, Alessandro et al. · European Child & Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese randomisierte, placebokontrollierte Studie untersuchte die Wirksamkeit von LDX über den gesamten Tagesverlauf bei 317 Kindern und Jugendlichen (6–17 Jahre) mit ADHS. Eine einzelne Morgendosis LDX zeigte signifikante und klinisch relevante Verbesserungen der ADHS-Symptome von morgens bis abends. Die Effektstärken waren bei LDX konsistent höher als bei OROS-Methylphenidat.

  • · LDX zeigte im Vergleich zu Placebo statistisch signifikante Verbesserungen der ADHS-Symptome zu allen drei Messzeitpunkten des Tages (10:00, 14:00 und 18:00 Uhr) mit Effektstärken von 1,30–1,42.
  • · OROS-Methylphenidat zeigte ebenfalls signifikante Verbesserungen gegenüber Placebo über den gesamten Tag mit Effektstärken von 0,92–1,04.
  • · Eine einzelne Morgendosis LDX (30, 50 oder 70 mg) hielt die Wirksamkeit bis mindestens 18:00 Uhr aufrecht, was eine durchgehende Tageskontrolle der Symptome belegt.
  • · Beide Wirkstoffe zeigten signifikante Verbesserungen in allen vier CPRS-R-Subskalen (ADHS-Index, Oppositionsverhalten, Hyperaktivität und Kognition) im Vergleich zu Placebo.
  • · Die Studie war nicht darauf ausgelegt, einen statistischen Vergleich zwischen LDX und OROS-MPH zu unterstützen; OROS-MPH diente nur als Referenzbehandlung.
Review ADHS 2013 adhd anterior cingulate cortex executive function

Error awareness and the insula: links to neurological and psychiatric diseases

Klein, Tilmann A.; Ullsperger, Markus; Danielmeier, Claudia · Frontiers in Human Neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zu Fehlerwahrnehmung (Error Awareness) und der Rolle der Insula. Unterscheidet zwischen unbewusster ACC-vermittelter Fehlererkennung und bewusster Insula-abhängiger Fehlerwahrnehmung. Klinische Implikationen für Erkrankungen mit Impulskontrolldefiziten diskutiert.

  • · Die Insula ist konsistent an der bewussten Fehlerwahrnehmung (Error Awareness) beteiligt und zeigt Verbindungen zu neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen.
  • · Fehlerüberwachung und -bewusstsein sind distinkte Prozesse: Fehler können neuronal erkannt werden (ACC-Aktivierung) ohne bewusste Wahrnehmung zu erreichen (Insula-abhängig).
  • · Bei psychiatrischen Erkrankungen mit Impulskontrolldefiziten (inkl. ADHS) sind Insula-vermittelte Fehlerwahrnehmungsprozesse typischerweise beeinträchtigt.
RCT ADHS 2013 lisdexamfetamine

European, randomized, phase 3 study of lisdexamfetamine dimesylate in children and adolescents with attention-deficit/hyperactivity disorder

Coghill, David; Banaschewski, Tobias; Lecendreux, Michel; Soutullo, César A. et al. · European Neuropsychopharmacology

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese europäische Phase-3-RCT untersuchte die Wirksamkeit und Sicherheit von Lisdexamfetamin (LDX) im Vergleich zu Placebo bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS, mit OROS-Methylphenidat als Referenzarm. LDX zeigte eine deutlich überlegene Symptomreduktion gegenüber Placebo (Effektstärke 1,80) und war gut verträglich. Die Studie bestätigt die Wirksamkeit von LDX in einer europäischen Patientenpopulation.

  • · LDX zeigte im Vergleich zu Placebo eine signifikante Reduktion des ADHS-RS-IV-Gesamtscores (Differenz: -18,6 Punkte; Effektstärke 1,80) bei Kindern und Jugendlichen (6–17 Jahre) in Europa.
  • · OROS-Methylphenidat zeigte ebenfalls eine signifikante Reduktion des ADHS-RS-IV-Scores gegenüber Placebo (Differenz: -13,0 Punkte; Effektstärke 1,26).
  • · 78 % der mit LDX behandelten Patienten zeigten eine klinische Verbesserung (CGI-I 1 oder 2) gegenüber 14 % unter Placebo und 61 % unter OROS-MPH.
  • · Die häufigsten unerwünschten Ereignisse unter LDX waren verminderter Appetit, Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit.
  • · Veränderungen der Vitalzeichen unter LDX waren moderat und konsistent mit dem bekannten Sicherheitsprofil des Medikaments.
Meta-Analyse ADHS 2013 adhd genetics

Genetic relationship between five psychiatric disorders estimated from genome-wide SNPs

Lee, Sang; Ripke, Stephan; Neale, Benjamin M.; Faraone, Stephen V. et al. · Nature Genetics

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Großangelegte PGC-Studie zu genetischen Korrelationen zwischen 5 psychiatrischen Erkrankungen mittels genomweiter SNP-Daten. Belegt erhebliche genetische Überlappungen, besonders zwischen Schizophrenie, bipolarer Störung und ADHS.

  • · Fünf psychiatrische Störungen (Schizophrenie, bipolare Störung, MDD, ASD, ADHS) teilen signifikante genetische Korrelationen, basierend auf genomweiten SNP-Daten.
  • · Die genetische Korrelation zwischen Schizophrenie und bipolarer Störung ist hoch (r=0,68), zwischen Schizophrenie und ADHS moderat, was auf gemeinsame Risikovarianten hinweist.
  • · SNPs erklären 17–29% der Varianz in der Krankheitsliabilität für diese Störungen, was polygene Architektur belegt.
  • · ADHS teilt genetische Risikofaktoren mit anderen psychiatrischen Störungen, was gemeinsame biologische Pathways nahelegt.
Andere ADHS 2013 nucleus accumbens

Increasing dopamine D2 receptor expression in the adult nucleus accumbens enhances motivation.

Trifilieff, P; Feng, B; Urizar, E; Winiger, V et al. · Molecular psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Virale Vektorstudie bei Ratten: D2R-Überexpression im NAc verbessert Motivation und Bereitschaft für Belohnungsarbeit. Gibt kausalen Einblick in die Rolle verminderter D2R-Bindung bei Motivationsdefiziten, die für ADHS, Sucht und Adipositas relevant sind.

  • · Virale Überexpression von D2-Rezeptoren (D2R) im Nucleus accumbens (NAc) verbessert bei Ratten Motivation und Bereitschaft, für Belohnungen zu arbeiten.
  • · D2R-Überexpression im NAc erhöht instrumental learning und Nutzung von Belohnungswert-Repräsentationen, ohne grundlegende Lernfähigkeit zu beeinträchtigen.
  • · Verringertes striatales D2R-Binding (als typischer Befund bei Sucht, Adipositas, ADHS) ist ein kausal für Motivationsdefizite verantwortlicher Faktor.
Review ADHS 2013 anterior cingulate cortex

Inhibition and impulsivity: behavioral and neural basis of response control.

Bari, Andrea; Robbins, Trevor W · Progress in neurobiology

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Umfassender Review zu Inhibition und Impulsivität: neuraler Basis (rIFC, prä-SMA, Basalganglien), Verhaltensparadigmen (Stop-Signal, Go/No-Go) und klinischer Relevanz für ADHS und verwandte Störungen. Diskutiert Stimulanzieneffekte auf Inhibitionsnetzwerke.

  • · Reaktionsinhibition ist ein fundamentaler kognitiver Prozess mit klaren neuralen Substraten: rechtsseitiger inferiorer frontaler Kortex (rIFC), prä-supplementär-motorische Area (prä-SMA) und Basalganglien.
  • · Inhibitionsdefizite sind das neurobiologische Kernmerkmal von ADHS und korrelieren mit verminderter rIFC- und prä-SMA-Aktivierung bei Stop-Signal-Aufgaben.
  • · Motorische Impulsivität und kognitive Impulsivität haben teilweise getrennte Neuronale Substrate, was differenzierte Behandlungsansätze nahelegt.
  • · Stimulanzien verbessern Reaktionsinhibition bei ADHS durch Modulation der dopaminergen und noradrenergen Transmission in frontalen und striatalen Schaltkreisen.
Andere ADHS 2013 venlafaxine

Methylphenidate and venlafaxine attenuate locomotion in spontaneously hypertensive rats, an animal model of attention-deficit/hyperactivity disorder, through α2-adrenoceptor activation.

Umehara, Masato; Ago, Yukio; Kawanai, Takuya; Fujita, Kazumi et al. · Behavioural pharmacology

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese tierexperimentelle Studie untersuchte den Wirkmechanismus von Methylphenidat und Venlafaxin bei spontan hypertensiven Ratten (SHR), einem etablierten ADHS-Tiermodell. Beide Substanzen reduzierten die Hyperaktivität selektiv bei SHR, und dieser Effekt wurde durch den α2-Adrenozeptor-Antagonisten Idazoxan, nicht aber durch einen Dopamin-D1-Antagonisten aufgehoben. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass α2-Adrenozeptoren eine zentrale Rolle in den verhaltensreduzierenden Effekten beider Substanzen spielen.

  • · Methylphenidat (0,3 mg/kg) und Venlafaxin (30 mg/kg) reduzierten die Hyperaktivität in spontan hypertensiven Ratten (SHR), einem Tiermodell für ADHS, nicht jedoch in Kontrollratten (Wistar Kyoto, Wistar).
  • · Der α2-Adrenozeptor-Antagonist Idazoxan blockierte die verhaltensreduzierenden Effekte von Methylphenidat und Venlafaxin in SHR vollständig.
  • · Der Dopamin-D1-Rezeptor-Antagonist SCH23390 blockierte die Effekte von Methylphenidat und Venlafaxin nicht, was die Rolle des D1-Rezeptors für diese Wirkungen ausschließt.
  • · Der α2-Adrenozeptor spielt eine Schlüsselrolle bei der Reduktion der gesteigerten Lokomotion durch Methylphenidat und Venlafaxin im SHR-Modell.
  • · Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRIs) wie Venlafaxin und Duloxetin zeigen in klinischen Studien Wirksamkeit gegen ADHS-Symptome wie Unaufmerksamkeit, Oppositionelles Verhalten und Hyperaktivität.
Andere ADHS 2013 reboxetine

Methylphenidate prevents high-fat diet (HFD)-induced learning/memory impairment in juvenile mice

Kaczmarczyk, Melissa; Machaj, Agnieszka S.; Chiu, Gabriel S.; Lawson, Marcus A. et al. · Psychoneuroendocrinology

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese präklinische Studie an juvenilen Mäusen untersuchte den Einfluss einer kurzfristigen High-Fat-Diet auf Verhalten und Kognition. Eine HFD führte rasch zu Lern-/Gedächtnisbeeinträchtigungen und ADHS-ähnlichem Verhalten, begleitet von Veränderungen im Dopaminstoffwechsel. Methylphenidat verhinderte diese Beeinträchtigungen, während Reboxetin und Desipramin wirkungslos waren.

  • · Eine kurzfristige Fütterung mit einer High-Fat-Diet (HFD) über 1–3 Wochen führte bei juvenilen Mäusen zu Lern- und Gedächtnisbeeinträchtigungen sowie zu angstähnlichem Verhalten.
  • · HFD erhöhte die Homovanillinsäure (HVA)-Konzentrationen im Hippocampus und Kortex und senkte die kortikale BDNF-Genexpression, was auf Veränderungen im Dopaminstoffwechsel hinweist.
  • · Methylphenidat verhinderte die HFD-bedingte Beeinträchtigung von Lernen und Gedächtnis bei den Mäusen.
  • · Die Antidepressiva Desipramin und Reboxetin blockierten die HFD-bedingten Lern-/Gedächtnisbeeinträchtigungen nicht.
  • · Pro-inflammatorische Zytokine (IL-1α, IL-1β, TNF-α, IL-6) waren durch die kurzfristige HFD-Fütterung nicht beeinflusst, was entzündliche Mechanismen als primäre Ursache unwahrscheinlich macht.
Andere verwandt 2013 modafinil

Modafinil ameliorates cognitive deficits induced by maternal separation and sleep deprivation

Garcia, Vanessa Athaíde; Hirotsu, Camila; Matos, Gabriela; Alvarenga, Tathiana A. et al. · Behavioural Brain Research

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Tierexperimentelle Studie (Wistar-Ratten): Modafinil hebt kognitive Defizite durch maternale Separation und Schlafentzug auf. Zwei-Treffer-Modell: frühe Adversität + Schlafentzug wirken additiv negativ auf Kognition; Modafinil hat protektive Wirkung.

  • · Modafinil (40 mg/kg) verbessert Wiederkennungsgedächtnis bei Ratten nach maternaler Separation und Schlafentzug, zwei kombinierten Stressoren.
  • · Maternale Separation kombiniert mit paradoxem Schlafentzug führt zu additiven kognitiven Defiziten, die durch Modafinil partiell aufgehoben werden.
  • · Modafinil verbessert Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis in Tiermodellen, auch ohne Schlafentzug.
Beobachtungsstudie ADHS 2013 delay aversion

Neural and psychophysiological markers of delay aversion in attention-deficit hyperactivity disorder.

Wilbertz, Gregor; Trueg, Amalie; Sonuga‐Barke, Edmund; Blechert, Jens et al. · Journal of Abnormal Psychology

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Die Studie untersuchte Verzögerungsaversion bei ADHS mittels funktioneller MRT und psychophysiologischer Messungen. Bei ADHS-Patienten zeigte sich eine anomale Amygdala-Reaktion auf antizipierte Verzögerungen, die mit erhöhter emotionaler Erregung und stärkerer Verzögerungsaversion korrelierte. Die Befunde deuten auf eine dysfunktionale emotionale Verarbeitung von Verzögerungen als zugrunde liegendes Mechanismus impulsiven Verhaltens bei ADHS hin.

  • · Bei ADHS-Patienten zeigt sich eine atypische Amygdala-Aktivierung bei Verzögerungsantizipation: Während die Aktivität bei Kontrollpersonen mit längeren Verzögerungen sinkt, nimmt sie bei ADHS-Patienten tendenziell zu.
  • · Der Grad der Amygdala-Aktivitätssteigerung korreliert mit dem Ausmaß der verhaltensbezogenen Verzögerungsaversion innerhalb der ADHS-Gruppe.
  • · ADHS-Patienten zeigen erhöhte emotionale Erregung in physiologischen Maßen (Hautleitfähigkeit und Pulsfrequenz) während der Verzögerungsantizipation.
  • · Die Ergebnisse unterstützen die Hypothese eines verstärkten negativen emotionalen Zustands während der Antizipation und Verarbeitung von Verzögerung bei ADHS.
Review ADHS 2013 attention executive function emotion regulation

Neural mechanisms of attentional control in mindfulness meditation

Malinowski, Peter · Frontiers in Neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Theoretischer Review zu neurophysiologischen Mechanismen von Achtsamkeitsmeditation und Aufmerksamkeitskontrolle. Präsentiert Framework zur Erklärung, wie Meditation die drei Aufmerksamkeitsnetzwerke (Alerting, Orienting, Executive) moduliert, mit Implikationen für ADHS-Behandlung.

  • · Achtsamkeitsmeditation trainiert drei distinkte Aufmerksamkeitsnetzwerke: Alerting (Arousal-Modulation), Orienting (Stimulus-Selektion) und Executive Attention (Konfliktüberwachung).
  • · Regelmäßige Meditationspraxis führt zu nachweisbaren neuroplastischen Veränderungen in ACC, PFC und Insula – Regionen, die auch bei ADHS dysreguliert sind.
  • · Achtsamkeitsbasierte Interventionen können spezifisch auf Aufmerksamkeitskontrolldefizite bei ADHS abzielen, da sie die gleichen neuralen Substrate trainieren.
Review verwandt 2013 dopaminergic pathways nucleus accumbens prefrontal cortex

Neuroscientific Model of Motivational Process

Kim, Sung‐il · Frontiers in Psychology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Theoretisches Modell neurowissenschaftlicher Motivationsprozesse. Integriert Erkenntnisse zu Belohnung, Lernen, Entscheidungsfindung und kognitiver Kontrolle in ein Drei-Phasen-Modell mit spezifischen neuralen Substraten.

  • · Motivation lässt sich in drei neurowissenschaftlich fundierte Teilprozesse untergliedern: belohnungsgetriebener Annäherung (ventrales Striatum), wertbasierter Entscheidung (PFC/ACC) und zielgerichteter Kontrolle (dorsolateraler PFC).
  • · Das ventrale Striatum (Nucleus accumbens) kodiert basale Stimulus-Reaktions-Assoziationen und ist zentral für automatische Motivationsprozesse.
  • · Dopamin spielt in allen drei Motivationsteilprozessen eine modulierende Rolle, wobei unterschiedliche Dopaminsysteme (mesolimbisch vs. mesokortikalisch) beteiligt sind.
Beobachtungsstudie ADHS 2013 nortriptyline

Norepinephrine transporter occupancy by nortriptyline in patients with depression: a positron emission tomography study with (S,S)-[18F]FMeNER-D2

Takano, Harumasa; Arakawa, Ryosuke; Nogami, Tsuyoshi; Suzuki, Masayuki et al. · The International Journal of Neuropsychopharmacology

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese PET-Studie untersucht die Norepinephrin-Transporter-(NET)-Besetzung durch Nortriptylin bei 10 Patienten mit Major Depression. Die Ergebnisse zeigen, dass therapeutische Dosen von Nortriptylin (75–200 mg/d) zu einer NET-Besetzung von 50–70% führen, wobei der klinisch wirksame Plasmaspiegel von 70 ng/ml mit etwa 50% NET-Besetzung korreliert. Dies ist die erste solche Messung für einen NET-selektiven Antidepressivum und liefert Erkenntnisse für die Dosierung und das Verständnis des Wirkmechanismus.

  • · Nortriptylin führt bei klinischen Dosen von 75–200 mg/d zu einer NET-Besetzung von approximately 50–70% im Gehirn, gemessen mittels PET mit (S,S)-[18F]FMeNER-D2.
  • · Die geschätzte effektive Dosis (ED50) für 50% NET-Besetzung beträgt 65,9 mg/d und die effektive Konzentration (EC50) 79,8 ng/ml Plasma.
  • · Der therapeutische Mindestspiegel von Nortriptylin im Plasma (70 ng/ml) für die Depressionsbehandlung entspricht approximately 50% NET-Besetzung, was darauf hindeutet, dass >50% zentrale NET-Besetzung für die Behandlung geeignet ist.
  • · Der Norepinephrin-Transporter (NET) spielt eine wichtige Rolle bei der Behandlung verschiedener neuropsychiatrischer Störungen, einschließlich Depression und ADHS.
  • · Dies ist die erste PET-Studie zur NET-Besetzung mit einem relativ NET-selektiven Antidepressivum (tricyclisches Antidepressivum), während SSRIs über 80% Serotonin-Transporter-Besetzung zeigen.
Review verwandt 2013 hippocampus

Origins of specificity during tDCS: anatomical, activity-selective, and input-bias mechanisms

Bikson, Marom; name, Author; Rahman, Asif · Frontiers in Human Neuroscience

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Methodischer Review zu Spezifitätsmechanismen von tDCS. Erklärt, wie anatomische, funktionale und neuroplastische Faktoren präzise kognitive und verhaltensmäßige Effekte ermöglichen.

  • · Transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) erzeugt Spezifität durch drei Mechanismen: anatomische Selektivität (Stromfluss-Geometrie), aktivitätsselektive Modulation und Input-Bias.
  • · tDCS ist kein homogenes Brain-Stimulationsverfahren, sondern zeigt dosisabhängige und zielregionspezifische Effekte auf neuronale Netzwerke.
Review ADHS 2013 hippocampus serotonin acetylcholine

Possible contributions of a novel form of synaptic plasticity in Aplysia to reward, memory, and their dysfunctions in mammalian brain.

Hawkins Robert, D · Learning & memory (Cold Spring Harbor, N.Y.)

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Hypothetische Übersichtsarbeit: Beschreibt neue Form synaptischer Plastizität in Aplysia (modulatorisch-getriggerte Spontanfreisetzung) und spekuliert über analoge Mechanismen in Säugetiergehirnen bei Belohnung und Gedächtnis.

  • · In Aplysia verstärken modulatorische Transmitter (Serotonin) spontane Glutamatfreisetzung, die dann postsynaptische Plastizitätsmechanismen rekrutiert – eine neue Form synaptischer Plastizität.
  • · In Säugetieren könnten D1-Dopaminrezeptoren, nikotinische Acetylcholinrezeptoren und Serotonin-Rezeptoren ähnliche spontane Glutamatfreisetzung im Hippocampus und PFC vermitteln.
  • · Diese Form von Plastizität könnte zu Belohnungslernen und Gedächtniskonsolidierung beitragen und bei psychiatrischen Störungen wie ADHS relevant sein.
Meta-Analyse ADHS 2013 atomoxetine

Profile of sexual and genitourinary treatment-emergent adverse events associated with atomoxetine treatment: a pooled analysis.

Angelo, Camporeale; Ann, Day Kathleen; Dustin, Ruff; Jody, Arsenault et al. · Drug safety

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Gepoolte Analyse aller placebokontrollierten Atomoxetin-ADHS-Studien bei Erwachsenen (n=3.314). Systematische Characterisierung sexueller und urogenitaler Nebenwirkungen: Beginn, Zeitverlauf, Häufigkeit und Auflösung nach Absetzen.

  • · Sexuelle und urogenitale unerwünschte Ereignisse treten bei Atomoxetin-Behandlung bei Erwachsenen signifikant häufiger auf als unter Placebo (gepoolte Analyse: 3.314 Patienten).
  • · Erektile Dysfunktion und Ejakulationsstörungen sind die häufigsten sexuellen Nebenwirkungen von Atomoxetin bei erwachsenen Männern.
  • · Sexuelle Nebenwirkungen von Atomoxetin beginnen typischerweise früh im Behandlungsverlauf und klingen nach Absetzen ab, sind aber bei manchen Patienten persistierend.
  • · Das Nebenwirkungsprofil bei Jugendlichen (≥13 bis <18 Jahre) unterscheidet sich qualitativ von Erwachsenen, mit geringerem Auftreten sexueller Störungen.
Beobachtungsstudie ADHS 2013 adhd dopaminergic pathways basal ganglia

The dopamine transporter haplotype and reward-related striatal responses in adult ADHD.

Martine, Hoogman; Marten, Onnink; Roshan, Cools; Esther, Aarts et al. · European neuropsychopharmacology : the journal of the European College of Neuropsychopharmacology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

fMRI-Genetikstudie zeigt, dass der erwachsenen-ADHS-assoziierte DAT1-Haplotyp (9-6) mit reduzierter striataler Aktivierung bei Belohnungsverarbeitung einhergeht. Bestätigt genetisch vermittelte dopaminerge Belohnungswegedysfunktion bei adulter ADHS.

  • · Das DAT1-Haplotyp (9-6), assoziiert mit adultem ADHS, zeigte eine signifikant reduzierte striatale Aktivierung bei Belohnungsverarbeitung im fMRI.
  • · Reduzierte striatale Belohnungsantworten bei ADHS-Erwachsenen mit Risikohaplotyp 9-6 unterstützen einen genetisch bedingten dopaminergen Belohnungsweg-Mechanismus.
  • · Unterschiedliche DAT1-Haplotypen (10-6 für kindliche, 9-6 für adulte ADHS) beeinflussen DAT-Expression im Striatum unterschiedlich.
Beobachtungsstudie verwandt 2013 nucleus accumbens

The Functional DRD3 Ser9Gly Polymorphism (rs6280) Is Pleiotropic, Affecting Reward as Well as Movement

Savitz, Jonathan; Hodgkinson, Colin A.; Martin‐Soelch, Chantal; Shen, Pei‐Hong et al. · PLoS ONE

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

PET-Studie (26 gesunde Probanden + 10 MDD-Patienten) untersucht DRD3 Ser9Gly Polymorphismus und striatale Dopaminfreisetzung. Der Polymorphismus beeinflusst Belohnungsverarbeitung und Motorik, was für Sucht und Stimmungsstörungen relevant ist.

  • · Der DRD3 Ser9Gly Polymorphismus (rs6280) beeinflusst dopaminerge Belohnungsfreisetzung im Striatum, gemessen durch [11C]Racloprid-PET.
  • · Ser/Ser-Träger zeigen stärkere striatal dopaminerge Reaktion auf Belohnungsaufgaben im Vergleich zu Gly-Trägern, was auf funktionale Pleiotropie von DRD3 hinweist.
  • · DRD3-Polymorphismus moduliert sowohl Belohnungsverarbeitung als auch Bewegungsverhalten, was genetische Heterogenität in psychiatrischen Erkrankungen erklärt.
Andere verwandt 2013 adhd other

The International Classification of Headache Disorders, 3rd edition (beta version)

Ettlin, Dominik A · Cephalalgia

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Review verwandt 2013 dopaminergic pathways

The neuromodulator of exploration: A unifying theory of the role of dopamine in personality

DeYoung, Colin G. · Frontiers in Human Neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Theoretischer Artikel zur Rolle von Dopamin in Persönlichkeitseigenschaften. Unterscheidet wertkodierende (Extraversion) und salienzkodierende (Offenheit) Dopamin-Subsysteme als Grundlage für Erkundungsverhalten.

  • · Dopamin kodiert nicht nur Belohnung, sondern auch Erkundungs- und Neuigkeitssignale über zwei funktional getrennte Subsysteme: wertkodierende und salienzkodierende Neuronen.
  • · Das wertkodierende Dopaminsystem korreliert mit Extraversion (Annäherungsmotivation), während das salienzkodierende System mit Offenheit/Intellekt assoziiert ist.
  • · Globale Dopaminspiegel modulieren den übergeordneten Persönlichkeitsfaktor Plastizität (Extraversion + Offenheit).
Beobachtungsstudie verwandt 2013 default mode network insula

Top-Down Regulation of Default Mode Activity in Spatial Visual Attention

Wen, Xiaotong; Liu, Yijun; Yao, Li; Ding, Mingzhou · Journal of Neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

fMRI-Studie zu Kausalbeziehungen zwischen Task Control Network (dorsaler ACC, Insula) und Default Mode Network während räumlicher Aufmerksamkeitsaufgaben. Zeigt, dass TCN→DMN-Hemmung für effektive Aufmerksamkeitsleistung essentiell ist.

  • · Das Task Control Network (TCN: dorsaler ACC + bilaterale anteriore Insula) übt Top-Down-Regulation auf das Default Mode Network (DMN) aus, was mit besserer Aufmerksamkeitsleistung korreliert.
  • · Granger-Kausal-Einflüsse von TCN auf DMN (TCN→DMN) sind positiv mit Verhaltensergebnis und BOLD-Aktivität assoziiert.
  • · Die direkte Interaktion zwischen exekutivem Kontrollnetzwerk und DMN ist ein neuronales Substrat effizienter Aufmerksamkeitskontrolle.
Review ADHS 2013 lisdexamfetamine

Update on optimal use of lisdexamfetamine in the treatment of ADHD

Madaan, Vishal; Kolli, Venkata; Bestha, Durga Prasad; Shah, Manan · Neuropsychiatric Disease and Treatment

Zusammenfassung & 7 Kernbefunde

Dieser Review gibt einen aktuellen Überblick über den optimalen Einsatz von Lisdexamfetamin (LDX) bei ADHS. LDX ist ein Prodrug-Stimulans mit langer Wirkdauer (bis zu 13 Stunden), geringer interindividueller Variabilität und reduziertem Missbrauchspotenzial. Es hat sich in placebokontrollierten Studien für Kinder, Jugendliche und Erwachsene als wirksam erwiesen.

  • · Lisdexamfetamin (LDX) ist ein Prodrug und einzigartig unter den Stimulanzien, da der aktive Wirkstoff erst nach Metabolisierung freigesetzt wird, was eine vorhersagbare Wirkstoffabgabe mit geringer interindividueller Variabilität ermöglicht.
  • · LDX ist sicher und gut verträglich bei Kindern ab 6 Jahren, Jugendlichen und Erwachsenen.
  • · LDX wirkt bis zu 13 Stunden und zeigt möglicherweise weniger Rebound-Symptome als andere Stimulanzien.
  • · LDX zeigte Wirksamkeit bei ADHS sowohl in placebokontrollierten Studien als auch bei der Verbesserung der Leistung in simulierten schulischen und beruflichen Umgebungen.
  • · Studienteilnehmer unter LDX berichteten geringe Werte auf Skalen zur Medikamentenpräferenz (drug likability), auch bei intravenöser Anwendung, was auf ein geringeres Missbrauchspotenzial hindeutet.
Review ADHS 2012 adhd dopaminergic pathways other

[Genomic endophenotypes of attention deficit hyperactivity disorder].

Fernández‐Jaén, Alberto; Fernández‐Mayoralas, Daniel Martín; Calleja‐Pérez, Beatriz; Muñoz-Jareño, Nuria et al. · PubMed

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zu genomischen Endophänotypen bei ADHS. Überblick über Kandidatengene (DAT1, DRD4 u.a.) und neurokognitive Endophänotypen. ADHS ist genetisch heterogen; Endophänotyp-Ansätze versprechen genauere Charakterisierung genetischer Effekte.

  • · Mehrere Kandidatengene (DAT1, DRD4, DRD5, 5-HTT, HTR1B, SNAP25) zeigen signifikante Assoziationen mit ADHS, jedoch mit moderaten Effektgrößen.
  • · ADHS ist ein genetisch heterogenes Störungsbild; kein einzelnes Gen erklärt einen wesentlichen Varianzanteil.
  • · Genomische Endophänotypen (neuropsychologische Merkmale) können die genetische Basis von ADHS besser erfassen als klinische Diagnosen allein.
Review ADHS 2012 adhd medication methylphenidate medication amphetamine

[Stimulant and non-stimulant medication in current and future therapy for ADHD].

Franke A, G; Konrad, A; Lieb, K; Huss, M · Fortschritte der Neurologie-Psychiatrie

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Deutschsprachiger Review über aktuelle und zukünftige Pharmakotherapie bei ADHS. Darstellung der Zulassungssituation in Deutschland (MPH, Atomoxetin), Wirkmechanismen und laufende Forschungsansätze zu neuen Substanzen.

  • · Methylphenidat ist Erstlinientherapie bei ADHS in Deutschland; Amphetamine sind nicht zugelassen. Atomoxetin ist das einzige zugelassene Non-Stimulans.
  • · Für Erwachsene mit ADHS existiert in Deutschland keine zugelassene Pharmakotherapie; Off-Label-Behandlungen überwiegen.
  • · Neue Wirkstoffe in der Pipeline umfassen verlängert-freisetzendes Methylphenidat, LDX und neue α2-Agonisten; molekulare Zielstrukturen werden erforscht.
Review ADHS 2012 adhd genetics

Biochemical and genetic analyses of childhood attention deficit/hyperactivity disorder

Caylak, E. · American Journal of Medical Genetics Part B: Neuropsychiatric Genetics

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zu biochemischen und genetischen Grundlagen von ADHS bei Kindern. Überblick über Kandidatengene im dopaminergen und noradrenergen System sowie biochemische Biomarker. ADHS ist hochgradig erblich (75–80%) mit genetisch heterogener Ätiopathogenese.

  • · Mehrere dopaminerge Gene (DRD4, DAT1, DRD5, COMT) und noradrenerge Gene (DBH, ADRA2A) sind mit ADHS assoziiert, mit moderaten Effektgrößen.
  • · Biochemische Auffälligkeiten bei ADHS umfassen veränderte Katecholaminspiegel (Dopamin, Noradrenalin) und deren Metabolite im Blut/Urin.
  • · Die genetische Heritabilität von ADHS beträgt ca. 75–80%, belegt durch Zwillings- und Familienstudien.
RCT ADHS 2012 adhd methylphenidate bupropion

Bupropion versus methylphenidate in the treatment of children with attention-deficit/hyperactivity disorder: randomized double-blind study

Jafarinia, M.; Mohammadi, M. R.; Modabbernia, A.; Ashrafi, M. et al. · Human Psychopharmacology: Clinical and Experimental

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

6-wöchige randomisierte Doppelblindstudie (n=44) vergleicht Bupropion (100–150 mg/Tag) mit Methylphenidat bei Kindern/Jugendlichen mit ADHS. Beide gleichwertig wirksam; Bupropion als Non-Stimulans-Alternative mit vergleichbarem Nebenwirkungsprofil.

  • · Bupropion (100–150 mg/Tag) war in der ADHS-Symptomreduktion bei Kindern und Jugendlichen mit Methylphenidat vergleichbar wirksam.
  • · Beide Behandlungen zeigten nach 6 Wochen signifikante Verbesserungen gegenüber Baseline; kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen.
  • · Bupropion wurde gut vertragen; Nebenwirkungsprofil ähnlich Methylphenidat.
Review verwandt 2012 venlafaxine

Canadian Network for Mood and Anxiety Treatments (CANMAT) and International Society for Bipolar Disorders (ISBD) collaborative update of CANMAT guidelines for the management of patients with bipolar disorder: update 2013

Yatham, Lakshmi N.; Kennedy, Sidney H.; Parikh, Sagar V.; Schaffer, Ayal et al. · Bipolar Disorders

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Dieses Paper beschreibt das dritte Update der CANMAT-Leitlinien für bipolare Störungen (2013), erstellt in Zusammenarbeit mit der International Society for Bipolar Disorders. Es überprüft neue Evidenz zu Behandlungen akuter Manie, bipolarer Depression und Erhaltungstherapie und nimmt entsprechende Änderungen bei den Empfehlungen vor.

  • · Lithium, Valproat und mehrere atypische Antipsychotika bleiben First-Line-Behandlungen für akute Manie bei bipolarer Störung.
  • · Asenapine als Monotherapie sowie als adjunktive Therapie wurde als neue First-Line-Option für die Behandlung akuter Manie hinzugefügt.
  • · Für bipolare Depression wurden Lurasidone-Monotherapie sowie die Kombination von Lurasidone oder Lamotrigin plus Lithium oder Divalproex als Second-Line-Optionen neu aufgenommen.
  • · Ziprasidon allein oder als Begleittherapie sowie adjunktives Levetiracetam werden als nicht empfohlene Optionen für die Behandlung bipolarer Depression eingestuft.
  • · Quetiapine-Monotherapie sowie Olanzapin plus SSRI bleiben First-Line-Optionen für bipolare Depression.
RCT ADHS 2012 venlafaxine

Double-blind controlled trial of venlafaxine for treatment of adults with attention deficit/hyperactivity disorder.

Amiri, Shahrokh; Farhang, Sara; Ghoreishizadeh, Mohammad Ali; Malek, Ayyoub et al. · Human psychopharmacology

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese doppelblinde RCT untersuchte Venlafaxin (bis 225 mg/Tag) versus Placebo über 6 Wochen bei 41 drug-naiven Erwachsenen mit ADHS. Beide Gruppen zeigten signifikante ADHS-Symptomreduktionen, wobei 75 % der Venlafaxin-Gruppe vs. 20 % der Placebo-Gruppe eine klinische Therapieresponse erreichten. Die Interpretation ist durch die kleine Stichprobe, kurze Studiendauer und den starken Placebo-Effekt begrenzt.

  • · In einer doppelblinden RCT erhielten drug-naive Erwachsene mit ADHS (DSM-IV-TR) entweder Venlafaxin (bis 225 mg/Tag) oder Placebo über 6 Wochen; beide Gruppen zeigten signifikante Reduktionen in Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität/Impulsivität.
  • · 75 % der Venlafaxin-Gruppe vs. 20 % der Placebo-Gruppe erreichten das Therapieresponse-Kriterium (≥25 % Reduktion im ADHS-Gesamtscore), p = 0,001.
  • · Der direkte Gruppenvergleich im ADHS-Gesamtscore war statistisch nicht signifikant unterschiedlich, was auf einen starken Placebo-Effekt hindeutet.
  • · Keine schwerwiegenden unerwünschten Wirkungen wurden während der 6-wöchigen Studie berichtet.
  • · Die Studie hatte mit n=41 (20 Venlafaxin, 21 Placebo) eine kleine Stichprobengröße und kurze Follow-up-Dauer; die Selbstbeurteilungsskala (Conners Adult ADHD Rating Scale, Self-Report) schränkt die Interpretation ein.
Review ADHS 2012 venlafaxine

Drug therapy of attention deficit hyperactivity disorder: current trends.

De Sousa, Avinash; Kalra, Gurvinder · Mens sana monographs

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Dieser narrative Review gibt einen Überblick über aktuelle Trends in der medikamentösen ADHS-Therapie, von klassischen Stimulanzien über neue Darreichungsformen bis hin zu Non-Stimulanzien und Off-Label-Substanzen. Atomoxetin, Alpha-2-Agonisten und verschiedene Antidepressiva werden als Therapiealternativen zu Methylphenidat diskutiert. Pharmakogenomik wird als zukünftiger Ansatz zur Individualisierung der Behandlung hervorgehoben.

  • · Stimulanzien wie Methylphenidat sind seit Jahrzehnten die Erstlinientherapie der ADHS mit gut belegter Evidenz; neuere Darreichungsformen (osmotisches Freisetzungssystem OROS, transdermale Pflaster) haben die Therapieoptionen erweitert.
  • · Nicht-Stimulanzien wie Atomoxetin sowie Alpha-2-Agonisten (Clonidin, Guanfacin) und einige Antidepressiva (darunter Bupropion, Venlafaxin) werden als Off-Label-Optionen bei ADHS eingesetzt.
  • · Lisdexamfetamin und gemischte Amphetaminsalze werden als wirksame Stimulanzien-Alternativen zu Methylphenidat beschrieben.
  • · Modafinil, Reboxetin, Selegilin, Theophyllin und Venlafaxin werden im Review als weitere untersuchte Substanzen für ADHS aufgeführt.
  • · Pharmakogenomik wird als vielversprechendes Zukunftsfeld für die personalisierte ADHS-Therapie beschrieben.
Andere ADHS 2012 prefrontal cortex noradrenergic system adhd

Effects of α-2A adrenergic receptor agonist on time and risk preference in primates.

Soyoun, Kim; Irina, Bobeica; Gamo Nao, J; Arnsten Amy F, T et al. · Psychopharmacology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Primaten-Studie zeigt, dass Guanfacin (α-2A-Agonist) impulsive Entscheidungsmuster (Sofort- vs. verzögerte Belohnung) und Risikobereitschaft bei Rhesusaffen reduziert. Bestätigt noradrenergen PFC-Mechanismus als Grundlage für Guanfacins klinische Wirksamkeit bei ADHS.

  • · Guanfacin (α-2A-Agonist) reduzierte die Präferenz von Rhesusaffen für sofortige gegenüber verzögerten Belohnungen und verbesserte so impulsive Entscheidungsfindung.
  • · Guanfacin reduzierte auch risikoreiche Entscheidungen (unsichere vs. sichere Belohnungen), was auf einen breiteren Effekt auf Entscheidungsverhalten hinweist.
  • · Der α-2A-noradrenerge Mechanismus im PFC beeinflusst Zeit- und Risikopräferenzen, was die Grundlage für Guanfacins ADHS-Wirksamkeit erklärt.
Beobachtungsstudie verwandt 2012 dopaminergic pathways basal ganglia nucleus accumbens

Evidence That Sleep Deprivation Downregulates Dopamine D2R in Ventral Striatum in the Human Brain

Volkow, Nora D.; Tomasi, Dardo; Wang, Gene‐Jack; Telang, Frank et al. · Journal of Neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

PET-Studie (n=20) klärt Mechanismus: Schlafentzug reduziert D2-Rezeptorverfügbarkeit im ventralen Striatum durch Rezeptor-Downregulation, nicht durch erhöhte Dopaminausschüttung. Relevant für Verständnis von Dopaminregulation bei ADHS und Schlafproblemen.

  • · Schlafentzug senkte die Dopamin-D2-Rezeptorverfügbarkeit im ventralen Striatum, was auf Downregulation der Rezeptoren (nicht Dopaminerhöhung) schließen lässt.
  • · Methylphenidat-induzierte Dopaminerhöhungen waren bei Schlafentzug nicht größer als im ausgeruhten Zustand, was eine Dopaminausschüttung als Ursache der D2R-Reduktion ausschließt.
  • · Downregulation von D2-Rezeptoren durch Schlafentzug könnte zur verminderten Wachheit und kognitiven Leistung beitragen.
Review ADHS 2012 guanfacine

Guanfacine for the treatment of cognitive disorders: a century of discoveries at Yale.

Arnsten, Amy F.T.; Jin, Lu E. · PubMed

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Das Review fasst ein Jahrhundert von Forschungsarbeiten der Yale Medical School zur Neurobiologie des präfrontalen Kortex und seiner kognitiven Funktionen zusammen. Es dokumentiert die Entdeckung von Guanfacine, einem noradrenergen α2A-Agonisten, als therapeutisches Mittel zur Verbesserung der PFC-Funktion durch Modulation von cAMP-Kaliumkanal-Signalisierung. Guanfacine wird heute zur Behandlung mehrerer kognitiver Störungen eingesetzt, insbesondere ADHS und Tourette-Syndrom.

  • · Der präfrontale Kortex (PFC) ist eine der höchst entwickelten Hirnregionen und trägt zu höherwertigen kognitiven Funktionen bei, indem er Verhalten, Gedanken und Emotionen durch Arbeitsgedächtnis reguliert.
  • · Guanfacine ist ein noradrenerger α2A-Agonist, der die PFC-Funktion durch Stärkung von PFC-Netzwerkverbindungen über die Hemmung von cAMP-Kaliumkanal-Signalisierung in postsynaptischen Dornen verbessert.
  • · Guanfacine wird zur Behandlung verschiedener kognitiver Störungen des PFC eingesetzt, einschließlich Tourette-Syndrom und Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS).
  • · Ein Jahrhundert von Forschungen an der Yale Medical School hat die Neurobiologie der kognitiven PFC-Funktionen und die molekularen Anforderungen dieser Schaltkreise aufgeklärt.
Andere ADHS 2012 reboxetine

In Vivo Occupancy of Dopamine D3 Receptors by Antagonists Produces Neurochemical and Behavioral Effects of Potential Relevance to Attention-Deficit–Hyperactivity Disorder

Barth, V.; Need, Anne B.; Tzavara, Eleni T.; Giros, Bruno et al. · Journal of Pharmacology and Experimental Therapeutics

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die Studie zeigt, dass D3-Rezeptor-Antagonisten (SB-277011A, U99194) im Rattengehirn dosisabhängig zu erhöhten Acetylcholinspiegeln im präfrontalen Kortex führen und das Lernverhalten sowie die Objekterkennungsmemory verbessern – Effekte, die vergleichbar mit Reboxetin und Methylphenidat sind. Darüber hinaus reduzierten diese Antagonisten Hyperaktivität bei DAT-defizienten Mäusen, was auf ein Potential zur Behandlung von Kognitiven Defiziten und Hyperaktivität bei ADHS hindeutet.

  • · D3-Rezeptor-Antagonisten (SB-277011A und U99194) führten zu dosisabhängiger Erhöhung der in-vivo-Besetzung von D3-Rezeptoren und erhöhten extrazelluläre Acetylcholinspiegel im medialen präfrontalen Kortex von Ratten.
  • · D3-Rezeptor-Antagonisten verbesserten das Lernverhalten von Ratten sowohl allein als auch in Kombination mit dem Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Reboxetin, vergleichbar mit dem ADHS-Medikament Methylphenidat.
  • · Beide D3-Antagonisten verhinderten Scopolamin-induzierte Defizite in der Objekterkennungsmemory von Ratten, ähnlich wie Reboxetin.
  • · D3-Rezeptor-Antagonisten reduzierten Hyperaktivität bei DAT-defizienten Mäusen, ohne die Aktivität von Wildtyp-Kontrollen zu beeinflussen.
  • · Die Blockade von D3-Rezeptoren könnte als neuartiger Behandlungsansatz für kognitive Defizite und Hyperaktivitätssyndrome, einschließlich ADHS, in Betracht gezogen werden.
Andere ADHS 2012 venlafaxine

Investigating the roles of different monoamine transmitters and impulse control using the 5-choice serial reaction time task

Humpston, Clara; Wood, Christian M.; Robinson, Emma · Journal of Psychopharmacology

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese tierexperimentelle Studie (Ratten, 5-CSRTT) untersuchte die Wirkung verschiedener Monoamin-Wiederaufnahmehemmer auf Aufmerksamkeit und Impulskontrolle. Venlafaxin (SNRI) und SSRIs reduzierten vorzeitige Reaktionen, jedoch mit geringerer Spezifität als noradrenalinspezifische Substanzen; Bupropion zeigte keine Wirkung auf Impulskontrolle. Keines der Medikamente verbesserte die Aufmerksamkeit.

  • · Venlafaxin (SNRI) verbesserte die Impulskontrolle im 5-Choice Serial Reaction Time Task (5-CSRTT) bei Ratten, Bupropion (NDRI) hingegen nicht.
  • · Alle drei getesteten SSRIs (darunter Fluoxetin und Paroxetin) reduzierten vorzeitige Reaktionen dosisabhängig, verlangsamten aber auch die Reaktions- und Sammellatenz, was auf mangelnde Spezifität hinweist.
  • · Sibutramin (SNRI) reduzierte vorzeitige Reaktionen um ca. 50% bei der höchsten getesteten Dosis, dieser Effekt war jedoch statistisch nicht signifikant.
  • · Weder Idazoxan (Alpha-2-Adrenorezeptor-Antagonist) noch Agomelatine reduzierten vorzeitige Reaktionen signifikant bei den getesteten Dosen, was auf fehlende Wirksamkeit über Nicht-Wiederaufnahme-Mechanismen hindeutet.
  • · Keines der getesteten Medikamente verbesserte die Aufmerksamkeit in diesem Tiermodell; SSRIs erhöhten bei der höchsten Dosis die Auslassungsrate.
Andere verwandt 2012 lisdexamfetamine

Lisdexamfetamine and immediate release d-amfetamine – Differences in pharmacokinetic/pharmacodynamic relationships revealed by striatal microdialysis in freely-moving rats with simultaneous determination of plasma drug concentrations and locomotor activity

Rowley, Helen L.; Kulkarni, Rajiv; Gosden, Jane; Brammer, Richard et al. · Neuropharmacology

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Review ADHS 2012 lisdexamfetamine

Lisdexamfetamine in the treatment of adolescents and children with attention-deficit/hyperactivity disorder.

Najib, Jadwiga · Adolescent health, medicine and therapeutics

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Dieser Review fasst das pharmakokinetische Profil, die Wirksamkeit und Sicherheit von Lisdexamfetamin-Dimesylat (LDX) bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS zusammen. LDX ist als erstes Prodrug-Stimulans konzipiert, um eine längere und vorhersagbarere Wirkstofffreisetzung sowie ein geringeres Missbrauchspotenzial zu erreichen. Die Literaturrecherche umfasst Studien bis 2011.

  • · Lisdexamfetamin-Dimesylat (LDX) ist das erste Prodrug-Stimulans für ADHS und liefert den aktiven Wirkstoff d-Amphetamin auf vorhersagbare Weise mit geringer interindividueller Variabilität.
  • · LDX wurde entwickelt, um eine längere Wirkdauer bei ADHS zu ermöglichen und den Bedarf an mehrfacher täglicher Dosierung zu reduzieren.
  • · LDX hat aufgrund seiner Prodrug-Eigenschaft ein reduziertes Missbrauchspotenzial im Vergleich zu herkömmlichen Amphetamin-Präparaten.
  • · Klinische Studien belegen die Wirksamkeit und Sicherheit von LDX bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS.
  • · ADHS ist eine der häufigsten neuroverhaltensauffälligen Störungen bei Kindern, gekennzeichnet durch entwicklungsunangemessene Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität; Symptome können bis ins Erwachsenenalter persistieren.
Beobachtungsstudie ADHS 2012 adhd overview

Long-term influence of normal variation in neonatal characteristics on human brain development

Walhovd, Kristine B.; Fjell, Anders M.; Brown, Timothy T.; Kuperman, Joshua et al. · Proceedings of the National Academy of Sciences

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Große multizentrische Studie (PING) untersucht den Einfluss normaler Geburtsgewichtsvarianz auf MRI-Hirnmaße. Geburtsgewicht korreliert signifikant mit kortikaler Entwicklung und striatalen Volumina, was fetale Programmierungseffekte auf die Hirnstruktur belegt.

  • · Geburtsgewicht innerhalb des normalen Bereichs beeinflusst kortikale Dicke, Oberflächenareale und striatale Volumina bei 628 gesunden Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
  • · Höheres Geburtsgewicht war mit größerer kortikaler Oberfläche und größeren striatalen Volumina assoziiert, was auf fetale Wachstumseffekte auf lebenslange Hirnentwicklung hinweist.
  • · Diese Geburtsgewichtseffekte auf die Hirnentwicklung blieben nach Kontrolle für Alter, Geschlecht und SES bestehen, was auf robuste biologische Mechanismen hindeutet.
RCT ADHS 2012 nortriptyline

Nortriptyline for treating enuresis in ADHD—a randomized double-blind controlled clinical trial

Ghanizadeh, A.; Haghighat, Rezvan · Pediatric Nephrology

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese randomisierte, doppelblinde, kontrollierte Studie untersuchte die Wirksamkeit von Nortriptylin zur Behandlung nächtlicher Enuresis bei Kindern mit ADHS. Während Nortriptylin während der Behandlung die Enuresis-Häufigkeit statistisch signifikant reduzierte, trat nach Beendigung der Therapie ein vollständiger Rückfall auf. Beide Substanzen wurden gut vertragen.

  • · Nortriptylin reduzierte die nächtliche Enuresis-Häufigkeit während der Behandlung statistisch signifikant im Vergleich zu Placebo bei Kindern mit ADHS.
  • · Nach Beendigung der Nortriptylin-Gabe kam es zu einem Rückfall der Enuresis auf das Ausgangsniveau, unabhängig davon, ob die Kinder Nortriptylin oder Placebo erhalten hatten.
  • · Sowohl Nortriptylin als auch Placebo wurden gut vertragen, ohne gravierende Nebenwirkungen berichtet zu werden.
  • · Die Behandlung kombinierte Methylphenidat (45 Tage) mit Nortriptylin oder Placebo (30 Tage) bei 43 Kindern im Alter von 5–14 Jahren.
  • · Dies ist die erste kontrollierte Studie, die die Wirksamkeit von Nortriptylin speziell zur Behandlung von Enuresis bei Kindern mit ADHS untersucht hat.
Andere verwandt 2012 dopaminergic pathways

Pain relief produces negative reinforcement through activation of mesolimbic reward–valuation circuitry

Navratilova, Edita; Xie, Jennifer Y.; Okun, Alec; Qu, Chaoling et al. · Proceedings of the National Academy of Sciences

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Tierexperimentelle Studie zeigt, dass Schmerzlinderung über Aktivierung mesolimbischer Dopaminbahnen (VTA→NAc) negative Verstärkung erzeugt. Dopaminantagonisten im NAc blockieren diesen Effekt, was das Belohnungssystem als zentrales Substrat negativer Verstärkung identifiziert.

  • · Schmerzlinderung aktiviert dopaminerge Zellen im ventralen Tegmentum (VTA) und erhöht Dopaminfreisetzung im Nucleus accumbens, was negative Verstärkung vermittelt.
  • · Schmerzlinderung induziert konditionierte Präferenz, die durch Dopaminantagonisten im Nucleus accumbens blockiert wird, was die kausale Rolle des mesolimbischen Belohnungssystems belegt.
  • · Das mesolimbische Belohnungs-Bewertungssystem (VTA→NAc) vermittelt nicht nur positive, sondern auch negative Verstärkung durch Schmerzlinderung.
Review verwandt 2012 adhd attention executive function

Practical Use and Risk of Modafinil, a Novel Waking Drug

Kim, Dong‐Soo · Environmental Health and Toxicology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zur praktischen Anwendung und Risiken von Modafinil als Wachmacher. Überblick über Indikationen, Wirkungsmechanismus und Sicherheitsbedenken. Schlägt psychoneuroimmunologischen Ansatz zur Bewertung von Langzeiteffekten vor.

  • · Modafinil verbessert Wachheit, kognitive Reaktionen und Stimmung mit geringerem Missbrauchspotenzial als klassische Stimulanzien.
  • · Anwendungskontexte für Modafinil umfassen Schlafstörungen, Schichtarbeiter, militärische Einsätze und kognitives Enhancement.
  • · Langzeitsicherheit und immunologische Effekte von Modafinil sind noch nicht ausreichend erforscht; psychoneuroimmunologische Aspekte benötigen weiteres Studium.
Review verwandt 2012 default mode network

Resting State Networks and Consciousness

Heine, Lizette; Soddu, Andrea; Gómez, Francisco; Vanhaudenhuyse, Audrey et al. · Frontiers in Psychology

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Systematischer Review der fMRI-Ruhezustandsnetzwerke (insbesondere DMN, exekutive Kontrolle, Salienz) bei veränderten Bewusstseinszuständen. Zeigt, dass RSN-Konnektivität mit Bewusstseinsgrad korreliert und klinisch als Diagnostikum genutzt werden kann. Methodische Herausforderungen bei hirnverletzten Patienten werden diskutiert.

  • · Ruhezustandsnetzwerke (Resting State Networks, RSNs) wie das Default Mode Network (DMN) zeigen charakteristische Veränderungen unter veränderten Bewusstseinszuständen (Schlaf, Narkose, Koma, Wachkoma).
  • · Das DMN ist bei klinisch bewusstlosen Patienten (Wachkoma) signifikant gestört, während minimale Bewusstseinsreste mit teilweise erhaltener DMN-Konnektivität korrelieren.
  • · Exekutive Kontroll- und Salienznetzwerke zeigen parallele Veränderungen zur Bewusstseinstiefe, was auf ein gemeinsames neurales Substrat für Aufmerksamkeit und Bewusstsein hindeutet.
  • · Methodisch werden Seed-basierte Korrelationsanalysen und Independent Components Analysis (ICA) als komplementäre Ansätze zur RSN-Analyse in klinischen Populationen empfohlen.
Review ADHS 2012 dopaminergic pathways

Reward circuitry dysfunction in psychiatric and neurodevelopmental disorders and genetic syndromes: animal models and clinical findings

Dichter, Gabriel S.; Damiano, Cara A; Allen, John · Journal of Neurodevelopmental Disorders

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Umfassender Review über Belohnungskreislauf-Dysfunktionen bei psychiatrischen und neurodevelopmentalen Störungen. ADHS teilt dopaminerge Hypofunktion im Striatum mit Suchterkrankungen und anderen Störungen; gemeinsame Belohnungsmechanismen erklären Komorbiditäten.

  • · Störungen des Belohnungskreislaufs sind ein gemeinsames neurobiologisches Merkmal über psychiatrische und neurodevelopmentale Störungen hinweg, einschließlich ADHS, Schizophrenie, ASD und Suchterkrankungen.
  • · ADHS ist mit reduzierter striataler Belohnungsaktivierung und dopaminerger Hypoaktivität assoziiert, ähnlich wie bei Substanzabhängigkeit.
  • · Gemeinsame Belohnungsweg-Mechanismen könnten erklären, warum ADHS mit erhöhtem Sucht- und Abhängigkeitsrisiko einhergeht.
  • · Tiermodelle zeigen konsistente Dopaminrezeptor-Veränderungen in mesolimbischen Strukturen, die klinische Belohnungsdysfunktion widerspiegeln.
Beobachtungsstudie verwandt 2012 default mode network

Salience network integrity predicts default mode network function after traumatic brain injury

Bonnelle, Valérie; Ham, Timothy; Leech, Robert; Kinnunen, Kirsi M. et al. · Proceedings of the National Academy of Sciences

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Studie (n=82; 57 TBI-Patienten, 25 Kontrollen) zeigt, dass strukturelle Integrität des Salienz-Netzwerks (ACC, anteriore Insula) das Default-Mode-Network reguliert. Kognitive Defizite nach TBI gehen mit gestörter Salienz-Netzwerk-Konnektivität einher.

  • · Strukturelle Integrität des Salienz-Netzwerks (inkl. ACC und anteriorer Insula) sagt Ruhezustand-Funktionalität des Default Mode Networks nach Schädel-Hirn-Trauma voraus.
  • · Stop-Signal-Aufgaben-Leistung nach TBI korrelierte mit struktureller Konnektivität des Salienz-Netzwerks.
  • · ACC und anteriore Insula spielen als Bestandteile des Salienz-Netzwerks eine regulierende Rolle bei der Steuerung anderer Großhirn-Netzwerke.
Review ADHS 2012 noradrenergic system locus coeruleus lc ne arousal

Synergistic tonic and phasic activity of the locus coeruleus norepinephrine (LC-NE) arousal system is required for optimal attentional performance.

Howells Fleur, M; Stein Dan, J; Russell Vivienne, A · Metabolic brain disease

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Review über das LC-NE-System bei Aufmerksamkeitsregulation und psychiatrischen Störungen. ADHS ist mit Hypoarousal durch verringerte tonische LC-Aktivität assoziiert; Alpha-2-Agonisten wirken durch Stabilisierung der LC-NE-Signalübertragung.

  • · Optimale Aufmerksamkeitsleistung erfordert synergistische tonische (1–3 Hz) und phasische Aktivität des Locus coeruleus-Noradrenalin-Systems.
  • · Hypoarousal bei ADHS ist mit verringerter tonischer LC-NE-Feuerrrate und erhöhter Ablenkbarkeit assoziiert.
  • · Zu hohe tonische LC-Aktivität (wie bei Stress/PTSD) beeinträchtigt phasische Signale und verringert zielgerichtete Aufmerksamkeit.
  • · Alpha-2-Agonisten (Clonidin, Guanfacin) stabilisieren tonische LC-NE-Aktivität und verbessern so das Signal-Rausch-Verhältnis für Aufmerksamkeit.
Beobachtungsstudie verwandt 2012 amygdala irritability

The Affective Reactivity Index: a concise irritability scale for clinical and research settings

Stringaris, Argyris; Goodman, Robert; Ferdinando, Sumudu; Razdan, Varun et al. · Journal of Child Psychology and Psychiatry

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Validierungsstudie des Affective Reactivity Index (ARI) als Kurzinstrument zur Reizbarkeits-Messung bei Kindern und Jugendlichen. Zeigt gute psychometrische Eigenschaften in zwei klinischen Stichproben (USA und UK).

  • · Der Affective Reactivity Index (ARI) ist ein valides, kurzes Instrument zur Messung von Reizbarkeit in klinischen und Forschungssettings.
  • · ARI zeigte gute psychometrische Eigenschaften in einem US-amerikanischen und einem britischen klinischen Sample.
Review ADHS 2012 nortriptyline

The Canadian Network for Mood and Anxiety Treatments (CANMAT) task force recommendations for the management of patients with mood disorders and comorbid attention-deficit/hyperactivity disorder.

Bond, David J; Hadjipavlou, George; Lam, Raymond W; McIntyre, Roger S et al. · Annals of clinical psychiatry : official journal of the American Academy of Clinical Psychiatrists

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Die CANMAT-Taskforce empfiehlt Richtlinien für die Behandlung von Erwachsenen mit Stimmungsstörungen und komorbidität ADHS. Bei bipolarer Störung sollten Stimmungsstabilisatoren vor ADHS-Therapien eingeleitet werden, mit Bupropion als First-Line-Option. Bei Depression mit ADHS werden Bupropion, Antidepressiva mit Stimulantien oder CBT empfohlen, mit Nortriptylin als Second-Line-Option.

  • · Patienten mit bipolarer Störung und Major Depression entwickeln ADHS in deutlich höherem Ausmaß als die Allgemeinbevölkerung, wobei ADHS in dieser Population häufig unbehandelt bleibt.
  • · ADHS bei Stimmungsstörungen sollte diagnostiziert werden, wenn typische Symptome während Phasen anhaltender Euthymie persistieren.
  • · Bei Patienten mit bipolarer Störung I und ADHS sollten vor Einleitung einer ADHS-Therapie Stimmungsstabilisatoren verordnet werden, da viele ADHS-Behandlungen das Risiko einer manischen Destabilisierung bergen.
  • · Bupropion ist eine angemessene First-Line-Behandlung für bipolare Störung mit ADHS, während gemischte Amphetaminsalze und Methylphenidat bei Patienten mit niedrigem Manie-Risiko in Betracht kommen.
  • · Desipramin, Nortriptylin und Venlafaxin sind Second-Line-Optionen für Depression mit ADHS.
RCT ADHS 2012 lisdexamfetamine

The effects of lisdexamfetamine dimesylate on the driving performance of young adults with ADHD: A randomized, double-blind, placebo-controlled study using a validated driving simulator paradigm

Biederman, Joseph; Fried, Ronna; Hammerness, Paul; Surman, Craig et al. · Journal of Psychiatric Research

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Beobachtungsstudie ADHS 2012 atomoxetine adhd adults

The epidemiology of pharmacologically treated attention deficit hyperactivity disorder (ADHD) in children, adolescents and adults in UK primary care

McCarthy, Suzanne; Wilton, Lynda; Murray, Macey L.; Hodgkins, Paul et al. · BMC Pediatrics

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Epidemiologische Studie zur Verschreibungsprävalenz pharmakologisch behandelter ADHS in britischer Primärversorgung (2003–2008). Steigende Verschreibungsraten; erhebliche Unterversorgung bei Erwachsenen im Vergleich zu geschätzter Prävalenz.

  • · Verschreibungsprävalenz für ADHS-Medikamente in britischen Hausarztpraxen stieg zwischen 2003 und 2008 kontinuierlich an.
  • · Behandlung erwachsener ADHS-Patienten mit Medikamenten ist deutlich unter den epidemiologischen Prävalenzschätzungen; große Versorgungslücke in der Erwachsenenbehandlung.
  • · Methylphenidat war das am häufigsten verschriebene Medikament in allen Altersgruppen.
Review verwandt 2012 amygdala

The functional neuroanatomy of bipolar disorder: a consensus model

Strakowski, Stephen M.; Adler, Caleb M.; Almeida, Jorge; Altshuler, Lori L. et al. · Bipolar Disorders

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Konsensmodell zur funktionellen Neuroanatomie bipolarer Störungen. Amygdala, ventrale präfrontale Regionen und Striatum sind zentrale Strukturen; Dysfunktion der PFC-Amygdala-Regulation erklärt affektive Dysregulation.

  • · Ein Konsensmodell der funktionellen Neuroanatomie bipolarer Störungen identifiziert Amygdala, ventrale präfrontale Regionen und ventrale striatale Systeme als Kernstrukturen.
  • · Dysfunktionale Regulation der emotionalen Prozesse durch den ventralen PFC über die Amygdala steht im Zentrum bipolarer Neurobiologie.
Review verwandt 2012 hippocampus

Training the developing brain: a neurocognitive perspective

Jolles, Dietsje; Crone, Eveline A. · Frontiers in Human Neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Neurokognitive Review über die Effekte von Training auf das sich entwickelnde Gehirn. Begrenzte Transfereffekte kognitiver Trainings, aber biologische Plastizitätsnachweise. Kindesalter als sensitive Phase, jedoch mit komplexen Effekten.

  • · Kognitives Training kann im Kindesalter spezifische Funktionen verbessern, jedoch sind Transfereffekte auf untrainierte Aufgaben begrenzt und nicht immer belegt.
  • · Neuroimaging-Befunde zeigen, dass Training zu strukturellen und funktionellen Gehirnveränderungen führt, die als Korrelate kognitiver Plastizität interpretiert werden.
  • · Das Kindesalter stellt eine sensitive Phase für kognitives Training dar; jedoch ist Training nicht immer vorteilhaft und kann bei bestimmten Aufgaben kontraproduktiv sein.
RCT ADHS 2012 modafinil

Using the Test of Variables of Attention to Determine the Effectiveness of Modafinil in Children With Attention-Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD): A Prospective Methylphenidate-Controlled Trial

Goez, Helly; Scott, Ori; Nevo, Neta; Bennett-Back, Odeya et al. · Journal of Child Neurology

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese prospektive, kontrollierte Crossover-Studie vergleicht Modafinil und Methylphenidat bei 28 Kindern mit ADHS anhand des Test of Variables of Attention (TOVA). Beide Substanzen verbesserten die kontinuierliche Aufmerksamkeitsleistung in vergleichbarem Ausmaß ohne signifikanten Unterschied. Unerwünschte Wirkungen waren bei beiden Medikamenten mild und selbstlimitierend.

  • · Modafinil ist bei Kindern mit ADHS in der kontinuierlichen Aufmerksamkeitsleistung (gemessen mit dem Test of Variables of Attention) ebenso wirksam wie Methylphenidat (kein signifikanter Unterschied, p < .05).
  • · Die mittleren TOVA-Scores verbesserten sich von -2,04 (Baseline) auf 0,017 (nach Methylphenidat) und 0,09 (nach Modafinil), was vergleichbare Verbesserungen beider Substanzen zeigt.
  • · 28 Kinder schlossen die Studie ab; jedes Kind erhielt beide Substanzen (Crossover-Design), wobei zuerst eine Einzeldosis einer Substanz verabreicht wurde und anschließend die andere.
  • · Unerwünschte Ereignisse beider Medikamente waren mild und selbstlimitierend, darunter Bauchschmerzen, Durchfall und Hyposomnie.
  • · Die Autoren fordern eine größere Langzeitstudie zur Bestätigung der Gleichwertigkeit von Modafinil und Methylphenidat bei pädiatrischer ADHS.
RCT ADHS 2011 reboxetine

A comparison of the effects of reboxetine and placebo on reaction time in adults with Attention Deficit-Hyperactivity Disorder (ADHD).

Hashemian, Farshad; Mohammadian, S; Riahi, Forough; Ghaeli, Padideh et al. · PubMed

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Die Studie verglich die Effekte von Reboxetin und Placebo auf die Reaktionszeit bei Erwachsenen mit ADHS. Die Ergebnisse zeigten, dass Reboxetin die Reaktionszeit in visuellen und auditiven Aufgaben nicht beeinflusste. Die Autoren fordern größere und längerfristig angelegte Studien zur Bestätigung dieser negativen Befunde.

  • · Reboxetin zeigte keine Effekte auf die Reaktionszeit (RT) bei Patienten mit ADHS in visuellen und auditiven Aufgaben.
  • · Die Studie deutet darauf hin, dass weitere Untersuchungen mit größeren Patientenkohorten und längerer Studiendauer erforderlich sind, um die Ergebnisse zu bestätigen.
Beobachtungsstudie verwandt 2011 basal ganglia cerebellum insula

Abnormal structure of frontostriatal brain systems is associated with aspects of impulsivity and compulsivity in cocaine dependence

Ersche, Karen D.; Barnes, Anna; Jones, P. Simon; Morein‐Zamir, Sharon et al. · Brain

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

MRI-Studie (n=120, je 60 Kokainabhängige und Kontrollen) belegt strukturelle frontostriatale Abnormalitäten bei Kokainabhängigkeit, besonders im OFC und PFC. Impulsivität und Compulsivität korrelieren mit grauer Substanzreduktion – ähnliche Muster wie bei ADHS.

  • · Kokainabhängige Personen zeigten signifikant reduziertes Graues-Substanz-Volumen in orbitofrontalem Kortex, präfrontalem Kortex und Insula im Vergleich zu Kontrollen.
  • · Reduziertes OFC-Volumen korrelierte mit erhöhter Impulsivität und Compulsivität sowie längerer Kokainkonsumdauer.
  • · Strukturelle frontostriatale Veränderungen bei Kokainabhängigkeit spiegeln ähnliche neuroanatomische Befunde wie bei ADHS wider, insbesondere im PFC und OFC.
Meta-Analyse ADHS 2011 modafinil

Amphetamines for Attention Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD) in adults.

Castells, Xavier; Ramos-Quiroga, Josep Antoni; Bosch, Rosa; Nogueira, Mariana et al. · The Cochrane database of systematic reviews

Zusammenfassung & 7 Kernbefunde

Diese Cochrane-Metaanalyse untersuchte die Wirksamkeit und Sicherheit von Amphetaminen (Dextroamphetamin, Lisdexamphetamin, gemischte Amphetaminsalze) zur Behandlung von ADHS bei Erwachsenen anhand von 7 placebokontrollierten RCTs mit 1091 Teilnehmern. Amphetamine zeigten eine moderate Überlegenheit gegenüber Placebo in der Symptomreduktion, waren jedoch mit erhöhten Therapieabbruchraten aufgrund von Nebenwirkungen verbunden. Das generell hohe Verzerrungsrisiko der Primärstudien mahnt zur Vorsicht bei der Interpretation der Effektgröße.

  • · Amphetamine verbesserten die ADHS-Symptomschwere bei Erwachsenen signifikant gegenüber Placebo (SMD = -0,72; 95%-KI -0,87 bis -0,57), basierend auf 7 Studien mit 1091 Teilnehmern.
  • · Amphetamine waren mit einem signifikant erhöhten Behandlungsabbruch aufgrund unerwünschter Ereignisse assoziiert (RR 3,03; 95%-KI 1,52–6,05).
  • · Gemischte Amphetaminsalze (MAS) verbesserten neben der Symptomreduktion auch die Behandlungsbindung (Retention in Treatment), was für Dextroamphetamin und Lisdexamphetamin nicht gezeigt wurde.
  • · Kein signifikanter Unterschied in der Wirksamkeit zwischen verschiedenen Dosierungen sowie zwischen Sofort- und Retardformulierungen wurde gefunden.
  • · Im direkten Vergleich mit anderen Medikamenten (Guanfacin, Modafinil, Paroxetin) zeigten Amphetamine keine überlegene Wirksamkeit.
Beobachtungsstudie ADHS 2011 adhd executive function emotion regulation

An Examination of the Effects of ADHD Coaching on University Students' Executive Functioning.

Parker, David R.; Hoffman, Sharon Field; Sawilowsky, Shlomo S.; Rolands, Laura · The Journal of Postsecondary Education and Disability

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Qualitative Pilotstudie (2011) zu ADHS-Coaching-Effekten bei N=7 Studierenden an einer US-Universität über ein Semester. Qualitative Interviews zeigen verbesserte Zielerreichung, positive Coach-Beziehung und gesteigertes Wohlbefinden; unterstützt durch quantitative Daten. Sehr limitierte Stichprobe.

  • · ADHS-Coaching verbesserte bei N=7 Studierenden mit ADHS die Zielerreichungskompetenzen, das Wohlbefinden und die Selbstregulationsfähigkeiten nach einem Semester.
  • · Drei Hauptthemen aus qualitativen Interviews: verbesserte Zielerreichung, positive Erfahrungen mit qualifizierten Coaches, und gesteigertes Wohlbefinden/Selbstregulation.
  • · Pilotstudie zeigt Akzeptanz und subjektiv wahrgenommenen Nutzen von ADHS-Coaching als ergänzende Unterstützungsmaßnahme für Hochschulstudierende.
Beobachtungsstudie ADHS 2011 adhd dopaminergic pathways basal ganglia

Attention Deficit/Hyperactivity Disorder

Silva, Neivo da; Szobot, Cláudia Maciel; Anselmi, Carlos Eduardo; Jackowski, Andrea Parolin et al. · Clinical Nuclear Medicine

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Bildgebungsstudie (n=84; 40 ADHS, 44 Kontrollen) untersucht Zusammenhang zwischen DAT-Dichte im Striatum und kortiko-subkortikalem Blutfluss bei ADHS-Kindern. Erhöhte striatale DAT-Dichte geht mit verändertem CBF einher und unterstützt dopaminerge Dysfunktionshypothese.

  • · ADHS-Kinder zeigten erhöhte Dopamintransporterdichte im Striatum im Vergleich zu Kontrollkindern, was auf eine Hypofunktion des dopaminergen Systems hinweist.
  • · Erhöhte DAT-Dichte im Striatum korrelierte mit kortiko-subkortikal verändertem zerebralem Blutfluss (CBF) bei ADHS-Kindern.
  • · Der kombinierende ADHS-Subtyp zeigte ausgeprägtere DAT-Abnormalitäten als andere Subtypen.
Review verwandt 2011 dopaminergic pathways

Autonomic dysregulation and the Window of Tolerance model of the effects of complex emotional trauma.

Corrigan F, M; Fisher J, J; Nutt D, J · Journal of psychopharmacology (Oxford, England)

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Diese theoretische Review beschreibt das Window of Tolerance-Modell für Langzeitfolgen komplexer emotionaler Traumatisierung. Aufsteigende monoaminerge Bahnen (besonders Dopamin) werden als vermittelnde Mechanismen für anhaltende Arousal- und Stimmungsdysregulation nach Trauma vorgeschlagen.

  • · Traumatische Erlebnisse in der Kindheit führen zu einer anhaltenden autonomen Dysregulation, die durch Stimuli mit Traumabezug leicht getriggert werden kann.
  • · Ein Ungleichgewicht in den aufsteigenden dopaminergen Bahnen kann zu raschen Schwankungen in Arousal, Stimmung, Antrieb und Motivation führen.
  • · Das periaquäduktale Grau (PAG) vermittelt unmittelbare Abwehrreaktionen auf traumatische Ereignisse und deren Erinnerungs-Trigger.
  • · Das Window of Tolerance-Modell beschreibt dysfunktionale Verhaltensweisen (Selbstverletzung, Substanzmissbrauch) als Versuche zur Regulation eines leicht triggerbaren autonomen Nervensystems.
Meta-Analyse ADHS 2011 bupropion

Bupropion for adults with attention-deficit hyperactivity disorder: meta-analysis of randomized, placebo-controlled trials.

Maneeton, Narong; Maneeton, Benchalak; Srisurapanont, Manit; Martin, Stephen D · Psychiatry and clinical neurosciences

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Metaanalyse fasste 5 randomisierte placebokontrollierte Studien mit insgesamt 349 Erwachsenen mit ADHS zusammen und untersuchte die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Bupropion SR/ER. Bupropion zeigte eine signifikante Überlegenheit gegenüber Placebo sowohl in der Symptomreduktion als auch in der Gesamtansprechrate. Akzeptabilität und Verträglichkeit unterschieden sich dabei nicht signifikant von Placebo.

  • · Bupropion (Sustained- oder Extended-Release) war bei Erwachsenen mit ADHS signifikant wirksamer als Placebo in der Reduktion des ADHS-Rating-Scale-Scores (gewichtete mittlere Differenz: 5,08; 95%-KI 3,13–7,03), basierend auf 5 RCTs mit 349 Teilnehmern.
  • · Die Gesamtansprechrate unter Bupropion war signifikant höher als unter Placebo (Relatives Risiko: 1,67; 95%-KI 1,23–2,26).
  • · Die Gesamtabbruchrate und die Abbruchrate aufgrund von Nebenwirkungen unterschieden sich nicht signifikant zwischen Bupropion und Placebo (RR Abbruch gesamt: 1,11; 95%-KI 0,71–1,72; RR Abbruch wegen UAW: 0,87; 95%-KI 0,08–9,79).
  • · Alle in der Metaanalyse eingeschlossenen Studien verwendeten Bupropion SR (Sustained-Release) oder ER (Extended-Release) als Prüfmedikation.
  • · Obwohl Bupropion wirksamer als Placebo war, war seine Akzeptabilität (gemessen an der Gesamtabbruchrate) und Verträglichkeit nicht signifikant besser als Placebo.
Review ADHS 2011 noradrenergic system working memory

Catecholamine influences on dorsolateral prefrontal cortical networks.

Arnsten Amy F, T · Biological psychiatry

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Übersichtsarbeit zu Katecholamineinflüssen auf den dorsolateralen PFC bei ADHS. Noradrenalin (α2A) und Dopamin (D1) modulieren PFC-Netzwerke in einem umgekehrt-U-förmigen Dosis-Wirkungs-Muster. Alle ADHS-Medikamente wirken über Verstärkung dieser Katecholamintransmission.

  • · Der dorsolaterale PFC ist besonders empfindlich gegenüber Katecholaminspiegeln: sowohl zu wenig als auch zu viel Noradrenalin/Dopamin beeinträchtigen die PFC-Funktion.
  • · Noradrenalin stärkt PFC-Netzwerkkonnektivität und persistente Aktivierung via α2A-Adrenorezeptoren; Dopamin reguliert die räumliche Spezifität via D1-Rezeptoren.
  • · Alle aktuellen ADHS-Pharmakotherapien (MPH, Amphetamin, Atomoxetin, Guanfacin) verstärken die Katecholamintransmission im PFC.
  • · Das umgekehrte U-förmige Dosis-Wirkungsprofil von Katecholaminen im PFC erklärt, warum sowohl zu hohe als auch zu niedrige Dosen die kognitive Funktion beeinträchtigen.
RCT ADHS 2011 clonidine

Clonidine Extended-Release Tablets as Add-on Therapy to Psychostimulants in Children and Adolescents With ADHD

Kollins, S.; Jain, R.; Brams, M.; Segal, S. et al. · Pediatrics

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Phase-3-RCT belegt Wirksamkeit und Sicherheit von Clonidin Extended-Release (CLON-XR) als Zusatztherapie zu Stimulanzien bei Kindern und Jugendlichen mit unzureichendem Ansprechen auf Stimulanzien allein. Signifikante Symptomreduktion bei guter Verträglichkeit.

  • · Clonidin-Hydrochlorid Retardtabletten (CLON-XR) als Add-on zu Stimulanzien zeigten gegenüber Placebo+Stimulanzien signifikante Verbesserungen aller primären Efficacy-Maße nach 5 Wochen.
  • · CLON-XR kombiniert mit Stimulanzien war gut verträglich; die häufigste Nebenwirkung war Somnolenz.
  • · Die Kombination aus Clonidin und Stimulanzien adressiert sowohl hyperaktiv-impulsive als auch unaufmerksame ADHS-Symptome stärker als Stimulanzien allein.
RCT ADHS 2011 adhd inattentive adhd adults adhd combined

Divergence by ADHD subtype in smoking cessation response to OROS-methylphenidate.

Covey Lirio, S; Mei-Chen, Hu; Judith, Weissman; Ivana, Croghan et al. · Nicotine & tobacco research : official journal of the Society for Research on Nicotine and Tobacco

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

RCT (n=254 erwachsene Raucher mit ADHS) zeigt subtyp-spezifisches Ansprechen auf OROS-MPH bei Raucherentwöhnung: Kombinationstyp profitiert, unaufmerksamer Typ nicht. Unterstützt die Annahme qualitativer Unterschiede zwischen ADHS-Subtypen.

  • · OROS-Methylphenidat als Augmentationsbehandlung zu Nikotinpflaster verbesserte die Raucherentwöhnungsrate bei ADHS-Kombinationstyp, nicht aber beim unaufmerksamen Typ.
  • · Die unterschiedliche Behandlungsrespons zwischen ADHS-Subtypen (Kombinationstyp vs. unaufmerksamer Typ) deutet auf qualitative Heterogenität zwischen den Subtypen hin.
  • · Dopaminerge Verstärkung durch Methylphenidat scheint den Subtyp-spezifischen Effekt auf Raucherentwöhnung zu erklären.
Beobachtungsstudie verwandt 2011 dopaminergic pathways

Dorsolateral prefrontal cortex drives mesolimbic dopaminergic regions to initiate motivated behavior.

Ballard Ian, C; Murty Vishnu, P; McKell, Carter R; MacInnes Jeffrey, J et al. · The Journal of neuroscience : the official journal of the Society for Neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

fMRI-Studie mit Dynamic Causal Modeling belegt, dass der dorsolaterale PFC die mesolimbischen Dopaminregionen (VTA, NAcc) top-down während Belohnungsantizipation antreibt. Gibt neuroanatomisches Substrat für kognitive Kontrolle über Motivation.

  • · Der dorsolaterale PFC initiiert motiviertes Verhalten durch funktionelle Konnektivität mit dem ventralen tegmentalen Areal (VTA) und Nucleus accumbens.
  • · fMRI-Daten mit Dynamic Causal Modeling zeigen, dass dlPFC-Aktivierung während Belohnungsantizipation mesolimbische Regionen top-down ansteuert.
  • · Die dlPFC → VTA → NAcc Schaltkreis ist ein neuronales Substrat für Motivation und Antrieb; Störungen hierin können Motivationsdefizite bei ADHS erklären.
RCT verwandt 2011 modafinil

Effect of Modafinil on Learning and Task-Related Brain Activity in Methamphetamine-Dependent and Healthy Individuals

Ghahremani, Dara G.; Tabibnia, Golnaz; Monterosso, John; Hellemann, Gerhard et al. · Neuropsychopharmacology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Randomisierte, doppelblinde Crossover-Studie untersucht Modafinil-Effekte auf Lernen und neuronale Aktivität bei Methamphetamin-Abhängigen und Gesunden per fMRI. Modafinil verbessert kognitive Leistung und präfrontale Aktivierung in beiden Gruppen.

  • · Modafinil (200 mg) verbesserte Lernleistungen sowohl bei Methamphetamin-abhängigen als auch bei gesunden Teilnehmern in einem randomisierten Crossover-Design.
  • · Modafinil modulierte aufgabenbezogene Hirnaktivität in präfrontalen und parietalen Regionen, die mit kognitiver Kontrolle assoziiert sind.
  • · Kognitive Defizite bei Methamphetamin-Abhängigen wurden durch Modafinil teilweise kompensiert, was die Substanz als potenzielles Adjuvans bei Suchttherapie positioniert.
Andere ADHS 2011 lisdexamfetamine

Efficacy and Safety of Lisdexamfetamine Dimesylate in Adolescents With Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder

Findling, Robert L.; Childress, Ann; Cutler, Andrew J.; Gasior, Maria et al. · Journal of the American Academy of Child & Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Systematic Review verwandt 2011 clonidine

European clinical guidelines for Tourette syndrome and other tic disorders. Part II: pharmacological treatment

Roessner, Veit; Plessen, Kerstin Jessica; Rothenberger, Aribert; Ludolph, Andrea G. et al. · European Child & Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Europäische Leitlinien für pharmakologische Behandlung des Tourette-Syndroms (ESSTS). Antipsychotika haben stärkste Evidenz; Alpha-2-Agonisten (Clonidin, Guanfacin) empfohlen bei komorbider ADHS. Begrenzte Qualität der verfügbaren Studien.

  • · Antipsychotika (Haloperidol, Aripiprazol, Risperidon) haben die beste Evidenz für die pharmakologische Behandlung des Tourette-Syndroms.
  • · Alpha-2-Agonisten (Clonidin, Guanfacin) sind bei milderen Tic-Störungen mit komorbider ADHS wirksam und gut verträglich.
  • · Nur wenige Studien zu Tic-Pharmakotherapie erfüllen strenge Qualitätskriterien; die Evidenzbasis bleibt begrenzt.
Beobachtungsstudie ADHS 2011 nucleus accumbens adhd adults adhd genetics

Evaluating Dopamine Reward Pathway in ADHD

Volkow, Nora D.; Wang, Gene‐Jack; Kollins, Scott H.; Wigal, Tim et al.

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

PET-Studie von Volkow et al. (2011) zur Untersuchung des dopaminergen Belohnungspfads bei ADHS. Zeigt reduzierte dopaminerge Aktivität in striatalen Regionen (NAcc, Caudat, Putamen) bei Erwachsenen mit ADHS, die mit Symptomausprägung und Motivationsdefiziten korreliert.

  • · PET-Studie (Volkow et al.) belegt reduzierte dopaminerge Aktivität im Belohnungspfad (Nucleus Accumbens, Caudat, Putamen) bei Erwachsenen mit ADHS im Vergleich zu Kontrollen.
  • · Die reduzierte DA-Aktivität im Striatum korreliert mit ADHS-Symptomschwere und dem subjektiven Erleben von Desinteresse und verminderte Motivation bei Betroffenen.
  • · Methylphenidat-Effekte auf den Dopaminstoffwechsel im Striatum erklären teilweise die therapeutische Wirkung bei ADHS-Patienten mit dopaminerger Hypoaktivität.
RCT ADHS 2011 adhd inattentive working memory executive function

Executive Impairment Determines ADHD Medication Response: Implications for Academic Achievement

Hale, James B.; Reddy, Linda A.; Semrud-Clikeman, Margaret; Hain, Lisa A. et al. · Journal of Learning Disabilities

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Doppelblinde, placebokontrollierte Methylphenidat-Studie (n=56) zeigt, dass exekutive Beeinträchtigung das Ansprechen auf Methylphenidat bei ADHS-Subtypen vorhersagt. CT-Kinder profitieren stärker, IT-Kinder unterscheiden sich weniger von Placebo. Neuropsychologisches Assessment sollte in die Behandlungsplanung einfließen.

  • · Kinder mit ADHS-Kombinationstyp (CT) zeigten stärkere Beeinträchtigungen in Exekutivfunktionen/Arbeitsgedächtnis (EWM) und Selbstregulation (SR) als der unaufmerksame Typ (IT).
  • · Methylphenidat verbesserte EWM- und SR-Leistungen dosisabhängig; die Verbesserung war beim Kombinationstyp ausgeprägter als beim unaufmerksamen Typ.
  • · Neuropsychologische Testung identifizierte exekutive Beeinträchtigung als Prädiktor für das Ansprechen auf Methylphenidat-Behandlung.
  • · Standardmäßige Titration ohne neuropsychologische Baselinemessung kann suboptimale Behandlungsergebnisse liefern.
Review verwandt 2011 hippocampus

Harnessing neuroplasticity for clinical applications

Cramer, Steven C.; Sur, Mriganka; Dobkin, Bruce H.; O’Brien, Charles P. et al. · Brain

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

NIH Blueprint Workshop-Paper über klinische Anwendungen von Neuroplastizität. Überblick über plastizitätsbasierte Therapieansätze bei ZNS-Verletzungen, psychiatrischen und neurodegenerativen Erkrankungen. Betont gemeinsame Mechanismen und therapeutische Implikationen.

  • · Neuroplastizität kann durch externe und interne Stimuli induziert werden und bietet klinische Ansatzpunkte für die Behandlung neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen.
  • · Therapeutische Ansätze wie kognitives Training, transkranielle Magnetstimulation und pharmakologische Modulatoren können neuroplastische Veränderungen klinisch nutzbar machen.
  • · Neuroplastizität ist über alle Altersgruppen relevant, mit entwicklungsabhängigen Unterschieden in Ausmaß und Art der Plastizität.
Review verwandt 2011 emotional dysregulation

I. CHILDREN IN INSTITUTIONAL CARE: DELAYED DEVELOPMENT AND RESILIENCE

IJzendoorn, Marinus H. van; Palacios, Jesús; Sonuga‐Barke, Edmund; Gunnar, Megan R. et al. · Monographs of the Society for Research in Child Development

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zu Entwicklungsfolgen früher institutioneller Betreuung. Kinder zeigen multiple Entwicklungsverzögerungen; genetische und Umweltfaktoren modulieren Resilienz und Erholung nach Adoption.

  • · Kinder in Heimbetreuung zeigen verzögertes körperliches, kognitives, sprachliches und emotionales Entwicklung aufgrund von struktureller Vernachlässigung.
  • · Frühkindliche institutionelle Erfahrungen beeinflussen Hippocampus-vermitteltes Lernen und Gedächtnis sowie emotionale Regulation langfristig.
  • · Es gibt keine einheitliche 'post-institutionelle Syndrome' – die Effekte sind variabel und von Umweltfaktoren sowie Genetik moduliert.
Beobachtungsstudie ADHS 2011 nucleus accumbens adhd adults

Motivation deficit in ADHD is associated with dysfunction of the dopamine reward pathway.

Volkow N, D; G-J, Wang; Newcorn J, H; Kollins S, H et al. · Molecular psychiatry

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

PET-Studie bei erwachsenen ADHS-Patienten belegt reduzierte Dopaminrezeptor- und -transporterverfügbarkeit im mesolimbischen Belohnungsweg. Dieser Befund korreliert mit Motivationsdefiziten und unterstützt die Hypothese, dass dopaminerge Belohnungswegedysfunktion dem Motivationsmangel bei ADHS zugrunde liegt.

  • · PET-Messungen zeigten reduzierte dopaminerge D2/D3-Rezeptor- und Dopamintransporter-Verfügbarkeit im Mittelhirn und Nucleus accumbens bei erwachsenen ADHS-Patienten im Vergleich zu Kontrollen.
  • · Reduzierte Dopaminrezeptorverfügbarkeit im Belohnungspfad korrelierte signifikant mit niedrigeren Motivationswerten (Achievement-Skala) bei ADHS-Patienten.
  • · Die Dysfunktion des dopaminergen Belohnungswegs (Mittelhirn, Nucleus accumbens) scheint motivationale Defizite bei ADHS zu vermitteln.
  • · ADHS-Teilnehmer erzielten signifikant niedrigere Motivationswerte als Kontrollen (11±5 vs. 15±3, p<0,001).
RCT verwandt 2011 bupropion sexual dysfunction dopaminergic pathways

Neural Correlates of Antidepressant-Related Sexual Dysfunction: A Placebo-Controlled fMRI Study on Healthy Males Under Subchronic Paroxetine and Bupropion

Abler, Birgit; Seeringer, Angela; Hartmann, Antonie; Grön, Georg et al. · Neuropsychopharmacology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Randomisierte doppelblinde Crossover-fMRI-Studie (n=18 gesunde Männer) zu neuronalen Korrelaten von Antidepressiva-bedingter sexueller Dysfunktion. Paroxetin reduziert Belohnungskreis-Aktivierung und verursacht sexuelle Dysfunktion; Bupropion ist diesbezüglich neutral. Relevant für Auswahl von Antidepressiva bei ADHS mit komorbider Depression.

  • · Paroxetin (SSRI) erhöhte subjektive sexuelle Dysfunktionswerte und reduzierte Aktivierung im anterioren Cingulums, ventralen Striatum und Mittelhirn im Vergleich zu Placebo und Bupropion.
  • · Bupropion ließ ACC-Aktivierungen unverändert und erhöhte im Vergleich zu Placebo Aktivität im posterioren Mittelhirn; keine sexuellen Nebenwirkungen.
  • · Reduzierte Belohnungskreis-Aktivierung (ACC, ventrales Striatum) unter Paroxetin entspricht dem Mechanismus SSRI-induzierter sexueller Dysfunktion.
Systematic Review ADHS 2011 desipramine

Pharmacological treatment for Attention Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD) in children with comorbid tic disorders.

Pringsheim, Tamara; Steeves, Thomas · The Cochrane database of systematic reviews

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese systematische Übersichtsarbeit von Pringsheim et al. evaluierte acht randomisierte kontrollierte Studien zu pharmakologischen Behandlungen von ADHS bei Kindern mit komorbiden Tic-Störungen. Die Ergebnisse zeigen, dass Methylphenidat, Clonidin, Guanfacin, Desipramin und Atomoxetin ADHS-Symptome reduzieren und teilweise auch Tic-Symptome verbessern, während die Befürchtung einer Verschlimmerung von Tics durch Stimulanzien in den meisten Fällen nicht bestätigt wurde.

  • · Methylphenidat, Clonidin, Guanfacin, Desipramin und Atomoxetin reduzieren ADHS-Symptome bei Kindern mit Tics.
  • · Tic-Symptome verbesserten sich bei Kindern unter Behandlung mit Guanfacin, Desipramin, Methylphenidat, Clonidin und der Kombination Methylphenidat + Clonidin.
  • · Stimulanzien wurden in den meisten Fällen nicht gezeigt, Tics zu verschlimmern, können aber in Einzelfällen zu einer Exazerbation führen.
  • · Hochdosis-Dextroamphetamin verschlimmerte Tics in einer Studie, wobei die Studiendauer jedoch begrenzt war.
  • · Desipramin ist wirksam für sowohl Tics als auch ADHS bei Kindern, Sicherheitsbedenken werden jedoch seine Verwendung in dieser Population weiterhin begrenzen.
Beobachtungsstudie ADHS 2011 adhd combined

Research Paper Working memory functioning in children with attentiondeficit/hyperactivity disorder (ADHD): A comparison between subtypes and normal controls

Cockcroft, K. · Journal of Child & Adolescent Mental Health

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar. Studie (2011) zu Arbeitsgedächtnisfunktionen bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-Störungen. Direkt relevant für Arbeitsgedächtnis-Defizite bei ADHS.

Andere verwandt 2011 default mode network attention other

REST: A Toolkit for Resting-State Functional Magnetic Resonance Imaging Data Processing

Song, Xiaowei; Dong, Zhang-Ye; Long, Xiangyu; Li, Sufang et al. · PLoS ONE

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Toolbox-Paper für REST (Resting-State fMRI Data Analysis Toolkit). Beschreibt Funktionen für rs-fMRI Analyse inkl. funktioneller Konnektivität, regionaler Homogenität und ALFF in MATLAB. Methodik relevant für ADHS-Neuroimaging-Studien.

  • · REST ermöglicht Analyse von Resting-State-fMRI-Daten inklusive funktioneller Konnektivität, regionaler Homogenität und ALFF in einer integrierten MATLAB-basierten Plattform.
  • · Resting-State-fMRI gewinnt als Methode zur Untersuchung von Gehirnnetzwerken an Bedeutung; standardisierte Tools verbessern Reproduzierbarkeit.
Review ADHS 2011 adhd noradrenergic system other

Safety and efficacy of clonidine and clonidine extended-release in the treatment of children and adolescents with attention deficit and hyperactivity disorders

Ming, X.; Mulvey, Martha; Mohanty, Sharanya; Patel, Viraj · Adolescent Health, Medicine and Therapeutics

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Systematischer Review von 10 klinischen Studien zu Clonidin und Clonidin CR bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS (1996–2011). Clonidin CR ist FDA-zugelassen, wirksam und sicher, besonders bei Komorbiditäten wie Tic-Störungen und Schlafproblemen.

  • · Clonidin extended-release (CR) und unmittelbares Clonidin sind bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS wirksam und gut verträglich, sowohl als Monotherapie als auch adjuvant zu Stimulanzien.
  • · Häufigste Nebenwirkungen von Clonidin bei ADHS-Behandlung: Sedierung, Somnolenz, Kopfschmerzen und Blutdruckveränderungen.
  • · Clonidin CR wurde von der FDA für ADHS-Behandlung bei Kindern (6–17 Jahre) zugelassen; wirkt über α2A-adrenerge Rezeptoren im PFC.
  • · 10 von 10 überprüften klinischen Studien (davon 8 doppelblind placebokontrolliert) zeigten Wirksamkeit von Clonidin bei ADHS-Komorbidität.
Andere ADHS 2011 reboxetine

The noradrenaline reuptake inhibitor atomoxetine phase-shifts the circadian clock in mice

O'Keeffe, Saileog; Thome, Johannes; Coogan, Andrew N. · Neuroscience

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die Studie untersucht die Effekte von Atomoxetin, einem Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer zur ADHS-Behandlung, auf zirkadiane Rhythmen in Mäusen sowie zirkadiane Genexpression bei ADHS-Patienten und Kontrollen. Atomoxetin induziert zeitpunktabhängige Phasenverlagerungen der zirkadianen Uhr über α-1-Adrenozeptor-Mechanismen und moduliert die Expression zirkadianer Gene im suprachiasmatischen Nukleus. ADHS-Patienten zeigen eine signifikante Verschiebung hin zu Abendaktivität und veränderte zirkadiane Genexpressionsprofile.

  • · Atomoxetin führt bei Mäusen zu Phasenverzögerungen der zirkadianen Uhr unter Dauerlicht, wenn es zur zirkadianen Zeit 6 verabreicht wird, nicht jedoch zu den Zeitpunkten CT13 oder CT18.
  • · Die Effekte von Atomoxetin auf die zirkadiane Phasenverlagerung werden durch den α-1-Adrenozeptor-Antagonisten Prazosin blockiert und können durch Reboxetin nachgeahmt werden.
  • · Atomoxetin bewirkt eine Herunterregulation von c-Fos und CLOCK im suprachiasmatischen Nukleus bei Behandlung zur zirkadianen Zeit 6, nicht aber eine Veränderung von PER2 und BMAL1.
  • · ADHS-Patienten zeigen eine signifikante und moderate Präferenz für Abendaktivität verglichen mit Kontrollen (53,8% neutral, 15,4% mit definitiver Abendpräferenz vs. HC 46,2% neutral, 38,5% mit Morgenpräferenz).
  • · Mehrere zirkadiane Gene zeigen Rhythmizität in beiden Gruppen, während PER1 und PER3 signifikante Rhythmizität nur in der ADHS-Gruppe aufweisen.
Review ADHS 2011 atomoxetine cerebellum

The roles of dopamine and noradrenaline in the pathophysiology and treatment of attention-deficit/hyperactivity disorder.

Del Campo, Natalia; Chamberlain, Samuel R; Sahakian, Barbara J; Robbins, Trevor W · Biological psychiatry

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Umfassender Review zur Rolle von Dopamin und Noradrenalin in der ADHS-Pathophysiologie und -Behandlung. Fokus auf kortiko-striatale Regelkreise, molekulares Neuroimaging und Wirkmechanismen der ADHS-Pharmakotherapie.

  • · Dopamin und Noradrenalin modulieren fronto-striato-zerebelläre Schaltkreise, die für exekutive Funktionen entscheidend sind; beide sind bei ADHS beeinträchtigt.
  • · Methylphenidat, Dextroamphetamin und Atomoxetin erhöhen zerebrale Katecholaminspiegel durch unterschiedliche Mechanismen (DAT-Blockade, Ausschüttung, NET-Blockade).
  • · Molekulares Neuroimaging belegt verringerte Dopamin-D2-Rezeptorverfügbarkeit und verminderte dopaminerge Aktivität im Striatum bei ADHS.
  • · Noradrenalin wirkt im PFC über α2A-Rezeptoren; Dopamin über D1-Rezeptoren; beide Systeme folgen einem inversen U-förmigen Dosis-Wirkungsmuster.
Review ADHS 2011 adhd emotion regulation attention

Trauma and ADHD – Association or Diagnostic Confusion? A Clinical Perspective

Szymanski, Kate; Sapanski, Linda; Conway, Francine · Journal of Infant Child and Adolescent Psychotherapy

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Klinische Perspektive auf die Beziehung zwischen Kindheitstrauma und ADHS. Überlappende Symptome können zu Diagnoseverwirrung führen; traumatisierte Kinder werden möglicherweise fälschlicherweise mit ADHS diagnostiziert. Klinische Sorgfalt bei differenzialdiagnostischer Bewertung empfohlen.

  • · Traumatische Kindheitserlebnisse und ADHS teilen überlappende Symptome (Konzentrationsschwierigkeiten, Affektdysregulation, Irritabilität, Hyperarousal).
  • · PTSD und ADHS können komorbid auftreten; differentielle Diagnose ist klinisch herausfordernd.
  • · Trauma-Exposition in der Kindheit kann zu Symptombildern führen, die ADHS imitieren oder verstärken.
Beobachtungsstudie ADHS 2011 adhd combined

Working memory functioning in children with attention-deficit/hyperactivity disorder (ADHD): A comparison between subtypes and normal controls

Cockcroft, K. · Journal of Child & Adolescent Mental Health

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Vergleichsstudie zu Arbeitsgedächtnisfunktionen bei ADHS-Subtypen und Kontrollen. ADHS-C hat stärkere Arbeitsgedächtnisdefizite als ADHS/I; methodische Inkonsistenz erklärt widersprüchliche Literaturbefunde.

  • · Kinder mit ADHS kombinierter Typ (ADHS-C) zeigen signifikant schlechtere Arbeitsgedächtnisleistungen als Kinder mit vorwiegend unaufmerksamen ADHS (ADHS/I) und normale Kontrollen.
  • · Unterschiede im Arbeitsgedächtnis zwischen ADHS-Subtypen sind abhängig vom verwendeten Testverfahren (verbal vs. visuell-räumlich), was subtyp-spezifische Neuroprofile belegt.
  • · Inkonsistente Befunde in der Literatur erklären sich teilweise durch fehlende Subtyp-Unterscheidung und heterogene Messverfahren.
Andere ADHS 2010 adhd overview

A common variant of the latrophilin 3 gene, LPHN3, confers susceptibility to ADHD and predicts effectiveness of stimulant medication

Arcos‐Burgos, Mauricio; Jain, Mahim; Acosta, Maria T.; Shively, Sharon B. et al. · Molecular Psychiatry

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Mithilfe eines integrierten statistisch-funktionellen Ansatzes wurde LPHN3 als neues ADHS-Suszeptibilitätsgen identifiziert. Die Kopplungsanalyse in multigenerationellen Familien, gefolgt von family- und populationsbasierter Replikation in 5 weltweiten Stichproben (n=6360), bestätigte die Assoziation. LPHN3-Varianten modulieren neuronale Schaltkreise, die bei ADHS relevant sind, und sind mit dem Stimulanzienansprechen assoziiert.

  • · Das LPHN3-Gen (Latrophilin 3) wurde als neuartiges ADHS-Suszeptibilitätsgen identifiziert – bestätigt in 5 weltweiten Stichproben mit insgesamt 6360 Teilnehmern (2627 ADHS-Fälle, 2531 Kontrollen).
  • · LPHN3-Varianten werden in wichtigen Hirnregionen für Aufmerksamkeit und Aktivität exprimiert und beeinflussen den Metabolismus in neuronalen Schaltkreisen, die bei ADHS impliziert sind.
  • · LPHN3-Varianten sind mit dem Ansprechen auf Stimulanzienmedikation assoziiert.
  • · Die Kopplungsanalyse in großen multigenerationellen Familien einer Isolatpopulation identifizierte eine genomische Region im LPHN3-Gen als ADHS-Risikolocus.
Beobachtungsstudie verwandt 2010 emotion regulation default mode network other

Altered intrinsic functional connectivity of anterior and posterior insula regions in high-functioning participants with autism spectrum disorder

Ebisch, Sjoerd; Gallese, Vittorio; Willems, Roel M.; Mantini, Dante et al. · Human Brain Mapping

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Resting-State-fMRI bei 14 hochfunktionalen ASD-Probanden (12-20 Jahre) und 15 typisch entwickelten Kontrollen zeigte reduzierte intrinsische funktionale Konnektivität der anterioren und posterioren Insula. Die Unterschiede betreffen Regionen für emotionale und sensorische Verarbeitung, was funktionale Abnormalitäten im interozeptiven Bewusstseinsnetzwerk bei ASD belegt.

  • · Hochfunktionale Autismus-Spektrum-Störungs-Probanden zeigen reduzierte funktionale Konnektivität der anterioren und posterioren Insula mit Regionen für emotionale und sensorische Verarbeitung.
  • · Sowohl anteriore als auch posteriore Insularegionen zeigen in HF-ASD im Vergleich zu typisch entwickelten Probanden reduzierte Resting-State-Konnektivität.
  • · Funktionale Abnormalitäten in einem Netzwerk für emotionales und interozeptives Bewusstsein (Insula-zentriert) könnten die beeinträchtigte soziale und emotionale Erfahrung bei Autismus-Spektrum-Störungen erklären.
Beobachtungsstudie ADHS 2010 amygdala

Amygdala activation during emotion processing of neutral faces in children with severe mood dysregulation versus ADHD or bipolar disorder.

Brotman Melissa, A; Rich Brendan, A; Guyer Amanda, E; Lunsford Jessica, R et al. · The American journal of psychiatry

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Diese fMRI-Studie verglich die Amygdala-Aktivierung bei Kindern mit ADHS, bipolarer Störung, schwerer affektiver Dysregulation und gesunden Kontrollen während der Bewertung neutraler Gesichter. ADHS-Kinder zeigten linksseitige Amygdala-Hyperaktivität, während SMD-Kinder Hypoaktivität aufwiesen – trotz überlappender Symptomlast.

  • · Kinder mit ADHS zeigten beim Betrachten neutraler Gesichter eine linke Amygdala-Hyperaktivität im Vergleich zu Kindern mit bipolarer Störung, schwerer affektiver Dysregulation und gesunden Kontrollen.
  • · Kinder mit schwerer affektiver Dysregulation (SMD) zeigten Amygdala-Hypoaktivität beim Betrachten neutraler Gesichter – das Gegenteil des ADHS-Befundes.
  • · Die neuralen Korrelate der Emotionsverarbeitung unterscheiden sich zwischen ADHS, bipolarer Störung und schwerer affektiver Dysregulation trotz überlappender Symptomatik.
  • · fMRI-Studie mit 127 Probanden: 43 bipolar, 18 ADHS, 29 SMD, 37 gesunde Kontrollen.
Andere ADHS 2010 bupropion

An Open Trial of Sustained Release Bupropion for Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder in Adults with ADHD plus Substance Use Disorders.

Wilens, Timothy E.; Prince, Jefferson B.; Waxmonsky, James G.; Doyle, Robert et al. · PubMed

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Dieses offene 6-Wochen-Trial untersuchte Bupropion-SR bei 32 Erwachsenen mit ADHS und komorbider Substanzgebrauchsstörung. Bupropion-SR reduzierte ADHS-Symptome klinisch signifikant, zeigte aber keinen relevanten Effekt auf den Substanzgebrauch laut Selbstbericht. Die Dropout-Rate von 41% und das offene Design limitieren die Aussagekraft.

  • · Bupropion-SR führte bei Erwachsenen mit ADHS und komorbider Substanzgebrauchsstörung zu einer klinisch signifikanten Reduktion der ADHS-Symptome (ADHD RS: -43%, p < 0,0001).
  • · Der Clinical Global Impression (CGI)-Score für ADHS-Schwere verbesserte sich signifikant von 5,0 auf 3,8 (-24%, p < 0,0001).
  • · Bupropion-SR hatte keinen klinisch bedeutsamen Effekt auf den Substanzgebrauch (p > 0,05 in der Selbstberichtsskala); der CGI für SUD verbesserte sich zwar signifikant (-23%, p < 0,0001), die Selbstberichte zeigten jedoch keine relevante Veränderung.
  • · Bupropion-SR wurde von 100 mg/Tag auf eine Zieldosis von 200 mg zweimal täglich titriert; 32 Probanden begannen, 19 (59%) schlossen das 6-wöchige Protokoll ab.
  • · Die Studie war ein offenes (nicht verblindetes) Design ohne Kontrollgruppe, was die Interpretation der Ergebnisse einschränkt.
Review ADHS 2010 adhd prefrontal cortex dopaminergic pathways

Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder

Floet, Anna Maria Wilms; Scheiner, Cathy; Grossman, Linda · Pediatrics in Review

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Pädiatrische Übersichtsarbeit (2010) zu Epidemiologie, Neurobiologie, Diagnostik und Behandlung von ADHS. Prävalenz 5-8%; lebenslange Perspektive; neurobiologische und Umweltrisikofaktoren; Behandlungsoptionen.

  • · ADHS betrifft 5-8% schulpflichtiger Kinder in den USA; 2,5-fach häufiger bei Jungen als Mädchen diagnostiziert.
  • · 60-80% der Kinder mit ADHS erfüllen auch in der Adoleszenz und im Erwachsenenalter die ADHS-Kriterien.
  • · Zerebellär-präfrontal-striatales Netzwerk gilt als neurobiologisches Substrat von ADHS.
  • · Pränatale Risikofaktoren: Bleiexposition, Rauchen, Alkohol in der Schwangerschaft erhöhen ADHS-Risiko.
Beobachtungsstudie ADHS 2010 delay aversion inhibitory control temporal processing

Beyond the dual pathway model: evidence for the dissociation of timing, inhibitory, and delay-related impairments in attention-deficit/hyperactivity disorder.

Sonuga-Barke, Edmund; Bitsakou, Paraskevi; Thompson, Margaret · Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die Studie untersucht, ob Defizite in der Zeitverarbeitung neben Inhibitionskontrolle und Delay-Aversion eine dritte dissozierbare neuropsychologische Komponente von ADHS darstellen. Bei 71 ADHS-Kindern, 71 Geschwistern und 50 Kontrollen wurden neun Aufgaben administriert. Die Ergebnisse zeigen, dass diese drei Domänen unabhängige Komponenten sind und für ein Triple-Pathway-Modell zur Erklärung der Heterogenität in ADHS sprechen.

  • · Temporal processing, inhibitory control und delay-related deficits stellen unabhängige neuropsychologische Komponenten dar und widerlegen damit das bisherige Dual-Pathway-Modell.
  • · ADHS-Kinder zeigen Defizite in allen drei Domänen (Inhibition, Zeitverarbeitung, Delay-Aversion) im Vergleich zu Kontrollen, aber die gemeinsame Auftretenswahrscheinlichkeit entspricht dem Zufallsniveau.
  • · Substanzielle Gruppen von ADHS-Patienten zeigen isolierte Defizite in nur einer der drei Domänen, was auf neuropsychologische Heterogenität hinweist.
  • · Domain-spezifische Muster der familiären Kosegregation unterstützen die Validität der neuropsychologischen Subgruppierungen.
  • · Ein Triple-Pathway-Modell wird als überlegenes Konzept zur Erklärung der neuropsychologischen Heterogenität in ADHS vorgeschlagen.
Andere ADHS 2010 anterior cingulate cortex

Changes of Brain Structure and Function in ADHD Children

Qiu, Mingguo; Ye, Zhang; Li, Qiyu; Liu, Guang‐Jiu et al. · Brain Topography

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Beobachtungsstudie ADHS 2010 adhd combined

Comparison of the play of children with attention deficit hyperactivity disorder by subtypes.

Cordier, R.; Bundy, A.; Hocking, C.; Einfeld, S. · Australian occupational therapy journal

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Vergleich des Spielverhaltens bei Kindern mit drei DSM-IV ADHS-Subtypen (n=105, Alter 5–11 Jahre) mittels Test of Playfulness. Alle Subtypen zeigen Spieldefizite, mit subtypspezifischen Unterschieden; kombinierter/hyperaktiv-impulsiver Subtyp am stärksten betroffen.

  • · Die Spielhierarchie (Rangfolge der Spielkompetenzen) war über alle drei ADHS-Subtypen ähnlich strukturiert, trotz unterschiedlicher sozialer Problemprofile.
  • · ADHS-Kinder aller Subtypen zeigten im Test of Playfulness (ToP) Einschränkungen, jedoch mit subtypspezifischen Unterschieden in der Ausprägung.
  • · Der kombinierte und hyperaktiv-impulsive ADHS-Subtyp wies ausgeprägtere Spieleinschränkungen auf als der unaufmerksame Subtyp.
Review verwandt 2010 basal ganglia

Cortico-Basal Ganglia Reward Network: Microcircuitry

Sesack, S.; Grace, A. · Neuropsychopharmacology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Detaillierter Review zur Mikrozirkuitry des cortico-basalganglionären Belohnungsnetzwerks, fokussiert auf NAcc als Konvergenzpunkt. VTA-Dopamin moduliert das Gleichgewicht von Hippocampus-, Amygdala- und PFC-Eingaben → adaptive Verhaltensselektion. Relevant für ADHS-Belohnungsdefizite.

  • · Der Nucleus accumbens empfängt konvergierende exzitatorische Eingaben aus ventralem Subiculum (Hippocampus), basolateraler Amygdala und PFC – zusammen mit modulatorischem dopaminergen Input aus dem VTA.
  • · Das Gleichgewicht der NAcc-Afferenzen (Kontext/Gedächtnis/Emotion/Planung) unter VTA-Dopamin-Modulation ermöglicht Selektion adaptiver motivierter Verhaltensweisen.
  • · Die Mikrozirkuitry des cortico-basalganglionären Belohnungsnetzwerks erklärt, wie gestörtes Dopaminsignaling (z.B. bei ADHS) Motivations- und Belohnungsverarbeitung beeinträchtigt.
Beobachtungsstudie ADHS 2010 adhd prefrontal cortex anterior cingulate cortex

Disturbed structural connectivity is related to inattention and impulsivity in adult attention deficit hyperactivity disorder

Konrad, Andreas; Dielentheis, Thomas F.; Masri, Dschamil El; Bayerl, M. W. et al. · European Journal of Neuroscience

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

DTI-Studie bei nie-medizierter erwachsener ADHS (n=37, kombinierter Subtyp). Reduzierte Weißsubstanz-Integrität im präfrontalen und anterioren cingulären Bereich korreliert direkt mit Aufmerksamkeits- und Impulsivitätsdefiziten. Erste Studie die strukturelle frontostriatale Konnektivitätsstörung bei erwachsener ADHS belegt.

  • · Erwachsene ADHS-Patienten zeigten reduzierte fraktionelle Anisotropie (FA) und erhöhte mittlere Diffusivität (MD) bilateral im orbitomedialen präfrontalen Weißen Substanz und im rechten anterioren Cingulum-Bündel.
  • · Erhöhte FA war bilateral in temporalen Weißsubstanzstrukturen bei ADHS-Patienten vorhanden, was auf atypische Konnektivitätsmuster hindeutet.
  • · Aufmerksamkeitsmaße korrelierten mit DTI-Parametern im rechten superioren Längsbündel; Impulsivitätsmaße korrelierten mit FA in orbitofrontalen Fasertrakten.
  • · Dies ist die erste DTI-Studie, die gestörte strukturelle Konnektivität des frontal-striatalen Regelkreises bei erwachsenen ADHS-Patienten nachweist.
Review ADHS 2010 hippocampus acetylcholine

Diversity and variability of the effects of nicotine on different cortical regions of the brain - therapeutic and toxicological implications.

Adolfo, Toledano; María-Isabel, Alvarez; Adolfo, Toledano-Díaz · Central nervous system agents in medicinal chemistry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Dieses Review analysiert die vielfältigen Wirkungen von Nikotin auf verschiedene kortikale Regionen, insbesondere Kortex und Hippocampus. Nikotinerge Systeme werden als wichtige Modulatoren kognitiver Funktionen bei ADHS und anderen neuropsychiatrischen Erkrankungen diskutiert. Die dosisabhängigen und rezeptorsubtyp-spezifischen Effekte erklären die variablen klinischen Ergebnisse.

  • · Nikotinagonisten und allosterische Modulatoren nikotinischer Rezeptoren werden als potenzielle therapeutische Substanzen bei kognitiven Beeinträchtigungen bei ADHS, Schizophrenie und Alzheimer-Erkrankung untersucht.
  • · Nikotin aktiviert kognitive Funktionen durch direkte und indirekte Wirkung auf kortikale Neuronen und erhöht den Glukosestoffwechsel sowie den zerebralen Blutfluss.
  • · Die Nikotinwirkungen auf das ZNS variieren je nach täglicher Dosis, Behandlungsdauer, Rezeptorsubtyp und -dichte sowie Desensibilisierungs- und Toleranzprozessen.
  • · Nikotinerge Systeme spielen eine wichtige Rolle bei Lernen, verschiedenen Gedächtnisformen und Kognition, belegt durch Tier- und klinische Studien.
  • · Hohe Nikotindosen können das Gedächtnis beeinträchtigen, während niedrige Dosen neuroprotektive und neuroplastische Effekte haben können.
Beobachtungsstudie verwandt 2010 dopaminergic pathways glutamate

Dopaminergic Terminals in the Nucleus Accumbens But Not the Dorsal Striatum Corelease Glutamate

Stuber, Garret D.; Hnasko, Thomas S.; Britt, Jonathan P.; Edwards, Robert H. et al. · Journal of Neuroscience

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Mithilfe von Channelrhodopsin-2-Optogenetik in genetisch definierten Maus-Dopaminneuronen wurde nachgewiesen, dass dopaminerge Terminalen im NAc Shell gleichzeitig Glutamat freisetzen (VGLUT2-vermittelt), während dies im dorsalen Striatum fehlt. Konditioneller VGLUT2-Knockout bestätigte die Kausalität. Diese regionale Spezifität hat Bedeutung für motiviertes Verhalten.

  • · Dopaminerge Terminalen im Nucleus Accumbens (NAc) Shell setzen Glutamat gleichzeitig mit Dopamin frei, vermittelt durch den vesikulären Glutamattransporter 2 (VGLUT2).
  • · Im dorsalen Striatum ist optisch evozierte glutamaterge Freisetzung aus dopaminergen Terminalen kaum detektierbar, im Gegensatz zum NAc Shell.
  • · Konditioneller VGLUT2-Knockout spezifisch in Dopamin-Neuronen hebt die Glutamat-Kofreisetzung im NAc vollständig auf.
  • · Die einzigartige Fähigkeit NAc-projizierender DA-Neuronen, gleichzeitig DA- und Glutamat-Rezeptoren zu aktivieren, hat bedeutsame Implikationen für die Verarbeitung motivational signifikanter Stimuli.
RCT ADHS 2010 reboxetine

Efficacy of reboxetine in adults with attention‐deficit/hyperactivity disorder: A randomized, placebo‐controlled clinical trial

Riahi, F.; Tehrani‐Doost, M.; Shahrivar, Z.; Alaghband-rad, Javad · Human Psychopharmacology: Clinical and Experimental

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese randomisierte, placebokontrollierte Studie untersuchte die Wirksamkeit von Reboxetin (8 mg/Tag) bei 40 Erwachsenen mit ADHS über 6 Wochen. Reboxetin zeigte signifikante Verbesserungen bei ADHD-Symptomen (CAARS), klinischer Gesamteindruck und psychosozialer Funktionsfähigkeit (GAF) gegenüber Placebo. Das Medikament wurde als effektiv und gut verträglich für die Behandlung von ADHS im Erwachsenenalter bewertet.

  • · Reboxetin (8 mg/Tag) zeigte signifikante Verbesserungen auf der CAARS-Skala und CGI-Scores im Vergleich zu Placebo über 6 Wochen (p < 0,01).
  • · Die Global Assessment of Functioning Scale (GAF) verbesserte sich signifikant unter Reboxetin-Behandlung (p < 0,01), was auf funktionale Verbesserungen hinweist.
  • · Reboxetin wird als noradrenerger Wiederaufnahmehemmer (NARI) zur Behandlung von ADHS bei Erwachsenen verwendet.
  • · Die Dosis von 8 mg/Tag (zweimal täglich) wurde in dieser Studie als wirksam und tolerabel befunden.
  • · Häufige Nebenwirkungen waren Reizbarkeit, Angst, Schlafstörungen und Mundtrockenheit.
Beobachtungsstudie ADHS 2010 emotional dysregulation

Emotional lability in children and adolescents with attention deficit/hyperactivity disorder (ADHD): clinical correlates and familial prevalence

Sobanski, Esther; Banaschewski, Tobias; Asherson, Philip; Buitelaar, Jan K. et al. · Journal of Child Psychology and Psychiatry

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Diese Familienstudie untersuchte emotionale Labilität (EL) bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS sowie deren Geschwistern. EL ist häufig bei ADHS, assoziiert mit Hyperaktivität-Impulsivität und ODD, familiär gehäuft, erhöht aber nicht das ADHS-Risiko bei Geschwistern.

  • · Emotionale Labilität (EL) ist ein häufiges klinisches Problem bei Kindern mit ADHS und mit erhöhter Schwere der Kernsymptome assoziiert, besonders Hyperaktivität-Impulsivität.
  • · EL bei ADHS ist enger mit oppositionellem Trotzverhalten (ODD) als mit den ADHS-Kernsymptomen assoziiert und nur teilweise durch ADHS-Symptome erklärbar.
  • · EL-Symptome werden innerhalb von Familien übertragen, erhöhen aber das ADHS- und ODD-Risiko bei Geschwistern nicht signifikant.
  • · EL ist auch mit affektiven Symptomen und Substanzmissbrauch als Komorbiditäten assoziiert.
Review ADHS 2010 atomoxetine

European guidelines on managing adverse effects of medication for ADHD

Graham, Jaclyn Michelle; Banaschewski, Tobias; Buitelaar, Jan K.; Coghill, David et al. · European Child & Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Europäische EUNETHYDIS-Leitlinien zum Management von Nebenwirkungen bei ADHS-Medikamenten. Überblick über kardiovaskuläre, suizidale und metabolische Risiken sowie häufige unerwünschte Wirkungen wie Appetitlosigkeit und Schlafstörungen. Fordert bessere Langzeitsicherheitsdaten.

  • · ADHS-Medikamente können kardiovaskuläre Nebenwirkungen verursachen, darunter Erhöhungen von Herzfrequenz und Blutdruck; das Risiko eines plötzlichen Herztodes bei Kindern ist gering aber vorhanden.
  • · Suizidalitätsrisiko unter Atomoxetin ist ein relevanter Befund, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen mit komorbider Depression.
  • · Appetitreduktion und Schlafstörungen sind häufige, meist moderate Nebenwirkungen von Stimulanzien bei ADHS.
  • · Für viele ältere ADHS-Medikamente fehlen zeitgemäße Sicherheitsstudien; die Evidenzbasis für Langzeitsicherheit ist unvollständig.
Beobachtungsstudie verwandt 2010 nucleus accumbens cognitive control

Frontostriatal Maturation Predicts Cognitive Control Failure to Appetitive Cues in Adolescents

Somerville, Leah H.; Hare, Todd A.; Casey, B.J. · Journal of Cognitive Neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

fMRI-Studie über frontostriatale Reifung und kognitive Kontrolle bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Jugendliche zeigen bei appetitiven Hinweisreizen spezifisches Versagen der Impulskontrolle, bedingt durch unreife PFC-Regulation des ventralen Striatums. Relevant für das Verständnis entwicklungsbezogener Impulsivität.

  • · Jugendliche zeigten eine nicht-lineare Reduktion der Impulskontrolle gegenüber appetitiven Reizen, während Kinder und Erwachsene lineare Verbesserungen mit dem Alter zeigten.
  • · Die herabgesetzte Impulskontrolle bei Jugendlichen gegenüber appetitiven Reizen korrespondierte mit erhöhter ventraler Striatum-Aktivierung und geringerer Aktivierung des dorsolateralen PFC.
  • · Die Reifung frontostriataler Verbindungen sagt das Versagen kognitiver Kontrolle bei appetitiven Reizen im Jugendalter voraus.
RCT ADHS 2010 adhd inattentive adhd combined adhd genetics

Is the inattentive subtype of ADHD different from the combined/hyperactive subtype?

Natalie, Grizenko; Michael, Paci; Ridha, Joober · Journal of attention disorders

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Großes RCT (n=371) zur Frage, ob ADHS-I und ADHS-C/H distinkte Störungen sind. Vergleich auf Komorbidität, Methylphenidat-Ansprechen, Genetik (DAT, DRD4, 5-HTT) und pränatale Risikofaktoren. Befunde stützen partielle biologische Distinktheit der ADHS-Subtypen.

  • · RCT (n=371 klinisch zugewiesene Kinder, 6–12 J.) zeigt, dass ADHS-I und ADHS-C/H sich in Komorbidität, Schwangerschaftsrisikofaktoren und genetischen Markern (DAT, DRD4, 5-HTT) unterscheiden.
  • · ADHS-I und ADHS-C zeigen unterschiedliches Ansprechen auf Methylphenidat – Subtyp-spezifische Behandlungsstrategien können sinnvoll sein.
  • · ADHS-I und ADHS-C unterscheiden sich hinsichtlich ätiologischer Faktoren (Stress in der Schwangerschaft, Rauchen/Alkohol der Mutter) – Hinweis auf unterschiedliche neurobiologische Substrate.
Andere verwandt 2010 dopaminergic pathways

Maternal High-Fat Diet Alters Methylation and Gene Expression of Dopamine and Opioid-Related Genes

Vucetic, Zivjena; Kimmel, Jessica; Totoki, Kathy; Hollenbeck, Emily C. et al. · Endocrinology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Tierstudie (Maus) zeigt, dass mütterliche Hochfettdiät die Methylierung und Expression von Dopamin- und Opioid-Genen in mesokortikolimbischen Hirnregionen der Nachkommen verändert und die Belohnungspräferenz modifiziert. Relevanz für epigenetische Programmierung von Belohnungsdefiziten.

  • · Mütterliche Hochfettdiät während Schwangerschaft und Stillzeit veränderte Methylierung und Genexpression von Dopamin- und Opioid-Genen im mesokortikolimbischen Belohnungssystem der Nachkommen.
  • · Nachkommen von mit Hochfettdiät ernährten Müttern zeigten erhöhte Präferenz für Saccharose und Fett, was auf veränderte Belohnungsverarbeitung hinweist.
  • · Epigenetische Veränderungen in Dopamin- und Opioid-Signalwegen durch pränatale Ernährungsexposition können langfristig die Belohnungssensitivität beeinflussen.
RCT verwandt 2010 modafinil

Modulatory Effects of Modafinil on Neural Circuits Regulating Emotion and Cognition

Rasetti, Roberta; Mattay, Venkata S.; Stankevich, Beth; Skjei, Kelsey et al. · Neuropsychopharmacology

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

In diesem doppelblinden, placebokontrollierten RCT erhielten gesunde Probanden Modafinil (100 mg/Tag, 7 Tage) und wurden mit fMRI während Emotions- und Kognitionsaufgaben untersucht. Modafinil reduzierte die Amygdala-Aktivierung auf Angststimuli und erhöhte die PFC/ACC-Verarbeitungseffizienz, was ein von Stimulanzien abweichendes Profil zeigt.

  • · Modafinil (100 mg/Tag, 7 Tage) reduziert signifikant die Amygdala-Reaktivität auf Angststimuli im Vergleich zu Placebo bei gesunden Probanden (RCT, double-blind).
  • · Während Arbeitsgedächtnis- und Aufmerksamkeitskontrollaufgaben reduziert Modafinil das BOLD-Signal im präfrontalen Kortex und anterioren Cingulat, was auf erhöhte Verarbeitungseffizienz hindeutet.
  • · Modafinil zeigt ein einzigartiges physiologisches Profil im Vergleich zu klassischen Stimulanzien: kognitive Enhancement-Effekte bei gleichzeitiger Dämpfung der Amygdala-Reaktivität.
  • · Nicht-signifikante Trends für reduzierte Angst, verminderte Erschöpfung-Inertia und erhöhte Aktivitätsstimmung unter Modafinil.
Review ADHS 2010 adhd dopaminergic pathways noradrenergic system

Molecular genetics of attention-deficit/hyperactivity disorder: an overview

Banaschewski, T.; Becker, K.; Scherag, S.; Franke, B. et al. · European Child & Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Dieser Übersichtsartikel fasst die molekulargenetischen Befunde zu ADHS zusammen, inkl. Kandidatengen-Studien (dopaminerg, noradrenerg, serotonerg) und erste GWAS-Befunde. Die Genetik deutet auf multiple Neurotransmittersysteme sowie Prozesse der neuronalen Entwicklung (Migration, Adhäsion) hin.

  • · ADHS zeigt eine hohe Heritabilität; genetische Faktoren spielen eine bedeutende Rolle in Entstehung und Verlauf der Störung.
  • · Dopaminerge Gene (DRD4, DRD5, DAT1/SLC6A3, DBH, DDC) sind die am häufigsten untersuchten und assoziierten Kandidatengene für ADHS.
  • · Noradrenerge Gene (NET1/SLC6A2, ADRA2A, ADRA2C) und serotonerge Gene (5-HTT/SLC6A4, HTR1B, HTR2A, TPH2) zeigen ebenfalls Assoziationen mit ADHS.
  • · Genomweite Assoziationsstudien (GWAS) implizieren Prozesse wie neuronale Migration, Zelladhäsion und Zellteilung als möglicherweise wichtig für die ADHS-Ätiologie.
  • · Weitere Kandidatengene (SNAP25, CHRNA4, NMDA, BDNF, NGF, GDNF) mit Bezug zu Neurotransmission und neuronaler Plastizität wurden weniger intensiv untersucht.
Review ADHS 2010 amygdala

Neurobiological and psychophysiological correlates of emotional dysregulation in ADHD patients.

Herrmann Martin, J; Biehl Stefanie, C; Christian, Jacob; Jürgen, Deckert · Attention deficit and hyperactivity disorders

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Selektiver Review neurobiologischer und psychophysiologischer Korrelate emotionaler Dysregulation bei ADHS. Belege aus fMRI, ERP und Startle-Studien zeigen reduzierte Amygdala- und Striatum-Aktivierung bei emotionaler Verarbeitung sowie veränderte EEG-Potentiale bei ADHS-Patienten.

  • · ADHS-Patienten zeigen reduzierte Gehirnaktivierung in Amygdala und ventralem Striatum beim Verarbeiten positiver emotionaler Stimuli.
  • · Reduzierte EEG-Potentiale bei der Verarbeitung emotionaler Stimuli weisen auf veränderte neurobiologische Reaktivität bei ADHS hin.
  • · Emotionale Dysregulation bei ADHS unterscheidet sich von komorbider emotionaler Störung; beide können gleichzeitig vorliegen.
  • · Psychophysiologische Maße (z.B. emotionsmodulierter Schreckreflexes) zeigen spezifische Veränderungen bei ADHS-Patienten.
Andere ADHS 2010 delay aversion

Neurocognitive Performance in Children with ADHD and OCD

Vloet, Timo D.; Marx, Ivo; Kahraman-Lanzerath, Berrak; Zepf, Florian Daniel et al. · Journal of Abnormal Child Psychology

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Beobachtungsstudie ADHS 2010 adhd attention executive function

Processing speed weakness in children and adolescents with non-hyperactive but inattentive ADHD (ADD).

Goth-Owens Timothy, L; Cecilia, Martinez-Torteya; Martel Michelle, M; Nigg Joel, T · Child neuropsychology : a journal on normal and abnormal development in childhood and adolescence

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

In einer gemeinderekrutierten Stichprobe von 572 Kindern und Jugendlichen wurde eine rein unaufmerksame ADHS-Subgruppe (ADD) mit ≤2 hyperaktiven/impulsiven Symptomen identifiziert. Diese ADD-Gruppe zeigte signifikant langsamere Verarbeitungsgeschwindigkeit und Interferenzkontrolle als ADHS-C und Kontrollen, mit doppelten Effektgrößen im Vergleich zur DSM-IV-TR ADHS-PI-Definition.

  • · Kinder mit rein unaufmerksamer ADHS (ADD, ≤2 hyperaktive Symptome, n=40) zeigen langsamere kognitive Interferenzgeschwindigkeit als ADHS-kombinerter Typ und Kontrollen.
  • · Die ADD-Subgruppe zeigte die langsamste Verarbeitungsgeschwindigkeit auf Output-Maßen (Trail Making, Stroop Naming), signifikant verschieden von Kontrollpersonen.
  • · Der Effektgröße für Set-Shifting-Geschwindigkeit (Trail Making B) war in der ADD-Gruppe doppelt so groß wie im DSM-IV-TR ADHS-PI vs. Kontroll-Vergleich.
  • · ADHS-PI nach DSM-IV-TR ist eine heterogene Gruppe; die ADD-Subgruppe (≤2 hyperaktive Symptome) könnte einen eigenständigen Zustand mit charakteristischen Defiziten in kognitiver Interferenzkontrolle und Verarbeitungsgeschwindigkeit repräsentieren.
Andere verwandt 2010 hippocampus working memory acetylcholine

Projection-Specific Neuromodulation of Medial Prefrontal Cortex Neurons

Dembrow, Nikolai; Chitwood, Raymond A.; Johnston, Daniel · Journal of Neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Tierexperimentelle Grundlagenstudie (Ratte) zeigt, dass Schicht-V-Pyramidenneuronen im medialen PFC projektionsspezifische elektrophysiologische Eigenschaften besitzen. Neuromodulatorische Einflüsse (Dopamin, Noradrenalin) wirken unterschiedlich auf diese Neuronentypen und beeinflussen persistente Aktivität als Grundlage des Arbeitsgedächtnisses.

  • · Schicht-V Pyramidenneuronen im medialen PFC besitzen projectionsspezifische intrinsische Eigenschaften: kortikopontinale Neuronen haben geringe zeitliche Summation, während kommissurale Neuronen hohe Summation und Spike-Frequenzakkommodation zeigen.
  • · Die Neuromodulation durch Dopamin und andere Substanzen beeinflusst präferentiell die projektionsspezifischen Eigenschaften dieser PFC-Neuronen und moduliert so persistente Aktivität (Arbeitsgedächtnis).
  • · Das Verständnis der zellulären Mechanismen von Neuromodulation im PFC ist grundlegend für das Verständnis von Arbeitsgedächtnisdefiziten bei ADHS.
Andere verwandt 2010 locus coeruleus

Pupil diameter tracks changes in control state predicted by the adaptive gain theory of locus coeruleus function

Gilzenrat, Mark S.; Nieuwenhuis, Sander; Jepma, Marieke; Cohen, Jonathan D. · Cognitive Affective & Behavioral Neuroscience

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Drei Experimente untersuchten die Beziehung zwischen Pupillendurchmesser und kognitivem Kontrollzustand. Große Basispupillen korrelierten mit schlechterer Leistung und dem Explorationsmode, kleine Basispupillen mit besserem Engagement (Exploitation). Diese Pupillendynamiken spiegeln die Aktivitätsmuster des Locus coeruleus wider, was Pupillometrie als nicht-invasiven LC-NE-Index etabliert.

  • · Große Pupillen-Basisdurchmesser sind mit schlechterer Aufgabenleistung, erhöhter Fehlerrate und gedämpften aufgabeninduzierten Pupillendilatationen assoziiert (Explorationsmode).
  • · Kleine Pupillen-Basisdurchmesser korrelieren mit besserer Aufgabenleistung und größeren aufgabeninduzierten Pupillendilatationen (Ausbeutungsmodus/Exploitation).
  • · Pupillometrie kann als indirekter Index für den Locus-coeruleus-Aktivitätsmodus (tonisch vs. phasisch) und den kognitiven Kontrollzustand beim Menschen eingesetzt werden.
  • · Das LC-NE-System reguliert entsprechend der adaptive-gain-Theorie das Gleichgewicht zwischen Exploration (Suche nach neuen Belohnungsquellen) und Exploitation (Verfolgen bekannter).
RCT ADHS 2010 lisdexamfetamine

Randomized, double-blind, placebo-controlled, crossover study of the efficacy and safety of lisdexamfetamine dimesylate in adults with attention-deficit/hyperactivity disorder: novel findings using a simulated adult workplace environment design

Wigal, Timothy; Brams, Matthew; Gasior, Maria; Gao, Joseph et al. · Behavioral and Brain Functions

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar. Die Studie ist eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Crossover-Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit von Lisdexamfetamindimesylat (LDX) bei Erwachsenen mit ADHS, durchgeführt in einer simulierten Arbeitsumgebung (SAWA-Design). Registriert unter NCT00697515.

Beobachtungsstudie ADHS 2010 reboxetine

Reboxetine for ADHD in children non-responders or with poor tolerance to methylphenidate: a prospective long-term open-label study

Quintero, Javier; López‐Muñoz, Francisco; Álamo, Cecilio; Loro, M.L. Palacios et al. · ADHD Attention Deficit and Hyperactivity Disorders

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Die prospektive offene Studie untersuchte die Wirksamkeit von Reboxetin über 6 Monate bei 14 Kindern mit ADHS, die auf Methylphenidat nicht ansprachen oder es schlecht vertrugen. Mit Responderraten von 90,9% und guter Verträglichkeit (Hauptnebenwirkungen: Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit) deutet die Studie darauf hin, dass Reboxetin eine therapeutische Alternative für methylphenidat-resistente oder -intolerante ADHS-Patienten sein kann.

  • · Bei 14 Kindern mit ADHS, die auf Methylphenidat nicht ansprachen oder es schlecht vertrugen, zeigte Reboxetin über 6 Monate eine Responderrate von 90,9% (ADHD-RS ≥ 25%) und eine Verbesserungsrate von 72,7% (CGI-I < 4).
  • · Bis zu 30% der ADHS-Patienten unter Psychostimulanzienbehandlung brechen die Therapie aufgrund von Unverträglichkeit oder mangelnder therapeutischer Wirksamkeit ab.
  • · Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit waren die häufigsten Nebenwirkungen bei Reboxetin-Behandlung, es wurden keine schwerwiegenden Nebenwirkungen beobachtet.
  • · Reboxetin könnte ein wirksames Langzeitbehandlungsinstrument für Kinder mit ADHS darstellen, die auf initiale Methylphenidat-Therapie schlecht ansprechen oder sie nicht vertragen.
Andere ADHS 2010 bupropion

Role of Aberrant Striatal Dopamine D<sub>1</sub>Receptor/cAMP/Protein Kinase A/DARPP32 Signaling in the Paradoxical Calming Effect of Amphetamine

Napolitano, Francesco; Bonito-Oliva, Alessandra; Federici, Mauro; Carta, Manolo et al. · Journal of Neuroscience

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Tierstudie untersuchte den paradoxen beruhigenden Effekt von Stimulanzien bei DAT-CI-Knock-in-Mäusen als ADHS-Modell. Die Ergebnisse zeigen, dass chronisch erhöhte striatale Dopaminspiegel zu einer aberranten phasischen D1-Rezeptor/cAMP/PKA/DARPP32-Signalgebung führen, die den paradoxen motorisch dämpfenden Effekt von Amphetamin und verwandten Substanzen erklärt.

  • · DAT-CI-Mäuse (Dopamintransporter-Knock-in mit kokaininsensitivem DAT) zeigen erhöhte striatale extrazelluläre Dopaminspiegel und basale motorische Hyperaktivität, ein etabliertes ADHS-Tiermodell.
  • · In DAT-CI-Tieren führte die phasische Aktivierung des striatalen D1-Rezeptors paradoxerweise zu motorischer Beruhigung anstatt zu Aktivierung, was mit einer gestörten cAMP/PKA/DARPP32-Signalkaskade einherging.
  • · Der paradoxe beruhigende Effekt von Amphetamin, Nomifensin und Bupropion bei DAT-CI-Tieren hängt von einer selektiv aberranten phasischen Aktivierung des D1R/cAMP/PKA/DARPP32-Signalwegs als Reaktion auf erhöhte striatale Dopaminspiegel ab.
  • · Striatales LTP war in DAT-CI-Tieren vollständig gestört, was auf eine fundamentale Beeinträchtigung der synaptischen Plastizität bei chronisch erhöhten Dopaminspiegeln hindeutet.
  • · Die D2-Rezeptorfunktion blieb in DAT-CI-Mutanten erhalten, während die phasische D1-Rezeptoraktivierung selektiv beeinträchtigt war; Haloperidol konnte durch Blockade der D2R-Hemmung eine normale A2A-Rezeptor-vermittelte cAMP/PKA/DARPP32-Aktivierung demaskieren.
Review verwandt 2010 insula

Saliency, switching, attention and control: a network model of insula function

Menon, V.; Uddin, L. · Brain Structure and Function

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Dieses einflussreiche Review präsentiert ein Netzwerkmodell der anterioren Insula-Funktion: Als Hub des Salience Network detektiert die anteriore Insula relevante Stimuli und koordiniert das Switching zwischen internen (DMN) und externen (CEN) Aufmerksamkeitsnetzwerken. Dieses Modell integriert die vielfältigen Funktionen der Insula in einem einheitlichen Rahmen.

  • · Der anteriore Insularkortex bildet zusammen mit dem anterioren Cingulat-Kortex (ACC) ein Salience Network, das relevante Stimuli detektiert und kognitive Kontrollsignale initiiert.
  • · Die anteriore Insula fungiert als zentraler Hub für die dynamische Interaktion zwischen dem externalen Aufmerksamkeitsnetzwerk (CEN) und dem internen Default-Mode-Network (DMN).
  • · Kernfunktionen der anterioren Insula umfassen: Bottom-up-Detektion salienter Ereignisse, Switching zwischen Large-Scale-Netzwerken, Modulation autonomer Reaktivität und schnelle Anbindung an das motorische System via ACC.
  • · Das Netzwerkmodell der Insularfunktion kann die disparaten Funktionen der Insula (interoceptive awareness, emotionale Verarbeitung, kognitive Kontrolle) in einem kohärenten Rahmenwerk erklären.
Review ADHS 2010 emotional dysregulation

Somatosensory processing in neurodevelopmental disorders

Cascio, Carissa J. · Journal of Neurodevelopmental Disorders

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review über somatosensorische Verarbeitung bei neurodevelopmentalen Störungen. Abnorme taktile Wahrnehmung bei ADHS, ASD und anderen Störungen korreliert mit motorischen und sozialen Defiziten. Somatosensorik ist ein oft übersehener Bereich bei ADHS.

  • · Somatosensorische Verarbeitungsstörungen kommen bei mehreren neurodevelopmentalen Erkrankungen (ADHS, ASD, DCD) vor und sind entwicklungsrelevant.
  • · Taktile Verarbeitungsabnormitäten korrelieren bei ADHS mit motorischen Schwierigkeiten und sozialen Beeinträchtigungen.
  • · Somatosensorische Prozesse sind häufig unterschätzte Komponenten in neurodevelopmentalen Störungen und beeinflussen motorische und kommunikative Entwicklung.
Beobachtungsstudie ADHS 2010 adhd dopaminergic pathways noradrenergic system

The analysis of 51 genes in DSM-IV combined type attention deficit hyperactivity disorder: Association signals in DRD4, DAT1 and 16 other genes

Brookes, Keeley J.; Xu, Xiaohui; Chen, W.; Zhou, Kaixin et al. · The HKU Scholars Hub (University of Hong Kong)

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Genetische Assoziationsstudie (N=776 ADHS-Fälle) untersucht 51 Kandidatengene mit 1038 SNPs bei ADHS kombiniertem Typ. Bestätigt DRD4/DAT1; neue Kandidaten: TPH2, MAOA, PNMT, ADRB2. Gen-weite Methodik mit Familientest-Design.

  • · Analyse von 1038 SNPs in 51 Kandidatengenen zeigt nominale Signifikanz in 18 Genen, einschließlich DRD4 und DAT1.
  • · Gen-weite Tests identifizieren signifikante Assoziationen mit TPH2, ARRB2, SYP, DAT1, ADRB2, HES1, MAOA und PNMT.
  • · DRD4 und DAT1 als meistreplizierteste ADHS-Kandidatengene bestätigt; Gene für Dopamin-, Noradrenalin- und Serotonin-Signalwege untersucht.
  • · Circadiane-Rhythmus-Gene wurden ebenfalls in der Analyse berücksichtigt.
Review verwandt 2010 amygdala

The long-term costs of traumatic stress: intertwined physical and psychological consequences

McFarlane, Alexander C. · World Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Das Paper beleuchtet die langfristigen Kosten von traumatischem Stress, wobei die progressive Eskalation von Symptomen durch Sensibilisierungs- und Kindling-Mechanismen erklärt wird. PTSD ist mit erhöhter allostatic load und bedeutsamer körperlicher Morbidität assoziiert. Die Autoren fordern einen breiteren Behandlungsansatz, der kortikale Erregungsdysregulation und neurohormale Abnormitäten adressiert.

  • · Langanhaltende Traumasymptome entstehen durch Sensibilisierungs- und Kindling-Prozesse, die zu progressiver neurobiologischer Dysregulation führen.
  • · PTSD ist mit erhöhter allostatic load verbunden, die zu signifikanter körperlicher Morbidität führt (chronische Schmerzen, Hypertonie, Hyperlipidämie, Adipositas, kardiovaskuläre Erkrankungen).
  • · Dysregulation der kortikalen Erregung und neurohormale Störungen nach Traumaexposition erfordern integrierte Behandlungsansätze, die sowohl physische als auch psychische Gesundheit berücksichtigen.
RCT ADHS 2010 venlafaxine

Venlafaxine versus methylphenidate in pediatric outpatients with attention deficit hyperactivity disorder: a randomized, double-blind comparison trial.

Zarinara, Ali-Reza; Mohammadi, Mohammad-Reza; Hazrati, Nazanin; Tabrizi, Mina et al. · Human psychopharmacology

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese randomisierte, doppelblinde 6-Wochen-Studie verglich Venlafaxin mit Methylphenidat bei 38 Kindern und Jugendlichen mit ADHS. Beide Behandlungen erzielten vergleichbare Symptomverbesserungen, wobei Methylphenidat häufiger Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit verursachte. Die Autoren schlussfolgern, dass Venlafaxin eine wirksame und gut verträgliche Alternative zu Methylphenidat bei pädiatrischen ADHS-Patienten sein könnte.

  • · Venlafaxin (50–75 mg/Tag) und Methylphenidat (20–30 mg/Tag) zeigten in einem 6-wöchigen RCT bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS keine signifikanten Unterschiede in der Symptomreduktion gemäß Eltern- und Lehrerbewertungsskalen (Parent Rating Scale: F=1,77, p=0,19; Teacher Rating Scale: F=1,64, p=0,20).
  • · Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit traten in der Methylphenidat-Gruppe häufiger auf als in der Venlafaxin-Gruppe.
  • · Venlafaxin wurde in Dosierungen von 50 mg/Tag (Körpergewicht <30 kg) bzw. 75 mg/Tag (Körpergewicht >30 kg) eingesetzt.
  • · Die Studie umfasste 38 Patienten (27 Jungen, 11 Mädchen) mit DSM-IV-TR-Diagnose ADHS in einem ambulanten Rahmen.
  • · Die Autoren schlussfolgern, dass Venlafaxin eine nützliche Behandlungsoption für ADHS bei Kindern und Jugendlichen darstellen könnte, mit einem verträglichen Nebenwirkungsprofil als Vorteil gegenüber Methylphenidat.
Review ADHS 2009 adhd overview working memory cerebellum

[Structural and functional neuroanatomy of attention-deficit hyperactivity disorder (ADHD)].

Emond, V; Joyal, C; Poissant, H · L'Encephale

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Übersichtsarbeit zur strukturellen und funktionellen Neuroanatomie von ADHS. PFC, Basalganglien und Kleinhirn als Kernregionen des ADHS-Netzwerks werden zusammengefasst. Epidemiologie (3–9% Kinder, 30–60% Persistenz) bestätigt.

  • · ADHS betrifft 3–9% der Schulkinder; 30–60% der Betroffenen zeigen Symptome bis ins Erwachsenenalter – Jungen sind ca. dreimal häufiger betroffen als Mädchen.
  • · Strukturelle und funktionelle Neuroanatomie bei ADHS zeigt konsistente Auffälligkeiten in PFC, Basalganglien und Kleinhirn – als Kernregionen des ADHS-Netzwerks.
  • · Funktionelle Bildgebung zeigt reduzierte DLPFC-Aktivierung bei ADHS-Adoleszenten im Vergleich zu typisch entwickelten Jugendlichen bei Aufmerksamkeitsaufgaben (fNIRS-Studie).
RCT ADHS 2009 adhd medication amphetamine attention

A 13-hour laboratory school study of lisdexamfetamine dimesylate in school-aged children with attention-deficit/hyperactivity disorder

Wigal, Sharon B.; Kollins, Scott H.; Childress, Ann; Squires, Liza · Child and Adolescent Psychiatry and Mental Health

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Phase-IIIb-RCT zu Lisdexamfetamin (LDX/Vyvanse) bei ADHS-Kindern (6–12 J.) im 13-Stunden-Analog-Classroom. Doppelblind, placebo-kontrolliert, Cross-over-Design. LDX signifikant wirksam in allen ADHS-Symptombereichen über einen vollen Schultag.

  • · Lisdexamfetamin (LDX) verbesserte ADHS-Symptome bei schulpflichtigen Kindern (6–12 J.) im Analog-Classroom-Setting signifikant gegenüber Placebo (SKAMP-Skala: Aufmerksamkeit und Verhalten).
  • · LDX zeigte klinisch bedeutsame Verbesserungen in allen primären und sekundären Endpunkten (CGI-Verbesserung, ADHD-RS-IV Hyperaktivität/Unaufmerksamkeit) im Schulumfeld.
  • · Das Analog-Classroom-Design (13-Stunden-Schultag) ermöglichte die Messung des Wirksamkeitsprofils von LDX über den realen Schultag hinaus – relevant für Dosierungsplanung.
Beobachtungsstudie ADHS 2009 adhd dopaminergic pathways noradrenergic system

A genetic study of ADHD and activity level in infancy

Ilott, Nicholas E.; Saudino, Kimberly J.; Wood, Alexis C.; Asherson, Philip · Genes Brain & Behavior

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Diese Zwillingsstudie mit 2-jährigen Kindern untersuchte genetische Einflüsse auf ADHS-Symptome und Aktivitätsniveau. ADHS-Symptome und Aktivitätsniveau erwiesen sich als erblich; das Heim-Aktivitätsniveau zeigte eine stärkere genetische Korrelation mit ADHS als das Labormaß. DAT1 und NET1 wurden moderat mit ADHS assoziiert.

  • · ADHS-Symptome, Aktivitätsniveau zu Hause und im Labor sind erbliche Phänotypen bei 2-jährigen Zwillingen.
  • · Das Aktivitätsniveau zu Hause korreliert stärker genetisch mit ADHS-Symptomen als das Labormaß und ist damit ein validerer Proxy für ADHS-Verhalten.
  • · DAT1 und NET1 zeigen bescheidene Assoziationen mit ADHS-Symptomen in der molekularen Analyse.
  • · Genetische Grundlagen von ADHS sind bereits im Alter von 2 Jahren messbar.
RCT ADHS 2009 modafinil

A randomized, double-blind and placebo-controlled trial of modafinil in children and adolescents with attention deficit and hyperactivity disorder

Kahbazi, Manijeh; Ghoreishi, Abolfazl; Rahiminejad, Fatemeh; Mohammadi, Mohammad-Reza et al. · Psychiatry Research

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Beobachtungsstudie ADHS 2009 adhd combined

An MRI Study of the Cerebellar Vermis in Chronically-Treated and Treatment-Naïve Children with ADHD-Combined Type

Bledsoe, Jesse C.; Semrud‐Clikeman, M.

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar. MRI-Studie (2009) zum Kleinhirnwurm (Cerebellar Vermis) bei chronisch behandelten und behandlungsnaiven ADHS-Patienten. Relevant für strukturelle Kleinhirn-Unterschiede bei ADHS.

Review ADHS 2009 clonidine

Association between attention-deficit/hyperactivity disorder and epilepsy in pediatric populations

Hamoda, Hesham M.; Guild, Danielle J.; Gumlak, Sarah; Travers, Brian H et al. · Expert Review of Neurotherapeutics

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieser Review untersucht die bidirektionale Beziehung zwischen ADHS und Epilepsie bei pädiatrischen Populationen. Mögliche gemeinsame Mechanismen umfassen genetische Faktoren, neurodevelopmentale Vulnerabilität und Effekte von Antiepileptika auf kognitive Funktionen. Für die Behandlung von ADHS bei Epilepsie zeigt Methylphenidat in einer doppelblinden Studie ein gutes Nutzen-Risiko-Profil, während für andere Medikamente nur begrenzte Evidenz vorliegt.

  • · Es besteht eine bidirektionale Beziehung zwischen ADHS und Epilepsie: ADHS erhöht das Anfallsrisiko, während Patienten mit Epilepsie eine erhöhte ADHS-Prävalenz aufweisen.
  • · Zu den vorgeschlagenen Mechanismen für diese Assoziation zählen Effekte von Antiepileptika, neurodevelopmentale Vulnerabilität, Auswirkungen chronischer Anfälle und subklinischer epileptiformer Aktivität auf kognitive Funktionen sowie adrenerge Dysfunktion.
  • · In einigen Familien könnte ein gemeinsamer genetischer Defekt beiden Störungen zugrunde liegen.
  • · Antiepileptika wie Phenobarbital, Gabapentin, Vigabatrin und Topiramat sind mit ADHS-ähnlichen Nebenwirkungen assoziiert.
  • · Methylphenidat wurde in einer doppelblinden, placebokontrollierten Studie zur Behandlung von ADHS bei komorbider Epilepsie untersucht und weist ein gutes Nutzen-Risiko-Verhältnis auf.
Andere ADHS 2009 atomoxetine

Atomoxetine is indicated for the treatment of “attention-Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD) in children of 6 years and older and in adolescents as part of a comprehensive treatment programme. Treatment must be initiated by a specialist in the treatment of ADHD. Diagnoses

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar. Paper (2009) zu Atomoxetin als zugelassener Behandlung für ADHS. Ohne Abstract nicht weiter beurteilbar; thematisch relevant für ADHS-Pharmakotherapie.

Review ADHS 2009 tricyclic antidepressants

Atomoxetine: a review of its use in attention-deficit hyperactivity disorder in children and adolescents.

Garnock-Jones, Karly P; Keating, Gillian M · Paediatric drugs

Zusammenfassung & 7 Kernbefunde

Dieses Review kombiniert eine umfassende Literaturübersicht zur Wirksamkeit und Verträglichkeit von Atomoxetin bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS mit einer In-silico-Analyse der pharmakologischen und toxikologischen Eigenschaften des Wirkstoffs. Atomoxetin zeigt in placebokontrollierten Studien konsistente Wirksamkeit, ist jedoch weniger wirksam als langwirksame Stimulanzien wie OROS-Methylphenidat. Die In-silico-Berechnungen weisen auf potenzielle Toxizitätsrisiken (kardiovaskulär, hepatisch, renal) hin, die klinisch genauer überwacht werden sollten.

  • · Atomoxetin ist ein selektiver Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SNRI), der durch präsynaptische Hemmung des Noradrenalintransporters im präfrontalen Kortex wirkt und dabei kaum Affinität zu Dopamin- oder Sereotonintransportern zeigt.
  • · Atomoxetin ist signifikant wirksamer als Placebo und Standardtherapie, zeigt jedoch keine signifikante Überlegenheit gegenüber Methylphenidat IR; gegenüber OROS-Methylphenidat und Extended-Release-Amphetaminsalzen ist Atomoxetin signifikant weniger wirksam.
  • · Atomoxetin kann einmal täglich oder in zwei gleichen Dosen verabreicht werden; ein einzelne Morgendosis zeigte Wirksamkeit bis in den Abend, ohne Rebound-Symptome bei Absetzen.
  • · Häufige Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, verminderter Appetit, Erbrechen, Somnolenz und Übelkeit; statistisch, aber nicht klinisch signifikante Erhöhungen von Herzfrequenz und Blutdruck wurden beobachtet.
  • · Atomoxetin trägt einen Black-Box-Warnhinweis für Suizidgedanken, basierend auf einer Metaanalyse die eine signifikant höhere Inzidenz von Suizidgedanken im Vergleich zu Placebo zeigt; seltene schwere Leberschäden wurden postmarketingbasiert berichtet.
Andere ADHS 2009 nucleus accumbens

Attention Deficit Disorder Associated with Dopamine Deficits in Brain

Talan, J. · Neurology Today

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Review ADHS 2009 clonidine

Attention-Deficit Hyperactivity Disorder

May, Diane; Kratochvil, Christopher J. · Drugs

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Dieser Übersichtsartikel vergleicht fünf neu zugelassene ADHS-Pharmakotherapien (Dexmethylphenidat XR, Lisdexamfetamin, Methylphenidat-TDS, Atomoxetin, Guanfacin XR) hinsichtlich Wirkmechanismus, Wirksamkeit und Verträglichkeit bei Kindern. Alle Präparate zeigten Wirksamkeit bei pädiatrischem ADHS mit unterschiedlichen Freisetzungsprofilen.

  • · Lisdexamfetamin ist das erste ADHS-Stimulans als Prodrug; d-Amphetamin wird erst durch Abspaltung von Lysin pharmakologisch aktiv und bietet eine Wirkdauer von 11–13 Stunden.
  • · Guanfacin XR ist ein Alpha2-Adrenorezeptor-Agonist, der für pädiatrisches ADHS zugelassen wurde und als nicht-stimulative Behandlungsalternative wirkt.
  • · Dexmethylphenidat XR zeigt ähnliche Wirksamkeit und Verträglichkeit wie zwei Dosen Sofortfreisetzungs-Dexmethylphenidat im 4-Stunden-Abstand, mit bimodaler Freisetzung und 10–12 Stunden Wirkdauer.
  • · Atomoxetin ist als nicht-stimulatives ADHS-Medikament FDA-zugelassen und zählt zu den verglichenen Erstlinientherapien.
  • · Das Methylphenidat-transdermale System (TDS) ermöglicht flexible Dosierung über die Tragezeit und wurde für pädiatrisches ADHS zugelassen.
Review ADHS 2009 bupropion

Attention-deficit-hyperactivity disorder: an update.

Dopheide, Julie A; Pliszka, Steven R · Pharmacotherapy

Zusammenfassung & 7 Kernbefunde

Dieser Übersichtsartikel fasst den aktuellen Wissensstand zu ADHS zusammen, einschließlich Epidemiologie, Neurobiologie, pharmakologischer und nicht-pharmakologischer Behandlungsoptionen sowie Komorbiditäten. Stimulanzien werden als wirksamste Therapie eingestuft, während Atomoxetin, Clonidin, Guanfacin und Bupropion als Alternativen beschrieben werden. Frühe Behandlung mit Psychoedukation und medikamentöser Therapie kann negative Langzeitfolgen wie Störungen des Sozialverhaltens reduzieren.

  • · ADHS ist eine häufige neuropsychiatrische Störung mit einer Prävalenz von 6–9 % bei Kindern/Jugendlichen und 3–5 % bei Erwachsenen in den USA; weltweite Raten bei Kindern sind vergleichbar.
  • · Neurobiologische Befunde zeigen bei ADHS-Patienten eingeschränkte Konnektivität in wichtigen Hirnregionen, Defizite der Inhibitionskontrolle, verzögerte Hirnreifung sowie noradrenerge und dopaminerge Dysfunktionen in mehreren Hirnregionen.
  • · Stimulanzien (Methylphenidat und Amphetamin) sind die wirksamste Therapieoption mit gutem Sicherheitsprofil; aktuelle Bedenken betreffen plötzliche unerklärte Todesfälle, psychiatrische Nebenwirkungen und Wachstumseffekte.
  • · Atomoxetin hat kein Missbrauchspotenzial, verursacht weniger Schlaflosigkeit als Stimulanzien und birgt ein minimales Risiko für Wachstumseffekte.
  • · Clonidin und Guanfacin sind weitere Therapieoptionen, können jedoch Bradykardie und Sedierung verursachen.
Systematic Review ADHS 2009 adhd genetics

Candidate gene studies of ADHD: a meta-analytic review

Gizer, I.; Ficks, Courtney A.; Waldman, I. · Human Genetics

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Erste umfassende Meta-Analyse zu Kandidatengen-Studien für ADHS über 15 Jahre Forschung. Quantitativ-genetische Studien belegen hohe Erblichkeit; Kandidatengene zeigen konsistente Assoziationen mit kleinen Effektgrößen. Grundlage für Priorisierung zukünftiger GWAS-Ansätze.

  • · Meta-Analyse von Kandidatengen-Studien zeigt, dass mehrere Gene konsistente Assoziationen mit ADHS zeigen – jedoch mit kleinen Effektgrößen und erheblicher Heterogenität.
  • · Quantitativ-genetische Studien (Zwillings-/Adoptionsstudien) bestätigen substanzielle genetische Einflüsse auf ADHS-Entwicklung.
  • · 15 Jahre Kandidatengen-Forschung bei ADHS lieferte eine große, oft widersprüchliche Literatur – umfassende Meta-Analyse notwendig für konsolidierten Überblick.
Andere ADHS 2009 delay aversion

Cross-sectional evaluation of cognitive functioning in children, adolescents and young adults with ADHD

Marx, Ivo; Hübner, Thomas; Herpertz, Sabine C.; Berger, Christoph et al. · Journal of Neural Transmission

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Beobachtungsstudie ADHS 2009 delay aversion

Delay and reward choice in ADHD: An experimental test of the role of delay aversion.

Marco, Rafaela; Miranda, Ana; Schlotz, Wolff; Meliá, Amanda et al. · Neuropsychology

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese experimentelle Studie untersuchte an 360 ADHS-Probanden, 349 Geschwistern und 112 Kontrollen (6–17 Jahre) die Mechanismen hinter der erhöhten Wahl sofortiger gegenüber verzögerter Belohnungen bei ADHS. Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl Verzögerungsaversion als auch impulsiver Drang nach unmittelbaren Belohnungen zu diesem Verhalten beitragen. ADHS-Responder mit sofortiger Belohnungswahl zeigen charakteristische Merkmale wie jüngeres Alter, niedrigere IQ-Werte und familiäre Häufung.

  • · Kinder mit ADHS wählen kleinere sofortige Belohnungen häufiger als größere verzögerte Belohnungen im Vergleich zu Kontrollen, sowohl wenn die sofortige Wahl die Gesamtverzögerung reduziert als auch wenn nicht.
  • · Der Effekt der Bevorzugung sofortiger Belohnungen ist bei ADHS-Kindern größer, wenn die sofortige Wahl zu einer Reduktion der Gesamtverzögerung führt, was auf einen Beitrag beider Komponenten hindeutet.
  • · Sowohl impulsiver Drang nach unmittelbaren Belohnungen (IDIR) als auch Verzögerungsaversion (DAv) tragen zu der erhöhten Wahl sofortiger Belohnungen bei ADHS bei, wie das Dual-Component-Modell nahelegt.
  • · ADHS-Responder mit Bevorzugung sofortiger Belohnungen sind jünger, haben niedrigere IQ-Werte, mehr Verhaltensstörungen und haben Geschwister, die selbst häufiger sofortige Belohnungen bevorzugen.
  • · Die Bevorzugung sofortiger Belohnungen könnte ein Marker für einen ADHS-Motivations-Subtyp darstellen.
Beobachtungsstudie verwandt 2009 default mode network basal ganglia attention

Development of Large-Scale Functional Brain Networks in Children

Supekar, Kaustubh; Musen, Mark A.; Menon, Vinod · PLoS Biology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Resting-State-fMRI-Studie zu Entwicklung großskaliger Hirnnetze in Kindern (n=23, 7–9 J.) vs. junge Erwachsene (n=22, 19–22 J.). Kinder haben stärkere subkortikale, schwächere frontale Konnektivität. Entwicklungsprozess als Pruning-Mechanismus – relevant für ADHS als Reifungsverzögerung.

  • · Kinder (7–9 J.) und junge Erwachsene (19–22 J.) zeigen ähnliche 'Small-World'-Netzwerkorganisation, unterscheiden sich jedoch signifikant in hierarchischer Organisation und interregionaler Konnektivität.
  • · Kinder zeigen stärkere subkortikale (Thalamus, Basalganglien) und schwächere kortiko-kortikale Konnektivität als Erwachsene – Reifungsprozess von subkortikal zu frontal-dominant.
  • · Der Entwicklungsprozess von Über-Konnektivität zu Pruning auf Netzwerkebene spiegelt synaptisches Pruning auf neuronalem Niveau – Reifungsmuster relevant für ADHS-Verstehen.
Andere ADHS 2009 emotional dysregulation

Developmental psychopathology: Attention Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD)

Schmidt, Sören; Petermann, Franz · BMC Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Breiter Review zur entwicklungspsychopathologischen Konzeption von ADHS als lebenslange Störung. Symptomvariabilität je nach Entwicklungsphase. Hohe psychiatrische Komorbidität. Zwei kritische Phasen (Vorschul, Adoleszenz) für ADHS-Symptomwandel identifiziert.

  • · ADHS ist eine über die Lebensspanne persistierende Entwicklungsstörung – beginnend im Vorschulalter mit qualitativ veränderten Symptomen je nach Altersgruppe.
  • · ADHS zeigt hohe Komorbidität mit einem breiten Spektrum psychiatrischer Störungen (ODD, CD, Angst, Depression, Sucht) – Komorbidität beeinflusst Verlauf und Behandlung.
  • · Ein entwicklungspsychopathologisches Modell identifiziert Vorschulalter und Adoleszenz als kritische Übergangsphasen für qualitative ADHS-Symptomveränderungen.
Review ADHS 2009 nucleus accumbens

Do dopaminergic gene polymorphisms affect mesolimbic reward activation of music listening response? Therapeutic impact on Reward Deficiency Syndrome (RDS)

Blum, Kenneth; Chen, Thomas J.H.; Chen, Amanda L.H.; Madigan, Margaret et al. · Medical Hypotheses

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Diese Hypothesen-Review diskutiert, wie dopaminerge Genpolymorphismen (insbesondere DRD2) die mesolimbische Belohnungsaktivierung durch Musik beeinflussen. Die Autoren schlagen vor, dass ein Reward Deficiency Syndrome (RDS) durch dopaminerge Dysfunktion verschiedene Störungen – darunter ADHS – erklären könnte.

  • · Musik aktiviert stark das mesolimbische Belohnungssystem, insbesondere Nucleus accumbens (NAc) und ventrales tegmentales Areal (VTA), sowie Hypothalamus und Insula.
  • · Die Reaktionen in NAc und VTA korrelierten stark miteinander, was auf eine Verbindung zwischen Dopaminausschüttung und NAc-Aktivierung durch Musik hinweist.
  • · Das DRD2 Taq1 A1-Allel wurde als erstes 'Belohnungsgen' im mesolimbischen System identifiziert und mit schwerem Alkoholismus assoziiert.
  • · Das Reward Deficiency Syndrome (RDS) wird als Rahmenkonzept für dopaminerge Dysfunktionen im Belohnungssystem vorgeschlagen, das auch ADHS umfasst.
Beobachtungsstudie ADHS 2009 prefrontal cortex dopaminergic pathways adhd

Dopamine D<sub>4</sub>Receptors Regulate AMPA Receptor Trafficking and Glutamatergic Transmission in GABAergic Interneurons of Prefrontal Cortex

Yuen, Eunice Y.; Yan, Zhen · Journal of Neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Elektrophysiologische Grundlagenstudie zum D4-Rezeptor-Signaling in PFC-GABAergen Interneuronen. D4-Aktivierung supprimiert AMPA-Rezeptor-Funktion → gestörte PFC-Inhibition. Relevant für neurobiologisches Verständnis von ADHS- und Schizophrenie-assoziierten PFC-Defiziten (DRD4-Gen ist ADHS-Kandidatengen).

  • · Dopamin-D4-Rezeptor-Aktivierung im präfrontalen Kortex (PFC) supprimiert AMPA-Rezeptor-vermittelte Signalübertragung in GABAergen Interneuronen – persistente synaptische Suppression.
  • · D4-Rezeptoren sind stark in PFC-GABAergen Interneuronen exprimiert; ihre Aktivierung stört die feedforward/feedback-Inhibition der Pyramidalneurone des PFC.
  • · Abnormes D4-Signaling in PFC-Interneuronen kann die GABAerge Inhibitionsstörung erklären, die bei ADHS und Schizophrenie mit Arbeitsgedächtnis- und exekutiven Defiziten assoziiert ist.
Beobachtungsstudie verwandt 2009 norepinephrine

Dopamine Modulates Persistent Synaptic Activity and Enhances the Signal-to-Noise Ratio in the Prefrontal Cortex

Kroener, S.; Chandler, L.; Phillips, P.; Seamans, J. · PLoS ONE

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Elektrophysiologische Grundlagenstudie (Patch-Clamp in PFC-Hippocampus-VTA-Organotyp-Kokulturen) zur Dopaminmodulation von PFC-Netzwerkaktivität (Up-States). Inverted-U-Dosis-Wirkungs-Kurve: moderate DA-Spiegel optimieren, extreme Spiegel stören PFC-Funktion. Relevant für Stimulanzien-Pharmakologie bei ADHS.

  • · Dopamin moduliert persistente synaptische Aktivität (Up-States) im PFC nach einem Inverted-U-Dosis-Wirkungs-Muster – zu viel oder zu wenig DA stört PFC-Netzwerkaktivität.
  • · Dopamin erhöht das Signal-Rausch-Verhältnis in aktiven PFC-Netzwerken – erklärt, warum moderate Stimulanzien-Dosen kognitive Funktion verbessern, hohe Dosen aber verschlechtern.
  • · Tonische und phasische Dopaminfreisetzung aus dem VTA-Mittelhirn haben unterschiedliche Auswirkungen auf PFC-Up-States – beide Moden modulieren kortikale Netzwerkaktivität.
Beobachtungsstudie verwandt 2009 default mode network

Dopamine Transporters in Striatum Correlate with Deactivation in the Default Mode Network during Visuospatial Attention

Tomasi, Dardo; Volkow, Nora D.; Wang, Ruiliang; Telang, Frank et al. · PLoS ONE

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

PET+fMRI-Studie zum Zusammenhang zwischen striataler DAT-Verfügbarkeit und DMN-Deaktivierung bei visuospatialem Aufmerksamkeit. Erstmals Nachweis, dass Dopamin DMN-Aktivität direkt moduliert – erklärt, wie Stimulanzien (DAT-Blockade) Aufmerksamkeit über DMN-Deaktivierung verbessern.

  • · Höhere DAT-Verfügbarkeit im Striatum (= niedrigeres synaptisches Dopamin) korreliert mit geringerer Deaktivierung des precuneus und anterioren Cingulums während visuospatialem Aufmerksamkeit – Dopamin moduliert DMN-Aktivität.
  • · Stimulanzien (DAT-Blockade → erhöhtes synaptisches Dopamin) verbessern Aufmerksamkeit teilweise durch Förderung der DMN-Deaktivierung – erklärt anteil der Stimulanzien-Wirkweise bei ADHS.
  • · Dopamin moduliert neuronale Aktivität in posteriorem Parietalkortex (Precuneus/Alertness) und Cingulum (emotionale Interferenz) – beide Regionen Teil des DMN.
Review ADHS 2009 noradrenergic system working memory

Dopamine vs noradrenaline: inverted-U effects and ADHD theories.

Levy, Florence · The Australian and New Zealand journal of psychiatry

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Historischer und mechanistischer Review zur Dopamin- und Noradrenalin-Theorie von ADHS. Das Inverted-U-Modell erklärt optimale PFC-Funktion: Alpha-2A-NE steigert Delay-Firing, D1-DA filtert Hintergrundaktivität. COMT-Polymorphismus erklärt individuelle Therapieansprechen-Variation.

  • · Das Inverted-U-Modell erklärt optimale präfrontale Funktion: Moderate Dopamin (D1)- und Noradrenalin (alpha-2A)-Spiegel im PFC maximieren das Signal-Rausch-Verhältnis für Arbeitsgedächtnisprozesse.
  • · Alpha-2A-adrenerge Rezeptorstimulation erhöht die dendritische Feuerrate präfrontaler Neurone während Verzögerungsperioden für bevorzugte Richtungen – relevant für noradrenerge Therapieansätze bei ADHS.
  • · Moderate D1-Rezeptorstimulation reduziert die Feuerrate für nicht-bevorzugte Richtungen im PFC und ermöglicht so repräsentative Kontrolle – erklärt stimulanzienbedingte kognitive Verbesserungen.
  • · Das COMT val/met-Gen beeinflusst die individuelle Variation in der Inverted-U-Antwort auf Stimulanzien – pharmakogenetische Implikationen für ADHS-Therapie.
RCT ADHS 2009 clonidine

Effects of Clonidine and Methylphenidate on Family Quality of Life in Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder

Cannon, Michael J.; Pelham, William E.; Sallee, F.R.; Palumbo, Donna et al. · Journal of Child and Adolescent Psychopharmacology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Diese Studie untersuchte im Rahmen des CAT-Trials (Clonidine for ADHD Treatment Study) den Einfluss von Clonidin und Methylphenidat auf die familiäre Lebensqualität bei ADHS. Die Ergebnisse zeigen, dass pharmakologische Behandlung die familiäre Lebensqualität positiv beeinflusst und dass entsprechende Messungen sensitiv für Behandlungseffekte sind. Familiäre Lebensqualität wurde als eigenständiges Konstrukt identifiziert, das zwar mit Symptommaßen korreliert, aber nicht mit ihnen identisch ist.

  • · Pharmakologische Behandlung von ADHS mit Clonidin und Methylphenidat verbessert messbar die Lebensqualität der betroffenen Familien.
  • · Familiäre Lebensqualität (QOL) korreliert zwar mit Symptom- und Wirksamkeitsvariablen, stellt aber ein eigenständiges, separates Konstrukt dar.
  • · QOL-Maße für die Familie erwiesen sich als sensitiv gegenüber pharmakologischer ADHS-Behandlung, was deren Einsatz als Outcome-Maß in klinischen Studien unterstützt.
Beobachtungsstudie verwandt 2009 noradrenergic system modafinil

Effects of Modafinil on Dopamine and Dopamine Transporters in the Male Human Brain

Volkow, Nora D.; Fowler, Joanna S.; Logan, Jean; Alexoff, David et al. · JAMA

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

PET-Pilotstudie (JAMA) zu Modafinil-Effekten auf das dopaminerge System im menschlichen Gehirn. Modafinil blockiert DAT und erhöht Dopamin im Nucleus accumbens – ähnlich wie Stimulanzien. Wichtiger Befund: Modafinil hat Missbrauchspotenzial entgegen früherer Annahmen.

  • · Modafinil (200 mg und 400 mg oral) blockierte Dopamintransporter (DAT) und erhöhte Dopaminspiegel im menschlichen Gehirn, einschließlich des Nucleus accumbens – nachgewiesen mit PET.
  • · Da Dopaminerhöhung im Nucleus accumbens ein Missbrauchspotenzial anzeigt, ist bei zunehmendem Off-Label-Gebrauch von Modafinil Vorsicht bezüglich Abhängigkeitsgefahr geboten.
  • · Modafinil erhöhte Herzfrequenz und systolischen Blutdruck dosisabhängig – kardiovaskuläre Nebenwirkung relevant für klinische Anwendung.
Beobachtungsstudie ADHS 2009 adhd dopaminergic pathways nucleus accumbens

Evaluating dopamine reward pathway in ADHD: clinical implications.

Volkow, Nora D; Wang, Gene-Jack; Kollins, Scott H; Wigal, Tim L et al. · JAMA

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

PET-Studie (JAMA, Volkow) bei n=53 nicht-medizierten erwachsenen ADHS-Patienten vs. Kontrollen. Erstmals direkter Beweis für dopaminerge Defizite im Belohnungspfad (NAcc, ventrales Caudatum) bei ADHS durch Bildgebung. Verbindet ADHS-Symptomatik mit mesolimbischer Dopamin-Dysfunktion.

  • · Erwachsene mit ADHS (n=53, nicht mediziert) zeigen im PET reduzierte D2/D3-Rezeptor-Verfügbarkeit und DAT-Verfügbarkeit im ventralen Caudatum, Nucleus accumbens und Mittelhirn gegenüber Kontrollen.
  • · Die dopaminergen Defizite im Belohnungspfad (mesaccumbales System) korrelieren bei ADHS mit klinischen Maßen von Aufmerksamkeit und Motivationsdefiziten.
  • · Bildgebende Evidenz für Reward/Motivation-Defizite bei ADHS durch hypodopaminerges mesolimbisches System – erklärt sowohl ADHS-Kernsymptome als auch erhöhtes Suchtrisiko.
Andere verwandt 2009 dopaminergic pathways

Functional imaging of the human dopaminergic midbrain

Düzel, Emrah; Bunzeck, Nico; Guitart‐Masip, Marc; Wittmann, Bianca C. et al. · Trends in Neurosciences

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Übersichtsarbeit zur funktionellen Bildgebung des dopaminergen Mittelhirns (SN/VTA) beim Menschen. fMRI als nicht-invasive Methode zur Untersuchung von Belohnungslernen und Novelty-Verarbeitung, die von Dopaminneuronen in SN/VTA kontrolliert werden.

  • · Invasive Ableitungen in SN/VTA bei Tieren zeigen Dopaminneuronenaktivität bei Belohnungslernen und Novelty-Processing – fMRI ermöglicht nicht-invasive Messung dieser Aktivität beim Menschen.
  • · Die anatomische und funktionelle Parcellierung des SN/VTA beim Primaten zeigt homogene Organisation – fMRI-Schlussfolgerungen über dopaminerge Antworten in SN/VTA sind trotz methodischer Einschränkungen möglich.
Andere ADHS 2009 delay aversion

Heterogeneity in ADHD: neuropsychological pathways, comorbidity and symptom domains.

Wåhlstedt, Cecilia; Thorell, Lisa B; Bohlin, Gunilla · Journal of abnormal child psychology

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Andere ADHS 2009 lisdexamfetamine

Lisdexamfetamine Dimesylate

Weber, Juliane; Siddiqui, M Asif A · CNS Drugs

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Review ADHS 2009 lisdexamfetamine

Lisdexamfetamine for treatment of attention-deficit/hyperactivity disorder.

Cowles, Brian J · The Annals of pharmacotherapy

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieser Review-Artikel fasst die Pharmakologie, Pharmakokinetik, Wirksamkeit und Sicherheit von Lisdexamfetamin (Vyvanse) zur Behandlung von ADHS bei Kindern und Erwachsenen zusammen. Lisdexamfetamin ist ein Prodrug mit einer Wirkdauer von 12 Stunden, das ADHS-Symptome bei Kindern und Erwachsenen signifikant reduziert. Trotz einiger Sicherheitsvorteile bezüglich Missbrauchspotenzial fehlt es an klarer Differenzierung gegenüber bestehenden Stimulanzien, und Daten für Jugendliche sind begrenzt.

  • · Lisdexamfetamin ist ein Prodrug von Dextroamphetamin, das kovalent an L-Lysin gebunden ist und durch den First-Pass-Metabolismus aktiviert wird.
  • · Das einzigartige pharmakokinetische Profil von Lisdexamfetamin ermöglicht eine einmal tägliche Dosierung mit einer Wirkdauer von etwa 12 Stunden dank der ratenlimierten enzymatischen Biotransformation.
  • · Lisdexamfetamin reduziert ADHS-Symptome bei Kindern (6–12 Jahre) durch eine Verringerung des ADHS-Bewertungsskalen-Scores um ca. 27 Punkte und bei Erwachsenen (18–55 Jahre) um ca. 19 Punkte.
  • · Unerwünschte Wirkungen mit einer Inzidenz von mehr als 10 % in klinischen Vorstudien umfassen Appetitunterdrückung, Insomnie und Kopfschmerzen.
  • · Die spezifischen pharmakokinetischen Eigenschaften von Lisdexamfetamin können das Missbrauchspotenzial im Vergleich zu anderen Stimulanzien reduzieren.
Beobachtungsstudie ADHS 2009 adhd emotion regulation noradrenergic system

Salivary Cortisol Response to a Psychosocial Stressor on Children Diagnosed with Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder: Differences Between Diagnostic Subtypes

Maldonado, E.; Trianes, Ma Victoria; Cortés-Ramos, Antonio; Moreno, Encarnación et al. · The Spanish Journal of Psychology

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Diese Studie verglich die HPA-Achsen-Reaktivität zwischen drei ADHS-Subtypen und einer gesunden Kontrollgruppe bei 66 Kindern mithilfe des TSST-C. Keine Gruppe zeigte die erwartete Kortisolstressreaktion; Kinder mit dem hyperaktiv-impulsiven Subtyp hatten signifikant niedrigere Kortisolspiegel als Kontrollen und die unaufmerksame Gruppe.

  • · Kinder mit ADHS vom hyperaktiv-impulsiven Subtyp zeigten signifikant niedrigere Kortisolspiegel als die Kontrollgruppe und der unaufmerksame Subtyp nach psychosozialem Stress.
  • · In keiner ADHS-Subtyp-Gruppe wurde die erwartete Kortisolstressreaktion beobachtet, was auf eine reduzierte HPA-Achsen-Reaktivität bei ADHS hinweist.
  • · Die HPA-Achsen-Reaktivität unterscheidet sich zwischen den ADHS-Subtypen: der hyperaktiv-impulsive Typ zeigt die stärkste Suppression der Kortisolreaktion.
  • · Die Stichprobe umfasste 66 Kinder (33 ADHS, davon 10 unaufmerksam, 9 hyperaktiv-impulsiv, 14 kombiniert; 33 gesunde Kontrollen).
Beobachtungsstudie verwandt 2009 default mode network

Spontaneous Brain Activity in the Default Mode Network Is Sensitive to Different Resting-State Conditions with Limited Cognitive Load

Yan, Chao‐Gan; Liu, Dongqiang; He, Yong; Zou, Qihong et al. · PLoS ONE

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Methodologische fMRI-Studie zum Einfluss der Ruhezustandsbedingung (Augen offen/geschlossen) auf DMN-Konnektivität. Befund: Augen-offen-Ruhezustand zeigt höhere DMN-Aktivität – wichtig für Vergleichbarkeit von Resting-State-fMRI-Studien, auch bei ADHS.

  • · DMN-Konnektivität und regionale spontane Aktivität (ALFF) unterscheiden sich signifikant zwischen verschiedenen Ruhezustandsbedingungen (Augen offen vs. geschlossen).
  • · Augen-offen-Ruhezustand zeigt höhere DMN-Konnektivität als Augen-geschlossen – methodologisch relevant für die Wahl der Ruhezustandsbedingung in fMRI-Studien.
Beobachtungsstudie verwandt 2009 basal ganglia

Striatal Dopamine D<sub>2</sub>/D<sub>3</sub>Receptor Availability Is Reduced in Methamphetamine Dependence and Is Linked to Impulsivity

Lee, Buyean; London, Edythe D.; Poldrack, Russell A.; Farahi, Judah et al. · Journal of Neuroscience

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Diese PET-Studie untersuchte die Beziehung zwischen striataler D2/D3-Rezeptor-Verfügbarkeit und Impulsivität bei Methamphetamin-abhängigen Personen. Abhängige zeigten sowohl reduzierte Rezeptor-Verfügbarkeit als auch erhöhte Impulsivität, die negativ miteinander korrelierten – insbesondere in Caudatum und NAc.

  • · Methamphetamin-abhängige Personen haben eine signifikant reduzierte striatale Dopamin-D2/D3-Rezeptor-Verfügbarkeit im Vergleich zu gesunden Kontrollen (p<0,01).
  • · Es besteht eine negative Korrelation zwischen Impulsivität und striataler D2/D3-Rezeptor-Verfügbarkeit im Nucleus caudatus und Nucleus accumbens bei Methamphetamin-Abhängigen.
  • · Methamphetamin-Abhängige zeigten höhere Impulsivitätswerte auf allen BIS-11-Subskalen als gesunde Kontrollen (p<0,001).
  • · Voxelweise Analyse zeigte, dass Impulsivität mit D2/D3-Verfügbarkeit im linken Caudatum und rechten lateralen Putamen/Claustrum korreliert.
Review ADHS 2009 adhd adults

The current status of research into attention deficit hyperactivity disorder: proceedings of the 2nd international congress on ADHD: from childhood to adult disease

Thome, Johannes; Reddy, Duvvoor Prathap · ADHD Attention Deficit and Hyperactivity Disorders

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Übersichtspaper über den Stand der ADHS-Forschung basierend auf dem 2nd International Congress on ADHS. Behandelt Diagnostik, Epidemiologie, Neurobiologie (Genetik, Imaging) und Behandlung über alle Altersgruppen. Betont die Unterversorgung erwachsener ADHS-Patienten.

  • · ADHS war bei erwachsenen Patienten historisch stark untererforscht; aktuelle Forschung zeigt jedoch zunehmend klinische Relevanz in allen Altersgruppen.
  • · Die neurobiologische Forschung zu ADHS umfasst Molekulargenetik, Proteomik, Neuroimaging und Elektrophysiologie und hat in den letzten Jahren deutliche Fortschritte gemacht.
  • · Pharmakologische und nicht-pharmakologische Behandlungen wurden auf dem 2nd International Congress on ADHS diskutiert, wobei multimodale Therapieansätze empfohlen wurden.
Review ADHS 2009 adhd genetics

The genetics of attention-deficit/hyperactivity disorder

Coghill, D.; Banaschewski, T. · Expert Review of Neurotherapeutics

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Expert-Review zur Genetik von ADHS. Verhaltens-genetische Studien bestätigen Heritabilität ~0,76. Polygene Architektur: viele Gene mit kleinen Effekten. Überblick über Kandidatengene und Ausblick auf GWAS-Methodik als Zukunftsstrategie.

  • · ADHS ist eine genetisch komplexe Störung mit Heritabilität von ca. 0,76 – multiple Gene mit jeweils kleinen Beiträgen bestimmen das Risiko.
  • · Molekulargenetische Ansätze haben multiple Kandidatengene identifiziert; GWAS stellt eine neue methodische Richtung dar, die über klassische Kandidatengenstudien hinausgeht.
  • · Die Genetik von ADHS zeichnet sich durch polygene Architektur aus – kein einzelnes Gen mit großem Effekt, sondern viele Gene mit kleinen aber signifikanten Beiträgen.
Review ADHS 2009 dopaminergic pathways noradrenergic system medication methylphenidate

The neuropharmacology of ADHD drugs in vivo: insights on efficacy and safety.

Heal D, J; Cheetham S, C; Smith S, L · Neuropharmacology

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Umfassender neuropharmakologischer Review zu ADHS-Medikamenten (MPH, Amphetamin, Atomoxetin) basierend auf In-vivo-Mikrodialyse. Zentrale These: NAcc/PFC-Selektivität der Katecholaminfreisetzung bestimmt Missbrauchspotenzial vs. therapeutische Wirkung. Wichtige mechanistische Grundlage für Wirkstoffvergleich.

  • · Amphetamin (Releasing-Agent) und Methylphenidat (Reuptake-Inhibitor) haben unterschiedliche Wirkprofile: Amphetamin erhöht extrazelluläres DA/NE stärker im NAcc als MPH; MPH hat selektivere PFC-Wirkung.
  • · Atomoxetin (NRI) erhöht extrazellulären NE und DA bevorzugt im PFC und nicht im NAcc – erklärt therapeutische Wirkung ohne Missbrauchs-/Suchtpotenzial.
  • · In-vivo-Mikrodialyse in frei beweglichen Ratten zeigt pharmakologische Klassenunterschiede bei ADHS-Medikamenten für Sicherheits- und Wirksamkeitsprofil – präklinische Grundlage klinischer Differenzierung.
  • · Die NAcc/PFC-Selektivitätsratio der Dopaminfreisetzung bestimmt das Missbrauchspotenzial und therapeutische Wirkung: Hohe NAcc-Selektivität → Missbrauch; hohe PFC-Selektivität → Therapie.
Andere ADHS 2009 cerebellum

Timing of conditioned eyeblink responses is impaired in children with attention-deficit/hyperactivity disorder

Frings, Markus; Gaertner, Kristina; Buderath, Paul; Gerwig, Marcus et al. · Experimental Brain Research

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Studie zu Eyeblink-Konditionierung bei ADHS-Kindern als Maß für zerebellare Funktion. ADHS-Kinder zeigen beeinträchtigtes Timing – ähnlich wie Kinder mit zerebellaren Läsionen. Bestätigt Kleinhirn-Dysfunktion als Beitrag zu ADHS-Motorproblemen.

  • · Kinder mit ADHS zeigen beeinträchtigtes Timing konditionierter Lidschlagresponsen (Eyeblink Conditioning, EBC) – Hinweis auf zerebellare Dysfunktion bei ADHS.
  • · Das Muster zerebellarer Fehlfunktion bei ADHS-Kindern ähnelt dem bei Kindern mit zerebellaren Läsionen – EBC als sensitives Maß für zerebellare Integrität.
  • · Motorische Auffälligkeiten bei ADHS (leichte Motorprobleme, Koordinationsprobleme) könnten zu einem wesentlichen Teil auf zerebellare Dysfunktion zurückzuführen sein.
Beobachtungsstudie verwandt 2009 default mode network

Treatment with Olanzapine is Associated with Modulation of the Default Mode Network in Patients with Schizophrenia

Sambataro, Fabio; Blasi, Giuseppe; Fazio, Leonardo; Caforio, Grazia et al. · Neuropsychopharmacology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Diese prospektive fMRI-Studie untersuchte die Wirkung von 8-wöchiger Olanzapin-Behandlung auf die DMN-Konnektivität bei 17 Schizophreniepatienten versus 19 gesunden Kontrollen. Olanzapin erhöhte die vmPFC-DMN-Konnektivität, normalisierte jedoch nicht alle DMN-Anomalien.

  • · Schizophreniepatienten zeigen reduzierte Konnektivität im Default Mode Network (DMN) im posterioren cingulären Kortex und erhöhte Konnektivität im Precuneus und inferioren Parietallappen.
  • · Behandlung mit Olanzapin erhöht die DMN-Konnektivität mit dem ventromedialen präfrontalen Kortex (vmPFC), nicht jedoch in posterioren DMN-Regionen.
  • · Veränderungen der DMN-Konnektivität könnten ein Mechanismus für die pharmakologische Verbesserung kognitiver Defizite bei Schizophrenie sein.
Review ADHS 2009 delay aversion executive dysfunction state regulation

What would Karl Popper say? Are current psychological theories of ADHD falsifiable?

Johnson, Katherine A.; Wiersema, Jan R.; Kuntsi, Jonna · Behavioral and Brain Functions

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Das Paper ist eine kritische Analyse von vier führenden psychologischen Theorien der ADHS hinsichtlich ihrer Erklärungskraft, Testbarkeit und Falsifizierbarkeit. Die Autoren argumentieren, dass aktuelle ADHS-Theorien methodologisch stärker an Popperschen Prinzipien der wissenschaftlichen Refutabilität ausgerichtet sein sollten. Das Paper trägt zur Qualität theoretischer Grundlagen in der ADHS-Forschung bei.

  • · Von vier großen psychologischen ADHS-Theorien (Executive Dysfunction, State Regulation, Delay Aversion, Dynamic Developmental) werden ihre Fähigkeiten zur Erklärung aller ADHS-Symptome, ihre Testbarkeit und Falsifizierbarkeit kritisch bewertet.
  • · Die Autoren schlussfolgern, dass Theoretiker stärker als bisher auf die Entwicklung falsifizierbarer ADHS-Theorien hinarbeiten sollten.
  • · ADHS wird als häufige und hochgradig vererbbare neurodevelopmentale psychiatrische Störung charakterisiert.
Beobachtungsstudie ADHS 2008 adhd inattentive adhd norepinephrine

Adrenergic receptor alpha2A gene and response to methylphenidate in attention-deficit/hyperactivity disorder-predominantly inattentive type

da Silva, Tatiana Laufer; Pianca, Thiago G.; Roman, Tatiana; Hutz, Mara H. et al. · Journal of Child and Adolescent Psychopharmacology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Naturalistische pharmakogenetische Studie zur Assoziation zwischen ADRA2A -1291 C>G Polymorphismus und Methylphenidat-Ansprechen bei ADHS-I-Kindern und -Jugendlichen. Befund stützt Rolle des noradrenergen Systems (alpha-2A-Rezeptor) bei der MPH-Wirkung.

  • · Der ADRA2A -1291 C>G Polymorphismus ist mit der Methylphenidat-Ansprechrate bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS vorwiegend unaufmerksamem Typ (ADHD-I) assoziiert.
  • · Träger des G-Allels des ADRA2A -1291 C>G Polymorphismus zeigten ein unterschiedliches Methylphenidat-Ansprechen – Hinweis auf pharmakogenetische Relevanz des noradrenergen Systems.
  • · Die Studie unterstützt die Bedeutung des alpha-2A adrenergen Rezeptors (ADRA2A) im noradrenergen System für die Wirkung von Methylphenidat bei ADHS-I.
Beobachtungsstudie verwandt 2008 adhd other

Association between Microdeletion and Microduplication at 16p11.2 and Autism

Weiss, Lauren A.; Shen, Yiping; Korn, Joshua M.; Arking, Dan E. et al. · New England Journal of Medicine

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Genomstudie identifiziert rekurrente Mikrodeletion/-duplikation bei 16p11.2 als starken Risikofaktor für Autismus (~1% der Fälle). ADHS wird als verwandte neurodevelopmentale Störung mit möglichem 16p11.2-Risiko erwähnt, ist aber nicht Primärziel der Studie.

  • · Eine rekurrente Mikrodeletion und reziproke Mikroduplikation bei 16p11.2 trägt signifikant zu Autismusanfälligkeit bei und erklärt ~1% der Autismusfälle.
  • · Copy-Number-Variationen (CNVs) im 16p11.2-Locus sind mit erhöhtem Risiko für neurodevelopmentale Störungen assoziiert – auch für ADHS.
Review ADHS 2008 adhd dopaminergic pathways reward

Attention-deficit-hyperactivity disorder and reward deficiency syndrome.

Blum, Kenneth; Chen, Amanda Lih-Chuan; Braverman, Eric R; Comings, David E et al. · Neuropsychiatric disease and treatment

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zum Reward Deficiency Syndrome (RDS) als neurobiologischem Rahmen für ADHS und Substanzmissbrauch-Komorbidität. Hypo-dopaminerger Trait durch multiple Gene (DRD2, DRD4, DAT1) → Belohnungskaskaden-Dysfunktion → Drogensuchverhalten. Theoretisches Modell mit Implikationen für Prävention.

  • · ADHS ist mit einem hypo-dopaminergen Phänotyp assoziiert – Dysfunktion der 'Belohnungskaskade' im Gehirn führt zu Reward Deficiency Syndrome (RDS).
  • · Mehrere Gene (u.a. DRD2, DRD4, DAT1) modulieren die Empfindlichkeit des mesolimbischen Dopaminsystems – polygenetische Grundlage des RDS bei ADHS.
  • · Das Reward Deficiency Syndrome erklärt die Komorbidität von ADHS mit Substanzmissbrauch: Hypodopaminerger Zustand motiviert Drogensuche zur Dopaminaktivierung.
Andere ADHS 2008 adhd combined

Behavioral and genetic evidence for a novel animal model of Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder Predominantly Inattentive Subtype.

Sagvolden, T; Dasbanerjee, T; Zhang-James, Y; Fa, Middleton et al. · Behavioral and brain functions : BBF

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Vorstellung eines Tiermodells für ADHS vorwiegend unaufmerksamen Typs (ADHD-PI) basierend auf SHR-Rattenlinie. Verhaltens- und genetische Evidenz für distinkte Neurobiologie von ADHS-PI vs. kombiniertem Typ. Relevant für mechanistische ADHS-Forschung.

  • · Spontan hypertensive Ratten (SHR) zeigen Verhaltens- und genetische Merkmale, die ADHS vorwiegend unaufmerksamen Typs (ADHD-PI) modellieren – mit reduzierter Motoraktivität aber gestörter Aufmerksamkeit.
  • · Das SHR-Tiermodell zeigt Konstruktvalidität für ADHS-PI durch Reproduktion von Ätiologie, Biochemie, Symptomen und Behandlungsansprechverhalten.
  • · ADHS-PI und ADHS-HI/Kombinierter Typ können durch distinkte Tiermodelle (SHR vs. andere Linien) repräsentiert werden – Hinweis auf separate neurobiologische Substrate.
Beobachtungsstudie ADHS 2008 adhd conduct disorder

Conduct disorder and ADHD: Evaluation of conduct problems as a categorical and quantitative trait in the international multicentre ADHD genetics study

Anney, Richard; Lasky‐Su, Jessica; Ó'Dúshláine, Colm; Kenny, Elaine et al. · American Journal of Medical Genetics Part B Neuropsychiatric Genetics

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Genetische Studie (IMAGE-Datensatz) zu Störung des Sozialverhaltens (CD) als kategoriales und quantitatives Merkmal bei ADHS. ADHS+CD als potenziell eigenständiger familiärer Subtyp mit teilweise distinkter Genetik. Keine genomweiten Loci identifiziert.

  • · ADHS + Störung des Sozialverhaltens (CD) repräsentiert einen spezifischen ADHS-Subtyp mit teilweise überlappenden, teilweise distinkten familiären Risikofaktoren gegenüber reiner ADHS.
  • · Hypothesenfreie Analyse des IMAGE-Datensatzes (internationale Multicenter-Genetics-Studie) zeigt keine genomweite Signifikanz für spezifische CD-ADHS-Loci – trotz großer familiärer Stichprobe.
  • · Sowohl kategoriale als auch quantitative Analyse von CD-Symptomen bei ADHS liefert ähnliche Ergebnisse – Störung des Sozialverhaltens als dimensionales Merkmal bei ADHS.
Review verwandt 2008 nucleus accumbens reward processing

Dopamine and reward: the anhedonia hypothesis 30 years on.

Wise Roy, A · Neurotoxicity research

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

30-Jahres-Review zur Anhedonie-Hypothese von Dopamin. Dopamin wird neu als zentraler Mediator von Verstärkungslernen und Anreizmotivation (nicht nur subjektivem Genuss) konzeptualisiert. Relevant für ADHS-Verständnis von Reward-Defiziten und Motivationsproblemen.

  • · Hirndopamin spielt eine zentrale Rolle bei Verstärkungslernen und Anreizmotivation – nicht nur bei subjektivem Erleben von Belohnung (Anhedonie-Hypothese revidiert).
  • · Antipsychotika blockieren dopaminerge Belohnungssignale im mesolimbischen System und attenuieren positive Verstärkung – paradox bei Einsatz gegen Anhedonie.
  • · Das Dopaminsystem ist für Belohnung, Antrieb und Verhaltensinitiierung essenziell – Störungen dieses Systems bei ADHS erklären Motivationsdefizite und Reward-Verarbeitung.
Review ADHS 2008 delay aversion

Executive dysfunction and delay aversion in attention deficit hyperactivity disorder: nosologic and diagnostic implications.

Sonuga-Barke, Edmund J S; Sergeant, Joseph A; Nigg, Joel; Willcutt, Erik · Child and adolescent psychiatric clinics of North America

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Das Paper überprüft die Rolle von Exekutivfunktionsdefiziten und Verzögerungsaversion in der ADHS-Diagnose. Die Autoren folgern, dass beide Konstrukte in ADHS impliziert sind, aber weder notwendig noch diagnostisch spezifisch sind. Die Befunde deuten darauf hin, dass diese Phänomene primär zur Identifizierung von ADHS-Subtypen und zur Verbesserung der ADHS-Klassifikation beitragen könnten.

  • · Exekutive Funktionsdefizite (EF) und Verzögerungsaversion (DAv) sind beide in der ADHS-Pathophysiologie impliziert, sind aber weder notwendig noch spezifisch für die ADHS-Diagnose.
  • · EF-Defizite und Verzögerungsaversion sind voneinander dissozierbar und können jeweils unterschiedliche Merkmale in verschiedenen ADHS-Subgruppen repräsentieren.
  • · Weder EF-Defizite noch Verzögerungsaversion tragen in ihrer aktuellen Konzeptualisierung wesentlich zur ADHS-Diagnose bei, könnten aber zur Verfeinerung der ADHS-Nosologie und Partitionierung der Heterogenität entscheidend sein.
  • · Eine empirische Übersichtsarbeit zeigt, dass sowohl exekutive Funktionsstörungen als auch Verzögerungsaversion mit ADHS assoziiert sind, ohne jedoch diagnostisch spezifisch zu sein.
Review verwandt 2008 noradrenergic system attention amygdala

Functional Neuroanatomy of the Noradrenergic Locus Coeruleus: Its Roles in the Regulation of Arousal and Autonomic Function Part I: Principles of Functional Organisation

Samuels, Eric R.; Szabadi, E. · Current Neuropharmacology

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Das Paper ist eine Übersichtsarbeit, die die funktionale Neuroanatomie des Locus Coeruleus und seine zentrale Rolle in der Regulation von Arousal und autonomer Funktion beschreibt. Der LC ist der hauptsächliche noradrenergische Nucleus des Gehirns mit extensiven Projektionen zu Kortex, Thalamus, Basalforebrain und autonomen Kernen. LC-Aktivierung fördert Wachheit und erhöht die sympathische Aktivität, während die parasympathische Aktivität sinkt.

  • · Der Locus Coeruleus ist der major noradrenergic nucleus des Gehirns und innerviert extensive Bereiche des gesamten Neuroachse mit hochspezifischen Projektionsmustern.
  • · LC-Aktivierung führt zu erhöhter Wachheit durch dichte exzitatorische Projektionen zur zerebralen Kortex, zum Basalforebrain, zum Thalamus und zu serotonergen Neuronen der dorsalen Raphe.
  • · Der LC bewirkt eine Steigerung der sympathischen Aktivität und eine Abnahme der parasympathischen Aktivität über direkte Projektionen zum Rückenmark und zu autonomen Kernen.
  • · Der LC hat inhibitorische Projektionen zu schlaffördernd wirkenden GABAergen Neuronen des Basalforebrain und der ventrolateralen präoptischen Area.
  • · Noradrenergische Outputs des LC können sowohl exzitatorische Effekte via α-Adrenozeptoren als auch inhibitorische Effekte via α-Adrenozeptoren ausüben.
Beobachtungsstudie ADHS 2008 adhd dopaminergic pathways noradrenergic system

Genome‐wide association scan of quantitative traits for attention deficit hyperactivity disorder identifies novel associations and confirms candidate gene associations

Lasky‐Su, Jessica; Neale, Benjamin M.; Franke, Barbara; Anney, Richard et al. · American Journal of Medical Genetics Part B Neuropsychiatric Genetics

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Erste genomweite Assoziationsstudie (GWAS) für ADHS-Quantitativmerkmale (n=958 familiäre Trios, ~430.000 SNPs). Identifiziert 2 nominell signifikante neue Loci; bestätigt Kandidatengene aus Dopamin/Noradrenalin-Wegen. Zeigt Herausforderungen der GWAS bei ADHS.

  • · Genomweite Assoziationsanalyse (GWAS) mit 429.981 SNPs in 909 ADHS-Familien-Trios identifizierte 2 SNPs (rs6565113, rs552655) mit nominaler Signifikanz für ADHS-Quantitativmerkmale.
  • · Bestätigte Assoziationen mit bekannten Kandidatengenen (u.a. Dopamin- und Noradrenalin-Pathway) wurden in der GWAS repliziert.
  • · ADHS ist eine genetisch komplexe Störung – quantitative Phänotypen (18 ADHS-Symptome → 6 Phänotypen) erhöhen die statistische Power für Assoziationsstudien.
Beobachtungsstudie ADHS 2008 adhd noradrenergic system prefrontal cortex

Long-Term, Open-Label Extension Study of Guanfacine Extended Release in Children and Adolescents with ADHD

Biederman, J; Melmed, Raun D.; Patel, Anil; McBurnett, Keith et al. · CNS Spectrums

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Offene Langzeit-Erweiterungsstudie (n=37, 6–16 Jahre) zu Guanfacin Extended Release (GXR) bei ADHS über 24 Monate. GXR zeigte anhaltende Wirksamkeit und akzeptables Sicherheitsprofil. Kardiovaskuläre Nebenwirkungen (HR-Reduktion, QT-Verlängerung) klinisch nicht signifikant.

  • · Guanfacin Extended Release (GXR) war bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS über 24 Monate Langzeitbehandlung allgemein sicher und gut verträglich.
  • · GXR reduzierte die Herzfrequenz und erhöhte das QT-Intervall, diese kardiovaskulären Effekte waren jedoch nicht klinisch signifikant.
  • · Die ADHS-Symptomverbesserung unter GXR blieb über den gesamten 24-monatigen Behandlungszeitraum erhalten – Hinweis auf anhaltende Wirksamkeit.
Beobachtungsstudie verwandt 2008 dopaminergic pathways reward processing

Mesolimbic Functional Magnetic Resonance Imaging Activations during Reward Anticipation Correlate with Reward-Related Ventral Striatal Dopamine Release

Schott, Björn H.; Minuzzi, Luciano; Krebs, Ruth M.; Elmenhorst, David et al. · Journal of Neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Multimodale Bildgebungsstudie (fMRI + [11C]Racloprid-PET) zur Korrelation zwischen mesolimbischer Belohnungs-fMRI und striataler Dopaminfreisetzung bei Belohnungsantizipation. Validiert BOLD-Signal als Proxy für DA-Freisetzung im Belohnungssystem – methodisch bedeutsam für ADHS-Bildgebung.

  • · fMRI-Aktivierung im mesolimbischen Belohnungskreislauf während Belohnungsantizipation korreliert positiv mit [11C]Racloprid-PET-Maßen der Dopaminfreisetzung im ventralen Striatum beim selben Probanden.
  • · Substantia nigra / ventrales Tegmentum (SN/VTA) – Ursprung der mesolimbischen Dopaminbahn – zeigt bei Belohnungsantizipation korrelierte Aktivierung mit ventralem Striatum.
  • · Die simultane fMRI-PET-Methodik belegt, dass BOLD-Signal im mesolimbischen System ein valider proxy für tatsächliche Dopaminfreisetzung ist.
Andere ADHS 2008 modafinil

Modafinil improves symptoms of attention-deficit/hyperactivity disorder across subtypes in children and adolescents.

Biederman, Joseph; Pliszka, Steven R · The Journal of pediatrics

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Sekundäranalyse gepoolter Daten aus drei doppelblinden, placebokontrollierten Studien untersuchte die Wirksamkeit von Modafinil bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS nach DSM-IV-Subtypen. Modafinil verbesserte Symptome und Verhaltensweisen beim unaufmerksamen und kombinierten Subtyp signifikant gegenüber Placebo, bewertet durch Lehrer, Eltern und Untersucher. Der hyperaktiv-impulsive Subtyp war zu gering vertreten, um belastbare Schlussfolgerungen zu ziehen.

  • · Modafinil (170–425 mg/Tag) verbesserte bei Kindern und Jugendlichen (6–17 Jahre) die ADHS-Symptome im unaufmerksamen und kombinierten Subtyp signifikant gegenüber Placebo, gemessen mit der ADHD-RS-IV (Schule und Zuhause).
  • · Beim unaufmerksamen Subtyp betrug die mittlere Verbesserung des ADHD-RS-IV Schulversion -15,7 (Modafinil) gegenüber -7,1 (Placebo); Heimversion -13,8 vs. -5,9.
  • · Beim kombinierten Subtyp zeigte sich eine mittlere Verbesserung im ADHD-RS-IV Schulversion von -16,5 (Modafinil) vs. -8,8 (Placebo); Heimversion -15,7 vs. -7,6.
  • · Modafinil war in Bezug auf die klinische Gesamtbeurteilung (CGI-I) sowie die CPRS-R:S-Subskalen bei unaufmerksamen und kombinierten Subtypen wirksamer als Placebo.
  • · Die Studie basierte auf gepoolten Daten aus 3 doppelblinden, placebokontrollierten Studien mit insgesamt 638 Patienten (Modafinil n=423, Placebo n=215).
case_report ADHS 2008 modafinil

Modafinil treatment of amphetamine abuse in adult ADHD

Mann, Nicholas Stuart; Bitsios, Panos · Journal of Psychopharmacology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Dieser Fallbericht beschreibt einen erwachsenen ADHS-Patienten mit komorbiden Amphetaminmissbrauch, der erfolgreich mit Modafinil behandelt wurde. Das Nicht-Stimulans Modafinil reduzierte sowohl die ADHS-Kernsymptome als auch den Substanzmissbrauch. Die Autoren schlagen Modafinil als mögliche Behandlungsoption für ADHS-Patienten mit Stimulanzienmissbrauch vor.

  • · Modafinil behandelte erfolgreich sowohl die Unaufmerksamkeits-/Hyperaktivitätssymptome bei einem erwachsenen ADHS-Patienten als auch den komorbiden Amphetaminmissbrauch.
  • · Substanzmissbrauch ist eine häufige komorbide Störung bei erwachsener ADHS; die Behandlung mit konventionellen Psychostimulanzien kann bei gleichzeitigem Stimulanzienmissbrauch problematisch sein.
  • · Modafinil ist ein Nicht-Stimulans mit wachheitsfördernder Wirkung und könnte als alternatives Behandlungskonzept für Erwachsene mit ADHS und Stimulanzienmissbrauch in Betracht kommen.
Review verwandt 2008 amygdala

Psychosis and autism as diametrical disorders of the social brain

Crespi, Bernard J.; Badcock, Christopher · Behavioral and Brain Sciences

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Theoretische Übersichtsarbeit zum Diametralen-Modell neurodevelopmentaler Störungen. Autismus und Schizophrenie als Gegenpole des 'Social Brain'. ADHS wird als intermediäre Störung erwähnt, steht aber nicht im Fokus.

  • · Autismus-Spektrum-Störungen und Psychose-Spektrum-Störungen (Schizophrenie, Bipolare Störung, Depression) zeigen diametral entgegengesetzte Phänotypen in sozialer Kognition, Hirnwachstum und Genomik.
  • · Imprinting-Mechanismen werden als treibende Kraft hinter der diametralen Differenzierung von Autismus vs. Psychose vorgeschlagen – ADHS wird als intermediäres Phänomen diskutiert.
Review verwandt 2008 basal ganglia reward processing

Reward‐guided learning beyond dopamine in the nucleus accumbens: the integrative functions of cortico‐basal ganglia networks

Yin, H.; Ostlund, Sean B.; Balleine, B. · European Journal of Neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zur Differenzierung von dorsal vs. ventral striatalen Schaltkreisen bei belohnungsgesteuertem Lernen. Widerspricht dem Monolith-Konzept des Belohnungssystems: NAcc und dorsales Striatum haben dissoziierbare Funktionen in Pavlovianischen vs. instrumentellen Lernprozessen.

  • · Belohnungsgesteuertes Lernen wird nicht allein durch den mesoaccumbalen Dopaminweg (VTA → Nucleus accumbens) kontrolliert – dorsale und ventrale Striata haben unterschiedliche Funktionen.
  • · Der Nucleus accumbens ist notwendig für den Erwerb und Ausdruck pavlovianischer Appetenz-Reaktionen und motivationaler Kontrolle instrumentellen Verhaltens – nicht allein für alle Belohnungsprozesse.
  • · Dorsal-striatale cortico-basalganglionäre Schaltkreise sind für habituelles, zielunabhängiges Verhalten notwendig; ventrale Schaltkreise für zielgerichtetes Verhalten.
Beobachtungsstudie ADHS 2008 bupropion

Smoking cessation and inattention or hyperactivity/impulsivity: A post hoc analysis

Covey, Lirio S.; Manubay, Jeanne M.; Jiang, Hao; Nortick, M. et al. · Nicotine & Tobacco Research

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Post-hoc-Analyse untersuchte Abstinenzverläufe bei 583 erwachsenen Rauchern, die offen mit Bupropion und Nikotinpflaster behandelt wurden, differenziert nach ADHS-Symptomsubtypen. Raucher mit ADHS-Hyperaktivitäts-/Impulsivitätssymptomen hatten signifikant geringere Chancen auf Tabakabstinenz als Raucher ohne ADHS, während sich für den Unaufmerksamkeitssubtyp kein signifikanter Unterschied zeigte. Die Ergebnisse deuten auf eine differenzielle Wirksamkeit der Kombinationstherapie in Abhängigkeit vom ADHS-Subtyp hin.

  • · Erwachsene Raucher mit ADHS-Symptomen (beide Subtypen kombiniert) zeigten im Vergleich zu Rauchern ohne ADHS niedrigere Abstinenzraten über den 8-wöchigen Behandlungszeitraum (OR = 0,54; 95% CI = 0,32–0,99).
  • · Raucher mit überwiegend Hyperaktivitäts-/Impulsivitätssymptomen (mit oder ohne Unaufmerksamkeit) hatten deutlich geringere Chancen auf Tabakabstinenz (OR = 0,40; 95% CI = 0,19–0,82), während bei Rauchern mit überwiegend Unaufmerksamkeit kein signifikant reduzierter Behandlungserfolg festgestellt wurde (OR = 0,74; 95% CI = 0,36–1,51).
  • · Die Kombinationsbehandlung aus Bupropion und Nikotinpflaster scheint für Raucher mit Unaufmerksamkeitssymptomen hilfreich zu sein, nicht jedoch für Raucher mit Hyperaktivitäts-/Impulsivitätssymptomen.
  • · Die Häufigkeit früherer Major-Depression war in der ADHS-Unaufmerksamkeitsgruppe am höchsten, während frühere Alkoholabhängigkeit in der ADHS-Hyperaktivitäts-/Impulsivitätsgruppe am häufigsten vorkam.
  • · Tabakkonsum und Nikotin haben unterschiedliche Beziehungen zu den Kernsymptomen der ADHS (Unaufmerksamkeit vs. Hyperaktivität/Impulsivität), was auf divergente neurobiologische Mechanismen hindeutet.
RCT verwandt 2008 venlafaxine

Switching to Another SSRI or to Venlafaxine With or Without Cognitive Behavioral Therapy for Adolescents With SSRI-Resistant Depression

Brent, David A.; Emslie, Graham J.; Clarke, Gregory N.; Wagner, Karen Dineen et al. · JAMA

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Review ADHS 2008 atomoxetine adhd adults

Treatment of adults with attention-deficit/hyperactivity disorder

Hechtman, Lilly · Neuropsychiatric Disease and Treatment

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Umfassender Review zur ADHS-Behandlung bei Erwachsenen: Prävalenz, Diagnosestellung, Stimulanzien (MPH, Amphetamine), Nicht-Stimulanzien (ATX, Bupropion, Guanfacin) und Psychosoziale Behandlung. Kombinationstherapie als optimaler Ansatz. Evidenzbasierte Empfehlungen für Komorbiditäten.

  • · Stimulanzien (Methylphenidat, Amphetamine) sind die wirksamste Pharmakotherapie bei erwachsener ADHS – mit Ansprechraten von 50–70%.
  • · Nicht-Stimulanzien (Atomoxetin, Bupropion, Guanfacin) sind wirksame Alternativen bei erwachsener ADHS, v.a. bei Komorbidität (Angst, Substanzmissbrauch) oder Stimulanzien-Intoleranz.
  • · Kombinierte Pharmako- und Psychotherapie ist für die meisten Erwachsenen mit ADHS die wirksamste Behandlungsoption – besser als jeweils allein.
  • · Bei ADHS mit komorbider Substanzabhängigkeit sollte zunächst die Sucht behandelt werden; dann sind nicht-stimulierende Medikamente oder retardierte Stimulanzien vorzuziehen.
Andere verwandt 2008 adhd other

Word and triphone based approaches in continuous speech recognition for Tamil language

Thangarajan, R.; Natarajan, A.M.; Selvam, M. · WSEAS Transactions on Signal Processing archive

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Paper mit widersprüchlichem Inhalt: Titel bezieht sich auf tamilische Spracherkennung, Abstract enthält Kurzaussagen zu SPN-812 (Viloxazin) für ADHS. Wahrscheinlich Metadaten-Fehler. Inhalt nicht beurteilbar.

  • · SPN-812 (Viloxazin, 100/200/400 mg/d) ist in Wirksamkeitsmaßen den jeweiligen Kontrollbedingungen überlegen.
  • · Sicherheitsprobleme von SPN-812 werden als nicht zu ignorieren angemerkt.
Review verwandt 2007 prefrontal cortex dopaminergic pathways working memory

[Distribution and function of dopamine D1, D2 receptor].

Tetsuya, Suhara; Michie, Miyoshi · Rinsho shinkeigaku = Clinical neurology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Übersichtsarbeit zu PET-Bildgebung des dopaminergen Systems, primär für Parkinson und Schizophrenie. ADHS wird als Störung mit dopaminerger Beteiligung erwähnt. Methodisch relevant für Verständnis der Dopaminrezeptor-Bildgebung.

  • · PET-Bildgebung ermöglicht die In-vivo-Messung von Dopaminrezeptoren (D1, D2), -transportern und biochemischen Wegen im lebenden menschlichen Gehirn.
  • · Dopamin-D2-Rezeptorbesetzung durch Antipsychotika und deren Zeitverlauf wurde mit PET quantifiziert – methodische Grundlage für pharmakokinetische Studien.
  • · Das dopaminerge System spielt eine zentrale Rolle in der Pathophysiologie von Parkinson, Schizophrenie und ADHS – PET als Werkzeug zur Untersuchung dieser Störungen.
Review ADHS 2007 nortriptyline

[Pharmacotherapy of attention-deficit/hyperactivity disorder (ADHD) and comorbid disorders].

Wiesegger, Georg; Kienbacher, Christian; Pellegrini, Elisabeth; Scheidinger, Hans et al. · Neuropsychiatrie : Klinik, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation : Organ der Gesellschaft Osterreichischer Nervenarzte und Psychiater

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Das Paper präsentiert evidenzbasierte Algorithmen zur Pharmakotherapie von ADHS und Komorbiditäten. Stimulanzien sind First-Line-Therapie für ADHS ohne Begleiterkrankungen, während Atomoxetin bei komorbiden Angststörungen bevorzugt wird. Die Empfehlungen sollen Fachleute bei klinischen Entscheidungen unterstützen.

  • · Stimulanzien sind die First-Line-Medikation für ADHS ohne Komorbiditäten.
  • · Bei ADHS mit komorbider Aggression, Major Depression oder Tic-Störung sollten Stimulanzien initial eingesetzt werden, gefolgt von spezifischer Pharmakotherapie bei persistierenden Symptomen.
  • · Atomoxetin kann als First-Line-Behandlung bei komorbiden Angststörungen eingesetzt werden.
  • · ADHS-Patienten zeigen erhöhtes Risiko für komorbide psychiatrische Störungen einschließlich Stimmungsstörungen, Angststörungen, Tic-Störungen und disruptiven Verhaltensstörungen.
RCT ADHS 2007 adhd inattentive

A randomized, controlled trial of integrated home-school behavioral treatment for ADHD, predominantly inattentive type.

Pfiffner, L.; Mikami, Amori Yee; Huang-Pollock, C.; Easterlin, Barbara et al. · Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

RCT (n=69, Alter 7–11 J.) zur Wirksamkeit des Child Life and Attention Skills Program (CLAS) bei ADHS vorwiegend unaufmerksamen Typs. Integrierte Heim-Schule-Verhaltensintervention reduzierte Unaufmerksamkeit, träges kognitives Tempo und funktionelle Beeinträchtigung signifikant. Effekte blieben bei Follow-up (3–5 Monate) erhalten.

  • · Kinder mit ADHS-I (n=69, 7–11 Jahre), die am Child Life and Attention Skills Program (CLAS) teilnahmen, zeigten post-Behandlung signifikant weniger Unaufmerksamkeit laut Eltern- und Lehrerberichten als die Kontrollgruppe.
  • · Das CLAS-Programm verbesserte auch das träge kognitive Tempo (Sluggish Cognitive Tempo) und die funktionelle Beeinträchtigung bei Kindern mit ADHS-I signifikant.
  • · Die Behandlungsgewinne des integrierten Eltern-Schule-Programms blieben bei der 3- bis 5-monatigen Nachuntersuchung erhalten – Hinweis auf nachhaltige Wirksamkeit.
  • · Eine hausübergreifende, eltern- und lehrerbasierte Verhaltensintervention ist bei ADHS vorwiegend unaufmerksamen Typs wirksam – ohne Medikation.
Beobachtungsstudie ADHS 2007 adhd anterior cingulate cortex executive function

Adaptive control deficits in attention-deficit/hyperactivity disorder (ADHD): the role of error processing.

van Meel Catharina, S; Heslenfeld Dirk, J; Jaap, Oosterlaan; Sergeant Joseph, A · Psychiatry research

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die Studie untersucht das Fehlerverarbeitungsprozesse bei 16 ADHS-Jungen und 16 Kontrollkindern mittels Event-Related Potentials (ERP) während einer modifizierten Eriksen-Flanker-Aufgabe. ADHS-Kinder zeigen reduzierte Error-Related Negativity und erhöhte Fehlerraten besonders unter Zeitdruck, was auf ein Defizit in der Verhaltensüberwachung durch den anterioren Gyrus cinguli hindeutet. Die Ergebnisse legen nahe, dass nicht mangelnde strategische Anpassungen, sondern ein spezifisches Monitoring-Defizit den kognitiven Schwierigkeiten bei ADHS zugrunde liegt.

  • · Kinder mit ADHS zeigen signifikant mehr Fehler als Kontrollgruppe, besonders unter Zeitdruck und bei Reaktionskonflikt, obwohl die Reaktionsgeschwindigkeit vergleichbar ist.
  • · Die Error-Related Negativity (ERN) ist bei ADHS-Kindern reduziert, was auf ein Defizit in der Überwachung des laufenden Verhaltens hindeutet.
  • · ADHS-Kinder zeigen kürzere Serien korrekter Antworten und bei hohem Zeitdruck verlängerte Fehlerserien im Vergleich zu Kontrollkindern.
  • · Post-Error Slowing bleibt bei ADHS-Kindern unbeeinträchtigt, was darauf hindeutet, dass das Defizit im Monitoring liegt und nicht in strategischen Anpassungen.
  • · Die Ergebnisse deuten auf eine Dysfunktion des anterioren Gyrus cinguli (ACC) hin, die zu fehlender Vorhersage der Fehlerwahrscheinlichkeit in gegebenen Kontexten führt.
Review verwandt 2007 prefrontal cortex noradrenergic system working memory

Adrenergic pharmacology and cognition: focus on the prefrontal cortex.

Ramos Brian, P; Arnsten Amy F, T · Pharmacology & therapeutics

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Umfassendes Review zu noradrenerger Pharmakologie und Kognition mit Fokus PFC. Inverses U-Profil der NE-Wirkung auf PFC-Funktionen (alpha-2A für Arbeitsgedächtnis/Aufmerksamkeit vs. alpha-1/Beta unter Stress). Erklärt, warum Guanfacin (alpha-2A-Agonist) bei ADHS wirkt.

  • · Moderates NE-Niveau (Ruhebedingungen) stärkt PFC-Funktionen über postsynaptische alpha-2A-Adrenorezeptoren; hohe NE-Spiegel unter Stress beeinträchtigen PFC-Funktion über alpha-1- und Beta-Rezeptoren.
  • · NE moduliert Arbeitsgedächtnis und Aufmerksamkeit im PFC in einem inversen U-förmigen Dosis-Wirkungsprofil – zu wenig oder zu viel NE schadet gleichermaßen der PFC-Funktion.
  • · NE verstärkt Langzeitgedächtniskonsolidierung in Amygdala und Hippocampus über alpha-1- und Beta-Adrenorezeptoren – getrennte Mechanismen von PFC-Arbeitsgedächtnis.
  • · Das noradrenerge System orchestriert über seinen weitreichenden Projektionen Hirnfunktionen basierend auf dem Arousal-Zustand – zentrale Rolle bei Aufmerksamkeitsregulation.
Beobachtungsstudie ADHS 2007 adhd anterior cingulate cortex prefrontal cortex

Altered baseline brain activity in children with ADHD revealed by resting-state functional MRI.

Yu-Feng, Zang; Yong, He; Chao-Zhe, Zhu; Qing-Jiu, Cao et al. · Brain & development

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Diese Resting-State-fMRI-Studie untersuchte die Baseline-Hirnaktivität bei 13 ADHS-Kindern mittels Amplitude of Low-Frequency Fluctuation (ALFF). Die Ergebnisse zeigten abnormale spontane neuronale Aktivitätsmuster in mehreren Regionen einschließlich inferiorer Frontalcortex, Kleinhirn, anterior cingulärer Cortex und Hirnstamm, die zur Pathophysiologie von ADHS beitragen könnten.

  • · Kinder mit ADHS zeigen eine verminderte Amplitude von niederfrequenten Fluktuationen (ALFF) im rechten inferioren Frontalcortex sowie bilateral im Kleinhirn und Vermis.
  • · Eine erhöhte ALFF wurde im rechten anterioren cingulären Cortex, linken sensomotorischen Cortex und bilateral im Hirnstamm bei ADHS-Kindern gefunden.
  • · Die veränderte spontane neuronale Aktivität in diesen Hirnregionen könnte in die zugrunde liegende Pathophysiologie von ADHS im Kindesalter verwickelt sein.
RCT ADHS 2007 noradrenergic system working memory

Atomoxetine improved response inhibition in adults with attention deficit/hyperactivity disorder.

Chamberlain Samuel, R; Natalia, Del Campo; Jonathan, Dowson; Ulrich, Müller et al. · Biological psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Doppelblindes Crossover-RCT (n=22 Erwachsene mit ADHS) zu kognitiven Effekten einer Einzeldosis Atomoxetin (60 mg). Selektive Verbesserung der Reaktionsinhibition belegt – wichtiger Beleg für noradrenergen Wirkmechanismus der Inhibitionskontrolle.

  • · Eine Einzeldosis Atomoxetin (60 mg) verbesserte die Reaktionsinhibition (Stop-Signal-Aufgabe) bei Erwachsenen mit ADHS signifikant gegenüber Placebo.
  • · Atomoxetin verbesserte selektiv die Reaktionsinhibition, nicht aber andere kognitive Maße (anhaltende Aufmerksamkeit, räumliches Arbeitsgedächtnis, Set-Shifting) in dieser Studie.
  • · ADHS-Patienten unter Placebo zeigten im Vergleich zu gesunden Kontrollen (n=20) kognitive Defizite in mehreren Bereichen, was die Validität der Stichprobe bestätigt.
Beobachtungsstudie ADHS 2007 adhd prefrontal cortex attention

Attention-deficit/hyperactivity disorder is characterized by a delay in cortical maturation

Shaw, Philip; Eckstrand, Kristen; Sharp, Wendy; Blumenthal, Jonathan D. et al. · Proceedings of the National Academy of Sciences

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Prospektive Längsschnitt-Neuroimaging-Studie (824 MRT-Scans, 223 ADHS vs. 223 Kontrollen, >40.000 kortikale Punkte) zur kortikalen Dickenentwicklung bei ADHS. Zeigt signifikante Verzögerung der kortikalen Reifung (v.a. PFC, ~3 Jahre), die die Maturationsdefizit-Hypothese von ADHS stark stützt. Hochzitierter Landmark-Befund (Shaw et al. 2007, PNAS).

  • · Kinder mit ADHS (n=223) zeigen im Vergleich zu typisch entwickelten Kontrollen (n=223) eine signifikante Verzögerung der kortikalen Reifung – insbesondere im präfrontalen Kortex – aber keine dauerhafte Abweichung von der normalen Entwicklungstrajektorie.
  • · Der mittlere Kortikaldicken-Gipfel wurde bei ADHS-Kindern im präfrontalen Kortex mit ~10,5 Jahren erreicht – ca. 3 Jahre später als bei Kontrollen (~7,5 Jahre).
  • · Die kortikale Reifungsverzögerung war am stärksten im mittleren präfrontalen Kortex, der Bereiche der Aufmerksamkeitssteuerung und motorischen Planung umfasst.
  • · Das Befundmuster unterstützt die Maturationsdefizit-Hypothese von ADHS: ADHS als Entwicklungsverzögerung, nicht als grundlegend abweichende Hirnentwicklung.
Beobachtungsstudie ADHS 2007 adhd overview

Corpus callosum abnormalities associated with greater externalizing behaviors in subjects at high risk for alcohol dependence

Venkatasubramanian, Ganesan; George, Anthony; Reddy, Umesh Srinivasa; Reddy, Varun et al. · Psychiatry Research Neuroimaging

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Morphometrische MRT-Studie zum Corpus Callosum bei Hochrisiko-Probanden für Alkoholismus (n=20 vs. n=20 Niedrigrisiko). Studie erwähnt ADHS als verwandtes externalisierendes Störungsbild mit ähnlichen CC-Befunden, ist aber primär auf Alkoholismus-Risiko fokussiert.

  • · Probanden mit hohem Alkoholismus-Risiko (n=20) zeigten morphometrische Defizite im Corpus Callosum im Vergleich zu Niedrigrisiko-Probanden – ähnlich wie bei ADHS und anderen externalisierenden Störungen.
  • · CC-Volumenreduktionen bei Alkoholismus-Risiko korrelieren mit stärkerem externalisierendem Verhalten – ADHS wird als verwandtes externalisierendes Störungsbild erwähnt.
RCT ADHS 2007 adhd attention executive function

Die Wirksamkeit von Neurofeedback im Vergleich zum EMG-Biofeedback bei der Behandlung von ADHS-Kindern

Bakhshayesh, A R · publish.UP (University of Potsdam)

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Deutschsprachige RCT-Studie (2007, Universität Potsdam) zum Vergleich von Theta/Beta-Neurofeedback mit EMG-Biofeedback bei ADHS-Kindern. Erste Studie mit aktivem Vergleichsarm für Neurofeedback bei ADHS. Beschreibt EEG-Grundlagen (erhöhte Theta, reduzierte Beta) als Rationale für Neurofeedback.

  • · Kinder mit ADHS zeigen im EEG erhöhte Theta-Wellen und reduzierte Beta-Wellen gegenüber unauffälligen Kindern; dies ist die Grundlage für Theta/Beta-Neurofeedback-Training.
  • · Theta/Beta-Neurofeedback zeigte im RCT-Vergleich mit EMG-Biofeedback Wirksamkeit bei ADHS-Kindern; dies ist eine der ersten Placebo-kontrollierten Studien in diesem Bereich.
  • · Vier Jahrzehnte Neurofeedback-Anwendung bei ADHS wurden durch Einzelfallstudien gestützt, jedoch fehlten bis zur vorliegenden Studie placebokontrollierte Vergleiche.
case_report ADHS 2007 venlafaxine

Dyskinesias associated with atomoxetine in combination with other psychoactive drugs

Bond, G. Randall; Garro, Aris; Gilbert, Donald L. · Clinical Toxicology

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Dieser Fallbericht beschreibt zwei Fälle neurologischer Komplikationen (Dyskinesien, Tremor, Psychose) unter Atomoxetin in Kombination mit dopaminergen, noradrenergen oder serotonergen Substanzen. Die Symptome bildeten sich nach Absetzen der Medikamente zurück. Als Ursachen werden pharmakodynamische Wechselwirkungen und ein möglicher CYP-2D6-Poor-Metabolizer-Status diskutiert.

  • · Atomoxetin in Kombination mit anderen psychoaktiven Substanzen kann schwerwiegende neurologische Komplikationen wie Dyskinesien, Tremor, Sprachstörungen und Psychose verursachen, die eine stationäre Behandlung erfordern.
  • · Bei einem 9-jährigen Patienten unter Clonidin und Dextroamphetamin führte die Zugabe von Atomoxetin zu Psychose, abnormen unwillkürlichen Bewegungen und Schlaflosigkeit.
  • · Bei einem 18-jährigen Patienten, der gleichzeitig Venlafaxin begann, traten unter Atomoxetin faziale Tics, Tremor und Sprachstörungen auf.
  • · Die akuten Symptome sprachen nicht auf Diphenhydramin an, bildeten sich jedoch nach Absetzen von Atomoxetin und den anderen Medikamenten zurück.
  • · Als mögliche Mechanismen werden ein CYP-2D6-Polymorphismus (Poor-Metabolizer-Status), Wechselwirkungen mit erhöhten Norepinephrin- oder Dopaminspiegeln sowie ein Serotonin-Syndrom (im zweiten Fall) diskutiert.
Andere ADHS 2007 venlafaxine

Effects of major depressive disorder and attention-deficit/hyperactivity disorder on the outcome of treatment for cocaine dependence

Levin, Frances R.; Bisaga, Adam; Raby, Wilfrid N.; Aharonovich, Efrat et al. · Journal of Substance Abuse Treatment

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Review ADHS 2007 adhd overview adhd genetics

Environmental risk factors for attention-deficit hyperactivity disorder.

Das, Banerjee Tania; Frank, Middleton; Faraone Stephen, V · Acta paediatrica (Oslo, Norway : 1992)

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Übersichtsarbeit zu Umweltrisikofaktoren für ADHS. Gen-Umwelt-Interaktion wird als zentrales Modell dargestellt: genetische Vulnerabilität (DAT1, DRD4) wird durch pränatale Toxinexposition, perinatale Risiken und psychosoziale Faktoren moduliert. Prävalenz 5–10% bei Kindern, ~4% bei Erwachsenen.

  • · ADHS betrifft schätzungsweise 5–10% der Schulkinder und persistiert bei vielen bis ins Erwachsenenalter (Prävalenz ~4% bei Erwachsenen).
  • · ADHS ist stark erblich (heritability ~75%), wobei genetische Risikofaktoren (u.a. DAT1, DRD4) durch Umweltfaktoren moduliert werden.
  • · Umweltrisikofaktoren für ADHS umfassen pränatale Exposition gegenüber Nikotin, Alkohol, Schwermetallen (Blei) sowie perinatale Komplikationen (Frühgeburt, niedriges Geburtsgewicht).
  • · Psychosoziale Stressoren (elterliche Psychopathologie, niedriger sozioökonomischer Status) erhöhen das ADHS-Risiko zusätzlich zu biologischen Faktoren.
Andere ADHS 2007 anterior cingulate cortex

Fisher discriminative analysis of resting-state brain function for attention-deficit/hyperactivity disorder

Zhu, Chaozhe; Zang, Yu‐Feng; Cao, Qingjiu; Yan, Chao‐Gan et al. · NeuroImage

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Andere ADHS 2007 modafinil

Interactions of attention-deficit/hyperactivity disorder therapeutic agents with the efflux transporter P-glycoprotein

Zhu, Hao‐Jie; Wang, Jun-Sheng; Donovan, Jennifer L.; Jiang, Yan et al. · European Journal of Pharmacology

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Review ADHS 2007 basal ganglia reward processing

Linking nucleus accumbens dopamine and blood oxygenation.

Brian, Knutson; Gibbs Sasha E, B · Psychopharmacology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zur Verbindung von NAc-Dopaminfreisetzung und fMRI-BOLD-Signal (phMRI). Unterstützt ein mechanistisches Modell: Belohnungsantizipation → DA-Freisetzung → D1-Aktivierung → BOLD-Anstieg. Methodisch relevant für ADHS-Bildgebungsforschung.

  • · Pharmakologische MRT-Daten (phMRI) stützen ein Modell, bei dem NAc-Dopaminfreisetzung postsynaptische D1-Rezeptoren aktiviert und dadurch das BOLD-Signal verändert.
  • · Belohnungsantizipation erhöht das BOLD-Signal im Nucleus accumbens bei Menschen – konsistent mit DA-Freisetzung in Tierstudien.
  • · Der physiologische Zusammenhang zwischen NAc-DA-Freisetzung und dem fMRI-BOLD-Signal ist für das Verständnis psychiatrischer Symptome bei Belohnungsverarbeitungsstörungen relevant.
Review ADHS 2007 lisdexamfetamine

Lisdexamfetamine dimesylate: the first prodrug stimulant.

Goodman, D. Wayne · PubMed

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Dieser Review-Artikel stellt Lisdexamfetamindimesylat (LDX) als erstes Prodrug-Stimulans zur ADHS-Behandlung vor und beschreibt dessen Wirkmechanismus, Pharmakokinetik sowie Wirkungs- und Sicherheitsprofil. LDX wurde entwickelt, um Limitierungen bestehender Stimulanzien wie pharmakokinetische Variabilität und erhöhtes Überdosierungspotenzial zu überwinden. Der Artikel richtet sich an Ärzte und soll das klinische Verständnis für den Einsatz von LDX bei ADHS fördern.

  • · Lisdexamfetamindimesylat (LDX) ist das erste und einzige Prodrug-Stimulans zur ADHS-Behandlung und bietet gegenüber d-Amphetamin ein verbessertes Risikoprofil bei Überdosierung.
  • · Stimulanzien gelten weiterhin als First-Line-Behandlung bei ADHS, wobei Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten deren Effektivität belegen.
  • · Mehrfachtägliche Dosierung und Bedenken zum allgemeinen Risikoprofil von Stimulanzien haben zur Entwicklung neuer Substanzen geführt, darunter Einmalgabe-Formulierungen mit verlängerter Wirkdauer.
  • · Pharmakokinetische Variabilität von Retard-Formulierungen kann bei einigen Patienten zu inkonsistenten Wirkungen führen; die Prodrug-Technologie von LDX soll diese Variabilität reduzieren.
  • · ADHS bleibt häufig undiagnostiziert und unbehandelt, wobei Symptome oft bis in die Adoleszenz und das Erwachsenenalter persistieren und erhebliche Beeinträchtigungen verursachen.
Review ADHS 2007 adhd amphetamines dopaminergic pathways

Lisdexamfetamine.

Blick Stephanie K, A; Keating Gillian, M · Paediatric drugs

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zu Lisdexamfetamin (Vyvanse/Elvanse) als Amphetamin-Prodrug für ADHS bei Kindern 6–12 Jahre. Prodrug-Mechanismus reduziert Missbrauchspotenzial durch ratenlimiertierte Hydrolyse; klinisch wirksam und verträglich.

  • · Lisdexamfetamin ist ein therapeutisch inaktives Prodrug, das nach oraler Einnahme durch Hydrolyse zu l-Lysin und aktivem d-Amphetamin gespalten wird – ratenlimiertierte Freisetzung.
  • · Lisdexamfetamin (50 oder 100 mg oral) zeigt in einer pharmakodynamischen Studie bei Stimulanzienmissbrauchern geringere Likability als d-Amphetamin 40 mg – reduziertes Missbrauchspotenzial.
  • · Lisdexamfetamin ist in den USA für die Behandlung von ADHS bei Kindern (6–12 Jahre) zugelassen und verbessert durch seine verzögerte Freisetzung die Verträglichkeit gegenüber direktem Amphetamin.
RCT ADHS 2007 modafinil

Modafinil as a treatment for Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder in children and adolescents: A double blind, randomized clinical trial

Amiri, Shahrokh; Mohammadi, Mohammad-Reza; Mohammadi, Mohammad Reza; Nouroozinejad, Gholam-Hossein et al. · Progress in Neuro-Psychopharmacology and Biological Psychiatry

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Review ADHS 2007 atomoxetine adhd adults

Non-stimulant trials of adult ADHD.

Adler Lenard, A · CNS spectrums

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Andere verwandt 2007 bupropion

Practice Parameter for the Assessment and Treatment of Children and Adolescents With Depressive Disorders

Birmaher, Boris; Brent, David A. · Journal of the American Academy of Child & Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

AACAP Practice Parameter zur Behandlung depressiver Störungen bei Kindern und Jugendlichen. Primär Depressions-Leitlinie; ADHS wird als relevante Komorbidität und Differenzialdiagnose erwähnt. Für ADHS-Datenbank von begrenzter primärer Relevanz.

  • · Klinische Leitlinie (Practice Parameter) der AACAP zur Beurteilung und Behandlung depressiver Störungen bei Kindern und Jugendlichen – ADHS als wichtige Differenzialdiagnose erwähnt.
  • · Antidepressiva (v.a. SSRIs) sind Erstlinientherapie bei Kinder-/Jugendlichendepression; Risiko von Suizidideen wird explizit adressiert (FDA Blackbox-Warnung).
Beobachtungsstudie ADHS 2007 reboxetine

Reboxetine Maintenance Treatment in Children with Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder: A Long-Term Follow-Up Study

Toren, P.; Ratner, Sharon; Weizman, Abraham; Lask, Michal et al. · Journal of Child and Adolescent Psychopharmacology

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese offene Longitudinalstudie untersuchte die Langzeiteffektivität und Verträglichkeit von Reboxetin-Erhaltungstherapie bei 24 Kindern mit ADHS über 18–36 Monate. Die Medikation führte zu einer signifikanten und anhaltenden Reduktion von ADHS- und Angstsymptomen mit insgesamt guter Verträglichkeit und minimalen Nebenwirkungen. Die Ergebnisse deuten auf die Sicherheit und Wirksamkeit von Reboxetin als Langzeitbehandlung bei Kindern mit ADHS hin.

  • · Reboxetin in einer Dosis von 4 mg/Tag führte zu einer signifikanten Reduktion der ADHS-Symptome (F = 31,441; p < 0,001) über einen Zeitraum von 18–36 Monaten.
  • · Die signifikante Symptomreduktion, die in den ersten 6 Wochen erreicht wurde, blieb über die gesamte Nachbeobachtungsdauer von bis zu 36 Monaten erhalten.
  • · Reboxetin zeigte auch eine signifikante Reduktion von Angstsymptomen (F = 83,879; p < 0,001) bei Kindern mit ADHS und komorbiden Angststörungen.
  • · Die häufigsten Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit; 52% der Teilnehmer erlebten keine Nebenwirkungen.
  • · Es wurden keine Veränderungen in Blutdruck, Puls oder Körpergewicht während der Behandlung beobachtet, was auf gute Verträglichkeit hindeutet.
RCT ADHS 2007 reboxetine

Reboxetine versus methylphenidate in treatment of children and adolescents with attention deficit-hyperactivity disorder

Arabgol, F.; Panaghi, Leily; Hebrani, P. · European Child & Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Eine doppelblinde randomisierte Kontrollstudie verglich Reboxetin (4–6 mg/Tag) mit Methylphenidat (20–50 mg/Tag) bei 33 Kindern und Jugendlichen (7–16 Jahre) mit ADHS über 6 Wochen. Beide Medikamente zeigten signifikante Verbesserungen der ADHS-Symptome ohne signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen. Reboxetin war insgesamt gut verträglich mit Schläfrigkeit und Appetitlosigkeit als häufigsten Nebenwirkungen.

  • · Reboxetin und Methylphenidat zeigen keine signifikanten Unterschiede in der Wirksamkeit bei der Behandlung von ADHS bei Kindern und Jugendlichen (Parent Rating Scale P = 0,26; Teacher Rating Scale P = 0,97).
  • · Beide Medikamente führten über 6 Wochen zu signifikanten Verbesserungen der ADHS-Symptome (Parent ADHD Rating Scale P < 0,001; Teacher ADHD Rating Scale P < 0,001).
  • · Die Dosierungsbereiche waren Reboxetin 4–6 mg/Tag und Methylphenidat 20–50 mg/Tag in zwei aufgeteilten Dosen.
  • · Die häufigsten Nebenwirkungen von Reboxetin waren Schläfrigkeit und Appetitlosigkeit mit milder bis moderater Schwere.
  • · Es gab keine signifikanten Unterschiede in den Behandlungsabbrüchen zwischen den beiden Gruppen.
Andere ADHS 2007 clonidine

Stimulation of α2-Adrenoceptors Suppresses Excitatory Synaptic Transmission in the Medial Prefrontal Cortex of Rat

Ji, Xiao-Hua; Ji, Jin-Zhao; Zhang, Hui; Li, Haiwen · Neuropsychopharmacology

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Review ADHS 2007 lisdexamfetamine

The Effect of Stimulant Treatment for ADHD on Later Substance Abuse and the Potential for Medication Misuse, Abuse, and Diversion

Faraone, Stephen V.; Upadhyaya, Himanshu P. · The Journal of Clinical Psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Übersichtsarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Stimulanzienbehandlung bei ADHS und späterem Substanzmissbrauch sowie das Potenzial für Medikamentenmissbrauch und -weitergabe. Die Autoren zeigen, dass Stimulanzientherapie keinen erhöhten Suchtrisiko darstellt, sondern möglicherweise schützend wirkt. Retardformulierungen wie Lisdexamfetamin haben aufgrund ihrer langsamen Wirkstoffaufnahme ein reduziertes Missbrauchspotenzial.

  • · ADHS ist ein bekannter starker Risikofaktor für Substanzgebrauchsstörungen (SUD) im Jugendalter und im Erwachsenenalter.
  • · Stimulanzienbehandlung erhöht das Risiko für Substanzgebrauchsstörungen bei Jugendlichen oder Erwachsenen mit ADHS nicht, sondern kann einen protektiven Effekt haben.
  • · 2 von 10 Jugendlichen mit ADHS missbrauchen ihre Medikation.
  • · Eine langsame Aufnahme von Medikamenten im Gehirn ermöglicht eine wirksame Behandlung, ohne dass Patienten die euphorisierenden Eigenschaften von sofort freisetzenden Präparaten erleben, die zu Missbrauch oder Weitergabe führen können.
  • · Retardpräparate und alternative Formulierungen wie Lisdexamfetamindimesylat (LDX) haben ein geringeres Missbrauchs- und Weitergabepotenzial als sofort freisetzende Stimulanzien.
Beobachtungsstudie ADHS 2007 adhd inattentive

The frequency, complications and aetiology of ADHD in new onset paediatric epilepsy

Hermann, Bruce P.; Jones, Jana E.; Dabbs, Kevin; Allen, C.A. et al. · Brain

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Querschnittsstudie zu ADHS-Komorbidität bei neu aufgetretener idiopathischer Kinderepilepsie (n=75) vs. gesunde Kontrollen (n=62). ADHS war häufig vertreten und mit multiplen Beeinträchtigungen assoziiert. Multifaktorielle Ätiologie wird diskutiert.

  • · Bei Kindern mit neu diagnostizierter idiopathischer Epilepsie (n=75, 8–18 J.) war ADHS eine häufige Komorbidität mit deutlich erhöhter Prävalenz gegenüber gesunden Kontrollen (n=62).
  • · ADHS bei Epilepsie war mit signifikanten Beeinträchtigungen in akademischer Leistung, Neuropsychologie, Verhalten und Psychiatrie assoziiert.
  • · Die Ätiologie von ADHS bei Epilepsie ist multifaktoriell – sowohl vorbestehende neurologische Vulnerabilität als auch epilepsiebedingte Faktoren tragen bei.
Review verwandt 2007 nucleus accumbens acetylcholine locus coeruleus

The limbic system

Rajmohan, V; Mohandas, E. · Indian Journal of Psychiatry

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Umfassende Übersichtsarbeit (2007) zur Anatomie und Funktion des limbischen Systems. Beschreibt Struktur, Verschaltung und Funktionen von Hippocampus, Amygdala, Hypothalamus, cingulärem Kortex und Verbindungen. Beinhaltet Papez-Kreislauf, Emotionsregulation, Gedächtnis, Schlaf-Wach-Kontrolle und Sucht.

  • · Das limbische System umfasst Hippocampus, Amygdala, cingulärer Kortex, Hypothalamus und ihre Verbindungen; es ist zentral für Emotion, Gedächtnis, Motivation und Aufmerksamkeitsregulation.
  • · Der Papez-Kreislauf (Hippocampus → Mammillarkörper → anteriorer Thalamus → cingulärer Kortex → parahippocampaler Kortex → Hippocampus) bildet die anatomische Basis kortikaler Emotionskontrolle.
  • · Orexinerge Neuronen des lateralen Hypothalamus fördern Wachheit und hemmen den schlaffördernden VLPO; das Orexin-System wirkt als 'Kippschalter' zwischen Schlaf und Wachheit.
  • · Dopamin im Nucleus Accumbens und VTA mediiert Belohnungsverhalten und Sucht; die basolaterale Amygdala ist zentral für konditioniertes Furchlernen und Rückfall bei Sucht.
Beobachtungsstudie ADHS 2007 venlafaxine

Venlafaxine in the treatment of children and adolescents with attention-deficit/hyperactivity disorder.

Findling, Robert L; Greenhill, Laurence L; McNamara, Nora K; Demeter, Christine A et al. · Journal of child and adolescent psychopharmacology

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese offene Pilotstudie über 2 Wochen untersuchte Venlafaxin bei 38 Kindern und Jugendlichen (5–17 Jahre) mit ADHS in drei Dosierungsstufen. Die ADHS-Symptomatik verbesserte sich laut Eltern- und Lehrerberichten signifikant, und pharmakodynamische Messungen zeigten eine Reduktion von Noradrenalin- und Serotoninspiegeln im Plasma. Venlafaxin wurde als kurzfristig verträglich und relativ sicher eingestuft, jedoch ist der Evidenzgrad aufgrund des offenen, nicht-kontrollierten Designs begrenzt.

  • · Venlafaxin führte zu einer statistisch signifikanten Verbesserung der ADHS-Symptomscores (ARS-IV) laut Eltern- und Lehrerbeurteilung im Vergleich zum Ausgangswert (p < 0,05) nach 2 Wochen Behandlung.
  • · Drei Dosierungsstufen wurden untersucht (0,5; 1,0; 2,0 mg/kg/Tag), wobei signifikante Anstiege der Plasma-Venlafaxin-Konzentrationen zwischen Tag 8 und Tag 15 beobachtet wurden (p = 0,04).
  • · Die Plasmakonzentrationen von Noradrenalin und Serotonin waren am Studienende im Vergleich zum Ausgangswert signifikant reduziert (p < 0,05), was auf eine serotonerge und noradrenerge Modulation als Wirkmechanismus hindeutet.
  • · Von 38 Teilnehmern (33 männlich, Alter 5–17 Jahre) beendeten 4 die Studie vorzeitig: 2 lost to follow-up, 1 Widerruf der Einwilligung und 1 aufgrund einer Verschlechterung der ADHS-Symptome nach 8 Behandlungstagen.
  • · Es gab keine Studienabbrüche aufgrund anderer unerwünschter Ereignisse; Venlafaxin wurde für die Kurzzeitbehandlung als relativ sicher eingestuft.
Review ADHS 2006 modafinil

A review of the use of modafinil for attention-deficit hyperactivity disorder.

Turner, Danielle · Expert review of neurotherapeutics

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieser Review aus 2006 fasst den Einsatz von Modafinil (Provigil/Sparlon) bei ADHS zusammen. Drei große placebokontrollierte Studien mit einer filmüberzogenen Formulierung (Modafinil-ADHS; Sparlon) bei Kindern und Jugendlichen zeigten konsistente Symptomverbesserungen. Modafinil ist ein neuartiger wachheitsfördernder Wirkstoff, der im Vergleich zu traditionellen Stimulanzien ein geringeres Verstärkungspotenzial besitzt und einmal täglich gegeben werden kann. Die Verträglichkeit war überwiegend gut. Der Autor schlussfolgert, dass Modafinil eine wertvolle neue Behandlungsoption sein könnte, jedoch noch weitere unabhängige und vergleichende Langzeitstudien nötig sind.

  • · Modafinil zeigte in drei großen, von Pharmaunternehmen gesponserten Studien bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS konsistente Verbesserungen der ADHS-Symptome im Vergleich zu Placebo.
  • · Die mittleren Reduktionen in der ADHS-Rating Scale-IV (Schulversion) lagen zwischen 15,0 und 19,7 Punkten unter Modafinil gegenüber 7,3 bis 10,1 Punkten unter Placebo.
  • · Die häufigsten unerwünschten Ereignisse unter Modafinil waren Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen und verminderter Appetit.
  • · Modafinil wurde generell gut vertragen, wobei die meisten Nebenwirkungen als leicht bis mittelschwer eingestuft wurden.
  • · Ein möglicher Vorteil von Modafinil gegenüber klassischen Stimulanzien liegt in der einmal täglichen Gabe und dem geringeren Verstärkungspotenzial (niedrigeres Missbrauchsrisiko).
Beobachtungsstudie ADHS 2006 anterior cingulate cortex

Altered resting-state functional connectivity patterns of anterior cingulate cortex in adolescents with attention deficit hyperactivity disorder

Tian, Lixia; Jiang, Tianzi; Wang, Yufeng; Zang, Yu‐Feng et al. · Neuroscience Letters

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Die Studie untersuchte mittels Resting-State-fMRI die funktionelle Konnektivität des dorso-lateralen anterioren cingulären Kortex (dACC) bei Adoleszenten mit und ohne ADHS. ADHS-Patienten zeigten abnormal verstärkte funktionelle Konnektivität des dACC mit thalamischen, zerebellärer, insulärer und Hirnstammstrukturen. Diese Befunde deuten auf Störungen der autonomen Kontrollfunktionen bei ADHS hin.

  • · Adoleszente mit ADHS zeigen im Ruhezustand signifikant stärkere funktionelle Konnektivität des dorso-lateralen anterioren cingulären Kortex (dACC) mit bilateralen Strukturen (Thalamus, Cerebellum, Insula, Hirnstamm/Pons) im Vergleich zu Kontrollen.
  • · Die erhöhte funktionelle Konnektivität des dACC bei ADHS-Patienten könnte auf Abnormalitäten der autonomen Kontrollfunktionen hindeuten.
  • · In der Kontrollgruppe wurde keine Region mit signifikant erhöhter funktioneller Konnektivität zum dACC gefunden.
Review verwandt 2006 basal ganglia glutamate

Animal Foraging and the Evolution of Goal‐Directed Cognition

Hills, Thomas T. · Cognitive Science

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Evolutionsbiologischer Review über die Entstehung zielgerichteter Kognition aus Futterverhaltens-Mechanismen. Dopamin und Glutamat in Basalganglien vermitteln ähnliche Mechanismen über Tierstämme. Implikationen für ADHS und andere Störungen der Verhaltenssteuerung.

  • · Futter-Suchverhalten über Wirbeltiere zeigt evolutionäre Kontinuität in dopaminergen und glutamatergen Mechanismen der Basalganglien.
  • · Das dopaminerge System übertrug im Laufe der Evolution seine Funktion von der Steuerung unkonditionierter Stimuli auf konditionierte Stimuli, was zielgerichtetes Verhalten ermöglicht.
  • · Pathologien mit gestörtem zielgerichtetem Verhalten (ADHS, Sucht, Schizophrenie) unterstützen die evolutionäre Theorie der dopaminergen Verhaltenssteuerung.
Beobachtungsstudie ADHS 2006 adhd inattentive adhd norepinephrine

Association between alpha-2a-adrenergic receptor gene and ADHD inattentive type

Schmitz, Marcelo; Denardin, Diego; Laufer Silva, Tatiana; Pianca, Thiago et al. · Biological Psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Studie untersuchte die Assoziation zwischen dem ADRA2A-Gen-Polymorphismus und ADHS-Aufmerksamkeitstyp in einer nicht-klinischen Stichprobe. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ADHS-Medikamente wirksam zur Verbesserung kognitiver Defizite sind, obwohl Tiermodelle potenzielle Störungen molekularer Mechanismen durch chronische Anwendung aufgeworfen haben. Die verfügbaren Humandaten zeigen Sicherheit bei pränataler Exposition, aber langfristige kognitive Ergebnisse erfordern weitere Forschung.

  • · Die Studie untersuchte die Assoziation zwischen dem MspI-Polymorphismus des ADRA2A-Gens und dem ADHS-Aufmerksamkeitstyp in einer nicht-klinischen Stichprobe, während frühere Untersuchungen diese Assoziation hauptsächlich in klinischen Stichproben mit ADHS kombiniertem Typ nachgewiesen hatten.
  • · ADHS-Medikamente sind generell wirksam zur Verbesserung kognitiver Defizite bei Patienten mit ADHS und bleiben Erstlinienbehandlung, obwohl Tiermodelle mögliche Störungen von Kogmentionsmechanismen durch chronische Anwendung aufgeworfen haben.
  • · Die vorhandenen Humandaten zeigen, dass die vorgeschriebene Anwendung von ADHS-Medikamenten während der Schwangerschaft keine auffälligen kognitiven Beeinträchtigungen bei Kindern verursacht, aber weitere Studien sind erforderlich, um langfristige kognitive Ergebnisse zu bewerten.
  • · Tiermodelle deuten darauf hin, dass chronische Verwendung von ADHS-Medikamenten potenziell molekulare Mechanismen beeinflussen könnte, die an kognitiven Prozessen beteiligt sind.
  • · Die begrenzte Anzahl von Studien zur Bewertung langfristiger kognitiver Folgen macht es unklar, ob mögliche langfristige Konsequenzen für die Kognition bestehen.
Review ADHS 2006 imipramine

Attention-deficit/hyperactivity disorder: using P300 topography to choose optimal treatment.

Sangal, R Bart; Sangal, JoAnne M · Expert review of neurotherapeutics

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Das Paper erörtert pharmakologische Behandlungsansätze für ADHS, einschließlich Stimulanzien und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer. Es kritisiert eine zu liberale Definition therapeutischer Ansprache und schlägt vor, P300-Topographie zur Auswahl der optimalen medikamentösen Behandlung einzusetzen. Die Arbeit betont, dass echte vollständige Remission bei ADHS bei etwa 40% der Patienten erreicht wird, nicht bei den häufig zitierten 70%.

  • · ADHS ist die häufigste Verhaltensstörung im Kindesalter und persistiert ins Erwachsenenalter.
  • · Stimulanzien (Methylphenidat und Amphetamine) mit dopaminergen Mechanismen sind die am häufigsten verwendete pharmakologische Behandlung.
  • · Nicht-selektive (Desipramin und Imipramin) und selektive (Atomoxetin) Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer können ebenfalls wirksam sein.
  • · Wenn therapeutische Antwort streng definiert wird (Rückkehr zur Normalität), sinken die üblicherweise zitierten 70% Ansprechquoten auf etwa 40%.
  • · P300-Topographie kann verwendet werden, um eine optimale medikamentöse Behandlung auszuwählen.
case_report ADHS 2006 clonidine

Concomitant Use of Atomoxetine and OROS <sup>®</sup> -Methylphenidate in a 10-Year-Old Child Suffering from Attention-Deficit/Hperactivity Disorder with Comorbid Bipolar Disorder and Tourette Syndrome.

Jaworowski, Sol; Benarroch, Fortu; Gross‐Tsur, Varda · Journal of Child and Adolescent Psychopharmacology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Fallbericht über einen 10-jährigen Jungen mit ADHS, komorbider bipolarer Störung und Tourette-Syndrom, der erfolgreich mit einer Kombination aus Atomoxetin und OROS-Methylphenidat sowie Valproinsäure, Clonidin und Ziprasidon behandelt wurde. Die Autoren betonen die Notwendigkeit sorgfältiger Managementstrategien bei Polypharmazie, da Nebenwirkungen eines Medikaments komorbide Erkrankungen verschlechtern können.

  • · Atomoxetin und OROS-Methylphenidat wurden erfolgreich gleichzeitig bei einem 10-jährigen Jungen mit ADHS, komorbider bipolarer Störung und Tourette-Syndrom eingesetzt.
  • · Das Kind erhielt gleichzeitig Valproinsäure, Clonidin und Ziprasidon als Begleitmedikation (Polypharmazie).
  • · Mögliche Nebenwirkungen der Pharmakotherapie für eine Diagnose können eine komorbide Erkrankung verschlechtern, weshalb bedingte Managementstrategien bei Polypharmazie erforderlich sind.
Beobachtungsstudie ADHS 2006 anterior cingulate cortex executive function dorsolateral prefrontal cortex

Cortical Thinning of the Attention and Executive Function Networks in Adults with Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder

Makris, Nikos; Biederman, Joseph; Valera, Eve M.; Bush, G. et al. · Cerebral Cortex

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Diese strukturelle MRT-Studie an 24 ADHS-Erwachsenen und 18 Kontrollen zeigt selektive kortikale Verdünnung in Aufmerksamkeits- und Exekutivfunktions-Netzwerken, insbesondere im rechten inferior parietalen Lappen, dorsolateralen präfrontalen und anterioren cingulierten Kortex. Die Befunde erweitern frühere volumetrische Ergebnisse und dokumentieren zum ersten Mal kortikale Verdünnungsmuster bei erwachsenen ADHS-Patienten.

  • · Erwachsene mit ADHS zeigen selektive kortikale Verdünnung in den Netzwerken, die Aufmerksamkeit und exekutive Funktionen unterstützen, besonders in der rechten Hemisphäre.
  • · Die kortikale Verdünnung betrifft insbesondere den inferioren Parietallappen, den dorsolateralen präfrontalen Kortex und den anterioren Cingulum.
  • · ADHS-Erwachsene zeigen signifikant kleineres Gesamtvolumen der kortikalen grauen Substanz, präfrontalen und anterioren cingulierten Volumina im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen.
  • · Dies ist die erste Dokumentation, dass ADHS bei Erwachsenen mit dünnerer Hirnrinde in den Netzwerken assoziiert ist, die Aufmerksamkeit und exekutive Funktionen modulieren.
Beobachtungsstudie ADHS 2006 bupropion mindfulness adhd

Do patients with ADHD have a harder time quitting cigarettes?

Upadhyaya, H. · Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die Studie untersucht den Zusammenhang zwischen ADHS-Symptomen (Aufmerksamkeitsproblemen) und Rauchverhalten über die Lebensspanne. Ergebnisse zeigen, dass Aufmerksamkeitsprobleme in der Adoleszenz mit erhöhtem Risiko für chronisches Rauchen im jungen Erwachsenenalter assoziiert sind. Ein positiver Familienkontext kann diesen negativen Einfluss jedoch abpuffern.

  • · Aufmerksamkeitsprobleme in der Adoleszenz sind mit erhöhten Chancen assoziiert, zur Gruppe der chronischen Raucher zu gehören (AOR = 2.07, p < .05) im Vergleich zu Nicht-Dauerkiffern.
  • · Eine frühere rauchspezifische Familienumgebung ist mit erhöhten Chancen für chronisches Rauchen assoziiert (AOR = 1.82, p < .05).
  • · Ein positiver allgemeiner Familienkontext puffert den negativen Einfluss von Aufmerksamkeitsproblemen ab und erhöht die Chancen, aus dem chronischen Rauchen auszusteigen (AOR = 5.84, p < .05).
  • · Die Stichprobe zeigte vier unterschiedliche Rauch-Trajektorien: 54,56% Nicht-Dauerkaucher, 7,34% Zunehmende, 12,53% Absteigende und 25,57% Chronische Raucher.
  • · Achtsamkeitsinterventionen könnten vielversprechend sein, um Aufmerksamkeitsprobleme in der Adoleszenz zu behandeln und damit das Risiko für Raucherentwöhnung zu reduzieren.
Review ADHS 2006 prefrontal cortex basal ganglia dopaminergic pathways

Fundamentals of Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder: Circuits and Pathways

Arnsten, Amy F.T. · The Primary Care Companion To The Journal of Clinical Psychiatry

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Grundlegende Übersichtsarbeit (2006) zu neurobiologischen Schaltkreisen bei ADHS: PFC-Striatum-Kleinhirn-Achse, Dopamin/Norepinephrin-Modulation und pharmakologische Interventionen. Integriert tier- und humanexperimentelle Befunde zu PFC-Dysfunktion als Kern von ADHS.

  • · ADHS ist mit Veränderungen im präfrontalen Kortex und seinen Verbindungen zu Striatum und Kleinhirn assoziiert; neuropsychologische und Bildgebungsstudien belegen dies.
  • · Der PFC ist kritisch für Verhaltensregulation, Aufmerksamkeit und Affekt durch Repräsentationswissen; der rechte PFC ist besonders für Verhaltenshemmung zuständig.
  • · PFC-Läsionen erzeugen ein Profil von Ablenkbarkeit, Vergesslichkeit und Impulsivität, das den ADHS-Symptomen ähnelt; dies unterstützt die neurobiologische Basis von ADHS.
  • · Dopamin und Norepinephrin modulieren PFC-Funktionen; Stimulanzien (Methylphenidat, Amphetamin) und Nicht-Stimulanzien (Atomoxetin, Guanfacin) verbessern ADHS-Symptome durch Modulation dieser Systeme.
Beobachtungsstudie verwandt 2006 prefrontal cortex executive function attention

Imaging Response Inhibition in a Stop-Signal Task: Neural Correlates Independent of Signal Monitoring and Post-Response Processing

Li, Chiang‐Shan R.; Huang, Cong; Constable, R. Todd; Sinha, Rajita · Journal of Neuroscience

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Diese fMRI-Studie untersuchte die neuronalen Korrelate der Reaktionshemmung mittels Stop-Signal-Aufgabe. Die Ergebnisse zeigen, dass effizientere Reaktionshemmung mit stärkerer Aktivierung in superioren medialen und präzentralen Frontallappen-Arealen assoziiert ist, unabhängig von anderen kognitiven oder affektiven Funktionen. Diese Regionen werden als die neuronalen Substrate der reinen Reaktionshemmung identifiziert.

  • · Kürzere Stop-Signal-Reaktionszeiten (effizientere Reaktionshemmung) waren mit stärkerer Aktivierung in superioren medialen und präzentralen Frontallappen-Arealen assoziiert.
  • · Die Aktivierung inhibitorischer motorischer Areale korrelierte negativ mit der Stop-Signal-Reaktionszeit, was auf einen direkten Zusammenhang zwischen neuronaler Aktivität und Hemmungseffizienz hindeutet.
  • · Superiore mediale und präzentrale Frontallappen-Regionen repräsentieren neuronale Substrate der Reaktionshemmung unabhängig von Signal-Monitoring, Fehlermonitoring oder affektiven Faktoren.
  • · Zwei Gruppen mit unterschiedlichen Stop-Signal-Reaktionszeiten unterschieden sich nicht in Inhibitionsfehlerquoten, Signal-Monitoring-Ausmaß oder Fehlermonitoring-Aktivität.
Beobachtungsstudie verwandt 2006 insula

Inhibitory Control in High-Functioning Autism: Decreased Activation and Underconnectivity in Inhibition Networks

Kana, Rajesh K.; Keller, Timothy A.; Minshew, Nancy J.; Just, Marcel Adam · Biological Psychiatry

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

fMRI-Studie (n=12 HFA-Erwachsene, n=12 Kontrollen) zur neuronalen Grundlage der Reaktionshemmung bei hochfunktionalem Autismus. Reduzierte Aktivierung und Untervernetzung frontaler-parietaler Netzwerke bei Inhibitionsaufgaben.

  • · Hochfunktionale Erwachsene mit Autismus zeigen bei Reaktionshemmungsaufgaben geringere Aktivierung in inhibitionsbezogenen Regionen verglichen mit Kontrollen.
  • · Bei Autismus besteht eine Untervernetzung (underconnectivity) zwischen frontalen und parietalen Regionen bei Inhibitionsaufgaben – strukturell-funktionelle Netzwerkdysregulation.
Beobachtungsstudie ADHS 2006 adhd inattentive adhd combined

Long-Term Stimulant Medication Treatment of Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder

Barbaresi, William J.; Katusic, Slavica K.; Colligan, Robert C.; Weaver, Amy L. et al. · Journal of Developmental & Behavioral Pediatrics

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Retrospektive Kohortenstudie (N=379) zu Langzeit-Stimulanzienbehandlung bei ADHS in einer populationsbasierten Kohorte (1976-1982, Rochester MN). Hohe Behandlungsrate (77,8%); gutes Ansprechen (73,1%); Dextroamphetamin mehr Nebenwirkungen als MPH. Realworld-Daten zur ADHS-Behandlung.

  • · 77,8% der ADHS-Kinder erhielten im Laufe ihrer Kindheit Stimulanzien; Jungen 1,8-fach häufiger als Mädchen behandelt.
  • · 73,1% der Stimulanzien-Behandlungsepisoden waren mit günstigem Ansprechen assoziiert; kein signifikanter Geschlechtsunterschied im Ansprechen.
  • · Dextroamphetamin war häufiger mit Nebenwirkungen assoziiert als Methylphenidat; vergleichbare Wirksamkeit.
  • · Medianes Behandlungsalter: 9,8 Jahre; mediane Behandlungsdauer: 33,8 Monate; kein Unterschied nach Geschlecht.
Beobachtungsstudie ADHS 2006 noradrenergic system prefrontal cortex medication methylphenidate

Low-dose methylphenidate actions on tonic and phasic locus coeruleus discharge.

Devilbiss David, M; Berridge Craig, W · The Journal of pharmacology and experimental therapeutics

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Tierexperimentelle Elektrophysiologie-Studie zur Wirkung niedrig dosierter MPH auf LC-Entladung. Klinisch relevante MPH-Dosen supprimieren LC-Aktivität dosisabhängig – belegt noradrenergen Wirkmechanismus der Stimulanzientherapie bei ADHS.

  • · Niedrig dosiertes Methylphenidat (klinisch relevante Dosen) unterdrückt dosisabhängig sowohl tonische als auch phasische Locus-coeruleus-Entladung bei der Ratte.
  • · Niedrigste MPH-Dosen supprimieren LC-Entladung moderat, aber signifikant – ein Mechanismus der erklären könnte, wie MPH über das noradrenerge System bei ADHS wirkt.
  • · MPH-Wirkung auf das LC-NE-System bei therapeutischen Plasmaspiegeln liefert einen noradrenergen Wirkmechanismus der ADHS-Behandlung mit Stimulanzien.
Review ADHS 2006 imipramine

Major Depression with ADHD: In Children and Adolescents.

Turgay, Atilla; Ansari, Rubaba · PubMed

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Das Paper ist eine Übersichtsarbeit zur Komorbiditäten und Behandlung von Major Depression und ADHS bei Kindern und Jugendlichen. Es werden First-Line-Medikationen (Psychostimulanzien, Atomoxetin) und Antidepressiva (Trizyklika, SSRIs, Bupropion) hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Sicherheit bewertet. Die Arbeit betont die Notwendigkeit einer sequenziellen Medikationsstrategie und des "goodness of fit"-Konzepts bei komplexen Komorbiditätsprofilen.

  • · ADHS und Major Depression treten bei Kindern und Jugendlichen gehäuft komorbid auf und sind häufig mit zusätzlichen psychiatrischen Störungen assoziiert, was zu schwerwiegenden Symptomprofilen führt.
  • · Psychostimulanzien und Atomoxetin sind First-Line-Medikationen für ADHS; ihre Kombinierbarkeit mit Antidepressiva bei komorbider Depression wird in den Richtlinien berücksichtigt.
  • · Imipramin, Desipramin und Bupropion zeigen Wirksamkeit bei der Behandlung von Major Depression, Angststörungen und ADHS bei Erwachsenen.
  • · Trizyklische Antidepressiva sind bei der Behandlung von Major Depression bei Kindern und Jugendlichen weniger wirksam, können aber bei Erwachsenen mit ADHS und Depression eingesetzt werden.
  • · Einige SSRIs sind bei Kindern und Jugendlichen mit komorbider Major Depression und ADHS wirksam und sicher und sollten in Betracht gezogen werden.
Review ADHS 2006 adhd prefrontal cortex basal ganglia

Neurobiology of Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder in Preschoolers

Valera, Eve M.; Seidman, Larry J. · Infants & Young Children

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Übersichtsarbeit zur Neurobiologie von ADHS bei Vorschulkindern. Zusammenfassung neuropsychologischer und bildgebungsbasierter Erkenntnisse; zerebelläres-präfrontales-striatales Netzwerk als theoretisches Substrat. Implikationen für Frühdiagnostik und Behandlung.

  • · ADHS ist eine neurobiologische Störung; das zerebelläre-präfrontale-striatale Netzwerk gilt als empirisch begründetes neuronales Substrat.
  • · Neuropsychologische und Bildgebungsstudien bei älteren Kindern liefern Grundlage für Inferenzen zur ADHS-Neurobiologie bei Vorschulkindern.
  • · Die Neurobiologie von ADHS ist über die Zeit weitgehend stabil; Vorschul-ADHS kann auf Basis älterer Kinder-Daten extrapoliert werden.
Review verwandt 2006 amygdala

Neurocircuitry models of posttraumatic stress disorder and extinction: human neuroimaging research--past, present, and future.

Rauch Scott, L; Shin Lisa, M; Phelps Elizabeth, A · Biological psychiatry

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Review zu neurozirkulären Modellen der PTSD und Extinktion. Beschreibt amygdalozentrische Modelle mit überaktiver Amygdala und unteraktivem PFC – parallele Strukturen zur ADHS-Neurobiologie.

  • · Das aktuelle PTSD-Modell beschreibt übermäßige Amygdala-Reaktionen (Furchterwerb und -ausdruck) kombiniert mit defizitärer frontaler Kortexfunktion (Extinktion, Suppression traumabezogener Stimuli).
  • · Neurozirkuläre PTSD-Modelle sind amygdalozentrisch und basieren auf Extrapolationen aus Tierstudien zur Furchtkonditionierung sowie humanen In-vivo-Bildgebungsdaten.
Beobachtungsstudie ADHS 2006 anterior cingulate cortex

Neuroimaging of Inhibitory Control Areas in Children With Attention Deficit Hyperactivity Disorder Who Were Treatment Naive or in Long-Term Treatment

Pliszka, Steven R. · American Journal of Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

fMRI-Studie (N=15 Kontrollen, N=17 ADHS-C) zur Inhibitionskontrolle (Stop-Signal-Task). ADHS-Kinder scheitern bei fehlgeschlagener Inhibition an ACC- und vlPFC-Aktivierung. Behandlungsstatus beeinflusst Aktivierungsmuster nicht.

  • · ADHS-Kinder aktivierten bei erfolgloser Inhibition nicht den anterioren cingulären Kortex (ACC) und den linken ventrolateralen PFC, anders als gesunde Kontrollen.
  • · Beide Gruppen aktivierten den rechten DLPFC bei Stop-Trials; ADHS-Kinder stärker als Kontrollen.
  • · Kein Unterschied in fMRI-Aktivierungsmustern zwischen behandlungsnaiven und langzeitbehandelten ADHS-Kindern.
RCT ADHS 2006 atomoxetine adhd adults

Safety and tolerability of once versus twice daily atomoxetine in adults with ADHD.

Adler, L.; Dietrich, A.; Reimherr, F.; Taylor, L. et al. · Annals of clinical psychiatry : official journal of the American Academy of Clinical Psychiatrists

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese randomisierte, doppelblinde Multicenterstudie verglich die Sicherheit und Verträglichkeit von 80 mg Atomoxetin einmal täglich versus 40 mg zweimal täglich bei 218 erwachsenen ADHS-Patienten. Beide Dosierungsstrategien waren sicher, gut verträglich und wirksam; die zweimal tägliche Dosierung zeigte bessere Wirksamkeit, während die Übelkeitshäufigkeit bei zweimaliger Dosierung signifikant niedriger war.

  • · Bei erwachsenen ADHS-Patienten zeigten sowohl die einmalige Gabe von 80 mg Atomoxetin als auch die zweimalige Gabe von 40 mg ähnliche Sicherheitsprofile ohne signifikante Unterschiede bei den vier häufigsten Nebenwirkungen (Mundtrockenheit, Schlaflosigkeit, Übelkeit, erektile Dysfunktion).
  • · Die Übelkeitshäufigkeit war signifikant niedriger in der 40 mg BID-Gruppe (16,4%) im Vergleich zur 80 mg QD-Gruppe (32,4%; p = 0,007).
  • · Beide Dosierungsstrategien (einmalig und zweimal täglich) waren wirksam zur Behandlung von ADHS bei Erwachsenen, wobei die zweimal tägliche Dosierung eine größere Reduktion der Symptomwerte zeigte.
  • · Die Gesamtinzidenz von behandlungsemergentem Nebenwirkungen war niedrig und es gab keine unerwarteten Sicherheitsergebnisse.
  • · Ärzte können bei der Wahl der Dosierungsstrategie für Atomoxetin bei erwachsenen ADHS-Patienten Ermessensspielraum nutzen, da Dosiswechsel wahrscheinlich nicht mit zusätzlichen Sicherheitsrisiken verbunden sind.
Beobachtungsstudie ADHS 2006 working memory

Testing Computational Models of Dopamine and Noradrenaline Dysfunction in Attention Deficit/Hyperactivity Disorder

Frank, Michael J.; Santamaria, Amy; O’Reilly, Randall C.; Willcutt, Erik G. · Neuropsychopharmacology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Neurocomputationale Modellstudie zu DA/NE-Dysfunktion bei ADHS. Nicht-medizierte Erwachsene mit ADHS zeigen spezifische Go-Lerndefizite durch niedrige striatale DA-Spiegel; Stimulanzien verbessern selektiv diesen Aspekt. Arbeitsgedächtnis über fronto-striatale DA-Interaktion mitbetroffen.

  • · Nicht-medizierte erwachsene ADHS-Patienten zeigen Defizite beim Lernen aus positiver Verstärkung (Go-Lernen), was auf niedrige striatale DA-Spiegel zurückgeführt wird.
  • · Stimulanzienmedikation besserte spezifisch die Defizite beim positiven Verstärkungslernen (Go) bei ADHS-Erwachsenen – nicht jedoch beim Vermeidungslernen (NoGo).
  • · Das neurocomputationale Modell sagt vorher, dass striatale DA-Dysfunktion bei ADHS über fronto-striatale Interaktionen auch das Arbeitsgedächtnis beeinträchtigt – empirisch bestätigt.
Andere ADHS 2006 guanfacine

The alpha-2A adrenoceptor agonist guanfacine improves sustained attention and reduces overactivity and impulsiveness in an animal model of Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD).

Sagvolden, Terje · Behavioral and Brain Functions

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Die Studie demonstriert, dass der alpha-2A-Adrenozeptor-Agonist Guanfacine ADHS-Symptome in einem Tiermodell (SHR) verbessert, insbesondere durch Optimierung der noradrenergen Modulation frontostriataler Schaltkreise. Die Ergebnisse unterstützen die klinischen und experimentellen Befunde zur Wirksamkeit von Guanfacine bei ADHS und präfrontalen Funktionsstörungen. Allerdings sind mehrere neurochemische Systeme an den therapeutischen Effekten beteiligt, nicht nur Noradrenalin.

  • · Guanfacine verbesserte die anhaltende Aufmerksamkeit und reduzierte Überaktivität sowie Impulsivität in einem Tiermodell von ADHS.
  • · Der alpha-2A-Adrenozeptor-Agonist Guanfacine verbesserte die noradrenerge Modulation von Neuronen-Schaltkreisen, die die Frontallappen betreffen.
  • · Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Guanfacine wahrscheinlich präfrontale Funktionen im SHR-Tiermodell verbesserte.
  • · Die Effekte des Medikaments werden nicht ausschließlich durch Noradrenalin vermittelt.
Review ADHS 2006 adhd overview

The Cognitive Genetics of Attention Deficit Hyperactivity Disorder (ADHD): Sustained attention as a Candidate Phenotype

Bellgrove, Mark A.; Hawi, Ziarih; Gill, Michael; Robertson, Ian H. · Cortex

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Review verwandt 2006 nucleus accumbens anhedonia

The mesolimbic dopamine reward circuit in depression.

Nestler Eric, J; Carlezon William, A · Biological psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Das Paper untersucht die Rolle des mesolimbischen Dopaminsystems (Nucleus accumbens und ventrales tegmentales Areal) bei der Pathophysiologie der Depression. Die Autoren argumentieren, dass Manipulationen von Schlüsselproteinen in diesem System Verhaltensphänotypen erzeugen, die für depressive Symptome relevant sind. Experimentelle Studien mit Nagetieren zeigen geschlechts- und stammabhängige Unterschiede in Verhaltensmaßen wie Aktivität und Angst-ähnliche Reaktionen.

  • · Das mesolimbische Dopaminsystem, bestehend aus Nucleus accumbens und ventralem tegmentalen Areal, spielt eine wichtige Rolle in der Pathophysiologie der Depression, insbesondere bei Anhedonie, reduzierter Motivation und vermindertem Energieniveau.
  • · Manipulationen von Schlüsselproteinen (CREB, Dynorphin, BDNF, MCH, Clock) im VTA-NAc-Schaltkreis von Nagetieren erzeugen einzigartige Verhaltensphänotypen, die direkt auf Depression relevant sind.
  • · WAG/Rij-Ratten zeigen reduziertes Rearverhalten im open-field-Test im Vergleich zu Wistar-Ratten, mit signifikanten Auswirkungen der Faktoren Stamm und Geschlecht.
  • · Im light-dark choice test zeigten WAG/Rij-Weibchen eine kürzere Zeit im Licht als Wistar-Weibchen, mit signifikantem Stammeffekt auf diese Verhaltensmaße.
  • · Das mesolimbische Dopaminsystem könnte neue antidepressive Medikamente mit fundamentally unterschiedlichen Wirkmechanismen ermöglichen.
Beobachtungsstudie ADHS 2006 adhd attention working memory

The role of central auditory processing in attention-deficit/hyperactivity disorder : a neuropsychological investigation

Suess, Cressida Evelyn · Texas ScholarWorks (Texas Digital Library)

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Dissertationsarbeit (2006) zur Rolle von Central Auditory Processing Disorder (CAPD) bei ADHS. Untersucht die diagnostische Überlappung von CAPD und ADHS und zeigt erhebliche klinische Komorbidität. Fehlende diagnostische Spezifität erschwert die Differenzierung beider Störungsbilder.

  • · CAPD (Central Auditory Processing Disorder) und ADHS überlappen klinisch erheblich: beide zeigen Schwächen in Aufmerksamkeit, Gedächtnis und auditiver Verarbeitung, was die Differenzialdiagnose erschwert.
  • · Die breite Definition von CAPD schließt Aufmerksamkeitskomponenten ein, was zur Schwierigkeit führt, CAPD von ADHS diagnostisch abzugrenzen.
  • · Kinder mit CAPD zeigen häufig komorbide Probleme in Gedächtnis, Lesen, Rechtschreibung, Sprache und Aufmerksamkeit, die sich mit ADHS-Symptomen überschneiden.
Andere ADHS 2006 clonidine

The α2C-adrenergic receptor mediates hyperactivity of coloboma mice, a model of attention deficit hyperactivity disorder

Bruno, Kristy J.; Hess, Ellen J. · Neurobiology of Disease

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Review ADHS 2006 modafinil

Use of modafinil for the treatment of attention deficit/hyperactivity disorder.

Lindsay, Shane E; Gudelsky, Gary A; Heaton, Pamela C · The Annals of pharmacotherapy

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieser Review bewertet die Evidenz für den Einsatz von Modafinil bei der Behandlung von ADHS auf Basis von vier randomisierten klinischen Studien aus einer MEDLINE-Suche (1990–2006). Modafinil zeigt signifikante Verbesserungen in ADHS-Outcome-Maßen sowie in kognitiven Funktionen, mit einem günstigen Nebenwirkungsprofil (Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen bei ~20%). Die Langzeitwirksamkeit ist jedoch nicht belegt, und weitere Studien sind erforderlich.

  • · Vier randomisierte klinische Studien zeigen, dass Modafinil bei der Behandlung von ADHS mit signifikanten Verbesserungen in den primären Outcome-Maßen assoziiert ist.
  • · Mehrere Aspekte der kognitiven Funktion bei ADHS-Patienten scheinen sich nach Modafinil-Behandlung zu verbessern.
  • · Modafinil zeigt ein günstiges Nebenwirkungsprofil; Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen waren die häufigsten Nebenwirkungen, die bei etwa 20% der behandelten Personen auftraten.
  • · Es wurde nicht nachgewiesen, dass die positiven Effekte von Modafinil bei chronischer Verabreichung erhalten bleiben.
  • · Modafinil könnte eine praktikable Behandlungsoption für ADHS-Patienten sein, bei denen Standardtherapien nicht erfolgreich waren oder nicht vertragen wurden.
Review verwandt 2005 adhd dopaminergic pathways noradrenergic system

15 Years of Clinical Experience With Bupropion HCl

Fava, Maurizio; Rush, A. John; Thase, Michael E.; Clayton, Anita H. et al. · The Primary Care Companion For CNS Disorders

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Das Paper präsentiert 15 Jahre klinische Erfahrung mit Bupropion HCl als Behandlung für Major Depression bei Erwachsenen und verwandte Störungen. Bupropion wird als wichtiges Medikament in der klinischen Praxis etabliert. Das Abstract liefert keine spezifischen Daten zu Mechanismen, Dosierung oder Nebenwirkungen.

  • · Bupropion spielt eine wichtige Rolle in der Behandlung der Major Depression bei Erwachsenen und wird auch für verwandte Störungen eingesetzt.
  • · Die 15-jährige klinische Erfahrung deutet auf eine anhaltende therapeutische Bedeutung von Bupropion HCl hin.
Review ADHS 2005 dopaminergic pathways

Animal models of attention-deficit hyperactivity disorder

Russell, Vivienne A.; Sagvolden, Terje; Johansen, Espen Borgå · Behavioral and Brain Functions

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Das Paper analysiert Tiermodelle von ADHS und zeigt auf, dass die dopaminerge und noradrenerge Dysfunktion zentral für ADHS-Symptome zu sein scheint. Insbesondere werden Beeinträchtigungen der Dopamintransmission und ein Ungleichgewicht zwischen noradrenergen und dopaminergen Systemen in kortiko-striato-thalamo-kortikalen Schaltkreisen als neurobiologische Grundlagen diskutiert. Das Paper unterstreicht die Bedeutung von Tiermodellen für das Verständnis der ADHS-Neurobiologie und die Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze.

  • · Mehrere Tiermodelle deuten darauf hin, dass das dopaminerge System bei ADHS funktionell beeinträchtigt ist, wobei einige Modelle verminderte extrazelluläre Dopaminkonzentrationen und hochregulierte postsynaptische D1-Rezeptoren aufweisen.
  • · Die stimulus-evozierte Freisetzung von Dopamin ist in vielen Modellen vermindert, was auf eine beeinträchtigte Dopamintransmission hinweist, obwohl einige Modelle erhöhte extrazelluläre Dopaminspiegel zeigen.
  • · Verhaltensmerkmale von ADHS könnten aus einer beeinträchtigten Dopaminmodulation der Neurotransmission in kortiko-striato-thalamo-kortikalen Schaltkreisen resultieren.
  • · Das noradrenerge System scheint in einigen Modellen durch hypofunktionelle Alpha-2-Autorezeptoren schlecht kontrolliert zu werden, was zu einer unangemessen erhöhten Noradrenalinfreisetzung führt.
  • · Ein Ungleichgewicht zwischen erhöhter noradrenerger und verminderter dopaminerger Regulation von Schaltkreisen mit Beteiligung des präfrontalen Kortex könnte ADHS-Verhaltensaspekte erklären.
Andere ADHS 2005 desipramine

Atomoxetine blocks motor hyperactivity in neonatal 6-hydroxydopamine-lesioned rats: implications for treatment of attention-deficit hyperactivity disorder

Moran‐Gates, Taylor; Zhang, Kehong; Baldessarini, Ross J.; Tarazi, Frank I. · The International Journal of Neuropsychopharmacology

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die Studie untersuchte die Wirkung von Atomoxetin, einem Noradrenalin-Reuptake-Inhibitor, in einem Tiermodell der ADHS (neonatal 6-OHDA-läsierte Ratten). Atomoxetin reduzierte motorische Hyperaktivität in lädierten Tieren signifikant und bestätigte damit die Hypothese, dass Noradrenalin-Reuptake-Blockade ADHS-ähnliche Symptome bei Nagetieren verbessert. Die Ergebnisse unterstützen die nicht-stimulierende Pharmakotherapie für ADHS im klinischen Setting.

  • · Atomoxetin reduzierte motorische Hyperaktivität in 6-OHDA-lädierten Ratten signifikant, während es in Kontrollgruppen nur vorübergehende sedative Effekte zeigte.
  • · Selektive Noradrenalin-Reuptake-Inhibitoren (desipramine, nisoxetine, atomoxetin) reversieren motorische Hyperaktivität im neonatalen 6-OHDA-Läsionsmodell von ADHS.
  • · Desipramine-Vorbehandlung (25 mg/kg s.c.) schützte noradrenerge Neuronen vor 6-OHDA-induzierter Läsion.
  • · Atomoxetin wurde in einer Dosis von 1 mg/kg intraperitoneal verabreicht und zeigte therapeutische Effekte 90 Minuten nach Gabe.
  • · Die Befunde unterstützen die klinische Anwendung von Atomoxetin als nicht-stimulierendes Behandlungsmittel für ADHS.
case_report ADHS 2005 bupropion

Atomoxetine Use Associated with Onset of a Motor Tic

Ledbetter, Marcialee · Journal of Child and Adolescent Psychopharmacology

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Dieser Fallbericht beschreibt das Auftreten eines motorischen Tics im Zusammenhang mit der Anwendung von Atomoxetin bei einem ADHS-Patienten. Da Atomoxetin als alternative Medikation für ADHS-Patienten mit komorbider Tic-Störung galt, wirft dieser Fall Fragen zur tatsächlichen Sicherheit der Substanz in dieser Population auf. Die Autoren fordern weitere Forschung zu diesem Thema.

  • · Atomoxetin war mit dem Auftreten eines motorischen Tics bei einem Patienten assoziiert.
  • · Patienten mit ADHS haben ein erhöhtes Risiko für Tourette-Syndrom und andere Tic-Störungen.
  • · Stimulanzien und Bupropion wurden bereits mit dem Auftreten oder der Verschlimmerung von Tic-Störungen assoziiert.
  • · Atomoxetin, ein selektiver Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, wurde als alternative Medikation für ADHS-Patienten mit komorbider Tic-Störung vorgeschlagen.
  • · Der Fallbericht stellt die Eignung von Atomoxetin als sichere Alternative bei ADHS und komorbider Tic-Störung in Frage und fordert weitere Forschung.
RCT ADHS 2005 bupropion

Bupropion SR in adults with ADHD: a short-term, placebo-controlled trial.

Reimherr, Frederick W.; Dawson, William O.; Strong, Robert E.; Marchant, Barrie K. et al. · PubMed

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese kurze, doppelblinde, placebokontrollierte Studie untersuchte Bupropion SR (Extended-Release) bei erwachsenen Patienten mit ADHS nach DSM-IV- und Utah-Kriterien. Die Ergebnisse zeigten Trends zugunsten von Bupropion SR auf CGI-I und WRAADDS, erreichten jedoch nur auf einer Post-hoc-Maßnahme statistische Signifikanz. Die Autoren betonen, dass die kleine Stichprobengröße die Interpretation einschränkt und weitere Studien notwendig sind.

  • · Bupropion SR (Extended-Release) zeigte gegenüber Placebo eine Tendenz zur Verbesserung der ADHS-Symptome bei Erwachsenen, erreichte jedoch nur bei einer einzigen Post-hoc-Maßnahme statistische Signifikanz.
  • · Die primären Outcome-Maße CGI-I (Clinical Global Impressions-Improvement) und WRAADDS (Wender-Reimherr Adult Attention Deficit Disorder Scale) begünstigten Bupropion SR gegenüber Placebo, ohne jedoch durchgehend statistische Signifikanz zu erreichen.
  • · Eine 50%-ige Verbesserung auf der WRAADDS-Skala zeigte ebenfalls eine Tendenz zugunsten von Bupropion SR, war jedoch statistisch nicht signifikant.
  • · Die Studie wurde bei erwachsenen Teilnehmern durchgeführt, die sowohl DSM-IV- als auch Utah-Diagnosekriterien für ADHS erfüllten.
  • · Aufgrund der kleinen Stichprobengröße empfehlen die Autoren weitere Untersuchungen zu Bupropion SR bei Erwachsenen mit ADHS.
Beobachtungsstudie ADHS 2005 atomoxetine adhd combined adhd genetics

DNA pooling analysis of 21 norepinephrine transporter gene SNPs with attention deficit hyperactivity disorder: No evidence for association

Xu, Xiaohui; Knight, Jo; Brookes, Keeley J.; Mill, Jonathan et al. · American Journal of Medical Genetics Part B Neuropsychiatric Genetics

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Studie untersuchte mittels DNA-Pooling 21 SNPs des Noradrenalin-Transporter-Gens (NET1) auf Assoziation mit ADHS combined subtype. Trotz theoretischer Relevanz des noradrenergen Systems für ADHS fanden die Autoren keine signifikanten Assoziationen; drei suggestive SNPs verloren nach Mehrfachvergleichskorrektur ihre Signifikanz. Die Ergebnisse schließen kleine genetische Effekte nicht aus.

  • · Keine signifikante Assoziation zwischen 21 NET1-SNPs und ADHS combined subtype nachgewiesen; drei SNPs zeigten suggestive Evidenz, waren aber nach Mehrfachvergleichskorrektur nicht signifikant.
  • · Das noradrenerge System spielt eine Rolle in Aufmerksamkeits- und kognitiv-energetischen Mechanismen und wird als wichtig für ADHS angesehen.
  • · Atomoxetin, ein hochselektiver Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, ist eine wirksame Behandlung für ADHS-Symptome.
  • · Stimulanzien verändern die Aktivität von Noradrenalin und Dopamin in der Synapse.
  • · Kleine genetische Effekte des NET1-Gens auf ADHS können nicht ausgeschlossen werden, obwohl keine signifikanten Marker identifiziert wurden.
RCT verwandt 2005 attention working memory executive function

Does Modafinil Enhance Cognitive Performance in Young Volunteers Who Are Not Sleep-Deprived?

Randall, Delia C.; Viswanath, Aparna; Bharania, Punam; Elsabagh, Sarah et al. · Journal of Clinical Psychopharmacology

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese doppelblinde, randomisierte Studie untersuchte die Auswirkungen von Modafinil (100 oder 200 mg) auf die kognitive Leistung bei nicht schlafentzogenen, gesunden jungen Erwachsenen. Modafinil zeigte begrenzte kognitive Verbesserungen, hauptsächlich bei sustainer attention und kurzfristigen Gedächtnisaufgaben, aber keine signifikanten Effekte auf Arbeitsgedächtnis, Exekutivfunktion oder Langzeitgedächtnis. Die Autoren schlussfolgern, dass Modafinil nicht als kognitiver Enhancer bei nicht schlafentzogenen Personen angesehen werden kann.

  • · Modafinil zeigte in der 200-mg-Gruppe verbesserte Leistung im Rapid Visual Information Processing Test für anhaltende Aufmerksamkeit, aber keine Effekte in mehreren Reaktionszeitaufgaben.
  • · Die 100-mg-Gruppe erreichte bessere Leistungen im backward digit span test (Arbeitsgedächtnis), während die räumliche Arbeitsgedächtnisleistung unbeeinflusst blieb.
  • · Modafinil hatte keine signifikanten Effekte auf Langzeitgedächtnis, Exekutivfunktion, visuoraumliche Fähigkeiten oder kategoriale Flüssigkeit.
  • · Die kognitiven Verbesserungen durch Modafinil waren nicht eindeutig dosisabhängig und beschränkten sich auf begrenzte verbale Kurzzeitgedächtnis- und visuelle Erkennungsfunktionen.
  • · Modafinil führte in den Gruppen zu keinen Veränderungen in Selbsteinschätzungen von Schläfrigkeit, Müdigkeit oder Stimmung.
Beobachtungsstudie verwandt 2005 nucleus accumbens reward processing anhedonia

Dysfunction of ventral striatal reward prediction in schizophrenia

Juckel, Georg; Schlagenhauf, Florian; Koslowski, Michael; Wüstenberg, Torsten et al. · NeuroImage

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Die Studie untersuchte mittels fMRI die ventrale-striataale BOLD-Antwort bei unmedikamentierten Schizophrenie-Patienten während einer incentive-basierten Aufgabe. Unmedikamentierte Schizophrene zeigten eine reduzierte Aktivierung des ventralen Striatums bei belohnungsindizierenden Reizen, die invers mit der Schwere negativer Symptome korrelierte. Die Autoren interpretieren dies als Störung der dopaminerg-vermittelten Belohnungsvorhersage, die zu Anhedonie und Motivationsverlust führt.

  • · Unmedikamentierte Schizophrenie-Patienten zeigen eine reduzierte Aktivierung des ventralen Striatums bei der Präsentation von belohnungsindizierenden Reizen im Vergleich zu gesunden Kontrollen.
  • · Die verminderte Aktivierung des linken ventralen Striatums korreliert invers mit der Schwere negativer Symptome bei medikamentenfrei behandelten Schizophrenen.
  • · Eine erhöhte striatale Dopamin-Umsatzrate bei unmedikamentierter Schizophrenie kann das 'Rauschen' im Belohnungssystem verstärken und die neuronale Verarbeitung belohnungsprädikativer Hinweisreize durch phasische Dopamin-Freisetzung beeinträchtigen.
  • · Die dysfunktionale Belohnungsverarbeitung im ventralen Striatum könnte zur Entstehung negativer Symptome wie Anhedonie, Apathie und Motivationsverlust beitragen.
Beobachtungsstudie ADHS 2005 anterior cingulate cortex fronto striatal circuits

Global and regional gray matter reductions in ADHD: A voxel-based morphometric study

Carmona, Susanna; Vilarroya, Óscar; Bielsa, Anna; Tremols, Virginia et al. · Neuroscience Letters

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Voxel-basierte Morphometrie-Studie vergleicht 25 ADHS-Kinder mit 25 gesunden Kontrollen und findet eine globale Reduktion der grauen Substanz um 5,4% sowie regionale Volumendefizite in fronto-parietalen Regionen, der zingulären Kortex und dem Cerebellum. Die Befunde unterstützen die Hypothese von Abnormalitäten in fronto-striatalen Schaltkreisen als neuronale Grundlage der ADHD-Symptomatik.

  • · ADHS-Kinder zeigen eine globale Volumenreduktion der grauen Substanz von durchschnittlich 5,4% im Vergleich zu gesunden Kontrollen.
  • · Regionale Volumenreduktionen treten in der linken anterior/mittleren/posterioren zingulären Kortex auf, konsistent mit fronto-striatalen Schaltkreisen.
  • · Signifikante Volumenreduktionen finden sich bilateral in fronto-parietalen Arealen, einschließlich Motor-, prämotorischer und somatosensorischer Kortex.
  • · Der Cerebellum zeigt bilateral posteriore Volumenreduktionen bei ADHS-Kindern.
  • · Es wurden keine signifikanten Unterschiede im Volumen der weißen Substanz zwischen ADHS-Kindern und Kontrollen gefunden.
Beobachtungsstudie verwandt 2005 serotonin

Interactions between Serotonin and Dopamine in the Control of Impulsive Choice in Rats: Therapeutic Implications for Impulse Control Disorders

Winstanley, Catharine A.; Theobald, David E. H.; Dalley, Jeffrey W.; Robbins, Trevor W. · Neuropsychopharmacology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Tierexperimentelle Studie (Ratten) zur Interaktion von Serotonin und Dopamin im Nucleus Accumbens bei der Regulierung impulsiver Entscheidungen. Accumbal DA-Verlust erhöhte Impulsivität; 5-HT-Verlust schwächte Anti-Impulsivitätswirkung von Amphetamin ab.

  • · NAc-DA-Läsionen (6-OHDA) erhöhten die Impulsivität in einer Delay-Discounting-Aufgabe bei Ratten, was die Rolle von accumbalem DA bei impulsiver Entscheidung bestätigt.
  • · Forebrain-Serotonin-Läsionen reduzierten den impulsivitätsmindernden Effekt von d-Amphetamin, was auf eine Interaktion zwischen 5-HT und DA-Systemen bei Impulskontrolle hindeutet.
  • · 5-HT₁A-Rezeptor-Agonist 8-OH-DPAT hatte unterschiedliche Effekte auf Impulsivität je nach Intaktheit des NAc-DA-Systems, was auf 5-HT:DA-Interaktion im NAc für Impulskontrolle hindeutet.
case_report ADHS 2005 venlafaxine

Low-dose venlafaxine in three adolescents and young adults with autistic disorder improves self-injurious behavior and attention deficit/hyperactivity disorders (ADHD)-like symptoms

Carminati, Giuliana Galli; Deriaz, Nicolas; Bertschy, Gilles · Progress in Neuro-Psychopharmacology and Biological Psychiatry

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Beobachtungsstudie ADHS 2005 prefrontal cortex dopaminergic pathways noradrenergic system

Methylphenidate improves prefrontal cortical cognitive function through α2 adrenoceptor and dopamine D1 receptor actions: Relevance to therapeutic effects in Attention Deficit Hyperactivity Disorder

Arnsten, Amy F.T.; Dudley, Anne G. · Behavioral and Brain Functions

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Tierexperimentelle Studie (Ratte) zu den Rezeptormechanismen des kognitiv-verbessernden Effekts von Methylphenidat im PFC. MPH wirkt über α2-Adrenorezeptoren und D1-Dopaminrezeptoren; inversem U-förmigen Dosiswirkungsprofil, das subtherapeutische und übertherapeutische Dosierung erklärt.

  • · Oral verabreichtes Methylphenidat verbessert in therapeutischen Plasmakonzentrationen PFC-abhängige Arbeitsgedächtnisleistung (Delayed Alternation) bei Ratten mit einem inversen U-förmigen Dosiswirkungsprofil.
  • · Die kognitiv-verbessernden Effekte von MPH im PFC werden sowohl durch α2-Adrenorezeptoren als auch durch D1-Dopaminrezeptoren vermittelt – Blockade beider Rezeptortypen hebt die Wirkung auf.
  • · Die α2-Adrenorezeptor- und D1-Komponente der MPH-Wirkung erklärt, warum sowohl noradrenerge als auch dopaminerge Wirkmechanismen für die therapeutische Wirkung bei ADHS notwendig sind.
  • · Das Tiermodell mit oral verabreichten therapeutischen MPH-Dosen (humane Plasmaspiegel nachgeahmt) liefert valide pharmakologische Mechanismusdaten für die klinische ADHS-Behandlung.
Review ADHS 2005 adhd dopaminergic pathways noradrenergic system

Molecular genetics of attention-deficit/hyperactivity disorder.

Faraone Stephen, V; Perlis Roy, H; Doyle Alysa, E; Smoller Jordan, W et al. · Biological psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Übersichtsarbeit fasst verhaltensgenomische und molekulargenetische Studien zusammen und zeigt, dass genetische Faktoren eine starke Rolle in der ADHS-Anfälligkeit spielen. Sieben von acht kandidatengenen zeigen signifikante Assoziationen mit ADHS, insbesondere Gene der dopaminergen Signalkaskade (DRD4, DRD5, DAT). Die komplexe genetische Architektur von ADHS erfordert weitere Forschung zur vollständigen Aufklärung der Pathophysiologie.

  • · Zwillingsstudien schätzen die Heritabilität von ADHS auf 0,76, was auf eine starke genetische Komponente hindeutet.
  • · Sieben von acht untersuchten Genen (DRD4, DRD5, DAT, DBH, 5-HTT, HTR1B, SNAP-25) zeigen statistisch signifikante Assoziationen mit ADHS basierend auf gepoolten Odds Ratios.
  • · Die genetische Architektur von ADHS ist komplex; bisherige Genome-Wide-Scans sind nicht schlüssig.
  • · Familie-, Zwillings- und Adoptionsstudien liefern überzeugende Evidenz, dass genetische und nicht-genetische Faktoren zur ADHS-Entwicklung beitragen.
  • · Die verfügbaren Daten sind unzureichend, um eine definitive Assoziation zwischen niedrigeren Serum-Ferritin-Spiegeln und ADHS bei Kindern zu unterstützen.
Beobachtungsstudie ADHS 2005 adhd motivation reward

Motivational effects on motor timing in attention-deficit/hyperactivity disorder.

Van Meel Catharina, S; Jaap, Oosterlaan; Heslenfeld Dirk, J; Sergeant Joseph, A · Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Diese Studie untersuchte, ob schlechte Leistungen von Kindern mit ADHS bei Motor-Timing-Aufgaben auf ein echtes zeitliches Verarbeitungsdefizit oder mangelnde intrinsische Motivation zurückzuführen sind. Unter Variation von monetären Anreizen zeigten ADHS-Kinder persistente Defizite in Timing-Präzision und -Variabilität, die durch Belohnung nicht vollständig kompensiert wurden. Die Befunde deuten auf einen genuinen motorischen Timing-Defizit statt eines motivationalen Problems hin.

  • · Kinder mit ADHS zeigten signifikant weniger genaue und variable Zeitintervalle sowie mehr extreme Über- und Unterschätzungen in einer 1-Sekunden-Intervall-Produktionsaufgabe im Vergleich zu Kontrollen.
  • · Monetäre Anreize verbesserten die Leistung in beiden Gruppen signifikant, eliminierten aber nicht die Gruppenunterschiede zwischen ADHS und Kontrollen.
  • · Die Ergebnisse sprechen gegen ein motivationales Defizit als Erklärung für beeinträchtigte Motorik-Timing-Leistung bei ADHS.
  • · Ein dysfunktionales frontostriatocerebelläres Netzwerk wird als wahrscheinliche neurobiologische Basis für das generische Motor-Timing-Defizit bei ADHS postuliert.
Andere ADHS 2005 nucleus accumbens

Neurobiology of Mice Selected for High Voluntary Wheel-running Activity

Rhodes, Justin S. · Integrative and Comparative Biology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Tiermodell-Studie: selektiv auf hohes Laufradlaufen gezüchtete Mäuse zeigen neurobiologisches Profil ähnlich ADHS mit veränderter Dopaminfunktion. Suggeriert evolutionären Zusammenhang zwischen ADHS-assoziierter Neurobiologie und Belohnungsmotivation durch Bewegung.

  • · Mäuse selektiv gezüchtet für hohes freiwilliges Laufradlaufen zeigen ein neurobiologisches Profil ähnlich dem menschlichen ADHS, mit veränderten Dopaminreaktionen.
  • · High-Runner-Mäuse reagieren anders auf Dopamin-blockierende Substanzen als Kontrollmäuse, was auf eine veränderte dopaminerge Funktion hinweist.
  • · Das Modell verbindet ADHS-ähnliche Neurobiologie mit hoher intrinsischer Motivation für natürliche Belohnungen (Bewegung als Belohnung).
Review ADHS 2005 modafinil

Nonstimulant therapies for attention-deficit hyperactivity disorder (ADHD) in children and adults.

Waxmonsky, James G · Essential psychopharmacology

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieser Review-Artikel gibt einen Überblick über Nicht-Stimulans-Therapien für ADHS bei Kindern und Erwachsenen. Er behandelt pharmakologische Optionen wie Atomoxetin, Bupropion, Alpha-2-Agonisten, trizyklische Antidepressiva und Modafinil sowie psychosoziale Ansätze wie Verhaltensmodifikation und kognitive Verhaltenstherapie. Besonders hervorgehoben wird Atomoxetin als einziges FDA-zugelassenes Nicht-Stimulans und die Notwendigkeit weiterer Forschung zu Kombinationstherapien.

  • · Atomoxetin (Strattera) ist das einzige von der FDA zugelassene Nicht-Stimulans-Medikament für ADHS und hat sich für das gesamte Spektrum der ADHS-Symptome bei Kindern und Erwachsenen als wirksam erwiesen.
  • · Bei der Behandlung mit Atomoxetin ist tägliche Einnahmetreue essenziell, und es kann mehrere Wochen dauern, bis der volle therapeutische Effekt eintritt.
  • · Weitere Nicht-Stimulanzien, die bei ADHS eingesetzt werden, umfassen Bupropion (Wellbutrin), die Alpha-2-Agonisten Guanfacin (Tenex) und Clonidin (Catapres) sowie trizyklische Antidepressiva.
  • · Modafinil (Provigil) wird aktiv für die Behandlung von pädiatrischer ADHS untersucht, und es gibt erste Studien zur Wirksamkeit cholinerger Substanzen bei ADHS.
  • · Psychosoziale Therapien, insbesondere Verhaltensmodifikationstechniken, sollten bei Kindern mit ADHS und oppositionellem Verhalten in Betracht gezogen werden; kognitive Verhaltenstherapie (KVT) kann ein hilfreicher Zusatz für Jugendliche und Erwachsene sein.
Andere ADHS 2005 atomoxetine

Procholinergic and memory enhancing properties of the selective norepinephrine uptake inhibitor atomoxetine

Tzavara, Eleni T.; Bymaster, Frank P.; Overshiner, C.; Davis, R. J. et al. · Molecular Psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die Studie von Tzavara et al. (2005) zeigt, dass Atomoxetine als selektiver Noradrenalin-Wiederaufnahmeinhibitor die kortikalen Acetylcholinkonzentrationen erhöht und dadurch pro-cholinergische Effekte ausübt, die mit Methylphenidat und Reboxetin vergleichbar sind. Diese neurochemische Aktivität korreliert mit einer signifikanten Verbesserung der kognitiven Leistung in Gedächtnistests bei Ratten. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Wirksamkeit von Atomoxetine bei ADHS über einen cholinergen Mechanismus vermittelt sein könnte.

  • · Atomoxetine erhöht in vivo die extrazellulären Acetylcholinkonzentrationen in kortikalen, nicht aber subkortikalen Hirnregionen bei Ratten in einer Dosierung von 0,3–3 mg/kg.
  • · Die durch Atomoxetine ausgelöste Steigerung des kortikalen Acetylcholin ist abhängig von der Aktivierung von Noradrenalin-Alpha-1- und/oder Dopamin-D1-Rezeptoren.
  • · Atomoxetine zeigt ähnliche kortikale und hippokampale Acetylcholinerhöhungen wie Methylphenidat und der Noradrenalin-Wiederaufnahmeinhibitor Reboxetin.
  • · Atomoxetine (1–3 mg/kg, oral) verbesserte signifikant die Leistung im Objekterkennungstest und im Radial-Arm-Labyrinth-Test bei Ratten.
  • · Atomoxetine ist als selektiver Noradrenalin-Wiederaufnahmeinhibitor und nicht-stimulierendes Medikament das erste neue FDA-zugelassene ADHS-Medikament seit 30 Jahren mit einem anderen Wirkmechanismus als Stimulanzien.
Beobachtungsstudie ADHS 2005 reboxetine

Six-week open-label reboxetine treatment in children and adolescents with attention-deficit/hyperactivity disorder.

Ratner, Sharon; Laor, N.; Bronstein, Yifat; Weizman, Abraham et al. · Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese offene Studie untersuchte die Wirksamkeit von Reboxetin, einem selektiven Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, bei 31 Kindern und Jugendlichen mit methylphenidatresistentem ADHS über 6 Wochen. Die Behandlung mit 4 mg/Tag führte zu signifikanten Verbesserungen der ADHS-Symptome auf allen gemessenen Skalen bei insgesamt guter Verträglichkeit. Die Ergebnisse deuten auf die potenzielle Wirksamkeit von Reboxetin bei therapieresistentem ADHS hin, erfordern jedoch weitere kontrollierte Studien.

  • · Reboxetin, ein selektiver Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, zeigte eine signifikante Reduktion der ADHS-Symptome bei methylphenidatresistenten Kindern und Jugendlichen über einen Zeitraum von 6 Wochen.
  • · Die Behandlung mit Reboxetin in einer Dosis von 4 mg/Tag war mit milden und vorübergehenden Nebenwirkungen assoziiert.
  • · Die häufigsten Nebenwirkungen waren Müdigkeit/Sedation und gastrointestinale Beschwerden.
  • · Signifikante Verbesserungen wurden auf allen gemessenen Skalen (DSM-IV ADHS Scale, Clinical Global Impressions Scale, Conners Rating Scale) dokumentiert.
  • · Reboxetin erwies sich als wirksam bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 8–18 Jahren mit therapieresistentem ADHS.
Beobachtungsstudie verwandt 2005 amygdala

Stress duration modulates the spatiotemporal patterns of spine formation in the basolateral amygdala

Mitra, Rupshi; Jadhav, Shantanu P.; McEwen, Bruce S.; Vyas, Ajai et al. · Proceedings of the National Academy of Sciences

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Studie zeigt, dass die Dauer von Immobilisationsstress die zeitliche und räumliche Dynamik der Wirbeldichte-Veränderungen in der basolateralen Amygdala moduliert. Während chronischer Stress unmittelbare Spinogenese auslöst, führt akuter Stress zu verzögerter Spinogenese auf primären Dendriten, begleitet von gesteigertem angstähnlichem Verhalten. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass stressbedingte strukturelle Veränderungen in der BLA als zelluläres Substrat für Furchtgedächtnis und möglicherweise für chronische Angststörungen dienen.

  • · Chronischer Immobilisationsstress (CIS) führt zu robuster Zunahme der Wirbeldichte in der basolateralen Amygdala (BLA) auf primären und sekundären Dendriten, messbar 1 Tag nach Stressende.
  • · Akuter Immobilisationsstress (AIS) zeigt keine unmittelbare Wirkung auf Wirbeldichte 1 Tag nach Exposition, führt aber zu verzögerter gradueller Zunahme der Wirbeldichte 10 Tage später.
  • · Die durch AIS induzierte verzögerte Spinogenese ist räumlich lokalisiert auf primären Dendriten, im Gegensatz zur CIS-induzierten Spinogenese auf primären und sekundären Ästen.
  • · Die verzögerte Zunahme der Wirbeldichte in der BLA 10 Tage nach AIS korreliert zeitlich mit gradueller Entwicklung von angstähnlichem Verhalten im Elevated-Plus-Maze-Test.
  • · Stress-induzierte Spinogenese in der BLA könnte pathophysiologischen Mechanismen von chronischen Angststörungen wie PTBS zugrunde liegen durch Verstärkung synaptischer Konnektivität.
Review ADHS 2005 nortriptyline

The safety of non-stimulant agents for the treatment of attention-deficit hyperactivity disorder.

Himpel, Sunke; Banaschewski, Tobias; Heise, Cord-Alexander; Rothenberger, Aribert · Expert opinion on drug safety

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Übersichtsarbeit analysiert die Sicherheit und Verträglichkeit von nicht-stimulierenden Medikamenten zur ADHS-Behandlung. Während Stimulanzien die erste Wahl bleiben, werden Alternativen wie Atomoxetin, trizyklische Antidepressiva und Alpha-2-Agonisten als wirksam und generell gut verträglich beschrieben. Der Fokus liegt auf Nebenwirkungsprofilen, erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen und Arzneimittelwechselwirkungen für jede Substanzklasse.

  • · Stimulanzien sind aufgrund ihrer etablierten Wirksamkeit und Sicherheit die Medikamente der ersten Wahl bei ADHS-Behandlung.
  • · Atomoxetin wird als Second-Line-Behandlung für ADHS empfohlen, wenn Stimulanzien nicht geeignet sind.
  • · Trizyklische Antidepressiva wie Desipramin und Imipramin können ADHS behandeln, besonders bei komorbiden Störungen.
  • · Alpha-2-Agonisten (Clonidin) und Bupropion zeigen Effizienz bei ADHS-Behandlung insbesondere bei spezifischen komorbiden Bedingungen.
  • · Nicht-Stimulanzien zur ADHS-Behandlung werden in der Regel gut vertragen, mit Nebenwirkungen, die meist moderat und vorübergehend sind.
Systematic Review ADHS 2005 pemoline

Treatment of attention-deficit/hyperactivity disorder: overview of the evidence.

Brown, Ronald T; Amler, Robert W; Freeman, Wendy S; Perrin, James M et al. · Pediatrics

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Übersichtsarbeit der American Academy of Pediatrics analysierte die Evidenzlage zur Behandlung von ADHS bei Schulkindern, basierend auf mehreren systematischen Reviews und der MTA-Studie. Die Evidenz unterstützt klar den Einsatz von Stimulanzien zur Behandlung der Kernsymptome, während Verhaltenstherapie allein nur begrenzte Effekte zeigt, aber in Kombination mit Medikation die Funktionsfähigkeit verbessert. Zwischen Methylphenidat und Amphetaminen zeigte sich kein wesentlicher Wirksamkeitsunterschied.

  • · Stimulanzien (Methylphenidat und Amphetamine) werden durch die Evidenz stark als wirksame Behandlung der Kernsymptome von ADHS bei Schulkindern unterstützt.
  • · Verhaltenstherapie allein hat nur begrenzte Wirkung auf Symptome oder Funktionsfähigkeit bei Kindern mit ADHS.
  • · Die Kombination von Verhaltenstherapie und Medikation verbessert die Funktionsfähigkeit und kann den Medikamentenbedarf (Stimulanzien) reduzieren.
  • · Der Vergleich zwischen Stimulanzienklassen (Methylphenidat vs. Amphetamine) ergab keine klare Überlegenheit einer Klasse gegenüber der anderen.
  • · ADHS wird als chronische Erkrankung klassifiziert, die eine langfristige Behandlungsplanung mit kontinuierlicher Eltern- und Kindedukation sowie Monitoring erfordert.
Review ADHS 2005 imipramine

Treatment of comorbidity in conduct disorder with attention-deficit hyperactivity disorder (ADHD).

Turgay, Atilla · Essential psychopharmacology

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Der Review behandelt die Komorbiditäten von Störungsverhalten und ADHS im Kindes- und Jugendalter. Es wird beschrieben, dass multiple Störungen fast immer gleichzeitig auftreten und dass strukturierte Diagnostik erforderlich ist. Der Artikel präsentiert verschiedene psychopharmakologische Optionen (Stimulanzien, Antidepressiva, Antipsychotika), die in Kombination mit psychosozialen Interventionen eingesetzt werden können.

  • · Störungsverhalten (Conduct Disorder) ist eine der häufigsten psychiatrischen Störungen im Kindes- und Jugendalter und wird oft von Hyperaktivität, Impulsivität und kognitiven Problemen begleitet.
  • · Die Komorbiditätsrate zwischen Störungsverhalten und ADHS ist hoch; ADHS und Störungen des Sozialverhaltens (ODD) sind die häufigsten Komorbiditäten.
  • · Psychostimulantien, Atomoxetin, trizyklische Antidepressiva (Imipramin, Desipramin), SSRIs, atypische Antipsychotika und Stimmungsstabilisatoren können bei Patienten mit Störungsverhalten und ADHS therapeutisch eingesetzt werden.
  • · Die Behandlung sollte Elterntraining und psychosoziale Interventionen (Peer-Beziehungen, akademische Leistung) mit medikamentöser Therapie kombinieren.
  • · Strukturierte Interviews und validierte Bewertungsskalen sind erforderlich, da Störungsverhalten ohne weitere komorbide Störungen eine extreme Seltenheit darstellt.
RCT ADHS 2005 bupropion

Treatment of methadone-maintained patients with adult ADHD: Double-blind comparison of methylphenidate, bupropion and placebo

Levin, Frances R.; Evans, Suzette M.; Brooks, Daniel J.; Kalbag, Aparna et al. · Drug and Alcohol Dependence

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

RCT ADHS 2004 pemoline

A randomized controlled trial of pemoline for attention-deficit/hyperactivity disorder in substance-abusing adolescents.

Riggs, Paula D; Hall, Shannon K; Mikulich-Gilbertson, Susan K; Lohman, Michelle et al. · Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 7 Kernbefunde

Diese randomisierte, placebokontrollierte Studie untersuchte Sicherheit und Wirksamkeit von Pemolin bei 69 Jugendlichen (13–19 Jahre) mit komorbider ADHS, Störung des Sozialverhaltens und Substanzgebrauchsstörung über 12 Wochen. Pemolin war signifikant wirksamer als Placebo bei der Reduktion von ADHS-Symptomen (CGI-I), hatte jedoch keinen Effekt auf Substanzkonsum oder Verhaltenssymptome. Das Medikament war gut verträglich ohne Leberwerterhöhungen.

  • · Pemolin war wirksamer als Placebo bei der Behandlung von ADHS, gemessen an signifikant mehr CGI-I-Bewertungen von 1 (sehr stark verbessert) oder 2 (stark verbessert) am Studienendpunkt (p < 0,05).
  • · Bei Studienabsolventen zeigte die Pemolin-Gruppe eine signifikant stärkere Reduktion der ADHS-Schwere auf der elternbewerteten Conners-Hyperaktivitäts-Impulsivitätsskala im Vergleich zu Placebo (p < 0,01).
  • · In der Intention-to-Treat-Analyse zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen Pemolin und Placebo in der ADHS-Schwere (p = 0,13), was auf hohe Dropout-Raten hinweist.
  • · Pemolin hatte keinen signifikanten Einfluss auf den Substanzkonsum oder die Symptome der Störung des Sozialverhaltens (Conduct Disorder) in keiner der beiden Gruppen.
  • · Pemolin war insgesamt gut verträglich und zeigte kein Anzeichen einer Leberwerterhöhung in dieser komorbiden Stichprobe.
Review ADHS 2004 desipramine

ADHD treatment across the life cycle.

Spencer, Thomas · PubMed

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Das Paper bietet eine Übersicht über pharmakologische ADHS-Behandlungen über die Lebensspanne hinweg. Es wird argumentiert, dass Erkenntnisse aus Kindheitsstudien zur Informierung von Behandlungsempfehlungen für Erwachsene herangezogen werden können, da ADHS-Symptome häufig persistieren. Der Review behandelt mehrere Wirkstoffklassen und deren Wirksamkeit in unterschiedlichen Altersgruppen.

  • · ADHS wird üblicherweise bei Kindern diagnostiziert, doch ein großer Anteil der betroffenen Kinder zeigt persistierende Symptome bis ins Jugend- und Erwachsenenalter.
  • · Pharmakologische Behandlungen verbessern funktionelle Outcomes bei Kindern mit ADHS, und ähnliche Behandlungen zeigen positive Ergebnisse auch bei Erwachsenen mit ADHS.
  • · Langwirksames Methylphenidat, gemischte Amphetaminsalze, Desipramin, MAO-Inhibitoren, Bupropion und Atomoxetin wurden in Studien bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit ADHS untersucht.
Review ADHS 2004 atomoxetine adhd adults

Atomoxetine, a novel treatment for attention-deficit-hyperactivity disorder.

Christman Alisa, K; Fermo Joli, D; Markowitz John, S · Pharmacotherapy

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Pharmakologisches Review zu Atomoxetin (Strattera) als erstem nicht-stimulierendem FDA-zugelassenem ADHS-Medikament. Beschreibt Wirkmechanismus (NE-Transporter-Inhibition), Wirksamkeit bei Kindern/Erwachsenen und Sicherheitsprofil.

  • · Atomoxetin ist das erste nicht-stimulierende Medikament mit FDA-Zulassung für ADHS – und das einzige FDA-zugelassene Medikament für ADHS bei Erwachsenen (Stand 2004).
  • · Atomoxetin wirkt als hochselektiver präsynaptischer Norepinephrin-Transporterhemmer, vorwiegend auf dem noradrenergen Weg.
  • · Kurzzeit- und Langzeitstudien belegen Wirksamkeit von Atomoxetin bei Kindern und Erwachsenen mit ADHS; Langzeitdaten zeigen anhaltende Wirksamkeit ohne Zunahme von Nebenwirkungen.
  • · Eine Vergleichsstudie zeigte vergleichbare Wirksamkeit von Atomoxetin und Methylphenidat bei Schulkindern.
Review ADHS 2004 serotonin

European clinical guidelines for hyperkinetic disorder ? first upgrade

Taylor, Eric; D�pfner, M.; Sergeant, Joseph A.; Asherson, Philip et al. · European Child & Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Das Paper präsentiert eine aktualisierte Version der europäischen klinischen Leitlinien zur hyperkinetischen Störung/ADHS von der European Network for Hyperkinetic Disorders (EUNETHYDIS). Die Überarbeitung basiert auf neuer evidenzgestützter Forschung und klinischer Erfahrung von Experten aus mehreren europäischen Ländern. Das Ziel war die Bereitstellung eines allgemeinen Behandlungsschemas für die klinische Praxis in Europa.

  • · Die europäischen klinischen Leitlinien für hyperkinetische Störung von 1998 wurden überarbeitet und aktualisiert basierend auf neuen evidenzgestützten Erkenntnissen und klinischer Erfahrung.
  • · Eine Gruppe von Kinderpsychiaterinnen und -psychiatern sowie Psychologinnen und Psychologen aus mehreren europäischen Ländern erstellte aktualisierte Empfehlungen zur Konzeptualisierung und Behandlung von hyperkinetischen Störungen und ADHS.
  • · Die aktualisierten Leitlinien basieren auf systematischer Evaluation der wissenschaftlichen Evidenz und bei fehlender zuverlässiger Information auf klinischem Konsens der beteiligten Experten.
Review ADHS 2004 adhd dopaminergic pathways nucleus accumbens

Experimental investigations on dopamine transmission can provide clues on the mechanism of the therapeutic effect of amphetamine and methylphenidate in ADHD.

Ezio, Carboni; Alessandra, Silvagni · Neural plasticity

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Übersichtsarbeit vergleicht experimentelle Befunde zu den Effekten von Amphetamin und Methylphenidat auf die Dopaminübertragung in vitro und in vivo bei Tiermodellen von ADHS. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass beide Medikamente durch unterschiedliche Mechanismen auf verschiedene Dopamin-Vesikel-Pools wirken, wobei SHR-Ratten eine verstärkte dopaminerge Transmission im Nucleus accumbens zeigen. Diese Erkenntnisse könnten sowohl die Wirkungsweise dieser Therapien als auch die zugrunde liegende Pathophysiologie von ADHS erklären.

  • · Amphetamin und Methylphenidat beeinflussen die Dopaminfreisetzung durch unterschiedliche Mechanismen: Amphetamin setzt Dopamin aus großen dicht gefüllten Vesikeln frei, während hohe K+-Konzentrationen Dopamin aus kleinen synaptischen Vesikeln mobilisieren.
  • · Bei spontan hypertensiven Ratten (SHR) zeigt sich eine verstärkte und ausdauernde Dopaminübertragung im Nucleus accumbens im Vergleich zu Wistar Kyoto-Ratten (WKY), was durch erhöhte Synthese und Freisetzung unterstützt wird.
  • · Methylphenidat zeigt eine stärkere dopaminerge Wirkung in SHR-Ratten als in WKY-Ratten, was die differentielle therapeutische Responsivität bei ADHS erklären könnte.
  • · Die therapeutische Wirksamkeit von Amphetamin und Methylphenidat bei ADHS kann durch ihre unterschiedlichen Ansatzpunkte in der katecholaminergen Transmission erklärt werden, die jedoch zu einem ähnlichen klinischen Effekt führen.
  • · In-vitro-Methoden (Synaptosomen, Zellkulturen, Hirnschnitte) und in-vivo-Tiermodelle (SHR und Naples high-excitability-Ratten) liefern konsistente Ergebnisse zur dopaminergen Wirkung psychostimulanzierender Medikamente.
Andere verwandt 2004 serotonin

Fractionating Impulsivity: Contrasting Effects of Central 5-HT Depletion on Different Measures of Impulsive Behavior

Winstanley, Catharine A.; Dalley, Jeffrey W.; Theobald, David; Robbins, Trevor W. · Neuropsychopharmacology

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die Studie untersucht, wie eine zentrale Serotonin-Depletion verschiedene Aspekte von Impulsivität bei Ratten beeinflusst. Während die Serotonin-Reduktion zu erhöhtem impulsiven Reagieren, verstärkter konditionierter Aktivität und prematurem Reagieren führte, hatte sie keinen Einfluss auf verzögertes Wählen. Die Ergebnisse unterstützen die These, dass Serotonin-Depletion bestimmte Impulsivitätstypen erhöht, deuten aber darauf hin, dass Impulsivität aus mehreren unabhängigen Komponenten besteht.

  • · Eine 90%ige Depletion von Serotonin im Gehirn durch 5,7-Dihydroxytryptamin führte zu erhöhten Reaktionsgeschwindigkeiten und mehr Reaktionen in Autoshaping-Tests sowie vermehrtem vorzeitigen Reagieren in visuellen Aufmerksamkeitstests.
  • · Serotonin-Depletion verstärkte die Expression von Aktivität, die an Futterdarstellung gekoppelt war, zeigte aber keinen Effekt auf impulsive Wahlentscheidungen im Delay-Discounting-Paradigma.
  • · Positive Korrelationen wurden zwischen Reaktionen im Autoshaping und dem Ausmaß konditionierter Aktivität gefunden, deutend auf eine gemeinsame neurobiologische Grundlage dieser Verhaltensweisen.
  • · Nicht alle Impulsivitätsmessungen wurden gleichermaßen durch Serotonin-Depletion beeinflusst, und viele Verhaltensmaße korrelierten nicht miteinander, was darauf hindeutet, dass Impulsivität kein unitäres Konstrukt ist.
  • · 5-HT1BR-Knockout-Mäuse zeigten keine signifikanten Unterschiede in der Anzahl initiierter Versuche, Prozentsatz korrekter Versuche oder Reaktionslatenzen gegenüber Kontrolltieren in einem Hinweis-gesteuerten operanten Aufgabentask.
Andere verwandt 2004 norepinephrine serotonin

High-sensitive liquid chromatographic method for determination of neuronal release of serotonin, noradrenaline and dopamine monitored by microdialysis in the rat prefrontal cortex.

Yoshitake, T.; Yoshitake, S.; Fujino, K.; Nohta, H. et al. · Journal of neuroscience methods

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Das Paper präsentiert eine analytische Methode zur simultanen Messung von Serotonin, Noradrenalin und Dopamin mittels Hochleistungsflüssigchromatographie und Mikrodialyse im Rattengehirn. Die Methode ermöglichte die Bestimmung basaler Neurotransmitter-Level und deren Veränderungen unter pharmakologischen Manipulationen wie Tetrodotoxin-Perfusion oder Reserpin-Behandlung. Dies liefert methodische Grundlagen für die Untersuchung monoaminerger Neurotransmitter im präfrontalen Kortex.

  • · Eine hochsensitive Flüssigchromatographie-Methode mit Prekolumn-Derivatisierung ermöglichte simultane Bestimmung von Serotonin, Noradrenalin und Dopamin in Mikrodialysats aus dem präfrontalen Kortex von Ratten mit Nachweisgren­zen von 76, 42 bzw. 95 amol.
  • · Die basalen Konzentrationen von Serotonin, Noradrenalin und Dopamin im präfrontalen Kortex betrugen 7,3 ± 0,7, 5,3 ± 0,31 bzw. 8,1 ± 0,47 fmol/5 μl (n = 5).
  • · Nach 90-minütiger Perfusion mit Tetrodotoxin oder kalziumfreier Ringer-Lösung wurden Dopamin und Noradrenalin auf etwa 15 % bzw. 20 % der Basalwerte reduziert, während Serotonin auf 45 % bzw. 60 % abfiel.
  • · Reserpin reduzierte 12 Stunden nach einer Dosis von 5 mg/kg i.p. die extrazellulären Konzentrationen von Serotonin, Noradrenalin und Dopamin auf etwa 34 %, 39 % bzw. 32 % der Basalwerte.
Beobachtungsstudie ADHS 2004 adhd executive function working memory

How specific are executive functioning deficits in attention deficit hyperactivity disorder and autism?

Geurts, Hilde M.; Verté, Sylvie; Oosterlaan, Jaap; Roeyers, Herbert et al. · Journal of Child Psychology and Psychiatry

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Vergleichsstudie untersuchte Unterschiede in exekutiven Funktionen und Verhaltensproblemen zwischen Kindern mit ADHS, hochfunktionalem Autismus (HFA) und kombiniertem ASD+ADHD. Die Ergebnisse zeigen, dass die ASD-Gruppe tiefergehende Probleme mit exekutiven Funktionen und arbeitsgedächtnis aufweist, während die ADHD-Gruppe höhere externalisierende Symptome und Verhaltensprobleme zeigt. Sluggish Cognitive Tempo war charakteristischer für die ASD-Gruppen.

  • · Kinder mit HFA zeigen generalisiertere und tiefere Probleme bei exekutiven Funktionsaufgaben im Vergleich zu Kindern mit ADHS.
  • · Die ASD-Gruppe erzielte signifikant höhere Werte beim Working Memory Index als die ASD+ADHD-Gruppe (p = .024).
  • · Die ADHD-Gruppe zeigte signifikant höhere Werte bei externalisierenden Problemen, regelverletzendem Verhalten und aggressivem Verhalten im Vergleich zu ASD und ASD+ADHD (p < .001 bis p = .004).
  • · Sluggish Cognitive Tempo war signifikant höher in den ASD und ASD+ADHD Gruppen im Vergleich zur ADHD-Gruppe (p = .004 bis p = .015).
  • · Die ASD-Gruppe hatte signifikant höhere Full-Scale-IQ-Werte als sowohl die ADHD- als auch die ASD+ADHD-Gruppe (p = .001 bis p = .004).
Review ADHS 2004 bupropion

Impact of ADHD and its treatment on substance abuse in adults.

Wilens, Timothy E. · PubMed

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Übersichtsarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen ADHS und Substanzmissbrauch bei Erwachsenen. ADHS gilt als Risikofaktor für Substanzmissbrauch, wobei Betroffene schneller eine Abhängigkeit entwickeln und länger betroffen bleiben als Menschen ohne ADHS. Die Behandlung mit ADHS-Medikamenten, beginnend mit weniger missbrauchsanfälligen Substanzen wie Bupropion und Atomoxetin, wird empfohlen und scheint das Substanzmissbrauchsrisiko zu reduzieren.

  • · ADHS ist ein Risikofaktor für Substanzmissbrauch bei Erwachsenen, und zusätzliche psychiatrische Komorbiditäten erhöhen dieses Risiko weiter.
  • · Substanzmissbrauch entwickelt sich bei Erwachsenen mit ADHS schneller zur Abhängigkeit und dauert länger an als bei Erwachsenen ohne ADHS.
  • · Selbstmedikation könnte ein Faktor für die hohe Rate an Substanzmissbrauch bei Erwachsenen mit ADHS sein.
  • · Neuere Studien deuten darauf hin, dass pharmakologische Behandlung das Risiko für Substanzmissbrauch bei ADHS-Betroffenen reduziert, entgegen früherer Bedenken über Stimulanzientherapie.
  • · Bei der Behandlung von Erwachsenen mit ADHS und Substanzmissbrauch sollte die Pharmakotherapie mit Medikamenten mit geringem Missbrauchspotenzial begonnen werden, wie Bupropion und Atomoxetin, bevor Stimulanzien eingesetzt werden.
Meta-Analyse ADHS 2004 adhd genetics

Joint Analysis of the DRD5 Marker Concludes Association with Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder Confined to the Predominantly Inattentive and Combined Subtypes

Lowe, Naomi; Kirley, Aiveen; Hawi, Ziarih; Sham, Pak C. et al. · The American Journal of Human Genetics

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die Studie führt eine gepoolte Analyse von 14 unabhängigen Stichproben durch und bestätigt eine signifikante Assoziation zwischen dem DRD5-Locus und ADHS. Diese Assoziation ist spezifisch auf die vorwiegend unaufmerksame und kombinierte ADHS-Subtyp beschränkt. Die Ergebnisse unterstützen die dopaminerge Hypothese der ADHS-Ätiologie und liefern genetische Evidenz für Subtyp-spezifische biologische Mechanismen.

  • · Eine gemeinsame Analyse von 14 unabhängigen Stichproben zeigt eine signifikante Assoziation zwischen dem DRD5-Locus und ADHS (P=0,00005; Odds Ratio 1,24).
  • · Die DRD5-Assoziation ist auf die vorwiegend unaufmerksame und kombinierte ADHS-Subtyp beschränkt, nicht auf den hyperaktiv-impulsiven Subtyp.
  • · Das 148-bp-Allel eines Mikrosatelliten-Markers 18,5 kb vom DRD5-Gen zeigt eine Assoziation mit ADHS in der gepoolten Analyse.
  • · ADHS wird als hochgradig heritäre, heterogene Störung mit signifikantem genetischem Anteil charakterisiert, bei der Abnormalitäten im dopaminergen System beteiligt sind.
  • · DRD4, DAT1, SNAP25 und DRD5 werden als Hauptsuszeptibilitätsgene für ADHS impliziert.
Andere ADHS 2004 modafinil

Modafinil Improves Cognition and Attentional Set Shifting in Patients with Chronic Schizophrenia

Turner, Danielle C.; Clark, Luke; Pomarol‐Clotet, Edith; McKenna, Peter J. et al. · Neuropsychopharmacology

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar. Das Paper untersucht laut Titel die Wirkung von Modafinil auf Kognition und attentionales Set-Shifting bei Patienten mit chronischer Schizophrenie (Turner D. et al., 2004, Neuropsychopharmacology).

Andere ADHS 2004 pemoline

New medication strategies for comorbid substance use and bipolar affective disorders

Kosten, Thomas R.; Kosten, Therese A. · Biological Psychiatry

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Review ADHS 2004 adhd medication methylphenidate medication amphetamine

New options in the pharmacological management of attention-deficit/hyperactivity disorder.

Olfson, Mark · PubMed

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Übersichtsarbeit präsentiert die Wirksamkeit und Nebenwirkungen pharmakologischer ADHS-Behandlungen. Methylphenidat und Amphetamin gelten als Mittel der ersten Wahl mit der stärksten empirischen Unterstützung. Eine Reihe alternativer Optionen einschließlich Nonstimulanzien und Antidepressiva wird für Fälle empfohlen, in denen Patienten nicht auf die Erstlinienmittel ansprechen.

  • · Methylphenidat und Amphetamin haben die stärkste empirische Evidenzbasis für die ADHS-Behandlung und sind in Immediate- und Extended-Release-Formulierungen verfügbar.
  • · Viele Kinder, die auf ein Stimulans nicht ansprechen, reagieren auf das alternative Stimulans positiv.
  • · Atomoxetin (Nonstimulans), Pemolin, Bupropion, Desipramin, Clonidin und Guanfacin sind zusätzliche pharmakologische Optionen zur ADHS-Behandlung.
  • · Bei der Medikamentenwahl sollten der schulische Tagesablauf, aggressive Symptome und das Missbrauchsrisiko berücksichtigt werden.
  • · Aktive Einbeziehung des Kindes, der Eltern und des Lehrers in die tägliche Behandlung kann die langfristige Adhärenz verbessern.
Review ADHS 2004 nortriptyline

Nonstimulant treatment of adult attention-deficit/hyperactivity disorder.

Spencer, Thomas; Biederman, Joseph; Wilens, Timothy · The Psychiatric clinics of North America

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Das Review diskutiert nichtpsychostimulanzien Behandlungen für adult ADHS mit Fokus auf Wirkstoffe mit noradrenerger/dopaminerger Aktivität. Während trizyklische Antidepressiva (insbesondere Nortriptylin) und Bupropion etablierte Alternativen darstellen, zeigt Atomoxetin als neuer noradrenerger Agent überlegene Sicherheit und Verträglichkeit. Der Artikel plädiert für verstärkte Forschung zur Langzeitsicherheit und zur neurobiologischen Grundlage von ADHS.

  • · Nichtpsychostimulanzien sind wirksam zur ADHS-Behandlung; verschiedene Substanzen teilen noradrenerge/dopaminerge Aktivität als gemeinsamen Wirkmechanismus.
  • · Trizyklische Antidepressiva (besonders die noradrenergen sekundären Amine DMI und Nortriptylin) sind etablierte Alternativbehandlungen für ADHS, ihr Einsatz wird aber durch niedriges therapeutisches Fenster und kardiovaskuläre Toxizität begrenzt.
  • · Bupropion, ein atypisches gemischtes noradrenerges/dopaminerges Antidepressivum, zeigte in kontrollierten klinischen Studien Wirksamkeit bei Erwachsenen mit ADHS.
  • · Atomoxetin, ein neuartiger noradrenerger Wirkstoff, produzierte überzeugende Evidenz für substanzielle Wirksamkeit, Verträglichkeit und Sicherheit bei Kindern und Erwachsenen mit ADHS.
  • · Weitere Forschung ist notwendig, um die kurz- und langfristige Sicherheit und Wirksamkeit von Stimulanzien und Alternativagenzien zur ADHS-Behandlung bei Erwachsenen zu dokumentieren.
Review ADHS 2004 atomoxetine modafinil reboxetine

Norepinephine transporter inhibitors and their therapeutic potential

Zhou, Jia · Drugs of the Future

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review zu NET-Inhibitoren und ihrem therapeutischen Potenzial. NET ist Schlüsselprotein noradrenerger Signalübertragung; selektive Inhibitoren (Atomoxetin, Reboxetin) wirksam bei ADHS und Depression.

  • · Der Norepinephrin-Transporter (NET) ist der primäre Mechanismus zur Inaktivierung noradrenerger Signalübertragung und Angriffspunkt selektiver NET-Inhibitoren (z.B. Reboxetin, Atomoxetin).
  • · Selektive NET-Inhibitoren wie Atomoxetin wurden erfolgreich zur Behandlung von Depression und ADHS entwickelt; bisher sind nur wenige NET-selektive Substanzen verfügbar.
  • · Neue potente NET-Inhibitoren könnten klinische Anwendung bei psychiatrischen Erkrankungen finden und das Grundlagenverständnis noradrenerger Funktion verbessern.
Review verwandt 2004 emotional dysregulation

Peer rejection: developmental processes and intervention strategies

Bierman, Karen L. · Choice Reviews Online

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Buchbesprechung (2004) zu 'Peer Rejection: Developmental Processes and Intervention Strategies' von Bierman. Behandelt Ursachen, Korrelate und Interventionen bei sozialer Ablehnung in der Kindheit; empirisch fundiert für Kliniker und Schulpsychologen.

  • · Peer-Ablehnung in der Schulzeit hat nachhaltige Auswirkungen auf sozial-emotionale Entwicklung und psychische Gesundheit; individuelle Merkmale des Betroffenen und Gruppendynamik spielen beide eine Rolle.
  • · Das Buch deckt Ursachen und Korrelate von Peer-Ablehnung sowie evidenzbasierte Assessments und Interventionsstrategien für Kinder- und Schulpsychologen ab.
Beobachtungsstudie verwandt 2004 noradrenergic system locus coeruleus

Phasic Activation of Monkey Locus Ceruleus Neurons by Simple Decisions in a Forced-Choice Task

Clayton, Edwin C.; Rajkowski, Janusz; Cohen, Jonathan D.; Aston‐Jones, Gary · Journal of Neuroscience

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Diese Einzelzellableitungsstudie zeigt, dass Locus-ceruleus-Neuronen bei Affen phasisch vor motorischen Reaktionen in einer Diskriminierungsaufgabe aktiviert werden, unabhängig von der Korrektheit der Antwort. Die Aktivität des LC korreliert stärker mit Verhaltensreaktionen als mit Reizpräsentation und wird nur durch aufgabenrelevante Stimuli ausgelöst. Dies deutet auf eine Rolle des LC bei der Umsetzung von Entscheidungsprozessen in Verhalten hin, nicht primär bei sensorischer Verarbeitung.

  • · LC-Neuronen werden phasisch vor Verhaltensreaktionen aktiviert, unabhängig davon, ob die Antwort korrekt oder fehlerhaft ist.
  • · Die Aktivierungszeitpunkte des LC folgen dem Verhaltensmuster enger als der Reizpräsentation, was auf eine Rolle bei der Reaktionsexekution hindeutet.
  • · LC-Neuronen reagieren nicht auf Stimuli, die keine Hebelreaktionen auslösen, und nicht auf aufgabenfremde Bewegungen.
  • · Der Locus ceruleus moduliert das Verhalten als Reaktion auf Entscheidungsergebnisse und nicht primär als Antwort auf sensorische Reize.
Review ADHS 2004 pemoline

Stimulant treatment of adult attention-deficit/hyperactivity disorder.

Spencer, Thomas; Biederman, Joseph; Wilens, Timothy · The Psychiatric clinics of North America

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Der Artikel von Spencer et al. (2004) gibt einen Überblick über die Stimulanzienbehandlung der ADHS im Erwachsenenalter. Er zeigt, dass erwachsene ADHS dem klinischen Bild der kindlichen ADHS stark ähnelt und dass Methylphenidat sowie Amphetamine in therapeutischen Dosen bei Erwachsenen ein robustes, mit pädiatrischen Studien vergleichbares Ansprechen erzielen. Die Autoren betonen den Bedarf an Langzeitstudien zur Sicherheit und Lebensqualität.

  • · Erwachsene ADHS weist ein klinisches Bild auf, das der kindlichen ADHS stark ähnelt, mit anhaltenden beruflichen und akademischen Defiziten.
  • · Viele Erwachsene mit ADHS leiden zusätzlich an antisozialen, depressiven und Angststörungen.
  • · Therapeutische Dosen von Methylphenidat und Amphetaminen führen bei erwachsenen ADHS-Patienten zu einem robusten klinischen Ansprechen.
  • · Das Therapieansprechen bei Erwachsenen ist hoch konsistent mit dem in pädiatrischen Studien bei äquipotenten Tagesdosen beobachteten Ansprechen.
  • · Medikation bleibt bei erwachsener ADHS – wie bei der kindlichen ADHS – ein zentraler Behandlungsbaustein.
Beobachtungsstudie verwandt 2004 hippocampus working memory

The Basolateral Amygdala Interacts with the Medial Prefrontal Cortex in Regulating Glucocorticoid Effects on Working Memory Impairment

Roozendaal, Benno; McReynolds, Jayme R.; McGaugh, James L. · Journal of Neuroscience

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die Studie zeigt, dass die basolaterale Amygdala essentiell für die Vermittlung von Glucocorticoid-Effekten auf das Arbeitsgedächtnis im medialen präfrontalen Cortex ist. Sowohl systemische als auch direkte mPFC-Glucocorticoid-Applikationen beeinträchtigten die Arbeitsgedächtnisleistung, während BLA-Läsionen oder beta-adrenerge Blockade diese Effekte verhinderten. Die Ergebnisse deuten auf einen noradrenergen Mechanismus hin, durch den Stresshormone das Arbeitsgedächtnis modulieren.

  • · Die basolaterale Amygdala (BLA) ist essentiell für die Vermittlung von Glucocorticoid-Effekten auf das räumliche Arbeitsgedächtnis im medialen präfrontalen Cortex (mPFC).
  • · Sowohl systemische Corticosteron-Gaben (1,0 oder 3,0 mg/kg) als auch direkte mPFC-Infusionen des Glucocorticoid-Agonisten RU 28362 (3,0 oder 10,0 ng) führten zu vergleichbaren Beeinträchtigungen der Arbeitsgedächtnisleistung bei Kontrolltieren.
  • · BLA-Läsionen blockierten die durch Corticosteron oder RU 28362 induzierten Arbeitsgedächtnisdefizite, ohne selbst das Arbeitsgedächtnis zu beeinträchtigen.
  • · Der beta-Adrenozeptor-Antagonist Propranolol (2,0 mg/kg, i.p.) verhinderte die Corticosteron-induzierten Arbeitsgedächtnisbeeinträchtigungen.
  • · Die Stress-Hormon-vermittelte Modulation des Arbeitsgedächtnisses involviert noradrenerge Aktivierung durch die basolaterale Amygdala.
Beobachtungsstudie ADHS 2004 venlafaxine

Venlafaxine in children and adolescents with attention deficit hyperactivity disorder.

Mukaddes, Nahit Motavalli; Abali, Osman · Psychiatry and clinical neurosciences

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese offene 6-Wochen-Studie untersuchte die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Venlafaxin bei 13 Kindern und Jugendlichen mit ADHS ohne komorbide Depression. Venlafaxin zeigte signifikante Verbesserungen in der Conners-Elternskala und Clinical Global Improvement mit insgesamt guter Verträglichkeit. Die Autoren schlussfolgern, dass Venlafaxin für einige Kinder und Jugendliche mit ADHS eine wirksame Behandlungsoption sein könnte.

  • · Venlafaxin reduzierte signifikant die Gesamtpunktzahl der Conners-Elternskala bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS (P < 0,002).
  • · Die Clinical Global Improvement (CGI) Schweregrad-Items zeigten signifikante Verbesserungen unter Venlafaxin-Behandlung (P < 0,05).
  • · Die mittlere Enddosis von Venlafaxin betrug 40,3 ± 7,0 mg/Tag bei einer Spanne von 18,75 bis 56,25 mg/Tag.
  • · Vorübergehende Nebenwirkungen wie Somnolenz (n=2), Bauchschmerzen (n=2) und Kopfschmerzen (n=1) verschwanden nach der zweiten Behandlungswoche.
  • · Bei drei Probanden trat Sedation nach Dosiserhöhung auf 56,5 mg/Tag auf, woraufhin die Dosis reduziert wurde.
RCT ADHS 2004 nortriptyline

Zinc sulfate as an adjunct to methylphenidate for the treatment of attention deficit hyperactivity disorder in children: A double blind and randomized trial [ISRCTN64132371]

Akhondzadeh, Shahin; Mohammadi, Mohammad-Reza; Khademi, Mojgan · BMC Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Diese randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie unter­suchte Zinksul­fat als Zusatz­therapie zu Methyl­phenidat bei ADHS-Kindern. Die Ergebnisse deuten auf mögliche Vorteile von Zink als Ergän­zungs­medi­kation hin, erfordern jedoch weitere Repli­kations­studien mit variier­ten Dosen.

  • · Zinksul­fat als Zusatz­medi­kation zu Methyl­phenidat zeigte in einer Doppel­blind­studie poten­zielle Vorteile bei der Behand­lung von ADHS bei Kindern.
  • · Die Studie deutet darauf hin, dass Zink als Ergän­zungs­medi­kament bei ADHS-Behand­lung vorteil­haft sein könnte, erfordert aber weitere Unter­suchungen.
  • · Weitere Unter­suchungen mit unter­schied­lichen Zink­dosen sind erforder­lich, um die Befunde bei Kindern mit ADHS zu repli­zieren.
Andere ADHS 2003 modafinil

Chiral Analysis of d- and l-Modafinil in Human Serum: Application to Human Pharmacokinetic Studies

Donovan, Jennifer L.; Malcolm, Robert; Markowitz, John S.; DeVane, C. Lindsay · Therapeutic Drug Monitoring

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die Studie beschreibt die Entwicklung und Validierung einer HPLC-Methode zur chiralen Analyse von d- und l-Modafinil in humanem Serum. Die Methode wurde erfolgreich auf pharmakokinetische Studien an einem Probanden angewendet, der 400 mg Modafinil zweimal täglich über 5 Tage erhielt. Es konnte eine stereoselektive Disposition nachgewiesen werden, bei der d-Modafinil schneller aus dem Serum eliminiert wird als l-Modafinil.

  • · Eine HPLC-Methode zur Trennung und Quantifizierung der einzelnen Enantiomere von Modafinil (d- und l-Modafinil) in humanem Serum wurde entwickelt und validiert.
  • · Die Methode zeigte eine interday- und intraday-Variabilität (CV) von typischerweise 3–4 % und Nachweisgrenzen von 0,01 µg/mL sowie Quantifizierungsgrenzen von 0,5 µg/mL, die weit unterhalb therapeutischer Serumkonzentrationen liegen.
  • · Die Methode war frei von Interferenzen durch Methylphenidat, Kokain, gängige Antidepressiva und Amphetamine.
  • · Pharmakologische Untersuchungen zeigten eine stereoselektive Disposition: d-Modafinil wurde aus dem humanen Serum schneller eliminiert als l-Modafinil.
  • · Modafinil ist ein neuartiges Stimulans, das von der FDA für die Behandlung von exzessiver Schläfrigkeit bei Narkolepsie zugelassen ist; weitere potenzielle Anwendungen umfassen ADHS, Depression und die Behandlung von Kokainabhängigkeit.
Beobachtungsstudie ADHS 2003 imipramine

Co-morbidity and treatment of attention deficit hyperactivity disorder in Saudi Arabia

Haidar, Farah Al · Eastern Mediterranean Health Journal

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese retrospektive Studie untersuchte Komorbiditäten und Behandlungsmerkmale von ADHS-Patienten in einer saudi-arabischen Kinderpsychiatrie-Klinik. Antidepressiva (insbesondere Imipramin) wurden häufiger als Psychostimulanzien eingesetzt und zeigten eine bessere Wirksamkeit als psychotherapeutische Interventionen. Sprachstörungen und leichte mentale Retardierung waren die häufigsten Komorbiditäten.

  • · Bei 25,5% der Patienten einer Kinderpsychiatrie-Klinik wurde ADHS diagnostiziert.
  • · Von den ADHS-Patienten hatten 28,3% eine komorbide expressive Sprachstörung und 38,7% eine komorbide leichte mentale Retardierung.
  • · Antidepressiva (primär Imipramin) wurden bei 35,9% der ADHS-Patienten verschrieben, während Psychostimulanzien (Methylphenidat) nur bei 23,6% verwendet wurden.
  • · Psychotrope Medikamente zeigten eine günstigere Wirkung als Psychotherapie in dieser Patientenpopulation.
  • · Verhaltenstherapie war die am häufigsten angebotene Psychotherapie-Form.
Andere verwandt 2003 dopamine

Dopaminergic D2 receptor activation modulates FGF‐2 gene expression in rat prefrontal cortex and hippocampus

Fumagalli, F.; Bedogni, F.; Maragnoli, M. E.; Gennarelli, M. et al. · Journal of Neuroscience Research

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Die Studie untersucht die Rolle dopaminerger Rezeptoren bei der Modulation von FGF-2-Expression in Hirnregionen, die für Kognition wichtig sind. D2-Rezeptor-Aktivierung führt zu einer selektiven Erhöhung der FGF-2-Expression im präfrontalen Kortex und Hippocampus, nicht jedoch durch D1- oder D3-Stimulation. Die Ergebnisse deuten auf FGF-2 als therapeutisches Ziel bei neurodegenerativen Erkrankungen hin.

  • · Quinpirole, ein D2-Agonist, führt zu einer Hochregulation von FGF-2-Expression im präfrontalen Kortex der Ratte, in geringerem Maße auch im Hippocampus.
  • · Die FGF-2-Modulation ist spezifisch für D2-Rezeptoren; D1- und D3-Agonisten zeigen keinen Effekt.
  • · FGF-2 wird als potenzielles Zielmodul von Medikamenten gegen neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson vorgeschlagen.
Systematic Review ADHS 2003 pemoline

Drug therapy for adults with attention-deficit hyperactivity disorder.

Wilens, Timothy E · Drugs

Zusammenfassung & 7 Kernbefunde

Dieses systematische Review von Wilens (2003) untersucht die pharmakologische Behandlung von ADHS bei Erwachsenen anhand von 42 identifizierten Studien mit insgesamt über 1600 Patienten. Stimulanzien, Norepinephrin-Wiederaufnahmehemmer und bestimmte Antidepressiva zeigten statistisch und klinisch signifikante Wirksamkeit. Langzeitdaten fehlten jedoch weitgehend, und die Studien variierten erheblich in Diagnosekriterien und Dosierungen.

  • · Ein systematisches Review identifizierte 15 Studien (n=482) zu Stimulanzien und 27 Studien (n=1179) zu Nicht-Stimulanzien für die Behandlung von ADHS bei Erwachsenen.
  • · Stimulanzien, Antidepressiva und Norepinephrin-Wiederaufnahmehemmer zeigten in kontrollierten klinischen Studien signifikante kurzfristige Verbesserungen der ADHS-Symptome im Vergleich zu Placebo.
  • · Die Wirkung von Amphetamin und Methylphenidat scheint dosisabhängig zu sein.
  • · Methylphenidat und Amphetamin hatten einen sofortigen Wirkungseintritt, während Pemolin, Antidepressiva und Norepinephrin-Wiederaufnahmehemmer einen verzögerten Wirkungseintritt zeigten.
  • · Zwei Langzeitstudien mit Methylphenidat bei Erwachsenen bestätigten die anhaltende Wirksamkeit und Verträglichkeit von Stimulanzien.
RCT ADHS 2003 desipramine

Effects of methylphenidate, desipramine, and l-dopa on attention and inhibition in children with Attention Deficit Hyperactivity Disorder

Overtoom, C.C.E.; Verbaten, Marinus N.; Kemner, Chantal; Kenemans, J. Leon et al. · Behavioural Brain Research

Zusammenfassung & 7 Kernbefunde

Die Studie untersuchte die Effekte von Methylphenidat, Desipramin und L-Dopa auf Aufmerksamkeit und Inhibition bei ADHS-Kindern mittels Stop-Task in einem doppelblinden, randomisierten Within-Subjects-Design. Desipramin zeigte selektive Verbesserungen bei der Inhibitionsleistung, während Methylphenidat primär Aufmerksamkeitsfunktionen verbesserte und L-Dopa keine Effekte aufwies. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass unterschiedliche Neurotransmittersysteme differenzielle Beiträge zu verschiedenen ADHS-Symptomen leisten.

  • · Desipramin verbesserte die Inhibitionsleistung im Stop-Task, während Methylphenidat und L-Dopa keine signifikanten Effekte auf Inhibition zeigten.
  • · Methylphenidat reduzierte Auslassungs- und Wahlfehler und führte zu schnelleren Reaktionszeiten bei Trials ohne Stop-Signal.
  • · Die Reaktionszeit zum Stop-Signal wurde unter Desipramin marginal verkürzt.
  • · L-Dopa zeigte keinerlei Effekte auf Aufmerksamkeit oder Inhibition.
  • · Desipramin führte zu erhöhten Prolaktin-Spiegeln und niedrigeren 5-HIAA-Spiegeln im Vergleich zu Placebo.
Review ADHS 2003 imipramine

Management of urinary incontinence and nocturnal enuresis in attention-deficit hyperactivity disorder.

Crimmins, C. R.; Rathbun, S.; Husmann, D. · The Journal of urology

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

RCT ADHS 2003 modafinil

Modafinil in children with attention-deficit hyperactivity disorder.

Rugino, Thomas A; Samsock, Teresa C · Pediatric neurology

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

In dieser randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie wurde Modafinil bei 22 Kindern mit ADHS über 5 bis 6 Wochen untersucht. Die Modafinil-Gruppe zeigte signifikante Verbesserungen in Aufmerksamkeitstests (TOVA) und Elternbeurteilungsskalen (Conners) im Vergleich zur Placebo-Gruppe. Nebenwirkungen waren gering und es trat keine Anorexie auf.

  • · Der TOVA-ADHS-z-Score verbesserte sich in der Modafinil-Gruppe um 2,53 Standardabweichungen, während er in der Kontrollgruppe um 1,02 abnahm (p ≤ 0,02).
  • · Die Conners Rating Scales ADHS-Gesamtpunktzahl verbesserte sich in der Modafinil-Gruppe von 76,6 auf 68,2, in der Kontrollgruppe nur von 77,7 auf 76,0 (p = 0,04).
  • · 10 von 11 Behandlungspatienten wurden als 'deutlich' gebessert bewertet, während 8 von 11 Kontrollprobanden 'keine' oder 'geringe' Verbesserung zeigten (p < 0,001).
  • · Modafinil zeigte in dieser Studie keine Anorexie als Nebenwirkung, was es als Alternative für Kinder geeignet macht, bei denen Stimulanzien wegen Appetitlosigkeit nicht einsetzbar sind.
  • · Unerwünschte Wirkungen waren insgesamt selten und gut handhabbar.
Beobachtungsstudie ADHS 2003 atomoxetine adhd adults

No evidence of linkage or association between the norepinephrine transporter (NET) gene <i>MnlI</i> polymorphism and adult ADHD

Luca, Vincenzo De; Muglia, Pierandrea; Jain, Umesh; Kennedy, James L. · American Journal of Medical Genetics Part B Neuropsychiatric Genetics

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese genetische Assoziationsstudie untersuchte 128 Familien auf Zusammenhänge zwischen dem MnlI-Polymorphismus im Norepinephrin-Transporter-Gen (NET) und Adult ADHD mittels Transmissionsungleichgewicht-Test. Es wurde keine signifikante genetische Assoziation gefunden. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass dieser spezifische NET-Polymorphismus nicht als Hauptrisikofaktor für Adult ADHD fungiert, obwohl katecholaminergische Dysfunktion insgesamt in der ADHS-Pathophysiologie eine Rolle spielt.

  • · Es wurde keine signifikante Kopplungsungleichgewicht zwischen dem MnlI-Polymorphismus im NET-Gen und Adult ADHD gefunden (χ² = 0,209, p = 0,647).
  • · Der Norepinephrin-Transporter (NET) wird als potenziell an der ADHS-Pathophysiologie beteiligt diskutiert, basierend auf der Wirksamkeit des selektiven Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmers Atomoxetin.
  • · Ein bis zwei Drittel der Kinder mit ADHS zeigen persistierende ADHS-Symptome im späten Jugendalter und Erwachsenenalter.
  • · Atomoxetin wird als wirksam zur Behandlung von ADHS-Symptomen durch noradrenerge Mechanismen beschrieben.
  • · Dysfunktionen katecholaminergischer und cholinerger Neuromodulation spielen eine Rolle in der ADHS-Symptomatologie.
Review ADHS 2003 modafinil

Non-stimulant treatment of attention-deficit/hyperactivity disorder.

Pliszka, Steven R · CNS spectrums

Zusammenfassung & 7 Kernbefunde

Dieser Review-Artikel von Pliszka (2003) gibt einen Überblick über nicht-stimulierende Behandlungsoptionen für ADHS als Zweitlinientherapie. Behandelt werden trizyklische Antidepressiva, Bupropion, Atomoxetin sowie die Alpha-2-Agonisten Clonidin und Guanfacin, inklusive klinischer Leitlinien für deren Einsatz bei komorbiden Erkrankungen.

  • · Stimulanzien sind hochwirksam bei ADHS: 75–90 % der Patienten sprechen gut an, wenn zwei verschiedene Stimulanzien (Amphetamin und Methylphenidat) eingesetzt werden.
  • · Trizyklische Antidepressiva (TCA) sind Placebo überlegen bei der Behandlung von ADHS und können abnorme Bewegungen bei Patienten mit ADHS/Tic-Störung reduzieren, gehen jedoch mit Nebenwirkungen wie Sedierung, Mundtrockenheit und Obstipation einher.
  • · Bupropion ist Placebo überlegen bei der Behandlung von ADHS und hat ein günstigeres Nebenwirkungsprofil als TCA.
  • · Atomoxetin, ein selektiver Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, wurde als wirksam bei der Behandlung von ADHS nachgewiesen und erhielt zum Zeitpunkt der Publikation einen Approvable Letter der FDA.
  • · Die Alpha-2-Agonisten Clonidin und Guanfacin wurden als Alternativmittel bei ADHS eingesetzt, wobei die kontrollierten Daten begrenzt sind.
Beobachtungsstudie verwandt 2003 adhd prefrontal cortex emotion regulation

Parenting and the development of conduct disorder and hyperactive symptoms in childhood: a prospective longitudinal study from 2 months to 8 years.

Julian, Morrell; Lynne, Murray · Journal of child psychology and psychiatry, and allied disciplines

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese prospektive Longitudinalstudie untersuchte die Entwicklung von Verhaltensstörungen und Hyperaktivitätssymptomen von 2 Monaten bis 8 Jahren. Frühe emotionale Dysregulation und verzögerte motorische Reaktionen in der A-not-B-Aufgabe (9 Monate) sagten später auftretende Störungen voraus, wobei elterliche Erziehungsmuster bei Jungen eine wichtige vermittelnde Rolle spielten. Die Ergebnisse deuten auf geschlechtsspezifische Entwicklungspfade und ein sensibles Zeitfenster für die Symptomausbildung hin.

  • · Emotionale Dysregulation in der A-not-B-Aufgabe im Alter von 9 Monaten sagte Symptome von Verhaltensstörungen im Alter von 5 und 8 Jahren voraus.
  • · Verzögerte Greifzeiten in der A-not-B-Aufgabe bei 9 Monaten waren mit hyperaktiven Symptomen im Alter von 5 Jahren assoziiert.
  • · Bei Jungen waren frühe emotionale Dysregulation mit ablehnender und erzwingender Erziehung verbunden, während verzögerte Greifzeiten mit erzwingender Erziehung assoziiert waren.
  • · Bei Mädchen konnte nur Kontinuität aus früheren Säuglingsverhaltensweisen nachgewiesen werden, ohne dass frühe Erziehungsmuster die gleiche Vorhersagekraft hatten.
  • · Für Verhaltensstörungssymptome war eine teilweise Vermittlung durch elterliches Verhalten nachweisbar, nicht jedoch für hyperaktive Symptome.
Review ADHS 2003 atomoxetine

PHARMACOLOGIC PROPERTIES OF ATOMOXETINE: A NOVEL TREATMENT FOR ATTENTION DEFICIT/HYPERACTIVITY DISORDER FOR ADHD: RESULTS OF AN INTERNATIONAL CENTRE LABEL TRIAL

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar. Paper (2003) zu pharmakologischen Eigenschaften von Atomoxetin als neue ADHS-Behandlung. Grundlegende Referenz zur Atomoxetin-Pharmakologie.

case_report verwandt 2003 bupropion sexual dysfunction noradrenergic system

Possible Sexual Dysfunction Associated With Bupropion for Smoking Cessation: A Case Report

Hay, D.; Diehl, A. · Primary Care Companion to the Journal of Clinical Psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Der Fallbericht beschreibt einen ungewöhnlichen Fall von sexueller Dysfunktion bei einem gesunden 23-jährigen Mann unter Bupropion SR zur Raucherentwöhnung, die dosisabhängig mit der Erhöhung auf 300 mg/Tag auftrat. Die Autoren vermuten eine atypische individuelle Reaktion auf Störungen des Noradrenalin-Dopamin-Gleichgewichts. Dies kontrastiert mit der bekannten Wirksamkeit von Bupropion zur Behandlung antidepressiva-induzierter sexueller Funktionsstörungen.

  • · Bei einem 23-jährigen Patienten ohne psychiatrische Vorgeschichte entwickelten sich sexuelle Dysfunktionen (verminderte Libido, Erektionsstörungen) nach Erhöhung der Bupropion-Dosis auf 300 mg/Tag (2×150 mg).
  • · Die sexuelle Dysfunktion trat zeitlich mit der Dosiserhöhung auf und verschwand nach dem Absetzen von Bupropion nach 2 Wochen.
  • · Zusätzlich zu sexueller Dysfunktion traten Kopfschwindel und Reizbarkeit auf, die mit der Dosiserhöhung einsetzten.
  • · Die Autoren vermuten einen dosisabhängigen Effekt, der eine atypische individuelle Reaktion auf Veränderungen des Noradrenalin-/Dopamin-Gleichgewichts widerspiegeln könnte.
  • · Dies ist der erste berichtete Fall von Bupropion-induzierter sexueller Dysfunktion bei Raucherentwöhnung, obwohl Bupropion normalerweise antidepressiva-induzierte sexuelle Dysfunktion behandelt.
Review ADHS 2003 modafinil

Role of executive function in ADHD.

Swanson, James M. · PubMed

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Der Artikel beleuchtet die Rolle der Exekutivfunktion bei ADHS und diskutiert die potenziellen Vorteile des Nicht-Stimulans Modafinil als Behandlungsoption. Modafinil wirkt primär über hypothalamische Mechanismen (Hypokretin/Orexin-System) und könnte Aufmerksamkeitsdefizite bei ADHS durch Verbesserung von Alerting und Orienting adressieren. Die Autoren fordern weitere kontrollierte Studien, um die Wirksamkeit von Modafinil bei ADHS zu belegen.

  • · ADHS ist eine neuropsychiatrische Störung, die durch Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität gekennzeichnet ist und üblicherweise mit Verhaltenstherapie sowie noradrenerger und dopaminerger Pharmakotherapie mit Psychostimulanzien wie Methylphenidat und Dextroamphetamin behandelt wird.
  • · Stimulanzien wirken primär über dopaminerge und noradrenerge Mechanismen, indem sie den Dopamintransporter blockieren und so die Wiederaufnahme reduzieren, was zu einer erhöhten Konzentration dieser Neurotransmitter im Synapsenspalten führt.
  • · Theoretisch könnten Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität bei ADHS auf zugrundeliegenden Defiziten in der Exekutivfunktion, Alerting und Orienting beruhen.
  • · Das Nicht-Stimulans Modafinil könnte durch Verbesserung der Aufmerksamkeitskomponenten, die mit Wachheit einhergehen, bei der Behandlung von ADHS-Symptomen nützlich sein.
  • · Obwohl Modafinil eine geringe dopaminerge Wirkung durch Blockade des Dopamintransporters zeigt, könnte der Haupteffekt von Modafinil auf neuronale Aktivität im Hypothalamus zurückzuführen sein, insbesondere auf die Peptide Hypokretin 1 und 2 (auch bekannt als Orexin A und B).
Review verwandt 2003 amygdala emotional processing

The amygdaloid complex: anatomy and physiology.

Sah, P; Faber E S, L; Lopez De Armentia, M; Power, J · Physiological reviews

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Das Paper bietet eine umfassende Übersicht über die Anatomie und Physiologie des Amygdala-Komplexes basierend auf 50 Jahren Forschung. Es wird die zentrale Rolle der Amygdala in der Verarbeitung emotional signifikanter Informationen und furchtbezogener Reaktionen dargelegt. Synapsenplastizität in der Amygdala wird als Mechanismus für die Bildung und Speicherung von Furchtgedächtnissen identifiziert.

  • · Die Amygdala weist über 10 Nukleien im mittleren Temporallappen auf, die sich cytoarchitektonisch und durch ihre Verbindungen unterscheiden lassen.
  • · Die Amygdala ist ein essenzieller Bestandteil der neuronalen Schaltkreise für furchtbedingte Reaktionen und die Verarbeitung emotional signifikanter sensorischer Informationen.
  • · Langzeitplastizität an Synapsen der Amygdala liegt der Akquisition und möglichen Speicherung von Furchtgedächtnissen zugrunde, wie Studien zur Furchtkonditionierung bei Ratten zeigen.
  • · Störungen in der Verarbeitung furchtbezogener Informationen sind wahrscheinlich der zugrunde liegende Mechanismus einiger Angststörungen beim Menschen, einschließlich posttraumatischer Belastungsstörung.
  • · Die Amygdala weist umfangreiche Verbindungen mit kortikalen und subkortikalen Regionen auf, die durch anatomische Nachverfolgungsstudien detailliert kartiert wurden.
Beobachtungsstudie ADHS 2003 nucleus accumbens working memory orbitofrontal cortex

The dual pathway model of AD/HD: an elaboration of neuro-developmental characteristics.

Sonuga-Barke, Edmund J S · Neuroscience and biobehavioral reviews

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Das Paper präsentiert ein Dual-Pathway-Modell der ADHS, das Executive Dysfunction und motivationale Störungen (Delay Aversion) als unterschiedliche neurobiologische Subtypen mit dissoziierten cortico-striatalen Schaltkreisen erklärt. Eine begleitende empirische Studie mit 40 ADHS-Patienten und 45 Kontrollen dokumentiert erhöhte funktionale Konnektivität in orbitofrontalen Regionen bei ADHS. Das Modell integriert traditionell konkurrierende neurokognitive Ansätze in einen neuro-ökologischen Rahmen.

  • · Das Paper präsentiert ein Dual-Pathway-Modell der ADHS, das Executive Dysfunction (EDF) und Delay Aversion (DEL) als komplementäre psychopathophysiologische Subtypen mit unterschiedlichen entwicklungsneurologischen Pfaden versteht.
  • · Das EDF-Modell impliciert Störungen des fronto-dorsalen Striatum und der meso-kortikalen dopaminergen Bahnen, während das DEL-Modell auf Störungen des fronto-ventralen Belohnungskreislaufs und des Nucleus accumbens fokussiert.
  • · Die empirische Studie zeigt erhöhte funktionale Konnektivität in der rechten inferioren orbitalen Frontalregion bei ADHS-Patienten im Vergleich zu Kontrollpersonen in den Slow4- und Slow5-Frequenzbändern.
  • · Es wurden keine signifikanten Korrelationen zwischen Veränderungen der funktionalen Konnektivität und klinischen Symptomscores innerhalb der ADHS-Gruppe gefunden.
  • · Die Slow3-Frequenzband-Analyse zeigte moderate diskriminative Kraft (AUC: 0,7550) zur Differenzierung zwischen ADHS-Patienten und Kontrollen.
Review ADHS 2003 noradrenergic system locus coeruleus ventral tegmental area

The locus coeruleus-noradrenergic system: modulation of behavioral state and state-dependent cognitive processes.

Berridge Craig, W; Waterhouse Barry, D · Brain research. Brain research reviews

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Umfassende Reviewarbeit zum Locus coeruleus-noradrenergen System. Beschreibt die duale Funktion des Systems in der Regulierung von Wachzuständen und der Modulation der Reizverarbeitung, mit Implikationen für Aufmerksamkeit, Lernen und kognitive Kontrolle.

  • · Das LC-NE-System reguliert auf zwei Ebenen: (1) Initiierung und Aufrechterhaltung von Wachzuständen, (2) konzentrationsabhängige Modulation der Verarbeitung salienter Reize.
  • · Noradrenalin moduliert kortikale und subkortikale Aufmerksamkeits- und Gedächtnisschaltkreise durch konzentrations- und rezeptorabhängige Effekte.
  • · Das LC-NE-System fördert die Verarbeitung relevanter und salienter Information – eine Kernanforderung für fokussierte Aufmerksamkeit.
  • · Noradrenalin ist an langfristigen synaptischen Plastizitätsveränderungen (Genexpression, synaptische Stärke) beteiligt, was auf Rolle bei Lernen und Gedächtnis hinweist.
Review ADHS 2003 venlafaxine

The Use of Antidepressants to Treat Attention Deficit Hyperactivity Disorder in Adults

Maidment, I. · Journal of Psychopharmacology

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

case_report verwandt 2003 attention executive function other

Theories of developmental dyslexia: insights from a multiple case study of dyslexic adults

Ramus, Franck · Brain

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die Studie vergleicht drei führende Theorien der Entwicklungsdyslexie anhand von 16 dyslektischen und 16 Kontrollpersonen mittels umfassender neuropsychologischer Tests. Die Ergebnisse zeigen, dass ein phonologisches Defizit das Kernsymptom bei allen Dyslektikern ist, während zusätzliche auditive, motorische oder visuelle Defizite nur bei einzelnen Probanden auftreten. Die phonologische Theorie wird deutlich gestützt, die Magnozelluläre und zerebellare Theorie hingegen weniger.

  • · Bei allen 16 untersuchten Dyslektikern wurde ein phonologisches Defizit nachgewiesen, das allein ausreichend ist, um eine Lese-Rechtschreib-Störung zu verursachen.
  • · 10 der 16 dyslektischen Probanden zeigten zusätzlich ein auditives Defizit, das das phonologische Defizit verschärft, aber nicht einfach als schnelle auditive Verarbeitungsprobleme charakterisiert werden kann.
  • · Vier dyslektische Teilnehmer wiesen motorische Defizite auf, die jedoch nicht auf zerebellare Ursprünge oder Automatisierungsdefizite zurückgeführt werden konnten.
  • · Nur zwei der 16 Dyslektiker zeigten ein visuelles Magnozelluläres Defizit, was gegen die Magnozelluläre Theorie spricht.
  • · Die phonologische Theorie der Dyslexie wird durch die Daten gestützt, während zusätzliche sensorische und motorische Störungen bei bestimmten Individuen vorhanden sein können.
RCT ADHS 2002 desipramine

A double-blind comparison of desipramine and placebo in children and adolescents with chronic tic disorder and comorbid attention-deficit/hyperactivity disorder.

Spencer, T.; Biederman, J.; Coffey, B.; Geller, D. et al. · Archives of general psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie untersuchte Desipramin bei 41 Kindern und Jugendlichen mit chronischen Tic-Störungen und komorbider ADHS über 6 Wochen. Desipramin zeigte robuste Wirksamkeit bei der Reduktion sowohl von ADHD- als auch von Tic-Symptomen mit hohen Response-Raten und guter Verträglichkeit.

  • · Desipramin reduzierte ADHD-Symptome um 42% gegenüber Placebo mit einer Response-Rate von 71% vs. 0%, mit gleichmäßiger Verbesserung bei Unaufmerksamkeits- und Hyperaktivitäts-/Impulsivitätssymptomen.
  • · Desipramin reduzierte Tic-Symptome um 30% gegenüber Placebo mit einer Response-Rate von 58% vs. 5%, mit gleichmäßiger Verbesserung bei motor- und phonischen Tics.
  • · Die durchschnittliche tägliche Desipramin-Dosis betrug 3,4 mg/kg und wurde wöchentlich bis zu einem Maximum von 3,5 mg/kg titriert.
  • · Desipramin wurde gut vertragen ohne bedeutsame unerwünschte Nebenwirkungen, mit nur kleinen aber statistisch signifikanten Unterschieden bei Herzfrequenz und Blutdruck gegenüber Placebo.
  • · Das noradrenerge trizyklische Antidepressivum Desipramin war wirksam bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit chronischen Tic-Störungen und komorbider ADHS.
Systematic Review ADHS 2002 pemoline

A review of the pharmacotherapy of adults with attention-deficit/hyperactivity disorder.

Wilens, Timothy E; Spencer, Thomas J; Biederman, Joseph · Journal of attention disorders

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieses systematische Review analysierte 15 Stimulanzien-Studien (N=435) und 22 Nicht-Stimulanzien-Studien (N=421) zur Pharmakotherapie von ADHS bei Erwachsenen. Stimulanzien (Methylphenidat, Amphetamin) sowie noradrenerge Antidepressiva zeigten unter kontrollierten Bedingungen eine signifikante Verbesserung der ADHS-Symptome. Die Studienlage war durch erhebliche Heterogenität bei Diagnosekriterien und Dosierungen gekennzeichnet.

  • · In 15 Stimulanzien-Studien (N=435) zeigten Methylphenidat und Amphetamin eine signifikante kurzfristige Verbesserung der ADHS-Symptome im Vergleich zu Placebo bei Erwachsenen.
  • · In 22 Nicht-Stimulanzien-Studien (N=421) zeigten noradrenerge Antidepressiva ebenfalls eine klinisch und statistisch signifikante Wirkung bei der Behandlung von ADHS bei Erwachsenen.
  • · Methylphenidat und Amphetamin hatten einen unmittelbaren Wirkungseintritt, während das Ansprechen auf Pemolin und Antidepressiva verzögert erschien.
  • · Das Ansprechen auf Amphetamin und Methylphenidat scheint dosisabhängig zu sein.
  • · Kontrollierte Daten zu nikotinergen und noradrenergen Substanzen erschienen vielversprechend für die ADHS-Behandlung bei Erwachsenen.
Review ADHS 2002 adhd prefrontal cortex basal ganglia

Anatomic magnetic resonance imaging studies of attention-deficit/hyperactivity disorder

Castellanos, F. Xavier · Dialogues in Clinical Neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Review struktureller MRT-Studien bei ADHS. Globale Gehirnvolumenreduktion von 3–4%, kleinere Kleinhirnhemisphären, Nucleus caudatus und frontale Regionen bei ADHS-Kindern. Viele Veränderungen bessern sich mit Alter/Behandlung.

  • · Kinder mit ADHS zeigen eine global signifikante 3–4% kleinere Gehirnvolumen; besonders auffällig sind kleinere Kleinhirnhemisphären auch nach Korrektur für globale Unterschiede.
  • · Kleinere Nucleus caudatus-Volumen bei jüngeren ADHS-Kindern, die mit dem Alter zunehmen; frontale Volumenreduktionen sind konsistent dokumentiert.
  • · Strukturelle Hirnveränderungen bei ADHS umfassen fronto-striatale Regionen und das Kleinhirn; viele Veränderungen normalisieren sich im Erwachsenenalter.
Beobachtungsstudie ADHS 2002 noradrenergic system

Atomoxetine Increases Extracellular Levels of Norepinephrine and Dopamine in Prefrontal Cortex of Rat A Potential Mechanism for Efficacy in Attention Deficit/Hyperactivity Disorder

Bymaster, Frank P. · Neuropsychopharmacology

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Präklinische Studie (Ratte) zum Wirkmechanismus von Atomoxetin. Belegt hohe NE-Transporterselektivität und zeigt, dass Atomoxetin NE und DA im PFC erhöht, nicht aber im Striatum/NAc. Dies erklärt sowohl den therapeutischen Nutzen (NE/DA-Erhöhung in kognitiv relevanten Regionen) als auch das geringe Missbrauchspotenzial.

  • · Atomoxetin ist ein hochselektiver Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (NE-Transporter Ki=5 nM) mit 15-fach geringerer Affinität zum Serotonintransporter und 290-fach geringerer zum Dopamintransporter.
  • · Atomoxetin erhöht extrazelluläres Noradrenalin im präfrontalen Kortex um das 3-Fache, ohne den Serotoninspiegel zu verändern.
  • · Atomoxetin erhöht extrazelluläres Dopamin im PFC um das 3-Fache, nicht jedoch im Striatum oder Nucleus accumbens – was das fehlende Missbrauchspotenzial erklärt.
  • · Die selektive DA-Erhöhung im PFC (nicht im Striatum/NAc) durch Atomoxetin unterscheidet es mechanistisch von Stimulanzien wie MPH.
Review ADHS 2002 venlafaxine

Attention deficit disorder in adults.

Pary, Raymond; Lewis, Susan; Matuschka, Paul R; Rudzinskiy, Peter et al. · Annals of clinical psychiatry : official journal of the American Academy of Clinical Psychiatrists

Zusammenfassung & 7 Kernbefunde

Diese Übersichtsarbeit beleuchtet ADHS bei Erwachsenen hinsichtlich Diagnose, neurobiologischer Grundlagen und Behandlungsoptionen. Pharmakotherapie mit Stimulanzien (Methylphenidat, Dextroamphetamin) sowie Alternativmedikamenten (Bupropion, Venlafaxin, Modafinil, trizyklische Antidepressiva, Guanfacin) bleibt die zentrale Behandlungsform. Ergänzend wird Psychotherapie zur Verbesserung von Impulsivität, sozialen Fähigkeiten und Alltagskompetenzen empfohlen.

  • · ADHS, früher als reine Kindheitsstörung betrachtet, wird heute als eine Erkrankung anerkannt, die bei vielen Betroffenen bis ins Erwachsenenalter persistiert.
  • · Die Diagnosekriterien erfordern, dass Symptome vor dem 7. Lebensjahr beginnen und sich primär durch Unaufmerksamkeit, Ablenkbarkeit und Impulsivität charakterisieren.
  • · Der genaue Mechanismus der ADHS ist unbekannt, jedoch wurden verschiedene neurochemische und strukturelle Auffälligkeiten beobachtet.
  • · Stimulanzien wie Dextroamphetamin und Methylphenidat sind die primären Medikamente in der Behandlung; sie sind in Kurz- und Langzeitformulierungen verfügbar.
  • · Bupropion stellt eine weitere wichtige medikamentöse Option dar; darüber hinaus werden Modafinil, Venlafaxin, trizyklische Antidepressiva und Guanfacin als alternative Medikamente beschrieben.
Andere ADHS 2002 bupropion

Bupropion Treatment for Cocaine Abuse and Adult Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder

Levin, Frances R.; Evans, Suzette M.; McDowell, David M.; Brooks, Daniel J. et al. · Journal of Addictive Diseases

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese einfach-blinde Pilotstudie untersuchte Bupropion (BPR) als Behandlung für 11 Erwachsene mit komorbider Kokainabhängigkeit und ADHS über 12 Wochen. Bupropion reduzierte sowohl ADHS-Symptome als auch den Kokainkonsum signifikant. Die Ergebnisse waren mit einer früheren Vergleichsstudie zu retardiertem Methylphenidat vergleichbar, wobei ein direkt vergleichendes doppelt-blindes RCT als notwendig erachtet wird.

  • · Bupropion (BPR) in aufgeteilten Tagesdosen über 12 Wochen führte bei Erwachsenen mit ADHS und gleichzeitiger Kokainabhängigkeit zu signifikanten Reduktionen von Aufmerksamkeitsproblemen, Hyperaktivität und Impulsivität.
  • · Unter Bupropion-Behandlung nahmen selbstberichteter Kokainkonsum, Kokain-Craving und kokainpositive Toxikologien signifikant ab.
  • · Die mit Bupropion beobachteten Verbesserungen waren vergleichbar mit denen aus einer früheren Studie mit retardiertem Methylphenidat (MPH) bei einer ähnlichen Patientengruppe (ADHS + Kokainabhängigkeit) und unterschieden sich statistisch nicht signifikant.
  • · Die Behandlungs-Compliance und Retention in der 12-wöchigen Bupropion-Studie waren gut.
  • · Alle Patienten erhielten begleitend eine wöchentliche standardisierte Rückfallpräventionstherapie; die pharmakologische Behandlung wurde kombinatorisch eingesetzt.
Andere ADHS 2002 desipramine

Effects of Norepinephrine and Serotonin Transporter Inhibitors on Hyperactivity Induced by Neonatal 6-Hydroxydopamine Lesioning in Rats

Davids, Eugen; Zhang, Kehong; Kula, Nora S.; Tarazi, Frank I. et al. · Journal of Pharmacology and Experimental Therapeutics

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese präklinische Studie untersuchte die zugrunde liegenden Mechanismen von Stimulanzien bei ADHS mittels neonataler 6-OHDA-Läsionen in Ratten. Während selektive Dopamin-Transporter-Inhibitoren Hyperaktivität nicht reduzierten, zeigten Noradrenalin- und Serotonin-Transporter-Antagonisten (einschließlich Desipramin) starke anti-hyperaktive Effekte. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass noradrenerge und serotoninerge Mechanismen wichtig für die therapeutischen Effekte bei ADHS sein könnten.

  • · D-Methylphenidat stimulierte motorische Aktivität bei Kontrollratten und antagonisierte gleichzeitig Hyperaktivität bei 6-OHDA-geschädigten Ratten, konsistent mit klinischen ADHS-Effekten.
  • · Selektive Dopamin-Transporter-Inhibitoren (GBR-12909, Amfenetinsäure) stimulierten motorische Aktivität in Kontrollen, reduzierten aber nicht die Hyperaktivität in läsionierten Ratten.
  • · Alle getesteten selektiven Serotonin- und Noradrenalin-Transporter-Antagonisten (einschließlich Desipramin und Nisoxetin) reduzierten signifikant Hyperaktivität in 6-OHDA-geschädigten Ratten, ohne Effekt auf Kontrollen.
  • · Die Verhaltenseffekte von Stimulanzien bei neonatalen 6-OHDA-Läsionen werden möglicherweise durch Noradrenalin- oder Serotonin-Freisetzung vermittelt, nicht primär durch Dopamin.
  • · Desipramin wurde präventiv (25 mg/kg) vor 6-OHDA-Läsion eingesetzt, um noradrenerge Neuronen zu schützen.
Review ADHS 2002 tricyclic antidepressants

Non-stimulant treatment for Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder

Spencer, Thomas; Biederman, Joseph · Journal of Attention Disorders

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Das Paper ist eine Übersichtsarbeit zu nicht-stimulierenden Behandlungen von ADHS, die verschiedene Wirkstoffklassen mit noradrenerger/dopaminerger Aktivität analysiert. Trizyklische Antidepressiva, Atomoxetin und Bupropion besitzen eine starke Evidenzbasis, während Alpha-2-Agonisten und cholinergische Wirkstoffe weniger erforscht sind. Der Artikel plädiert für weitere Forschung zu alternativen pharmakologischen ADHS-Behandlungen.

  • · Trizyklische Antidepressiva zeigen dokumentierte Wirksamkeit bei ADHS in über 1.000 Studienteilnehmern.
  • · Atomoxetin, ein spezifischer Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, wurde in einer Datenbank mit über 2.000 Personen auf Wirksamkeit bei ADHS untersucht.
  • · Das atypische Antidepressivum Bupropion zeigt in kontrollierten klinischen Studien Wirksamkeit bei der ADHS-Behandlung.
  • · Alpha-2-Noradrenalin-Agonisten werden trotz breiter Verwendung von einer nur begrenzt wissenschaftlichen Evidenzbasis für ADHS unterstützt.
  • · Anticholinesterase-Inhibitoren (Tacrin, Donepezil) und neuartige Nikotin-Analoga (ABT-418) zeigen vorläufige Hinweise auf potenzielle Vorteile bei ADHS.
Review ADHS 2002 adhd dopaminergic pathways noradrenergic system

Novel treatments for attention-deficit/hyperactivity disorder in children.

Spencer, Thomas; Biederman, Joseph; Wilens, Timothy E.; Faraone, Stephen V. · PubMed

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Übersichtsarbeit zu pharmakologischen ADHS-Behandlungsoptionen bei Kindern. Vergleicht Stimulanzien, TCAs, MAO-Hemmer, SSRIs und neue Wirkstoffe nach Wirksamkeit und Sicherheit. Betont die DA/NE-Dysregulation als neurobiologische Grundlage.

  • · Stimulanzien haben die stärkste Evidenzbasis für ADHS-Behandlung bei Kindern, wirken jedoch nur 4–12 Stunden und können Stimmungsschwankungen oder Tic-Verschlechterung verursachen.
  • · Trizyklische Antidepressiva haben vergleichbare Wirksamkeit wie Stimulanzien bei ADHS, aber potenziell schwerwiegende kardiale Nebenwirkungen.
  • · Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) haben wenig oder keine Wirkung auf ADHS-Kernsymptome, können aber komorbide Depression verbessern.
  • · Aktuelle ADHS-Medikamente wirken auf das dopaminerge und/oder noradrenerge System, das als zentral für ADHS-Pathophysiologie gilt.
Review ADHS 2002 pemoline

Practice parameter for the use of stimulant medications in the treatment of children, adolescents, and adults.

Greenhill, Laurence L; Pliszka, Steven; Dulcan, Mina K; Bernet, William et al. · Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Dieses Practice Parameter beschreibt die Behandlung mit Stimulantienmedikamenten basierend auf evidenzbasierter Medizin. Es werden die in der klinischen Praxis verwendeten Stimulanzien (Methylphenidat, Dextroamphetamin, Amphetaminsalzmischungen und Pemolin) vorgestellt und deren FDA-Indikationen für ADHS und Narkolepsie dargelegt. Das Paper dient als klinische Richtlinie für die Anwendung dieser Medikamente.

  • · Stimulantienmedikamente in klinischer Anwendung umfassen Methylphenidat, Dextroamphetamin, Amphetaminsalzmischungen und Pemolin.
  • · Stimulantienmedikamente haben FDA-Indikationen für die Behandlung von ADHS und Narkolepsie.
  • · Das Paper basiert auf einem evidenzbasierten Medizinansatz, der aus einer detaillierten Literaturübersicht und Expertenkonsultation abgeleitet wurde.
Review verwandt 2002 dopaminergic pathways

Psychomotor Stimulant Addiction: A Neural Systems Perspective

Everitt, Barry J.; Wolf, Marina E. · Journal of Neuroscience

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Übersichtsarbeit (2002) zu neuralen Systemen der Stimulanzien-Sucht. Mesokortikales Dopaminsystem und NAcc als Schlüsselstrukturen. Relevanz für Verständnis der Suchtentwicklung bei Stimulanzienbehandlung.

  • · Verstärkende Effekte von Psychostimulanzien (Kokain, Amphetamin) hängen vom mesokortikalen dopaminergen System und dem Nucleus accumbens ab.
  • · NAcc-Shell-Region ist besonders wichtig für initiale Drogenverstärkung; NAcc-Kern für habituellen Drogengebrauch.
Review ADHS 2002 nortriptyline

Psychopharmacology of ADHD in adolescents.

Greydanus, Donald E; Sloane, Mark A; Rappley, Marsha D · Adolescent medicine (Philadelphia, Pa.)

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Das Paper bietet einen Überblick über psychopharmakologische Prinzipien und eine Übersicht der gut dokumentierten Medikationen zur Behandlung von ADHS bei Adoleszenten. Die Autoren behandeln Stimulanzien, trizyklische Antidepressiva, Alpha-2-Agonisten und Bupropion als wirksame Optionen. Psychopharmakologie wird als integraler Bestandteil des ADHS-Managements bei Adoleszenten hervorgehoben.

  • · Stimulanzien (Methylphenidat, Amphetamine und Pemolin) sind gut dokumentiert wirksam zur Verbesserung der ADHS-Symptomatologie bei Adoleszenten.
  • · Trizyklische Antidepressiva (Imipramin, Desipramin und Nortriptylin) werden als wirksame Medikationen zur Behandlung von ADHS dokumentiert.
  • · Alpha-2-Agonisten (Clonidin und Guanfacin) sind etablierte Medikationen mit dokumentierter Wirksamkeit bei ADHS.
  • · Bupropion ist eine wirksame Medikation zur Amelioration der ADHS-Symptomatologie.
  • · Psychopharmakologie ist ein nützliches Werkzeug als Teil des Gesamtmanagements von ADHS bei Adoleszenten.
Beobachtungsstudie ADHS 2002 adhd emotion regulation attention

YOUNG ADULTS WITH ATTENTION DEFICIT HYPERACTIVITY DISORDER: SUBTYPE DIFFERENCES IN COMORBIDITY, EDUCATIONAL, AND CLINICAL HISTORY

Murphy, Kevin R.; Barkley, Russell A.; Bush, Tracie · The Journal of Nervous and Mental Disease

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die Studie vergleicht 60 Erwachsene mit ADHS-Combined Type und 36 mit ADHS-Inattentiv Type (sowie 64 Kontrollpersonen im Alter 17–27 Jahren) bezüglich Komorbiditäten, Bildungs- und Behandlungsgeschichte. Beide ADHS-Gruppen zeigten signifikant schlechtere Schulabschlussquoten und höhere Raten psychiatrischer Komorbiditäten als Kontrollen. Der Combined Type unterschied sich vom Inattentiven Typ durch höhere Raten antisozialen Verhaltens, Suizidversuche und Verhaftungen.

  • · Erwachsene mit ADHS-Combined Type zeigen signifikant häufiger oppositionelle Verhaltensstörungen, interpersonale Feindseligkeit und Paranoia im Vergleich zum Inattentiven Typ.
  • · Beide ADHS-Subtypen (Combined und Inattentiv) hatten signifikant weniger Schulbildung und waren weniger wahrscheinlich college-absolventen als Kontrollgruppe.
  • · ADHS-Combined Type Erwachsene zeigten erhöhte Raten von Suizidversuchen und Verhaftungen im Vergleich zu ADHS-Inattentiv Typ.
  • · Beide ADHS-Gruppen präsentierten mit erhöhter Wahrscheinlichkeit für Dysthymie, Alkoholabhängigkeit und Cannabisabhängigkeit im Vergleich zu Kontrollen.
  • · Die erhöhte Impulsivität des ADHS-Combined Subtyps könnte zu stärkerem antisozialen Verhalten bei Erwachsenen predisponieren als der inattentive Subtyp.
Beobachtungsstudie ADHS 2001 adhd combined

A comparison of the neuropsychological profiles of the DSM-IV subtypes of ADHD.

Chhabildas, N; Pennington, B F; Willcutt, E G · Journal of abnormal child psychology

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Das Paper vergleicht neuropsychologische Profile der DSM-IV ADHD-Subtypen (Inattentiv, Hyperaktiv-Impulsiv, Combined) und identifiziert drei neuroimaging-basierte Subtypen anhand kortikaler Dickenmuster. Die Befunde zeigen, dass Inattentionssymptome, nicht Hyperaktivität/Impulsivität, mit neuropsychologischen Beeinträchtigungen assoziiert sind und dass ADHD-IA und ADHD-C ähnliche kognitive Defizite aufweisen.

  • · Inattentionssymptome sagten die neuropsychologische Leistung bei allen abhängigen Maßen voraus, während Hyperaktivitäts-/Impulsivitätssymptome nach Kontrolle für Inattention keine signifikanten Beeinträchtigungen zeigten.
  • · Kinder mit ADHD-IA und ADHD-C zeigten ähnliche neuropsychologische Beeinträchtigungsmuster und unterschieden sich nicht signifikant in ihren kognitiven Profilen.
  • · Drei neuroimaging-basierte ADHD-Subtypen wurden identifiziert: ein unterentwickelter Subtyp (reduzierte kortikale Dicke im hinteren Bereich), ein überentwickelter Subtyp (erhöhte kortikale Dicke posterior) und ein gemischter Subtyp (heterogenes Muster).
  • · Der unterentwickelte neuroimaging-Subtyp zeigte signifikant niedrigeres Familieneinkommen, niedrigere elterliche Bildung und früheres Alter der Mutter bei Geburt im Vergleich zu anderen Subtypen.
  • · Die SmileGAN-basierten ADHD-Subtypen zeigten moderate Konsistenz über unabhängige Stichproben hinweg (r = 0,58 zwischen ABCD und ADHD-200 Datensätzen).
Review ADHS 2001 tricyclic antidepressants

Adults with ADHD

Wender, Paul H.; Wolf, Lorraine E.; Wasserstein, Jeanette · Annals of the New York Academy of Sciences

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieser Review-Artikel von Wender et al. beschreibt ADHS im Erwachsenenalter als genetisch übertragene neurologische Störung mit dopaminerger Dysfunktion, bei der 1–2 Drittel der betroffenen Kinder Symptome ins Erwachsenenalter beibehalten. Stimulanzien zeigen höchste Effektivität (60% moderate bis ausgeprägte Verbesserungen vs. 10% Placebo), während Tricycla und SSRIs ohne Komorbiditäten ineffektiv sind. Eine multimodale Behandlung aus Psychoeducation, Therapie und Medikation wird empfohlen.

  • · ADHS ist ein genetisch übertragener neurologischer Störung mit Beginn in der Kindheit, wahrscheinlich vermittelt durch verminderte dopaminerge Hirnfunktion.
  • · Von 3–10% der Kinder mit ADHS-Diagnose setzen sich bei 1–2 Dritteln (1–6% der Allgemeinbevölkerung) appreciable ADHS-Symptome ins Erwachsenenalter fort.
  • · Etwa 60% der Patienten, die Stimulanzien erhielten, zeigten moderate bis ausgeprägte Verbesserungen, im Vergleich zu 10% unter Placebo.
  • · Dopamin-Agonisten-Stimulanzien sind am wirksamsten bei der Behandlung von ADHS im Erwachsenenalter.
  • · Tricyclische Antidepressiva und SSRIs waren im Allgemeinen nicht wirksam bei Erwachsenen mit ADHS ohne komorbide Depression oder Dysthymie.
Review ADHS 2001 tricyclic antidepressants

Adults with ADHD. An overview.

Wender, Paul H.; Wolf, Lorraine E.; Wasserstein, Jeanette · PubMed

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Das Paper bietet einen Überblick über ADHS im Erwachsenenalter und beschreibt die Persistenz von Symptomen, Prävalenz und Diagnostik. Stimulanzien-Medikationen (Dopamin-Agonisten) werden als primär wirksam dargestellt, während trizyklische Antidepressiva ohne komorbide Depression ineffektiv sind. Eine multimodale Behandlung mit Psychotherapie und Medikation wird empfohlen.

  • · ADHS ist eine genetisch vererbte neurologische Störung, wahrscheinlich vermittelt durch verminderte dopaminerge Hirnfunktion, mit Beginn in der Kindheit und Persistenz ins Erwachsenenalter bei 1–6 % der Bevölkerung.
  • · Etwa 60 % der Patienten unter Stimulanzien-Medikation zeigten moderate bis ausgeprägte Verbesserung, im Vergleich zu 10 % unter Placebo.
  • · Dopamin-Agonisten-Stimulanzien sind die wirksamsten Medikamente zur Behandlung von ADHS bei Erwachsenen.
  • · Trizyklische Antidepressiva und SSRIs sind bei Erwachsenen mit ADHS ohne begleitende Depression oder Dysthymie generell nicht wirksam.
  • · Die Wender-Utah-Diagnosekriterien ermöglichen eine retroaktive Diagnose der Kindheits-ADHS und Etablierung der aktuellen Erwachsenen-Diagnose.
RCT ADHS 2001 bupropion

Bupropion SR vs. methylphenidate vs. placebo for attention deficit hyperactivity disorder in adults.

Kuperman, S.; Perry, Paul J.; Gaffney, Gary; Lund, Brian C. et al. · Annals of Clinical Psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Parallelgruppenstudie verglich Bupropion SR, Methylphenidat und Placebo bei 30 Erwachsenen mit DSM-IV-ADHS über 7 Wochen. Bupropion SR zeigte eine Ansprechrate von 64 %, Methylphenidat von 50 % und Placebo von 27 %, wobei der Unterschied statistisch nicht signifikant war (p = 0,14). Neuropsychologische Tests deuteten auf Trends zugunsten der Pharmakotherapie bei Gedächtnis- und Sprachflüssigkeitsmaßen hin.

  • · In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie mit 30 ADHS-Erwachsenen betrugen die Ansprechraten (CGI-Verbesserung) für Bupropion SR 64 %, für Methylphenidat 50 % und für Placebo 27 %.
  • · Der Unterschied in den Ansprechraten zwischen aktiver Behandlung und Placebo war statistisch nicht signifikant (p = 0,14), was möglicherweise auf die kleine Stichprobengröße (n = 30) zurückzuführen ist.
  • · Methylphenidat wurde auf eine maximale Dosis von 0,9 mg/kg/Tag in 3 Einzeldosen titriert; Bupropion SR wurde auf maximal 200 mg morgens und 100 mg abends titriert.
  • · Neuropsychologische Tests zeigten Trends zugunsten der medikamentösen Behandlung bei Maßen für unmittelbares Gedächtnis (Immediate Recall) und verbale Flüssigkeit.
  • · Bupropion SR wird als potenziell klinisch viables Behandlungsalternative für Erwachsene mit ADHS eingestuft, obwohl weitere Untersuchungen als notwendig erachtet werden.
Beobachtungsstudie ADHS 2001 adhd combined conduct disorder academic performance

Comorbidity among individuals classified with attention disorders.

Decker, S L; McIntosh, D E; Kelly, A M; Nicholls, S K et al. · The International journal of neuroscience

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Die Studie untersuchte die Komorbiditätsmuster bei 287 Personen mit ADHS und 290 Vergleichspersonen, mit Fokus auf Unterschiede zwischen ADHS-Subtypen. Ergebnisse zeigen signifikante Überschneidungen zwischen ADHS und Lernstörungen sowie Störungen des Sozialverhaltens, wobei letztere besonders mit dem hyperaktiv-impulsiven Subtyp assoziiert waren. Längsschnittanalysen dokumentierten unterschiedliche Entwicklungstrends für akademische Leistung, depressive Symptome und soziale Ablehnung.

  • · Bei 287 Personen mit primärer ADHS-Diagnose zeigten sich signifikante Überschneidungen mit Lernstörungen und Störungen des Sozialverhaltens, nicht aber mit affektiven Störungen.
  • · Störungen des Sozialverhaltens waren stärker mit dem hyperaktiv-impulsiven ADHS-Subtyp assoziiert als mit dem unaufmerksamen Subtyp.
  • · Jungen zeigten signifikant höhere Werte in Reizbarkeit, Ungehorsam, Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität-Impulsivität, physischer Viktimisierung und Peer-Ablehnung als Mädchen.
  • · Akademische Leistung verbesserte sich über die Zeit leicht (Slope = 0,07), mit signifikanter Variabilität zwischen Individuen in Ausgangswerten und Veränderungsrate.
  • · Depressive Symptome zeigten Stabilität über Zeit hinweg, während Peer-Ablehnung signifikant anstieg.
RCT ADHS 2001 guanfacine

Comparing Guanfacine and Dextroamphetamine for the Treatment of Adult Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder

Taylor, Fletcher B.; Russo, Joan · Journal of Clinical Psychopharmacology

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese doppelblinde, placebokontrollierte Crossover-Studie verglich Guanfacin (alpha-2a-Agonist) mit Dextroamphetamin bei 17 erwachsenen ADHS-Patienten. Beide Substanzen reduzierten ADHS-Symptome signifikant; Guanfacin zeigte spezifische Vorteile in exekutiven Funktionen (Color-Word-Stroop). Die Studie deutet auf Guanfacin als gut verträgliche Alternative für Erwachsene mit ADHS hin.

  • · Guanfacine und Dextroamphetamin reduzierten beide signifikant ADHS-Symptome bei Erwachsenen gegenüber Placebo (p < 0,05) auf der DSM-IV Adult Behavior Checklist.
  • · Guanfacin zeigte signifikante Verbesserungen bei der Color-Word-Komponente des Stroop-Tests (p < 0,01), während Dextroamphetamin dies nicht tat.
  • · Beide Substanzen verbesserten signifikant die Stroop Color-Subscale (p < 0,05).
  • · Die durchschnittliche Guanfacin-Dosis betrug 1,10 mg (SD = 0,60), titriert bis zur optimalen Dosis.
  • · Fatigue war die häufigste Nebenwirkung von Guanfacin; kein Studienteilnehmer brach die Behandlung ab.
Andere ADHS 2001 pemoline

Emergence of tics in children with attention deficit hyperactivity disorder treated with stimulant medications

Varley, Christopher K.; Vincent, Jennifer; Varley, Patti; Calderon, Rose · Comprehensive Psychiatry

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Andere ADHS 2001 clonidine

Linkage study of the α2A adrenergic receptor in attention-deficit hyperactivity disorder families

Xu, Chun; Schachar, Russell; Tannock, Rosemary; Roberts, Wendy et al. · American Journal of Medical Genetics

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Kopplungsstudie untersuchte, ob das Gen für den alpha2A-adrenergen Rezeptor (ADRA2A) mit ADHS assoziiert ist. In einer Stichprobe von 94 Kernfamilien mit ADHS-Probanden wurde mittels Transmission Disequilibrium Test kein Kopplungsnachweis gefunden. Obwohl pharmakologische Belege (z.B. Wirksamkeit von Clonidin) auf eine Rolle des adrenergen Systems bei ADHS hindeuten, liefert diese genetische Studie keine Unterstützung für ADRA2A als Suszeptibilitätsgen.

  • · In einer Stichprobe von 94 Kernfamilien mit ADHS-Probanden wurde kein Kopplungsnachweis für das ADRA2A-Gen (alpha2A-adrenerger Rezeptor) mit ADHS gefunden – geprüft mittels Transmission Disequilibrium Test.
  • · Die Wirksamkeit von Clonidin – einem alpha2A-Agonisten, der die Noradrenalinfreisetzung in den Synaptspalt hemmt – bei der Reduktion störenden Verhaltens bei einigen Kindern mit ADHS deutet auf eine kausale Rolle des adrenergen Systems hin.
  • · In Tierstudien verbesserten alpha2A-Rezeptoragonisten die Leistung bei Arbeitsgedächtnisaufgaben unter ablenkenden Bedingungen, was auf eine Funktion dieser Rezeptoren bei der Regulierung von Aufmerksamkeit hinweist.
  • · Eine Veränderung der Expression oder Funktion des adrenergen Systems wird auf Basis von Tiermodellen, pharmakologischen Interventionen und neuronalen Schaltkreisen der Aufmerksamkeitsprozesse als an ADHS beteiligt vermutet.
  • · Ein Polymorphismus in der Promotorregion des ADRA2A-Gens wurde in 94 Kernfamilien mit ADHS-Proband untersucht; dieser zeigte keine signifikante Assoziation mit ADHS.
Beobachtungsstudie ADHS 2001 nucleus accumbens dopamine transporter

Therapeutic Doses of Oral Methylphenidate Significantly Increase Extracellular Dopamine in the Human Brain

Volkow, Nora D.; Wang, Gene‐Jack; Fowler, Joanna S.; Logan, Jean et al. · Journal of Neuroscience

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die Studie demonstriert mittels PET-Imaging und D2-Rezeptor-Radioligand-Bindung, dass therapeutische Dosen von oral verabreichtem Methylphenidat die extrazellulare Dopaminkonzentration im menschlichen Gehirn deutlich erhöhen. Diese Erhöhung wird durch die Blockade von Dopamintransportern erreicht und verstärkt spontan freigesetzte Dopaminsignale. Die Ergebnisse liefern einen neurobiologischen Mechanismus für die therapeutische Wirksamkeit von Methylphenidat bei ADHS.

  • · Therapeutische Dosen von Methylphenidat erhöhen die extrazellulare Dopaminkonzentration im menschlichen Gehirn signifikant, nachgewiesen durch eine Reduktion der D2-Rezeptorverfügbarkeit im Striatum um 20 ± 12 %.
  • · Methylphenidat blockiert den Dopamintransporter, wodurch spontan freigesetzes Dopamin verstärkt wird und die Signal-zu-Rausch-Ratio in Zielneuronen erhöht wird.
  • · Die beobachtete Dopaminerhöhung durch Methylphenidat könnte die Aufmerksamkeit verbessern und Ablenkbarkeit verringern, indem aufgabenspezifische Signalisierung verstärkt wird.
  • · Erhöhte Dopamintransporter bei ADHS-Patienten führen zu reduzierten extrazellularen Dopaminspiegeln und bieten einen mechanistischen Erklärungsrahmen für die therapeutische Wirksamkeit von Methylphenidat.
  • · Die verwendete Dosis betrug durchschnittlich 0,8 ± 0,11 mg/kg, was im therapeutischen Bereich liegt.
RCT ADHS 2000 nortriptyline

A controlled study of nortriptyline in children and adolescents with attention deficit hyperactivity disorder.

Prince, J B; Wilens, T E; Biederman, J; Spencer, T J et al. · Journal of child and adolescent psychopharmacology

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese kontrollierte Studie demonstriert die Wirksamkeit von Nortriptylin bei der Behandlung von ADHS-Symptomen und oppositionellem Verhalten bei Kindern und Jugendlichen. Mit einer durchschnittlichen Dosis von 80 mg/Tag zeigte sich eine signifikante Verbesserung bei guter Verträglichkeit und ohne schwerwiegende Nebenwirkungen. Die Ergebnisse legen nahe, dass Nortriptylin eine vielversprechende Behandlungsoption für pädiatrische ADHS darstellt.

  • · Nortriptylin führte nach 6 Wochen zu einer signifikanten Reduktion von ADHS-Symptomen (p < 0.001) und oppositionellem Verhalten (p < 0.001) bei Kindern und Jugendlichen.
  • · In der kontrollierten Diskontinuierungsphase zeigte die Nortriptylin-Gruppe signifikant niedrigere DSM-IV ADHS-Symptomwerte als die Placebo-Gruppe (31 vs. 21; p < 0.04).
  • · Die mittlere Nortriptylin-Dosis betrug 80 mg (1,8 mg/kg/Tag) mit einem Serumspiegel von 81 ng/ml und wurde gut toleriert.
  • · Es wurden keine signifikanten unerwünschten Ereignisse beobachtet; Gewichtszunahme trat während der Studie auf.
  • · Keine klinisch oder kardiovaskulär relevanten Nebenwirkungen wurden bei robuster Dosierung von Nortriptylin dokumentiert.
RCT ADHS 2000 clonidine

A Pilot Study of Methyiphenidate, Clonidine, or the Combination in ADHD Comorbid with Aggressive Oppositional Defiant or Conduct Disorder

Connor, Daniel F.; Barkley, Russell A.; Davis, Heather T. · Clinical Pediatrics

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Diese randomisierte, verblindete Pilotstudie verglich Methylphenidat, Clonidin und deren Kombination bei 24 Kindern mit ADHS und komorbider aggressiver oppositional defiant oder conduct disorder über 3 Monate. Alle drei Behandlungen führten zu signifikanten Verbesserungen bei Aufmerksamkeit, Impulsivität und Verhaltenssymptomen, wobei nur Clonidin-Monotherapie eine signifikant verminderte Feinmotorik verursachte.

  • · Alle drei Behandlungsgruppen (Methylphenidat, Clonidin, Kombination) zeigten signifikante Verbesserungen bei Aufmerksamkeitsdefiziten, Impulsivität und oppositionellem sowie Conduct-Disorder-Verhalten.
  • · Clonidin-Monotherapie führte zu einer signifikant verminderten Feinmotorik-Geschwindigkeit, während dies bei den anderen Gruppen nicht beobachtet wurde.
  • · Zwischen den drei Behandlungsgruppen wurden nur bei wenigen Maßstäben signifikante Unterschiede gefunden, was auf vergleichbare Wirksamkeit hinweist.
  • · Clonidin allein oder in Kombination mit Methylphenidat zeigt Sicherheit und Wirksamkeit bei der Behandlung von ADHS mit komorbider aggressiver oppositional defiant disorder oder conduct disorder.
Review ADHS 2000 dopaminergic pathways

Attention deficit/hyperactivity disorder (ADHD) in children: rationale for its integrative management.

Kidd, Parris M. · PubMed

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Das Paper bietet einen Überblick über ADHS als häufigste Verhaltensstörung im Kindesalter mit multifaktorieller Ätiologie (genetisch und umweltbedingt). Es beschreibt die Rolle dopaminerger Pathways bei ADHS und kritisiert die breite Verwendung von Methylphenidat. Das Paper plädiert für ein integratives Managementkonzept mit Supplementation, Ernährungsmodifikation und Entgiftung.

  • · ADHS ist die häufigste Verhaltensstörung im Kindesalter und wird durch Aufmerksamkeitsdefizit, Impulsivität und teilweise Hyperaktivität charakterisiert.
  • · Abnormitäten in der frontostriatalen Hirnschaltung und mögliche Hypofunktion dopaminerger Pathways sind bei ADHS evident und konsistent mit der Wirksamkeit von Methylphenidat.
  • · Genetik spielt eine Rolle in der ADHS-Ätiologie, aber Umweltfaktoren wie Nahrungsmittelzusätze, chemische Sensitivitäten und Neurotoxine (z.B. Schwermetalle) tragen ebenfalls bei.
  • · Supplementation mit Mineralien, B-Vitaminen, Omega-3/6-Fettsäuren, Flavonoiden und Phosphatidylserin kann ADHS-Symptome verbessern.
  • · Eine integrative Behandlung mit Supplementation, Ernährungsmodifikation, Entgiftung und Korrektur von Dysbiose kann Patienten zu einem normalen und produktiven Leben verhelfen.
Review verwandt 2000 anterior cingulate cortex attention emotion regulation

Cognitive and emotional influences in anterior cingulate cortex.

Bush, G; Luu, P; Posner, MI · Trends in cognitive sciences

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Das Review von Bush et al. (2000) präsentiert eine integrative Sicht auf den anterioren cingulären Kortex (ACC) als zentraler Struktur für die Regulation kognitiver und emotionaler Verarbeitung. Basierend auf Läsionsstudien, Neuroimaging und EEG-Forschung wird das Konzept entwickelt, dass der ACC als eine Art Aufmerksamkeitssystem fungiert, das sowohl kognitive Kontrolle als auch emotionale Regulation ermöglicht. Die Arbeiten zeigen, dass unterschiedliche ACC-Regionen spezialisierte Funktionen in Kognition und Emotion ausüben und miteinander interagieren.

  • · Der anteriore cinguläre Kortex (ACC) ist Teil eines Schaltkreises, der eine Form der Aufmerksamkeit reguliert, welche sowohl kognitive als auch emotionale Verarbeitung kontrolliert.
  • · Neuroimaging-Studien zeigen, dass separate Bereiche des ACC an kognitiven und emotionalen Prozessen beteiligt sind.
  • · Die Error Negativity (Fehlernegativität) in EEG-Studien wird durch Affekt und Motivation beeinflusst und deutet darauf hin, dass ACC an Fehlererkennung beteiligt ist.
  • · Die Größe des cingulären Kortex könnte mit der Effektivität der Regulierung von Reaktionen korrelieren.
  • · Der ACC interagiert mit anderen kortikalen Strukturen als Teil von Schaltkreisen, die mentale und emotionale Aktivität regulieren.
RCT ADHS 2000 modafinil

Efficacy of Modafinil Compared to Dextroamphetamine for the Treatment of Attention Deficit Hyperactivity Disorder in Adults

Taylor, Fletcher B.; Russo, Joan · Journal of Child and Adolescent Psychopharmacology

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Crossover-Studie verglich die Wirksamkeit von Modafinil mit Dextroamphetamin bei 22 erwachsenen ADHS-Patienten. Beide aktiven Medikationen verbesserten signifikant die ADHS-Symptome gegenüber Placebo, und Modafinil erwies sich als ähnlich wirksam wie Dextroamphetamin. Die Studie deutet darauf hin, dass das wachheitsfördernde Mittel Modafinil eine Alternative zu klassischen Stimulanzien bei der Behandlung von Erwachsenen mit ADHS darstellen könnte.

  • · Modafinil (mittlere Dosis 206,8 mg/Tag) und Dextroamphetamin (mittlere Dosis 21,8 mg/Tag) verbesserten beide signifikant die ADHS-Symptome auf der DSM-IV ADHS Behavior Checklist für Erwachsene im Vergleich zu Placebo (p < 0,001).
  • · In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Crossover-Studie mit 22 Erwachsenen (96% Completers) zeigte Modafinil eine vergleichbare Wirksamkeit wie Dextroamphetamin bei der Behandlung von ADHS.
  • · Beide Wirkstoffe wurden im Allgemeinen gut vertragen, was auf ein akzeptables Sicherheitsprofil von Modafinil als Alternative zu klassischen Stimulanzien hindeutet.
  • · Die Leistung im Controlled Oral Word Association Test (COWAT) verbesserte sich unter beiden aktiven Medikationen auf Trendniveau (p < 0,05), was auf eine mögliche Verbesserung der verbalen Flüssigkeit hinweist.
  • · Die Studie legt nahe, dass Modafinil als praktikable Alternative zu konventionellen Stimulanzien für die Behandlung von ADHS bei Erwachsenen in Betracht gezogen werden kann.
Beobachtungsstudie ADHS 2000 ventral tegmental area

Hypertrophic A10 dopamine neurones in a rat model of attention-deficit hyperactivity disorder (ADHD)

Viggiano, Davide; Sadile, A.G. · Neuroreport

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Diese Studie untersuchte mittels Immunzytochemie an Naples high excitability (NHE) Ratten, einem etablierten ADHD-Modell, morphometrische Veränderungen dopaminerger Neuronen. Die Ergebnisse zeigen hypertrophische Dopamin-Neuronen spezifisch in der Ventral Tegmental Area mit erhöhter Tyrosin-Hydroxylase-Expression, was für ein hyperfunktionierendes mesokortikolimbisches System bei ADHD spricht.

  • · Naples high excitability (NHE) Ratten zeigen vergrößerte Dopamin-Neuronen in der Ventral Tegmental Area im Vergleich zu Kontrollratten, nicht aber in der Substantia Nigra.
  • · Die erhöhte Tyrosin-Hydroxylase-Expression im Neuropil der VTA ist mit verstärkter Aktivität und beeinträchtigter Aufmerksamkeit im ADHD-Modell assoziiert.
  • · Das NHE-Rattenmodell zeigt morphologische Hinweise auf ein Hyperfunktionieren des mesokortikolimbischen Systems als neurales Substrat von ADHD.
Andere verwandt 2000 noradrenergic system locus coeruleus

Locus coeruleus and regulation of behavioral flexibility and attention.

Aston-Jones, G; Rajkowski, J; Cohen, J · Progress in brain research

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Das Paper beschreibt die räumliche Verteilung und zelluläre Lokalisation von GPR75 mRNA im Gehirn mittels PCR, Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung und Dual-FISH-Immunohistochemie. Die Ergebnisse zeigen, dass GPR75 in multiplen Hirnregionen, insbesondere in GABAergen und glutamatergen Neuronen, exprimiert wird. Die höchste Expression wurde in der Pons nachgewiesen.

  • · GPR75 mRNA wird in allen analysierten Hirnregionen exprimiert, mit besonders hohen Konzentrationen in der Pons im Vergleich zu anderen Hirnarealen.
  • · GPR75 mRNA wird überwiegend in Neuronen exprimiert, wie durch die Kolokalisierung mit NeuN-positiven Zellen bestätigt wurde.
  • · GPR75 mRNA ist in GABAergen Interneuronen der Großhirnrinde, des Striatum, des Hippocampus, des Hypothalamus und Thalamus sowie in Purkinje-Neuronen des Kleinhirns lokalisiert.
  • · GPR75 mRNA-Expression ist im ZNS signifikant höher als in peripheren Geweben (Milz, Niere, Herz).
  • · Im Hippocampus wird GPR75 auch in GAD1-positiven, Parvalbumin- und Calbindin-positiven inhibitorischen Interneuronen sowie Glutamat-decarboxylase-exprimierenden Neuronen nachgewiesen.
Beobachtungsstudie ADHS 2000 prefrontal cortex working memory medication methylphenidate

Methylphenidate Enhances Working Memory by Modulating Discrete Frontal and Parietal Lobe Regions in the Human Brain

Mehta, Mitul A.; Owen, Adrian M.; Sahakian, Barbara J.; Mavaddat, Nahal et al. · Journal of Neuroscience

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Die Studie untersuchte die Auswirkungen von Methylphenidat auf die Arbeitsgedächtnisleistung und die zugehörigen Veränderungen des regionalen zerebralen Blutflusses während einer selbstgeordneten räumlichen Arbeitsgedächtnisaufgabe. Methylphenidat führte zu verbesserten Leistungen mit gleichzeitiger Reduktion des Blutflusses im dorsolateralen präfrontalen und posterioren parietalen Kortex. Der therapeutische Effekt war besonders bei Personen mit niedrigerer baseline-Arbeitsgedächtniskapazität ausgeprägt.

  • · Methylphenidat verbessert die Leistung im räumlichen Arbeitsgedächtnis bei Erwachsenen und Kindern mit ADHS sowie bei gesunden Probanden in frontallappen-sensitiven Aufgaben.
  • · Die medikamenteninduzierte Verbesserung der Arbeitsgedächtnisleistung geht mit einer Reduktion des regionalen zerebralen Blutflusses im dorsolateralen präfrontalen Kortex und im posterioren parietalen Kortex einher.
  • · Der vorteilhafte Effekt von Methylphenidat auf das Arbeitsgedächtnis war bei Personen mit niedrigerer Baseline-Arbeitsgedächtniskapazität am größten.
  • · Dies ist die erste Demonstration der Lokalisation einer medikamenteninduzierten Verbesserung der räumlichen Arbeitsgedächtnisleistung beim Menschen mithilfe von neuroimaging-Methoden.
Beobachtungsstudie ADHS 2000 dopamine

No association of the dopamine DRD4 receptor (DRD4) gene polymorphism with attention deficit hyperactivity disorder (ADHD) in the Irish population

Hawi, Ziarih; McCarron, Mary; Kirley, Aiveen; Daly, Grainne et al. · American Journal of Medical Genetics

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Die Studie untersuchte 78 ADHS-Proband-Trios und 21 Proband-Paare aus der irischen Bevölkerung auf die Übertragung von DRD4-Allelen. Im Gegensatz zu mehreren internationalen Studien fand die Autorengruppe keine signifikante Assoziation des DRD4 7-Repeat-Allels mit ADHS in der irischen Population, was auf populationsspezifische genetische Unterschiede hindeutet.

  • · ADHS betrifft 3–6% der schulpflichtigen Kinder weltweit und wird als eine der häufigsten Störungen mit Beginn im Kindesalter betrachtet.
  • · Das DRD4-Gen wurde auf Chromosom 11p15.5 lokalisiert und wurde in mehreren Studien mit einer Veranlagung für ADHS in Verbindung gebracht.
  • · Mehrere unabhängige genetische Assoziationsstudien zeigten eine erhöhte Häufigkeit des DRD4 7-Repeat-Allels bei ADHS-Fällen im Vergleich zu Kontrollen.
  • · In der irischen Population wurde kein signifikanter Unterschied in der Häufigkeit des DRD4 7-Repeat-Allels zwischen ADHS-Fällen und ethnisch angepassten Kontrollen gefunden.
  • · Es ist unwahrscheinlich, dass das DRD4 7-Repeat-Allel mit ADHS in der irischen Bevölkerung assoziiert ist.
RCT ADHS 2000 pemoline

Pemoline treatment of adolescents with attention deficit hyperactivity disorder: a short-term controlled trial.

Bostic, J Q; Biederman, J; Spencer, T J; Wilens, T E et al. · Journal of child and adolescent psychopharmacology

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese 10-wöchige doppelblinde Crossover-Studie untersuchte Pemolin bei 21 Adoleszenten (Durchschnittsalter 14 Jahre) mit ADHS. Pemolin zeigte eine signifikante Überlegenheit gegenüber Placebo (60 % vs. 11 % Responder) und war gut verträglich ohne hepatische Ereignisse. Die Ergebnisse stimmen mit Befunden bei Kindern und Erwachsenen überein und legen nahe, dass Pemolin eine wirksame Behandlungsoption für Adoleszente mit ADHS darstellt.

  • · Pemolin zeigte bei Adoleszenten mit ADHS eine signifikant stärkere Reduktion der ADHS-Symptome gegenüber Placebo auf der ADHS-Ratingskala (p = 0,001), mit einer durchschnittlichen Reduktion von 3,02 Punkten pro Behandlungswoche.
  • · 60 % der Adoleszenten sprachen auf Pemolin an, verglichen mit nur 11 % unter Placebo.
  • · Das Ansprechen auf Pemolin war unabhängig von Geschlecht und lebenslanger psychiatrischer Komorbidität.
  • · Die mittlere optimierte Dosis betrug 2,88 mg/kg/Tag in zwei Tagesdosen, mit einer mittleren Enddosis von 181,1 mg (SD 45,6; Bereich 112,5–262,5 mg); maximale Dosierung bis 3 mg/kg/Tag.
  • · Pemolin wurde gut vertragen; Nebenwirkungen waren mild, und es traten keine unerwünschten hepatischen Ereignisse auf.
Review ADHS 2000 bupropion reboxetine tricyclic antidepressants

Pharmacological Alternatives to Psychostimulants for the Treatment of Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder

Popper, Charles W. · Child and Adolescent Psychiatric Clinics of North America

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieses Review erörtert pharmakologische Alternativen zu Psychostimulanzien bei der ADHS-Behandlung. Bupropion und trizyklische Antidepressiva gelten als wirksam für Kernsymptome, während neue Optionen wie Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer vielversprechend sind. Mehrere Substanzklassen (Lithium, Benzodiazepine, Neuroleptika) werden als klinisch problematisch oder kontraindiziert bewertet.

  • · Bupropion und trizyklische Antidepressiva sind geeignete Optionen zur Behandlung von Kernsymptomen und teilweise kognitiven Symptomen des ADHS.
  • · Alpha-2-adrenerge Agonisten können Hyperaktivität und Impulsivität moderat reduzieren.
  • · Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer wie Reboxetin und Tomoxetin stellen neue Behandlungsoptionen dar.
  • · Zentrale Anticholinesterasen wie Donepezil können Kern-ADHS-Symptome und möglicherweise exekutive Funktionen verbessern, die Psychostimulanzien nicht adressieren.
  • · Desipramin, Carbamazepine, Neuroleptika und Monoaminoxidase-Inhibitoren sind in den meisten Fällen klinisch nicht ratsam.
Andere verwandt 2000 dopaminergic pathways ventral tegmental area reward processing

Projections from the Rat Prefrontal Cortex to the Ventral Tegmental Area: Target Specificity in the Synaptic Associations with Mesoaccumbens and Mesocortical Neurons

Carr, David B.; Sesack, Susan R. · Journal of Neuroscience

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese neuroanatomische Studie zeigt, dass Projektionen vom präfrontalen Kortex zur VTA mit hoher Spezifität auf verschiedene Populationen dopaminerger und GABAerger Neuronen synapsieren. PFC-Terminalen kontaktieren selektiv GABA-haltige mesoaccumbale Neuronen und DA-haltige mesokortikale Neuronen basierend auf ihren Projektionszielen. Diese differenzielle Innervationsmuster deutet auf präzise corticale Kontrolle über Dopamin- und GABAstoffwechsel in Belohnungs- und Schleifenschaltkreisen hin.

  • · PFC-Terminalen bilden asymmetrische Synapsen auf dendritischen Schäften von TH- und GABA-immunoreaktiven Neuronen in der VTA aus.
  • · PFC-Afferenzen innervieren selektiv GABA-haltige mesoaccumbale Neuronen, die zum Nucleus accumbens projizieren, sind aber niemals TH-positiv.
  • · PFC-Afferenzen synapsieren auf DA-haltigen mesokortikalen Neuronen, die zur PFC zurückprojizieren, sind aber niemals GABA-positiv.
  • · Die PFC zeigt eine beträchtliche Spezifität bei der Innervation verschiedener VTA-Neuronenpopulationen basierend auf ihren Projektionszielen (NAc vs. PFC).
  • · Die selektive PFC-Eingabe auf mesoaccumbale GABA- und mesokortikale DA-Neuronen deutet auf neuartige Mechanismen hin, durch die die PFC dopaminerge und GABAerge aufsteigende Projektionen reguliert.
Review verwandt 2000 nucleus accumbens serotonin ventral tegmental area

Reward deficiency syndrome: genetic aspects of behavioral disorders.

Comings, D E; Blum, K · Progress in brain research

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Das Paper beschreibt das Reward Deficiency Syndrome (RDS) als polygenetische Störung, bei der Variationen in Genen für Dopamin, Serotonin und andere Neurotransmitter das Risiko für Suchtverhalten erhöhen. Die Dopaminfreisetzung im Nucleus accumbens ist zentral für natürliche und künstliche Belohnungen, und das DRD2-Gen wird als wichtiger Kandidat für Anfälligkeit gegenüber Abhängigkeitserkrankungen identifiziert.

  • · Dopaminfreisetzung im Nucleus accumbens und Frontallappen ist zentral für natürliche Belohnungen (Essen, Fortpflanzung) und wird durch genetische Varianten beeinflusst.
  • · Das Taq I A1-Allel des DRD2-Gens ist in verschiedenen Populationen mit Alkoholismus, Drogenabhängigkeit, Rauchen, Adipositas und pathologischem Glücksspiel assoziiert.
  • · Reward Deficiency Syndrome wird als polygenetische Störung mit Defekten in Dopamin-, Serotonin-, Noradrenalin-, GABA-, Opioid- und Cannabinoid-Genen konzeptualisiert.
  • · Serotonin, Noradrenalin, GABA, Opioid- und Cannabinoid-Neuronen modulieren Dopaminstoffwechsel und Dopaminneuronen in den Belohnungswegen.
  • · Genetische Faktoren spielen eine signifikante Rolle bei Suchtverhalten und Substanzabhängigkeit, wobei jedes einzelne Gen nur einen kleinen Varianzanteil erklärt.
Review verwandt 2000 amygdala serotonin brainstem

Role of serotonergic and noradrenergic systems in the pathophysiology of depression and anxiety disorders.

Ressler K, J; Nemeroff C, B · Depression and anxiety

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Das Paper analysiert die Rolle serotonergischer und noradrenerger Systeme in der Pathophysiologie von Depression und Angststörungen. Es wird argumentiert, dass eine Serotoninunterakt ivierung und noradrenerge Dysregulation zentral sind, während Antidepressiva durch Erhöhung der Serotoninaktivität und Senkung der Noradrenalinaktivität wirken. Die dysfunktionalen Neurotransmittersysteme modulieren mehrere Hirnregionen (Kortex, Hypothalamus, Thalamus, Hirnstamm, Amygdala), deren Störung symptomatische Merkmale wie Konzentrationsmangel, Schlafstörungen und hyperaktive Angstantworten erklärt.

  • · Serotonergische Unteraktivierung und noradrenerge Dysregulation (Überaktivierung) sind bei Depression und Angststörungen nachgewiesen; Antidepressiva erhöhen die Serotoninaktivität und senken die Noradrenalinaktivität.
  • · Kortikale Dysregulation mediiert beeinträchtigte Konzentration und Gedächtnis sowie unkontrollierbare Sorgen.
  • · Thalamische und Hirnstamm-Dysregulation trägt zu veränderten Schlaf- und Arousal-Zuständen bei.
  • · Abnormale Modulation von kortikalen-hippokampalen-amygdala-Bahnen kann chronisch überempfindliche Stress- und Angstreaktionen sowie Anhedonie, Aggression und affektive Dysontrolle mediieren.
  • · Bei hoher Angst zeigte sich eine positive lineare Beziehung zwischen Pinealparenchym-Volumen und Schlaflatenz, während bei niedriger Angst keine solche Beziehung bestand.
Beobachtungsstudie verwandt 2000

Social functioning and emotional regulation in the attention deficit hyperactivity disorder subtypes.

Maedgen, J W; Carlson, C L · Journal of clinical child psychology

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Die Studie vergleicht 16 Kinder mit ADHS kombiniertem Typ, 14 mit ADHS inattentivem Typ und 17 Kontrollpersonen bezüglich sozialer Funktionsfähigkeit und emotionaler Regulation. Kinder mit ADHS-C zeigen emotionale Dysregulation mit aggressivem Verhalten, während Kinder mit ADHS-I soziale Passivität ohne emotionale Regulationsprobleme aufweisen. Emotionale Regulation und soziale Leistung sind prädiktiv für sozialen Status.

  • · Kinder mit ADHS kombiniertem Typ zeigen mehr aggressives Verhalten und emotionale Dysregulation charakterisiert durch hohe Intensität sowohl positiver als auch negativer Verhaltensweisen.
  • · Kinder mit ADHS vorwiegend unaufmerksamen Typ zeigen soziale Passivität und Defizite in sozialer Wissensvermittlung, weisen aber keine Probleme in emotionaler Regulation auf.
  • · Soziale Leistung und emotionale Regulation sind prädiktiv für den sozialen Status bei Kindern mit ADHS; soziales Wissen hat einen geringeren prädiktiven Wert.
  • · ADHS-Subtypen zeigen distinkte Muster sozialer Dysfunktion: der kombinierte Typ ist durch Aggression und emotionale Dysregulation gekennzeichnet, der inattentive Typ durch soziale Passivität.
Beobachtungsstudie ADHS 2000 delay aversion

Stimulation seeking and hyperactivity in children with ADHD. Attention Deficit Hyperactivity Disorder.

Antrop, I.; Roeyers, H.; Oost, P. V.; Buysse, A. · Journal of child psychology and psychiatry, and allied disciplines

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die Studie untersucht die Stimulationssuch-Hypothese bei ADHS durch Beobachtung von 30 hyperaktiven und 30 nicht-hyperaktiven Kindern in Wartesituationen mit und ohne Stimulation. Hyperaktive Kinder zeigten deutlich mehr Aktivität in nicht-stimulierenden Bedingungen, was die delay-aversion und optimal-stimulation Theorien unterstützt. Eine zweite Kohorte (n=19) demonstrierte Verbesserungen in ADHD-Symptomen und exekutiven Funktionen nach Intervention.

  • · Kinder mit ADHS zeigen signifikant mehr Aktivität als nicht-hyperaktive Kinder in Wartesituationen ohne zusätzliche Stimulation, nicht aber in Situationen mit Stimulation.
  • · Die Ergebnisse unterstützen die Stimulationssuch-Funktion von Hyperaktivität bei ADHS, wie in der Optimal-Stimulation und der Delay-Aversion-Theorie beschrieben.
  • · Bei 19 koreanischen Teilnehmern zeigten sich nach 4-wöchiger Intervention signifikante Verbesserungen in K-ADHD-RS-Gesamtscore und Inattentive/Hyperactive-Impulsive-Subscales.
  • · Stroop-Task-Performance (Word, Color, Color-Word) verbesserte sich signifikant post-intervention, nicht aber die Digit Span Tasks.
  • · Es gab keine statistisch signifikanten Unterschiede in Behandlungseffekten zwischen Kindern mit und ohne Medikation.
Review ADHS 2000 adhd combined

The Child Behavior Checklist and Related Forms for Assessing Behavioral/Emotional Problems and Competencies

Achenbach, Thomas M.; Ruffle, Thomas M. · Pediatrics in Review

Zusammenfassung & 2 Kernbefunde

Praxis-Übersicht zu CBCL und verwandten Instrumenten für die Kinder-Psychiatrie. CBCL als etabliertes Screening-Tool für Verhaltens-/Emotionsprobleme inkl. ADHS; nützlich für Primärversorgung.

  • · CBCL ist ein standardisiertes, kostengünstiges Instrument für Eltern zur Erfassung emotionaler und Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern (Alter 2-18 Jahre).
  • · Mehrere CBCL-Versionen (Eltern, Lehrer, Selbstbericht) ermöglichen Multi-Informant-Bewertung.
Andere ADHS 2000 nucleus accumbens

The nucleus accumbens motor-limbic interface of the spontaneously hypertensive rat as studied in vitro by the superfusion slice technique.

Russell V, A · Neuroscience and biobehavioral reviews

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Das Paper untersucht die Dopamindysfunktion im Nucleus accumbens als Motor-Limbic-Interface mittels in-vitro-Superfusionstechnik bei spontan hypertensiven Ratten als ADHS-Tiermodell. Die Ergebnisse zeigen eine reduzierte depolarisierungsinduzierte Dopaminfreisetzung und eine veränderte präsynaptische Regulation, die zu einer Downregulation des dopaminergen Systems führt. Diese Mechanismen könnten die ADHD-typischen Verhaltensauffälligkeiten durch beeinträchtigte Dopamin-Belohnungsmechanismen erklären.

  • · Die depolarisierungsinduzierte Dopaminfreisetzung aus dem Nucleus accumbens von spontan hypertensiven Ratten (SHR, ADHS-Tiermodell) war signifikant niedriger als bei Wistar-Kyoto-Kontrolltieren.
  • · Die Dopamin-Autorezektor-Effizienz war bei niedrigen endogenen Agonistenkonzentrationen bei SHR erhöht, was auf eine veränderte präsynaptische Regulierung hindeutet.
  • · D2-Rezeptorblockade durch Sulpirid führte zu einer signifikant stärkeren Zunahme der elektrisch stimulierten Dopaminfreisetzung in SHR-Schnitten, was eine Downregulation des Dopaminsystems nahelegt.
  • · Die Reduktion der Dopaminübertragung könnte bei adulten SHR zu beeinträchtigten Dopamin-Belohnungs- und Verstärkungsmechanismen führen, was die für ADHS charakteristischen Verhaltensbeeinträchtigungen erklärt.
  • · ADHS wird wahrscheinlich aus der Interaktion mehrerer polygener Gene entwickelt, wobei sieben Signalwege identifiziert wurden, die RhoA-Signalisierung, Kaliumkanalg-Gene und Neurotransmitterregulation einschließen.
Beobachtungsstudie ADHS 2000 venlafaxine

Venlafaxine in Children, Adolescents, and Young Adults With Autism Spectrum Disorders: An Open Retrospective Clinical Report

Hollander, Eric; Kaplan, Alicia; Cartwright, Charles P.; Reichman, Daniel · Journal of Child Neurology

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese offene retrospektive Studie untersuchte Venlafaxin (ein Noradrenalin- und Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) bei 10 Kindern und Jugendlichen mit Autismus-Spektrum-Störungen. 60 % der Teilnehmer zeigten substanzielle Verbesserungen in Kernsymptomen des Autismus und ADHS-assoziierten Merkmalen bei niedrigen, gut verträglichen Dosen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass randomisierte kontrollierte Studien zu Venlafaxin bei Autismus-Spektrum-Störungen gerechtfertigt sind.

  • · Venlafaxin zeigte Wirksamkeit bei 60 % der Studienteilnehmer (6 von 10 Completern) mit Verbesserungen nach Clinical Global Impressions Scale.
  • · Venlafaxin war wirksam in niedrigen Dosen (Mittelwert 24,37 mg/Tag, Spannweite 6,25–50 mg/Tag) und wurde gut vertragen.
  • · Verbesserungen wurden in wiederholten Verhaltensweisen, eingeschränkten Interessen, sozialen Defiziten, Kommunikations- und Sprachfunktion, Aufmerksamkeitsmangel und Hyperaktivität beobachtet.
  • · Als Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer könnte Venlafaxin durch seinen Wirkmechanismus ADHS-assoziierte Symptome bei Autismus-Spektrum-Störungen adressieren.
  • · Die Studie war offen und retrospektiv konzipiert ohne Kontrollgruppe, was die Verlässlichkeit der Ergebnisse einschränkt.
Beobachtungsstudie ADHS 1999 anterior cingulate cortex

Anterior cingulate cortex dysfunction in attention-deficit/hyperactivity disorder revealed by fMRI and the Counting Stroop.

Bush, G; Frazier, J A; Rauch, S L; Seidman, L J et al. · Biological psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese fMRI-Studie untersuchte die funktionale Integrität des anterioren cingulären Cortex bei ADHS mittels Counting Stroop. Die ADHS-Gruppe zeigte eine signifikant reduzierte ACcd-Aktivierung im Vergleich zu gesunden Kontrollen, obwohl alternative frontostriatale Netzwerke aktiviert wurden. Die Ergebnisse liefern Belege für eine ACcd-Dysfunktion als neurobiologischen Mechanismus der Kernsymptome von ADHS.

  • · Der anteriore cinguläre Cortex (ACcd) spielt eine zentrale Rolle in der Aufmerksamkeitsverarbeitung durch Modulation der Reizauswahl und Vermittlung der Reaktionsauswahl.
  • · ADHS-Patienten zeigten während des Counting Stroop eine fehlende Aktivierung des ACcd, während die Kontrollgruppe eine signifikante Aktivierung aufwies.
  • · Beide Gruppen zeigten einen Interferenzeffekt beim Counting Stroop, aber nur die ADHS-Gruppe konnte den ACcd nicht aktivieren.
  • · ADHS-Patienten aktivierten alternativ ein frontostriatales-insuläres Netzwerk, was ausschließt, dass die ACcd-Hypoaktivität auf globale neuronale Dysfunktion zurückzuführen ist.
  • · Die Ergebnisse unterstützen die Hypothese einer Dysfunktion des ACcd als Ursache für Aufmerksamkeitsdefizite und Impulsivität bei ADHS.
Beobachtungsstudie ADHS 1999 clonidine

Attention Deficit Hyperactivity Disorder and Treatment Outcome in Opioid Abusers Entering Treatment

King, Van L.; Brooner, Robert K.; Kidorf, Michael; Stoller, Kenneth B. et al. · The Journal of Nervous and Mental Disease

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Die Studie untersuchte die Prävalenz von ADHS bei Opioid-abhängigen Patienten in Methadon-Erhaltungsbehandlung und deren Auswirkungen auf Behandlungsergebnisse. 19% der Patienten hatten ADHS, die mit mehr psychiatrischen Komorbiditäten und schlechterer Aufmerksamkeit korrelierte. Entgegen der Erwartung hatte die ADHS-Diagnose nach einjähriger Nachverfolgung keine signifikanten Auswirkungen auf den Behandlungserfolg, möglicherweise aufgrund einer intensiven psychiatrischen Behandlung.

  • · 19% der Patienten in Methadon-Erhaltungsbehandlung hatten eine ADHS-Vorgeschichte, wobei 88% dieser Patienten aktuelle Symptome aufwiesen.
  • · Patienten mit ADHS zeigten in der Continuous Performance Test signifikant schlechtere Aufmerksamkeitsleistungen als Patienten ohne ADHS.
  • · Clonidin war die einzige Substanzstörung, die signifikant häufiger in der ADHS-Gruppe auftrat.
  • · ADHS-Patienten zeigten signifikant höhere Raten an aktuellen Axis-I-Störungen, einschließlich dysthymischer Störung, Angststörung und antisozialer Persönlichkeitsstörung.
  • · Ein Jahr nach Behandlung gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen ADHS- und Nicht-ADHS-Patienten bezüglich illegaler Drogenkonsum, Behandlungsretention oder Behandlungserfolg.
Beobachtungsstudie ADHS 1999 hippocampus

Brain perfusion SPECT and MRI in foetal alcohol syndrome

Riikonen, Raili; Salonen, I; Partanen, Kaarina; Verho, S. · Developmental Medicine & Child Neurology

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Studie untersuchte 11 Kinder mit fötalem Alkoholsyndrom mittels MRI und SPECT und identifizierte morphologische sowie funktionelle Hirnanomalien. Besonders charakteristisch waren eine generalisierte Hypoperfusion der linken Hemisphäre und Hippocampus-Asymmetrien. Die Befunde deuten auf neurologische Vulnerabilitätsbereiche hin, die auch Relevanz für ADHS-ähnliche Symptome haben.

  • · Bei 11 Patienten mit fötalem Alkoholsyndrom zeigten sich morphologische Anomalien in 6 Fällen, darunter kortikale Atrophie, Ventrikeldilatation, Corpus-callosum-Hypoplasie und zerebellare Atrophie.
  • · SPECT-Untersuchungen ergaben bei allen 10 untersuchten Patienten eine milde Hypoperfusion der linken Hemisphäre, besonders in der parietooccipitalen Region.
  • · Volumetrische Hippocampus-Analysen zeigten morphologische Links-Rechts-Asymmetrien bei 5 von 8 Patienten mit fötalem Alkoholsyndrom.
  • · Das Fehlen einer normalen Links-Rechts-Dominanz im frontalen Bereich könnte mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung assoziiert sein.
  • · Die negative Links-Rechts-Perfusionsindexverteilung in parietooccipitalen Regionen korreliert mit bekannterweise bei FAS beeinträchtigten arithmetischen und logisch-grammatikalischen Funktionen.
Review verwandt 1999 prefrontal cortex dopaminergic pathways working memory

Clozapine: dopamine D1 receptor agonism in the prefrontal cortex as the code to decipher a Rosetta stone of antipsychotic drugs.

Ahlenius, S · Pharmacology & toxicology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Das Paper untersucht Clozapins Wirkmechanismus und identifiziert D1-Rezeptor-Agonismus im präfrontalen Kortex als Schlüsseleigenschaft zur Erklärung seiner atypischen antipsychotischen Wirkung. Experimentelle Befunde zeigen, dass Clozapin-induzierte Hypothermie durch selektive D1-Antagonisten blockiert wird. Diese Erkenntnisse verknüpfen D1-Rezeptor-Signalisierung mit kognitiven Funktionen und erklären sowohl die therapeutischen als auch Nebenwirkungsprofile des Medikaments.

  • · Clozapin wirkt als Agonist an Dopamin-D1-Rezeptoren, wie durch Antagonisierung der Hypothermie mittels selektiver D1-Rezeptor-Antagonisten (SCH-23390, NNC-687) nachgewiesen wurde.
  • · D1-Rezeptoren im präfrontalen Kortex sind an kognitiven Funktionen beteiligt und könnten das klinische Profil von Clozapin als atypisches Antipsychotikum erklären.
  • · Die D1-Agonist-Eigenschaften von Clozapin könnten seine Effekte auf extrapyramidale Motorik und Krampfschwellen erklären.
RCT ADHS 1999 pemoline

Controlled Trial of High Doses of Pemoline for Adults With Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder

Wilens, Timothy E.; Biederman, Joseph; Spencer, Thomas; Frazier, Jean A. et al. · Journal of Clinical Psychopharmacology

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Crossover-Studie untersuchte die Wirksamkeit von Pemolin in hohen Dosen bei 35 Erwachsenen mit ADHS über 10 Wochen. Pemolin zeigte signifikante Überlegenheit gegenüber Placebo bei der Reduktion von ADHS-Symptomen, wurde aber von den meisten Teilnehmern nur in moderaten Dosen (120–160 mg/Tag) gut vertragen. Die Autoren schlussfolgern, dass Pemolin trotz statistisch signifikanter Effektivität aufgrund limitierter Wirksamkeit und Sicherheitsbedenken nur als Zweitlinien-Option für Erwachsene mit ADHS in Betracht kommt.

  • · Pemolin reduzierte ADHS-Symptome bei Erwachsenen signifikant besser als Placebo (z = 2,4, p < 0,02), mit 50% Responderquote gegenüber 17% unter Placebo.
  • · Die angestrebte Zieldosis von 3 mg/kg pro Tag wurde von den meisten Erwachsenen nicht toleriert; die durchschnittliche erreichte Dosis lag bei 2,2 mg/kg pro Tag (148±95 mg).
  • · Erwachsene bevorzugten moderate Dosierungen von 120–160 mg pro Tag, die substanziell unter der angestrebten Zieldosis lagen.
  • · 77% der randomisierten Teilnehmer (27 von 35) schlossen das 10-wöchige Doppelblind-Crossover-Protokoll ab.
  • · Pemolin wird aufgrund begrenzte Wirksamkeit, Tolerabilitätsproblemen und Bedenken bezüglich hepatischer Dysfunktion als Zweitlinien-Medikament für ADHS bei Erwachsenen empfohlen.
Review ADHS 1999 adhd dopaminergic pathways

Genetics of attention-deficit hyperactivity disorder

Cook, Edwin H. · Mental Retardation and Developmental Disabilities Research Reviews

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Übersichtsarbeit zur Genetik von ADHS (1999). Familiäre Häufung, Erblichkeit und replizierte Befunde zu DAT/DRD4 zusammengefasst. ADHS als genetisch heterogenes, komplexes Störungsbild.

  • · ADHS zeigt erhöhte Prävalenz bei Verwandten ersten Grades; Erblichkeit durch Zwillings- und Segregationsstudien belegt.
  • · Replizierte Befunde: Kopplungsungleichgewicht für Dopamintransporter (DAT) und Dopamin-D4-Rezeptor (DRD4) bei ADHS.
  • · ADHS ist genetisch heterogen; mehrere Gene tragen zur Suszeptibilität bei.
Beobachtungsstudie ADHS 1999 norepinephrine

Haplotype relative risk study of catechol-O-methyltransferase (COMT) and attention deficit hyperactivity disorder (ADHD): Association of the high-enzyme activity val allele with adhd impulsive-hyperactive phenotype

Eisenberg, Jacques; Mei‐Tal, Galit; Steinberg, Avraham; Tartakovsky, Eduardo et al. · American Journal of Medical Genetics

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese familiäre Assoziationsstudie untersucht den COMT-Polymorphismus bei 48 ADHD-Triaden und findet eine signifikante Assoziation mit ADHD, insbesondere mit dem impulsiv-hyperaktiven Phänotyp. Die hochaktive Val-Allele erhöht den Katecholamin-Clearance (Dopamin und Norepinephrin), was mit der therapeutischen Wirkung von Methylphenidat konsistent ist. Die Ergebnisse deuten auf einen möglichen Einsatz von COMT-Inhibitoren bei ADHD hin.

  • · Das COMT-Polymorphismus, das die hochaktive Val-Variante kodiert, ist signifikant mit ADHS assoziiert, besonders mit dem impulsiv-hyperaktiven Phänotyp (Chi² = 8.34, p = 0.004).
  • · Die hochaktive COMT Val-Allele erhöht den zentralen Katecholamin-Clearance (Dopamin und Norepinephrin) und ist spezifisch mit dem impulsiv-hyperaktiven ADHD-Typ assoziiert.
  • · Die Assoziation zwischen hochaktiver COMT Val-Allele und impulsiv-hyperaktivem ADHD ist konsistent mit der therapeutischen Wirksamkeit von Methylphenidat, das Dopamin- und Norepinephrin-Umsatz erhöht.
  • · COMT-Inhibitoren wie Tolcapon, die in der Parkinson-Behandlung eingesetzt werden, könnten potenziell für die ADHD-Therapie in Betracht gezogen werden.
  • · Die Assoziation mit dem impulsiv-hyperaktiven Phänotyp wurde durch mehrere Messinstrumente bestätigt: DSM-IV-Kriterien, Conners Teaching Rating Hyperactivity Scale und Continuous Performance Test.
Beobachtungsstudie ADHS 1999 executive function

Neuropsychological performance of adults with attention deficit hyperactivity disorder (ADHD): Diagnostic classification estimates for measures of frontal lobe/executive functioning

Lovejoy, David W.; Ball, J. D.; KEATS, MATTHEW; Stutts, Michael L. et al. · Journal of the International Neuropsychological Society

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die Studie vergleicht neuropsychologische Leistungen von 26 ADHS-Patienten mit 26 gesunden Kontrollpersonen mittels 6 Tests zur Erfassung der Exekutivfunktion. Neuropsychologische Tests zeigen gute Klassifikationsgenauigkeit bei der Differenzierung von ADHS-Erwachsenen, besonders wenn mehrere Tests kombiniert werden. Die Ergebnisse deuten auf eine mild neurologic dysfunction in frontal lobe-assoziierten Netzwerken hin.

  • · Die meisten der 6 neuropsychologischen Tests zur Erfassung der Frontallappen-/Exekutivfunktion diskriminierten signifikant zwischen ADHS-Patienten und Kontrollgruppe.
  • · Abnormale Testergebnisse zeigten eine hohe positive Vorhersagekraft (83-100%) für das Vorliegen von ADHS.
  • · Normale Testergebnisse waren ein schlechter Prädiktor für die Abwesenheit von ADHS (niedrige negative Vorhersagekraft).
  • · Die Kombinierte Bewertung der gesamten Testbatterie verbesserte die Klassifikationsgenauigkeit erheblich im Vergleich zu einzelnen Maßnahmen.
  • · Das Muster der neurobehavioralen Beeinträchtigungen bei ADHS-Erwachsenen ist konsistent mit einer milden neurologischen Dysfunktion in frontallappenbezogenen Netzwerken.
Review ADHS 1999 noradrenergic system locus coeruleus lc ne arousal

Role of locus coeruleus in attention and behavioral flexibility.

Aston-Jones, G; Rajkowski, J; Cohen, J · Biological psychiatry

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Diese Übersichtsarbeit untersucht die Rolle des noradrenergen Locus coeruleus bei Aufmerksamkeit und verhaltensflexibilität anhand von Studien mit Affen bei visuellen Diskriminationsaufgaben. Die Befunde zeigen, dass phasische LC-Aktivität mit fokussierter Aufmerksamkeit und guter Leistung assoziiert ist, während tonische Aktivität verhaltensflexibilität fördert. Die Ergebnisse werden für das Verständnis von ADHS und verwandten klinischen Störungen diskutiert.

  • · LC-Neuronen zeigen zwei unterschiedliche Aktivitätsmodi: einen phasischen Modus, der mit guter Leistung korreliert, und einen tonischen Modus, der mit schlechterer Leistung assoziiert ist.
  • · Der phasische Aktivitätsmodus des LC fördert fokussierte oder selektive Aufmerksamkeit, während der tonische Modus einen Zustand hoher verhaltensflexibilität oder scanning attentiveness erzeugt.
  • · Ein Computermodell deutet darauf hin, dass Veränderungen in der elektrotonischen Kopplung zwischen LC-Zellen die unterschiedlichen Aktivitätsmodi und entsprechende Leistungsunterschiede hervorrufen können.
  • · Die Ergebnisse haben Implikationen für klinische Störungen wie ADHS, Stress-Störungen sowie emotionale und affektive Störungen.
Beobachtungsstudie ADHS 1999 tricyclic antidepressants

Systematic Chart Review of the Pharmacologic Treatment of Comorbid Attention Deficit Hyperactivity Disorder in Youth with Bipolar Disorder

Biederman, Joseph; Mick, Eric; Prince, Jefferson B.; Bostic, Jeff Q. et al. · Journal of Child and Adolescent Psychopharmacology

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese systematische Chartübersicht untersuchte die pharmakologische Behandlung von ADHS bei 38 Kindern mit bipolarer Störung und ADHS. Die Ergebnisse zeigen, dass Stimmungsstabilisierung eine Voraussetzung für die erfolgreiche ADHS-Behandlung ist und dass trizyklische Antidepressiva zwar wirksam für ADHS nach Stimmungsstabilisierung sind, aber das Risiko manischer Rückfälle erhöhen.

  • · Die Wahrscheinlichkeit, dass ADHS-Symptome als verbessert bewertet wurden, war 7,5-mal höher nach initialer Verbesserung der manischen Symptome im Vergleich zu davor.
  • · Trizyklische Antidepressiva (TCAs) erhöhten signifikant die Wahrscheinlichkeit einer ADHS-Verbesserung nach Stimmungsstabilisierung.
  • · Die Behandlung mit TCAs zeigte eine signifikante Assoziation mit Rückfällen manischer Symptome.
  • · Das Wiederauftreten manischer Symptome nach initialer Stabilisierung behinderte signifikant die ADHS-Reaktion auf Medikamente.
  • · Stimmungsstabilisierung ist eine Voraussetzung für erfolgreiche pharmakologische Behandlung von ADHS bei Kindern mit komorbiden ADHS und manischen Symptomen.
RCT ADHS 1999 clonidine

The Effect of Methylphenidate and Clonidine on Response Inhibition and State Regulation in Children with ADHD

Meere, Jaap van der; Gunning, Boudewijn; Stemerdink, Nanke · Journal of Child Psychology and Psychiatry

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Diese randomisierte, doppelblinde Cross-over-Studie verglich die Effekte von Methylphenidat und Clonidin mit Placebo auf Response-Inhibition und Zustandsregulation bei Kindern mit ADHS mittels GO-NO GO-Aufgaben. Die Ergebnisse zeigten keine signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen über 7 Wochen, was darauf hindeutet, dass das Zustandsregulationsproblem bei ADHS durch diese Medikamente nicht adäquat behandelt wird.

  • · Weder Methylphenidat noch Clonidin zeigten signifikante Unterschiede zu Placebo in der Leistung bei der GO-NO GO-Aufgabe über 7 Wochen Behandlung.
  • · Das Zustandsregulationsproblem bei ADHS erweist sich als resistent gegenüber Methylphenidat und Clonidin.
  • · Die Studie verwendete ein doppelblind-randomisiertes Cross-over-Design mit drei Bedingungen unterschiedlicher Inter-Stimulus-Intervalle (1, 4 und 8 Sekunden) in der GO-NO GO-Aufgabe.
  • · Response-Inhibition wurde anhand von Reaktionszeit und Fehlerquoten in der GO-NO GO-Aufgabe unter verschiedenen Zeitbedingungen gemessen.
Systematic Review ADHS 1999 tricyclic antidepressants

Treatment of attention-deficit/hyperactivity disorder.

Jadad, A R; Boyle, M; Cunningham, C; Kim, M et al. · Evidence report/technology assessment (Summary)

Zusammenfassung & 7 Kernbefunde

Diese systematische Übersichtsarbeit analysiert die Wirksamkeit und Sicherheit von pharmakologischen und nicht-pharmakologischen Interventionen bei ADHS anhand von 78 Studien (77 randomisierte kontrollierte Studien). Methylphenidat und andere Stimulanzien sind wirksamer als nicht-pharmakologische Maßnahmen, verbessern aber nicht die akademische Leistung. Kombinationstherapien zeigen keine zusätzlichen Vorteile und viele Nebenwirkungen sind mild und reversibel.

  • · Methylphenidat, Dextroamphetamin und Pemolin zeigen in direkten Vergleichen wenige oder keine Unterschiede in ihrer Wirksamkeit bei ADHS.
  • · Stimulanzien, besonders Methylphenidat, sind möglicherweise wirksamer als nicht-pharmakologische Interventionen bei ADHS.
  • · Kombinationstherapien zeigen keine zusätzlichen therapeutischen Vorteile gegenüber Stimulanzien oder nicht-pharmakologischen Interventionen allein.
  • · Methylphenidat kann Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern mit ADHS während der Einnahme reduzieren, verbessert aber nicht die akademische Leistung.
  • · Viele Nebenwirkungen von Stimulanzien sind mild, kurzfristig und reagieren auf Dosierungs- oder Zeitpunktanpassungen.
Review ADHS 1998 tricyclic antidepressants

Attention-deficit/hyperactivity disorder: a life-span perspective.

BIEDERMAN, JOSEPH · PubMed

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Dieses Review von Biederman (1998) behandelt ADHS aus einer lebensspannen-Perspektive und betont die Persistenz der Störung ins Erwachsenenalter sowie Unterdiagnose bei Mädchen. Die genetische Komponente wird durch Familienstudien gestützt. Pharmakologisch werden Stimulanzien als Erstlinienbehandlung, Tricyclic-Antidepressiva und Bupropion als Alternativen bei Non-Response oder Komorbiditäten empfohlen, wobei komplexe Fälle kombinierte Therapieansätze erfordern.

  • · ADHS wird zunehmend als lebensspannen-übergreifende Störung erkannt, die von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter andauert und bei Mädchen unterdiagnostiziert sein kann.
  • · ADHS ist eine heterogene Störung mit hohem Komorbiditätsrisiko, deren Ätiologie unbekannt ist, wobei Familienstudien auf genetische Ursprünge hindeuten.
  • · Stimulanzien sind die erste Wahl bei unkompliziertem ADHS, während Tricyclic-Antidepressiva und Bupropion für Stimulanzien-Non-Responder und Patienten mit Komorbiditäten empfohlen werden.
  • · Komplexe ADHS-Fälle können rationale Kombinationspharmakotherapie erfordern.
Review ADHS 1998 venlafaxine

Pharmacotherapy of adolescent attention deficit hyperactivity disorder: challenges, choices and caveats.

Garland, E J · Journal of psychopharmacology (Oxford, England)

Zusammenfassung & 7 Kernbefunde

Dieser Review aus dem Jahr 1998 beleuchtet die pharmakologischen Behandlungsoptionen für Jugendliche mit ADHS, einschließlich Stimulanzien, trizyklischer Antidepressiva, Pemolin, Bupropion und noradrenerger Substanzen. Besondere Herausforderungen wie Compliance, Missbrauchspotenzial, Komorbiditäten und die Kontroverse um Langzeitbehandlung werden diskutiert. Es wird ein deutlicher Bedarf an weiterer Forschung zur Langzeitsicherheit und -wirksamkeit von Stimulanzien über die Lebensspanne betont.

  • · Stimulanzien (Methylphenidat, Dextroamphetamin) sind bei der Behandlung von Jugendlichen mit ADHS mit Compliance-Problemen durch häufige Dosierungen, Missbrauchspotenzial sowie Wear-off- und Rebound-Effekten verbunden.
  • · Bei mindestens 30 % der ADHS-Jugendlichen besteht komorbide Angststörung, die mit einer niedrigeren Ansprechrate auf Stimulanzien assoziiert ist.
  • · Bupropion hat in kontrollierten Studien Wirksamkeit bei ADHS gezeigt und stellt eine Alternative zu Stimulanzien dar.
  • · Trizyklische Antidepressiva und Pemolin sind wirksame Alternativen zu Stimulanzien, jedoch mit seltener, aber schwerwiegender Toxizität verbunden.
  • · Andere noradrenerge oder dopaminverstärkende Wirkstoffe wie Venlafaxin und Nikotin zeigen in offenen Studien einen gewissen Nutzen bei ADHS.
Review ADHS 1998 bupropion

Pharmacotherapy of attention-deficit/hyperactivity disorder in adults.

Wender, P. · The Journal of clinical psychiatry

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Übersichtsarbeit zu Pharmakotherapie bei erwachsenem ADHS (1998). MPH, Pemolin und MAO-B-Inhibitoren wirksam; 60% Ansprechrate. Bupropion und Selegilin vielversprechend. Kombination Medikation + Psychotherapie als optimal bewertet.

  • · Methylphenidat, Pemolin und MAO-B-Inhibitoren zeigen Wirksamkeit bei Erwachsenen mit ADHS; robuste Antwort bei 60% der Patienten.
  • · Drei double-blind, placebo-kontrollierte MPH-Studien (N=176) und eine Pemolin-Studie (N=48) zeigten signifikante Wirksamkeit.
  • · Bupropion und Selegilin zeigten Wirksamkeit in Open-Label-Studien und sollten systematisch evaluiert werden.
  • · Langzeitverlauf (bis 5 Jahre) unter Methylphenidat zeigt wenig bis keine Toleranzentwicklung.
Review verwandt 1998 adhd overview

Practitioner Review: Routes from Research to Clinical Practice in Child Psychiatry: Retrospect and Prospect

Rutter, Michael · Journal of Child Psychology and Psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Narrative Übersicht (1998) zu Wegen von Forschung zur klinischen Praxis in der Kinderpsychiatrie. ADHS als eines von sieben Beispielen; diskutiert Genetik, Bildgebung und psychosoziale Risikofaktoren als Zukunftsperspektiven.

  • · Die letzten 40 Jahre zeigen eine Revolution in medizinischer Forschung und klinischer Praxis der Kinderpsychiatrie.
  • · Hyperaktivitäts-/Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrome werden als Beispiel für erfolgreiche Übertragung von Forschung in klinische Praxis genannt.
  • · Zukünftige Perspektiven: Molekulargenetik, Umweltrisiken, funktionelle Bildgebung als wichtige Forschungsrichtungen.
Review ADHS 1998 tricyclic antidepressants

Psychopharmacology of ADHD: children and adolescents.

Findling, Robert L.; Dogin, Judith · PubMed

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Das Paper ist eine Übersichtsarbeit zur Psychopharmakologie von ADHS bei Kindern und Jugendlichen, die Psychostimulanzien als First-Line-Therapie darstellt und alternative Medikamentenklassen (trizyklische Antidepressiva, Alpha-2-Agonisten, Bupropion, Venlafaxin) diskutiert. Die Ergebnisse zeigen, dass trizyklische Antidepressiva die am meisten erforschten nicht-stimulierenden Alternativen sind, jedoch bestehen Sicherheitsbedenken bezüglich Kardiotoxizität. Eine große Sekundäranalyse (n=224.469 Studierende) zeigt, dass ADHS-Diagnose mit erhöhtem nicht-medizinischem Stimulanzienkonsum assoziiert ist, unabhängig von medikamentöser Behandlung.

  • · Psychostimulanzien gelten als First-Line-Pharmakotherapie für ADHS bei Kindern und Jugendlichen aufgrund ihrer etablierten Sicherheit und Wirksamkeit.
  • · Trizyklische Antidepressiva sind die am ausgiebigsten erforschten nicht-stimulierenden Medikamente als Behandlungsalternative für ADHS.
  • · Alpha-2-Agonisten zeigen Wirksamkeit bei der Reduktion von ADHS-Symptomen, jedoch bestehen Bedenken hinsichtlich potenzieller Kardiotoxizität.
  • · Neuere Antidepressiva wie Bupropion und Venlafaxin könnten vielversprechende Behandlungsoptionen für ADHS darstellen.
  • · Bei Studierenden mit ADHS war die Prävalenz von nicht-medizinischem Stimulanzienkonsum (4,1 %) höher als bei solchen ohne ADHS (2,2 %), unabhängig von Medikamentenbehandlung.
Review ADHS 1997 tricyclic antidepressants

Antidepressants in the treatment of attention-deficit/hyperactivity disorder.

Rush, A J; Thase, M E · PubMed

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieses Review von Rush et al. (1997) evaluiert die Wirksamkeit von Antidepressiva bei der ADHS-Behandlung. Trizyklische Antidepressiva zeigen Wirksamkeit bei Verhaltenssymptomen, sind aber Psychostimulanzien bei der Aufmerksamkeitsverbesserung unterlegen. Psychostimulanzien bleiben das Mittel der Wahl für die ADHS-Behandlung.

  • · Trizyklische Antidepressiva zeigen eine gut nachgewiesene Wirksamkeit bei der Behandlung von Verhaltenssymptomen der ADHS, sind aber weniger wirksam als Psychostimulanzien bei der Verbesserung von Aufmerksamkeits- und kognitiven Symptomen.
  • · Desipramin sollte vermieden werden, zumindest bei Jugendlichen und Kindern, da sicherere trizyklische Antidepressiva verfügbar sind.
  • · Bupropion zeigte Wirksamkeit in wenigen kontrollierten Studien, wird aber durch Tics und besonders bei Jugendlichen durch Hautausschlag in seiner Anwendung begrenzt.
  • · Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wurden in kontrollierten Studien nicht getestet, verursachen inkonsistente Veränderungen und verschärfen oft ADHS-Symptome.
  • · Psychostimulanzien bleiben das Mittel der Wahl zur ADHS-Behandlung wegen ihrer einzigartigen Wirkung auf die Aufmerksamkeit.
Beobachtungsstudie verwandt 1997 bupropion sexual dysfunction dopaminergic pathways

Bupropion and sexual function: a placebo-controlled prospective study on diabetic men with erectile dysfunction

Modell, J.G.; May, R.S.; Katholi, C.R. · Journal of Clinical Psychopharmacology

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Placebo-kontrollierte Studie (N=14) zu Bupropion-Nebenwirkungen auf Sexualfunktion bei diabetischen Männern mit erektiler Dysfunktion. Kein negativer Effekt; Trend zu Verbesserung. Begrenzte Aussagekraft durch kleine Stichprobe.

  • · Bupropion verschlechterte weder subjektive noch objektive Maße der erektilen Funktion oder des sexuellen Gesamtfunktionierens bei diabetischen Männern.
  • · Mehrere Maße zeigten Trend zu verbessertem sexuellen Funktionieren unter Bupropion gegenüber Placebo.
  • · Bupropion scheint bei Männern mit somatisch bedingter erektiler Dysfunktion keine negativen Auswirkungen auf Sexualfunktion zu haben.
Andere ADHS 1997 irritability

Dietary Management of Attention Deficit Disorder

Dengate, S. · Australasian Journal of Early Childhood

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Beobachtungsstudie verwandt 1997 dopaminergic pathways

Differential Influence of Associative and Nonassociative Learning Mechanisms on the Responsiveness of Prefrontal and Accumbal Dopamine Transmission to Food Stimuli in Rats Fed<i>Ad Libitum</i>

Bassareo, Valentina; Chiara, G. Di · Journal of Neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Tierexperimentelle Studie (Ratte) zeigt differentielle Regulation mesokortikaler (mPFC) und mesolimbischer (NAc) Dopaminausschüttung durch Nahrungsreize. Mesokortikales DA unterliegt assoziativem Lernen; mesolimbisches DA zeigt Habituation. Grundlegende Arbeit zu dopaminergem Motivationslernen.

  • · Mesokortikale Dopaminfreisetzung im mPFC reagiert auf Nahrungsstimuli über assoziatives Konditionieren; mesolimbische DA im NAc zeigt Habituation.
  • · Konditionierter extrinsischer Stimulus erwarb Eigenschaften, mesokortikales Dopamin zu erhöhen, nicht jedoch mesolimbisches.
  • · Mesokortikale und mesolimbische DA-Systeme werden durch assoziative vs. nicht-assoziative Lernmechanismen differentiell reguliert.
Beobachtungsstudie ADHS 1997 pemoline

Pemoline in adult attention deficit hyperactivity disorder: predictors of nonresponse.

Heiligenstein, E; Anders, J · Journal of American college health : J of ACH

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Beobachtungsstudie analysierte 43 Studierende, die mit Pemolin behandelt wurden, und identifizierte 37% Nichtansprechquote, hauptsächlich bedingt durch Nebenwirkungen (25%) statt mangelnde Wirksamkeit (12%). Das Alter war der einzige signifikante Prädiktor für Nichtansprechen durch Nebenwirkungen, was für eine dosisreduzierende Strategie bei Erwachsenen spricht.

  • · 37% der 43 behandelten Studierenden zeigten Nichtansprechen auf Pemolin, davon 12% aufgrund mangelnder Symptombesserung und 25% aufgrund von Nebenwirkungen.
  • · Im Durchschnitt sind etwa 46% der Erwachsenen mit ADHS nicht responsiv auf Psychostimulanzien oder können diese aufgrund von Nebenwirkungen nicht tolerieren.
  • · Es besteht eine signifikante Beziehung zwischen Alter und Nichtansprechen auf Pemolin aufgrund von Nebenwirkungen.
  • · Kliniker sollten niedrigere Startdosen von Pemolin bei Erwachsenen erwägen, um Nebenwirkungen zu minimieren.
  • · Keine anderen untersuchten Faktoren außer Alter konnten Nichtansprechen auf Pemolin vorhersagen.
Review ADHS 1997 pemoline

Pharmacology of methylphenidate, amphetamine enantiomers and pemoline in attention-deficit hyperactivity disorder

Patrick, Kennerly S.; Markowitz, John S. · Human Psychopharmacology Clinical and Experimental

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dies ist eine Übersichtsarbeit zur Pharmakologie von Methylphenidat, Amphetamin-Enantiomeren und Pemolin bei ADHS. Die Arbeit dokumentiert, dass Methylphenidat durch Dopamin-Wiederaufnahmehemmung wirkt und trotz niedriger Bioverfügbarkeit das Mittel der Wahl bleibt, während Dextroamphetamin vergleichbar wirksam ist und Pemolin wegen Hepatotoxizitätsrisiken als Reservemedikament gilt.

  • · Methylphenidat hemmt die präsynaptische Wiederaufnahme von Dopamin und bleibt das Mittel der ersten Wahl bei ADHS.
  • · Die absolute Bioverfügbarkeit von Methylphenidat ist niedrig und variabel: durchschnittlich 23% für das (+)-Isomer und 5% für das (−)-Isomer.
  • · Die Gehirnkonzentration von Methylphenidat ist etwa 8-mal höher als die Blutkonzentration.
  • · Dextroamphetamin wirkt durch Freisetzung neu synthetisierter Dopamine und schneidet im Vergleich zu Methylphenidat bei ADHS günstiger ab.
  • · Pemolin setzt Dopamin frei und blockiert gleichzeitig dessen Wiederaufnahme, ist aber wegen potenzieller Hepatotoxizität ein Mittel der zweiten Wahl.
Andere verwandt 1996 dopaminergic pathways

A framework for mesencephalic dopamine systems based on predictive Hebbian learning

Montague, P. Read; Dayan, Peter; Sejnowski, TJ · Journal of Neuroscience

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Klassische theoretische Arbeit (1996): Dopaminsysteme codieren Prediction-Error-Signale basierend auf Hebbian Learning. Formuliert das einflussreiche Modell der dopaminergen Belohnungsvorhersagefehler. Konsistent mit physiologischen Daten zu VTA-Dopaminneuronen.

  • · Mesencephale Dopaminsysteme könnten ein Signal verteilen, das Informationen über zukünftige Erwartungen repräsentiert (Prediction-Error-Signal).
  • · Fluktuationen in Dopaminneuronen-Aktivität über und unter Baseline repräsentieren Vorhersagefehler, die an kortikale und subkortikale Ziele geliefert werden.
  • · Das Modell erklärt, wie dopaminerge VTA-Neuronen Prediction-Error-Signale konstruieren, konsistent mit physiologischen Daten.
  • · Fluktuationen in Dopaminfreisetzung können über synaptische Plastizität Vorhersagen modifizieren (Lernmechanismus).
Beobachtungsstudie ADHS 1996 venlafaxine

An Open Trial of Venlafaxine in the Treatment of Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder in Children and Adolescents

Olvera, Rene L.; Pliszka, Steven R.; Luh, Join Y.; TATUM, ROSS · Journal of Child and Adolescent Psychopharmacology

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese offene klinische Studie untersuchte Venlafaxin bei 16 Kindern und Jugendlichen mit ADHS über 5 Wochen. Bei 44% der Patienten zeigten sich Verbesserungen in Verhaltenssymptomen gemäß elternberichteter Skalen, während keine signifikanten Effekte auf kognitive Parameter (Continuous Performance Test) nachgewiesen wurden. Bei 25% der Patienten führten Nebenwirkungen, insbesondere Verschlimmerung der Hyperaktivität, zum Therapieabbruch.

  • · Von 14 evaluierten Patienten zeigten 7 Subjekte (50%) eine Verbesserung von mindestens einer Standardabweichung in den Conners Parent Rating Scale-Subscores mit elternberichteten Verhaltensverbesserungen.
  • · Venlafaxin zeigte keine statistisch signifikanten Effekte auf Reaktionszeiten oder Fehlerrate (Kommissions- und Omissionsfehler) im Conners Continuous Performance Test.
  • · Die mittlere tägliche Venlafaxin-Dosis betrug 60 mg (1,4 mg/kg), verabreicht in 2–3 geteilten Dosen, ohne Auswirkungen auf Blutdruck oder Herzfrequenz.
  • · Drei ADHS-Patienten (19%) zeigten eine Verschlimmerung der Hyperaktivität, die zum Absetzen von Venlafaxin führte; bei einem Patienten führte Übelkeit zum Behandlungsabbruch.
  • · Venlafaxin reduzierte primär Verhaltens- aber nicht kognitive Symptome der ADHS und könnte Hyperaktivitätssymptome verschärfen, ähnlich wie bei Fluoxetin und Sertralin bei Kindern berichtet.
Beobachtungsstudie ADHS 1996 imipramine

Medicating Students with Emotional and Behavioral Disorders and ADHD: A State Survey

Runnheim, Veronica A.; Frankenberger, William; Hazelkorn, Michael · Behavioral Disorders

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Eine Umfrage unter 396 Lehrern in Wisconsin erfasste die Medikation von 1.300 Schülern mit emotionalen und Verhaltensauffälligkeiten (EBD), bei denen ADHS diagnostiziert wurde. Ritalin war das dominierende Medikament (66%), gefolgt von Dexedrin, Cylert und Imipramine. Lehrer berichteten von effektiver Verhaltensreduktion durch Medikation.

  • · Bei Schülern mit emotionalen und Verhaltensauffälligkeiten (EBD) wurde ADHS bei 40% der Grundschüler, 32% der Mittelschüler und 15% der Oberschüler diagnostiziert und medikamentös behandelt.
  • · Ritalin war das häufigste Medikament (66%), gefolgt von Dexedrin (11%), Cylert (7%) und Imipramine (5%) bei der Behandlung von ADHS in dieser Schülerpopulation.
  • · Die häufigste Morgenddosis für Ritalin und Dexedrin betrug 10 mg.
  • · Lehrer berichteten, dass Medikation maladaptives Verhalten effektiv reduzierte.
  • · Lehrkräfte von Schülern mit EBD waren der Meinung, dass ADHS nicht unterdiagnostiziert wurde.
Beobachtungsstudie ADHS 1996 imipramine

Prolonged P300 latency in attention deficit hyperactivity disorder predicts poor response to imipramine.

Sangal, J M; Sangal, R. Bart; Persky, Barry · PubMed

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Studie untersucht die Vorhersagekraft von P300-Messungen (auditorisch und visuell) für das Ansprechen auf Imipramin bei ADHS-Kindern. Die Ergebnisse zeigen, dass verlängerte P300-Latenzen mit schlechtem Ansprechen auf Imipramin assoziiert sind, während bestimmte Amplitudenmuster ein gutes Ansprechen vorhersagen. Die Studie identifiziert drei ADHS-Subgruppen basierend auf P300-Topographie mit unterschiedlichen Behandlungserfolgen.

  • · Patienten mit schlechtem Ansprechen auf Imipramin zeigen längere auditorische und visuelle P300-Latenzen im Vergleich zu guten Respondern.
  • · P300-Topographie und Latenz ermöglichen eine Klassifikation von ADHS in drei Gruppen mit unterschiedlichen Behandlungsansprechmustern auf Pemolin und Imipramin.
  • · Behandlung mit Imipramin reduziert auditorische P300-Latenzen und erhöht auditorische P300-Amplituden.
  • · Schlechte Responder auf Pemolin mit kleinen rechts-frontozentralen auditorischen P300-Amplituden zeigen gutes Ansprechen auf Imipramin.
  • · Eine Untergruppe mit verlängerten P300-Latenzen und kleinen rechts-frontozentralen Amplituden spricht sowohl auf Pemolin als auch auf Imipramin schlecht an.
RCT ADHS 1996 desipramine

Six-week, double-blind, placebo-controlled study of desipramine for adult attention deficit hyperactivity disorder.

Wilens, T.; Biederman, J.; Prince, Jefferson B.; Spencer, T. et al. · The American journal of psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte 6-Wochen-Studie untersuchte die Wirksamkeit von Desipramin (200 mg/Tag) bei 41 erwachsenen Patienten mit ADHS. Desipramin führte zu hochsignifikanten Reduktionen von ADHS-Symptomen mit 68% Responder-Rate, während Placebo keine Verbesserungen zeigte. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Desipramin auch bei erwachsenen ADHS-Patienten effektiv ist.

  • · 68% der mit Desipramin behandelten Patienten zeigten eine positive Reaktion nach strikten vordefinierten Kriterien, während 0% der Placebo-Gruppe als Responder klassifiziert wurden.
  • · Bei Desipramin-behandelten Erwachsenen mit ADHS zeigten sich hochsignifikante Reduktionen in 12 von 14 ADHS-Symptomen sowie in den Kategorien Hyperaktivität, Impulsivität und Unaufmerksamkeit.
  • · Die Placebo-Gruppe zeigte zwischen Baseline und Woche 6 keine signifikanten Unterschiede bei den bewerteten ADHS-Symptomen.
  • · Die Wirksamkeit von Desipramin war unabhängig von der Dosis, dem Ausmaß der Beeinträchtigung, dem Geschlecht oder komorbiden Angst- oder depressiven Störungen.
  • · Das trizyklische Antidepressivum Desipramin in einer Zieldosis von 200 mg/Tag war wirksam bei der Behandlung von ADHS im Erwachsenenalter, ähnlich wie in pädiatrischen Populationen.
case_report ADHS 1996 venlafaxine

Venlafaxine in adults with attention-deficit/hyperactivity disorder: an open clinical trial.

Findling, R L; Schwartz, M A; Flannery, D J; Manos, M J · The Journal of clinical psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese offene klinische Studie untersuchte die Wirksamkeit und Sicherheit von Venlafaxin bei 10 Erwachsenen mit ADHS über 8 Wochen. Venlafaxin führte zu signifikanten Reduktionen der ADHS-Symptome mit 7 von 9 Respondern und wurde gut vertragen. Die Autoren schlussfolgern, dass Venlafaxin ein vielversprechendes Mittel für die ADHS-Behandlung bei Erwachsenen darstellen könnte, fordern aber kontrollierte Studien zur weiteren Untersuchung.

  • · Venlafaxin führte bei Erwachsenen mit ADHS zu signifikanten Reduktionen der ADHS-Symptomatik gemessen durch die ADHD Rating Scale (p < .02) und Clinical Global Impressions Skala (p < .005).
  • · Von 9 Studienteilnehmern, die die 8-wöchige Studie abschlossen, wurden 7 als Responder auf Venlafaxin-Behandlung klassifiziert.
  • · Die Startdosis betrug 37,5 mg Venlafaxin zweimal täglich; 7 der 9 Patienten blieben bei dieser Dosis, während 2 Patienten auf 75 mg zweimal täglich erhöht wurden.
  • · Venlafaxin wurde gut vertragen, wobei die meisten Patienten nur milde Nebenwirkungen erlebten.
  • · Die Studie war eine offene klinische Studie mit 10 Patienten, die DSM-IV-Kriterien für ADHS erfüllten; 9 Patienten schlossen die Studie ab.
Beobachtungsstudie ADHS 1995 venlafaxine

An open trial of venlafaxine in adult patients with attention deficit hyperactivity disorder.

Hedges, D; Reimherr, Frederick W.; Rogers, Anissa Taun; Strong, Robert E. et al. · PubMed

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese offene Studie untersuchte Venlafaxin als potenzielles ADHS-Medikament bei 18 erwachsenen Patienten. Von den 11 Patienten, die das Medikament tolerierten, zeigten 8 eine gute anhaltende Reaktion bei Dosen von 50–150 mg/Tag. Allerdings entwickelten 7 Patienten Verträglichkeitsprobleme, was die Autoren dazu bewegt, kontrollierte Studien zu fordern.

  • · Von 11 Patienten, die Venlafaxin tolerierten, zeigten 8 eine gute und anhaltende Reaktion auf die Behandlung.
  • · Venlafaxin wurde in Dosierungen von 50–150 mg/Tag verabreicht, mit einer durchschnittlichen Dosis von 96 mg.
  • · 7 von 18 Patienten hatten Schwierigkeiten, die Nebenwirkungen von Venlafaxin zu tolerieren.
  • · Venlafaxin potenziert wie Stimulanzien die noradrenerge Gehirnübertragung, was seinen Wirkmechanismus bei ADHS erklärt.
  • · Die Studie deutet darauf hin, dass kontrollierte Studien mit Venlafaxin zur ADHS-Behandlung durchgeführt werden sollten.
Beobachtungsstudie ADHS 1995 pemoline

Association of attention-deficit disorder and the dopamine transporter gene.

Cook, Edwin H.; Stein, Mark A.; Krasowski, Matthew D.; Cox, N J et al. · PubMed

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Studie untersucht die genetische Assoziation zwischen ADHS und dem Dopamintransporter-Gen (DAT1) unter Verwendung der Haplotyp-basiertes Haplotyp Relative Risk (HHRR) Methode in 57 Familien (49 ADHS, 8 UADD). Eine signifikante Assoziation wurde zwischen ADHS und dem 480-bp DAT1-Allel gefunden, was den Dopamintransporter als Kandidatengen für ADHS-Anfälligkeit unterstützt.

  • · ADHS ist familär und hereditär, wie in vorherigen Studien gezeigt wurde.
  • · ADHS-Patienten reagieren auf Medikamente, die den Dopamintransporter inhibieren, einschließlich Methylphenidat, Amphetamin, Pemolin und Bupropion.
  • · Eine signifikante Assoziation wurde zwischen ADHS/UADD und dem 480-bp DAT1-Allel gefunden (Chi² 7.51, 1 df, P = 0.006).
  • · Die Ergebnisse blieben signifikant, auch wenn Fälle von undifferenzierter Aufmerksamkeitsstörung (UADD) aus der Analyse ausgeschlossen wurden (Chi² 7.29, 1 df, P = 0.007).
  • · Der Dopamintransporter (DAT1) wird als Primär-Kandidatengen für ADHS basierend auf der Reaktion auf Dopamintransporter-Inhibitoren betrachtet.
RCT ADHS 1995 desipramine

The treatment of attention-deficit hyperactivity disorder in Tourette's syndrome: a double-blind placebo-controlled study with clonidine and desipramine.

Singer, H.; Brown, Janice; Quaskey, S.; Rosenberg, L. et al. · Pediatrics

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese doppelblinde, placebokontrollierte Studie untersuchte Desipramin und Clonidin zur Behandlung von ADHS-Symptomen bei 34 Kindern mit Tourette-Syndrom und ADHS. Desipramin zeigte signifikante Verbesserungen bei mehreren ADHS-Markern und war Clonidin überlegen, ohne die Tic-Schweregrad zu verschlimmern. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Desipramin eine sichere Alternative zu Psychostimulanzien bei dieser Patientenpopulation darstellt.

  • · Desipramin zeigte signifikante Verbesserungen bei mehreren ADHS-Markern bei Kindern mit Tourette-Syndrom und ADHS, einschließlich elterlicher linearer analoger Ratings und CBCL-Hyperaktivitätssubskalen.
  • · Desipramin war der Clonidin überlegen bei der Behandlung von ADHS-Symptomen in dieser Patientenpopulation.
  • · Weder Desipramin noch Clonidin verschlechterten die Tic-Schweregrad signifikant, was beide Wirkstoffe als sichere Alternativen zu Psychostimulanzien bei TS+ADHS ausweist.
  • · Die klinische Verbesserung unter Desipramin korrelierte nicht mit den Blutspiegeln des Medikaments.
  • · Die Dosierung betrug Desipramin 25 mg viermal täglich über 6-wöchige Behandlungszyklen in einem doppelblinden, placebokontrollierten Crossover-Design.
Andere ADHS 1994 adhd overview

Encyclopedia of human behavior

Zusammenfassung

Kein Abstract mit ADHS-Relevanz. Encyclopedia of Human Behavior (1994), umfassendes Nachschlagewerk zu Verhalten, Neurobiologie und Psychologie. Enthält Einträge zu ADHS, Dopamin, limbischem System u.a. – primär historisches Referenzwerk.

Beobachtungsstudie ADHS 1993 desipramine

Desipramine treatment of children with attention-deficit hyperactivity disorder and tic disorder or Tourette's syndrome.

Spencer, T.; Biederman, J.; Kerman, Karen L.; Steingard, R. et al. · Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese retrospektive Beobachtungsstudie untersuchte die Wirksamkeit von Desipramin bei 33 Kindern mit chronischer Tic-Störung (TS oder chronische motorische Tics), von denen 30 auch ADHS aufwiesen. 82% zeigten signifikante Verbesserungen der Tic-Symptomatik und 80% Verbesserungen der ADHS-Symptome ohne schwerwiegende Nebenwirkungen. Die Ergebnisse deuten auf eine therapeutische Rolle von Desipramin bei der Behandlung der Komorbiditäten hin.

  • · Bei 82% der Patienten mit chronischer Tic-Störung zeigte sich eine signifikante Verbesserung der Tic-Symptomatik unter Desipramin-Behandlung.
  • · 80% der Patienten mit kombinierter chronischer Tic-Störung und ADHS zeigten signifikante Verbesserungen der ADHS-Symptome unter Desipramin.
  • · Desipramin führte nicht zu schwerwiegenden Nebenwirkungen bei der Behandlung von Kindern mit Tic-Störung und ADHS über einen mittleren Nachbeobachtungszeitraum von 16 Monaten.
  • · Etwa 50% der Patienten mit Tourette-Syndrom erfüllen auch die diagnostischen Kriterien für ADHS.
  • · Stimulanzien können Tics verschärfen, weshalb alternative Behandlungen wie Desipramin für Patienten mit komorbider Tic-Störung und ADHS erforderlich sind.
Beobachtungsstudie ADHS 1993 nortriptyline

Nortriptyline in the treatment of ADHD: a chart review of 58 cases.

Wilens, T.; Biederman, J.; Geist, David E.; Steingard, Ronald J. et al. · Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Chartanalyse von 58 ADHS-Patienten (Kinder und Jugendliche) bewertet die Wirksamkeit von Nortriptylin, einem trizyklischen Antidepressivum. 76% der Patienten zeigten moderate bis deutliche Verbesserungen, insbesondere bei Serum-Spiegeln im therapeutischen Bereich für Erwachsene (50–150 ng/ml). Milde Nebenwirkungen traten bei 34% auf, was Nortriptylin als gut verträgliche Alternative nach mehrfachen Medikamentenscheitern nahelegt.

  • · 76% der 58 Patienten (37 Kinder, 21 Jugendliche) zeigten moderate bis deutliche Verbesserungen unter Nortriptylin-Behandlung, was von unabhängigen Ratern und behandelnden Klinikern bestätigt wurde.
  • · 97% der behandelten Patienten hatten zuvor auf durchschnittlich vier Medikamententrials nicht angesprochen, was Nortriptylin als Optionsmedikament nach mehrfachem Therapieversagen relevant macht.
  • · Nortriptylin-Dosen im erwachsenen therapeutischen Bereich von 50–150 ng/ml waren mit signifikant besseren Ergebnissen assoziiert (68% deutlich verbessert vs. 35% außerhalb dieses Bereichs, p < 0,03).
  • · Dosierungsbereich lag zwischen 0,4–4,5 mg/kg (Mittelwert 2,0 ± 1,0 mg/kg) mit Behandlungsdauern von 0,4–57,9 Monaten.
  • · Milde unerwünschte Wirkungen traten bei 34% (20 von 58) der Patienten auf, ohne dass schwerwiegende Nebenwirkungen detailliert berichtet wurden.
case_report ADHS 1993 nortriptyline

Nortriptyline treatment of children with attention-deficit hyperactivity disorder and tic disorder or Tourette's syndrome.

Spencer, T; Biederman, J; Wilens, T; Steingard, R et al. · Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die retrospektive Analyse untersucht die Wirksamkeit von Nortriptylin bei 12 pädiatrischen Patienten mit chronischer Tic-Störung (einschließlich Tourette-Syndrom) und komorbider ADHS. 67% der Patienten zeigten signifikante Verbesserungen der Tic-Symptome und 92% der ADHS-Symptome ohne schwerwiegende Nebenwirkungen über einen mittleren Nachbeobachtungszeitraum von 19 Monaten. Die Ergebnisse deuten auf eine therapeutische Rolle für Nortriptylin bei dieser schwierig zu behandelnden Patientengruppe hin, erfordern aber kontrollierte prospektive Studien zur Bestätigung.

  • · Bei 67% der pädiatrischen Patienten mit chronischer Tic-Störung und ADHS zeigte Nortriptylin eine signifikante Verbesserung der Tic-Symptomatologie über durchschnittlich 19 Monate.
  • · 92% der Patienten mit CTD+ADHS zeigten unter Nortriptylin-Behandlung eine signifikante Verbesserung der ADHS-Symptome ohne schwerwiegende Nebenwirkungen.
  • · Etwa 50% der Patienten mit Tourette-Syndrom erfüllen die diagnostischen Kriterien für ADHS, was eine Behandlung beider Störungen erforderlich macht.
  • · Antipsychotika haben einen begrenzten Wert bei der Kontrolle von ADHS-Symptomen, und Stimulanzien können Tics verschärfen.
  • · Nortriptylin, ein trizyklisches Antidepressivum, könnte eine Alternative zur Behandlung von Patienten mit chronischer Tic-Störung plus ADHS darstellen, wenn Stimulanzien kontraindiziert sind.
Beobachtungsstudie ADHS 1993 pemoline

The Wender Utah Rating Scale: an aid in the retrospective diagnosis of childhood attention deficit hyperactivity disorder.

Ward, M F; Wender, P H; Reimherr, F W · The American journal of psychiatry

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Die Studie entwickelt und validiert die Wender Utah Rating Scale (WURS) als retrospektives Diagnostikinstrument für ADHS im Erwachsenenalter anhand von Selbstberichten zur Kindheit. Bei einer Stichprobe von 81 ADHS-Patienten, 100 normalen Kontrollen und 70 depressiven Patienten zeigte die 25-Item-Version hohe Sensitivität und Spezifität. Die WURS-Scores waren zudem prädiktiv für die Reaktion auf stimulanzienbasierte Pharmakotherapie.

  • · Die Wender Utah Rating Scale (WURS) mit einem Cutoff-Score von 46 oder höher identifizierte 86% der ADHS-Patienten korrekt, während sie 99% der Kontrollpersonen und 81% der depressiven Patienten richtig ausschloss.
  • · ADHS-Patienten zeigten signifikant höhere WURS-Scores auf allen 25 untersuchten Items im Vergleich zu normalen Kontrollpersonen und depressiven Patienten.
  • · Die Korrelation zwischen WURS-Scores und elterlichen Urteilen zur kindlichen Aktivität (Parents' Rating Scale) war moderat, aber aussagekräftig.
  • · WURS-Scores waren prädiktiv für die Reaktion auf Methylphenidat, analog zur Fähigkeit der Parents' Rating Scale, die Reaktion auf Pemolin vorherzusagen.
Review ADHS 1992 imipramine

Attention-deficit hyperactivity disorder in adults.

Bellak, L; Black, R B · Clinical therapeutics

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Das Paper gibt einen Überblick über ADHS im Erwachsenenalter, einschließlich Prävalenz, Begleitstörungen und diagnostischer Kriterien. Die Behandlung erfordert einen multimodalen Ansatz mit Psychotherapie, Familientherapie und Pharmakotherapie, wobei ZNS-Stimulanzien und trizyklische Antidepressiva wie Imipramin eingesetzt werden. Genetische, biologische und Umweltfaktoren spielen eine Rolle in der Ätiologie.

  • · 30–70 % der Kinder mit ADHS-Diagnose zeigen Symptome auch im Erwachsenenalter; die Prävalenz bei Erwachsenen wird auf 1–2 % geschätzt.
  • · ADHS bei Erwachsenen ist assoziiert mit Lernbehinderungen, generalisierter Angststörung, Substanzmissbrauch und dysthymen oder zyklothymen Störungen.
  • · Starke Korrelationen bestehen zwischen ADHS und oppositionellen Trotzstörungen sowie Verhaltensstörungen im Kindesalter und erhöhtem Risiko für antisoziale Störungen im Erwachsenenalter.
  • · Die Behandlung von ADHS im Erwachsenenalter erfordert einen multimodalen Ansatz aus Psychotherapie, Familientherapie und Spezialisten-Unterstützung bei Lernbehinderungen.
  • · Imipramin und Desipramin (trizyklische Antidepressiva) werden neben ZNS-Stimulanzien zur Pharmakotherapie von ADHS bei Erwachsenen eingesetzt.
Beobachtungsstudie ADHS 1992 pemoline

Pharmacodynamics of pemoline in attention deficit disorder with hyperactivity.

Sallee, F R; Stiller, R L; Perel, J M · Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Diese Studie untersucht die Pharmakodynamik von Pemoline bei 25 präpubertären Jungen mit ADHS durch Korrelation von Plasma-Pemoline-Konzentrationen mit kognitiven Leistungstests und Prolactin-Response als Marker der dopaminergen Aktivität. Pemoline entfaltet seine Wirkung bereits innerhalb von 2 Stunden und zeigt eine signifikante inverse Beziehung zur Prolactin-Konzentration. Nach 3-wöchiger Therapie wurden keine Toleranzentwicklung oder Wirkungsverlust beobachtet.

  • · Pemoline zeigt eine Wirkung auf die kognitive Leistung bereits innerhalb der ersten 2 Stunden nach Verabreichung bei Kindern mit ADHS.
  • · Es besteht eine inverse Beziehung zwischen Plasma-Pemoline-Konzentration und Prolactin-Konzentration eine Stunde nach Verabreichung (r = 0,84; p = 0,005), was auf dopaminerge Transmission hindeutet.
  • · Nach 3 Wochen Pemoline-Therapie zeigt sich keine signifikante Veränderung der Fläche unter der Kurve für Pemoline oder Prolactin und kein Rückgang der Effekte auf die Gedächtnisleistung, was gegen die Entwicklung einer Toleranz spricht.
  • · Die Korrelation zwischen Plasma-Pemoline-Konzentration und psychometrischen Maßen der Gedächtnissucheffizienz und assoziativem Lernen wurde systematisch untersucht.
Review ADHS 1992 desipramine

Pharmacotherapy of Tourette's Syndrome and Associated Disorders

Cohen, Donald J.; Riddle, Mark A.; Leckman, James F. · Psychiatric Clinics of North America

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Das Paper bietet einen Überblick über die Pharmakotherapie des Tourette-Syndroms und assoziierter Störungen wie ADHS und Zwangsstörungen. Es werden verschiedene Medikamentenklassen zur Behandlung von Tics (Haloperidol, Pimozid, Clonidin) und spezifische Wirkstoffe für ADHS-Symptome (Clonidin, Desipramin) beschrieben. Die klinische Entscheidungsfindung sollte dabei die Gesamtentwicklung des Kindes berücksichtigen.

  • · Tourette-Syndrom ist eine chronische neuropsychiatrische Störung, die durch multiple motorische und phonische Tics gekennzeichnet ist und häufig mit ADHS und Zwangsstörungen assoziiert ist.
  • · Desipramin kann zur Behandlung von ADHS-Symptomen bei Patienten mit Tourette-Syndrom eingesetzt werden.
  • · Haloperidol, Pimozid und Clonidin werden zur Behandlung von Tics eingesetzt.
  • · Clonidin kann sowohl für die Behandlung von Tics als auch von ADHS-Symptomen verwendet werden.
  • · Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wie Fluoxetin oder Clomipramin werden zur Behandlung von Zwangsstörungssymptomen eingesetzt.
Beobachtungsstudie ADHS 1992 desipramine

Unrecognized Attention-Deficit Hyperactivity Disorder in Adults Presenting for Outpatient Psychotherapy

Ratey, John J.; Greenberg, Mark S.; Bemporad, Jules R.; Lindem, Karen · Journal of Child and Adolescent Psychopharmacology

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die Studie beschreibt 60 erwachsene Patienten mit bislang unerkanntem ADHS, die sich zur ambulanten Psychotherapie vorstellten. Diese Patienten wiesen typischerweise Unruhe, Impulsivität, Ablenkbarkeit und niedriges Selbstwertgefühl auf und hatten zuvor erfolglose Behandlungen für komorbide Stimmungs- oder Angststörungen erhalten. Die Mehrheit zeigte in offenen klinischen Versuchen eine positive Reaktion auf niedrige Dosen Desipramin (10–30 mg täglich), wobei höhere Dosen zu Wirkungsverlust führten.

  • · 60 erwachsene Patienten mit unerkanntem ADHS zeigten gemeinsame Symptome wie physische und mentale Unruhe, Impulsivität, Ablenkbarkeit, niedriges Selbstwertgefühl und chronische Unzufriedenheit.
  • · ADHS wurde bei diesen Patienten häufig übersehen, weil sie atypische Symptome zeigten oder Kompensationsstrategien entwickelt hatten.
  • · Die meisten Patienten hatten vorher erfolglos Behandlungen für Stimmungs- oder Angststörungen erhalten; traditionelle psychoanalytische Verteidigungsanalyse verschärfte die Selbstwertprobleme.
  • · Die Mehrheit der Patienten reagierte in offenen klinischen Versuchen auf niedrige Dosen Desipramin (10–30 mg täglich) mit therapeutischem Nutzen.
  • · Der therapeutische Effekt von Desipramin nahm bei höheren Dosen ab.
Systematic Review ADHS 1991 desipramine

Clinical and neuropsychological effects of desipramine in children with attention deficit hyperactivity disorder.

Gualtieri, Thomas; Keenan, P.; Chandler, Mark · Journal of clinical psychopharmacology

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Die Übersichtsarbeit bewertet Antidepressiva (Fluoxetin, Venlafaxin, Desipramin, Bupropion, Clomipramin) zur ADHS-Behandlung bei Kindern. Desipramin zeigte klinische Effizienz mit verbessertem Gedächtnis, aber motorischen Nebenwirkungen. Andere Antidepressiva zeigten ebenfalls signifikante Symptomverbesserungen auf standardisierten Ratingskalen.

  • · Desipramin zeigte klinische Verbesserungen bei 12 ADHS-Kindern in einer kontrollierten Studie mit signifikanten Effekten auf die Symptomatik.
  • · Desipramin führte zu einer kleinen, aber signifikanten Verschlechterung der Motorleistung, ein Effekt, den es mit anderen trizyklischen Antidepressiva teilt.
  • · Desipramin verbesserte die Langzeitgedächtnisleistung, einen Effekt, den es mit Psychostimulanzien teilt.
  • · Fluoxetin (20–60 mg/Tag, Mittel 27 mg) zeigte signifikante Symptomreduktion auf der CPRS (23→10, p<0,001) und CTRS (18→14, p=0,014) bei 19 Patienten (7–15 Jahre).
  • · Venlafaxin (18,75–56,25 mg/Tag) führte zu signifikanten Verbesserungen auf der CPRS (20→14,46, p<0,002) und CGI-S-Skala (4,84→3,53, p<0,05) bei 13 Patienten (6–15 Jahre).
Review ADHS 1991 pemoline

Stimulants and antidepressant pharmacokinetics in hyperactive children.

Elia, Josephine · PubMed

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Diese Übersichtsarbeit aus dem Jahr 1991 beschreibt die Pharmakologie und klinische Anwendung von Stimulanzien (Dextroamphetamin, Methylphenidat, Pemolin) und trizyklischen Antidepressiva bei hyperaktiven Kindern mit ADHS. Stimulanzien werden als schnell wirksame Mittel der ersten Wahl dargestellt, Pemolin als Zweitlinientherapie aufgrund variablen Wirkprofils. Trizyklische Antidepressiva sind zwar wirksam, jedoch durch Nebenwirkungen und begrenzte Wirkdauer eingeschränkt.

  • · ZNS-Stimulanzien, insbesondere Dextroamphetamin und Methylphenidat, gelten als Mittel der ersten Wahl bei der Behandlung von ADHS.
  • · Die meisten Kinder sprechen auf einen der beiden Stimulanzien an, wenn beide in breiten Dosisspannen erprobt werden.
  • · Das Ansprechen auf Stimulanzien ist rasch, konsistent und vorhersagbar.
  • · Pemolin ist ebenfalls wirksam, wird aber aufgrund seines variablen Wirkeintritts und der variablen Wirkdauer als Zweitlinientherapie eingestuft.
  • · Trizyklische Antidepressiva zeigen bei ADHS schnelle Verhaltenseffekte bei Dosen unterhalb derer für Depressionen; Nebenwirkungen und häufig kurzlebige Wirkung schränken ihren Einsatz jedoch ein.
Review verwandt 1991 desipramine

Sudden Death in Children Treated with a Tricyclic Antidepressant

Biederman, J · Journal of the American Academy of Child & Adolescent Psychiatry

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Das Paper von Biederman (1991) adressiert das Sicherheitsrisiko plötzlicher Todesfälle bei Kindern unter trizyklischen Antidepressiva. Es diskutiert aktuelle Behandlungsrichtlinien für pädiatrische OCD mit Fokus auf CBT als erste Wahl und den Einsatz von SSRIs und Augmentationsstrategien bei unzureichendem Ansprechen.

  • · Das Paper behandelt das Risiko von plötzlichen Todesfällen bei Kindern unter Behandlung mit trizyklischen Antidepressiva.
  • · Bei pädiatrischer OCD wird Kognitiv-Behaviorale Therapie (CBT) als initiale Behandlung bevorzugt, während Psychopharmakologie bei unzureichendem Therapieerfolg oder schwerer Beeinträchtigung eingesetzt wird.
  • · SSRIs werden aufgrund etablierter Wirksamkeit und günstiger Verträglichkeitsprofile häufig verschrieben.
  • · Bei partieller oder ausbleibender Ansprache können Clomipramin oder Antipsychotika zur Augmentation hinzugefügt werden.
  • · Laufende Forschung untersucht potenzielle Behandlungen mit glutamatergen Agenzien und Neuromodulatoren.
Review ADHS 1990 desipramine

Attention-deficit hyperactivity disorder.

Calis, K A; Grothe, D R; Elia, J · Clinical pharmacy

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Das Paper bietet einen umfassenden Überblick über ADHS, einschließlich Epidemiologie, Ätiologie und klinischer Präsentation. Es erörtert die Pharmakotherapie als zentrales Behandlungselement und identifiziert Psychostimulanzien (Dextroamphetamin, Methylphenidat, Pemolin) als Medikamente der ersten Wahl, während Desipramin und Imipramin als weniger wirksame Alternativen zweiter Wahl bewertet werden. Eine integrierte Behandlung mit verhaltenstherapeutischen und psychosozialen Maßnahmen wird empfohlen.

  • · ADHS ist eine Verhaltensstörung unbekannter Ätiologie, charakterisiert durch Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität, die typischerweise vor dem vierten Lebensjahr beginnt, aber meist bei Schuleinritt diagnostiziert wird.
  • · Dextroamphetamin und Methylphenidat sind gleich wirksam und gelten als Medikamente der ersten Wahl zur Behandlung von ADHS; Pemolin kann als Alternative bei Unverträglichkeit oder Nicht-Ansprechen erwogen werden.
  • · Desipramin und Imipramin sind weniger wirksam als Psychostimulanzien und können schwerwiegendere Nebenwirkungen hervorrufen, weshalb sie als Medikamente der zweiten Wahl gelten.
  • · Häufige Nebenwirkungen von Stimulanzien sind Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit, Magenschmerzen und Gewichtsverlust, die üblicherweise vorübergehend sind und mit der Zeit abnehmen.
  • · ADHS tritt bei Jungen etwa sechsmal häufiger auf als bei Mädchen, und etwa ein Drittel der betroffenen Kinder zeigt persistierende Symptome ins Erwachsenenalter.
Beobachtungsstudie verwandt 1988 norepinephrine locus coeruleus

Differential effects of ascending neurons containing dopamine and noradrenaline in the control of spontaneous activity and of evoked responses in the rat prefrontal cortex.

Mantz, J; Milla, C; Glowinski, J; Thierry A, M · Neuroscience

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Historische Tierexperimentstudie (1988) zu differenziellen Effekten dopaminerger und noradrenerger Neuronen auf den medialen PFC. Grundlegende Arbeit zur Katecholamin-PFC-Regulation, Basis für spätere ADHS-Forschung.

  • · Medialer PFC erhält konvergierende Projektionen vom mediodorsalen Thalamus, VTA (DA) und Locus coeruleus (NE).
  • · Differenzielle Effekte aufsteigender DA- und NE-Neuronen auf PFC-Funktionen wurden 1988 tierexperimentell nachgewiesen.
  • · DA und NE haben distinkte, aber komplementäre Rollen in der PFC-Modulation von kognitiven Funktionen.
Beobachtungsstudie ADHS 1988 imipramine

Imipramine binding to platelets of children with attention deficit disorder with hyperactivity.

Weizman, A; Bernhout, E; Weitz, R; Tyano, S et al. · Biological psychiatry

Zusammenfassung & 3 Kernbefunde

Die Studie untersuchte die Imipramin-Bindung an Thrombozyten bei 11 ADDH-Jungen vor und nach Methylphenidat-Behandlung im Vergleich zu 10 gesunden Kontrollen. Es wurden keine signifikanten Unterschiede in den Bindungsparametern zwischen den Gruppen gefunden, und die Methylphenidat-Therapie führte zu keinen Veränderungen dieser Parameter. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das serotonerge System bei ADDH nicht primär beteiligt ist.

  • · Imipramin-Bindungsparameter (Kd, Bmax) an Thrombozyten unterschieden sich nicht zwischen ADDH-Kindern und gesunden Kontrollen.
  • · Die therapeutische Wirkung von Methylphenidat nach 28 Tagen war nicht mit Veränderungen der Imipramin-Bindungswerte assoziiert.
  • · Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das serotonerge System nicht in die Pathophysiologie von ADDH oder die therapeutische Wirkung von Methylphenidat involviert ist.
Review ADHS 1984 pemoline

Hyperactivity (attention-deficit disorder).

Martin, C A; Welsh, R J; McKay, S E; Bareuther, C M · The Journal of family practice

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieses Review fasst die klinische Bewertung und Behandlung von ADHS zusammen. Es wird ein umfassendes diagnostisches Verfahren und ein multimodaler Behandlungsansatz mit Stimulanzien, Familienberatung und Schulinterventionen empfohlen. Diätische Maßnahmen können unterstützend wirken, sollten aber nicht isoliert eingesetzt werden.

  • · ADHS ist eine häufige Störung im Kindesalter mit ernsten Folgen und stellt sich regelmäßig in der Praxis des Hausarztes vor.
  • · Die Diagnose erfordert eine umfassende Evaluation mit Familieninterview, Lehrerkonsultation und psychologischer Testung.
  • · Stimulanzien sind ein Kernbestandteil des Behandlungsplans für ADHS.
  • · Familienberatung mit Schwerpunkt auf Verhaltensmanagement des Kindes und Unterstützung der Eltern und Geschwister ist Teil der umfassenden Behandlung.
  • · Schulinterventionen sollten als Teil des Behandlungsplans initiiert werden.
Review verwandt

doi_10_1002_(sici)1098-2779(1999)5_3<191__aid-mrdd5>3_0_co_2-a

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Übersichtsarbeit zur Genetik von ADHS (1999). Familiäre Häufung, Erblichkeit und replizierte Befunde zu DAT und DRD4-Genen zusammengefasst. ADHS als genetisch heterogenes, komplexes Störungsbild.

  • · ADHS zeigt erhöhte Prävalenz bei Verwandten ersten Grades von Betroffenen; Erblichkeit durch Zwillings- und Segregationsstudien belegt.
  • · Replizierte Befunde zeigen Kopplungsungleichgewicht für Dopamintransporter (DAT) und Dopamin-D4-Rezeptor (DRD4) bei ADHS.
  • · ADHS ist wahrscheinlich genetisch heterogen; mehrere Gene tragen zur Suszeptibilität bei.
  • · Genetische Variation bei DAT und DRD4 eröffnet Möglichkeiten für neue Medikamentenentwicklung und Tiermodelle.
Review ADHS adhd inattentive adhd combined

doi_10_1093_CLIPSY_8_4_463

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Beobachtungsstudie verwandt

pmid_10447303

Zusammenfassung & 4 Kernbefunde

Die Studie untersuchte an 482 Personen (6-30 Jahre), ob kortikale Verlangsamung im präfrontalen Kortex durch quantitative EEG zur ADHS-Diagnose genutzt werden kann. Die Ergebnisse zeigten signifikante kortikale Verlangsamung in beiden ADHS-Gruppen mit hoher Sensitivität (86%) und Spezifität (98%), was einen vielversprechenden neurometrischen Test zur ADHS-Diagnostik darstellt.

  • · Spektralanalyse der Elektroenzephalographie an der präfrontalen Mittellinie zeigte signifikante kortikale Verlangsamung bei beiden ADHS-Gruppen (unaufmerksam und kombiniert), unabhängig von Alter oder Geschlecht.
  • · Die quantitative EEG-basierte Aufmerksamkeitsindex zeigte eine Sensitivität von 86% und eine Spezifität von 98% zur Differenzierung von ADHS-Patienten von Kontrollen.
  • · Signifikante Reifungseffekte in der kortikalen Erregung des präfrontalen Kortex wurden in der Altersgruppe von 6-30 Jahren nachgewiesen.
  • · QEEG-Messungen an der Vertex-Position ermöglichen eine objektive neurometrische Grundlage für die ADHS-Diagnostik.
Review verwandt

pmid_10560028

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Das Review von Biederman et al. (1999) untersucht die These, dass eine Dysregulation noradrenerger Netzwerke der Pathophysiologie von ADHS zugrunde liegt. Neurobiologische, genetische, bildgebende und pharmakologische Evidenz wird zusammengefasst und unterstützt eine noradrenerge Hypothese von ADHS. Die Autoren argumentieren, dass ADHS ein genetisch determinertes Hirnstörer mit pathophysiologischer Heterogenität ist und dass noradrenerge Wirkstoffe therapeutisch bedeutsam sein könnten.

  • · Die Dysregulation zentraler noradrenerger Netzwerke wird als Grundmechanismus der ADHS-Pathophysiologie diskutiert. Das noradrenerge System moduliert höhere kortikale Funktionen wie Aufmerksamkeit, Wachsamkeit und exekutive Funktionen.
  • · Familienuntersuchungen, Adoptions-, Zwillings- und Segregationsanalysen zeigen starke Hinweise auf genetische Grundlagen von ADHS.
  • · Mehrere replizierte molekulargenetische Studien berichten Assoziationen zwischen ADHS und DAT- sowie D4-Rezeptorgenen.
  • · Neuroimaging-Studien deuten auf eine Dysfunktion in fronto-subkortikalen Bahnen bei ADHS hin, die mit einer Dysregulation noradrenerger Funktion konsistent ist.
  • · Pharmakologische Daten zeigen selective klinische Aktivität von Arzneistoffen mit noradrenergen und dopaminergen Profilen bei ADHS.
Review verwandt

pmid_10570690

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Das Paper bietet einen Überblick über ADHS als hochprävalente Erkrankung mit Kernsymptomen in Aufmerksamkeit und Impulsivität. Es wird betont, dass neurobiologische Studien auf Unterschiede in frontokortikal-basalganglionären Verbindungen hindeuten und dass ADHS eine hohe Heritabilität aufweist. Diagnostische und therapeutische Herausforderungen werden hervorgehoben, insbesondere das Fehlen eines spezifischen biologischen Markers.

  • · ADHS ist gekennzeichnet durch funktionell beeinträchtigte Defizite in der Aufmerksamkeitsspanne und Impulsivität/Überaktivität als Kernsymptome.
  • · Neuropsychologische Studien deuten darauf hin, dass Personen mit ADHS besondere Schwierigkeiten in den Bereichen Organisieren, Vorbereitung und Reaktionshemmung aufweisen.
  • · Neurobiologische Studien legen nahe, dass die Schaltkreise der frontokortikal-basalganglionären Verbindungen bei ADHS strukturell oder funktionell unterschiedlich sein können.
  • · ADHS-Symptome zeigen eine hohe, aber nicht vollständige Heritabilität.
  • · Die Diagnose von ADHS wird durch das Fehlen eines spezifischen Tests oder biologischen Markers sowie die kontinuierliche Verteilung von Symptomen in der Bevölkerung erschwert.
Review verwandt

pmid_10654656

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Dieses Review-Paper erörtert die genetische Grundlage von ADHS mit Fokus auf Dopamin-Gene als Kandidaten für molekulargenetische Assoziationen. Zwei Hauptkandidaten werden analysiert: das DAT1-Gen und das DRD4-Gen, deren spezifische Allele Variationen in der Dopamin-Übertragung in ADHS-relevanten neuronalen Netzwerken verursachen können. Die Hypothesen verbinden genetische Varianten mit der pharmakologischen Wirkung von Stimulanzien, die seit Jahrzehnten als primäre ADHS-Behandlung dienen.

  • · Familien-, Zwillings- und Adoptionsstudien dokumentieren eine starke genetische Grundlage für ADHS, wobei Dopamin-Gene als initiale Kandidaten basierend auf der Wirkungsweise von Stimulanzien untersucht werden.
  • · Das Dopamin-Transporter-Gen (DAT1) wurde als mit ADHS assoziiert identifiziert und könnte durch das 10-Repeat-Allel mit erhöhtem Dopamin-Reuptake verbunden sein.
  • · Das Dopamin-Rezeptor-D4-Gen (DRD4) zeigt Assoziationen mit ADHS, wobei das 7-Repeat-Allel möglicherweise mit einer subsensitiven postsynaptischen Rezeptorfunktion verbunden ist.
  • · Stimulanzien bieten seit einem halben Jahrhundert die primäre pharmakologische Behandlung für ADHS und wirken am Wirkungsort von Dopamin-Genen.
  • · Spezifische Allele von Dopamin-Genen können die Dopamin-Übertragung in neuronalen Netzwerken verändern, die in ADHS impliziert sind.
Andere verwandt reboxetine

pmid_20641186

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Andere verwandt desipramine

pmid_20641337

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Diese Studie beschreibt die Synthese und in-vivo-Bewertung von vier Reboxetin-Derivaten als potenzielle PET-Radioliganden für den Norepinephrin-Transporter (NET). MicroPET-Untersuchungen in Rhesusaffen zeigten, dass insbesondere [11C]MENET eine mit der NET-Verteilung im Gehirn konsistente regionale Aufnahme aufweist und ein quasi-Gleichgewicht innerhalb von 1 Stunde erreicht, was es zu einem vielversprechenden Kandidaten für die NET-Occupancy-Messung beim Menschen macht.

  • · Vier enantiomerenreine (S,S)-Isomere von Reboxetin-Derivaten (MENET, FENET, FPNET, MESNET) wurden synthetisiert und als potenzielle PET-Radioliganden für den Norepinephrin-Transporter (NET) evaluiert.
  • · MENET (Verbindung 1) und MESNET (Verbindung 4) zeigten hohe NET-Affinität mit Ki-Werten von 1,02 bzw. 0,30 nM im Vergleich zu [3H]Nisoxetin, während die fluorierten Analoga FENET und FPNET eine drei- bis fünffach reduzierte Affinität aufwiesen.
  • · MicroPET-Bildgebung in Rhesusaffen zeigte, dass [11C]MENET und [11C]MESNET eine regionale Verteilung aufwiesen, die mit der bekannten NET-Verteilung im Gehirn übereinstimmt, mit der höchsten Aufnahme in Thalamus, Mittelhirn, Pons und Cerebellum.
  • · Desipramin-Vorbehandlung verringerte die spezifische Bindung von [11C]MENET und [11C]MESNET, was deren Spezifität für den NET bestätigt.
  • · PET-Bildgebung in wachen Affen zeigte, dass Anästhesie das Bindungspotenzial von [11C]MENET und [11C]MESNET beeinflusste und die Aufnahmeraten in NET-reichen Regionen im Vergleich zum Caudate verringerte.
Andere verwandt desipramine

pmid_20641370

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Andere verwandt desipramine

pmid_20641408

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Andere verwandt reboxetine

pmid_20641792

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar.

Beobachtungsstudie verwandt viloxazine

pmid_34542987

Zusammenfassung & 5 Kernbefunde

Die Studie analysiert 133 Fälle medikamenteninduzierter Leberschädigung mit akutem Leberversagen aus einer Kohorte von 1198 Patienten. Antimikrobielle Wirkstoffe, insbesondere Antituberkulose-Medikamente wie Isoniazid und Trimethoprim-Sulfamethoxazol, waren die Hauptverursacher. Die Mehrzahl der Fälle zeigte hepatozelluläre Reaktionen mit signifikanter Nierenbeteiligung bei etwa der Hälfte der Patienten.

  • · Von 1198 Patienten mit akutem Leberversagen wurden 133 Fälle (11,1 %) als medikamenteninduzierte Leberschädigung (DILI) diagnostiziert, überwiegend Frauen (70,6 %) mit einem Durchschnittsalter von 43,8 Jahren.
  • · In 77,8 % der DILI-Fälle handelte es sich um hepatozelluläre Reaktionen (R ≥ 5), während 9,5 % gemischte und 12,6 % cholestatische Reaktionen aufwiesen.
  • · Antimikrobielle Wirkstoffe waren die häufigste Ursache für DILI-assoziiertes akutes Leberversagen, insbesondere Antituberkulose-Therapien mit Isoniazid als Hauptverursacher in 21 Fällen.
  • · Trimethoprim-Sulfamethoxazol verursachte in 9 Fällen allein akutes Leberversagen und war auch in Kombinationen mit Azithromycin, Statinen oder antiretroviralen Mitteln involviert.
  • · 45,1 % der DILI-Patienten zeigten eine Nierenfunktionsstörung (Serum-Kreatinin ≥ 1,5 mg/dL) mit erheblicher Variabilität, was auf extrahepatische Manifestationen hinweist.
Review verwandt reboxetine

pmid_39693465

Zusammenfassung & 6 Kernbefunde

Dieses Dokument präsentiert klinische Leitlinienempfehlungen zur ADHS-Diagnose und -Behandlung. Es betont die Bedeutung einer umfassenden, multimodalen Herangehensweise mit pharmakologischen und nicht-pharmakologischen Interventionen sowie die Notwendigkeit sorgfältiger Diagnostik und Sicherheitsbewertungen vor der Medikamentenverschreibung.

  • · ADHS sollte bei Mädchen und Frauen stärker berücksichtigt werden, da es in diesen Gruppen untererkannt wird.
  • · Pharmakologische Behandlung ist am wirksamsten zur Reduktion von Kern-ADHS-Symptomen, während nicht-pharmakologische Interventionen zusätzliche Unterstützung bieten.
  • · Vor der Verschreibung von ADHS-Medikamenten sollten Kliniker eine umfassende Gesundheitsbewertung durchführen, einschließlich kardiovaskulärer Untersuchung.
  • · Eltern-/Familientraining sollte für Eltern/Betreuer von Kindern und Jugendlichen mit ADHS angeboten werden zur Unterstützung der Familienfunktion.
  • · Kognitive Verhaltensinterventionen sollten Jugendlichen und Erwachsenen mit ADHS angeboten werden.
Beobachtungsstudie verwandt amphetamines

The Long-term Effects of Repeated Amphetamine Treatment in Wv0 on Amphetamine, Kci and Electrical Stlmulatlon Evoked Striatal Dopamine Release in Vitro

Castaiiedal, Edward; Becker1v, Jill B; Robinsont, Terry E

Zusammenfassung

Kein Abstract verfügbar. Tierstudie zu Langzeiteffekten wiederholter Amphetamin-Behandlung auf Amphetamin-Sensitivierung (möglicherweise Tiermodell). Ohne Abstract nicht beurteilbar.