Was ist ADHS-Atlas?

ADHS-Atlas ist eine unabhängige, deutschsprachige Wissensdatenbank, die wissenschaftliche Forschungsergebnisse zu ADHS systematisch aufbereitet und frei zugänglich macht.

Unser Ziel

Wer sich über ADHS informieren möchte, findet oft widersprüchliche, vereinfachte oder veraltete Informationen. Fachpublikationen sind zwar zuverlässig, aber auf Englisch, hinter Paywalls und für Laien schwer zugänglich.

ADHS-Atlas schließt diese Lücke: Wir lesen die Originalstudien, fassen die Ergebnisse auf Deutsch zusammen und machen transparent, wie stark die Evidenz zu einem Thema ist. Kein Wikipedia-Klon, keine Meinungsartikel — nur belegte Befunde mit Quellenangabe.

Für wen ist diese Plattform?

ADHS-Atlas richtet sich an alle, die fundierte Informationen zu ADHS suchen — ob selbst betroffen, als Angehörige, im therapeutischen oder ärztlichen Kontext, oder aus wissenschaftlichem Interesse. Die Inhalte sind so aufbereitet, dass sie ohne Fachstudium verständlich sind, aber dem wissenschaftlichen Anspruch standhalten.

Perspektivisch planen wir, Themenbereiche zusätzlich durch verschiedene Zielgruppenlinsen betrachten zu können — dasselbe Thema, aber aus dem Blickwinkel von Betroffenen, Angehörigen oder Fachpersonal aufbereitet.

Wie entsteht das Wissen?

Die Inhalte entstehen durch einen mehrstufigen, teilautomatisierten Prozess. Ziel ist es, möglichst viele relevante Studien zu erfassen, auszuwerten und in verständliche Wissensartikel zusammenzuführen.

1

Systematische Literaturrecherche

Eine automatisierte Pipeline durchsucht täglich die drei größten wissenschaftlichen Datenbanken — PubMed, OpenAlex und Semantic Scholar — nach neuen Publikationen mit ADHS-Bezug. Pro Themenbereiche werden gezielt Suchbegriffe eingesetzt, um sowohl breite Übersichtsarbeiten als auch spezialisierte Studien zu erfassen.

Aktuell 18547 Paper in der Datenbank.

2

Einzelanalyse jeder Studie

Jedes Paper wird einzeln ausgewertet: Studientyp (RCT, Meta-Analyse, Review, etc.), Stichprobengröße, Kernbefunde und ADHS-Relevanz werden extrahiert. Die Analyse erfolgt KI-gestützt mit anschließender Qualitätskontrolle. Dabei werden auch bisher unbekannte Themenfelder erkannt und in die Datenbank aufgenommen.

1131 Paper analysiert — jedes mit Zusammenfassung und Kernbefunden durchsuchbar im Paper-Index.

3

Evidenz-Synthese

Befunde aus mehreren Studien werden thematisch zusammengeführt. Für jedes Thema (z.B. ein Medikament oder ein Symptom) entstehen strukturierte Wissensartikel auf Deutsch. Dabei werden unterschiedliche Aspekte getrennt betrachtet — bei Medikamenten etwa Wirkmechanismus, Wirksamkeit, Dosierung und Nebenwirkungen. Widersprüchliche Ergebnisse werden als solche gekennzeichnet, nicht verschwiegen.

57 ausgearbeitete Wissensartikel, verteilt auf 9 Themenbereiche.

4

Kontinuierliche Aktualisierung

Die Pipeline läuft fortlaufend. Neue Studien werden automatisch gefunden, analysiert und in bestehende Artikel integriert. So wachsen Evidenzstärke und Artikeltiefe mit der Zeit — ein Eintrag der heute auf 3 Studien basiert, kann in wenigen Wochen auf 15 Studien angewachsen sein.

Rolle der Künstlichen Intelligenz

ADHS-Atlas nutzt KI (Claude von Anthropic) als Werkzeug in der Auswertung und Synthese. Die KI liest und fasst Studien zusammen, erkennt neue Themenfelder und formuliert die deutschen Texte. Sie erfindet aber keine Fakten — jede Aussage in einem Wissensartikel ist mit einer konkreten Studie belegt.

Die KI ersetzt nicht die wissenschaftliche Methode, sondern beschleunigt sie: Was ein einzelner Forscher in Wochen manuell aufbereiten würde, kann die Pipeline in Stunden verarbeiten. Die Qualitätskontrolle — Konfidenz-Bewertung, Konflikterkennung, Quellenprüfung — ist dabei fest in den Prozess integriert.

Evidenz- und Konfidenz-Stufen

Jeder Wissensartikel wird nach der Anzahl und Konsistenz der zugrunde liegenden Studien bewertet. Diese Einstufung macht transparent, wie belastbar die dargestellten Informationen sind.

●●●● Sehr hoch
ab 8+ Studien
Mehrere konsistente RCTs oder Meta-Analysen. Hohe Reproduzierbarkeit der Befunde.
●●●○ Hoch
ab 4–7 Studien
Gut belegte Befunde aus mehreren Studien. Einschränkungen bekannt und dokumentiert.
●●○○ Mittel
ab 2–3 Studien
Erste Befunde vorhanden, unabhängige Replikation steht noch aus.
●○○○ Gering
ab 0–1 Studien
Wenige Studien oder widersprüchliche Ergebnisse. Aussagen mit Vorsicht zu interpretieren.
ℹ️

Eine geringe Konfidenz bedeutet nicht, dass es wenig Forschung zu einem Thema gibt — sondern dass die Auswertung für diesen Bereich noch nicht abgeschlossen ist. Die Pipeline arbeitet kontinuierlich und neue Studien werden laufend integriert.

Was wir nicht tun

Keine Behandlungsempfehlungen — wir beschreiben Evidenz, nicht Therapien
Keine Extrapolationen — nur was in den Studien steht
Keine Übernahme von Sekundärquellen — nur Originalstudien
Keine erfundenen Referenzen — lieber "unbekannt" als falsch belegt

Transparenz

Jede Änderung an der Wissensdatenbank wird versioniert gespeichert. Jeder Artikel zeigt, wann er zuletzt aktualisiert wurde, auf wie vielen Studien er basiert und welche Fragen noch offen sind. Der vollständige Paper-Index macht nachvollziehbar, welche Studien ausgewertet wurden.

Datenbank-Wachstum

Kumulative Anzahl wissenschaftlicher Publikationen in der ADHS-Atlas-Datenbank. Automatisch aktualisiert bei jedem Deploy.

Datenbank-Wachstum: 18547 Paper, 1131 analysiert05k10k15k20k26. Mär28. Mär30. Mär1. Apr2. Apr3. Apr4. Apr12. Apr13. Apr14. Apr15. Apr16. Apr17. Apr18. Apr19. Apr20. Apr21. Apr22. Apr26. Apr1. Mai2. Mai3. Mai4. Mai5. Mai6. Mai7. Mai8. MaiAnzahl Paper633017.6591.12618.5471.131Paper in DatenbankDavon analysiert

Projektgeschichte

ADHS-Atlas ist im März 2026 als persönliches Projekt gestartet — aus der Frustration heraus, dass es keine deutschsprachige Quelle gibt, die ADHS-Forschung systematisch, aktuell und belegbar zusammenfasst.

März 2026 — Start

Erste Version der Recherche-Pipeline. Anbindung an PubMed, OpenAlex und Semantic Scholar. Beginn der systematischen Paper-Sammlung zu ADHS-Kernthemen.

März 2026 — Analyse-Pipeline

Über 800 Paper gesammelt und einzeln analysiert. Automatische Erkennung neuer Themenfelder aus den Studien. Aufbau des durchsuchbaren Paper-Index.

März 2026 — Erste Wissensartikel

Synthese der ersten Kategorie: 16 Medikamenten-Artikel mit Wirkmechanismus, Wirksamkeit, Dosierung und Nebenwirkungen. Jeder Artikel basiert auf 4–36 Primärstudien.

In Arbeit

Synthese der weiteren Kategorien: Symptome, Diagnostik, Hirnareale, Neurotransmitter, alternative Behandlungen. Verbesserung der Textqualität und Zitierpräzision.

Wo die Reise hingeht

ADHS-Atlas ist ein wachsendes Projekt. Aktuell werden die Texte noch manuell kuratiert und die Synthese-Qualität aktiv verbessert — die automatisch generierten Artikel sind ein Ausgangspunkt, kein Endprodukt. Langfristig soll das System lernen, eigenständig hochwertige Artikel zu produzieren, die nur noch stichprobenartig geprüft werden müssen.

Geplant

  • Textqualität: Die synthetisierten Texte werden kontinuierlich verbessert — bessere Inline-Zitationen, differenziertere Darstellung von Studienlimitationen, klarere Sprache.
  • Alle Kategorien befüllen: Nach den Medikamenten folgen Symptome, Diagnostik, Genetik, Hirnareale, Neurotransmitter und alternative Behandlungen.
  • Zielgruppenlinsen: Dasselbe Thema aus verschiedenen Perspektiven betrachten — für Betroffene, Angehörige oder Fachpersonal.
  • Sonderartikel: Tiefgehende Recherchen auf konkrete Nutzerfragen, die mehrere Themen verbinden.
  • Autonomer Betrieb: Die Pipeline soll täglich eigenständig neue Studien finden, analysieren und in die Wissensbasis integrieren — mit immer weniger manueller Nacharbeit.

Diese Plattform unterstützen

ADHS-Atlas ist kostenlos und bleibt es. Die Kosten für Infrastruktur, Forschungs-APIs und Entwicklung werden durch Unterstützung aus der Community gedeckt.

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